FC St. Pauli – Dynamo Dresden Kurzkommentar (zum Spiel ;)

Kurzkommentar FC St. Pauli - Dynamo Dresden

»Der FC St. Pauli erspielt sich auf tiefem Boden einen ungefährdeten 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenfünften Dynamo Dresden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – damit verlässt der FC St. Pauli die direkten Abstiegsränge. „Eine Präsenz, die man am Millerntor lange nicht mehr“ … . Vor allem das Energie kostende Pressing ließ Dynamo nie ins Spiel kommen.«

„FC St. Pauli – Dynamo Dresden Kurzkommentar (zum Spiel ;)“ weiterlesen

Bombenopfer-Transparent: Ultrà Sankt Pauli polarisiert

Alter, Südkurve, was war das denn heute? Nicht nur, dass ihr die Gastmannschaft noch vor dem Anpfiff auspfeift – ihr verhunzt auch noch ein richtiges Anliegen mit doofer Boshaftigkeit.

Update: nachdem ich zu meinem Rant viele Hinweise bekam, möchte ich meine Meinung zum USP Banner konkretisieren. Ich halte die Wortwahl immer noch für missglückt. Statt Schrot, hätte ich mir das textliche Florett gewünscht. Nach den tlw heftigen Attacken gegen die Bannerschreiber_innen, dem ewig doofen Ultrabashing und Relativierungen, dem Applaus aus unerträglicher Richtung und vor allem nach den Berichten aus Dresden von heute Abend würde ich diesen Text nicht noch einmal so schreiben.

Ich halte die schnelle Entschuldigung des Vereins trotzdem für den richtigen Schritt, so merkwürdig das klingen mag.

Der Text bei Metalust hat mich sehr beeindruckt, also gerne lesen …

Und auch wenn ich die Oberzeile des Trasparentes immer noch als sehr mißlungen empfinde: Ich danke den Plakatmalern, dass sie mich wieder darauf hinwiesen, wo ich mittlerweile selbst den Weg des geringeren Widerstands oft wähle.

Sie haben schlicht aufgezeigt, wie nachhaltig der Opfermythos längst den Diskurs ganz und gar nachhaltig vergiftet hat.

Heftige Reaktionen auf Dresden-Banner

Scheint die Woche der hirnlosen Plakate zu sein. Selten so geschämt! #FCSP #FCSPSGD

Posted by Maik Nöcker on Sonntag, 12. Februar 2017

Man kann an Dresdens Fanszene sicherlich vieles kritisieren, gerne auch deutlich. Jede Medizin wirkt aber toxisch, wenn man sie überdosiert. Ihr habt dafür gesorgt, dass der Effekt die Aussage erschlägt. Schade!

Das Verhöhnen von Bombenopfern geht über das Maß erlaubter Polemik hinaus. Einen von Rechtsextremen überhöhten Opfermythos zu kritisieren, indem man die Bombentoten, die Großeltern der Dresdner Fans auf Transparenten beleidigt, diskreditiert das eigentliche Anliegen so sehr, dass die Scheisse euch zurecht um die Ohren fliegt.

„Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt. Gegen den Doitschen Opfermythos“

Man kann als Fanszene in der Sache richtig liegen und dennoch unerträglich daneben hauen. Das ist heute am Millerntor mit dem Spruch „Eure Großeltern haben auch für Dresden gebrannt“ geschehen.

„Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, daß man recht haben und ein Idiot sein kann.“ Martin Kessel

Millerntor: schwarze Büx + gelber Pulli nur im Gästebereich

Kommen Sie aus Sachsen und drücken der Dynamo die Daumen?Haben Sie auch keine der wenigen Karten für den Gästeblock bekommen, aber das Glück, einen Geschäftspartner zu haben, der Sie auf die Haupt- oder eine andere Tribüne am Millerntor mitnimmt? Fein, herzlich willkommen, Sie Glückspilz.

Ihren Fanschal lassen Sie in diesem Fall aber lieber zuhause, denn der FC St. Pauli hat kategorisch das Mitführen und Tragen von „Farben des Gegners“ außerhalb des Gästeblocks untersagt. „Millerntor: schwarze Büx + gelber Pulli nur im Gästebereich“ weiterlesen

In jedem anderen Verein hätten wir jetzt eine Trainerdiskussion

Ewald Lienen PK„St. Pauli startet bei Dynamo Dresden mit zwei robusten Fehlerketten – die offensive blieb regelmäßig an Dresdens Abwehr hängen, offenbarte wieder eklatante Abspielschwächen; die defensive Fehlerkette ließ Dresdens Spieler über St. Paulis linke Seite freundlich flanken und früh treffen.
In der zweiten Halbzeit wurden die Fehler weniger, St. Pauli stärker, aber nie zwingend.

#SGDFCSP 1:0

Bei so vielen einfachen Fehlern gewinnt Dresden sogar verdient 1:0 und beschert Ewald Lienen die dritte Niederlage in Folge; in jedem anderen Verein hätten wir jetzt eine Trainerdiskussion.“

Mein Kurzkommentar zur dritten Saisonniederlage für @zeitonline

Dynamo-Hools greifen Boys in Brown an, keine Verletzten, Bus kaputt. #fcsp

Letztes Wochenende fuhr der Bochumer Bus, wie alle Gäste nach einem Spiel am Millerntor, an der Domschänke vorbei. Gäste der Kneipe, St. Paulianer_innen aller Couleur winkten den Siegern zu, manche applaudierten sogar. Das ist nicht immer so, aber angreifen, einen Spielerbus entlglasen?, auf die Idee käme auch niemand bei Dynamo oder Hansa – egal wie brenzlig der Tabellenstand wäre.

Heiliger Boden Highlander

So ähnlich muss die Situation in Dresden heute auch gewesen sein, nur eben eskalierte der Frust der Absteiger-Hools in Richtung Boys in Brown.

„Wir sind rausgefahren aus dem Stadion und haben an einer Linksabbieger-Spur bei Rot gehalten, direkt an einer Kneipe, wo viele Dynamo-Fans standen. Während der zweiten Rotphase kamen dann Leute auf unseren Bus zu, warfen Flaschen und Steine. Hinten wurden zwei große Scheiben komplett entglast.“ Schildert Chrishi Böning den Angriff.

Nach Stellen eines Ersatzbusses, sind die Jungs inzwischen auf dem Weg nach Hause.

Dynamo braucht hier keiner mehr. Absteigen bitte.

Foto: Kiezkicker

Herzliche Reisegrüsse an die „schwulen Antifa-Module“ auf dem Weg nach Dresden, passt auf euch auf und habt trotzdem eine wunderschöne Auswärtsfahrt.

Inzwischen ist über dem magischen Stadtteil die Sonne aufgegangen. Es ist frisch am Hafen, als die letzten Kieztouristen zum Fischmarkt ziehen. Nu sind die Boys und Girls in Brown (und schwarz) schon eine Weile unterwegs nach Dresden, in die Richtung aus der es hellsilber über die Elbe scheint.

Ich erinnere mich an eigene Auswärtsfahrten, die je älter ich werde auch immer gediegener werden ;) – auch weil meine grauen Schläfen bei jungen knackigen Polizisten Beissreflexe dämpfen. Ich denke an das Häuflein vom Autohof (Foto-Credit oben) und wünsche ihnen, euch, eine sichere und fantastisch schöne Reise ins verdunkelte Dresden. Bei der neuen Stärke unserer Boys in Brown ist das zwar immer weniger eine Maso-Tour, aber spannend ist sie immer, vor allem wenn es nach Dresden geht.

Kommt gut hin, laut rein und heil wieder raus … forza St. Pauli.

Für mich heißt es gleich Wohnung renovieren, und hoffen das AFM-Radio empfangen zu können. Auch eine oft zelebrierte Form der mentalen Auswärtsfahrt. Weniger spektakulär, aber nicht weniger aufgeregt ;)

Einfach mal glücklich sein … #FCSP

Der Osten Wind bläst kräftig die Elbe hinunter und beschert uns die siebte Woche Sommer in Hamburg. Die Sonne scheint uns auf den Pelz, und das Viertel freut sich auf das Vollbier am Abend – beim Spiel gegen Dynamo Dresden gibt es entgegen anders lautender Meldungen fast überall am Millerntor Vollbier, nur im Gästeblock nicht – und selbst die von der Mopo hysterisch hoch gehaltene Stürmer-Debatte hat sich verdünnisiert. Es gibt nix zu meckern – und wenn es doch einer tut, dann holt Marius Ebbers die Hobby-Buttjes schnell auf den Boden der Tatsachen zurück und knappe 5.000 Euro für Viva Con Agua heraus.

Wie gesagt, es gibt nix zu meckern. Geniessen wir doch einfach unser Glück, St. Paulianer_innen zu sein. Mit dem SV Hollywood in der Nachbarschaft, dem zuzusehen wirklich immer mehr Spaß macht. Mit einer Marketing- und Medienabteilung, die nach anfänglichen Holpereien das Projekt KIEZHELDEN energisch weiter getrieben hat, und nun den FCSP auch abseits der links-alternativen Wege als seine Verantwortung wahrnehmender Verein positioniert. Ganz großes Kino Tennis, nach den 5 sozialen Projekten als 6. die Hilfe für die Flüchtlinge des FC Lampedusa zu promoten. A pro pos Kino: Der Film „Vom Kiez zum Kap“ dokumentiert eine waghalsige Reise zweier St. Paulianer zum Kap der Guten Hoffnung. Auch ein Crowdsourcing Projekt, made in St. Pauli. Und für Spätbesucher und Nicht-Stadiongänger_innen ab 20:00 Uhr im Abaton Kino.

Es läuft also gerade alles rund irgendwie. Ich freue mich heute auf Dresden, auch weil ich mir Filip Trojan in einem anderen Trikot ersparen kann. Das passte für mich immer nie, unseren Flitzer bei Dresden zu sehen … und weil ich mich auf die Gegengerade freue, das Winken in der 7. Minute herüber auf die Behindertenplätze, wo Frank und Co. aus Strande zurückwinken wollen. Auf das Heimspiel-Bier in der Domschänke … also bis nachher.

Und wer es so harmonisch nicht lange ertragen kann, der lese hier weiter … alle anderen machen sich jetzt auf den Weg ins Stadion …

… denn das kann noch ein heißer Herbst werden. Wenn die Verwaltung vielleicht angetrieben durch das Engagement des FC St. Pauli im Stadtteil jetzt das Thema Lampedusa Flüchtlinge energischer angeht, zeitgleich sich vier Teil-Behörden, sich nie grün, entscheiden, doch plötzlich eine Stadionwache haben zu wollen … ja, dann wird das ganz schnell ein heißer Herbst … und das Millerntor vielleicht Instandbesetzt? … ;)

Wehrhafte Frauen

Update: Reingefallen, ich habe da aus Versehen eine Geschichte erwischt, die schon letztes Jahr passiert ist. Trotzdem ein schönes Ende einer schlimmen Provokation, die sich dieses Jahr wiederholte :(.

Neben der Erkenntnis, dass eben auch andere Stadien in der Lage sind auf das Ergebnis eines Spiels Einfluss zu nehmen, gestern also die Dresdner, bleibt von diesem Spiel die Erinnerung an die Kackscheisse, die von Dresdens Fanszene ausging.

Neben offensichtlichen Straftaten, wie dem Zeigen des Hitlergrusses (findet sich dazu was im DFB Spielbericht?, fragt man sich da rhetorisch) und dem geschmacklosen Aufhängen von USP-Puppen, gab es auch eine Tapete, die ziemlich doof und unverhohlen sexistisch unsere Frauen bei USP beleidigte …

image

… und die Reaktion der usp femminile war wohl so energisch überzeugend, dass die Dynamos ihnen freundlich das doofe Banner überlassen haben. Respekt! Toll.

Ultra Frauen St. Pauli
USP Femminile wehrt sich gegen Sexistische Kackscheisse.
Foto: basch/ Ultrà Sankt Pauli

FCSP – DD 3:2 – Und manchmal wird am Ende alles gut

Da kann man mal sehen, was so eine verstellte Stunde alles anrichten kann. Der gesamte Rhythmus kann da durcheinander kommen. Begonnen hat das schon mittags um 12, als ich mich zur Feldstraße aufmachen wollte, zuerst den einen Bus verpasste, dann den anderen. Ich hatte noch genügend Zeit, also lieh ich mir ein Stadtrad. Nun, wollte ich zumindest. Nach 10 Minuten Telefonat mit der Hotline und dem Eingeben von diversen Öffnungscodes beschloss ich, die Verabredung sausen zu lassen und schlenderte dann über die NGBS runter nach St. Pauli – mal wieder auf der Süd, da es für Mitglieder wie mich, ohne Dauerkarte, im Moment ja nur Restplätze am Rand der Südtribüne gibt. „FCSP – DD 3:2 – Und manchmal wird am Ende alles gut“ weiterlesen

Sonderzug nach Dresden – der Fanladen hat noch Karten für Dynamo

Dynamisch kann man den Fahrplan der Sonderzüge nach Dresden, zum Auswärtssieg bei Dynamo, nicht nennen – er braucht geschlagene 44 Minuten von Altona nach Harburg ;) – aber Platz ist noch da …

#Zum Auswärtssieg in Dresden am Sonntag, den 29.04.2012 um 13.30 Uhr fahren wir mit zwei (2!) Sonderzügen!!! „Sonderzug nach Dresden – der Fanladen hat noch Karten für Dynamo“ weiterlesen

Spätes Licht am Millerntor – Dynamo Dresden

Nordkurve im Regen mit Jolly Rouge
Nordkurve im Regen mit Jolly Rouge

Hamburger Wetter, wir hatten Hamburger Wetter am Millerntor. Das erste Mal seit langer Zeit ist mir der feine Hamburger Regen bis auf die Haut osmotiert, so schnell, dass ich schon vor Anpfiff klammnass war. November, Westwind – das liegt eigentlich nur Mannschaften, die über den Kampf in eine gesunde Wärme finden. Dynamo Dresden also – und wieder einmal die Erkenntnis, dass unsere Boys in Brown echte Schönwetter-Fußballer geworden sind. Kaum kam dann nach dem 0:1 die untergehende Novembersonne heraus, lief es plötzlich wieder. „Spätes Licht am Millerntor – Dynamo Dresden“ weiterlesen

Pyro-Fan-Gewalt-Debatte: Dynamo Dresden gibt Gästekarten-Kontingent zurück – „Gästeblock, Gästeblock“ …

Die SG Dynamo Dresden (wird) auf das komplette Gästekartenkontingent für das Auswärtsspiel des 16. Spieltages beim FC St. Pauli, am 27. November 2011, verzichten und den gesamten Gästeblock für die Fans der gastgebenden Mannschaft zur Verfügung stellen. Außerdem werden die Verantwortungsträger der SGD den FC St. Pauli bei der sicherheitstechnischen bzw. organisatorischen Umsetzung dieser Maßnahme vor Ort am Millerntor in Hamburg unterstützen und für mögliche, daraus resultierende finanzielle Verluste entschädigen. Über diesen freiwilligen Verzicht wurden sowohl der Deutsche Fußball-Bund, im Zuge der Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Dortmund, als auch der FC St. Pauli am vergangenen Freitag vorab informiert.

… lese ich auf der Website von Dynamo Dresden und mir wächst ein Kloß im Hals und einer im Bauch. Das ist also die Folge einer Debatte, die selten undifferenziert Pyros und Gewalt-bereite Fans (vor dem Spiel in Auseinandersetzung mit ggf. ebenfalls Gewalt-bereiten Polizeibeamten) durchlauferhitzt zu einer Stimmung, in der sich Fußballfans in mediale Geiselhaft genommen fühlen dürfen (Schöner Text bei schwarz-gelb dazu). Andererseits, das habe auch ich immer wieder gefordert, dass sich die Vereine die Probleme mit ihren Fans zu eigen machen, als ersten Schritt hin zu irgendeiner Entwicklung – und das macht Dynamo Dresden nun. Treibt die Konsequenzen auf die Spitze. Ist das der Beghinn vom Ende der Auswärtsfahrt?

***
Nun, die Pyrodebatte können wir gerne führen. Ich bin da sowohl bei den Ultras, die dieses Stilmittel einsetzen wollen, als auch bei den Befürwortern einer gesonderten Abbbrennzone, und erwarte vom DFB, dass er in Fragen der Versicherung solcher Choreos nicht den einfachsten Weg geht, sie zu verbieten, mithilfe von doofen Medien zu skandalisieren, ihre Benutzer zu kriminalisieren und eine ganze Gruppe von Menschen zu gängeln. …

-> weiterführende Infos dazu bei Stadionwelt, Kampagne Pro Pyros, Pyro-kritische Argumente finden sich bei Santa-Pauli
***

Nun wird der Gästeblock also noch leerer sein, was Gäste-Fans angeht, als der von Rostock seinerzeit oder der des FSV beim letzten Heimsieg. Und wir sollten uns etwas ausdenken, was wir als Beitrag zu Debatte beitragen können. Wechselgesänge mit dem „Gästeblock“ vielleicht. Nicht für oder gegen ein Team, sondern solidarisch mit den Nicht-eingeladenen Dresdnern.