Distortion Sankt Pauli

Photo credit: Rusty Russ on Visualhunt.com / CC BY-NC-ND

Mein Volontär sprach mich heute darauf an, was rund um unseren FC St. Pauli passiert. Er fragte mich, ob ich auch glaubte, dass Markus Kauczinski für die Lethargie, von der Oke heute sprach, allein verantwortlich sei? Schuld an der „bleiernden Decke“, die das Team ummantelt, es daran hindert Spitzenfußball zu zeigen. „Nein Paul“, sagte ich, „das glaube ich nicht“.

Klassischer Sündenbock mit den Händen in der Tasche

Es ist ein gefährliches Spiel, das Oke da spielt. In den Sportredaktionen wird schon heute, einen Tag nach der Demission, die Frage nach der sportlichen Kompetenz dieses Präsdiums gestellt, im Abendblatt, der Mopo und vermutlich auch bei Bild.

Dabei setzt unser Präsidium, zusammen mit dem Aufichtsrat auf eine Karte: den Aufstieg diese Saison. Wie sonst kann man das Pardauz-Manöver mit dem Aufstiegskönig von St. Pauli, Jos Luhukay erklären? Nu muss er kommen der Aufstieg, sonst wäre das Durchziehen gegenüber Uwe Stöver sinnlos gewesen.

Oke sprach heute auf der Pressekonferenz von den Verdiensten der beiden, dass sie den FC St. Pauli durch eine schwere Saison und den Verein in „ein ruhiges tabellarisches Fahrwasser“ gebracht haben. Ja, was anderes hast Du denn erwartet in 18 Monaten? Platz sechs reicht also nicht aus, um den FC St. Pauli ambitioniert auf die nächste Entwicklungsstufe zu bringen? Puh. Da fällt mir Markus Spruch in unserem Podcast ein: „In Kauschi sehen wir uns selbst, den Verein, und das, was wir sehen, das gefällt uns nicht“. Anstatt aber die Störung, die dieses Bild verursacht anzunehmen, ambitionieren wir uns einfach weiter, wir machen, machen. Hauptsache der Spiegel antwortet uns wieder: Du bist die schönste im ganzen Land.

Oke möchte „alle störenden Nebengeräusche ausblenden und sich auf die Leistung auf dem Platz konzentrieren“, soso. Und welche Nebengeräusche hat Kauschi denn so veursacht? Waren „wir“ das nicht selbst, wie immer? Pyro, Kapuzen, Banner; Geschrei auf dem Boulevard, dem braunweissen und dem roten?

Das alles hat mit dem Trainer wenig zu tun, sondern mit dem Verein, uns Supportern und den Jungs auf dem Rasen. Da hakt es, wie kann da ein Mann allein Schuld dran sein? Nee, das kaufe ich nicht.

Und Oke, sorry, den Support der Fans des FCSP muss man sich nicht „erarbeiten“ – den gibt es freiwillig, wie Liebe sein muss, sonst ist sie keine.

Ich bin einigermaßen verstört von dieser PK. Ich bin ratlos, was das Präsidium dazu getrieben hat, diesen Schritt vor allem gegen den Sportchef zu gehen. Ich halte im Übrigen „Störungen“ – Distortions – für nützlich, für essentiell, um sich selbst zu erkennen.

Nu ist es so, wie es ist. Ich stehe, wie immer hinter Oke, vermute da auch internen Druck im Verein am Werk, ohne dafür Handfestes vorweisen zu können – ist eine Störung der Macht, wenn ihr so wollt 😉

Warum die Entlassung von Trainer und Sportchef ein fatales Signal ist. #fcsp

Der FC St. Pauli entlässt Cheftrainer und Sportchef

Padauz: Der FC St. Pauli entlässt Trainer und Sportchef

Die vermeintlichen Gesetze des Profifußballs haben zugeschlagen: der FC St. Pauli hat „die Reißleine“ gezogen, „auf den Negativtrend“ reagiert und „stellt die Weichen für die Zukunft“. Vor allem will man sicher im Rennen um einen potenziellen Aufstieg „frische Impulse“ setzen.

BINGO!

„Entlässt die Mannschaft jetzt die Trainer?“

M. heute Morgen am Telefon

Podcast Trailer: Rant von gestern

Bereits gestern diskutierte ich im Mopo Podcast die lauten Rufe nach Entlassung – und mein Problem damit:

Mein Problem, dass ich damit habe: schon bei Janssen hatte man das Gefühl, dass die Mannschaft den Trainer entlassen hat. Im Herbst kursierten die ernst zu nehmenden Gerüchte, dass die Boys in Brown, zumindest Teile davon, Kauczinsky loswerden wollten. Ein Plan B lag wohl schon damals vor, wie mir aus gut unterrichteten Kreisen berichtet wurde. Es kam anders: Kauschis Truppe siegte, immer last Minute, immer durch „neue“ Spieler, die entweder neu in den Kader oder aus einer Verletzung kamen. Die Etablierten, diejenigen, von denen man Führung und Energie erwarten konnte, Buchtmann, Flum und Co. versanken in einer Lethargie, die an Bocklosigkeit grenzte; so meine Wahrnehmung schon im Herbst.

Die Untrainierbaren

Nach der Winterpause stockte die Entwicklung, St. Pauli verlor, nicht nur das Derby auf bittere Weise, sondern auch seinen Drive, sein Wollen und seine Harmonie; selbst Marvin Knoll ließ sich vom der bleiernden Unlust anstecken, so scheint es mir jedenfalls.

Das Bild von den „Händen in der Hosentasche“ an der Seitenlinie beschädigte Kauczinsky nachhaltig. So nachhaltig, dass Präsidium und Aufsichtsrat nun „einfach machten“.

Retardierte Auswirkungen

Vorbei scheinen die Zeiten, in denen mein Präsidium stoisch an den eingeschlagenen Wegen festhielt, Handlung einem „Einfach mal machen“ vorzog. Welche Rolle der scheidende GF Rettig hier spielt, ist mir nicht ganz klar. Ich befürchte aber, er spielt eine wesentliche. Vielleicht auch, weil er vermeiden will, dass jemandem auffällt, dass er als „Interim-Sportchef“ ein gerüttetes Maß Verantwortung für diesen Kader trägt.

Ich befürchte, dass jeder neue Trainer und Sportchef nun mit einer enormen Hypothek seinen neuen Job antritt. Beim ersten Konflikt mit Buchtmann und Konsorten wird er auf eine Mannschaft treffen, die sich ihrer Macht bewusst ist. Das wäre fatal!

Immerhin: mit Jos Luhukay kommt ein toller Trainer, der schon lange auf Willis Wunschliste steht. Das klären wir in unserem Podcast heute Abend.

Kommentare oder Fragen, die wir erörtern sollen?

Andere Stimmen:

Warum ist das so? Was läuft da falsch im Team seit der Winterpause? Als Fan bekommt man vieles immer nur recht bruchstückhaft mit. Mehrere Aussagen in Boulevard-Medien passen aber durchaus ins Bild der letzten Wochen: Alex Meier ist anscheinend unzufrieden mit der Einstellung des restlichen Teams, Johannes Flum schlug nach dem Sandhausen-Spiel in die gleiche Kerbe und stellte die Charakterfrage an das Team. Es scheint also nicht zu passen im Team.

Tim im Millernton Blog

Klar zur Wende, FC St. Pauli

Aufkleber: Für immer und ewig Millerntor

Die Boys in Brown und ihre Anhänger haben ein Deja vu. Wie im Spätsommer 2018 erreicht die Spielfreude, das Selbstbewußtsein, das Gefüge FC St. Pauli einen sportlichen Tiefpunkt. Ausgerechnet und erwartet: gegen Erzgebirge Aue.

Mopo: „Hat St. Pauli ne Krise?
Markus Kauczinski: „Das könnt ihr euch aussuchen“

FC St. Pauli TV, Trainerrunde nach dem Spiel gegen Aue

Es folgt das Heimspiel gegen Ingolstadt, das im letzten Jahr die Wende brachte und den Verein mit weiteren glücklichen Wendungen, in Form von späten Toren, auf einen Aufstiegsplatz. Vorher war Markus Kauczinski vom Hamburger Boulevard an den Rand der Entlassung geschrieben worden, allen voran von der BILD-Zeitung. Und in der Tat, es gab wohl „einen Plan B“, wie mir gut unterrichtete Kreise später bestätigten. Wie oder wer dieser Plan B war – Spatzen pfiffen den Namen des amtierenden HSV-Trainers vom Dach der Domschänke – weiss ich nicht; am Ende brauchte ihn auch keiner.

So wie der FCSP auch heute keinen „Plan B“ braucht. Warum auch? Nur weil Redakteur Dierenga in der Zeitung mit den großen Buchstaben den Konjunktiv aufs Äußerste dehnt?

Wer erwartet, dass Kauschi gehen muss, nur weil „der Aufstieg“ gefährdet ist, hat St. Pauli nicht verstanden!

Nicht falsch verstehen: ich mag den Boulevard; eine mediale Kultur des Gespräches am Gartentor, wie es lange im Norden Usus war und sich auch in jedem Forum manifestiert, hat eine wichtige Funktion. Und auch das Auguren und das Verteilen rhetorischer Fragezeichen hat da seinen Platz. Wenn man sich aber den FC St. Pauli unter Oke Göttlich anschaut, sieht, was Uwe Stöver und Kauczinsky binnen Jahresfrist gemacht und geschafft haben, nämlich einen Verein, der tatsächlich nach dem 22. Spieltag auf dem – übrigens vom Präsidium ausgegebenen – 6. Platz steht, der rechnet nicht ernsthaft mit einer Demission.

Re.

Und so fühlt es sich für unsere Jungs auf dem Rasen sicher komisch an, dass im Umfeld Druck aufgebaut wird, sich der Tabellenplatz aber partout nicht so anfühlen will.

„Aue ist immer der Tiefpunkt der Saison“

Der junge Herr Dirk, Gegengerade

So startet der FC St. Pauli in eine Woche, die sich als gutes Omen nach dem „Tiefpunkt der Saison“ anfühlen darf. Mit Ingolstadt kommt ein Team, das sich gerade aus dem Keller puhlt, aber ohne nennenswerte magische Vorteile unser Millerntor besucht, wie noch ihre Vorgänger aus dem Erzgebirge.

Im Gegenteil, magisch scheinen wir gut aufgeladen, und nachdem ausgerechnet der Ersatzbusfahrer von Aue unsere Gegengerade in längst vergessene Wallungen brachte, sehe ich gute Chancen, dass sich unsere Jungs anstecken lassen und zur Wende gehen – der Lust verpflichtet und nicht dem Druck eines vermeintlichen Zieles, den der Zaunzausel der BILD vorgibt.

Ein schwuler Kicker beim FC St. Pauli: Ist der Kiezklub bereit für ein Coming Out?

Wie bereit ist der deutsche Fußball für das Normalste der Welt: einen schwulen Profikicker? Wie bereit ist der FC St. Pauli?
Diese immer wiederkehrende Frage wird dieser Tage wieder aktuell. Gerade hatte der Kinofilm „Mario“ Premiere, in dem greift Regisseur Marcel Gisler diese Thematik auf und schildert eindrucksvoll die Ängste und Probleme eines homosexuellen Profifußballers. Der FC St. Pauli, der ein Teil des Kinofilms ist, war am vergangenen Dienstag (2.10.) zur Deutschlandpremiere in Hamburg eingeladen. „Der Film hat die Kiezkicker auch mehrere Tage nach der Vorstellung noch intensiv beschäftigt“, schreibt der Kiezklub auf seiner Homepage und liefert ein beeindruckend erwachsenes Interview mit Mats Møller-Dæhli dazu.
Der norwegische Nationalspieler hat eine sehr differenzierte Sicht auf Homophobie und markiert instinktsicher das Kernfeld der Diskussion: die Kabine und das Stadion:

„Es liegt … an uns Spielern, ein geschütztes Umfeld in der Kabine zu schaffen. Die Kabine ist der Ort, wo du dich als Fußballer die meiste Zeit aufhältst. Dort muss man sich wohlfühlen, dort muss ein gesundes Klima herrschen. In vielen Kabinen auf dieser Welt gibt es dahingehend großen Nachholbedarf.“ – das ganze Interview lest ihr hier …

Ist der FC St. Pauli wirklich auf ein Coming-out vorbereitet?

Ewald Lienen hat sich vor einem Jahr beim jährlich stattfindenden Startschuss Fußball-Turnier für queere Fußballer über ein mögliches Coming-out eines Spielers geäußert, dort fiel auch unten zitierter Satz, der nun wieder überall zitiert wird.

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„Ein schwuler Spieler wäre bei uns der Star“, Ewald Lienen

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Podcast-Trailer zum Thema „Homophobie“ und „Coming-out“


Grundsätzlich, so Lienen, sei noch ein weiter Weg im Fußball zu gehen, bis Diskriminierungsfreiheit herrsche, so lese ich die Zitate, die ich in der Mopo, der FAZ und dem Hamburger Abendblatt finde.
Ich frage mich: Ist der FC St. Pauli denn überhaupt vorbereitet darauf, ein Coming-out beispielsweise eines Jugendspielers im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zu begleiten? Wie sehen da konkret die Prozesse aus? Wer ist Ansprechpartner dieses Jungen? Ewald, Du? „Ein schwuler Kicker beim FC St. Pauli: Ist der Kiezklub bereit für ein Coming Out?“ weiterlesen

Marvin Knoll: St. Paulis neuer Posterboy

Marvin Knoll war lange der einzige echte Neuzugang beim FC St. Pauli. Er ersetzt den von dannen gezogenen Lasse Sobiech. Dabei fühlt es sich als St. Paulianer nach zwei Saisonspielen und einem Heimsieg nicht so an, als müsste sich da einer erst akklimatisieren, im Gegenteil: Marvin Knoll passt so gut zu St. Pauli, dass es so wirkt, als sei er schon ewig ein Kiezkicker.

Marvin Knoll, FC St. Pauli. Foto: FC St. Pauli
Marvin Knoll, FC St. Pauli. Foto: Anne Kunze, FC St. Pauli

Schanzen-Hipster mit Schnauze

Knoll ist großflächig tätowiert und trägt einen Hipsterbart. Mit diesem Outfit passt er wie gemalt in die portugiesischen Cafés am Schulterblatt.

Man möchte meinen, er sei dem aktuellen FCSP-Katalog entstiegen, dabei kann der Mann nicht nur gut aussehen; er spielt auch noch einen energischen Fußball.

Mach ihn rein für den Verein

Ich habe Union Berlin lange für ihren Torsten Mattuschka beneidet. Nicht um den Personenkult, sondern um die Fähigkeit, durch einen Spieler mit einer bestimmten Begabung, Spiele entscheiden zu können: den Freistoß.

Wie einst Mattuschka hat Marvin Knoll schon im ersten Spiel gegen Magedburg sein außergewöhnliches Talent aufblitzen lassen. Diesmal nur für die Boys in Brown.

„Die Mauer war zu gut gestellt, die Abwehrspieler zu groß, da habe ich mich für die Torwartecke entschieden“

Marvin Knoll – sinngemäß – über sein Freistoßtor gegen Magdeburg

Wann hatten wir zuletzt einen Spieler, der überlegt einen Freistoß versenkt und danach die Fanöffentlichkeit an seinen fachmännischen Überlegungen teilhaben lässt, und Menschen wie ich ihn auch verstehen?

Wer ist denn eure Nummer 5?

Beim Heimsieg gegen Darmstadt fiel nicht nur mir auf, dass sich unsere neue Nummer 5 auf dem Platz so benahm, als sei er längst Teil der Mannschaft; nein, nicht nur das, als sei er einer ihrer Anführer.

Mein Nebenmann, gerade aus Frankfurt auf den Kiez gezogen, pfiff anerkennend mit den Zähnen und lobte die Präsenz und Autorität, die Knoll unserem Aufbauspiel verlieh.

Marvin Knoll, FC St. Pauli - Basketball
Marvin Knoll, FC St. Pauli – Basketball – Foto: Anne Kunze, FC St. Pauli

Knoll könnte so zum neuen Gesicht einer Mannschaft werden, die sich auf den ersten Blick kaum verändert hat, auf den zweiten aber wie ausgewechselt wirkt.

Gerade veröffentlichte der FC St. Pauli eine Fotoserie mit Marvin Knoll auf Facebook. Und ich vermute, das ist nur der Auftakt; der FCSP stellt seinen Mittelfeldspieler ins Schaufenster.

„Eigentlich zu schön, um wahr zu sein“, nörgelt mein Bauch, wie immer, wenn es zu gut zu laufen scheint. „Warum nicht?, genieß es doch.“, rät mein Herz dagegen. Ich neige dazu ihm nachzugeben 🙂

Nein, holt nicht Stani zurück!


Ich wache immer wieder schweißgebadet auf, zuletzt habe ich in Erinnerung, dass mich Al Jarreau zur Seite nimmt und mir sagt, »dass ein Comeback nie die beste Idee ist«.
Dann schaue ich mich in meinem Traum um und merke, dass sich alle ausser mir sehr freuen, einer rennt sogar nackt über die Reeperbahn vor lauter Übermut. Nur ich sitze da in meinem Traum und fange an still zu schreien.
Ich habe immer wieder dieselben Albträume, regelmäßig wenn ein Trainer des FC St. Pauli unter Druck gerät oder gehen muss. Es dauert dann keine Schamsekunde, da kommt vielen St. Paulianern der Name Holger Stanislawski in den Sinn. „Stani komm zurück“, ist dann der Fanruf der Woche und manchmal auch in einer kleinen Hamburger Boulevardzeitung zu lesen.
Die Rufe verhallten auch nicht, als Olaf Janssen im zweiten Halbjahr 2017 versuchte, aus einer talentierten Truppe ein Team zu formen. Olaf beendete die Hinserie so angeschlagen, dass schon Kleinigkeiten, wie seine Ankündigung „nun einen Neustart zu versuchen und alles in Frage zu stellen“ bei mir Insomnia auslösten – aus Angst, dass der Traum wieder losgeht. Nun steht Markus Kauczinski, sein Nachfolger, nach sieben Spielen ohne Sieg auf dem Prüfstand. Und die Träume kommen wieder.

„Wir sind in der Warteschleife“, André Trulsen

„Wir sind in der Warteschleife“, hatte André Trulsen in einer ähnlichen Situation über Holger Stanislawski und ihn einmal gesagt und bei mir sofort Albdruck ausgelöst. Ich träumte, dass ich Pressekonferenzen organisieren musste (im Traum war das alles ganz logisch, dass ich das tat), in denen Stani „dem einen oder anderen“ vorwarf, hinterrücks ihn und seine – also unsere – Boys in Brown infrage zu stellen und davon sprach, dass man sich nun endlich mal „belohnen“ solle.
Vor ihm stand ein riesiger „Reset-Knopf“ auf den unser ehemaliger Team-Manager Christian Bönig die ganze Zeit wütend einschlug.
Seit dem vergangenen Wochenende, beim „Tiefpunkt-Spiel“ gegen den SSV Jahn Regensburg, fragt mein Nebensteher Willi mich, „wer denn jetzt den Supermarkt übernimmt, wenn Stani wieder bei uns ist“?
Mir wird kurz schwarz vor Augen, und ich komme ich erst wieder zu mir, als Al Jarreau mir einige Schnipsel Konfetti aus dem Haar streicht und leise spricht: „Das ist keine gute Idee, Erik“.

Wo ist Ewald Lienen?

Aufkleber: Fick Dich 3. Liga
Aufkleber: Fick Dich 3. Liga

In der Krise fallen die großen Drei des Kiezklubs, Oke Göttlich, Andreas Rettig und Ewald Lienen vor allem durch eines auf: durch ihr Schweigen.
Dabei wäre es an der Zeit, dass sich die drei Top-Manager des Klubs zu Wort melden. Allein schon, damit nicht der Eindruck entsteht, dass man die beiden Neulinge, Markus Kauczinski und Uwe Stöver mit der hausgemachten Misere im Regen stehen lässt. „Wo ist Ewald Lienen?“ weiterlesen

Die Untrainierbaren


Das dritte Mal in Folge vier Jahren starrt der FC St. Pauli und sein Anhang in den Schlund der Dritten Liga. Das Abstiegsgespenst könnte sich langsam mal eine Loge buchen, dann hätten wir wenigstens was davon.
Aber wie konnte es (wieder!) soweit kommen?
An den handelnden Sportleitern liegt es wohl kaum, die sind nämlich in den letzten drei Jahren alle mindestens einmal ausgetauscht worden.
Vielleicht ist ja so einfach, und es liegt an der Mannschaft? „Die Untrainierbaren“ weiterlesen

Willkommen am Millerntor, Markus Kauczinski

Markus Kauczinski ist neuer Cheftrainer des FC St. Pauli

Manchmal geht das unglaublich schnell. „Oje, sie haben auf uns gehört“, schrieb mir Markus heute am frühen Morgen per Whatsapp. Der FC St. Pauli greift das erste Mal in der Ära Göttlich nicht zum Mittel der Rochade und entlässt den Boyscoach Olaf Janssen nach zwei heftigen Klatschen gegen Fürth und Bielefeld.
Für mich klingt das nach Meuterei – und da man heutzutage meuternde Profifußballer nicht mehr einfach kielholen darf, geht in der Regel der Trainer über die Planke. Das war bisher beim FCSP anders; heute haben auch hier die Gesetze des Profifußballs gewirkt. Olaf ist eben nicht Ewald – und emotional geht es bei uns eben auch immer zu.

„Es ist für uns eine sehr schwere Entscheidung, weil sich Olaf Janßen in seiner Zeit beim FC St. Pauli Verdienste erworben hat und von allen im Verein für seine Qualitäten im fachlichen und menschlichem Bereich geschätzt wird. Allerdings haben die Ergebnisse der letzten beiden Wochen in uns die Entscheidung reifen lassen, dass uns die Überzeugung fehlt, mit Olaf Janßen kurzfristig den Abwärtstrend zu stoppen“, erklärte Präsident Oke Göttlich die Entscheidung.

Ich bin mir einigermaßen sicher, dass sich das Präsidium und der Aufsichtsrat diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat; ich vermute, dass auch diese, schnelle gut durchdacht ist. Bisher war das so.
Und wenn man Zweifel an Janssen hatte, dann lieber ein neuer Trainer, der zwei Heimspiele Zeit hat seine neue Mannschaft in Action zu sehen als nur im Trainingslager. Also dann auf ein Neues: Farwell Olaf, Herzlich Willkommen am Millerntor, Markus.

Der FC St. Pauli hat einen neuen Cheftrainer.

Markus Kauczinski tritt die Nachfolge des am Mittwoch freigestellten Olaf Janßen an und wird die Mannschaft bereits am Donnerstagvormittag erstmals trainieren. Der 47-Jährige arbeitete zuletzt in der Bundesliga beim FC Ingolstadt und davor beim Karlsruher Sport Club. Der gebürtige Gelsenkirchener erhält bei den Braun-Weißen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019.

„Mit Markus Kauczinski haben wir einen absoluten Fachmann und Kenner der 2. Bundesliga verpflichten können. Er hat bereits während seiner Zeit in Karlsruhe gezeigt, dass er sich mit schwierigen Situationen auskennt. Wir sind überzeugt davon, mit ihm die Trendwende zu schaffen“, erklärte Sportchef Uwe Stöver.

 

„Als die Anfrage kam, musste ich nicht lange überlegen. Der FC St. Pauli ist ein Verein mit toller Perspektive und herausragenden Fans. Trotz der schwierigen Situation bin ich überzeugt, dass die Mannschaft über das Potential verfügt, um erfolgreich mit ihr arbeiten zu können“, sagte der neue Cheftrainer der Braun-Weißen Markus Kauczinski.

Neben Markus Kauczinski kommt auch Patrick Westermann als Co-Trainer neu ins Trainerteam. Der 36-Jährige hatte schon in Karlsruhe und Ingolstadt mit dem neuen Cheftrainer der Kiezkicker zusammengearbeitet.

 

Scheissen für St. Pauli: Ausscheidungskampf mit viel Ballaststoffen

„Griff ins Klo“ – Foto: https://visualhunt.com/p/gabor-monori/

„Wir haben einen Ausscheidungskampf ausgerufen“, Olaf Janßen nach der 0:5 Klatsche in Bielefeld

Ich war heute mit Markus auf dem Ottenser Markt Mittagessen. Selbstverständlich kamen wir auch auf das Spiel am Freitag zu sprechen und unsere Ratlosigkeit, was wir denn von der Orientierungslosigkeit unserer Mannschaft halten sollen. Dabei besprachen wir auch oben stehendes Zitat: „Was soll denn das heißen „Ausscheidungskampf?“, fragte mich Markus. Mir fiel nichts Gescheites dazu ein, also antwortete ich: „Scheissen für St. Pauli“ – und da gings los. „Scheissen für St. Pauli: Ausscheidungskampf mit viel Ballaststoffen“ weiterlesen

Das stille aber wuchtige Comeback des Christopher Aveveor

English: Christopher Avenor as Player by FC St. Pauli – Deutsch: Christopher Avenor als Spieler vom FC St. Pauli
Date: 1 September 2012
Author: Northside

Avevor und St. Pauli: eine tragisch-schöne Heldengeschichte

Ich mag ja gebrochene Helden und ihre Geschichten. Die von unserem Verteidiger Christopher Avevor ist so eine – und es sieht so aus, als hätte sie ein Happy End.
Nach seinem ersten Engagement beim FC St. Pauli, 2012-2013, bei dem er einen kraftvollen Eindruck auf der Seitenbahn hinterließ, und auch in Düsseldorf eine sehr gute letzte Saison spielte, waren meine Hoffnungen, dass er sich bei bei seiner Rückkehr 2016 bei den Boys in Brown schnell durchsetzen könnte, sehr hoch. Doch diese Hoffnung, von der ich annehme, dass sie auch seine war, zerschlug sich schnell.

Die tragische Rückkehr

Wenn die katastrophale Hinrunde der letzten Saison einen besonders tragischen Verlierer hatte, dann war es wohl Avevor. Tiefpunkt scheint mir das Spiel in Würzburg gewesen zu sein, wo er vor dem spielentscheidenden Gegentor eine Kopfnuss bekam und fortan angeknockt über den Platz schlich. Später kam er dann in Begleitung eines Würzburger Funktionärs allein aus unserer Kabine und wurde mir quasi auf die Schulter gelegt. Im klammen Herbstniesel habe ich ihn dann in den Bus getragen, wo er dann allein und mit Kopfweh auf seine Sportskameraden wartete.

Ein wackeliges Comeback

„Wenn Avevor am Ball ist, krieg ich immer Herzrasen“, sagt W. jedes Mal, wenn Christopher am Ball ist. Und ich muss gestehen, das geht mir auch oft so. Es gibt wohl nicht viele Spieler, an denen auf der Tribüne so viel herum gekrittelt wird, wie an unserem wuchtigen Innenverteidiger.
Das mag auch daran liegen, dass seine Fehler und kuriosen Slapstick-Einlagen, bei denen er sich selbst anschießt und so unfreiwillig dem Gegner vorlegt, so weit hinten passieren und dann immer gleich brandgefährlich werden.

Stammplatz trotz kurioser Slapstick-Einlagen

Trainer Janßen hat Avevor dann in dieser Hinrunde alles Vertrauen geschenkt, das er aufzubringen vermochte und dieser hat – befeuert durch die Verletzung von Lasse Sobiech und den Langzeitausfall von Ziere – es angenommen und ist inzwischen zu einem der Garanten des Traumstarts diese Saison hinauf gewachsen.

Herbst 2017: Aveveor der Zweikampfmeiser

Neben seinem hervorragenden Stellungsspiel, gewinnt Christopher Avevor 71% seiner Zweikämpfe. Das ist der beste Wert der aktuellen Zweitligasaison. Wow: das war meine Reaktion, als ich dies beim Kicker las gestern. Und ich habe mich sehr, sehr gefreut!

Saisonausblick 2017/18: "Scheisse, wir sind Aufstiegsaspirant"

Photo credit: *m22 via VisualHunt / CC BY-NC-SA

„Read my lips“, sagt mir I. am Telefon, „wir steigen dieses Jahr auf“. Puh, denke ich, da war sie wieder, diese Euphorie, die sich am Anfang einer Saison immer einstellt. Genährt durch die beste Rückrunde aller Zeiten und den Umstand, dass der Kader eben dieser Rückrunde zusammen geblieben und fit ist.
Na gut. Aber so einfach wird es nicht.
Wie jedes Jahr, bittet der Übersteiger zum Tanz um die Glaskugel und auch ich werde dieses Jahr wieder von meinem Bloggersessel aus teilnehmen (letztes Mal lag ich ja sowas von richtig ;).
Ich prophezeie, dass dieser Ligadurchlauf noch ausgeglichener wird, als die letzten Jahre schon. Ich sehe dieses Jahr keine zwei Durchmarschierer, keine klaren Abstiegskandidaten. Das bedeutet, dass sich noch wenige Wochen vor Ende der Saison viele Mannschaften Chancen nach oben und Horrorszenarien nach unten ausrechnen können. Der FCSP wird lange oben – vielleicht sogar ganz oben mitspielen. Allerdings, so lese ich es in der Kugel, werden sie kurz vor Ultimo Bammel bekommen. Galoppierende Angst vor der eigenen Courage; „Aufstiegsangst“ habe ich das einmal genannt.

Die Saison 2017/18 des FC St. Pauli in der Glaskugel

  1. Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?
  2. Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?
  3. Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?
  4. Braunschweig, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?
  5. Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?
  6. Wie viele Tore schießen Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz insgesamt in der Liga?
  7. Welchen Platz belegen die 1.Frauen in der Regionalliga Nord?

„Saisonausblick 2017/18: "Scheisse, wir sind Aufstiegsaspirant"“ weiterlesen

Generalprobe mißlungen – wo steht St.Pauli vor dem Rückrundenstart?

 

War Sotogrande erfolgreich?,

Die Wintervorbereitung ist vorbei, die Testspiele gespielt und die Boys in Brown auf dem Heimweg. Aber war das Trainingslager jetzt erfolgreich?
Ich meine jein:

  • Die Generalprobe gegen Zürich und Kiew ging verloren
  • Die Verletzten Robin Himmelmann und Christopher Buchtmann konnten am Ende 90 Minuten durchspielen
  • Ziere ist immer noch verletzt/krank
  • Testspiele sind Testspiele – was zählt ist der nächste Gegner

Nächstes Ziel: Die Rückrundenpremiere gegen den VfB Stuttgart am kommenden Sonnabend erfolgreich gestalten.

Kurzkommentar in der Elbervertiefung von ZEIT Online:

»Der FC St. Pauli verliert seine beiden letzten Tests im spanischen Trainingslager, kann aber trotzdem mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden sein. Am Sonnabend gab es gegen den FC Zürich und den Champions-League-Teilnehmer Dynamo Kiew eine knappe (0:2 in der Nachspielzeit) und eine deutliche Niederlage (1:3), trotzdem überwiegen die postiven Eindrücke aus Sotogrande. Robin Himmelmann und Christopher Buchtmann konnten nach ihren Verletzungen 90 Minuten durchspielen: Comeback also doppelt geglückt. Außerdem gilt auch auf St. Pauli die Regel, dass nach einer durchwachsenen Generalprobe eine fulminante Premiere folgt. Einem guten Spiel gegen den VfB Stuttgart am nächsten Sonntag (13.30 Uhr am Millerntor) steht also nichts im Wege.«

Zuerst erschienen im Newsletter für Hamburg von ZEIT Online: Elbvertiefung

Der spanische Winter ist mild

»Beim FC St. Pauli freut man sich über die kleinen Schritte: Im frühlingshaften Andalusien, wo die Kiezkicker ihr Wintertrainingslager aufgeschlagen haben, siegte man am Sonnabend gleich doppelt, gegen einen chinesischen Erstligisten (deutlich 6:2) und erkämpfte sich gegen den Schweizer Meister FC Basel den zweiten Sieg des Tages (2:1 nach einer kämpferischen Aufholjagd).

Ewald Lienen ist froh, dass alle gesund sind und er endlich die geforderte Aggressivität in seinem Team spürt.

Kommenden Samstag gibt’s den letzten echten Testlauf im spanischen Winter gegen Zürich und Kiew.«

Zuerst erschienen in der „Elbvertiefung“ für ZEIT Online

Die unerfüllbare Sehnsucht nach Deniz Naki

Der Auftritt der Boys in Brown in Leipzig war nicht ganz so schlimm, wie der zuhause gegen Heidenheim, trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass sich große Teile der Mannschaft innerlich vom FC St. Pauli verabschieden. Die einen schmollen ihrem unverstandenen Talent hinterher, so scheint es, andere, so ist zu befürchten, misstrauen bereits dieser merkwürdigen Umgebung, die wir unser Zuhause nennen, so sehr, dass sie sich anderswo hinwünschen – zu einem Verein vielleicht, in dem es „normaler“ zugeht. In einer Krise, in der man dies spürt, wächst der Wunsch in irreale Höhen, die Zeit zurückzudrehen. Zurück an einen Zeitpunkt, als die Spieler im November auch nicht besser, die Bindung zur Mannschaft aber immer präsent war.
Der Umbruch in der Mannschaft ist missglückt, das kann man wohl heute sagen. Eine Einbindung von Ebbers und Bruns bspw. als Stand-by Profis wäre vielleicht nützlich gewesen – Ebbers wollte man nicht, und Flo wollte dann doch lieber nach Bremen, wie man hört. Nun drängelt sich unser einstiges Sorgenkind Deniz Naki via Facebook und engagiertem Abschiedsspiel in diese Sehnsucht hinein und zieht das ratlose Suchen auf sich. Der Kopf weigert sich, dem nachzugeben, aber das Herz jammert immer lauter – „ist das denn eine so abwegige Idee?“

Aber wie könnte denn eine Re-Integration von Deniz in seinen Heimatverein funktionieren?
Die wichtigste Frage kann nur Naki selbst beantworten: nämlich ob er auf Teile des Status und Gehalt eines Profis verzichten würde. Ohne unsere verbleibenden Boys in Brown tödlich zu brüskieren -oder Sportchef Azzouzi- geht das nur über die U23. Wenn sich Boller seinem Schützling wieder annehmen würde (auch eine Reife-Entscheidung für Fabian Boll!), dann könnte es klappen. Mit einem Optionsvertrag bis Sommer ausgestattet könnte Deniz Naki aus der zweiten Mannschaft sich herauf rappeln und die verstörten Jungtalente mitziehen in einen sportlichen Frühling.
Deniz Naki Abschied vom Millerntor
Lasst mich, ich träume.

Zänk You Nöthe!

Das ist für St. Paulianische Verhältnisse ja schon sowas, wie eine Serie: zwei Spiele unter Vrabec und zwei Siege. Zu Null!
Toll. Und dass Chrissy Nöthe nach dieser Ballannahme und diesem Herzkasper-Dribbling die Pille noch reinschnippst hat das Kick & Company zu Beben gebracht. Und dafür ist es wahrlich nicht bekannt. 😉
Ab jetzt alles auf Nöthe, dachte ich, und dass es ein Fehler war, ihn gegen Gregoritsch auszuwechseln. Oder hatte der Mann sich verletzt?, aus der Puste gerannt? Ist ja auffällig, wie stabil das Mittelfeld mit den Jungs mit den bunten Schuhen, Ratsche, Buchti und Nöthe im Zusammenspiel mit Flo Kringe geworden ist. Ob Kringe da an die Entwicklung in Dortmund denkt, wenn er Vrabec bei der Arbeit sieht? Lauf, Kringe, lauf 😉 „Zänk You Nöthe!“ weiterlesen

St. Pauli Werdung

Wann war eigentlich der Moment, in dem aus Ralph Gunesch, dem talentierten Profifußballer, „Felgen-Ralle“ wurde? Wann wurde aus dem Schwaben Florian Lechner, „Lelle“, dem wir Fans ein Abschiedsspiel-Fest feierten, das kein Vorbild hatte? Sicher, jeder von uns hat die Momente, die man bemühen kann, wann dieser Spieler von einer festen sportlichen Größe zu einem Teil der Magie wurde.
28.3. Rostock versenken!
Darüber habe ich heute Mittag mit zwei St. Paulianern gesprochen. Bei Penne mit Ragout, im benachbarten Altona, und mit der Frage, ob und wie das bei den aktuellen Boys in Brown wohl vonstatten geht. Über das Hadern, wegen der unsäglichen Pfeife des Herrn Gräfe am Montag und das Jammern über Fin Bartels Verletzung, kam mein Gegenüber auf eben diesen famosen kleinen Mittelfeld-Jochen zu sprechen. Dass er wohl an der Schwelle steht, zum Urgestein, und dass ihm wohl derzeit das kongeniale Pendant fehlt, und ob das schon soweit sei, ob er soweit sei, an der Werdung zum St. Paulianischen Urgestein. Ich muss dann ein wenig doof geschaut haben, und tatsächlich habe ich das wohl auch, denn gerade Fin Bartels ist es für mich schon lange. Genauer, er ist wohl der einzige St. Pauli Spieler, der schon seine „St. Pauli-Werdung“ vollzogen haben könnte, als er noch bei Hansa Rostock spielte. „St. Pauli Werdung“ weiterlesen

Die Richtigen

Es ist der richtige Ort (Millerntor), die richtige Zeit (Montag Abend, Flutlicht Spiel) und es sind die richtigen Personen (Boys in Brown).
Nach dem desaströsen Spiel in Sandhaufen Sandhausen schlagen die Wellen des Frustes hoch. Nicht nur bei den „Erfolgsfans“, also den Verrückten, die wegen des gepflegten Fußballs zu St. Pauli halten, sondern auch bei „Kulturfußballern“, wie Momo, die erkennen wollen, dass sich überbezogener Anspruch und billige Rhetorik, vornehmlich unseres Präsidiums, nun auch auf Wesen und Atmosphäre des Teams auswirken. „Die Richtigen“ weiterlesen