FC St. Pauli Album – der Legenden-Schmöker

st-pauli-buch-albumDer FC St. Pauli hat in seiner Fanschaft viele Autoren, die ihn regelmäßig mit Kompendien versorgen, zuletzt erschienen zum 100. Geburtstag aufwendig recherchierte und dem Anlass angemessene Wälzer, die die ereignisreiche und titelarme Geschichte des Kiezklubs von diversen Seiten beleuchten.

Das neue Buch von Christoph Nagel ist anders. Es ist kein herkömmliches Nachschlagewerk geworden, sondern eine bunte Collage. In einer heiter-punkigen Aufmachung reihen sich auf über 150 Seiten Anekdoten, Zitate und Fun-Facts zu einem Buch, in das man gerne immer wieder hinein sieht. Dabei spielt es beinahe keine Rolle, an welcher Stelle man das Buch aufschlägt, sofort ziehen die ehemaligen Helden in braun-weiss und ihre Geschichten mich zu heiteren, ernsten und kuriosen Momenten zurück. Die vielen hundert Schnipsel von Legenden wie Volker Ippig, Stani, Ralle Gunesch, Dirk Zander, von Millerntoristas wie Rainer Wulff und dem Millerntor selbst, die der Autor mühselig zusammen gesammelt hat, reihen sich beim Lesen in die eigenen Erlebnisse und erzeugen einfach ein wohlig melancholisches Fangefühl.

„Für viele von uns war St. Pauli ein Glücksfall. Für mich natürlich auch“, Ralle Gunesch.

Vielleicht konnte so ein Album über den FC St. Pauli auch nur einer schreiben, der seit Jahren wie besessen Spuren und Artefakte rund um den FC St. Pauli zusammen trägt – unter anderem als Mitgründer und Vorstand des Museumsvereins. Dem 1910 e.V. fließen übrigens auch die Einnahmen zu – wer also ein Buch fürs immer wieder zur Hand nehmen sucht, dem es nicht zu peinlich ist, im Zug oder im Flugzeug unwillkürlich laut zu lachen, dem kann ich dieses Buch herzlich empfehlen.

Fabian Boll – 75 Minuten Interview und Lesung

Fabian Boll, FC St. Pauli – Foto: wikicommons, Northside

Fabian Boll ist ein St. Paulianisches Phänomen. Sportlich, wie menschlich. Kein Wunder, dass er zum einzigen Fußballprofi taugt, der vor Beenden seiner Karriere eine Biografie geschrieben bekommt. Hermann Schmidt, Print-Blogger und bekennender Fanboy unseres Sechsers hat eine Biografie geschrieben, die nicht nur für eingefleischte Boll-Fans als Weihnachtsgeschenk taugt.

Ich mag Hermanns Bücher ja so gerne, weil sie in einer unaufgeregten, aber engagierten, sehr persönlichen Art die Ereignisse rund um den FC St. Pauli beschreiben, die ich auch erlebe. Denen ich zustimmen, die ich anders erinnern, oder die ich anders gesehen habe. Immer aus seiner Sicht geschrieben bisher, wechselt Hermann nun die Perspektive und betrachtet unseren magischen Club mit Fabian Bolls Augen. Ab und zu, vor allem zum Ende des Buches, wechselt er wieder zurück und nimmt sich die letzten beiden, turbulenten Spielzeiten vor, André Schubert, Deniz Naki und das Präsidium. Da ist dann Fabian Boll eher Umwelt als Protagonist, was diesem Buch aber gut tut, dokumentiert es doch die Lebendigkeit, die am Millerntor herrscht – und die vielen Perspektiven, die es auf unseren Verein gibt.

Gestern nun hat die BUCHVORSTELLUNG FABIAN BOLL DAS HERZ VON ST. PAULI am 5.11.2012 in der Buchhandlung Cohen+Dobernigg stattgefunden. Und es hat sich gelohnt hinzugehen. Fabian Boll und Hermann Schmidt ergänzen sich perfekt, pointieren Vereinspolitik und erzählen von auf dem PLatz, dass die gute Stunde Lesung im Fluge vorbei ging. „Fabian Boll – 75 Minuten Interview und Lesung“ weiterlesen

MILLERNTOR – Das Fotobuch

Susanne Katzenberg kann man getrost als eine der Haus- und Hof-Fotografinnen des FC St. Pauli bezeichnen. Ich mag ihre Fotos sehr. Vor allem beim Abschied und Abriss meiner geliebten Haupt blieben ihre Bilder tief im Herzen stecken. Das hat sie nun für die Gegengerade – Hells Bells habe sie selig – auch getan, das Einfangen von Seele, von Patina und getrockneter Leidenschaft. So, wie das nur jemand fotografieren kann, der es fühlt. „MILLERNTOR – Das Fotobuch“ weiterlesen

Cover Foto: FC St. Pauli - Alles drin: Der Verein und sein Viertel [Kindle Edition]

FC St. Pauli – Alles Drin: „1951: Platzsturm gegen Victoria“ – Bonus-Text

Gestern ist leider vorbei. Wer also noch kein Exemplar des Buches „FC St. Pauli: Alles Drin“ von Michael Pahl und Christoph Nagel zuhause stehen oder gestern gratis heruntergeladen hat, der muss es wohl oder übel noch kaufen. Als Trostpflaster und zum Warmlesen sei der folgende Text verstanden …
(mit freundlicher Genehmigung …)

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1951: Platzsturm gegen Victoria
==================== „FC St. Pauli – Alles Drin: „1951: Platzsturm gegen Victoria“ – Bonus-Text“ weiterlesen

Herrmann Schmidt: Der analoge Sankt Pauli Blogger

Herrmann Schmidt habe ich das erste Mal auf einer Lesung vor drei Jahren im eimsbüttlerischen Urknall kennengelernt. Seitdem bin ich Fan seiner Bücher über den FC St. Pauli. Bei Gesprächen kommen wir regelmäßig auf das Thema Bloggen und die Erkenntnis, dass seine persönliche Sicht auf die Ereignisse, das Konzentrieren auf Randphänomene aus Sicht des Auswärts fahrenden Fans eigentlich prototypische Merkmale des Bloggens sind. Nur eben auf Papier.

Herrmann Schmidt liest im Café Mathilde über den FC St. Pauli
Herrmann Schmidt liest im Café Mathilde über den FC St. Pauli

Gestern war nun eine Lesung angesetzt im Café Mathilde am Grindel, schon länger nicht mehr meine Gegend, weswegen ich mich pünktlich auf den Weg machte. Angekommen, betrat ich ein gemütliches Café, in dem offenkundig viel gelesen wird. Überall Bücher. Herrmann begrüßte mich, ich bestellte mir ein Bier und nahm neben einer Bücherkiste Platz. Neben Klassikern über chrirurgische Krankenpflege fand sich dort auch ein Taschenbuch vom großen bayrischen Satiriker Ludwig Thoma, den mir Herrmann Schmidt besonders ans Herz legte. Auch ein Vorfahre der Blogger dachte ich, ein satirischer Briefwexel, den man so heute auch verfassen könnte.

Herrmann Schmidt: "Wir kommen wieder!"
Herrmann Schmidt: "Wir kommen wieder!"

Herrmann Schmidt las Texte aus allen seinen FCSP-Büchern, vom ausgefallenen Derbysamt Überfall auf das Jolly Roger -, die Pokalfahrt nach Bremen und das erste Spiel der letzten Saison gegen Freiburg, das er rekonvaleszierend an der Ostsee hörte. Bei jeder dieser Geschichten mischten sich vor dem inneren Auge Bilder aus der Sportschau mit eigenen Erinnerungen, und das macht imho die Faszination dieser Bücher aus: das Wiedererleben dieser magischen, triumphalen oder traurigen Momente. Immer verwoben mit der persönlichen Sicht von Herrmann Schmidt und den Nachrichten des Spieltages.

Ich habe mit freundlicher Genehmigung vier Minuten der Lesung aufgezeichnet. Da merkt man schnell, dass es in seinen Geschichten nicht nur um Fußball geht … die 68er-Grunddiskurse fahren immer mit. Vor allem, wenn es nach Bremen geht ;)

Den Rest des Abends unterhielten wir und angeregt über die anstehende JHV, den Jolly Rouge und unsere Ultras. Gegen Mitternacht war ich dann zuhause. Auch die Tatsache, dass jemand meine neuen Bucherwerbungen samt FCSP-Schiebermütze eingesteckt hatte, vermochte meine Fröhlichkeit nicht trüben. Voran Sankt Pauli, voran Herrmann. YNWA.

100 Jahre FC St. Pauli Lesung: Schulle liest den Aufstieg

Ich habe „FC St. Pauli. Das Buch. Der Verein und sein Viertel“ von Christoph Nagel (Autor) und Michael Pahl (Autor) als gebundene Ausgabe zuhause – aber vorgelesen wirkt das noch viel schöner, was die beiden da zusammengetragen haben. Corny, Altmitglied Pein, Lelle und Schulle lasen wichtige Passagen vor. Nette Anekdote, dass Lechner sich immer fort selbst zitierte. Echtes Schowtalent.

Schulle als Video-Auschnitt:

… und Thees Uhlmann sang dann noch …

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