Nach dem Derby. St. Pauli diskutiert: Was nu?

Die Tage nach dem Stadtderby gegen den HSV waren nicht einfach. Bei vielen, auch bei vielen, die ich lange kenne, kochten die Emotionen hoch – zum einen über das desaströse Spiel der Boys in Brown, zum anderen über die Vorkommnisse auf der Südtribüne.

Grafitti Altona
„Wir sind die Jugend, wir sind der Widerstand“ Grafitti in Ottensen

Da ging ein Teil von St. Pauli kaputt

Oke Göttlich, unser Präsident, sprach von einer Zäsur, mein Nebensteher von einem „Schlag ins Kontor“. Auch ich empfinde das Abmackern der 40-50 Vermummten auf der Süd als Tabubruch, als Herausforderung für alle, die sich St. Paulianer nennen. Ob Süd, Nord, Haupt oder GG. Dabei will ich versuchen eine Selbstverortung vorzunehmen, eine sehr persönliche Basis, von der aus ich in den Diskurs starte. Einen Diskurs, davon bin ich fest überzeugt, den wir nicht allein der so genannten Aktiven Fanszene überlassen können. Diese Situation fordert alle im und um den Verein herum heraus. Die Lösung liegt, wenn es eine gibt, im vereinsöffentlichen Diskurs.

Die sechs Stufen mentaler Stärke

Beinahe zufällig, vielleicht meiner aktuellen Aufmerksamkeit für solche Themen geschuldet, bin ich über einen Artikel der Therapeutin Claire Dorotik-Nana gestoßen, deren Worte einen Weg heraus aus der Wut, der Verletzung aufzeigen können.

Dorotik-Nana beschreibt sechs Stufen, die ein Mensch steigt, um an einem Ereignis, an einer Krise zu wachsen. Für einen Fußballverein und seine Supporter kann das analog gelten.

Die Zerrüttung

„Wir werden nicht stärker, wenn die Dinge so laufen, wie wir es wollen, und wenn die Würfel förmlich zu unseren Gunsten fallen. Wir werden stärker, wenn wir mit Ereignissen konfrontiert werden, die uns Angst machen, uns herausfordern und uns letztendlich zum Aufstieg (sic 😉 zwingen. Es ist, wenn die Welt, die du kennst, und alle Überzeugungen, die sie aufrechterhalten, zerbrochen sind. Es ist, wenn ihr anerkennt, dass das, was ihr wusstet, nicht mehr wahr ist, und euer Leben nicht mehr so wieder zusammengesetzt werden kann, wie es war. Und so unangenehm dieser Störungszustand auch ist, er ist auch unvermeidlich.“

Stufe 1

Raketen auf den Rasen zu schießen, zu einem Zeitpunkt, an dem dies mit Spielabbruch bedroht ist, Beutebanner zu präsentieren und später anzuzünden, im eigenen Block zu randalieren und laut Augenzeugenberichten Mitsteherinnen die Nase zu brechen, das alles muss man als das bezeichnen, was es ist: Hooliganismus.

Dass dieser sich auf einer unserer Tribünen manifestiert, macht wütend, lässt viele ohnmächtig zurück.

Die emotionale Reaktion eines ganzen Stadions, einer Mehrheit der Menschen, die auf der Gegengerade ganz in der Nähe des Geschehens stehen und die 40-50 Randalierer mit „Ihr seid scheiße wie der hsv“ ausbuhen, ist schmerzhaft und zeigt in seinem wütenden Nachspiel in Freundeskreisen, sozialen und Boulevardmedien, dass durch die Fanschaft des FC St. Pauli sich Risse ziehen, manche uralt, die an diesem Tag aufgebrochen und deren Kitt geborsten ist.

Wir spüren alle, wir haben da am Sonntag mehr als ein Spiel verloren.

Die Unsicherheit

„Wenn wir die Antworten nicht haben, stellen wir die Fragen, die zu einem besseren Verständnis führen. Es ist auch das Nichtvorhandensein der Antworten, das uns hilft, uns selbst zu vertrauen. Wir lernen, uns unseren Zweifeln, unseren Ängsten und Unsicherheiten zu stellen, und wir lernen, dass wir nicht von ihnen definiert werden“

Stufe 2

Es ist leicht, sich nach der Erregung in der Wut einzurichten. Den Verlust dessen, von dem man, irrtümlich, glaubte es zu besitzen – eine allgemein gültige Definition dessen, was St. Pauli ausmacht.

Es ist vielleicht sogar gemütlich und beruhigend, die Süd, die Ultràs, USP zu beschimpfen, ihnen Konsequenzen anzudrohen. Ich möchte diesen einfachen Weg nicht gehen.

Stelle ich mir also die Fragen, die meine Unsicherheit beschreiben:

  • Wie stehe ich selbst zum Thema Pyrotechnik? Was ist in meiner Wahrnehmung OK und was nicht?
  • Wie stehe ich zu Gruppen in unserer Fanszene an sich? Fühle ich mich sogar bedroht? Mindestens ausgeschlossen?
  • Was erwarte ich von organiserten Fangruppen, wie USP, dem Südkurvenkollektiv, der AFM, und anderen Institutionen im Verein
  • Was erwarte ich von mir selbst? Was macht das St.-Paulianer-sein für mich aus?

Das Überdenken

„Überdenken Sie es noch einmal. Überdenken bedeutet, zurückzutreten, ein Weitwinkelobjektiv zu verwenden und einen zweiten Blick darauf zu werfen. Es bedeutet, über alles nachzudenken, was du für wahr gehalten hast, über die Entscheidungen, die du getroffen hast, über die Prioritäten, nach denen du gelebt hast, und über das Leben, das du in Zukunft führen willst. Es bedeutet, nicht perfekt sein zu müssen und zu akzeptieren, dass einige Entscheidungen und einige Überzeugungen dir nicht dienen.“

Stufe 3

Ich merke immer wieder, dass ich die Dinge bei uns rund um den FC St. Pauli anders sehe, als andere. Ich sehe es fundamental anders, als stellvertretend Uwe Doll, unseren ehemaligen Aufsichtsrat, der nach strafrechtlichen Maßnahmen ruft, sogar in letzter Konsequenz nach der Polizei. Ich sehe den Einsatz von Pyrotechnik aber auch anders, als viele auf der Gegengeraden oder der Süd. Ich halte das Abschotten von Fangruppen für toxisch. Ich halte das Ableiten von Privilegien aus Aktivität und Führungsanspruch für falsch. Ich fühle, ich stecke mitten zwischen vielen Positionen.

Hier möchte ich versuchen, einige für mich glattzuziehen, zu überdenken:

  • Pyrotechnik: Für mich sind die Grenzen von Pyroeinsatz fließend. Ich kann mich gerade nicht wirklich festlegen. Dennoch finde ich Punkte, auch beim Einsatz am Sonntag, die ich klar ablehnen kann:
    • Übermäßiger Rauch: Wenn der Einsatz von Rauch das Atmen erschwert, Asthmatikern die Luft nimmt, über die eigene Kurve hinaus sich über eine andere legt, wie der stinkende Atem von Mordor, dann lehne ich Rauch ab.
    • Pyros in der Hand – OK, Pyros schmeissen – NO way
    • Raketen: die Raketenstafetten zu Beginn des Derbys schienen mir sauber gesteuert zu sein. Ich war überrascht, vielleicht ein wenig besorgt zunächst, aber dann doch begeistert. Das wütende Abschießen von Raketen auf das Spielfeld von Seiten der 50 inzwischen Rotkäppchen genannten Hools werte ich als Angriff auf das Stadion. Als aggressiven Akt.
  • Beutebanner verbrennen: Es ist von vielen Menschen, die ich für relevant in meinem Fankontext ansehe, darauf hingewiesen worden, dass Gegnerbanner abziehen, Schals verbrennen ein nicht tolerierbares Verhalten ist. Das sollte auch so bleiben. Wichtig für einen erfolgreichen Diskurs wird sein, wie sich die Gruppen auf der Süd dazu verhalten.
  • Andere Kurven ansingen: Das Ansingen von Gegengerade und Süd hat Tradition, auch das Frotzeln in Form von „Ja was denn“. Ich habe am Sonntag das Aussingen und Anpöbeln in Richtung Süd so verstanden, dass explizit die 50 Rotkäppchen gemeint waren. Für mich war das kollektive Rausbuhen dieser Typen eine Manifestation gegen Hooliganismus, gegen spielabbrechenden Egoismus und Mackertum, das man sich von der Gegengeraden auch erstmal erarbeiten muss. Ich habe auch das Auspfeifen nach dem Spiel, persönlich, nicht gegen USP oder die gesamte Süd gerichtet verstanden, sondern als Auspfeifen eben dieser rotmaskierten Hools, die noch nicht mal den Anstand hatten, unseren Boys in Brown auf ihrer schweren Ehrenrunde zu applaudieren. Ich hoffe, dass die überwiegenden Teile der Südkurve sich meiner Wahrnehmung anschließen können, auch wenn ich nicht ausschlie0ßen mag, dass einige USP-Hasser die Vorfälle für die Pflege ihrer ohnehin zementierten Ressentiments genutzt haben.
  • Ultrà Sankt Pauli: Kurz gesagt, einer Ultrà-Gruppe, der ein Hans-Frankenthal-Preis verliehen wird, bringe ich vorschießenden und tiefen Respekt entgegen. Nach – auch in diesem Blog – hart geführten Auseinandersetzungen nach der Südkurvenblockade habe ich feststellen dürfen, dass USP zu einem vereinsweiten Diskurs fähig ist. Noch heute mag ich einige der Menschen dort sehr gerne, die ich aus damaligen verbalen Scharmützeln kenne. Ich halte USP für eine echte Errungenschaft des FC St. Pauli, für eine Gruppe, die sich bei ihren Aktionen immer auch die Frage nach dem „Wofür“ stellt. Eine wichtiger Aspekt auch in unserer Diskussion und der Frage, wo Mackertum und Egoshow anfangen – meiner Ansicht nach genau dort, wo Aktionen kein „Wofür“ transportieren können. Ich wünsche mir schon lange, dass die Prozesse, die auch den FCSP betreffen, von USP und anderen Ultrà-Gruppen öffentlich diskutiert werden. Ich halte es für einen Fehler, die Fanöffentlichkeit anderen, auch mir, zu überlassen.
  • Selbstverwaltung der Südkurve: Ich mag die Idee, dass sich eine Fankurve selbst verwaltet. Ich nehme wahr, dass sich die Probleme auf der Süd in vielen Fällen besser in der Gemeinschaftsverantwortung lösen lassen, als durch Sanktionen von offizieller Seite. Ich befürworte alle Anstrengungen, diese Grundidee zu bewahren.
  • Repression vs. Sanktion: Gerade wenn bei aufwallender Wut das Stammhirn übernimmt, sich nach schnellen Lösungen gesehnt wird, nach der Kavallerie aus Jugendfilmen, ist es ratsam innezuhalten. Nein, ich glaube in beinahe keinem denkbaren Fall ist es eine gute Idee, die Polizei in einen Block, vor einen Eingang zu schicken, um für „Ordnung“ zu sorgen. Das sieht sie glücklicherweise selbst so. In meiner Wahrnehmung ist die Polizei in der komplexen Welt des Fußballs ein Akteur, einer der vor allem auf der Süd mehr Schaden anrichtet, als hilft. Trotzdem gehört zu allem, was wir heute und in Zukunft besprechen ein Grundmechanismus, ohne den Gruppen oder Communities nicht funktionieren: das glaubhafte Androhen von Sanktionen. Sie sind die Grundlage für Vertrauen, dafür, dass wir diesen Prozess des Stärkerwerdens aus dem Debakel erfolgreich vollziehen können.
  • Jaja, die Gegengerade: Die Vorkommnisse auf der Süd sofort in Diskussionen mit „ja aber die Gegengerade“ zu kontern ist in meiner Wahrnehmung klassischer Whataboutism. Was nicht heißt, dass wir in unserem Diskurs nicht auch über das Selbstverständnis auf dieser Geraden sprechen müssen. Dabei scheinen mir drei Punkte wichtig:
    • USP-Hasser entlarven und ansprechen: ich positioniere mich persönlich und immer wieder gegen Ultrabasher und Anti-„LaLaLa“-Apologeten. Nu habt ihr eine eigene Gerade, dann kümmert euch auch um diese, bevor ihr auf andere, schräg gegenüber zeigt.
    • Kann es sein, dass aus dieser Geraden keine „Supportmacht“ mehr wird? Ich habe auf dieser Geraden schon überall gestanden und überall ist der Support ein anderer. Grds. kann man sagen, dass er Mitte-links am stärksten ist und zur Nordkurve abnimmt. Aber auch dort, wo ich oft stehe, unterhalb des Supportblocks, herrscht manchmal schlimme Langeweile. Ich weiss noch gar nicht, ob man das ändern kann? Oder sollte?
  • Die Boys in Brown: Bitte vergesst mir nicht unsere Fußballer auf dem Rasen. Ich kann nicht zum einen (zu recht) fordern, dass die Mannschaft sich der Fanschaft öffnet, wenn ich ihren Bedürfnissen auf dem Rasen und während des Spiels nicht gerecht werden möchte. Es ist meiner Ansicht nach eine gute Prüfung, jede Aktion auf den Rängen mit der Frage zu begleiten: „Was bringt das meinen Jungs auf dem Rasen?“

Nach Bedeutung suchen

„Wenn du mental starke Menschen nach ihrem Leben vor und nach dem Gefühl der Stärke fragst, werden sie dir zwei Dinge sagen: Ihre Stärke steht in direktem Verhältnis zu den Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden, und ihr Leben hat jetzt viel mehr Bedeutung. Was sie euch sagen, ist, dass sie auf der Suche nach Bedeutung sind, die sich aus der Herausforderung – und sogar verheerenden – Ereignissen ergibt, die sie stark gemacht haben. Es geht darum, einen Grund zu finden, weiterzumachen.“

Stufe 4

Quo vadis St. Pauli?, das war eine Frage, die sich dieser Verein und seine Supporter schon einmal stellten. Die Zäsur war ähnlich und doch anders: die Blockade der Südtribüne durch USP.

Die Zeiten sind heute andere, die Probleme sehen ähnlich aus, sind aber im Wesen anders, das nehme ich wenigstens so wahr. Trotzdem kann man an unserem gemeinsamen Vorgehen nach der Südtribünenblockade beim Spiel gegen Hansa Rostock (vermisse die ja beinahe 😉 eine Menge für das Heute lernen.

Das Heimspiel gegen Augsburg war eines der schönsten, emotionalsten und wichtigsten in meiner Fanbiografie. Bei diesem Spiel versöhnte sich das Millerntor untereinander, woben sich neue Bande zwischen den Kurven, zwischen den Fans, der aktiven Fanszene und mir und anderen.

Ich wünsche mir, dass uns das diesmal auch gelingt. Bis zum nächsten Heimspieltag sind noch knapp zwei Wochen Zeit. Wenige Tage, in denen vom Fanladen, vom Präsidium und anderen (hier sehe ich AFM und Fanclubsprecherrat an) ein Diskurs initiiert werden muss, der meinem persönlichen hier ähnelt. Bis zum 4.4. zu warten, diese Selbstwiederfindung intern oder nur auf der Süd zu beprechen, halte ich nicht nur für einen Fehler, ich halte es auch für verpflichtend, all diejenigen mitzunehmen, die nicht organisiert und gut vernetzt sind.

Die Rekonstruktion der eigenen Narrative

„Eine Lebensgeschichte ist das, was wir uns über unser Leben sagen. Es ist das, was wir uns über unseren Selbstwert, unsere Fähigkeiten und unsere mentale Stärke sagen. Und für Menschen, die geistig stark sind, ist es dramatisch anders als früher, denn Lebensgeschichten werden uns nicht übergeben, und sie sind auch nicht statisch. Stattdessen werden sie durch das Leben, das wir führen, die Entscheidungen, die wir treffen, und die Zuschreibungen, die wir Ereignissen zuweisen, die in unserem Leben geschehen, ausgearbeitet. Und was mental starke Menschen dir sagen werden, ist, dass es eine Zeit gab, in der sie sich nicht stark fühlten, in der sie sich nicht so sahen, wie sie es jetzt tun. Aber sie werden dir auch sagen, dass es, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt sind, einen Rekonstruktionsprozess gab. Sie mussten ihre Lebensgeschichte in Frage stellen. Sie mussten neu definieren und rekonstruieren, wer sie waren, wie sie sich selbst sahen und was sie zu sich selbst sagten. Letztendlich waren sie es, die sich selbst als stark definierten.“

Stufe 5

Mein St. Pauli-sein prägen Geschichten von selbstironscher Übernahme von Schmähgesängen, dem langsamen Zusammenwachsen von netzöffentlicher und organisierter Fanschaft, die sich so wundervoll im Sozialromantiker-Protest manifestierte. Geschichten von Fanaktionen für etwas. Die Millerntor Gallery oder Viva con Agua, das sich nur aus diesem Millerntor heraus entwickeln konnte und gleichzeitig unsere Achillesfersen deutlich aufzeigt (Whiteness und Mainstream).

Mich prägen Auswärtsfahrten mit viel Wein und Pinot genauso, wie meine Auseinandersetzung mit den Kutten in der Nord. Meine St. Pauli Geschichte prägt auch die Macht, die in dem „etwas anderen“ Verein entsteht und die erbarmungslos zuschlagen kann, dass sogar ein gestandener Blogger mit dickem Fell überlegt, diesen Klüngel getrost sich selbst zu überlassen.

Mich prägen die Geschichten, die ich mit Menschen um und im Verein habe. Von denen einige auch Co-Autoren in diesem Blog oder Co-Hosts und Gäste in meinem Podcast wurden.

Das gemeinsame Bauen

„Mentale Stärke existiert nicht in einem Vakuum, und selbst die stärksten Menschen brauchen andere, um ihre Stärke zu erkennen und zu bestätigen, denn mentale Stärke braucht einen Platz zum Anhaften. Es braucht etwas Größeres als sich selbst, um ihm einen Sinn zu geben.“

Stufe 6

Ich bin bereit, diese Narrative gemeinsam neu zu erzählen. Und ich möchte, dass bspw. die Geschichte von migrantischen Jugendlichen aus dem Viertel miterzählt wird, zu unserer wird. Auch und gerade, wenn einige der Rotmaskierten diese Geschichte erzählen, eine, die bisher nicht zu meiner passt.

Nur so wird ein St. Pauli draus, das die nächsten 5 Jahre überdauert. Solange, vermute ich, haben wir alten Knacker noch Zeit, uns in diese Erzählung einzubringen 🙂

Tl; dr

In a nutshell: Ich möchte ein St. Pauli, in dem dieser Aufkleber genausoviel Sinn, wie Unsinn ergibt 😉

ps auch der magische FC Blog fängt an zu reden

Fanladen Soli-Aktionen

Zwischen Weihnachten und Neujahr meldete der Fanladen St. Pauli, das Fanprojekt unseres FC St. Pauli, dass in seine Räume in der Gegengeraden des Millerntors eingebrochen wurde.

Im Fanladen wurde eingebrochen und neben der Kasse des Fanladens auch erhebliche Summen aus den Spendentöpfen wie beispielsweise der U18 und der BWH entwendet.
Gerade in der Vorweihnachtszeit habt ihr es ermöglicht, dass viele Projekte so gut laufen können – nun stehen wir mit sehr wenig da. Im neuen Jahr melden wir uns mit weiteren Infos nochmal dazu! Dennoch einen guten Rutsch!

Fanladen St. Pauli auf Facebook

Tatsächlich belaufen sich die Summen, die aus verschiedenen Kassen gestohlen wurden auf mehrere Tausend Euro; Geld, das nun für wichtige Projekte in 2019 fehlt.

Spenden gesucht

Sofort starteten Fanclubs Spendenaktionen, wie diese Paypal Spendensammlung, die wohl OK sein soll – zumindest weiss der Fanladen davon.

Spendenaktion via Paypal

Und über 5.000 gesammelte Euro sind schon eine Ansage, liebe St. Paulianer. Das ist schon toll.

Soli T-Shirt Aktion dieses Blogs

Spontan habe ich ein T-Shirt-Design, dass ich eigentlich erst später veröffentlichen wollte zu einer Soli-Shirt-Aktion via Teezily gezimmert.

Soli Shirt Aktion FAnladen
Soli Shirt Aktion dieses Blogs bei Teezily

Die Aktion ist inzwischen beendet, ca 125 EUR eingenommen. (Nachbestellungen sind weiterhin möglich)

Transparenz:

Brutto-Netto-Rechnung Soli Shirt Aktion

Insgesamt habe ich 182,73 EUR Provision von 18 verkauften Shirts erhalten.

Diese beinhalten 19% MwSt. und da ich diese auch noch versteuern muss (44,31% Grenzsteuersatz), bleiben als Reingewinn: 85,50 EUR.

Diese werde ich dem Fanladen überweisen, sobald die Zahlung an mich erfolgt ist.

Spendenkonto Fanladen St. Pauli

Wer außer meinem bescheidenen Beitrag (ich habe mir selbst zwei Shirts bestellt 😉 noch etwas überweisen möchte, der richte seine Zahlung bitte an:

  • JUSP Fanladen St. Pauli
  • IBAN: DE37200505501045210935
  • Swift: HASPDEHHXXX)
  • Stichwort: Soli Spende Fanladen St. Pauli

Limitierte Lonsdale – St. Pauli Trainingsjacken

Lonsdale ist eine englische Modemarke, die mit dem Aufkommen der Jugendbewegungen der Modernists (Mods) und vor allem der Skinheads berühmt wurde. Insbesondere im Boxing-Umfeld.
In den 80er Jahren wurde Lonsdale dann Lieblingsmarke der rechten Szene und verbrannte beinahe. Seit langem arbeitet Lonsdale aktiv daran, das Image als Nazi-Marke verschwinden zu lassen, unterstützt und sponsert auch in Deutschland klar links positionierte Clubs, wie Babelsberg oder die Boxabteilung des FC St. Pauli.

Kein Lonsdale den Faschisten

„Reclaim your Style“ hat endlich auch das Millerntor erreicht.
Aus diesem Engagement heraus hat Lonsdale mit dem Fanladen St. Pauli eine limitierte Auflage von Trainingsjacken erstellt:

  • Farbe braun-weiss
  • Größen: S-3XL – fällt, wie bei englischen Schneidern üblich, sehr klein aus!
  • Limitiert: 200 Stück
  • Keine Reservierung, kein Versand
  • Verkauf ab 14.9.2017, 15:00 Uhr

St. Pauli streitet sich mit dem Medien-Boulevard: #FloraBleibt

Springer-Medien sind nicht wohl gelitten auf St. Pauli und am Millerntor. Nicht erst seit der #BILDnotwelcome Kampagne prallen Hamburgs Boulevardmedien, BILD, Welt und Mopo, mit den Supportern des Kiezklubs zusammen. Die blutgeile G20-Berichterstattung, vor allem in BILD und Welt hat nun kollektiv für Gegenwind gesorgt.
150 (in Worten: Einhundertfünfzig!) Fanclubs, der Fanclubsprecherrat und der Fanladen St. Pauli haben eine Erklärung unterschrieben, die beklagt, dass Medien versuchen „unseren Verein, unsere heterogene Fanlandschaft und unser aller Ehrenamt in Sport, Kunst und Miteinander zu torpedieren“. „St. Pauli streitet sich mit dem Medien-Boulevard: #FloraBleibt“ weiterlesen

#NoG20 – St. Paulis Fanszene vereint gegen G20

„G20 Kilometer weiter, make Pinneberg great again“

NO G20 Installation Rote Flora
„NO G20 Installation Rote Flora“; Facebook Screenshot

Der FC St.Pauli hat dem Aktionsbündnis gegen die Versammlung der 20 „größten“ Staaten und ihren Staatschefs mitten im Hamburger Schanzenviertel das Stadion zur Verfügung gestellt. 800 Aktivistinnen und Interessierte kamen am Wochenende, um zu beraten, wie man den Protest gegen die provokante Eierschaukelei organisieren kann.
Heraus gekommen ist ein (von mir hier leicht redigierter*):

Gemeinsamer Aufruf an die FC St. Pauli-Fanszene zur Beteiligung an den Protesten gegen den G20-Gipfel

„#NoG20 – St. Paulis Fanszene vereint gegen G20“ weiterlesen

"Kein Fußball den Faschisten" – St. Pauli Fanladen ist Julius-Hirsch-Preisträger 2016

Dem Fanladen St. Pauli wurde wegen der Trikotaktion „Kein Fußball den Faschisten“, das am 21. Spieltag der vergangenen Saison auf den Trikots des FCSP stand, der Julius Hirsch Preis verliehen. Der Fanladen St. Pauli, eines von 57 vereinsunabhängigen Fanprojekten in Deutschland, hatte die Aktion beim Heimspiel gegen RB Leipzig am 12. Februar 2016 initiiert.
Mit dem Preis ausgezeichnet werden seit 2005 Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft für Demokratie, Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten einsetzen.
Der DFB hatte den Fanladen schon öfter auf der Shortlist, dieses Jahr war es dann soweit: Glückwunsch – damit zeigt der DFB dann wohl auch späte Einsicht, dass „Kein Fußball“ allein keine Aussage ist. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und wird anteilig, je nach Platzierung, an die drei Preisträger verteilt.

St. Pauli Auswärtstickets via Fanladen bestellen

Fanladen St. Pauli auf Facebook
Projekte und Fanclubs können Auswärtstickets über den Fanladen St. Pauli bestellen. Hierfür bekommt der Fanladen für jedes Spiel ein Kontingent der Gästetickets zur Selbstverteilung vom FC St. Pauli.
Die Kriterien, nach denen die Tickets verteilt werden hat das Team vom Fanladen gerade erst auf Facebook wiederholt, weil es für beliebte und nahe Ziele (aktuell Union Berlin und eintracht Braunschweig) regelmäßig zu wenig Karten gibt: „St. Pauli Auswärtstickets via Fanladen bestellen“ weiterlesen

Friede den Kutten #fcsp #Sticker #Homophobie

Der Sonnabend des letzten Bundesliga-Heimspiels der alten Nordtribüne war gefühlt gerade angebrochen, als ich mich um kurz nach 9:00 Uhr gen Millerntor aufmachte. Der erste herbstliche Sprühregen nieselte mir ins Gesicht, als ich im Fanladen auf eine Abordnung der ‚Hamburger Originale‘ traf: zur Aussprache über die homophoben und sexistischen Sticker und meinen Blogbeitrag dazu.
Es wurde eine intensive Aussprache; vorweg will ich die sehr befriedigende Erkenntnis teilen, dass wir mit dem Fanladen und dem Fanclubsprecherrat (FCSR) tolle Institutionen haben, die einen geschützten Raum bieten, solche Konflikte zu lösen.
„Friede den Kutten #fcsp #Sticker #Homophobie“ weiterlesen

Wir brauchen mehr "Hippie-Scheisse"

… oder: Gitarrenrock vs Hip Hop auf St. Pauli.
„Wir sind Sankt Pauli“ ist der aktuelle Aufruf aus der St. Pauli Fanszene überschrieben, den SPNU hier auch veröffentlicht und unterzeichnet hat. Und ich habe damit so meine Probleme (voll schizo, Probleme mit dem eigenen Aufruf zu haben, aber irgendwie auch „St. Pauli-like“).
Hintergrund sind wohl, wenn ich das richtig verstehe, Übergriffe von jungen Kerlen, die in „Macker-Manier“ durch das Viertel ziehen, oder auf Spielplätzen auf Krawall lauern. Mir ist bisher noch schleierhaft, ob diese Kerdls aus dem Viertel sind, oder wie beim Schanzenfest in den letzten Jahren zu beobachten gewesen ist, aus den Randbezirken einfallen, um ihren Frust in Testosteron-geschwängerten Spaß zu verwandeln. Das ist imho wichtig zu Wissen.
Haut doch ab“
Probleme habe ich, wenn ich Begriffe wie „Normen und Werte“ lese – dann wird es mir unwohl, denn ich vollziehe sofort den Gegengedanken: „Was wäre, wenn das der Innensenator oder ein CSU-Mitglied sagen würde?“ – das hat mir schon viel Ärger eingebracht, auch unter St. Paulianern, dass ich darauf dränge da sehr eng zu differenzieren. Und in der Tat: wie schmal ist er  denn, der Grat auf dem wir uns bewegen? Wenn es um das Abwehren von Gewalt beim Schweinske Cup geht, das „beschützen“ unserer Lokale und der eine Schritt weiter nur für Eingeweihte sichtbar wird, das, wofür St. Pauli steht „nur“ als Vorwand zu nehmen. Stil ohne Sinn, die andere Seite der Medaille. Derselben dummerweise.
Wenn ich mir dann vorstelle, die Jungs kommen hier aus dem Viertel und kotzen im Strahl über die Belehrungen der alten schwarz gewandeten Opas mit ihrem Punkrock und dem Galao in der Hand. Rebellieren eben aus purer Wut, ohne politische Richtung. Sind hereingefallen auf das Versprechen vom Konsum einerseits, aber auch auf unsere, die Erfolge der Fanschaft durch Gegenwehr. Und sei es nur für den Moment, für das Gefühl, bis Sonntag Abend der Chef im Revier zu sein. Dann kommt mir der Kommentar von Hans bei Facebook in den Sinn  – und unser Aufruf mir doch sehr ausgrenzend vor:

Das sind „Werte“, deren inhalt einem zeitlichen Wandel unterliegen, wie das nunmal mit allen Worthülsen so ist. „St. Pauli“ (Anmerkung des Autoren) war vor 30 jahren noch etwas ganz anderes als heute …
… es gibt eine menge an menschen, die, freiwillig oder unfreiwillig, irgendwie alle miteinander zu tun haben. dann denkt sich ein teil davon: „der andere teil gefällt uns so nicht, die machen das nicht so wie wir, also sind das eigentlich auch keine menschen, die hierher gehören.“ und versucht dann herrschaftlich das verhalten der anderen zu ändern, indem als alternative die ausreise bzw. entfernung von der gruppe angeboten wird.
punkt zwei: evtl. sollten sich alle auch mal fragen, wo soetwas denn überhaupt herkommt. das ganze macho-ich-fühl-mich-geil-weil-ich-vorm-jolly/fanladen/sonstwas-stehe ist da nicht unschuldig dran. wenn demonstrative männerstärke zum alltag in der fanszene gehört, dann äußert sich das nunmal in einem überlegenheitsgefühl (pöbeln, schubsen, schlagen) und durch stehpissen in gärten.
kurz: das plakat is durch und durch unreflektiert und schrecklich!

Ich bin durchaus in der Lage, diese Meinung nachzuvollziehen, ohne sie zu teilen – und mir wird immer merkwürdiger zu Mute, wenn ich nochmal auf die Logos unter den Aufruf schaue – das ist unterzeichnet von all den Organisationen, die ich zutiefst bewundere: AFM, Fanladen, Jolly Roger et al. Und selbst sie erreichen eine Menge St. Paulianer_innen nicht mehr? Oder welche die sich „nur“ für welche halten. … Und das scheint mir die wichtigste Frage zu sein: Ist das Mißbrauch eines Absenders, so wie man Che Guevara sein Vermächtnis in die Popkultur entführt hat, oder sind das St. Paulianer_innen, die ihrer Wut anders Ausdruck verleihen?
Die Beantwortung dieser Frage entscheidet nämlich darüber, wie wir damit umgehen sollten. Im letzteren Fall macht man sich das mit der Ausgrenzung, „Hau doch ab!“ zu einfach …

WIR SIND SANKT PAULI

Wir sind Sankt Pauli!

  • gastfreundlich
  • gegen jegliche Form der Diskriminierung
  • verantwortungsvoll gegenüber unserem Viertel

Wir dulden es nicht, wenn:

  • Gästefans grundlos angepöbelt oder verprügelt werden
  • Anwohner_innen angepöbelt, bedrängt oder nicht durchgelassen werden
  • das Viertel als privater Spielplatz definiert wird

Nicht hier, Nicht mit uns! Es reicht!
Respektiert die Werte und Normen, die hier über Jahrzehnte aufgebaut wurden! Respektiert die Läden und wofür sie stehen!
Respektiert das Viertel und die Fanszene … ODER HAUT AB!
VORAN St. Pauli

Fanclubsprecherrat
Jolly Roger
Kleine Pause
Knust
Fanladen St. Pauli
Der Übersteiger
AFM
shebeen
Stern Keb’up

… und nu
SPNU

Sonderzug nach Dresden – der Fanladen hat noch Karten für Dynamo

Dynamisch kann man den Fahrplan der Sonderzüge nach Dresden, zum Auswärtssieg bei Dynamo, nicht nennen – er braucht geschlagene 44 Minuten von Altona nach Harburg 😉 – aber Platz ist noch da …
#Zum Auswärtssieg in Dresden am Sonntag, den 29.04.2012 um 13.30 Uhr fahren wir mit zwei (2!) Sonderzügen!!! „Sonderzug nach Dresden – der Fanladen hat noch Karten für Dynamo“ weiterlesen

IVAR für St. Pauli

IVAR Regal
IVAR Regal
Der Fanladen möchte ein Regal bauen und braucht dafür 10-12 IVAR- Regalböden, wobei die Länge nicht relevant ist, da die Böden noch verlängert werden. Die Tiefe muss aber 30 cm sein. Wer also noch IVAR Böden in 30 cm Tiefe zu Hause rumliegen hat, kann die gerne bis Donnerstag 31/03/11 20 h im Fanladen abgeben und sich ein Getränk seiner/ ihrer aus unserer Auswahl aussuchen. Sollte euch das nur später möglich sein, dann meldet euch eben!
Solltet ihr viele Böden zu Hause haben können wir die auch gerne nach Verabredung bei euch abholen.
Kontakt am besten unter fanladen (aetz) gmx.de. – via Forum

St. Pauli Tickets tauschen und für den Fanladen/Fanräume/Viva Con Agua spenden

Seit einiger Zeit bürgert sich bei mir im Dunstkreis eine Tauschkultur ein, die mir ganz gut gefällt. Zuerst war mir das beim Auswärtsspiel gegen Stuttgart passiert, dass am Altonaer Bahnhof mir jemand eine Stahplatzkarte in die Hand drückte, mit der Bitte sie vor Ort (in Stuttgart) zu verkaufen. Den Erlös solle ich doch bitte spenden, an Fanräume, den Fanladen oder Viva Con Agua. Das fand ich eine gute Idee.
Hinweis: Tauschkultur nun auch „offiziell“
Als ich am vergangenen Freitag die Sitzplatz-Premiere auf der neuen Haupttribüne feiern konnte, hatte ich mit P.-A., der mir die Karte überließ eine ähnliche Abmachung. Meine Stehplatzkarte fand dann einen fröhlichen Abnehmer, der dasselbe tun wollte, seinen Ticketpreis für den Fanladen spenden.
Et voila:

Wenn man nun wegen der zu teuren Eintrittspreise, das Derby gegen den HSV am Millerntor organisiert, dann fände ich eine Spende an die o.g. Organisationen eine vielversprechende Idee – absolut unterstützenswert!

Wuchtige Fanladen-Soli-Lesung – alte Männer witzeln von früher


Das war mit Abstand die schönste Lesung, der ich im Rahmen des Jahr100-Verein-Festes bisher beigewohnt habe. Gestern Abend gegen 20:45 ging es los. Das prall gefüllte Programm von Texten der Riege aktueller St. Pauli-Autoren (in Berlin würde man solche Menschen Pop-Literaten nennen, auf St. Pauli ist man so bezeichnet sicher beleidigt), von Hossa und seinen Co-Autoren von „St. Pauli ist die einzige Möglichkeit“, über René Martens sowie die Auroren des „offiziellen“ Jubiläumsbuches Christoph Nagel und Michael Pahl wurde durch den feinen, ironischen und lustigen Auftritt von drei ehemaligen Fanbeauftragten mit seltenen Textfragmenten und Stand-up-Einlagen komplettiert.

Ich weiss gar nicht mehr genau, was ich mir da zuerst merken soll, ein Highlight aus 20 Jahren Fanladen reihte sich an das nächste, Nerd-Protokolle aus der Nacht, in der St. Pauli-Fans das Tor von Feliz Luz zum Tor des Jahres schummelten, ein ironischer Ausblick auf die kommende Saison 2010/2011 (Stichwort „Amöben“), ein Fax vom HSV (In Sachen „Hollerbach“) und eine von Hendrik Lüttmer vorgetragene DFB-Dankeshymne, die man heute so auch noch singen könnte, ließen mich beschwingt und lächelnd den Heimweg antreten. Diesmal war die Seele St. Paulis dabei, auch wenn sie schon graue Schläfen bekommen, die Herren aus dem ersten „aktiven“ Fanlager. Anders als bei der offiziellen Lesung im Mai war sie eher improvisiert als inszeniert. So musste ich mich auch nicht auf dem Nachhause-Weg noch einmal erden – das übernahmen andere.

Bitte lieber Fanladen, stellt diese Texte nochmal zusammen, ich möchte die nochmal lesen und singen!
– Fotos der Lesung bei Stefan Groenveld
Fotos (cc) ring2

Präsidium erobert die strategisch wichtigen Südhänge des Millerntor zurück

Es war strategisch eine der schwersten Niederlagen, die die organisierte Fanschaft im Ringen um die bedeutungsvollen Südhänge des FC St. Pauli Stadions erlitten hat. Fans waren dort auf Fans getroffen, hatten sich verbale Scharmützel und dem Verein die Vorlage geliefert, vollends alle Macht über die bis dato lebendig-streitsame Südtribüne wieder an sich zu reißen.

Die Fans haben sich nach intensiver Aufarbeitung beim vergangenen Heimspiel gegen den FC Augsburg weitestgehend versöhnt (ich auf jeden Fall, persönlich und magisch, wie das bei St. Pauli eben so ist), der Süden ist aber dennoch verloren – und das ist die eigentliche Tragik dieses Frühjahrs:

Am letzten Freitag, den 16. April, hat das Präsidium Vertretern des Fanladens in einem Gespräch mitgeteilt, dass das von Fanladen, USP und Verein gemeinsam betriebene Projekt „Ab in den Süden“ ab sofort beendet sei. Dies nehmen wir zur Kenntnis. Wir sind abermals erschrocken, wie das Präsidium mit dem Fanladen und den organisierten Fans unseres Vereins umgeht! Auf unseren Hinweis, dass es eine von allen Seiten unterzeichnete Absichtserklärung gibt und darüber hinaus eine von drei Parteien nicht mit am Tisch sitzt, wurde uns nur entgegnet, das sei nun eben so.

» die ganze Stellungnahme des Fanladens
Nachhaltig tragisch ist die ganze, als Disziplinarmaßnahme verkaufte, Rückbesetzung, weil das Konzept „ab in den Süden“ einen wesenhaften Kontrapunkt zur Prosecco-Tribüne darstellt, immens wichtig für den vereinsinternen Diskurs. Ich persönlich plädiere dafür, das Konzept „selbstverwaltete Fankurve“ nun über formale Gremien, wie die AFM (Abteilung Fördernde Mitglieder) im Verein durchzusetzen. Attacke!