Führung durch Kommunikation – das muss St. Pauli lernen (Die Diskussion um Stefan Orth und ein Profi-Präsidium ist eröffnet)

„St. Pauli hat ein Führungsproblem“ attestiert das Hamburger Abendblatt unserem magischen FC und seinem Präsidium, und malt die preußische Idealvorstellung vom starken Präsidenten gleich mit in das Gemüt des Lesers. Ein schlimmer Reflex, immer dann, wenn etwas nicht offensichtlich ist, komplex statt einfach, nach dem starken Mann (sic!) zu rufen.

Beim FC St. Pauli hingegen ist der erste Repräsentant des Vereins, also Präsident Stefan Orth, nicht wirklich der starke Mann.

Das macht mir unseren als „schwach“ abgestempelten Präsidenten Stefan Orth noch sympathischer. Wer braucht schon starke Männer? Der FC St. Pauli sicher nicht. Zumindest keine, wie sich Alexander Laux sich das vorstellt.

Der FC St. Pauli braucht noch nicht einmal ein Profi-Präsidium. Das Problem ist ein ganz anderes: sie reden nicht, miteinander und mit uns, den Mitgliedern und Fans. Und wenn sie reden, dann hülsen sie so stark (vergleiche Orths schlimme Worte nach dem Hansa Spiel), dass offenbar wird: nicht wir sind ihre Adressaten, sondern die Laux dieser Welt, die in ihren Printspalten nur ein schlimmes Zerrbild von Führung unterbringen können.

Dabei ist gar nichts dabei, seine Meinung zu ändern. Es ist womöglich ein Zeichen von Stärke. Nur muss man das erklären, was man weswegen tut. Ausführlich und mit Rückkanal. Damit Dialoge entstehen, statt Medienkampagnen.

Der FCSP diskutiert sicher in dieser Sommerpause über die Einführung eines Profipräsidiums. Das deutet sich schon länger an, und hier stimme ich mit Alexander Laux überein, Bernd-Georg Spies ist offenbar der starke Treiber hinter dieser Idee. Ohne eine neue Form der Kommunikation wird das aber nichts ändern. Denn der FC St. Pauli hat bereits zwei starke Managerpositionen. Den sportlichen und kaufmännischen Geschäftsführer.

Wenn diese Positionen so besetzt sind, dass Dialoge entstehen, gerne auch diskursive, dann wäre das Wichtigste gewonnen: Man würde „draußen“ verstehen, was die Beteiligten überhaupt wollen.

Ob wir uns für diese Aufgaben nicht lieber eine Frau suchen sollten, ist ein Teilaspekt dieser spannenden Diskussion. Voran, FC St. Pauli …!

Sankt Pauli NU
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