Fanclubsprecherrat des FC St. Pauli: „Wir wollen mit ihnen nichts mehr zu tun haben“

Nach dem Bekanntwerden, dass der ehemalige St. Pauli Spieler Michél Mazingu-Dinsey als Frontläufer auf einer Anti-Asyl-Demo in Sachsen lief, empörte sich die Fanschaft des FC St. Pauli und forderte eine Klarstellung, eine Erklärung. Man wollte verstehen. Bisher kam außer einer kruden Erklärung nichts Erhellendes von Michél.

Dies alles hat den FCSR wohl dazu bewogen, öffentlich für die Fans des FC St. Pauli Stellung zu nehmen. In Form eines Offenen Briefes:

Mit Erschecken mussten wir feststellen , dass Sie sich mittlerweile im Umfeld der so genannten „besorgten Bürger“ bewegen und deren dumpfen Parolen weitertragen.
Als Spieler unserer Traditionself und Mensch,der sich bisher immer gern mit dem Geist des Millerntor präsentiert hat, erwarten wir an dieser Stelle, gerade im öffentlichen Raum, jedoch eher den Grundkonsens unseres Vereines, antifaschistisch, antirassistisch und gegen Diskriminierung. Einen „unserer“ Spieler als Bannerträger auf einer Demo zu sehen, deren dumpfes, populistisches Auftreten, egal unter welchem Namen, bundesweit fließend zwischen Besorgnis, Rechtsoffenheit und purem Neonazitum daherkommt, erschüttert uns. Wir wollen mit ihnen nichts mehr zu tun haben und erwarten auch keinerlei Auftritte mehr im Dress und im Umfeld des FC St. Pauli. Wenn ihre gesellschaftspolitische Auffassung sich für so eine Demo entscheidet ist das Ihre Sache, natürlich, nur bleiben Sie dann unserer Sache fern. Den Ehrenrat des Vereines haben wir über unsere Auffassung dahingehend informiert. Sie passen so nicht ans Millerntor. In unserem Verein gilt weiterhin : Kein Fußball den Faschisten. Niemals!

Fanclubsprecherrat FC St. Pauli
Juni 2016

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