König Prinz Meeske

Spinnt Michael Meeske, derzeit Geschäftsführer des FC St. Pauli, ein gefährliches Netz aus Macht und Posten? Als Minderheitsgesellschafter der Millerntorstadion Betriebs-GmbH & Co KG (MSB) (1), Michael Meeske hält hier wohl 1% der Anteile, wäre er in der Lage, weitreichend und langfristig Entscheidungen zu beeinflussen oder zu blockieren. Laut Verkaufsprospekt zur Fananleihe, so lese ich das zunächst einmal heraus, steht ihm trotz der geringen finanziellen Anteilhabe ein umfangreiche Sperrminorität zu:

„Trotz einer Beteiligung von 98 % am Kapital der Emittentin (1) hat der Verein auf diese keinen beherrschenden Einfluss. Vielmehr bedürfen grundsätzlich alle Gesellschafterbeschlüsse der Emittentin der Einstimmigkeit. Das Erfordernis der Einstimmigkeit erstreckt sich insbesondere auch auf sämtliche Geschäfte des täglichen Lebens. Vor diesem Hintergrund ist der Verein für die Beschlussfassung in der Gesellschafterversammlung der Emittentin auf die Mitwirkung der beiden weiteren, jeweils zu 1 % am Kapital der Emittentin beteiligten Kommanditisten Michael Meeske und Prof. Dr. Hans-Jürgen Schulke angewiesen. Jeder der beiden Minderheitskommanditisten verfügt über eine sog. Sperrminorität und ist in der Lage, Beschlussfassungen in der Gesellschafterversammlung der Emittentin zu behindern oder sogar zu verhindern. Dies betrifft z. B. auch Beschlüsse über eine Neubesetzung der Geschäftsführung, Änderungen des Gesellschaftsvertrages und allgemeine Maßnahmen der täglichen Geschäftsleitung. Entsprechendes würde für jede weitere in den Gesellschafterkreis der Emittentin aufgenommene Person gelten, insbesondere für den Fanräume e.V., einem Zusammenschluss von Fans des FC St. Pauli, der eine symbolische Beteiligung an der Emittentin erhalten soll (s. Ziffer 4.5.11). Sollte es vor diesem Hintergrund zu einer Blockade durch einen oder mehrere Mitgesellschafter kommen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Entscheidungen im Interesse der Emittentin nicht oder nur zeitlich verzögert erwirkt werden können. Dies könnte sich im Einzelfall nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Emittentin auswirken.“

Wer im Verein hat denn Michael so umfangreiche Befugnisse erteilt?
Update: Das war wohl, so twittert der Übersteiger, in Cornelius Littmanns Ära – und womöglich intendiert als administratives Modell, wenn ich das richtig verstehe. Dennoch: Die Macht bleibt, und gut finde ich soviel Macht in einer Hand nicht!

(1) – Die Gesellschaft, die auch die St. Pauli Fananleihe herausgibt
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