Quo Vadis St. Pauli? – Corona Edition

Der moderne Fußball ist kaputt. Das haben wir, die den FC St. Pauli supporten, doch irgendwie schon immer gewusst. Corona hat uns nun das ganze Elend aufgezeigt, auf dem unsere Leidenschaft fußt. Wie in anderen Bereichen unseres Lebens, wirft uns die Corona-Krise nicht nur auf existenzielles zurück – und dazu gehört der Fußball eben nicht! – sondern sie zeigt uns auch, was entbehrlich ist.

Ich habe mich beinahe vom “#Bundesliga”-#Fussball entwöhnt, emotional verkatert frage ich mich jetzt: was bedeutet das für mein Verhältnis zum #FCSP?

ring2 auf Twitter

Was mir fehlt: die Menschen in meinem Verein, das Treffen vor und nach den Spielen, das Erschaffen eines politisch-kulturellen Gewebes, in dem es sich lohnt zu leben. Ein Gewebe, das meine Freunde Willi, Christian und Markus (um mal drei von vielen zu nennen), die Nord, den Wind und den Regen mit dem Rasen und dem Spiel verwebt; unsere Vorstellung einer gerechten Welt manifestieren zu lassen. Auf die Beschaffenheit des Tages selbst einzuwirken. Wer das einmal gefühlt hat, will das immer wieder – und nimmt auch Christian Seifert in Kauf.

Was mir nicht fehlt: der Profifußball mit seinen ultrakapitalistischen Regeln, seiner glatten, reinen Gier als Antriebsfeder. Seinen Logo-küssenden Soloselbstständigen, von denen wir uns in einer Art Stockholm-Syndrom einreden, dass sie zu uns gehören. Vielleicht fühlen das einige sogar, Mats und Max, bei Ralle und Kalla bin ich mir fast sicher – in einer Art gemeinsamer Geiselhaft.

Was ich mir eingestehen muss: Kritik habe ich viel geäußert, sogar kaputt machen wollten wir den FCSP in einem Podcast letztes Jahr. Im Kleinen haben wir sogar ein paar Siege davon getragen, gegen DFL und Co.. Dennoch muss ich, wenn ich darüber nachdenke, zugeben: ich bin Teil dieses modernen Fußballs, mein Verein ist Akteur – einer von 36 im deutschen Profifußball – und mein Präsident eines von sieben Präsidiumsmitgliedern der DFL. Ich bin Teil des Problem, mein Verein auch.

Was ich erkenne: Die Geisterspiele zeigen mir, der Profifußball braucht Menschen, wie mich nicht. Menschen, die ich in mannigfaltiger Form beim FCSP vorfinde. Und: ich brauche den Profifußball nicht. Die Geisterspiele des FC St. Pauli gehen mir eingermaßen am Mors vorbei. Ich fühle eine enttäuschte Traurigkeit, eine geisterhafte Vorführung dessen, was für mich Fußball ausmacht. Da hilft auch das famose AFM Radio nicht.

Es gibt keinen richtigen Fußball im Falschen

Jolly Rouge am Millerntor

Ich spüre, es ist die Zeit gekommen, uns vollständig infrage zu stellen. „Bring Back St. Pauli“, der Schlachtruf der Sozialromantiker von 2011 reicht nicht mehr. Es gibt kein Zurück aus der Selbsttäuschung, der wir kollektiv verfallen sind.

Der FC St. Pauli, wie wir ihn kannten ist kaputt, oder wie es ein Freund beschreibt: „In der strategischsten Situation seit Kriegsende kann der FCSP keine Alternative sein. Er ist mit Hinblick auf den Profifussball genauso ein Scheiss-Verein wie die anderen auch ( man sehe mir die krasse Ausdrucksweise nach). Er ist vom Grat gefallen und muss mit. Es ist wie Timm Thaler, der sein Lachen an den Teufel verkauft hat. Dafür ist kein Präsidium verantwortlich. Das sind wir alle, die dies auf jeder JHV auch so wollen. Ob das zu revidieren ist? Ich weiss es nicht.“, und spricht mir aus der Seele, wenn er mir schreibt, „Es wird an den eingeforderten Veränderungen liegen. Und daran wird man Oke messen. Ob das alles nur Lippenbekenntnisse sind, oder ob er es ernst meint und hier eine spürbare Opposition in der DFL aufbaut.“

Wir wollten eine Plattform des Guten im Profifußball sein. Ihn benutzen. Und sind gescheitert. Nun heißt es: neu erfinden oder kämpfen gehen.

St. Pauli als Plattform: was soll das sein?

Darüber muss ich noch ein wenig nachdenken, ergänze diesen Artikel also immer wieder …

In der Zwischenzeit: kommentiert gerne mit euren Gedanken und Ideen, und hört euch gerne Willis, Markus‘ und meine Gedanken dazu in unserem Podcast an.

Sensation: FC St. Pauli verlässt die DFL


Die Nachricht birgt Sprengstoff: Der FC St. Pauli verlässt zum Ende der laufenden Bundesligasaison die DFL (Deutsche Fußball Liga) und startet die Hinrunde der neuen Saison 2019/20 in der dänischen ersten Liga (DBU).
Bei einer eilig einberaumten Pressekonferenz gestern, die wegen der Brisanz des Themas extra in den Ballsaal des Millerntors verlegt wurde, erklärte Präsident Göttlich, dass „wegen der Aufweichung der 50+1 Regel“, die trotz des Etappensiegs St. Paulis weiter in Gefahr ist, „die Wettbewerbssituation für den FC St. Pauli existenzbedrohend zu werden droht“.
Laut dem designierten Geschäftsführer Reiner Callmund bleibe dem Verein nur dieser Ausweg, zumal „dieser Schritt perfekt zur Internationalsierungsstrategie des FC St. Pauli passe“.
Die Kündigung der Mitgliedschaft bei der DFL und auch dem DFB sei rechtzeitig hinterlegt worden – der dänische Verband DBU (Dansk Boldspil-Union) hat den FC St. Pauli bereits als Neumitglieder bestätigt.

Erstes Highlight: Heimspiel gegen Kopenhagen

Laut Callmund führt das erste Auswärtsspiel nach Odense auf Fynen, was immerhin näher ist, als Sandhausen oder Heidenheim. Als erster Heimpielgegner empfängt der FC St. Pauli den FC Kopenhagen. Das erste Highlight einer völlig anderen Saison.

„Die Chancen für den FC St. Pauli, endlich international zu spielen, sind erheblich gestiegen“, Rollo Fuhrmann zu der Sensationsnachricht auf Sky

Europa-League in Schlagweite

Gerüchten zufolge sind auch der Altonaer FC von 1893 bereits in Verhandlungen mit der Dänischen Fußball Union. Der AFC startet dann in der 2. dänischen Liga.

Stiller Protest: gegen Dynamo kein Support in der 1. Halbzeit

Protest DFL/DFB am Millerntor
Wie am TV: Fußball ohne Support am Millerntor

 
Wie sich Fußball ohne Supporter anfühlt, das soll die bundesweite Protestaktion zeigen, an der sich beim kommenden Heimspiel gegen Dynamo Dresden sowohl der Gästeblock als auch unsere Ultràs von USP, die gesamte Südkurve und alle Supportblöcke in der Gegengerade und in der Nord beiteiligen.

Kein organisierter Support in HZ1 – Ziel: ein stilles Stadion

„Unser Heimspiel gegen Dynamo Dresden ist Teil eines Spieltages, der von den deutschen Fanszenen und verschiedenen Bündnissen zu einem Protestspieltag gegen die ausufernde Zerstückelung der Spieltage und die damit verbundenen Anstoßzeiten ausgerufen wurde. – USP“

Gerade in diesem Spiel, das traditionell sehr laut ist (auch dank des energischen Gästeblocks), wird schnell auffallen, wie sich Fußball ohne Menschen anfühlt; wenn nur noch Kunden und Märkte in Überseee teilnehmen.

Protest gegen Montagsspiele und eine immer weiter schreitende Eventisierung des Fußballs

Adreassaten: DFL und DFB, die sich jetzt schon – Saurons Auge gleich – händereibend auf die Wachstumsmärkte Asien und Co. stürzen, den TV-Zuschauer als eigentlichen Kunden sehen und Stadiongänger und vor allem die organisierten Fangruppen, wie Ultras, als Ärgernis wahrnehmen. Dabei – und davon bin ich überzeugt – funktioniert der Fußball, den wir lieben ohne die Basis nicht.
Wie sich das also anfühlt, quasi als Blick nach vorn, wenn die Stadien still werden, das ist beim Spiel gegen Dresden zu sehen – und das Gegenteil, wenn in der 46. Minute das Millerntor explodiert und dem Tontechniker von Sky der Kopfhörer wegfliegt 😉

50+1 Regel: Okes erster großer Sieg

50 Dollarnote. Foto: CC-by visualhunt.com
50 Dollarnote. Foto: CC-by visualhunt.com

Die Mitglieder der DFL haben in Frankfurt einem Antrag des FC St. Pauli zugestimmt, der im Wesentlichen das Ziel hat, die 50+1 Regel, nach der die Mitgliederversammlung eines Vereins immer die Mehrheit der Stimmen haben muss, zu erhalten. Das ist Okes erster großer Erfolg im geld- und machtgeilen Zirkus Bundesliga.

Sieg des FC St. Pauli über Bayern München und das Bundesliga Establishment

Ich denke dabei sofort an die Pressekonferenz zurück, in der der damalige Aufsichtsrat des FC St. Pauli verkündete, dass sie Oke Göttlich statt Stefan Orth als Präsidenten favorisieren. Begründet wurde das damals damit, dass man einen Mann an der Spitze brauche, der Visionen entwickelt und Strategien, sich dem kommerziellen Druck, der auf die Vereine der 1. und 2. Bundesliga vor allem auch via DFL und DFB ausgeübt werden wird, zu erwehren. Oke erschien vor alles deswegen geeignet, weil er als Vertreter eines Subkultur-Verbandes sich erfolgreich gegenüber den Großmuftis des Mainstream entgegen gestellt hat. Immer auch mit Mitteln, die dem Mainstream eigen sind.
Sein Gesellenstück, das Übertragen dieser Strategien auf den Profifußball ist Oke mithilfe seines versierten Adjutanten Andreas Rettig in Frankfurt gelungen. Die Mehrheit der Proficlubs (18) votierte auf der DFL Mitgliederversammlung im Frankfurter Sheraton Hotel für den Erhalt der Regel.


Oke und Andreas haben sich akribisch vorbereitet, wochenlang Argumente gesammelt, wie man hört. Dutzende Negativbeispiele von englischen Clubs analysiert, die beim Run auf das große Geld aus Russland oder den Emiraten auf der Strecke geblieben sind. Noch auf der Fahrt nach Frankfurt sollen sie ihre Argumente immer wieder durchgegangen sein. Mit Bayern Münchens Rummenigge, RB Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg und Hannover 96 hatten sie aber auch mit energischer Gegenwehr zu rechnen.

Schützenhilfe von 3.000 Fußballfans und -organisationen

Das wichtigste Argument aber, überreichten zeitgleich Fanorganisationen dem DFB Präsidenten Rauball: 3.000 Unterschriften aus der ganzen Republik, die sich ebenfalls eindeutig für den Verbleib der Stimmenmehrheit in der Mitgliedschaft eines Klubs aussprachen.
🙂
 

Der aktuelle Spielplan des FC St. Pauli 2019/20

+++ Der Spielbetrieb der 2. Bundesliga ist wegen der Coronavirus-Krise ausgesetzt bis mindestens 19. April +++

Der Spielplan der 2. Bundesliga für die Saison 2019/2020 und die Begegnungen unseres FC St. Pauli in der 2. Bundesliga zuhause am Millerntor und auswärts.

Fragen zur neuen Saison:

  1. Wird das Millerntor wieder zu einer Festung?
  2. Trifft uns der Ostfluch?
  3. Wie sind eigentlich die Fans von Magdeburg heutzutage drauf?
  4. Und was macht der FCSP mit und gegen den HSV? Holen wir uns den Stadtmeister-Titel zurück und wetzen die Schmach aus dem Derby aus?

Viel Spaß beim fachsimpeln und bei der Reiseplanung:

FC St. Pauli Spielplan der Hinrunde/ Rückrunde

1 Mo, 29.07.2019 20:30
1:1
DSC Arminia BielefeldFC St. Pauli
2 Fr, 02.08.2019 20:30
1:3
FC St. PauliSpVgg Greuther Fürth
DFB-Pokal So, 11.08.2019 15:30
3:4 nE
VfB LübeckFC St. Pauli
3 Sa, 17.08.2019 13:00
2:1
VfB StuttgartFC St. Pauli
4 Mo, 26.08.2019 20:30
2:1 Jeah
FC St. PauliHolstein Kiel
5 Sa, 31.08.2019 13:00
3:3
(ohne Elfmeterschießen 😉
SG Dynamo DresdenFC St. Pauli
6 Mo, 16.09.2019 20:30
2:0
Was für ein Derbysieg!
FC St. PauliHamburger SV
7 So, 22.09.2019 13:30
1:1
VfL OsnabrückFC St. Pauli
8 So, 29.09.2019 13:30
2:0
FC St. PauliSV Sandhausen
9 So, 06.10.2019 13:30
1:1
1. FC NürnbergFC St. Pauli
10 So, 20.10.2019 13:30
0:1
FC St. PauliSV Darmstadt 98
11 So, 27.10.2019 13:30
1:0
1. FC Heidenheim 1846FC St. Pauli
12 So, 03.11.2019 13:30
2:2
FC St. PauliKarlsruher SC
13 So, 10.11.2019 13:30
1:1
FC St. PauliVfL Bochum 1848
14 So, 24.11.2019 13:30
3:1
(in Aue kann man mal verlieren)
FC Erzgebirge AueFC St. Pauli
15 So, 01.12.2019 13:30
0:1
Da war er wieder: der Aufbaugegner für Abstiegsbedrohte
FC St. PauliHannover 96
16 So, 08.12.2019 13:30
1:0
SSV Jahn RegensburgFC St. Pauli
17 So, 15.12.2019 13:30
3:1
FC St. PauliSV Wehen Wiesbaden
18 So, 22.12.2019 13:30
3:0
Siehste, geht doch!
FC St. PauliDSC Arminia Bielefeld
19 Mi, 29.01.2020 18:30
3:0
Schiet Winterpause.
SpVgg Greuther FürthFC St. Pauli
20 So, 02.02.2020 13:30
1:1
FC St. PauliVfB Stuttgart
21 So, 09.02.2020 13:30
2:1
Holstein KielFC St. Pauli
22 So, 16.02.2020 13:30
0:0
FC St. PauliSG Dynamo Dresden
23 So, 23.02.2020 13:30
1:2
Jeah 2.0
Hamburger SVFC St. Pauli
24 So, 01.03.2020 13:30
3:1
FC St. PauliVfL Osnabrück
25 So, 08.03.2020 13:30
2:2
SV SandhausenFC St. Pauli
26 So, 15.03.2020 13:30
0:0 Coronaausfall
FC St. Pauli1. FC Nürnberg
27 So, 22.03.2020 13:30
0:0 Coronaausfall
SV Darmstadt 98FC St. Pauli
28 So, 05.04.2020 13:30
0:0 Coronaausfall
FC St. Pauli1. FC Heidenheim 1846
29So, 12.04.2020 13:30
0:0 Coronaausfall
Karlsruher SCFC St. Pauli
30 So, 19.04.2020 13:30
.
VfL Bochum 1848FC St. Pauli
31 So, 26.04.2020 13:30
.
FC St. PauliFC Erzgebirge Aue
32 So, 03.05.2020 13:30
.
Hannover 96FC St. Pauli
33 So, 10.05.2020 15:30FC St. PauliSSV Jahn Regensburg
34 So, 17.05.2020 15:30SV Wehen WiesbadenFC St. Pauli

Die Saison startet mit einem alten Bekannten: es geht auswärts gegen Aufsteiger Magdeburg. Eine Begegnung, die es 2007 das letzte Mal gab; manche meinen „zum Glück“. Politisch eine brisante Auswärtsfahrt.

Spielplan FCSP – Highlights:

  • Selbstverständlich das Stadtderby! Der amtierende Derbysieger startet auswärts beim FC St. Pauli am Millerntor im September 2019.
  • Holstein Kiel auswärts Anfang Februar. Schade, da liegt mein Boot noch nicht in Strande.
  • Hoffentlich schaffe ich es dieses Jahr auswärts (neben den oben genannten Mannschaften) zu: Jahn Regensburg, vielleicht mal wieder Bochum und nach Fürth.

Sondertrikot: "Kein Fußball den Faschisten"

„Kein Fußball den Faschisten“
FC St. Pauli trägt gegen Leipzig Sondertrikot

Zum Heimauftakt gegen Leipzig am kommenden Freitag (12.2.) werden die Profis des FC St. Pauli in ganz besonderen Trikots auflaufen. Auf Initiative des Fanladens St. Pauli wird anstelle des Hauptsponsors congstar, der für diese Aktion die Trikotbrust freigegeben hatte, der Schriftzug „Kein Fußball den Faschisten“ zu lesen sein. „Sondertrikot: "Kein Fußball den Faschisten"“ weiterlesen

FC St. Pauli mischt die DFL auf

„Dafür haben wir Oke gewählt“, schreibt mir K. am Abend. Da habe auch ich gerade gelesen, dass der FC St. Pauli zur DFL Sitzung am 2.12. einen Antrag gestellt hat, der Vereine, die mehrheitlich einem Sponsor gehören, von den Einnahmen aus der Gemeinschaftsvermarktung ausgeschlossen soll.
Aktuell wären das Bayer Leverkusen, Hoppenheim und Wolfsburg. Ab 2017 auch Hannover. „FC St. Pauli mischt die DFL auf“ weiterlesen

Termine: 2. Bundesliga startet am 24. Juli in die Saison 2015/16

Die 2. Bundesliga macht wieder den Anfang: Der 1. Spieltag in der nächsten Saison findet vom 24. bis 27. Juli 2015 statt. Der Rahmenterminkalender 2015/16 wurde nu offiziell vom DFB-Präsidium verabschiedet.
Die für den FC St. Pauli wichtigen Eckpunkte der kommenden Saison sind:

  • 2. Bundesliga Saisonbeginn: 24. bis 27. Juli 2015.
  • 19. Spieltag 2. Bundesliga: 18. bis 21. Dezember 2015. – danach Winterpause
  • 2. Bundesliga-Rückrundenbeginn (20. Spieltag): 05. bis 08. Februar 2016.

Auch noch wichtig, weil ja für uns in der Regel nur einmalig:
DFB-Pokal erste und meist finale Runde; 07. bis 10. August 2015.

Montags is' scheisse

Auswärtsfahrende Fußballanhänger haben nicht nur mit allerhand Schikanen und Vorurteilen zu kämpfen: Der moderne Fußball, der sich in der Regel zuerst um den TV-Zuschauer kümmert, macht Fahrten in ferne Stadien auch zu einer teuren, zeitraubenden Angelegenheit. Heute spielt mein Verein, der FC St. Pauli, in Fürth. An einem Montag! Das würde bedeuten: mindestens einen Tag Urlaub nehmen, um rechtzeitig in Mittelfranken anzukommen. Zeit für eine solidarische Protestnote.

… so beginnt mein Artikel auf Zeit Online, den ich euch ans Herz legen möchte; denn auch wenn „Flutlichtspiele eine ganz besondere Atmosphäre“ haben, wie FCSTPAULI.com das jüngst wieder schrieb, ist es für die auswärts fahrenden Supporter oft eine Tortour.
Ihnen ist es am allermeisten zu wünschen, dass sich heute die Reise lohnt.
Rise, rise,
Auf der Pier stehen
Drei nackte Punkte 😉

Rauball . "Ich habe mich bei der Versammlung bedankt" – #DFL

Zu medienpolitischen Dokumentationszwecken: n-tv zur PK der DFL "Sicheres Stadionerlebnis" Screenshot: SPNU, Programm n-TV
Zu medienpolitischen Dokumentationszwecken: n-tv zur PK der DFL „Sicheres Stadionerlebnis“
Screenshot: SPNU, Programm n-TV

DFL Sicherheits-Paket – Mitgliederversammlung nimmt alle 16 Änderungsanträge, die unter dem Begriff „Sicheres Stadionerlebnis“ bekannt und teilweise abgeändert zur Abstimmung kamen „mit großer Mehrheit“ an, wie der Vorsitzende der DFL Rauball eben in n-tv bestätigte.
Vor allem die möglichen Maßnahmen zur verdachtslosen Überwachung von Fans, den Beschlüssen zum Verbot von „zur Vermummung geeigneten Utensilen“, deren Aufspüren und Sanktionieren sowie von Pyrotechnik bleiben, aller Beschwichtigungsrhetorik zum Trotz, vollkommen einseitig, potenziell verfassungswidrig und senden das erwartet gefährliche Signal via Polizei und Vereine (und Kapitalgesellschaften !), an die organisierten und desorganisierten Fans: wir hören euch (12:12), aber nicht zu.
Der FC St. Pauli, beauftragt von seiner Mitgliederversammlung, und der 1. FC Union Berlin sind hier Ausnahmen – und gerade das Präsidium des FC St.Pauli steht in der Pflicht, den ihm verordneten Weg nun mit eigenem Leben und nachhaltigen Aktionen zu gehen: Gegen eine Gängelung von Vereinen und Fans durch DFL und Politik.
Wehren wir uns!

  • Keine Vollkontrollen am Millerntor,
  • Kein Fahnen- und Schalverbot,
  • Keine verdachtsunabhängige Videoüberwachung!

Pyro – Licht – Dunkelheit – und was Charles Bukowsky damit zu tun hat

there is a light somewhere.
it may not be much light but
it beats the darkness.
– Charles Bukowski

Pyro-Aktion FCSP, Foto: Ultrà Sankt Pauli

„Es ist ein Aufruf zum Handeln, denn mehr denn je braucht die Welt heute Menschen mit Pioniergeist, die noch glauben, dass alles möglich ist.“, das sagt kein Verfechter von Pyrotechnik in Stadien, sondern der Global Brand Manager der Jeans-Marke Levis über eine schon seit 2009 laufende Kampagne des Unternehmens, das visuell auf den Einsatz von Pyros setzt.

Die Werber haben es verstanden: Pyros als Symbol für Jugendlichkeit, Unangepasstsein und Fortschritt. In der Werbung schon lange angekommen (und schanghait), im DFB und der verschnarchten Journallie als „Gewalt“ diffamiert.

Hier zieht sich die Linie von Verständnis und Konflikt um das Abbrennen von Pyros durch Ultras und andere Fans in Stadien. Es ist ein Ausdruck kulturellen Protestes, ja von gesellschaftlicher Auseinandersetzung an sich – und eine Machtprobe – und je rigider und perfider der Zugriff wird Colonel Tarkin Herr Friedrich, desto mehr Sternensysteme Menschen junger Generationen schlüpfen ihnen durch die Finger.

Pyro ist ein Gefühl, Pyro ist Widerstand. Gegen das Funktionärstum, gegen die Verständnis heuchelnde Ignoranz der Mitte. Wider dem Machtanspruch der Mittelalten.
(Anm. des Autoren, meiner Generation).

Pyro ist schön. Und gefährlich.

Gibt es etwas anziehenderes als etwas, das diese beiden Eigenschaften vereint?
Nein, liebe DFL, liebes Präsidium des FC St. Pauli, selbst mit der Rückkehr zu Sachdiskussionen kommen wir dem Phänomen nicht ganz auf die Schliche. Der Lösung nur einen Schritt näher.

Versuchen wir doch etwas anderes …

… if we try, we have to go all the way … 😉

Youtube und der komische Error 500 bei der Suche nach "DFB" und "DFL"

Youtube Suche DFB

Komischer Zufall, dass derzeit die Suche von Googles Videoportal Youtube die „Grätsche“ macht, wenn man nach „DFB“ und/oder „DFL“ sucht. Bei „Peter Fox“ oder „Pyro Braunschweig“ gibts keine Probleme.
Fehler 500 DFL / DFB Youtube
Fehler 500 DFL / DFB Youtube

Ob das damit zusammen hängen könnte, dass die DFL verstärkt Videos aus dem Youtube- und Google Index entfernen lässt derzeit? Und Google vielleicht gar nicht mehr hinterher kommt, wie bspw. bei dem Löschen des Platzsturm Videos aus Düsseldorf?
RIP Fortuna Videos: „Heute, am 26. November 2012 – als zehneinhalb Jahre später – wurde unser YouTube Account von der DFL im wahrsten Sinne des Wortes “platt gemacht”.“

Kollektivstrafen – und die komische Weltsicht der DFL (Antragspaket Sicheres Stadionerlebnis)

Ich besuche gerne regelmäßig – auch beruflich – das Münchner Oktoberfest. Geht es nach der Logik der DFL müsste ich mich analog vor Betreten der Wiesn von „Störern“, die auch das Oktoberfest besuchen und die nicht nur Straftaten verüben (das ist leicht), sondern auch Ordnungswidrigkeiten begehen, also von allen Wildpinklern und Falschparkern auf dem Oktoberfest und hilfsweise auch auf dem Hamburger DOM in einem „verbindlichen Dialog“ oder „verstatuiert“ distanzieren.
Sonst könnte die Stadt München ja nicht wissen, ob ich nicht heimlich mit denen sympathisiere und müsste ggf. auf Druck von Horst Seehofer und seiner CSU eine Kollektivstrafe für alle anreisenden Hamburger verhängen. Wer das für echten Schwachsinn hält, der kennt das Antragspaket der DFL „Sicheres Stadionpaket“* (Download PDF: antragspaket_1_sicheres_stadion_-_antraege_001_-_016_-_final.pdf) noch nicht.
„Wenn seitens von Fanorganisationen/von der organisierten Fanszene kollektiv wirkende Strafen abgelehnt werden, gleichzeitig aber eine Distanzierung von den Tätern nicht stattfindet oder Täter gedeckt bzw. die Tataufklärung und Identifizierung von Tätern erschwert werden sollten, passt dies aus Sicht des Vorstandes des Ligaverbandes nicht zusammen.“
Ich habe noch nicht alles durchgelesen, was dieses öffentliche Diskurspapier so zu bieten hat, die Umkehrung und Inhaftungsnahme von Besuchern eines Fußballspiels zu Vorwärts-Bekennern und Denunzianten ist schon schwer zu vereinbaren, mit dem was ich unter freiheitlicher Grundordnung verstehe. Und seit Montag hoffe ich, dass unser Herr Stenger das auch so vertreten kann … oder Herr Orth, oder Herr Spies.

*
Der Ligavorstand möchte durch die Veröffentlichung der konkreten Anträge allen an der aktuellen Debatte interessierten Personen die Möglichkeit geben, sich ein objektives Bild zu machen. Im Sinne der Transparenz soll dieser Schritt zu einer weiteren Versachlichung der Diskussion beitragen.

Absage an DFL-Maßnahmenpapier "Sicheres Stadionerlebnis" – FC St. Pauli

+++ Update: 12.12.12. – Inzwischen hat die DFL bei mindestens den Gegenstimmen des FC St. Pauli und des 1. FC Union Berlin die 16 Anträge zum Sicherheitskonzept angenommen +++
Das Präsidium der FC St. Pauli hat heute der DFL eine Absage zu ihren Terminvorstellungen erteilt, per heute Stellung zur überarbeiteten Fassung des DFL Sicherheitspapiers zu nehmen und am 12. Dezember durchzuwinken. Das ist eine gute Nachricht, bei aller Auseinandersetzung gerade zur JHV.
DFL-Maßnahmenkatalog
Abstimmung nicht möglich

Der FC St. Pauli sieht sich außer Stande, wie von der Deutschen Fußball Liga gewünscht, den abgeänderten Maßnahmenkatalog zum Thema Sicherheit in deutschen Stadien bis zum Stichtag 22. November 2012 zu kommentieren und im Nachgang am 12. Dezember 2012 darüber abzustimmen. Für die Vereinsverantwortlichen ist ein gemeinsamer Diskussionsprozess mit Fanvertretern für eine adäquate Abstimmung solch eines Katalogs notwendig. Aufgrund des sehr engen Zeitfensters ist dies aber nicht in ausreichendem Maß möglich.
Der FC St. Pauli vertritt die Auffassung – und hat dies bereits am 25. Juli 2012 in einem Brief an DFB und DFL bekräftigt, dass der Verein nur solchen Anträgen zustimmen kann, die das Ergebnis umfassender Diskussion mit Fanvertretern sind. Dies sieht das Präsidium des Hamburger Zweitligisten derzeit als nicht gegeben an.

Wenn der Wind sich dreht, wenden sich ihre Hälse

„St. Pauli Bosse im Interview“, heisst es in der Mopo – und gestern erschien der zweite Teil zum DFL Sicherheitspapier – und ist imho ein Paradefall von „Wendehalspolitik“ unserer Herren Orth und Spies:

In Teil zwei sprechen der St. Pauli-Boss und sein Vize über das umstrittene DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“, die Rolle von Präsidiumskollege Gernot Stenger und den Dialog mit den Fans.

Da „Blogs“ dezidiert erwähnt werden, möchte ich als Betreiber eines dieser Bogs kommentieren:
Das ganze Statement hier liest sich in den meisten Passagen, wie von Union Berlin abgekupfert, und so kommt es bei mir auch an. Lustig, dass ausgerechnet die DFL, die bösen Blogs und Gernot Stenger als Ursache für das Kommunikationsdesaster dieser beiden Präsidenten zur Sprache kommen, und imho Ausdruck einer schlimmen schwarze Peter Poliitk. Habe ich das überlesen, oder finde ich keine Spur von Selbstkritik?
Ich kann nur wahrnehmen, was mir öffentlich kommuniziert wird, und das sieht seitens Spies und Orth dunkel aus.
Zur Sicherheitskonferenz fahren, unterschreiben:

SPIES: Es wurde dann relativ skurril mit der feierlichen Unterzeichnung der dort verfassten Erklärung, und wir haben unmittelbar danach als Präsidium einen Brief an Herrn Rauball und Herrn Niersbach (DFL und DFB; Anm. d. Red.) geschrieben.

Spies hat mit keiner Silbe öffentlich das Vorgehen beim Gipfel kritisiert, bis heute, sondern brav unterschrieben.
… um dann dem DFL Sicherheitspapier (nicht) zuzustimmen*

SPIES: Der nächste Schritt war die Errichtung der Arbeitsgruppe, in der Gernot Stenger mitgearbeitet hat. Er hat dies getan, weil wir es für richtig hielten. … Unterm Strich müssen wir sagen, dass auch Stengers großes Engagement die generelle Linie des Papiers nicht groß hat verändern können.

Spies, Stenger und Orth haben, so wurde es mir berichtet, und so liest sich die öffentliche Stellungnahme des FC St. Pauli zum Sicherheitspapier auch, sich bei der Bewertung der DFL-Maßnahmen NICHT dagegen ausgesprochen, sondern sich „der Mehrheit gebeugt“. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie es unterstützten. Und nun? Zurückrudern, verschleiern, beschuldigen. Die alte Leier. Und immer wieder über die Mopo, anstatt direkt zu kommunizieren.
Und wenn es Blogs gelingt, Druck zu machen, dann ist das schonmal per se gut. Und Spies und Orth stände es gut zu Gesicht endlich einmal Farbe zu bekennen und Haltung anzunehmen. Gerne auch in diesem Blog.
Bis dahin gehe ich davon aus, meine Herren, dass Sie mir wie oben hergeleitet, weiterhin Bullshit erzählen. Denn es nützt nichts, über die Boulevardmedien zu kommunizieren, zu verdrehen und zu drohen.

"Fundamentalkritik" – Heute: DFL Maßnahmenpapier "Sicheres Stadionerlebnis"

Update 12.12. // Inzwischen hat die DFl auf ihrer Mitgliederversammlung alle 16 Anträge zum Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ angenommen. Der Protest geht wohl weiter …

Nachdem der FC St. Pauli (außer seinem Vize Gernot Stenger) das Papier der DFL für ein „Sicheres Stadionerlebnis“, wie zuvor Union Berlin, aber halbherzig abgelehnt hat, ziehen weitere Vereine nach.
Hertha BSC am Wochenende und der FC Augsburg und der VfL Wolfsburg heute. Dabei fasst ausgerechnet Felix Magath, als unterschreibender Geschäftsführer die fundamentale Kritik an dem Papier imho passend zusammen:
„Auf der Sicherheitskonferenz in Berlin am 17. Juli 2012 wurde angekündigt, gemeinsam mit den Vereinen Lösungen in den einzelnen dort vorgestellten Handlungsfeldern zu suchen. Diese Chance wurde leider vertan. Vielmehr wird den Vereinen nunmehr nach der überraschenden Präsentation des Kodexes auf der Sicherheitskonferenz in Berlin erneut ein fertiges Ergebnis präsentiert, an dessen Entstehung lediglich ein kleiner Kreis ausgewählter Vereinsvertreter beteiligt war, ohne dass hier ein transparentes Verfahren erkennbar wäre. Für viel gravierender erachten wir allerdings die Tatsache, dass dieses Konzept komplett ohne Einbindung der Fans entstanden ist. – Geschäftsführung des VfL Wolfsburg“
Ob sich Gernots Wange nun heiß anfühlt?

"STELLUNGNAHME ZUM DFL-PAPIER „SICHERES STADIONERLEBNIS“: Gernot Stenger macht die beleidigte Leberwurst. #fail

Da macht sich die halbe organiserte und desorganisierte Fanschaft des FC St. Pauli die Mühe, sich die Frechheit, die sich Grundsatzpapier der DFL „Sicheres Stadionerlebnis“ nennt, auseinander zu nehmen, argumentativ, dabei das Präsidium aufzufordern, „aktiv Einfluss zu nehmen“ im Sinne des FC St. Pauli und dessen, was ihn ausmacht. Da legt der 1. FC Union Berlin vor, mit einer dezidierten und fundierten Stellungnahme – und dann das hier.
In a nutshell heisst das imho:
Mimimi, wir machen jetzt auf Druck der doofen Fans nicht mehr weiter. Da wir aber vor allem vor den Funktionärskumpels beim DFB nicht doof dastehen wollen, Gernot im besonderen, weisen wir nochmal darauf hin, dass wir uns nur der Mehrheit beugen (ein paar Vernünftige waren wohl darunter) – und deswegen auch nicht mehr „aktiv Einfluss“ nehmen können.
Das ist schlimmste Schwarzer-Peter-Politik, mit der Gernot Stenger St. Pauli und seinen Fans und Mitgliedern die Brocken vor die Füße kotzt. Ehrlich Gernot, dann hab wenigstens die Größe und trete sofort zurück!
HALLOOO? ICH GLAUB ES HACKT! – Natürlich sollt ihr weiter AKTIV EINFLUSS NEHMEN – ABER IN UNSEREM SINNE!!!! „"STELLUNGNAHME ZUM DFL-PAPIER „SICHERES STADIONERLEBNIS“: Gernot Stenger macht die beleidigte Leberwurst. #fail“ weiterlesen

Sicheres Stadionerlebnis – St. Pauli

Update: Inzwischen gibt es eine Stellungnahme des FC St. Pauli zum Papier der DFL.


Man hört, Gernot Stenger sei müde. Müde des ewigen Kampfes mit den Sozialromantikern im Verein. Überdrüssig des Gefühls, immer zwischen den Stühlen zu sitzen vielleicht auch. Und in der Tat: es ist anstrengend, Vize-Präsident des FC St. Pauli zu sein. Eines Vereins, dessen Fans und Mitglieder schnell Konflikte zu Grundsatzdebatten erheben und manchmal auch überhöhen.
Die Debatte um die Polizeiwache ist gerade ein wenig abgeklungen, nachdem Geschäftsleitung und Präsidium nun eine externe Lösung versprachen – und ich bin mir ziemlich sicher, dass das Präsidium das nicht als Erfolg verbucht, als Wiederannäherung an seinen Souverän, sondern als Kleinbeigeben begreift. Leider. – und nun auch noch die Grundsatzdebatte um die DFL, die in ihrem Positionspapier „Sicheres Stadionerlebnis“ eine Welt entwirft, die für viele St. Paulianer und Stadion-Gänger schon heute unverdaulich ist und die das Mitwirken unseres Herrn Stenger als unerträglich empfinden. „Sicheres Stadionerlebnis – St. Pauli“ weiterlesen

"Sicheres Stadionerlebnis" – nu auch Du Gernot!

Die DFL brütet was aus.
Eine Kommission aus sechs Vereinsvertretern soll OHNE Beteiligung der Fans oder Fanvertretern die Repression und das disziplinarische Eigenleben dieses ominösen Verbandes weiterdenken, verschärfen und legitimieren. Mittendrin: Der Vize-Präsident des FC St. Pauli, Gernot Stenger.

Ich verweise an dieser Stelle auf die vorbereitenden Analysen vom „Magischer FC Blog“ und der „basch
Ich mag Gernot Stenger, vielleicht, weil er durch seine Erscheinung und die in Jahrzehnten abgeschliffene Art die Sprache eines Juristen zu sprechen eher unsympathisch wirkt. Ich habe bei ihm – und nur bei ihm – den Wunsch wahrgenommen zu vermitteln. Mich erreichen Berichte, nach denen er als einziger im Präsidium bereit war, mit der Stadt, der Polizei, all diesen Zirkeldemokraten in den Innenfight zu gehen. Vielleicht ist ihm das ja nicht gut bekommen.
Anders kann ich mir nicht erklären, wie man als Vize-Präsident des FC St. Pauli so vorgehen kann, wie es Gernot und Bernd-Georg tun (Orth ist ja, bis auf kurze Besuche in Lokalredaktionen, abgetaucht). Letztlich, so muss man feststellen, agiert dieses Präsidium GEGEN seine Fans. Am Ende der Analyse, ist den Herren der konsumierende Sympartysant näher, als die aktive und desorganiserte Fanschaft des FC St. Pauli.
Das war im Übrigen schon immer so, zumindest habe ich das so wahrgenommen, dass Fanschaft, Fanladen und Jolly Roger sich nicht immer vertragen haben mit der Organisation und Verfilzung eines Fußballvereins. Enttäuscht bin ich nicht, habe ich von diesen Herren nichts anderes erwartet. Fordern werde ich es aber immer wieder:
Schließt die Reihen, wendet euer Gesicht denjenigen zu, die uns kontrollieren, gängeln, und am Ende vertreiben gedenken – Seid souverän, autonom und Sankt Pauli.
Oder geht.

Es gibt kei­nen Mit­tel­weg, ihr müsst euch ent­schei­den, auf wel­che Seite ihr steht und ich habe Angst, dass alle un­se­re Träu­me und Hoff­nun­gen aber­mals bit­ter ent­täuscht wer­den, wenn ihr eure Wahl trefft. Ger­not, der du an die­ser Kriegs­er­klä­rung mit­wirkst. Du meinst es so gut, du hast so viel ge­lernt, wir haben so viel ge­spro­chen, und du bist ein her­zens­gu­ter Mensch. Lei­der zeigt das nur deut­lich, dass du genau weißt, was du tust. Bernd, ich er­in­ne­re mich wie ges­tern an die Hand­schlä­ge und un­se­re Gra­tu­la­tio­nen zur Prä­si­dent­schaft noch auf der Bühne des CCH. Du, der Schat­ten­prä­si­dent mit Am­bi­tio­nen, der tolle Typ. Dass du den “Kodex” un­ter­schrie­ben hast, ob­wohl du genau wuss­test, wel­chen Weg die­ser ebnen soll­te und dass es in un­se­rem Ver­ein, in des­sen Namen du das getan hast, tief­ge­hen­de Dis­kus­sio­nen zu den The­men gibt – ich konn­te es nicht fas­sen. Ist das wirk­lich der geile Ehr­geiz, der reine Op­por­tu­nis­mus dem Ver­band ge­gen­über? Ste­fan, gibt’s dich noch? Jens, Tjark, wo steht ihr?
… via basch
… der Autor ist Mitglied im „Club der 39“

FCSP: Spielplan 2. Bundesliga – Saison 2012/2013

+++ hier findet ihr den aktuellen Spielplan des FC St. Pauli +++

Spielplan FC St.Pauli 2012/13
Hinrunde
03.-06.08.2012: FC Erzgebirge Aue – FC St. Pauli
10.-13.08.2012: FC St. Pauli – FC Ingolstadt 04
24.-27.08.2012: FC Energie Cottbus – FC St. Pauli
31.08.-03.09.2012: FC St. Pauli – SV Sandhausen 1916
14.-17.09.2012: 1. FC Köln – FC St. Pauli
21.-23.09.2012: FSV Frankfurt – 1899 FC St. Pauli
25./26.09.2012: FC St. Pauli – VfR Aalen
28.09.-01.10.2012: SSV Jahn Regensburg – FC St. Pauli
05.-08.10.2012: St. Pauli – 1. FC Union Berlin
19.-22.10.2012: SC Paderborn 07 – FC St. Pauli
26.-29.10.2012: FC St. Pauli – SG Dynamo Dresden
02.-05.11.2012: TSV München 1860 – FC St. Pauli
09.-12.11.2012: FC St. Pauli – VfL Bochum 1848
16.-19.11.2012: Hertha BSC – FC St. Pauli
23.-25.11.2012: FC St. Pauli – MSV Duisburg
27./28.11.2012: Eintracht Braunschweig – FC St. Pauli
30.11.-03.12.2012: FC St. Pauli – 1. FC Kaiserslautern
Rückrunde
07.-10.12.2012: FC St. Pauli – FC Erzgebirge Aue
14.-17.12.2012: FC Ingolstadt 04 – FC St. Pauli
01.-04.02.2013: FC St. Pauli – FC Energie Cottbus
08.-11.02.2013: SV Sandhausen 1916 – FC St. Pauli
15.-18.02.2013: FC St. Pauli – 1. FC Köln
22.-25.02.2013: FC St. Pauli – FSV Frankfurt 1899
01.-04.03.2013: VfR Aalen – FC St. Pauli
08.-11.03.2013: FC St. Pauli – SSV Jahn Regensburg
15.-18.03.2013: 1. FC Union Berlin – FC St. Pauli
28.03.-01.04.2013: FC St. Pauli – SC Paderborn 07
05.-08.04.2013: SG Dynamo Dresden – FC St. Pauli
12.-15.04.2013: FC St. Pauli – TSV München 1860
19.-22.04.2013: VfL Bochum 1848 – FC St. Pauli
26.-29.04.2013: FC St. Pauli – Hertha BSC
03.-06.05.2013: MSV Duisburg – FC St. Pauli
12.05.2013: FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig
19.05.2013: 1. FC Kaiserslautern – FC St. Pauli
Quelle: AFM im FC St. Pauli

Pyro-Fan-Gewalt-Debatte: Dynamo Dresden gibt Gästekarten-Kontingent zurück – "Gästeblock, Gästeblock" …

Die SG Dynamo Dresden (wird) auf das komplette Gästekartenkontingent für das Auswärtsspiel des 16. Spieltages beim FC St. Pauli, am 27. November 2011, verzichten und den gesamten Gästeblock für die Fans der gastgebenden Mannschaft zur Verfügung stellen. Außerdem werden die Verantwortungsträger der SGD den FC St. Pauli bei der sicherheitstechnischen bzw. organisatorischen Umsetzung dieser Maßnahme vor Ort am Millerntor in Hamburg unterstützen und für mögliche, daraus resultierende finanzielle Verluste entschädigen. Über diesen freiwilligen Verzicht wurden sowohl der Deutsche Fußball-Bund, im Zuge der Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Dortmund, als auch der FC St. Pauli am vergangenen Freitag vorab informiert.

… lese ich auf der Website von Dynamo Dresden und mir wächst ein Kloß im Hals und einer im Bauch. Das ist also die Folge einer Debatte, die selten undifferenziert Pyros und Gewalt-bereite Fans (vor dem Spiel in Auseinandersetzung mit ggf. ebenfalls Gewalt-bereiten Polizeibeamten) durchlauferhitzt zu einer Stimmung, in der sich Fußballfans in mediale Geiselhaft genommen fühlen dürfen (Schöner Text bei schwarz-gelb dazu). Andererseits, das habe auch ich immer wieder gefordert, dass sich die Vereine die Probleme mit ihren Fans zu eigen machen, als ersten Schritt hin zu irgendeiner Entwicklung – und das macht Dynamo Dresden nun. Treibt die Konsequenzen auf die Spitze. Ist das der Beghinn vom Ende der Auswärtsfahrt?
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Nun, die Pyrodebatte können wir gerne führen. Ich bin da sowohl bei den Ultras, die dieses Stilmittel einsetzen wollen, als auch bei den Befürwortern einer gesonderten Abbbrennzone, und erwarte vom DFB, dass er in Fragen der Versicherung solcher Choreos nicht den einfachsten Weg geht, sie zu verbieten, mithilfe von doofen Medien zu skandalisieren, ihre Benutzer zu kriminalisieren und eine ganze Gruppe von Menschen zu gängeln. …
-> weiterführende Infos dazu bei Stadionwelt, Kampagne Pro Pyros, Pyro-kritische Argumente finden sich bei Santa-Pauli
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Nun wird der Gästeblock also noch leerer sein, was Gäste-Fans angeht, als der von Rostock seinerzeit oder der des FSV beim letzten Heimsieg. Und wir sollten uns etwas ausdenken, was wir als Beitrag zu Debatte beitragen können. Wechselgesänge mit dem „Gästeblock“ vielleicht. Nicht für oder gegen ein Team, sondern solidarisch mit den Nicht-eingeladenen Dresdnern.