Ohnmächtiges St. Pauli

„Die Beständigkeit ist oft nur eine Form der Ohnmacht.“ – Théodore Jouffroy, Das grüne Heft

Ohnmacht auf St. Pauli. Ohnmacht gegen eine eingefahrene Dramaturgie, die am Ende nur das Machtgefüge stützt, das einem ohnehin schon die Sinne raubt. Anderen die Wohnung, neu dazu gekommenden die Bürger- und Menschenrechte.

Es ist die Ohnmacht der St. Paulianer_innen gegen das Kaputtbesitzen der ESSO-Häuser, die sich bei anderen wütend Bahn bricht: gegen ritualisiertes Rausschmeißen, das Wegmachen von Lebendigem. Die Ohnmacht der Gruppe Lampedusa bewegt mich ganz besonders, die sich nur mit Rückzug aus allen Gefahrengebieten dagegen schützen kann, instrumentalisiert zu werden. Von denen, die ihre Ohnmacht in alte weiße Wut umgemünzt haben.

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esso tag st. pauli

St. Pauli ruft: 28.04.: Demonstration gegen den Abriss der ESSO-Häuser und für ein Recht auf Stadt!

No WayDie Initiative ESSO-Häuser und diverse Stadtteilinitiativen und Gruppen aus der FC St. Pauli Fanszene rufen zur Demo gegen den Abriss der ESSO-Häuser und für ein Recht auf Stadt auf.

Wir rufen mit:

—————– Aufruf —————————

United we stand – divided we fall
28.04.: Demonstration gegen den Abriss der ESSO-Häuser und für ein Recht auf Stadt!

28.04.: Demo vom Stadion zu den ESSO Häusern

  • 15:30 Uhr Auftaktkundgebung am Südkurvenvorplatz Millerntorstadion
  • 16:00 Uhr Start der Demonstration
  • Anschließend Abschlusskundgebung mit kulturellem Rahmenprogramm auf
    Spielbudenplatz: Megafon Verstärker- Aktion mit Schwabinggradballett

Wenn die Häuser fallen, fällt auch das Viertel …
Im Herzen von St. Pauli liegen die so genannten ESSO Häuser. Seit
nunmehr 4 Jahren kämpfen die BewohnerInnen, NachbarInnen und
UnterstützerInnen als Initiative ESSO-Häuser für den Erhalt der Häuser.

Der milliardenschwere Investor, die Bayerische Hausbau hat den
Gebäudekomplex 2009 gekauft und nie einen Hehl draus gemacht, dass er
abreißen und neu bauen will. Verschwinden würden damit neben 107
Wohnungen, u.a. die Esso Tanke, das Molotow, der Planet Pauli Club, das
Autohotel und anderes kiezaffines Gewerbe.

Doch die Rechnung haben sie erstmal ohne die Menschen vor Ort gemacht!
Bis jetzt konnte der Abriss der Häuser verhindert werden und das soll
auch so bleiben!

Nicht wenige der BewohnerInnen leben und arbeiten seit Jahrzehnten auch
auf dem Kiez. Sie erlebten und prägten das Viertel, als es noch nicht
für Stadtmarketing, Investoren und Besserverdienene attraktiv (gemacht)
wurde. Das Areal steht symbolisch für den rauen, vielfältigen und
offenen Charakter des Stadtteils mit seinen unterschiedlichen Menschen
mit den verschiedensten Hintergründen. Es ist seit vielen Jahren eine
der zentralen Anlaufstellen des Kiezes. So was lässt sich nicht von
Investorenhand nachbauen.

Die renditegeleiteten Abriss- und Neubaupläne der Bayerischen Hausbau
wären ein weiterer und wohl auch entscheidender Schritt in der
Umstrukturierung von St. Pauli. Mietsteigerung (2/3 der neuen Wohnungen
wäre hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen), Verdrängung und die
Zerstörung sozialer Strukturen auf St. Pauli wären die Folge. Wir wollen
laut und deutlich sagen: Es reicht!

Die sozialen Widersprüche müssen sich hier weiter abbilden können und
die Vertreibung und Aufwertung ein Ende haben.

… doch noch ist nichts entschieden!
Derzeit wird ein Gutachten über die Tragfähigkeit der Häuser erstellt.
Zweifelsohne gibt es Handlungsbedarf, doch der bestehende
Instandhaltungsstau wurde bereits vom Vorbesitzer verursacht und durch
die Bayerische Hausbau weiter verschärft. Er darf nicht auf Kosten der
MieterInnen als Argument für den Abriss dienen. Es gibt Alternativen zum Abriss!!
In den kommenden Monaten wird die Entscheidung um die Häuser fallen und
die Entscheidung ist eine politische. Die Pläne des Investors lassen
sich nur verwirklichen, wenn der geltende Bebauungsplan von der Politik
geändert würde.

Der Kampf um die ESSO-Häuser steht symbolisch für verschiedene
Entwicklungen auf St. Pauli, in Hamburg und in anderen Städten. Die
Kommerzialisierung des Viertels wird vorangetrieben und geht zu Lasten
seiner BewohnerInnen.

Statt Zwangsräumungen von Mieter_innen, Vertreibung von Wohnungslosen
durch Privatisierung und Ordnungsdienste wie am Spielbudenplatz oder
durch die zeitweise aufgebauten Zäune und Gitter an der Kersten Miles
Brücke fordern wir die Teilhabe von allen in städtischen Räumen und
Recht auf Stadt für alle.

Zeigen wir am 28.4. deutlich welche Art der Stadtentwicklung wir wollen. Eine die sich an den Bedürfnissen der BewohnerInnen orientiert und nicht an den Interessen des „Unternehmens Hamburg“!

Kein Abriss der ESSO-Häuser – Die Stadt gehört allen!

Crowdfunding St. Pauli für „ESSO-Häuser Der Film“ – Filmemacher_innen suchen St. Paulianer zum Film finanzieren

esso tag st. pauli
L: Hamburg St. Pauli
(cc) stpauli.nu

Die Fimemacher_innen rund um den sehenswerten Kurzfilm „Empire St. Pauli“ planen einen neuen Dokumentarfilm über St. Pauli. Wieder soll die rasende Veränderung und Vertreibung alteingesessener St. Paulianer_innen Thema sein.

Worum es geht: Die ESSO-Häuser „Crowdfunding St. Pauli für „ESSO-Häuser Der Film“ – Filmemacher_innen suchen St. Paulianer zum Film finanzieren“ weiterlesen

ESSO-Häuser: Keine Investoren-Veranstaltung am Millerntor!

Esso Häuser

Was haben ACTA und die Bayrische Hausbau und Corny Littmann gemeinsam? Sie scheuen den öffentlichen Diskurs, möchten lieber alles schön kontrolliert im Hinterzimmerchen ausklüngeln und dann die interessierte und tlw. involvierte und betroffene Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen stellen. Das ist sooo 90er und erregt schon in seiner arroganten Abschottung Widerspruch. Wenn sich dann die Gentrifizierer von Sankt Pauli am Millerntor treffen wollen, gibt es verständlicherweise Widerstand:

grillfest esso haeuser

Anfang Februar ließ die Bayerische Hausbau die Verhandlungen um die Zukunft der Esso Häuser auf der Reeperbahn platzen und verkündete gegen den Willen der AnwohnerInnen den Abriss und Neubau der Häuser in Angriff zu nehmen. Kritik an dieser Entscheidung gab es nicht nur von der Initiative Esso-Häuser, sondern auch von Seiten der Lokalpolitik. Nun tischt der Investor den nächsten Skandal auf und lädt die BewohnerInnen zum Austausch ins Millerntorstadion. Doch AnwältInnen und PolitikerInnen sollen draußen bleiben! – lese ich bei „Mietenwahnsinn stoppen.