Auf St. Pauli bleibt man sitzen …

… denn ein Spiel hat 90+ Minuten. Und auch wenn man schon 7:0 zurückliegt verlässt man das Millerntor nicht.

Warum?
Weil es keine Dienstleistung ist, die man dort bezahlt.
Weil es keine Darbietung ist, die man begutachtet.
Sondern, weil man Teil dieser Niederlage ist.

Deswegen sei dies mal hier rüber geholt. Und allen Südwerbern, Gegengeradenbesuchern, Nordstehern, Hauptsitzern und allen, die schnell zum Parkplatz müssen, weil man so schneller nach Hause in die Vorstadt kommt:

Aber was kurz vor und kurz nach Abpfiff los war, stimmt mich traurig und ein Stück weit auch wütend!

Fang ich mal auf den Sitzplätzen (ganz besonders Haupttribüne) an. In der 84. Minute schossen die Auer das verdiente 1:3, die Reaktion war das fluchtartige Verlassen der Sitzplätze. Auf der Haupttribüne (und lt. Berichten von mir bekannten Fans auch im Norden und auf der Gegengerade) war plötzlich ohne ende Platz. Das ist nicht St. Pauli like und geht meiner Meinung nach gar nicht. Solch ein Verhalten bin ich von Fans von Vereinen mit Multifunktionsgroßarenen gewohnt, aber nicht von Fans unseres FC St. Pauli. Zumal die Jungs auf dem Rasen nach dem 1:3 wirklich noch probiert haben Tore zu schießen (immerhin einmal mit Erfolg).

So was hatten wir schon mal. Damals, wie Freitag auch, gab es böse Pfiffe gegen die flüchtenden Fans. Und das zu Recht. So was will ich nicht sehen, das tut mir im Herzen weh, da dort vieles, was unsere Fanszene ausmacht, mit den Füßen getreten wird. Wir stehen hinter der Mannschaft, auch wenn es mal ein(en) Tag oder Monat oder Jahr nicht rund läuft! Und Hallo, im schlechtesten Fall sind wir auf PLATZ 4 nach diesem Spieltag! Das ist mehr als wir vor der Saison erwarten konnten.

Also, an alle, die dort abgehauen sind, bleibt nächstes Mal einfach sitzen. Die 6 Minuten schafft ihr auch ohne Bier, Kuchen, Krabben und Co. Oder wolltet ihr lieber HSV gucken? Dann bleibt nächstes Mal bitte gleich zu Hause und blockt keine Plätze für echte Fans.

4 Gedanken zu „Auf St. Pauli bleibt man sitzen …

  1. Auf St. Pauli bleibt man sitzen. Oder stehen. Keine Frage. D’accord. Konsens. Aber weißte was: Am Freitag nach dem 1:3 sind erstmal viele zum Pinkeln gegangen. Und wiedergekommen. Andere mussten vielleicht los, egal ob’s 1:3, 4:1 oder sonstwas steht. Wieder andere konnten vielleicht ihre Gefühle nur außerhalb in den Griff kriegen. So what? Und die bösen, bösen Echt-wegen-Rückstands-Zufrühgeher? Die sind doof und werden in ihrem Leben noch mehr verpassen, als zu Ende gespielte Matches am Millerntor. Mitleid ja, disziplinarische Anweisungen nein.
    1. Es fühlen sich hier sowieso nur die angesprochen, dieich gar nicht meine :) Auch so eine Paulianerkrankheit, aber Dazke für Deinen Kommentar.
  2. Ich hätte dem fast zugestimmt. Fast – wäre am Ende nicht noch dieses Totschlagargument „Dann geht doch zum h*v“ aufgetaucht. Dass jeder, der sich angeblich nicht „st. pauli-like“ verhält, ein verkappter Volkspark-Idiot ist, wird nicht dadurch wahrer, je öfter man es anführt. Abgesehen davon, dass ich mich immer frage, welche Geschmackspolizei sich eigentlich herausnimmt, zu bestimmen, was eigentlich „st. Pauli-like“ ist. Der FCSP hat bekanntermaßen eine sehr heterogene Anhängerschaft – diese in „gute“ und „schlechte“ St. Paulianer einzuteilen, ist mindestens genauso zum Kotzen wie das Hängenlassen der Mannschaft!
    1. Da hast Du natürlich nicht unrecht. Habe das ja auch „nur“ zitiert, kenne also die Intention des Autoren nicht. Ich hätte es aber als Statthalter für das Thema Eventarena genommen. Einigen wir uns auf „Geh doch zur TSG 1899“ ;)

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