4-1-4-1 Ewald wills wissen #svggFCSP

Nur Nehrig auf der sechs, davor ein Viererriegel mit Neudecker, Sobota, Choi und Sahin. Das ist mutig und offensiv, bedeutet aber auch, dass gerade diese vier auch alles abgrätschen müssen, was an ihnen vorbei will.

Aux Armes

Hier die #fcsp-Start11:
Heerwagen
Hedenstad-Sobiech-Gonther-Keller
Nehrig
Neudecker-Sobota-Choi-Sahin
Bouhaddouz
#spvggfcsp

Heute müssen drei Punkte her – und St. Pauli zeigt mit seiner Aufstellung schon, wo es die Entsvheidung sucht: in der Hälfte der Fürther.

Auswürzsieg!

Erik Hauth Kommentar FCSP Elbvertiefung

 

»Nach der energischen Leistung zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Montag, bei der es trotz Überlegenheit nur zu einem 1:1 reichte, erwartet den FC St. Pauli am heutigen Montag die zweite fränkische Herausforderung: auswärts bei den Kickers aus Würzburg.

Können die Kiezkicker ihren Drive hinüberretten in diesen Montag, ist gegen die Truppe von Hi-Ha-Hollerbach sogar der so wichtige Sieg drin; ein ›Auswürzsieg‹.«

;)

In jedem anderen Verein hätten wir jetzt eine Trainerdiskussion

Ewald Lienen PK„St. Pauli startet bei Dynamo Dresden mit zwei robusten Fehlerketten – die offensive blieb regelmäßig an Dresdens Abwehr hängen, offenbarte wieder eklatante Abspielschwächen; die defensive Fehlerkette ließ Dresdens Spieler über St. Paulis linke Seite freundlich flanken und früh treffen.
In der zweiten Halbzeit wurden die Fehler weniger, St. Pauli stärker, aber nie zwingend.

#SGDFCSP 1:0

Bei so vielen einfachen Fehlern gewinnt Dresden sogar verdient 1:0 und beschert Ewald Lienen die dritte Niederlage in Folge; in jedem anderen Verein hätten wir jetzt eine Trainerdiskussion.“

Mein Kurzkommentar zur dritten Saisonniederlage für @zeitonline

Zu scheun, um wahr zu sein. #rblfcsp

Es ist das letzte Hochsommer-Wochenende, so zumindest sagen es die Wetterpropheten voraus. Und der FC St. Pauli reist mit 4.000 unserer Supporter nach Leipzig zum „Produkt“, wie es einige nennen. Die Hochbegabten des Ralf Rangnick, der ähnlich akribisch und planvoll an die Entwicklung seiner Vorstellung von Fußball heran geht, wie unser Cheftrainer Ewald Lienen, beginnen mit druckvollem Sommerfußball. Die Boys in Brown stehen unter Druck.

Willi, Andrea und ich sind an diesem Wochenende in die Gegenrichtung unterwegs, an die Ostsee. Als wir am Samstag Abend hinauf fahren, kommt und der Bus von Hannover 96 entgegen. Ich weiss nicht genau, ob das auch alles hochbegabte Spieler sind, die sich nun langsam von dem Ort ihrer Auswärtsniederlage entfernen. Gegen die Kicker von Schilksee.

Jolly Roger Hissfahne FC St. PauliAls ich am Sonntag Mittag mit Willi im Cockpit sitze, muss ich an diese Begegnung denken. „Ein Unentschieden wär schon toll“, fassen wir unsere Erwartungen zusammen, als wir das AFM Radio anrufen. „Zu scheun, um wahr zu sein. #rblfcsp“ weiterlesen

Rund Kap Hoorn kommt der Wind immer von voorn

Der FC St. Pauli wechselt alle vier Jahre die Liga, ist einem Bekannten die Tage aufgefallen: nach den vier Jahren Regionalliga-Hölle folgten vier Jahre Zweite Liga und der Abstieg aus der Ersten. Nach nun wieder vier Jahren zweite Bundesliga würde uns das Gesetz der Beinahe-Serie in die Dritte Liga zerren.

Da kann man mal sehen, gegen welche Schicksalsmacht die Boys in Brown ankämpfen. Tapfer, wie ich finde.

Nach Sören Gonther und Sebastian Maier traf es gegen Union Berlin nun Robin Himmelmann, mit seinem Verstolperer in der 89. Minute.

Nimmt man die Lautstärke der Trotzgesänge als Maßstab, dann wächst hier entgegen dem Hamburger Trend gerade ein Team zusammen, das sich trotzig und stoisch gegen die eigene Abschlussschwäche und das immanente Pech stemmt. Ein Team, bei dem es mir leicht fällt, You’ll Never Walk Alone zu singen. (Mit anzusehen, wie Matze Hain den Hool auf dem Feld niederrang, ist für mich das Highlight des Abends gewesen!)

St. Pauli Auswärtstickets via Fanladen bestellen

Fanladen St. Pauli auf Facebook

Projekte und Fanclubs können Auswärtstickets über den Fanladen St. Pauli bestellen. Hierfür bekommt der Fanladen für jedes Spiel ein Kontingent der Gästetickets zur Selbstverteilung vom FC St. Pauli.

Die Kriterien, nach denen die Tickets verteilt werden hat das Team vom Fanladen gerade erst auf Facebook wiederholt, weil es für beliebte und nahe Ziele (aktuell Union Berlin und eintracht Braunschweig) regelmäßig zu wenig Karten gibt: „St. Pauli Auswärtstickets via Fanladen bestellen“ weiterlesen

Verhoekt und zugenöth … #f95fcsp

Vorne verteidigen, schnell passen, den Überfliegern vom Rhein Paroli bieten; das alles ist euch gelungen.

Meine Szenen des Spiels: Ratsche tankt sich durch; Pass auf Alushi – fast – Nöthe auf Alushi – schöner Schuss; fast … Dann Einwechselung Verhoek, den ich ja immer mehr mag … Standard Daube, Tolle Flanke, Kopf Verhoek. Erster Ballkontakt; Tor; fast. Nu ja kann passieren. Zum Liebhaben seid ja ihr fast zu gut, glücklicherweise gibt es da die versehrten Momente; den zaudernden Nöthe, mal wieder, den unpräzisen Budemir, den starken aber stolpernden Ratsche und den gehandicapten Alushi, ach wenn ihr wüsstet, wie solche Spiele an eurer Legende feilen, ihr würdet singen im Mannschaftsbus!; well done Boys in Brown!

Ich bin heute Abend nur die Straße runter, zum Tutto Sports in Odense Ottensen, wo Kebbi italienischen Wein ausschenkt und ich mit Carsten quasi in einer Privatvorstellung den FCSP in DUS anfeuere; nu gewonnen haben wir nicht, aber eine Menge gelobt und gesungen – für euch meine Boys in Brown: tolles Spiel; Scheissergebnis.

Die Jungs aus der Zwischenzeit

Die goldene Ananas zu gewinnen, ist schwieriger, als gedacht; am Sonntag begleiteten die Boys in Brown den 1. FC Köln mut- und lustlos bei seiner Aufstiegsfeier im sonnigen Müngersdorf. Irgendwie wirkten die Jungs wie außer Phase, also nicht synchron mit unserem Raum-Zeit-Kontinuum, wie ich das aus den Star Trek TNG Folgen mit Lt. Worf und Deanna Troy erinnere. Nur waren die nie so anteilnahmslos, wenn ihnen die Bruchstücke der jüngsten Vergangenheit und eine gefährliche Zukunft durch die Beine wirbeln. „Die Jungs aus der Zwischenzeit“ weiterlesen

So spielt man Auswärts! (FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf 2:0)

Mit ein wenig Jetlag in den Knochen – lusitgerweise war ich gerade 36 Stunden über DUS nach Hause gereist – erwartete ich ein wenig, dass der FC St. Pauli so spielen würde, wie ich mich fühlte und wie immer wenn die Hamburger Presse sie in die 1. Liga schrieb und Funktionäre von „Gier“ sprechen. Aber es kam anders. Auch weil Düsseldorf keinen hässlichen Fussball mehr spielt. „So spielt man Auswärts! (FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf 2:0)“ weiterlesen

Bange machen gilt nicht, Vol. 2

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Nach dem 0:0 in Duisburg fällt mir die Bewertung schwer, hab ich das Spiel doch durch den Filter einer Kamera und live durch die Jungs vom AFM Webradio miterlebt. – Übrigens, immer wieder mehr als ein Ersatz fürs Selbersehen, Danke Wolf Schmidt und Co.! Wo bleibt da eigentlich die Ehrennadel? –

Nach dem Klarschiff in Strande, nebenan von Kiel, den Jolly Roger aufgehisst und mit Alsterwasser und Fischbrötchen ans Radio gesetzt. Wer von den Strander Sonntagsspaziergängern ein offenes Auge hatte, konnte mich dann mehrfach Ansetzen sehen, die Arme fertig zum Jubeln und dann zusammen krampfen, weil es wedder nicht klappen wollte.

O mei o Mio!
„Bange machen gilt nicht, Vol. 2“ weiterlesen

„Tor geht vor“

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„Ihr seid die geilsten Fans der Welt“, rief mir ein durchaus siegesseliger Bochumer zu, als er sah, dass wir neben und mit unserem Block die Boys in Brown feierten und ansangen.

Und soll ich euch was sagen, verdient hatten sie es! Lange lange war das Spiel auf der Kippe und Bochum musste alles aufbieten, was es hatte, um uns dort zu schlagen. Und so wenig Glück schlägt dann auf das Gemüt auswärts, wenn Schachter köpft, Lenny schiesst und Kringe dribbelt und Luthe alles hält. Alles!

So sang sich der Pott vielleicht gegen uns zum Saisonhighlight Klassenerhalt, und wir am Ende auch …

ps vielen Dank an Michael für die Karte, Dazke Sönke fürs Nachhausefahren! War eine tolle Tour von Berlin über HH nach Dortmund, Bochum und Duisburg.

Auswärtsspiel-Wetterbericht: Aalen am Sonntag

Der FC St. Pauli reist mit sehr leichtem Rückenwind nach Aalen, und auch tabellarisch herrschen nach den Herzschlag-Heimspielen gegen Köln und Frankfurt zumindest keine Minustemperaturen mehr.

So wie der FCSP in diesen Tagen sieht Wetter.com auch das Auswärtsfahrer Wetter für Aalen am Sonntag:

3, maximal 6* Celsius,
Schwacher Wind aus Nord und eine Regenwahrscheinlichkeit von 10%.

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Welcome to The Hell of Sandhausen

Wenn sich das herum spricht, wie einfach man unsere Magie gegen die Boys in Brown einsetzen kann, dann gute Nacht. Das war doch nur vordergründig und vielleicht auch zuerst doch als nette Geste gemeint, dass man da am Rande zum Wald „Hells Bells“ spielte. Das hat uns alle verwirrt, und die jungen Männer in unserer Elf so schluffig werden lassen, dass sie wohl dachten sie wären am Brummerskamp, kurz falsch ausgestiegen und die Jungs in weiß-schwarz aus Schnelsen.

Schnell hat der nette Herr Frontzeck mit seinem Silberbart sich so gefühlt, als wäre er der neue Fuchs vom Hardtwald, so hart trafen die Einschläge. Und die Sonne scheint dazu.

Nur nicht hinten im Gastraum mit Fernseher vom „Kick & Company“ in Altona, wo wir uns zunächst verwundert, dann vor Grausen die Augen rieben. Beim 4:0 sah ich dann auch nicht besonders gut aus und hatte doch schon lange auf Ironiemodus geschaltet. Eine Schutzmaßnahme aus 25 Jahren St. Pauli, die ich zugegebenermaßen lange nicht mehr einschalten musste. „Welcome to The Hell of Sandhausen“ weiterlesen

Hurrah, endlich wieder Underdog! #fcsp

Mehr als siebzig Minuten in Unterzahl, ein Tor vom Schiedsrichter aberkannt, gefighted, gebissen und gegrätscht, dass es eine Freude ist. Die Niederlage in Braunschweig ist genauso ungerecht, wie es schön ist, dass unsere Boys in Brown ihren Status als Underdogs wieder haben.

Fehlt nur noch das Präsidium, das sich endlich mal matschige Shorts holen sollte, immerhin hat man ja schon die Ansprüche herunter geschraubt.
Ich kann mit dieser Niederlage beim Tabellenführer gut leben, und bin besonders stolz auf unsere Jungs mit den lehmigen Oberschenkeln!

Berlinfahrerinnen

Als ich Altona verlasse scheint die Sonne fast warm, es sind gute sechs Grad Celsius, die sich auf dem Bahnsteig gut anfühlen. Ich blinzele in die Sonne und schaue mir die verfallenen Gleisanlagen in Altona an, die bald ein neuer Stadtteil sein werden.

Die meisten Stpaulianerinnen sind schon vor einer Stunde los. Ich fahre ihnen hinterher.
Am Hauptbahnhof steigen mir zwei weitere Mitfahrerinnen in das Abteil. Die Heizung brummt energisch Luft zu uns hinein. Wir passieren Hagenow Land, unterhalten uns über Fussball, Kultur und Australien, als mir auffällt, dass es immer düsterer wird. Nebel legt sich vor die Sonne, sie wärmt nicht mehr. Die Bäume tragen nur noch tiefbraune Blätter oder gar keine mehr. Hoffnungsloses Land. Mir wird kalt trotz meines Troyers.

Den Rest der Fahrt lese ich in einem Roman, in dem ein alter fetter Mann mit dem Fahrrad zu sich selbst und seiner toten Schwester fährt. Nebenbei höre ich das neue Album von Noiseaux.

„Ich bin a bayrisches Cowgirl“, ruft eine Gruppe Soldatinnen, als sie neben mir den Gang entlang stürmt, Notausgang Bordbistro.

Ich habe einen ebürtigen Wolfsburger kennen gelernt, meinen ersten. Und als ich rausschaue liegt hinter der Autobahnbrücke, die die Bahnstrecke kreuzt nur grau-nasse Wolle.

Nach Spandau entspanne ich mich, wie jedes Mal, wenn ich nach Berlin reise. Diffuse Ängste über das Stranden in Mecklen- oder Brandenburg treiben mich da wohl um, und verknoten etwas innen drin. Am Hauptbahnhof begrüßt mich Frl. Göttlich, sie holt nicht mich direkt ab, aber ich freue mich dennoch sehr. Das ist ein schönes Gefühl, wenn einen jemand am Bahnhof abholt.

Ich wohne im Berliner Westen, einen Steinwurf vom Ku’damm entfernt. Alte Bürgerlichkeit atmet diese Strasse, Geld und Dreck in selten harmonischer Symbiose, das ist für mich Westberlin. Gegen 18:00 mache ich mich zu Fuß auf den Weg zum Stadion. Vor dem Hotel Mondial steht der Mannschaftsbus, und wartet still. Die Spieler sind wohl noch an der Früchtebar. Ich geh dann schon mal vor, denke ich, und steige am Savignyplatz in die S75 zu, in der meine Bezugsgruppe sich mit mir treffen wollte. Keiner da, also schon, der Zugwaggon ist voll mit Stpaulianerinnen und Berlinerinnen, aber keine BZG.

Westkreuz hangele ich mich über den klammen Bahnsteig und treffe mit großem Hallo den Rest Supporterinnen. Man ist schnell am Olympiastadion als Gast. Fast angenehm die Ankunft, mit entspannten Bullen und Bier von Haake-Beck.

Das Stadion liegt dann genau vor uns, und bis zum Gästeblock sind es noch drei Personenkontrollen. Angekommen liegt diese Schüssel dann vor einem, der allgegenwärtige Nebel wabert um das Flutlicht, unseren Exverbündeten. Als das Spiel beginnt klebt alles irgendwie klamm zusammen, Gesänge wuchten sich gegen die Weite des Rundes und bleiben 10 Meter weiter einfach hängen. Alle auf dem Rasen bewegen sich in Schablonen, die nur ein Flitzer aufzubrechen ich der Lage ist, der sich unter unserem Ansporn, lange 70 Meter vor seinen Häschern absetzen kann.

Dann beginnt das, was Menschen wie Wolf genießen können, ein von taktischer Finesse geprägtes Spiel, bei dem sich beide Mannschaften gegenseitig kompakt verhaken, meist zwischen beiden Strafräumen, oder am Schluss mit Tschauni.

Zack, ist die 85. Minute da, inzwischen hat man sich ausgesungen und mit dem Unentschieden angefreundet, da bimmelt es doch noch und Hertha spielt seine Geheimwaffe aus, zum einen den längsten Industrietorjubel der Welt, gefühlte fünf Minuten Hurramusik, und zum anderen liefen die Berliner dann ewig gegen riesige Nebeltropfen, an denen sie sich den Tod wegholten, oder fast, und bis zur 92. Minute einfach liegen blieben.

Nach unserem dann sehr lauten Lob für die Boys in Brown, verließ ich schnell diesen Ort, um zu schlafen. Heute dann von Berlin aus nach Hause, einen Lübecker getroffen, der die eigene Stadtmannschaft nicht mag, wegen der schlimmen Leute da, und DJ DSL. Gespräche über Schalke, Stenger und Blockfahnen. Dann Altona. Im Nebel.

FC St. Pauli, und es gibt sie noch, die Magie

Als ich nach dem Spiel in Köln in den Bahnhof Altona einfahre, bin ich genauso ratlos, wie die Kollegen Momo und Kriemhild. Was hemmt denn da? Ist es das Schubertsche Korsett, das einen Kölner Nebensteher zu der Aussage hinriss: »Wenn der Schindler auf die Idee käme zu stürmen legt der Schubert den um«, so sehr war das zu spüren, dass da unsichtbare Seile an den Boys in Brown zogen, wenn sie spielen wollten, es aber doch nicht sollten?

Ist ja auch schwierig, so gegen ein ganzes Stadion, das sich ja wieder zu finden schien gestern Abend, so wie wir nach der Blockade im Spiel gegen Augsburg. Das war schon zu spüren, dieser Kölner Wille, gegen die sportliche Misere, aber auch das schlimme Image anzugehen. Mit rauh-herzlichen Fanbegegnungen und einer Verbrüderung der Rotweissen untereinander. Das war schon schwer dagegen anzusingen, und ehrlicherweise muss man sagen, gelang das nur phasenweise. Ist es da ein Wunder, dass es den Boys in Brown ebenso erging?

Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass sich der doofe eingebaute Anspruch, der ja gerade Köln ausmacht, sich nun auch bei uns findet. 0:0 gegen einen Bundesligaabsteiger bei ihm Zuhause? Das ist tatsächlich nicht Nichts, aber wie sich Marius Ebbers da aus der Affäre zog, auch nicht.

Und so plätschert dieses Spiel in das Gedächtnis, sportlich bleiben die Eindrücke von Magic Saglik und Fin, das Wusel, Bartels, die beide anscheinend taktisch frei bekommen haben, oder bei der letzten Taktikbesprechung noch schnell auf Klo. Denn das hat mich schon beeindruckt, wie energisch, flink und powerful die da über den Rasen in Müngersdorf gerast sind. Bartels auch noch die vielen Fehler von Kalla ausbügelnd. Toll.

Und es bleibt das Kölschtrinken auf der Wiese vor dem Marathon-Tor, durch das auch Stani eines Tages schreiten muss.

Und es bleibt die Frage, was das denn ist, St. Pauli. Ich wünsche mir auch eine Wiese vor dem Millerntor, zum toben und schnacken, zum hinlegen und träumen. Oder einen Garten in der Gegengeraden, der dann wild behütet über die Kanten wächst, den Beton begrabend. »Das wird teuer«, höre ich da Michael sagen, »dann werd schon mal kreativ, was die Finanzierung amgeht«.

Auf dem Bahnhof in Köln steht eine Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter und linst zu mir rüber. »Drehn sie sich doch bitte mal um«, sagt sie, und ich tue es. Sie lacht und sagt noch »siehst Du?« zu ihrer Tochter. Beide lachen mich an.

Als ich dann in den Altonaer Bahnhof einfahre, sehe ich die Leichen meiner eigenen Vergangenheit dort verfallen. Ein neuer Stadtteil soll da entstehen, und er wird sicher schick. Aber mit mir hat das wenig zu tun. Und wenn sich Kleine-Mädchen-Mütter sich weiter umdrehen sollen, und lachen, wenn sie meinen Jolly Roger sehen, dann muss auf die Gegengerade schnell Seelenhaftcreme aufgebracht werden. Und bis es soweit ist ein Museum, das wächst, und irgendwann einmal ein Garten ist. Oder ein Urwald meinetwegen.

… Und Du Michael, Dich beauftrage ich damit, Dir schonmal Gedanken zu machen, wie wir das finanzieren.