Bereits im Winter letzten Jahres konnten Mitglieder des FC St. Pauli das neue und sehnsüchtig erwartete erste eigene FCSP Trikot vorbestellen – in der braunen, der Heimspiel-Variante. Schon damals viel schnell auf: der FC St. Pauli hatte bei dem ersten vorgestellten Trikot den Regenbogen vergessen, Symbol und mehr als eine Applikation für ein queerfreundliches Stadion.

Darauf angesprochen, vesprach der Verein und sein neues Modelabel DIIY, „Der Regenbogen als Zeichen für Diversität und als Teil unserer FCSP-DNA ist prominent auf einer anderen Trikotversion vorhanden, die später veröffentlicht werden“ – nicht wenige verstanden darin, dass wenigstens das weisse, das Auswaertstrikot mit dem Regenbogen ausgestattet wird. Sie und auch ich wurden enttäuscht: weder auf dem Heim-, noch auf dem Auswärtstrikot des FC St. Pauli in der Saison 21/22 ist der Regenbogen vorgesehen. Ein Fauxpas mit Ansage und aus meiner Sicht nicht hinnehmbar.

Divers: die Werbung des FCSP-eigenen Modelabels DIIY für das erste eigene Trikot, Foto: DIIY

Modische Konkurrenz: „Kein Fussball den Faschisten“ vs. Regenbogen?

Dabei wirbt der FC St. Pauli (in bewährter Tradition) diese Saison ganz besonders mit diversen Motiven. Es ist mir schlicht schleierhaft, wieso dann auf das wichtige Symbol gegen Homophobie verzichtet wird. Die Antwort in den FAQ von DIIY überzeugt mich nicht, dass eben diese Saison der Spruch gegen Faschisten dran ist -so lese ich das – und deswegen mal so eben auf den Regenbogen verzichtet wird.

Unsere Haltung transportieren wir auf dem Heimtrikot und auch bei allen anderen Trikotversionen innen im Nacken mit dem Schriftzug „Kein Fußball den Faschisten“.

DIIY FAQ

Es drängt sich der Eindruck auf, dass der FCSP den Regenbogen auf dem ersten selbst gemachten Trikot nicht nur vergessen, sondern bewusst weg gelassen hat. Damit geht die erste eigene Kollektion teilweise beschämt in den Markt – einem, in dem es ausgerechnet der wenig geliebte Ex-Ausrüster Under Armour besser gemacht hat.

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Durch ein Regenbogensymbol auf dem Trikot ist bei weitem nichts gegen Homophobie getan.
Man kann gegen Rassismus, Homophobie und sonstige Diskriminierung sein, ohne es z.B. auf seiner Kleidung zu tragen oder eine Flagge bei sich zu hissen.
Ob man so etwas nötig hat, muss jeder für sich selbst entscheiden und auch respektieren.
Toleranz bedeutet in meinen Augen auch, es jedem selbst zu überlassen, ob man es nun tragen will oder nicht, ob man seine Meinung nach außen hin kundtun möchte, oder nicht.
Zumal impliziert der Spruch ,,Kein Fussball den Faschisten“, dass man gegen jede Form der Diskriminierung ist, auch gegen Homophobie.
Ich halte es nicht für nötig, jene speziell hervorzuheben.
Die Vereinsfarben sind braun-weiß-rot und die Trikots schlicht zu halten, finde ich nicht verkehrt.

Das war nur kurz mein eigene Sichtweise vorweg, denn hier geht es wohl eher darum, wie sich der FCSP in der Öffentlichkeit präsentiert.
Wenn ein Großteil der Fans es für exorbitant wichtig erachtet, ist es angebracht auf die Wünsche einzugehen und den Dialog zu suchen.

Was ebenfalls ein Faktor für das Auslassen des Symbols ist, sind die Kosten.
Wie einige vielleicht wissen, verursacht ein einzelner Buchstabe, eine abweichende Farbe oder ein zusätzliches Motiv auf einem Produkt weitere teils sehr hohe Kosten.
Da die Herstellung der Trikots jetzt ( ich nenne es Mal ) in ,,Eigenregie“ erfolgt, wird es nicht gerade günstiger.
Nein, es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit teurer, als sie bei einem großen Hersteller auf Masse anfertigen zu lassen.

Es ist bei diesem Thema schwierig, eine sachliche Diskussion zu führen.
Ich hoffe dennoch, dass unterschiedliche Meinungen weiterhin respektiert und nicht verurteilt werden und man versucht, konstruktiv zu bleiben.

Ich freue mich auf die nächste Saison mit bald hoffentlich vollen Rängen und kann es kaum abwarten!
Lasst uns die Mannschaft nach vorne peitschen und allen zeigen, was St.Pauli ist, pure Leidenschaft und bedingungslose Unterstüzung!

Mit den besten Wünschen,

ein St.Pauli Fan

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