#NoG20 – St. Paulis Fanszene vereint gegen G20

„G20 Kilometer weiter, make Pinneberg great again“

NO G20 Installation Rote Flora
„NO G20 Installation Rote Flora“; Facebook Screenshot

Der FC St.Pauli hat dem Aktionsbündnis gegen die Versammlung der 20 „größten“ Staaten und ihren Staatschefs mitten im Hamburger Schanzenviertel das Stadion zur Verfügung gestellt. 800 Aktivistinnen und Interessierte kamen am Wochenende, um zu beraten, wie man den Protest gegen die provokante Eierschaukelei organisieren kann.

Heraus gekommen ist ein (von mir hier leicht redigierter*):

Gemeinsamer Aufruf an die FC St. Pauli-Fanszene zur Beteiligung an den Protesten gegen den G20-Gipfel

So mancher G20-Teilnehmer kommt mit seinem Verhalten mit unserer Stadion-Ordnung in Konflikt und müsste einen Verweis kassieren (Vorauseilende Stadionverbote für Erdogan, Putin und Co. fände ich übrigens ganz gut ;). Derartige Sexisten, Rassisten, Patriarchen, Nationalisten und Militaristen sind nicht erwünscht und müssten mit einem körperlichen Verweis rechnen.

Nun hat Angela Merkel und unser Erster Bürgermeister, Olaf Scholz, aber genau diese Personen eingeladen und die Staatsmacht, steht parat, um das Treffen der Staatschefs um jeden Preis stattfinden zu lassen und im wahrsten Sinne durchzuboxen. Die ersten Anzeichen sprechen Bände: Demoverbote in blauen Zonen, Gefahrengebiete ohne Grundrechte, Machtspielchen mit Hubschraubern und Wasserwerfern, lassen Böses erahnen für unsere Stadt, unser Viertel.
Ein Treffen, bei dem es vor allem darum geht, nationalistische Interessen durchzusetzen, globale Ausbeutung zu organisieren und die daraus resultierenden „Flüchtlingsströme“ zu lenken. Als ginge es bei Menschen auf der Flucht nicht um Menschen, sondern um bloße Naturkatastrophen, die eingedämmt oder beseitigt werden müssen.

Scheiß Kapitalismus!

Einen solchen Gipfel in unmittelbarer Nähe zum Viertel stattfinden zu lassen, dort, wo so viele Menschen ganz andere Werte leben als jene, die dieser Gipfel repräsentiert, ist auch eine Provokation sondergleichen. Gerne wird die gelebte Alternativität St. Paulis vom (Stadt-)Marketing medienwirksam in Szene gesetzt und zur Kulisse degradiert. Wenn es dann aber um wirkliche Alternativen geht, wird das Viertel kurzerhand zum Gefahrengebiet erklärt.

Aber nicht mit uns!

Was normalerweise in der Linken passiert: Jede und jeder pickt sich raus, was sie oder ihn am meisten stört und verliert sich Einzelheiten und nicht enden wollenden Diskursen. Wir aber wollen gemeinsam aufs Ganze gehen, uns organisieren und dem Scheiß-G20 eine Komplettabsage erteilen.

Weder Staat noch Chefs noch Staatschefs

Wir laden wir alle Fanclubs zu einer Info- & Mobiveranstaltung bezüglich des G20-Gipfels ein. Die Veranstaltung wird am Dienstag, 18. April um 19:10 Uhr in den Fanräumen im Millerntorstadion stattfinden. Dort soll ebenfalls überlegt werden, ob und vor allem inwiefern wir gemeinsam als Fanszene gegen den geplanten Gipfel aktiv werden.

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht!

(* Ich unterstütze den Aufruf und lehne G20 in Hamburg ab. Die gegenderte Anrede der Rassisten, Nationalisten etc. habe ich wieder als Maskulinum formuliert, einfach weil es im Kern ein männliches Phänomen ist – Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Im Grunde ist das oben durch meine Änderungen nun „mein“ Aufruf geworden, deswegen das Original nachfolgend. ;)

Posted by Fanclubsprecherrat des FC St. Pauli (FCSR) on Montag, 10. April 2017

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