Ewald Lienen und die großen, großen Kleinigkeiten

Nach dem Heimspiel gegen Aue bin ich noch lange durch das Viertel gestrichen, habe viele liebe Millerntor-Bekannte getroffen. Das singuläre Thema des Abends: Ewald Lienen und der Zustand der Boys in Brown, die neun Tage nach Saisonstart die rote Laterne fest umschlossen halten – und das Schlimmste – auch so spielen, als wollten sie sie auch nicht wieder loslassen. Schuld an der Misere, so fasste es M. gut zusammen, seien die „vielen großen, großen Kleinigkeiten“. „Ewald Lienen und die großen, großen Kleinigkeiten“ weiterlesen

Lust am Kampf

Sich balgen bringt Spaß. Wenn es dabei um etwas geht, umso besser.

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Ich würde Julian Koch sehr gerne glauben, dass die Boys in Brown die Lust am krassen Buffen neu finden. Dazu gehört immer das Risiko, auch eine mitzukriegen. Aber solange die Lust dabei ist, wird alles gut!

„Hier kommt keiner lebend raus“ klingt als Ansage erstmal martialisch (HA heute), kann aber anstecken – wenn es zum Mantra wird: ¡no pasaran!

Eurocity-Aue

War da was in Aue?

Also unser erstes Auswärtsspiel gegen Aue ist genau der richtige Start, dachte ich mir. Persönlich eine Spur zu weit – auch östlich – für meinen Auswärtsfahrtengeschmack.Ein unangenehmer Gegner, bei dem wenig zu holen war in den letzten Partien – Sommergewitter, schwül, selbst auf Geschäftsreise – der perfekte Start in die Saison: irgendwie dabei, aber noch nicht ganz drin in der Saison. (Bei mir persönlich kommt da noch der Frust über die Ticketsituation dazu …)

Gegen 18:00 Uhr verlasse ich am Freitag Berlin Hbf gen Hamburg-ALtona, in einem Eurocity, dessen Klimaanlage schon lange die Waffen gestreckt hat. Löwenkäfig-Atmo und das AFM-Radio am Ohr. Wegen der zu erwartenden digitalen Hungerspiele in Brandenburg und Mecklenburg per Telefoneinwahl. Tuuut. Anpfiff. Passieren Berlin-Spandau, als Wolf die Aufstellung durchgibt.

9. Minute Abbruch Tonverbindung.
Es steht 0:0 und geht irgendwie sind die Boys in Brown überlegen und träge zugleich … und das geht immer so weiter. Der Name der am häufigsten fällt: Kalla.
33. Minute: Salzwedel, „Bruns lässiger Fehlpass“, aargh, also doch alles beim alten :) – und hat das was zu bedeuten, dass wir just „Bruns Fertighäuser“ passieren? …
45. Minute, Uelzen. Hundertwasser. Wieder einwählen. Noch 45 Minuten bis Altona. 0:0 zur Halbzeit, St. Pauli überlegen, aber nicht zwingend. Männel der Spielverderber – zwei gute Freistoßchancen auf Auer Seite. Das wird noch enger, wenn das lange 0:0 bleibt, sage ich zur Zugschefin, die mich mitleidig ansieht.

80. Minute: Power“fehler“play des FCSP, Aue dem Sieg näher. Es schwimmt im braunweissen Strafraum. Nu erst schnalle ich, dass der Zug eine Umwegstrecke nimmt, über Lüneburg, Harburg, Hbf., Dammtor nach Altona. Puh, hoffentlich geht das bald vorbei. Dann, nach genau 90 Minuten pfeift der Schiri ab. Das war pünktlich. 0:0 zum Auftakt, irgendwie ein gelungener Start. Und vielen, vielen Dank an Wolf und Team vom AFM Radio:

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Weitere Blogs zu Aue:

Magischer FC war da
Momo war in der Ofeuer-Bar
– und Gerd grüßt aus der Küche, denn von dem bisschen Licht allein kann man nicht leben :)

Champions League verspielt – ausgerechnet in Aue

Als ich heute Morgen den Altonaer Balkon zum Fischmarkt hinuntergehe, weht mir schon der abgelenkte und angereicherte Westwind entgegen. Er riecht nach Fisch und Zwiebelmett, und bringt die Kunde, dass der FC St. Pauli im Aufstiegskampf einen Dämpfer erlitten hat, vielleicht ist der Zug nach oben sogar abgefahren.

Mir persönlich kann das ja gar nichts anhaben, finde ich einen spannenden Aufstiegskampf in Liga zwo doch allemal vorziehenswerter, als einen langen Abstiegskampf in Liga eins. Ich träume dann, wie bspw. in Mainz seinerzeit von einer Teilnahme wie die anderen im „Europapokal“, weiss aber doch, dass die armen Jungs da auf dem Rasen mein Dilemma nicht auflösen können, immer zu gewinnen, schön zu spielen und doch nicht aufzusteigen, bei gleichzteitigem Gewinn der Champions League und aller Derbys.

Da mir berichtet wurde, dass hier „der eine oder andere“ sporadisch mitliest, erteile ich schonmal Absolution für die Niederlage in Aue – auch wenn ich mir das leicht machen kann, ich war ja nicht mit ins Erzgebirge gefahren – denn solche Spiele musst Du verlieren, wenn Du am Millerntor nu immer gewinnen und Düsseldorf und Fürth auswärts ärgern willst, ohne am Ende direkt aufzusteigen. Sich da Aue vorzunehmen ist außerdem unserer ureigensten Tradition geschuldet, die eigentlichen Underdogs in der Liga zu halten – und Aue gehört, spätestens seit dem Spiel am Millerntor, bei dem Aue gekämpft und gesungen hat, um dann doch abzusteigen und unsere Jungs dennoch abzuklatschen, zu meinen Lieblings-Ost-Vereinen.

Verzeiht euch selbst, dann könnt ihr euch auch „belohnen“ – das gilt für den „Jung“-Rekonvaleszenten Marius Ebbers, aber vor allem für Max Kruse, der seit Weihnachten, als ihn der Sportboulevard in die Bundesliga jubelte, verzweifelt an seinem Anspruch. Mit Druck geht das nicht, lasst euch das von einem Stotterer gesagt sein. Nehmt euch eure Zeit, atmet die Hälfte wieder aus, haucht die erste Silbe des nächsten Spieles, dann könnt ihr auch wieder Kraft geben, ohne zu verkrampfen. Und „Schicht im Schacht“ ist erst, wenn es zum letzten Mal pfeift.

It’s Aue Baby – FCSP loses 2:3

It was Erzgebirge Aue who ended the dream of our tired boys in brown. St. Pauli loses after leading 1:0 in halftime one.

Es sind nicht von ungefähr die Bergleute aus Aue, die uns mitten im Höhenflug ein Bein stellen. Stark waren die immer am Millerntor und verdient haben sie gewonnen. Wolf vom AFM-Radio hatte den richtigen Riecher, als er Bruns und Konsorten schwere Beine attestierte, die durch die Tabellenführungsdroge noch schwerer werden.

Gut so. Verloren.
Und keine Schwiegermütter-Interviews mehr. Noch 21 Punkte bis zum Klassenerhalt.