Diskurs: Ehrenamtlicher Präsident vs. Profi-Vorstand für den FC St. Pauli?

Im Verein wird diskutiert, und zwar um grundlegendes: Soll man das Ehrenamt aufgeben und einen Vollzeit- und bezahlten Präsidenten wählen?

Nach Bernd-Georg Spies im Abendblatt*, lanciert nu unser Präsident Stefan Orth das Thema in der Presse. In Fanschaft, Vereinsgremien und Presse wird wild spekuliert.

Über:

… die Zukunft als ehrenamtlicher Präsident: Grundsätzlich halte ich die Neutralität eines Ehrenamtlichen für sehr wichtig, aber man muss schon finanziell unabhängig sein, um die Aufgaben erfüllen zu können. Der eigentliche Beruf und die Familie leiden doch sehr. Im Fall St. Pauli fände ich ein hauptamtliches Präsidium sicher und besser. Anfang Februar sitzen wir mit dem Aufsichtsrat zusammen, da wird das ein Thema sein. – Mopo

Aber was hätte ein hauptamtliches Präsidium für Vorteile? Der Präsident wäre schonmal öfter da, soviel leuchtet auch mir ein.
Einen ersten öffentlichen Wink gab es ja schon auf der JHV, als Aufsichtsrat Koch den Hinweis gab, dass man der „starken Geschäftsführung“ ein „starkes Präsidium“ gegenüber setzen müsse. Lutz Wöckeners Frage im Hamburger Abendblatt zielt in dieselbe Richtung:

Kann ein ehrenamtliches Präsidium den Anforderungen noch nachkommen? Oder ist es zur reinen Kontrollinstanz der Geschäftsleitung verkommen?
Spies: Wir haben keinen Mangel an operativen Aufgaben, aber die aktuelle Situation ist aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht leicht. Ich sehe die Grenzen der Ehrenamtlichkeit.
-*HA

Und daraus ergeben sich für mich zwei Fragen:

1. Brauchen wir denn nun einen hauptamtlichen Präsidenten? Oder eher einen Geschäftsführer, der das tut, was das Präsidium will?

Mir erscheint zunehmend die Diskussion um ein hauptamtliches Präsidium als Herumdokterei an Machtstrukturen im Verein. Ist das Präsidium zu schwach für diesen Geschäftsführer, oder macht der Herr Meeske wohlmöglich gar nicht das, was er soll? Dann braucht es womöglich keinen hauptamtlichen Präsidenten, sondern einen neuen Geschäftsführer?

Der Eindruck, dass die Professionalisierung dieses Vereinsamtes eine Art leichterer Weg ist, drängt sich mir bei der Diskussion auf.

Und nun die 2. Frage, die personelle: Wer sollte denn dieser „hauptamtliche Präsident“ sein? Wird der von der JHV gewählt? Oder vom Aufsichtsrat? Bernd Georg, hast Du da Interesse angemeldet? Stefan?

Ich bin auf die Diskussion gespannt und die Art ihrer medialen Vorbereitung ein wenig alarmiert. Die Diskussion scheint eröffnet …

Kommentare 6

  • wer gute leute haben will muss gut zahlen!!!
    das habe ich als selbständiger gelernt.
    und ich denke egal wie man nun zu unserem presidium steht
    einen leichten job haben die leute nicht.
    deswegen sollte er auch entspechend entlohnt werden.
    wie hoch und wer alles ist ganz andere nummer

  • Wir haben doch einen Geschäftsführer, braucht man denn dann nicht mehr? Oder bauen wir uns da Versorgungsposten auf? Gibt es Aufgabenbeschreibungen für die einzelnen Posten? Mir erschliesst sich ohne Konzept zur Zeit nicht die dringende Notwendigkeit.

  • brux for president, für eine gute rente! :)

  • Ich bin unbedingt für ein ehrenamtliches, für relativ kurze Perioden gewähltes Präsidium, auch gerne kleiner als das jetzige. Oder die Größe beibehalten und anstelle des Aufsichtsrats als Vorgabe- und Kontrollgremium einer Geschäftsführung mit klaren, aber breiteren Kompetenzen setzen. Das, was wir jetzt haben, ist eine beschnittene Geschäftsführung, die angeleitet und kontrolliert wird durch ein Präsidium, das selbst wiederum vom Aufsichtsrat kontrolliert wird. Der letztere aber macht dem Präsidium selbst Vorgaben, versteht sich und handelt wie das (oder ein Teil des) Präsidium(s), wird selbst aber nicht kontrolliert. Die alle paar Jahre wiederkehrende Wahl und das jährliche Tätigkeits-Gestammele auf der JHV sind ja keine Kontrolle. Das Ergebnis ist regelmäßiges gegenseitiges Ausbremsen.
    Aber wenn im Verein keine/r dem/der anderen traut, sobald er/sie ihn /sie gewählt oder mit etwas beauftragt hat, und (oder weil) in dem Personaltableaus außerhalb der offiziellen Vereinsgremien ausgemauschelt werden, und das wiederum durch die Mitglieder hingenommen wird, kann die ewige Diskussion um Präsidium, Geschäftsführung, Kompetenz, Kontrolle … nie ein Ende finden.

  • […] mit seinem Auftreten bislang für einen solchen Wechsel werben will, bleibt dahingestellt… http://stpaulinu.de/st-pauli-links/diskurs-ehrenamtlicher-prasident-vs-profi-vorstand-fur-den-fc-st-pa… weist auf einige Diskussionspunkte hin. Der FCSP steht jedenfalls nie still, auch nicht in der […]

  • […] auf, die auf wundersame Weise auf ein Thema und vor allem auf eine Person deuten. Das Thema: Ein hauptamtliches Präsidium; Die Person: Bernd Georg Spies, Doktor Bernd-Georg Spies, zur Zeit ehrenamtlicher Vize-Präsident […]