The great Ho-Ho-Hollerbach Swindle

STUTTGART, GERMANY – MAY 21: Bernd Hollerbach, head coach of Wuerzburg looks on prior to the Second Bundesliga match between VfB Stuttgart and FC Wuerzburger Kickers at Mercedes-Benz Arena on May 21, 2017 in Stuttgart, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Eben rief W. an, er klang ziemlich aufgeregt.

„Hast Du schon gehört? Hollerbach soll Trainer beim HSV werden.“
„Ja, der Nachricht entkommt man ja kaum“, antworte ich. Während W. sich den zweiten Satz zurecht legt, rühre ich meine Ingwer-Karottensuppe ein weiteres Mal um.

„Die Chinesen übernehmen den HSV“

„Die Chinesen übernehmen den HSV“, ruft W., und nun bin ich neugierig geworden.
„Die Chinesen?“, staune ich.

„Ja, ist doch klar“, sagt W. und beginnt einer seiner Kaskaden, die bis zu drei Minuten dauern können und in denen er die vielen Dinge, die er weiß oder zu wissen meint zu einer kausalen, sagen wir, Spirale zusammen fügt.

  • „Hollerbach; das ist Magath – ohne Magath geht da nix“
  • „Und Magath ist der Mann von Kühne“
  • „Und Magath ist jetzt in China – Trainer – der guckt sich den Markt an“
  • „Und Kühne sucht n Exit“
  • „Das sind die Chinesen“, sagt W. und atmet kurz durch.

„Magath ist die Schlüsselfigur. Die Chinesen vertrauen Magath, Kühne vertraut Magath, Magath vertraut Hollerbach. Pass mal auf, das geht dann ganz schnell. Im Sommer verkauft Kühne seine Anteile an die Chinesen und Magath wird der große Zampano. Und zur Not geht Hollerbach in die 2. Liga oder noch weiter runter und der HSV macht das wie 1860 – nur ohne Scheich …“

„… nur mit den Chinesen“, ergänze ich. „Ja, klar“, sagt W., „aber das glaubt uns ja keiner“.

„Ho-Ho-Hochverrat“

DUISBURG, GERMANY – MAY 24: Head coach Bernd Hollerbach of Wuerzburg celebrates after winning the 2. Bundesliga playoff leg 2 match against MSV Duisburg at Schauinsland-Reisen-Arena on May 24, 2016 in Duisburg, Germany. (Photo by Sascha Steinbach/Bongarts/Getty Images)

„Ob die dann Hollerbach am Volkspark auch den Beinamen „Ho-Ho-Hochverrat“ verpassen, wenn es so kommt?“, denke ich.

Da hat W. aber schon aufgelegt.

Ich nehme mir einen Teller Suppe und puste ein paar Mal drüber. „Das ist doch sehr heiss“, denke ich und freue mich auf den Sommer.

Erik Hauth
Als waschechter St. Paulianer verpasst der passionierte Segler selten Heimspiele und fährt oft auswärts mit. Als Kolumnist schreibt Erik Hauth für Die ZEIT online über den FC St. Pauli. Twitter: @stpauli

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