GAL (Senat) vs Jolly Roger (St. Pauli): „Who the fuck is Katharina Fegebank?“

Der Abend nach dem Pauli-Spiel gegen Dortmund … Katharina Fegebank … bestellt an der Bar Getränke, zahlt -und wird von einer Angestellten gefragt, ob sie die Grünen-Vorsitzende ist. Fegebank bejaht.
Was dann passiert, ist seit Tagen Thema Nummer eins im Umfeld des Fanprojekts: Denn Fegebank wird von der Bar-Frau und Gästen erst wüst beschimpft und bepöbelt: Die GAL habe Ahlhaus zum Bürgermeister gemacht, sie solle sich hier nicht mehr blicken lassen! Dann wird sie des Hauses verwiesen. Ein Rauswurf aus politischen Gründen -und das auf St. Pauli! (Mopo)

„Ja, wo denn sonst?“ – möchte man da antworten. Die Polizeigewalt gegen die Demonstranten gegen Stuttgart 21 letzte Woche ist doch geradezu Pipifax gegen die robuste Schikane und exekutiv forcierte Bürgerrechts-Beschneidung, die Fußball-Fans, vornehmlich auch die des FC St. Pauli, Woche für Woche ertragen müssen.

Bürgermeister Ahlhaus steht für diese menschenfeindliche Politik – und ist deswegen am Millerntor nicht willkommen. Er hat sicher den Polizei-Überfall auf das Jolly Roger nicht selbst angeordnet, politisch verantwortlich dafür ist er aber – und jeder, der seinen Senat stützt. Und das kann man Frau Fegebank ja sehr wohl vorwerfen. Fußball ist eben nicht nur Privatsache, sondern auch immer ein Ort politischer Äußerung. Das ist schon völlig in Ordnung, dass Frau Fegebank als Vertreterin der GAL das zu spüren bekommt. Anstatt über die Art und Weise zu lamentieren, sollten wir Frau Fegebank und ihre Partei auffordern sich durch diesen Anlass zu fragen, wie sie die Aufklärung der Polizeigewalt in Hamburg forcieren kann. So wie ich die Leute um das Jolly Roger kenne, ist eine Einladung dazu sicher schon erfolgt.

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27 Antworten

  • Es geht ja noch darüber hinaus. Frau Fegebank ist als GAL-Vorsitzende auch politisch mitverantwortlich für Selbstmorde in der Abschiebehaft. Kann ja nun auch jeder selbst problemlos auf das Thema „Rausschmiss“ beziehen, zudem Abschiebungen auch Rausschmisse aus POLITISCHEN Gründen sind. Sie ist auch politisch mitverantwortlich für Rausschmisse infolge eines Einkürzens des Kultur-Etats. Sie ist mitverantwortlich für eine unerträgliche Platzverweis-Politik. Sie ist mitverantwortlich für die immer weiter fort schreitende Privatisierung des Öffentlichen Raumes, auch eine Form von Rausschmiss. Und wenn mal wieder ein privater Sicherheitsdienst auf dem Neuen Wall irgendeinen Penner vertrieben hat, kräht kein Hahn danach, dabei sind auch das POLITISCHE Gründe.

    Da hat es schlicht die richtige getroffen. Das ist wieder mein St. Pauli! Danke, Jolly Roger!

    • „Da hat es schlicht die richtige getroffen. Das ist wieder mein St. Pauli! Danke, Jolly Roger!“ – und dass sich der Verein entschuldigt, freut mich geradezu – das macht nämlich den Unterschied aus …

  • Für mich ist das Quatsch. Scheiße finden kann man sie aber rausschmeißen ist halt ne harte Nummer. Mit der Begründung kann man auch alle Grünen-Wähler rauswerfen oder verdammt viele andere Leute. Das hat mit Toleranz nichts mehr zu tun. Und wer meint das ist sein Jolly und das muß so sein sollte sich vielleicht mal die Statuten vom Trägerverein Ballkult durchlesen. So war und ist das Jolly nicht gedacht. Dort soll es besonders um Toleranz und Fairness gehen.
    Daß eine Diskussion gestartet wird und darauf hingewiesen wird, daß für die Grünen momentan nicht besonders viel Sympathien vorhanden sind und vehement anzuregen daß sich die Grünen vielleicht doch mal wieder auf ihre Wurzeln besinnen sollten ist ok und notwendig aber pöbeln und rauswerfen ist zwar konsequent zeugt aber nicht von tolerantem Geist. Aber im Jolly sind ganz sicher nicht die Tolerantesten unterwegs. Da wird man auchmal einer für ein Deutschland Trikot bei der WM angepöbelt. Leider wird Toleranz oftmals nur eingefordert aber nicht praktiziert.

    • Ich finde das einfach alle, die befürchten müssten, dass sie rausgeschmissen werden, einfach nicht hingehen sollten….

  • Ganz so verbissen würde ich es nicht sehen. Richtig ist das die GAL in Hamburg uns Grüne-Wähler betrogen hat indem Sie der CDU verholfen hat weiterhin sein Unwesen in Hamburg zu treiben. Dennoch ist Frau Fegebank in diesem Fall Privat unterwegs gewesen. Vielmehr hätte man die junge Dame dazu bewegen sollen sich endlich hinter die Aufklärung des Polizeiüberfalls auf das JR zu setzen und die Untersuchungen zu beschleunigen.

    Ich bin ein Fan des FCSTPauli aber ich bin auch nicht dumm und die Aktion halte ich für ausgesprochen Dumm. Das ein Herr Ahlhaus im JR ein Hausverbot bekommt ist so klar wie Klößchenbrühe. Also Liebe Mit-Fans das ist keine Art und Weise wie wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Wir sind ja auch nicht Hansa Rostock !

    Ian_aus_Hamburg

    • „Ganz so verbissen würde ich es nicht sehen“ – ich wohl auch nicht, dass die Jollys das aber so sehen, kann ich sehr gut verstehen.

      • Nein, ich kann es nicht verstehen das die es so sehen. Ich kann nur den Kopf schütteln bei dieser Dummheit. Zeugt nicht von Größe sondern nur von ignorater Dummheit.

      • Ich sehe es aber verbissen, gerade weil ich diese Partei seit Jahrzenten unterstützt habe. Aber die Art und Weise wie diese Partei sich von der Basis löst, kann nicht gutgeheißen werden ebensowenig die politischen Entscheidungen-die darauf abzielen die politische Macht zu erhalten. Und wenn sich solch eine Person dahin begibt, wo viele stinkendsauer auf Partei und Personen sind sollte man sich nicht wundern, wenn das Echo nicht so ausfällt wie man sich es vorstellt. Vielleicht ist es auch zu spät, nach Gründen diser Reaktion zu fragen sondern vielleicht sollte man (Partei) sich fragen warum viele so denken. Denn die GAL hat viel verspielt durch ihren „VERRRRAAAAAT“ Also nicht wundern wenn Partei nicht mehr so geliebt wird wie sie es gerne hätte.

  • Pingback: Fussball_Watch: GAL vs Jolly Roger: “Who the fuck is Katharina Fegebank?” | St …: Di… | NET-PARADIES
  • Mit Toleranz hat diese Partei nix zu tun, und „Toleranz“ ist eh ein Unwort. Wenn die von ihr mitzuverantworteten Polizisten Schwarze kontrollieren, weil die schwarz sind, wenn die abgeschoben werden, weil sie schwarz sind, dann sind die schließlich auch privat unterwegs. Zudem komischerweise „Toleranz“ dann ja den Jolly-Leuten gegenüber offenkundig nicht gilt, dabei haben die einfach treffend persifliert, was offizielle Hamburger Senatspolitik ist und an all den privatisierten Orten ganztägig geschieht.

    Was mittlerweile so alles als „Toleranz“ sich behauptet ist einfach nur haarsträubend. Was meinste denn, wie viele Leute ganz alltäglich angepöbelt werden, weil sie nach treudeutscher Ansicht undeutsch sind? Das wird befördert auch dieses Nationalfarbengewedel.

    Ich will auch von niemandem „toleriert“ werden, da schwingt die Drohung des Entzugs doch schon mit.

  • Mir persönlich geht die Toleranz im Jolly manchmal sogar zu weit…da werden immerhin auch HSVer bedient und auch nen Rostocker hab ich da schon mal gesehen. ;)

    Und Toleranz…ja, tolerant war der Senat bzw. deren Handlanger auch nicht als sie Menschen so vollgenebelt haben mit Reizgas, dass die sich kotzender Weise in den Keller flüchteten und das war auch in deren Freizeit und nicht während einer der Ausübung Ihrer Arbeit…

    Ausserdem hat jeder bei mir verloren, der sich bei der MOPO ausheult.

    • „Und Toleranz…ja, tolerant war der Senat bzw. deren Handlanger auch nicht als sie Menschen so vollgenebelt haben mit Reizgas, dass die sich kotzender Weise in den Keller flüchteten und das war auch in deren Freizeit und nicht während einer der Ausübung Ihrer Arbeit…“
      Klasse Selbstdisqualifizierung:
      Verallgemeinerung eines speziellen verurteilungswürdigen Vorfalles um Fehlverhalten an nur sehr am rande Beteiligten zu rechtfertigen.

      „Ich finde das einfach alle, die befürchten müssten, dass sie rausgeschmissen werden, einfach nicht hingehen sollten….“

      Klasse, so argumentieren die Rechten im Osten auch. Schwarze sollen da auch einfach nicht hingehen in ihre „ausländerfreien“ Zonen. Dann passiert ihnen auch nichts.
      Soll das eine Politikerfreie Zone werden, oder was?
      Nein, jeder hat das Recht ins Jolly zu gehen und sein Bier zu trinken. Das ist so gewünscht und sollte auch von den Gästen respektiert werden. (Immer Nazis ausgenommen)
      Wer pöbelt oder versucht zu bekehren muß damit rechnen aufs Maul zu bekommen aber wer friedlich sein Bier trinken will, sollte das auch können.
      Aber da gibt es eben zwei Meinungen bei den St.Pauli Fans. Das wird auch in diesem Leben nicht mehr geklärt werden.

      • Ich meine es auch nicht ganz so wortwörtlich, aber ich finde schon, dass man sich halt überlegen muss, wo man hingeht. Dass die GAL Dame da vielleicht nach ihrem Geschmack „zu hart“ angegangen wurde, mag sein. Das Leben ist halt manchmal so. Ich geh ja auch nicht in die „Tanke“ und wunder mich dann warum ich blöd angemault werde und rausgeschmissen.

        Und wie gesagt, manchmal werden Menschen, die von Reizgas zu sehr eingenebelt werden auch sauer und dann kann die Wut auch recht lange vorhalten..

      • Im Übrigen hätte ich persönlich mit ner Politiker-freien Zone überhaupt kein Problem.

  • „Klasse, so argumentieren die Rechten im Osten auch.“

    Nein, tun sie nicht, weil Schwarze keinerlei politische Macht haben – im Gegensatz zur GAL-Vorsitzenden. Weil Schwarze schlichthin, weil sie schwarz sind, nicht, weil sie politisch Dreck am Stecken haben, gejagt, diskriminiert und auch abgeschoben werden.

    Diese Strukturargumentologie ist wirklich eine Verhöhnung von Rassismus-Opfern, die als Meinung gar nicht mehr deklarierbar ist, sondern schon an Körperverletzung grenzt.

    • hehehe, hätte mich auch gewundert, wenn die Rassismuskeule nicht geschleudert würde.
      Niemand darf diskriminiert werden. nicht nur bestimmte Gruppen… niemand.

      Und es funktioniert einfach nicht alle zu diskreditieren zu versuchen, die eine andere Meinung haben.

      @Sonja: Witzigerweise empfinde ich genauso. ich hätte überhaupt nichts dagegen, daß die Frau angepöbelt wurde. Ist halt ne Asikneipe (mich eingeschlossen) und da passiert sowas halt.
      Ist halt ne Kneipe mit deutlicher politischer Richtung und als Politiker muß man dann mit sowas rechnen. Sie ist ja auch nicht geschlagen worden oder so…

      Aber es im nachhinein zu rechtfertigen und grundsätzlich in Ordnung zu finden ist halt ne Nummer zu hart.
      Grundsätzlich ist das natürlich nicht in Ordnung. auch wenn es passiert und dann auch kein Drama ist.
      Das ist meine persönliche Meinung.

      • Naja „in Ordnung“ kommt wohl auf den Standpunkt an. Wie gesagt, ich vergleich das jetzt einfach mal mit ner HSV-Kneipe oder ner Fascho-Kneipe, da wundere ich mich halt auch nicht über Anfeindungen etc.
        Und dass das in den Augen der Dame zu heftig war, liegt natürlich auf der Hand, aber ich finde halt, dass auch das Verhalten der Anwesenden auch emotional verständlich ist. Ob es politisch korrekt oder sonst was war…darüber mag sich streiten lassen. Aber wie Du schon richtig bemerkt hast…is halt nicht ne 08/15 Kiez-wir-sind-ach-so-cool-und-lässig-Kneipe.

        Meine Oma hätte gesagt: wer mit den Großen spielen will, muss auch damit umgehen können.

  • hehe, hätte mich auch gewundert, wenn so ein Schwachsinn wie „Rassismuskeule“ aus diesem Munde nun nicht gekommen wäre. Wenn man sogar zu doof ist, Phänomene wie „Diskriminierung“ zu verstehen, sollte man dazu vielleicht einfach die Klappe halten und nicht auch noch über Rechte in national-befreiten Zonen schwadronieren und somit unsinnige Vergleiche anstellen. Schlimm, was sich so alles rund ums Millerntor tummelt.

  • ehrlich gesagt, isse doch irgendwo selber schuld, als vorsitzende und „mitverantwortliche“ kann sie sich doch denken, dass es unklug is im jr aufzutauchen, oder nich? man muss sie vielleicht nich gleich beschimpfen aber rausschmiss… why not? jeder weiß, bei pauli lebt man nicht nur den fußball sondern aus die politische einstellung, find ich zumindestens

  • korrekt gemacht….
    mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.
    nebenbei voll legitim, da die tresenkraft vom hausrecht gebrauch machen darf und schon mal jemanden aus dem lokal werfen kann.
    nicht vergessen, den herrn c. liefen (ex mathilde aktivist…(jetzt auch gross bei der wendehals-partei) nicht aussparen!!!!
    ach ja, gut unterrichteten ehemaligen mitschülern von herrn ahlhaus zufolge, war eine npd unterstützung zu jener zeit für ihn auch kein problem.
    tja, honi soit qui mal y pense
    ….und so jemand wird von ehemaligen linken ins amt gehoben….

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