Machtkampf am Millerntor

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Lutz Wöckener war der einzige Pressevertreter bei der Jahreshauptversammlung der AFM, der Abteilung des FC St. Pauli für Fördernde Mitglieder, und das zeigt mit schon den Stellenwert des Abendblattes, wenn es um die FCSP-Berichterstattung geht, es zeigt aber auch, wie sehr nicht nur der Profibereich die Vertretung von bald 10’000 Mitgliedern geringschätzt. Mopo und BILD wohl ebenso.

Das HA bringt heute einen lesenswerten Beitrag zur AFM-Versammlung und bringt ein Bild, das die Verzweiflung erahnen lässt, mit der Alex Gunkel und seine Mitstreiter gegen eine freundliche Wand der Ignoranz rennen: Präsident Stefan Orth klatschte der Kritik an seiner Präsidentshcaft auch noch Beifall.

Das prägt wohl die Politik des Vereins in der Öffentlichkeit, in der ausgerechnet der ungelenke Gernot Stenger scharfe Kanten zeigt. Ansonsten wird wegbeschwichtigt und weggelächelt. Das ist entweder schwach oder perfide, und ich bin mir noch nicht sicher, was ich schlimmer fände.

Natürlich ist das eine Machtfrage, wenn über die Verteilung von einer 3/4 Million gerungen wird. Auch klar, dass das einer Vereinsgeschäftsführung nicht gefällt, dass da andere drüber verfügen. Das aber darf nicht ebenfalls Haltung des Präsidiums sein!

Will es den November überstehen, dann sollte Stefan Orth endlich anfangen, sich auch in seinen Handlungen in die Reihen seiner Mitglieder einzufinden, zur Not sachlich und emotional gegenüber Geschäftsführung und Vermarktung. Es ist doch offensichtlich, dass sich die sozialromantischen Ideen und Forderungen längst lange in alle Fan- und Mitgliederorganisationen eingenistet haben. Es geht doch nicht um eine steuerliche Betrachtung, meine Herren. Hier werden St. Paulianer emotional, wenn sie das Gefühl haben Supportvieh ohne Einfluss zu sein, und darüber hinaus nun auch noch silly money, dummes Geld mitbringen zu dürfen.

Kommentare 2

  • Was ich mich bei der ganzen Diskussion ja frage ist, was ist denn *für den Gesamtverein* am Sinnvollsten?

    Wenn (1) die Profiabteilung aus Steuergründen die Leistungssparten der A und B Jugend ‚übernimmt‘ und dann vergleichbare Summen für vergleichbare Projekte wie bisher die AFM aufbrächte. Gäbe es in A und B Jugend zunächst keinen Schaden, die Profiabteilung könnte das ganze steuerlich entsprechend verwenden.
    Dann (2) hätte die AfM ja sogar nochmal sowas wie 750.000 Euro ‚über‘, die sie anders nutzen könnte.

    Oder seh ich das falsch?

    • Edit: Theoretisch könnte die Profisparte der AfM-Leitung ja sogar ein Mitspracherecht bei der Steuerung/Strukturierung der A-/B-Jugend einräumen. (ich denke jetzt völlig frei von Persönlichen und Vertrauens-Problemen im Verein..)