Boys in Brown, lasst euch von der Lust leiten! #fcsp

Das Hamburger Abendblatt und die Mopo bauen in den letzten Tagen ordentlich Spannung auf, die sich zu meiner Vorfreude auf das heutige erste Heimspiel der Saison 2016/17 gesellt. Ewald Lienen fühlte sich dann angesichts der mageren Punkteausbeute im letzten Jahr auch bemüßigt, Sätze zu sagen, die Menschen, wie ich vermeintlich hören wollen:

„Wir sind unverändert in der Bringschuld

… sagt er, und dass man nicht erwarten könne, dass „jeder ins Stadion kommt und uns anfeuert bis zum Gehtnichtmehr“ – und mich gruselt es ein wenig. Meint Ewald Lienen das wirklich so?, oder kennt er Sportredakteure gut genug, dass er mit preußisch-evangelischen Worten, wie „Schuld“ und „Pflicht“ hantiert, damit seine Zitate in ihr Weltbild passen?

Ich erwarte keine Pflichterfüllung von euch, liebe Boys in Brown.

Auch habt ihr keine Schuld abzutragen, weil euch Mutter Natur mit einer gehörigen Portion Talent versorgt hat. Nein, ich gehe ans Millerntor, weil es mir Spaß macht. Ich handele da ganz nach dem Lustprinzip und ja, wenn ich ehrlich bin, ist manchmal auch eine Portion Masochismus dabei, euch und euren Vorgängern zuzusehen – aber das ist alles freiwillig ;)

Was ich mir von euch wünsche, ist ein Auflaufen ohne Gepäck, nur mit der Lust am Spiel aufgeladen und der Vorfreude, unseren Support zu feiern – meinetwegen mit sauber herausgespielten Kontern und fulminanten Abschlüssen. Lasst euch in unseren Klangteppich fallen und schaltet das schlechte Gewissen aus, die Sachzwänge des Profitums sollen sich auflösen in einem herzhaften Lachen, wenn euch mal wieder ein Maulwurf das Tor vermasselt. Eure Lust zu spüren, mit den Kerlen aus Braunschweig zu spielen, gäbe mir viel mehr, als jedes gepresste Bekenntnis, dass ihr uns verpflichtet seid.

Voran Sankt Pauli – auf die Lust! ;)

Wundertüte Eintracht Braunschweig

Sportlich kann ich unseren morgigen Gegner immer schwer einschätzen. Irgendwie stark sind die Braunschweiger ja jedes Jahr und genauso regelmäßig stellen sie ihre 20 blauen Waden hinten rein und rühren Beton an. Zuletzt im März diesen Jahres, als unser inzwischen von dannen gezogener holländischer Stürmer John Verhoek mithilfe einer Bodenwelle in der 82. Minute das goldene Tor schoss. „Wundertüte Eintracht Braunschweig“ weiterlesen

Hurrah, endlich wieder Underdog! #fcsp

Mehr als siebzig Minuten in Unterzahl, ein Tor vom Schiedsrichter aberkannt, gefighted, gebissen und gegrätscht, dass es eine Freude ist. Die Niederlage in Braunschweig ist genauso ungerecht, wie es schön ist, dass unsere Boys in Brown ihren Status als Underdogs wieder haben.

Fehlt nur noch das Präsidium, das sich endlich mal matschige Shorts holen sollte, immerhin hat man ja schon die Ansprüche herunter geschraubt.
Ich kann mit dieser Niederlage beim Tabellenführer gut leben, und bin besonders stolz auf unsere Jungs mit den lehmigen Oberschenkeln!

FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig: Ein lauer Frühlingskick

Die Temperaturunterschiede waren es. Bestimmt. Auf der Süd und im Schatten der Haupttribüne sah es nach winterlichen vier Grad aus. Eine Temperatur, bei der Wasser seine höchste Dichte hat übrigens. Und gegenüber, in der Nord und auf der Gegengeraden sorgte die tief stehende Sonne für annähernd 20 Grad. Das Spielfeld war geteilt. Und die Boys in Brown mussten bei jedem Angriff diese Klimazone durchqueren, was sie sichtbar irritierte.

Die Mannschaft schien meine Anregung vom Bochum-Spiel umsetzen zu wollen und bezog endlich Kevin Schindler in ihr Angriffspiel mit ein – und nach Kruses Großchance in der siebten Minute, sah es ja doch so aus, als würde das Spiel so heiter verlaufen, wie das Wetter auf der Wetterseite.

Die größte Dichte herrschte im ganzen Spiel vor dem 16er der Gäste. Dort liefen unsere Boys in Brown immer wieder in ein Gestrüpp von blauen Waden – unfähig, den Ball platziert zu passen. „Wenn die das noch abstellen, dass der Ball immer drei Meter wegspringt bei der Ballannahme, dann könnte das sogar mal klappen mit dem Kurzpassspiel“, analysierte W. neben mir.

Viel passierte dann nicht mehr, wie das Hamburger Abendblatt heute Morgen, mit der Abwandlung des Klassikers aus dem Kasino „Keine Arme, keine Kekse“, auf den Punkt brachte: „Keine Stürmer, keine Tore!“

Nach dem Spiel gab es dann das erste Bier vor der Domschänke. Braunschweiger noch verabschiedet und ihnen einen schicken Restsonntag gewünscht. Meiner war dann nämlich noch sehr gemütlich.

Highlight:

Was sonst noch war, lest ihr beim Übersteiger. Und Fotos von der Kiffer-Choreo in der Süd findet ihr bei Stefan.