Nachtrag zum Nachtrag zur „Polizisten Debatte“: Können Polizisten ultrà sein?

Abgesehen von der Macht- und Definitionsfrage, wer wen von der Süd ausschließen darf, ist es ja wichtig zu diskutieren, wieso gerade der Beruf des Polizisten sich mit den Leben in der Süd nicht verträgt. Ein wichtiger Debattenbeitrag findet sich dabei bei Metalust von „Biber“, den ich mal hierher hole …

Polizisten sind im Allgemeinen Beamte und sie stehen “in einem besonderen Treueverhältnis zu ihrem Dienstherren”; ihr Verhalten muss sich an die “hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums” (vgl. auch Art. 33 GG) orientieren und das 24 Stunden am Tag.

Und man muss jetzt nicht mal Böses (Der gemeine Polizeispitzel) unterstellen, sondern kann sogar von einem legitimen Freizeitinteresse ausgehen. Was aber nichts daran ändert, dass ein Beamter, erst Recht, wenn er im Vollzugsdienst tätig ist, entsprechend seines Diensteides auch in seiner Freizeit (die er in diesem Sinne gar nicht hat) Straftaten, die ihm zu Ohren/vor die Augen kommen verfolgen oder zur Anzeige bringen muss. Das macht ihn zwangsläufig zum Spitzel. Tut er dies nicht (und ich gehe jetzt mal davon aus, dass es in der Süd genau wie in der Gegengerade den einen oder anderen strafrechtlichen Gesetzesverstoss während des Spiel gibt), dann besteht die Gefahr, dass dies, so es denn seinem Dienstherren zu Ohren/Augen kommt (und die Möglichkeit ist ja angesichts der Medienpräsenz durchaus gegeben) für die betreffende Person berufliche Konsequenzen bis hin zur Entlassung haben kann.

Ich sage nun nicht, dass es zwingend so ist, aber die Option muss ich mitdenken und von daher würde ich einen Polizisten, der bei uns stehen will, auch sehr höflich und nachdrücklich auffordern, sich ein anderes Plätzchen zu suchen (idealerweise vor seinem Fernseher).

Kommentare 26

  • Ich sage nur eins: Toleranz zeigt sich im Handeln!

  • Hier mal eine Kopie ausser Mopo vom05.02.2001
    >Der „Bulle mit Herz“ ist tot

    Die ständig glimmende Zigarre war sein Markenzeichen – zwei Jahrzehnte war Günter „Jonny“ Jaspert auf dem Kiez als „Bulle mit Herz“ beliebt und respektiert. Jetzt starb der pensionierte stellvertretende Chef der Davidwache an Krebs. Er wurde nur 62 Jahre alt.
    Zugführer bei der Bereitschaftspolizei, Fahndungschef der Polizeidirektion Mitte, zweiter Mann auf den Revieren 16 (Lerchenstraße) und 15 (Davidwache) – das waren die Dienstposten des Hauptkommissars seit 1975. „Jonny“ Jaspert gehörte einer aussterbenden Gattung von Polizeiführern an: Immer ruhig, verständnisvoll, sich vor allem nach „oben“ gerademachend und vor seinen Leute stellend. Seine ehemaligen Kollegen von der Davidwache schrieben in der Todesanzeige: „Er war ein immer erreichbarer Helfer, nicht anonymer Beamter, verständnisvoller Freund, nicht distanzierter Vorgesetzter!“ Die Menschen auf St.Pauli trauern um einen echten Schutzmann.

    Kopie ENDE

    Ich hoffe das jetzt auch die Seite mit dem Unverständnis gegen USP sieht, das ich die Sache nicht nur schwarz weiss sehe.

    Polizei privat im Stadion, kein Problem für mich.

    Aber bei USP im Block finde ich es schon komisch.

  • Ich versuche das nochmal klarer dar zu stellen. Klar denke ich heute auch anders, aber ich will damit nur sagen, das ich halt auch früher so negativ vs. Bulle gedacht habe und auch heute kein echter Bullenfreund bin.

    Ich rede von Zeiten wo wir uns als autonome bezeichnet haben. Und die Ultras denken halt heute so, wie andere Menschen vor 20 oder 25 Jahren.

    Und um hier mal ganz persönlich zu werden. Der Bruder meines Vaters, also mein Onkel, ist gestern beerdigt worden und war 45 Jahre Bulle in Berlin.
    Selbst ich kenne in HH ein paar Bullen, welchen Mensch in bestimmten Situationen auch vertraut, oder „nett“ findet, weil es nicht anders geht.

    Zum Beispiel Frau Pfeiffer vom PR15.

    Ohne die ist z.b eine Planung des alternativen Hafengeburtstag nicht möglich.

    Ein noch besseres Beispiel für einen Bullen, den ich eigentlich auch echt mochte Ende der 80er Anfang 90er, war Bulle Jan Jasper vom PR 16. Der Cop hatte mich wirklich mal festgenommen vor ca. 24 Jahren bei einer Demo (warum, werde ich hier auch nach 24 jahren nicht schreiben, aber war nix kleines) und meinte nur zu mir, ich soll jetzt mit der Scheisse aufhören und hat mich wieder laufen lassen, an der Feldstrasse. Er hatte auch bei vielen Hausbesetzungen und Demos positiv vermittelt bzw. Angiffe seiner Kollegen auf uns konsequent unterbunden. Dieser ist leider auch sehr früh an Krebs verstorben.

    Und ja, klar kenne ich auch die Vereinigung Kritischer Polizisten, mit Manfred Mahr, der diese Vereinigung nach dem Hamburger Kessel gegründet hat.

    Und ja, es gab schon immer ein paar gute Bullen, die früher z.b über andere Ecken wie Medienvertretern uns damals gesteckt haben, wann der nächste Überfall auf die bunten Häuser am Hafenrand stattfindet ;)

    Und hier jetzt Menschen, die die Meinung vertreten „Bullen raus aus USP“ mit dem Nazidorf Jameln gleichzustellen, dokumentiere ich nicht weiter.

    Ich habe halt im Grunde zwei Meinungen, eine als ex-autonomer und eine als heutiger „Normalbürger“

    Meinung als ex autonomer : ACABAuchB

    Meinung heute als erwachsender „Normalbürger mit linksradikaler Vergangenheit“: Klar gibs auch gute Bullen, siehe Boll oder Frau Pfeiffer oder mein Onkel ;)

    Eigentlich wollte ich damit nur zum Ausdruck bringen, das „einige von uns“ auch mal jung waren, darum habe ich halt auch Verständnis für USP.

    Ich verstehe aber auch die andere Seite, die sagt, das es so nicht geht.

    Ich bin gespannt wie das ganze weiter geht und ob diese Diskussion das Thema „Stadionwache“ beeinflussen wird, in dem es bald heisst, ist doch nicht so schlimm, die Sache mit der Wache inner GG.

    Also ein rotes Stadion in Sachen „Bullen raus aus der GG“ sehe ich in nächster Zeit nicht mehr.

    Ich denke, dass der Widerstand gegen die Wache mit dieser Diskussion ja fast hinfällig ist.

    St.Pauli und Polizei ….. eine starke Vereinigung …. hey kommt, war Spass :-)

  • zu Barney: werd erwachsen. Wir haben weder die 70′ noch die 80′. Das waren andere Zeiten, vielleicht kannst du die Unterschiede zu Damals und Heute nicht sehen, 1983 warst du 13 Jahre alt. Ich kann unterscheiden auch wenn ich nur 4 Jahre älter bin als du.

  • […] in aus der Kurve”, angestoßen durch einen Artikel in der basch #33, die Fragen, “Können Polizisten ultrà sein” und “Wer hat das Sagen auf der Süd-Tribüne?” bewegen nicht nur Verein und Fanschaft, […]

  • Ach barney, auch da gab es Solche und Solche.

    Ob Du es glaubst oder nicht, auch zu den Zeiten haben Bullen in Ihrer Freizeit auch in den GG gstanden, sind sogar im Block mitgelaufen. Ich selbst kenne 2 und die haben uns ab und an sogar sehr geholfen ^^
    Nur haben sie es nicht unbedingt jedem erzählt, wie hier auch. Sonst wäre damals durchaus auch „Schlimmeres“ passiert. Da gebe ich Dir Recht ;-)

    Aber es gab immer Bullen die nicht die Marionetten waren, als die sie gerne gesehen werden.
    Auch ich habe in meinen Job ab und an Sachen die mir nicht passen und die ich nicht vertrete, aber es umsetzten muss.

    So ist das Leben, nur sollte man nur soweit gehen, dass man morgens noch immer in den Spiegel gucken und lächeln kann ;-)

  • Das Einzige was mich an der genzen Sachen ernsthaft entsetzt, ist die Tatsache, dass es hier um eine reines schwarz – weiß Denken geht.
    Es wird nicht auf den Einzelfall geblickt, sondern es geht ernsthaft um die Diskussion „Kann/Darf ein Bulle USP(teilweise sogar nur St. Pauli Fan) Fan sein?“

    OhOh, wie tief sind die Leute gesunken, was für einen Scheuklappenblick haben hier einige drauf, un(fucking)fassbar.
    Und sich dann noch als ach so tolerant zu bezeichnen.

    Selbst zu guten alten Hafenstraßen Zeiten gab es Bullen, die gerne im Otto nen Bier getrunken haben, oder im Störtebecker sich Slime angeguckt haben.
    Sagt hier dem einen oder anderen die Vereinigung kritischer Polizisten etwas?
    Oh, es gibt tatsächlich Polizisten, die auch denken und vorallem auch laut aussprechen, dass einige Dinge nicht in Ordnung sind, die anderen Krähen durchaus auch mal ein Auge ausgepiekt haben.

    Es gibt eben nicht „Den Bullen“!
    Nein, auch in diesem Berufsstand gibt es tatsächlich „Solche & Solche“!

    Es gibt Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlicher Bildung, unterschiedlicher Meinung, unterschiedlicher Kleidung, uinterschiedlicher Frisur und eben unterschiedlichem Beruf. Ja und? Das ist doch gut so!!!

    Wie der Einzelne damit umgeht, das ist das worüber man sich persönlich eine Meinung bilden darf.

    Aber wie erbärmlich ist es jemanden pauschal aufgrund seiner Berufswahl, seiner Persönlichkeit zu berauben.

    Was ich verstehen kann ist, da er und andere gelogen haben, dass das Vertrauensverhältnis nicht mehr vorhanden ist. OK!
    Aber auch hier kann man sich auch gerne mal über das „Warum“ Gedanken darüber machen.

    Sorry nun werd ich auch gemein.

    Alle die der Meinung sind, ein Polizist kann/darf kein Ultra oder gar Paulifan sein, zieht nach Jamel, dort findet Ihr einen Haufen Gleichgesinnter, die genauso sinnfrei mit Vorurteilen und billigstem Schubladendenken umgehen können.
    Nein, die haben es perfektioniert und Ihr stoßt ins gleiche Horn, obwohl Ihr selbst davon überzeugt seit, auf der „anderen“ Seite zu stehen.

    Mit dieser Diskussion ist die „andere“ Seite leider genauso verbort, engstirnig und alles andere als tolerant.

    Mit fällt zu soviel geistigen Schwachsinn nur ein Zitat ein:

    „Die Tatsache das Dein Verstand durch keinerlei Medikamente getrübt ist, erfüllt mich nur noch mit Mitleid!“

    Oder ist hier doch zu viel Pharmazie im Einsatz gewesen.

    Wasser predigen und Wein trinken, ja ne ist klar oder auch nur peinlich…. ;´-(

  • Heisst das auf der Süd werden lauthals mit Straftaten geprahlt oder diese gar geplant, sodass ein Spitzel dort sinnvoll wäre? Na, das zu lesen machts für die Polizei bestimmt erst so richtig interessant :)

    USP ey, da kann man sich nur noch an den Kopf fassen.

  • Also eigentlich wollte ich mir das hier nur mal kurz durch lesen, aber ich habe aber gerade das dringende Bedürfnis, meine Meinung und eigenen Erfahrungen in Sachen „Fanverhalten vs.Bullen“ seit 1988 hier wiederzugeben, in Sachen „Bullen unter Fans“

    Ich kann dazu nur sagen, dass wir früher in der Gegengerade es 100%tig auch nicht akzeptiert hätten, insb. in den Jahren 1987 bis sagen wir mal Oh Gott, ich weiss es garnicht genau ca.1990/92, wenn ein Bulle in unserer Nähe in der GG gestanden hätte. Ihr könnt ja mal einen Sven Brux oder einen Dirk Jora, oder einen DocMabuse, der ja längst 93er ist, fragen. Ich könnte hier noch etliche andere Namen auflisten. Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass es damals halt auch total normal war, so zu denken, mir selber inklusive und da darf sich, finde ich auch keine/r von „den Alten“, heute gross aufregen.

    Insb. zur Zeit der Auseinandersetzungen Mitte/Ende der 80er, hätte es keiner von uns autonomen gestattet, dass sich nen Bulle/Bullin als Fan, zwischen uns befindet !

    Zu damaligen Zeit, wäre es vielleicht sogar soweit gekommen, dass der Bulle die GG nicht mit allen Zähnen und allen heilen Knochen mit denen er das Stadion betreten hat, wieder heraus gekommen wäre ;)

    Und das ganze letztlich mit der selben Begründung, wie es „die Kinder“ von USP heute machen.

    Von daher kann ich mich heute nicht hinstellen und mich dafür einsetzen, das Bullen inner Süd direkt im Block der Ultras stehen. Wenn der Bulle wenigstens am Rande stehen würde,hin zur Ecke GG, da wo ich übrigens auch stehe, würde ich ja noch sagen „ok“. Aber wenn er wirklich direkt im Ultra-Block gestanden hat, kann ich die „Kinder“ nicht nur verstehen, sondern muss Sie im Grunde sogar unterstützen. Heute bin ich 43 und hätte immer noch kein Bock darauf, das bei einer Fanladen-Auswärtsfahrt zu 1860 nen Bulle 8Std. neben mir sitzen würde.

    Also Leute, kommt mal runter mit Eurer USP-Hetze und tut nicht so, als wäre diese Diskussion total neu und von den Ultras erfunden, das stimmt so nämlich nicht.

    Ich glaube hier haben sehr viele Fans vergessen, was den Fankult um den FC überhaupt zum FC gemacht hat und vor allem, von wem ! Drei Namen aus dieser Zeit habe ich in meinem Text ja bereits geschrieben, was nur ein kleiner Teil der gesamten Fanszene war. Und ausser DocMabuse sind ja die meisten aus dieser Zeit heute noch mehr oder weniger dabei.

    Klar kann ich hier nicht für die anderen, insb. den drei o.g schreiben, aber ich denke nicht, das wir es damals gestattet hätten, wenn wir nen Bullen im Block gehabt hätten.

    Dieser Text spiegelt nur meine persönliche Meinung zu dem Thema wieder und muss sicher nicht die „Wahrheit“ sein, aber halt meine ehrliche Meinung.

    Und zum Thema Boll habe ich es bis heute nicht verstanden, wieso der eine Bulle nen guter ist und nen anderer nicht, aber auch nur meine persönliche Meinung ;)

    ACABAuchB

  • Ach so. Meine Dienstnummer ist die 24033702. Du darfst sie dir einrahmen!

  • Siehst du Marc – ich hatte Recht!

    Gezi-Park mag dein Thema sein. Meins ist es nicht. Ich dachte, es ging hier um Fussball.
    Aber na klar – du musst noch schnell die Welt retten. Und du schaffst das, denn du weißt sehr viel.

    Ich geh dann mal marschieren… Alles andere kann ich eh nicht. Und selbst wenn ich es versuche, du machst es kaputt.

    Gute Nacht

    :-)

  • Und Marc würde sich wünschen, dass sich die Katharinas dieser Welt auch mal kritisch mit ihrem eigenen Berufsbild auseinandersetzen würden, anstatt immer alles auf die Gesellschaft zu schieben. Aber das ist ja für die Katharinas dieser Welt einfacher alles auf die anderen zu schieben. So muss man nicht nachdenken, wenn man das nächste Mal den Knüppel schwingt, auch wenn es dafür vielleicht gar keinen Grund gibt. Und dass die Katharinas dieser Welt nicht auf die Vorwürfe Gezi-Park, FFM Occupy, Kanada etc. in Ihrer Antwort eingehen, beweisst die These von den Marcs.

    Aber ich gebe den Katharinas der Welt Recht, dass man über alles reden sollte. Aber dann müssten die Polizisten dieser Welt vielleicht mal damit anfangen, bevor sie gleich im schwarzen Stechschritt losmarschieren und losprügeln. Aber das können die Katharinas ja nicht, weil sie weisungsgebunden sind und keine eigene Meinung sich bilden dürfen, im Dienst. Und somit bleiben die Katharinas im Dienst immer anonyme Wesen, die sich sogar weigern Dienstnummern zu tragen. Und wer keine Identität hat, hat auch keine Meinung! Und das gilt für beide Seiten.

  • @Schitti: Katharina stellt sich wie alle widerwillig für die Personenkontrolle an. Sie pault nicht herum, sie fragt nach der Rechtsgrundlage und erlebt unterschiedlichste Reaktionen. Manchmal führen die dann zu Rangeleien umstehender Ultras, weil man Katharina dumm kommt. Denn die wissen ja, dass Katharina Recht hat!
    Warum soll der Einsatzleiter Katharina zur Seite nehmen? Man sieht doch gar nicht, dass sie Polizistin ist. Aber gerne erzählt sie dem Einsatzleiter trotzdem, wie schön es war, bevor er da war…

    Katharina setzt sich als Fan ihrer auf Pauli und auch sonst nicht besonders geliebten Mannschaft auswärts in die Kneipe, trifft manchmal auf Ablehnung, manchmal auch auf Neugierde und oft genug auf Anerkennung. Katharina freut sich dann über Aufgeschlossenheit und Diskussion. Sie mag keine Pauschalisierungen und sie ist nicht „die Polizisten“ sondern eine Polizistin.

    Aber manchmal fällt es Katharina schwer, Marcs zu verstehen, die es gar nicht wissen können, wie es wirklich ist, weil sie sich nicht darum bemühen, es zu erfahren. Nicht der Polizist ist es, der sich verändert, sondern die Gesellschaft. Solche groben Feindbilder aufzuweichen, braucht wohl mehr als ein paar bessere Erfahrungen für Marc oder ein gutes Gespräch bei ein paar Bieren. Es braucht Bereitschaft bei den Marcs dieser Welt. Katharina könnte eine Menge erklären und erzählen, sogar von linken Polizisten!

    Katharina ist stolz, nicht in Schubladen zu denken. Ein bisschen macht sie das sogar, weil sie Polizistin ist und deswegen so unendlich viele positive und auch negative Facetten des Lebens und Miteinanders kennenlernt.

    Aber manchmal ist es wirklich anstrengend mit dem Nachdenken. Dann geht sie zum Fussball und schaltet einfach mal ab!

  • Jeder hat das Recht auf freie Berufswahl….keine Frage. Aber ich kann die USP schon verstehen…an einem Spieltag steht der Polizist neben einem in der Kurve und an einem anderen Tag könnte dieser gleiche Polizist mit nem Knüppel bei einer Demo auf einem einschlagen. Das würde ich auch schon strange finden und nicht gutheissen. Und somit ist jeder Polizist auch selbstverantwortlich für seine Berufswahl und den dementsprechenden Ansehen. Das Hamburger Polizisten oder überhaupt dieser Berufsstand (siehe FFM Occypy, Istanbul Gezi-Park, Kanada) immer wieder durch ihre rasende Gewalt auffällt, ist doch kein Geheimnis mehr und somit auch kein Wunder, wenn Sie in der Gesellschaft nicht ankommen. Immer mehr Polizisten töten oder verletzen schwer unbewaffnete Menschen weltweit. Und deshalb haben sie auch immer weniger Ansehen. Das geht den Soldaten ähnlich. Solange die, ohne eigenes Denken agieren müssen, weil sie nur nach Order von oben arbeiten, so lange sind sie keine freien Individien…oder habt ihr schon mal davon gelesen, dass Polizisten sich geweigert haben, auf unbewaffnete Menschen einzuschlagen. Also ich nicht. Und solange das Beamtentum sie dazu zwingt alles zu tun, was die Politiker anordnen, solange werden Sie niemals in der Mitte oder wie in diesem Fall auch im linken Spektrum der Gesellschaft ankommen. Sondern immer aussenstehen. Zumindest bei Gesellschaftsgruppen, die nicht so staatshörig sind wie die Deutschen allgemein. Es ist ein wichtiger Beruf keine Frage, aber die Polizisten haben Ihn nie weiter entwickelt, sondern sind nur noch besser mit Waffen ausgerüstet worden. Und das Polizisten immer Recht haben, weil das Gesetz das so will, wird sich daran auch nie etwas ändern. Ja…ich weiss…jetzt kommt wieder Aufschrei…Polizisten kann man für Ihr falsches Verhalten nachträglich belangen…aber eben immer erst nachträglich. Bloß das hilft mir dann nicht mehr, wenn ich tot oder schwerverletzt bin ;)
    Also sollten sich die Polizisten nicht wundern, wenn ihre Akzeptanz sogar bis in den Freizeitbereich reicht, weil man sie erkennt.

    Wichtig: Es gibt auch sehr nette Polizisten, die ich selbst kennenlernen durfte. Aber eben auch immer mehr schwarze Schafe. Leider.

    PS: Amüsant finde ich immer, wenn die Polizei vom sogenannten schwarzen Block spricht….also ich sehe die Polizei hier in Hamburg häufig sogar in mehreren schwarze Blöcke auftreten…und vermummt sind sie dabei auch ;)

    Unterzeichnet
    kein USP-Mitglied
    Marc

  • Ich bin auch Polizeibeamter und seit über 25 Jahren St.Pauli-Fan. Da ich schon Fan war, bevor es Ultras gab und den klassischen Support englischen Stils mit der Muttermilch aufgesogen habe, stand ich der Ultra-„Kultur“ seit jeher skeptisch gegenüber, worin ich auch immer wieder bestätigt wurde.

    Aber die „früher war der Support besser“-Diskussion fand schon oft statt und ist hier und soll hier nicht das Thema sein.

    Warum kümmern wir St.Paulianer uns eigentlich um diese Gruppe halbwüchsiger Dödel? Da wird einer Gruppe von egozentrischen Geeks derartig viel Bühne geboten, die nur eine Minderheit der Fans darstellt.

    Da rauch ich mir am nächsten Spieltag in der Meckerecke lieber ne schöne dicke Tüte mit meinem Nebenmann und freu mich über die gute Stimmung auf der Gegengerade, als dass ich mich mit solchen Spacken auseinandersetze.

    Wegen des Legalitätsprinzips: USP begründet wie erwartet schwachsinnig, dass ein Polizeibeamter auch in seiner Freizeit von ihm erkannte Straftaten unbedingt zur Anzeige bringen MUSS. Dazu eine etwas vertrauenswürdigere Quelle:

    BGHSt 38, 388-393 :

    „Zum anderen trifft eine Garantenstellung für strafrechtlich geschützte Rechtsgüter einen Polizeibeamten nur im Rahmen seiner Dienstausübung. Wird er in seiner Freizeit Zeuge einer Straftat – etwa einer Körperverletzung (§ 223 StGB) -, so haftet er wie jeder Bürger grundsätzlich nur im Rahmen der echten Unterlassungsdelikte, im Beispielsfall nach § 323 c StGB (so auch Böhm, Die Rechtspflicht zum Handeln bei den unechten Unterlassungsdelikten 1957 S. 72; derselbe JuS 1961, 181). Ihm ist, wie dies für das Delikt der Strafvereitelung im Amt bereits anerkannt ist, im Rahmen seines allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 1, 2 GG ein geschützter Bereich menschlicher
    Beziehungen zuzubilligen, der durch Berufspflichten jedenfalls nur begrenzt eingeschränkt werden kann. Daß ein Polizeibeamter, der gegen eine ihm außerdienstlich bekanntgewordene Straftat nicht einschreitet, damit gleichwohl gegen weiterreichende, sich auf sein Privatleben erstreckende Dienstpflichten verstoßen und deshalb dienstrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden kann, steht einer Einschränkung seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit nicht entgegen. Die von einer dienstrechtlichen Beurteilung abweichende strafrechtliche Wertung ergibt sich vielmehr aus dem allgemein anerkannten Grundsatz, daß nicht jede öffentlich-rechtliche Handlungspflicht zu einer strafrechtlichen Garantenstellung im Sinne des § 13 StGB führt (vgl. Rudolphi, Die Gleichstellungsproblematik der unechten
    Unterlassungsdelikte und der Gedanke der Ingerenz 1966 S. 27 ff).

    Besonderheiten können sich jedoch ergeben, wenn ein Polizeibeamter außerdienstlich Kenntnis von Straftaten erlangt, die – wie Dauerdelikte, fortgesetzte oder auf ständige Wiederholung angelegte Handlungen – während seiner Dienstausübung fortwirken. Hier entfällt die eine Garantenstellung auslösende Pflicht, bekanntgewordene Rechtsgutverletzungen zu unterbinden, nicht schlechthin. Insoweit bedarf es vielmehr der Abwägung im Einzelfall, ob das öffentliche Interesse privaten Belangen vorgeht. Hierbei ist von entscheidender Bedeutung, ob durch die Straftat Rechtsgüter der Allgemeinheit oder des einzelnen betroffen sind, denen jeweils ein besonderes Gewicht zukommt. Dies kann auch außerhalb des Katalogs des § 138 StGB bei schweren Straftaten wie z.B. schweren Körperverletzungen, erheblichen Straftaten gegen die Umwelt, Delikten mit hohem wirtschaftlichen Schaden oder besonderem Unrechtsgehalt der Fall sein. So wird ein Polizeibeamter ungeachtet privater Interessen in der Regel zum Einschreiten verpflichtet sein, wenn er von schwerwiegenden Verstößen gegen das Waffengesetz mit Dauercharakter, nicht auf den Einzelfall beschränktem Handel mit harten Drogen oder Schutzgelderpressung erfährt. Gleiches gilt für Straftaten aus dem Bereich der organisierten Kriminalität, die erfahrungsgemäß auf Wiederholung angelegt sind. Verhindert der Polizeibeamte im Rahmen seiner Dienstausübung derartige Taten nicht, obwohl er hierzu aufgrund außerdienstlich erworbener Kenntnisse in der Lage wäre, so kann er wegen Teilnahme an dem jeweiligen Delikt belangt werden. Teilt ihm hingegen im Rahmen privater Kontakte ein Bekannter mit, daß er ständig ohne Fahrerlaubnis fahre, so bewirkt dies für den Beamten noch keine Garantenstellung im Sinne des Strafrechts.“

    Zu dem V-Mann-Argument: V-Leute sind NIE Polizeibeamte. Das sind immer gekaufte Informanten, also Hinweisgeber, die sich in der Gruppe befinden und für Geld Informationen liefern.
    Da V-Leute außer im Bereich des Verfassungsschutzes nur im Bereich der organisierten Kriminalität eingesetzt werden, siehe nächster Satz.

    Bedeutet die Argumentation der USP im Umkehrschluß, dass sich die Gruppe im Bereich der organisierten Kriminalität bewegt? Ich denke nicht und bleibe bei meinem Urteil, dass es einfach nur eine Ansammlung ausgemachter Wichtigtuer mit überhöhtem Sendungsbewußtsein ist.

    Lasst die Köter kläffen.

    Forza St.Pauli!

  • Die Ultras tun leider so, als ob Ihnen die Süd gehören würde … und nicht zum ersten Mal. Dies ist aber zum Glück nicht so. Wollte ich nur mal anmerken.

  • Seit wann haben Polizisten kein Recht auf eine eigene Meinung?
    Seit wann grenzen St. Pauli “ Fans“ andere auf Grund ihres Berufes aus?
    Und mal ehrlich seit wann glauben die Ultra sie sind der Hüter des Stein der Weisen?
    Wenn die Ultras mal entscheiden vegan zu leben, gibt es dann keine Curry-Wurst mehr im Stadion?
    Ihr habt doch die Einschläge nicht gehört….

  • Ich fotografiere bei Demos, Hausbesetzungen etc. Wann immer mir Polizisten vor das Objektiv kommen,, sehe ich stets auch in Gesichter. Gesichter, deren Augen mich immer öfter fragen: „Was mache ich hier eigentlich?“ Abseits der Demo (Hausbesetzung) sprach ich mit einem behelmten Polizisten. Er sagte: „Meinst Du, ich denke nicht auch so wie ihr? Auch ich habe Probleme meine Miete zu bezahlen, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Muss ebenso bei Aldi oder Lidl einkaufen und kann keinen Urlaub bezahlen. Habe Sorgen, meine Familie zu ernähren. Habe aber einen Eid abgegeben. Nicht Jeder von uns ist ein sogenannter „Anscheißer“ (wortwörtlich). Ich beneide Euch sogar, ich kann mich nicht offen auf eure Seite stellen. Ihr könnt das. Ich halte meinen Kopf für die Politik in die Demonstranten und damit gegen Euch! Auf einer Seite stehen zu müssen, die man eigentlich vom Herzen her nicht vertreten möchte ist nicht die Einfachste. Aber meine Familie braucht einen Ernährer!“ Ich hatte versehentlich den Ton der Kamera laufen, somit kann ich den Wortlaut des Gesprächs genau wiedergeben. Gebe Katharina recht, redet miteinander!

  • Der Polizist der die Süd verlassen sollte, wurde freundlich darum gebeten! Ihm wurde nicht gedroht oder ähnliches….

    Polizisten haben bei den Ultras nichts verloren!

    Bullen haben genauso Vorteile zu den Ultras. Die Guten Bullen sind es auch, die beim Schweinske Cup für ein Riesen Chaos gesorgt haben.

    Nimmt auf der Haupttribühne Platz und gut ist!

  • Ich wüsste von Katharina gerne, was sie machen würde, wenn sie auswärts fährt, mit „Ultras“, irgendwie in Rangeleien verwickelt wird, es zu Personalienaufnahmen kommt und dann der Einsatzleiter Katharina zur Seite nimmt und nen paar Fragen zu den Leuten stellt, mit denen sie da unterwegs ist.

  • Selbst Polizeibeamtin und langjährige Stadiongängerin würde ich mich über gründlichere Recherche freuen. Glaubst du, glaubt ihr denn wirklich ich bin 24 Stunden im Dienst und habe nichts besseres zu tun, als Gesetzesverstösse der Umstehenden zu melden? Vielleicht kann mal ein Jurastudent die Rechtslage auseinandersetzen. Ich kann Gesetzesverstösse übersehen und mache es auch. Grenzen finden sich lediglich in ganz wenigen Bereichen der Gesetz, vor allem aber im gesunden Menschenverstand. Ich bin allerdings in meinem Fandasein noch an keine solche Grenzen gestoßen. Jeder weiß, was ich mache und ich hatte nur dann Akzeptanzprobleme, wenn man mich nicht kannte. Aber meine Leidenschaft für den Fußball und den Verein haben das Vertrauen in mich geschaffen.
    Dieses Vertrauen, zu seinem Beruf zu stehen, hatte der Ultra von Pauli nicht zu den Ultras seines Vereins. Warum? Und diese lehnen ihn nun wegen seines Leugnens ab. Das kann ich verstehen, es zu pauschalisieren und nun meinem Berufsstand das Fansein abzusprechen und einen wichtigen Lebensinhalt zu nehmen, ist allerdings traurig und gefährlich. Vielleicht geschieht es ja im Unwissen, wieviele Fürsprecher es in der Polizei für die Ultra-Bewegung gibt?

    Leute, redet miteinander, nicht übereinander!

  • Was hat diese diese ganze Diskussion noch mit unserem Verein oder unserem Sport (sonst würden wir ja nicht hingehen—oder?? zu tuen.Was ist dann die Steigerung des ganzen ??Können Bauarbeiter in die Süd ?Können Muslime in die Süd ? Shame on it !!!

  • Dann muss man aber auch zu Bedenken geben, dass sich alle Stadionbesucher an die Stadionordnung halten müssen. Und an geltende Gesetze. Machen wir ja auch alle. Immer. Dann hat der Polizist doch gar nichts zu berichten. Und dann ja auch keinen Gewissenskonflikt…

  • Hans: Mein Kommentar auf metalust für Dich hier sinngemäß
    Robert: Es geht nicht darum, ob die Polizisten, die Du kennst,, irgendwas irgendwohin gemeldet haben, sondern darum, dass sie qua Diensteid dies tun müssten und ggf.(!) sanktioniert werden können, wenn sie es nicht tun. Das nennt sich dann die faktische Kraft des Normativen!

  • Ich kenne einige Polizisten. Nicht einer von denen hat schon in seiner Freizeit festgestelltes irgendwo hin gemeldet. Meinst du irgendwelche Polizisten interessiert es ob irgendwer irgendwelche kleinen Gesetzesverstöße begeht? Für alle die mehr (illegales) im Sinn haben bietet sich doch eher an dieses nicht in der Öffentlichkeit des Stadions zu tun oder? Da sind nämlich auch Polizisten im Dienst unterwegs. Mit Kameras…

  • ich reposte in leicht abgewandelter Form auch hier mal meinen Kommentar zu Biber, da ich die Position für absolut nicht gerechtfertigt halte:
    Dann sind also Staatsdiener diejenigen, die per se abzulehnen sind, weil sie aufgrund ihres Beamtenstatus den Joint-Rauchenden Nebenstehenden anzeigen müssten, da ihnen sonst berufliche Konsequenzen drohen. Was für ein Quatsch. Die Wahl eines Berufes mit Beamtenstatus kann durchaus eine bewusst darauf abzielende sein, sich in gewissen Grenzen der kapitalistischen Verwertungslogik zu entziehen. Das unterscheidet sie von Werbetreibenden und anderen in der freien Wirtschaft Tätigen, da sie nicht jede Party zum Knüpfen neuer beruflicher Kontakte nutzen und jederzeit Kündigung und/oder Zeiten ohne Aufträge/Bookings befürchten zu müssen. Es stimmt zwar: Das antiquierte Dienstrecht verpflichtet Beamte zur Anzeige von Straftaten, aber das unterscheidet sie nicht wesentlich von Anderen, die ebenfalls rechtlich verpflichtet wären, solche Dinge anzuzeigen. Was der Beamte daraus macht, ist seine Sache, so wie bei jedem anderen auch. Das Leben im Kapitalismus ist widersprüchlich und so ist es auch für Angestellte des Finanzamtes, Lehrer und Polizisten. Am Beamtenstatus festzumachen, ob jemand in der Kurve sein darf oder von anderen herausgeschmissen werden darf, ist Quatsch. Wer entscheidet, welcher Beruf dann noch OK ist und welcher nicht? Wenn überhaupt, dann hoffentlich nicht USP oder sonst eine Fangruppierung. Denn sonst bleiben am Ende nur Studierende, die den Luxus haben, sich weitgehend kapitalistischer Logik und anderer gesellschaftlicher Widersprüche entziehen zu können, sofern die Finanzierung irgendwie gesichert ist. Selbst bei diesen müsste man „die Option mitdenken“, dass der Nebenstehende einen anzeigt.

    Hier geschieht der gleiche Fehler, der auch USP unterlaufen ist: Das grundsätzliche Problem ist nicht in erster Linie, welchen Beruf jemand ausübt. Es gibt Berufe, die dem einen oder anderen (im Falle des Polizisten aus meiner Sicht verständlicherweise) erst mal sympathischer oder nachvollziehbarer sein mögen als andere. Wenn sich jemand als Polizist bei USP vorstellt wird er es entsprechend schwer haben, sich Vertrauen zu erarbeiten. Zu hoffen wäre, dass er dennoch diese Chance hätte, auch wenn die Gruppe USP sich natürlich dagegen entscheiden kann. Im konkreten Fall hat das Verschweigen/Lügen/… dieses in den Einzelnen gesetzte grundsätzliche Vertrauen zerstört. Deswegen ist der Ausschluss aus der Gruppe in Ordnung, nicht aber der Verweis aus einem Bereich des Stadions.