Ein paar Fragen zur Polizeiwache in der Gegengeraden vs FCSP Museum, Herr Meeske, Herr Spies, Herr Orth

„Nun bekommen sie ihre „Welle“ doch noch!“

Nach massiven Protesten aus der Fanschaft und Medienberichten (mopo, taz) lässt der FC St. Pauli über seinen Geschäftsführer Michael Meeske endlich etwas verlautbaren. Die Polizeiwache als Domwache sei nicht zu finanzieren, und die Zeit dränge … eine Antwort, die so erwartbar wie unbefriedigend ist. Das Präsidium schweigt derweil weiter.

Dabei kommen selbst dem Außen stehenden Interessierten sofort Fragen, die die Funktionäre des FC St. Pauli unbeantwortet lassen. Höchste Zeit, sie zu stellen (und sei es nur, um die Ahnungslosigkeit und Arroganz dieses Präsidiums weiter zu dokumentieren):

Die Kosten für den Neubau der Domwache beziffert Meeske laut den vorliegenden Planungen auf rund 1,25 Millionen Euro. „Hinzu kämen die geschätzten Kosten, die entstehen, wenn wir die Flächen in der Gegengerade für ein Museum ausbauen sowie die Kosten für die Einrichtung der Ausstellung“, so Meeske weiter. In der Summe rund eine weitere Million Euro. „Durch Mieteinnahmen könnten von diesen nun insgesamt etwa 2,15 Millionen Euro zirka 850.000 Euro gedeckt werden, so dass aber eine Lücke von 1,3 Millionen Euro bleibt. Ein Betrag, für den es gegenwärtig keine Finanzierungsmöglichkeit gibt.“

Frage:
„Wie genau sehen die Kalkulationen aus? Wann wird die Geschäftsführung/ das Präsidium des FC St. Pauli diese en Detail veröffentlichen?“
und anschließend daran …
„Weshalb sind die Kosten für ein Museum nach dem Auftrag der JHV in 2011 2010 nicht schon längst budgetiert?“

Ist es nicht vielmehr so, nimmt man die Zahlen und Kalkulationen einmal ohne Verifizierung so hin, dass 1,25 Mio. Euro Kosten Mieteinnahmen von 850.000 Euro gegenüberstehen? Das veränderte die „Finanzierungslücke“ schon enorm. Sie betrüge dann nämlich 400.000 EUR.

Frage:
„Wie beabsichtigt das Präsidium des FC St. Pauli/ die Geschäftsführung des FC St. Pauli, die Finanzierungslücke zu schließen?“
… diese Frage beantwortet Meeske nämlich nicht. Seine ganze Argumentation greift kurz, betrachtet auch ein Umziehen einer womöglich für eine Weile zu ertragenen Polizeiwache nicht …

Frage: „Wie sehen die Konditionen der Polizeiwache aus? Ist ein Auszug der Polizeiwache für einen späteren Zeitpunkt bereits vereinbart? Wie sehen die Kündigungsfristen aus?“

… denn selbst, wenn das (neue) Präsidium / die (neue) Geschäftsführung des FC St. Pauli nicht umhin kommt – imho durch eigene Verschleppung des Themas – gilt ja noch der Vorbehalt, dass die JHV ebendies beschließen kann und als Auftrag formuliert. Im Sinne des Kommentars in der taz: „Wer einzieht kann ja auch ausziehen“

… und ja, ich sehe das als Aufgabe unseres Präsidiums „eine schnell umsetzbare Finanzierungsalternative“ zu suchen. Denn es steht auch fest, dass wir eine kurzfristige Entscheidung in den nächsten Wochen treffen müssen“, weiß Meeske – denn die JHV naht – und den Burschen mit dem großen Ego läuft die Zeit davon.

Lies bitte auch:
„Finanzierungslücke“ – fcstpauli.com
„Lasst uns die Finanzierungslücke klaun“ – Metalust

Update: Pommes Braunweiss zum Thema

Update II: Videoblog vom Millerntor – Gespräch mit Michael Meeske

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