Südkurve St. Pauli: Keine Gästefarben erlaubt

 

football scarf st. pauli
Football Scarf
Photo credit: Graeme Bird via Visual hunt / CC BY-NC-ND

Beim Heimspiel gegen Union Berlin sind auf der Südkurve keine Gästefarben (Trikots, Schals, Banner, etc.) erlaubt. Das stellt der FC St. Pauli erneut explizit klar – das ist irgendwie doch auch nachvollziehbar und hat nichts mit fehlender Toleranz zu tun.

Beim Heimspiel des FC St. Pauli gegen den 1. FC Union Berlin am Freitag (10.3., 18:30 Uhr) ist das Tragen von Fankleidung und Fanutensilien der Gästemannschaft auf der gesamten Südtribüne nicht erlaubt.

Südkurve ist die Kurve der Ultràs

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Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach

 

 

 

 

 

 

 

Update Dresden-Banner:

Der FCSP akzeptiert eine Strafe des DFB (5000€). Die wichtige Nachricht ist jedoch die hinter der Nachricht:

„Im Rahmen der internen Aufarbeitung des Vorfalles …, wurde die Idee entwickelt, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus zu initiieren.“

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In Hamburg herrschen Minustemperaturen und dennoch hat man das Gefühl in der vergangenen Woche sei beim FC St. Pauli der Frühling ausgebrochen: nicht nur sportlich wittert die Mannschaft des FC St. Pauli Morgenluft, auch politisch schießen die Diskussionen ins Kraut.

Am Freitag hatte das Präsidium um Oke Göttlich eine Stellungnahme zu der akut und lautstark diskutierten Nähe des US-Ausrüsters Under Armour zu Donald Trump abgegeben, in der es den CEO, Kevin Plank, aufforderte, dass er im Sinne der Partnerschaft mit dem Verein „seine Aussage, gerade angesichts der Vielzahl an MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund, die viele Assets für seine Firma bringen, überdenkt“. Göttlich machte dann noch klar, dass „der (Leit-)Spruch ,Protect Our House’ … auch für den FC St. Pauli und dessen Werte“ gilt. „Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach“ weiterlesen

USA: Große Resonanz auf St. Paulis Kritik an Under Armour

Das Statement unseres Präsidenten, Oke Göttlich, vom Freitag, in dem der FC St. Pauli sich kritisch gegenüber dem eigenen Ausrüster Under Armour äußert, stösst auf Resonanz.

Nach Kritik zuhause, auch aus diesem Blog, sorgt Okes Statement für die Globalisierung des Protestes – vor allem in den USA.

Göttlich added: “Because, dear kit supplier, the saying ‘Protect Our House’ also holds true for FC St. Pauli and its values.”

 

Plank’s optimistic opinion about the 45th president of the United States sparked controversy over the brand on social media, where #BoycottUnderArmour began trending on Twitter on Wednesday.

Meldet beispielsweise die Washington Post unter der Überschrift: „Der Widerspruch gegen UA CEO wird global“

Okes Botschaft scheint also auf der anderen Seite des Atlantiks anders anzukommen, als zuhause, wo in Teilen der Fanschaft sich klarere Aktionen gewünscht wurden.

Aktionen, die es ja nun tatsächlich geben könnte, im Schulterschluss mit den Menschen in den USA, die sich ja gerade stark in die Richtung des FC St. Pauli politisieren.

Boycott Under Armour

Würde mich nicht wundern, wenn sich viele Sankt Pauli Fans dem Boycott aus den USA anschließen und ebenfalls unter dem Hashtag #boycottunderarmour mit dem Geldbeutel abstimmen.

 

Millerntor: schwarze Büx + gelber Pulli nur im Gästebereich

Kommen Sie aus Sachsen und drücken der Dynamo die Daumen?Haben Sie auch keine der wenigen Karten für den Gästeblock bekommen, aber das Glück, einen Geschäftspartner zu haben, der Sie auf die Haupt- oder eine andere Tribüne am Millerntor mitnimmt? Fein, herzlich willkommen, Sie Glückspilz.

Ihren Fanschal lassen Sie in diesem Fall aber lieber zuhause, denn der FC St. Pauli hat kategorisch das Mitführen und Tragen von „Farben des Gegners“ außerhalb des Gästeblocks untersagt. „Millerntor: schwarze Büx + gelber Pulli nur im Gästebereich“ weiterlesen

Post aus Leipzig: Interview über Fußball, Red Bull und Tradition

Während der energischen Diskussion um die Gewalt von Borussia Dortmund Supportern ggü RB Leipzig Anhängern bekam ich viele Zuschriften aus Leipzig, unter anderem auch von Nicole vom Fanverbund der RB-Fans. Ich hatte ein paar Rückfragen, die ich ihr per Whatsapp übermittelte. Heute bekam ich ihre Antworten per Post.

Zwei RB Fans im St. Pauli Nu Interview

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Scheiss auf eure „Tradition“

Oder: Euer Red Bull Leipzig Bashing ist so verlogen!

Man kann inzwischen die Uhr danach stellen: Wo der Brauseklub RB Leipzig auftaucht, gibt es von so genannten Fußballtraditionalisten Proteste, im besten Fall. Im immer häufiger anzutreffenden schlechten Fall gibts für die Fans von Leipzig aufs Maul, wie zuletzt beim Ruhrpotttraditionalisten Borussia Dortmund.

RB Leipzigs Fanszene: friedlich und fröhlich

Dabei kann man eine Grundregel beobachten: je weniger die Klubs noch echte Vereine sind, desto heftiger die Proteste. Es ist doch auch kein Wunder, dass die Anhänger von Aktiengesellschaften und KGaAs frustriert sind, ihre Mannschaften funktionieren auch nur, weil die Mitglieder ihres Vereines ihre Gestaltungsmacht an einen Sponsoren, Mäzen oder Investoren verhökert haben. Borussia Dortmund, Schalke 04 (Gazprom), Bayern München (Adidas) oder die Traditionssponsorenteams Bayer Leverkusen und VW Wolfsburg hassen den Spiegel, den ihnen Red Bull vorhält. Zuletzt der einst „stolze“ HSV, der seit einigen Jahren als HSV AG mit Beutemillionen versucht, die Liga zu halten.

„Ohne mich wäre die Borussia in der Oberliga“

BVB-Großaktionär Homm im Interview mit Spiegel Online

Wer von Tradition faselt und Anhänger eines Vereines disst, die in ihrer Mehrheit wenigstens ehrlich sind, wenn es um ihre Erwartungen an den modernen Fußball geht, der sollte bitte erst einmal vor der eigenen Türe kehren

Wie Metalust damals schon ganz richtig sagte, als auch beim FC St. Pauli dieses „Tradition gegen Red Bull“-Dings losging: „Soweit ich weiß hat deren Sponsor keine Zwangsarbeitervergangenheit“.

RB Leipzig nur logische Weiterentwicklung des modernen Fußball

<Rant>Ich verachte dieses Leipzig-Bashing ja inzwischen sehr, vor allem, wenn es von ausverkauften Aktiengesellschaften und ihrem Nazis-duldendem Anhang kommt! </Rant>

Das Übel liegt im Wesentlichen beim DFB und der DFL, die einem Ausverkauf der Demokratie im Fußball permanent Vorschub leisten, der einzigen Tradition übrigens, die im Fußball wert ist, erhalten zu werden.

50+1 ist faktisch tot

Wenn Hannovers Kind nach zwanzig Jahren ununterbrochener Einmischung die Mehrheit bei 96 übernimmt, dreht sich die Spirale ein weiteres Stück gen totaler Kommerzialisierung. RB Leipzig allein dafür zu dissen ist schlicht dumm. Schuld ist der Deutsche Fußball Bund und seine Idee von modernem Fußball.

Die Fans von RB Leipzig sind übrigens ausgesprochen sympathisch und haben sich am Millerntor wie echte Gäste benommen und offen gegen Homophonie und Xenophobie treten sie auch ein – und das in Sachsen!

Selbst, wenn manche bei uns das als Marketing diskreditieren, ich mag die.

Schluss mit auserwählt: Ultras Chosen Few (CFHH) geben Auflösung bekannt

Ich bin ja nun nicht als ausgesprochener Freund von hsv-Ultras bekannt, und doch kann ich Respekt bezeugen – und sollte es auch für die Auflösung der HSV Ultras CFHH, für eine konsequente Haltung von Fans: Eine von zwei Ultra-Gruppen des hsv, #cfhh, haben sich zum 31.5.2015 aufgelöst. Das war länger schon angekündigt und hat im Wesentlichen mit dem Ausverkauf des hsv e.V. an die hsv AG zu tun.

CFHH zeigen Haltung

cfhh HSV Ultras Chosen Few Aufloesung
Screenshot: cfhh, HSV Ultras Chosen Few Auflösung

 

 

 

 

 

Die Kritik, die ihnen vor allem in hsv-Umfeld nun wegen des Timings – ein paar Tage vor dem entscheidenden Relegationsspiel gegen den KSC – entgegen schlägt, zeigt mir nur eines: die verbliebenen Anhänger des hsv haben ihre Ultras nie verstanden.

Nun werden sich die CFHH bedanken, gerade aus meiner Richtung Verständnis artikuliert zu bekommen ;) – meinen Respekt für die konsequente Logik, sich beim der Auflösung des HSV e.V. eben auch aufzulösen, zeige ich gern – und, weil das von mir als St. Paulianer auch erwartet wird hier nochmal mein Choreo-Highlight in Farbe:

Chosen Few HSV-Choreo – „Der Ultrá Banner brennt“

Olé FC St. PAULI… #Fangesang

olé FC Sankt Pauli,
Wir wolln dich siegen sehen.
Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich.
Unser Ein und Alles,
Ja wir lieben Dich.
Olé…

Fanarchäologisch älter, aber neuerdings gerne wieder gesungen:

Olé, olé, olé, olé,
Super Hamburg,
Sankt Paulé.

Gerne gesungen bei Auswärtssiegen, wie hier gg 1860 München.

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Fan-Beirat?

Déjà-vu, Edition 2010

In der BILD bezieht Stefan Orth Stellung zu dem Abwahlantrag gegen Gernot Stenger und anderen Anträgen zur JHV 2013 am nä Montag.
Im Abbinder zitieren die BILD-Redakteurinnen unseren Präsidenten wie folgt:

Es könnte lang werden am Montagabend. Und heiß… Um Brisanz aus weiteren JHV zu nehmen, plant Orth die Schaffung eines Fan-Beirates. „Wir müssen bessere Lösungen bei der Kommunikation mit den Fans finden.“

Nu fragt sich dieser Blogger, weshalb? Gibt es nicht schon mit dem Fanclubrecherrat, dem Ständigen Fanausschuss oder auch der AFM Gremien und Termine genug, Kommunikation zu betreiben? Was soll denn der Fan-Beirat tun? Auch entscheiden oder votieren? Und wer gehört ihm an? Gibt es dazu einen Eilantrag von Stefan Orth zur JHV?

Das alles ist dem BILD-Artikel (via Pressespiegel auf Fcsp.com) nicht zu entnehmen. Ich habe Stefan Orth diese Fragen gestellt, auch um ihm wieder Gelegenheit zu geben, seine Fan-Kommunikation zu verbessern. ;)

Update: Stefan Orth hat heute Nachmittag auf meine E-Mail-Anfrage geantwortet: Es ist tatsächlich erst einmal eine Idee. Konkrete Pläne für einen „Fan-Beirat“ liegen nicht in der Schublade. Schade eigentlich, denn so haftet der guten Idee der Makel der Beruhigungspille an:

moin erik,
das könnte eine mögliche lösung für die regelmässige kommunikation zwischen fanvertretern ( stfa, fcsr, fanladen, sven brux, sowie ein vertreter des ar und des präsidiums) sein, um ein zeitaktuelles gefühl für unsere fans zu bekommen und gemeinsame wege zu erarbeiten.
das ist aber bisher nur eine idee von mir, die ich gern besprechen möchte. braun weisse grüße stefan

Stefan Orth
Präsident

Abwahlantrag gegen Vize-Präsident – Gernot Stenger beantwortet Fragen …

Der Abwahlantrag zweier AFM-Mitglieder gegen Gernot Stenger schlägt hohe Wellen. Inzwischen hat sich Gernot Stenger kurz zu den Vorwürfen geäußert, so, dass mir mehr Fragen offen blieben. Deshalb habe ich unserem Vize für Fan-Belange eine Reihe Fragen geschickt, die er mir am Freitag nachmittag beantwortete:

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Das Rebellen-Dilemma #JollyRoger

oder „Young Rebels? HarrHarr!“

Jolly Roger Hissflagge
Jolly Roger Hissflagge

„Eine Strafe hier, eine Strafe dort. Das läppert sich zusammen und wird von uns nicht mehr tatenlos hingenommen. Ich erwarte, dass hier ein Umdenken in einigen Bereichen des Stadions und im Umfeld einsetzt. Wenn das nicht ab sofort der Fall ist, werden wir zum Handeln gezwungen„, kündigte er in einer Mitteilung des Vereins Konsequenzen an. „Diese Strafen tun dem Verein verdammt weh und gehen am Ende immer zu Lasten von uns allen. Es ist ein Punkt erreicht, an dem sich alle, die den FC St. Pauli ins Herz geschlossen haben, fragen müssen, ob wir wirklich so weitermachen wollen.“ Der Präsident weiß um die Situation des Vereins: „Allen sollte bewusst sein, dass wir uns auf dem Präsentierteller befinden und jede noch so kleine Verfehlung spürbare Konsequenzen für den Verein zur Folge hat.“

Ich zitiere hier das Hamburger Abendblatt einmal länger, auch weil es selbst aus lauter Zitaten besteht. Und eigentlich musste ich als erstes einmal laut lachen: „50 Pfennig hier, 50 Pfennig da, da kommt einiges zusammen“, legte sich mir doch ein Otto Waalkes Sketch über das Gesagte unseres Präsidenten – und tatsächlich, klingt dieses Statement ein wenig lächerlich. Diese Aneinanderreihung von Worthülsen, wilheminischer Großväter und bayrischer Innenminister würdig, sollen dem Boulevard (mit dem hat sich MFC auseinander gesetzt) signalisieren: Wir setzen jetzt mal ein Zeichen, wir, das Präsidium sagen Basta. – Aber zu wem? „Das Rebellen-Dilemma #JollyRoger“ weiterlesen

Braunschweiger Polizei dreht eine Eskalationsstufe weiter: Öffentlichkeitsfahndung nach Pyro-Einsatz #Fortuna

„Chaoten“, der neue Kampfbegriff des Spiesbürgertums, werden von der Polizei Braunschweig öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Der Vorwurf: Durch den „illegalen“ Einsatz von Pyrotechnik hätten sich die Fans von Fortuna Düsseldorf „schwerer Gefährdung durch Freisetzen von Giften“ (Quelle: Express) schuldig gemacht. Die Exekutive dreht die Schraube ein Zahnrad weiter – ein imho unerträglicher Vorgang. „Braunschweiger Polizei dreht eine Eskalationsstufe weiter: Öffentlichkeitsfahndung nach Pyro-Einsatz #Fortuna“ weiterlesen

Schwule Antifa Module aller Vereine vereinigt euch

Beim Spiel des deutschen Meisters BVB Dortmund gegen Werder Bremen manifestiert sich das tiefdumpfe, stinkend dumme und menschenfeindliche Wesen tonangebender Dortmund Fans in schwer homophonen Transparenten. Das ist schlimm. Noch schlimmer ist es allerdings, dass die (mediale) Öffentlichkeit diese an Volksverhetzung grenzende Aktion nicht einmal diskutieren will. Im ZDF Sportstudio rang sich Moderator Steinbrecher eine verschwurbelte Stellungnahme ab, nach der man diese Banner nicht zeigen wolle, um den Chaoten kein Forum geben zu können. Wahrscheinlich hatte kein Kameramann draufgehalten, weil kein Pyro dazu abgefackelt wurde.

Dabei ist das Thema dringend zu diskutieren:

„Lieber ne Gruppe in der Kritik, als Lutschertum und Homofick“; und auf einem angeblich weiteren Banner: „Gutmenschen, Schwuchtel, Alerta-Aktivist, wir haben euch im ›20 gegen 100‹ gezeigt, was Fußball ist.“ (via Pottblog)

Das bedeutet zweierlei. Zum einen, dass der betroffene Verein, der BVB, ein Naziproblem unter seinen Fans hat, und dass diese Menschenverächter echte Dortmunder Fans sind. Ähnlich, wie in Aachen hilft es da nur den Grundgesetzfeinden in der Kurve, wenn der Verein nicht auch politisch Stellung bezieht. Mit klaren Aussagen und Unterstützung der lokalen Fan- und Ultragruppen, die sich – auch politisch – eindeutig positionieren.

Man kann da von Werder Bremen eine Menge lernen in Dortmund. Vor allem, dass man in vielen Ultrabewegungen Verbündete findet, wenn der deutsche Fussball endlich begreift, dass die Bundesliga eine politische Dimension hat, und die Vereine die Verantwortung tragen.

Seit einiger Zeit diskutiere ich immer wieder beim Mittagessen im Ofeuer, wie sich die Hetero-Mehrheitsfraktion in den Kurven, vornehmlich in unserer, eindeutig positionieren kann. Die Idee, mit Fummel in die Kurve zu gehen, finde ich schonmal super. Aber letztlich egal wie, Hauptsache wir Fans nehmen es nun in die Hand: macht die Kurven bunt, seien wir mal schwul beim Buffen.

Kassenrolle rückwärts – St. Pauli Forum geschlossen

Das Kassenrollenwerferthema erhitzt die vorweihnachtlichen Gemüter derart, dass nun die Mods des St. Pauli Forums sich gezwungen sahen, eine Meinungspause zu verordnen:

Es ist nicht selten der Fall, dass Threads das Niveau von Bild-Zeitungs- und Spiegel-Kommentarspalten haben.
Das Niveau dort, ist allerdings nicht unser Maßstab. Zum einen weil dort Profis moderieren, die dafür bezahlt werden, während wir rein ehrenamtlich tätig sind.

Und zum anderen, weil wir einen höheren Anspruch an ein Fanforum des FC St. Pauli haben, der weit über dieses Boulevard-Niveau hinausgeht!

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, das Forum für zwei Tage zu schließen und allen Beteiligten Zeit zum Durchschnaufen und Nachdenken zu geben, in der Hoffnung, dass dies zu einer Rückkehr zu einem sachlichen und respektvollen Diskussionstil im Forum beitragen wird.

Das Moderatorenteam stpauli-forum.de

Imho eine gute Maßnahme. Alle Argumente scheinen ausgetauscht.
Keine weitere Nahrung für die Trolle.

Quo Vadis Sankt Pauli? #Rassismus und #Sexismus im eigenen Block. Schlimm! – und nu?

Ich habe mich ja schon in einem Kommentar zu meinem Kommentar zum Ingolstadt-Spiel bei allen bayrischen St. Paulianer_innen entschuldigt, dass ich laut darüber nachgedacht habe, dass gerade in der bayrischen Provinz allerlei Gestalten in unserem Block rummachen, die so gar nicht „St. Pauli like“ sind. Inzwischen, nach ein wenig Nachdenken, meine ich auch gar nicht mehr, dass wir mit den „St. Pauli Sympathisanten“ in unserem Block ausgerechnet in Bayern mehr Ärger haben, als am Millerntor, in einem Gästeblock fällt es nur mehr auf.

Im Gästeblock ganz gute Stimmung und wenn mal nicht, dann sorgte T. Als Vorsänger mit einer persönlichen Ansprache der Marke Blick-Zeichen-Klarmachen für’s Mitmachen. Nur was bitte hatte sich da teilweise für Volk versammelt? Neben einem nicht ganz unbekannten Fanclub gab es von irgendwelchen Rassistenschweinen wirklich Affenlaute gegen einen farbigen Spieler von Ingolstadt. Die sofort eingeleitete Selbsthilfe wäre beinah noch in einem Konflikt mit den Ordnungshütern geendet. Das ist das doofe, wenn man solchen Typen das gibt, was die verdienen, nämlich ohne weitere Vorwarnung Fresse dick, dann bekommt man noch den Ärger und nicht diese Dummheit auf zwei Beinen. Zum Glück machten sich wenigstens Leute gerade, auch wenn die Freunde des Idioten natürlich wieder die „Ich bin kein Rassist, aber…“ Verteidigung zum Besten gab. Idioten. Auch aus anderen Bereichen hörte man ganz üble Geschichten (Arschlochrufe, Sexismus gegen Frauen etc. etc. etc.) und man muss sich dann doch mal fragen, ob das Versenden von Tickets in aller Herrgottsrichtung so wirklich der richtige Vertriebsweg ist. Eine ausschließliche Abgabe an bekannte Personen sollte wirklich mal überlegt werden. Auch wenn man dann weniger Kohle macht. – lese ich beim magischerFC Blog

Rassistische Rufe, sexistische Anmachen und das in unserem Block, das ist wirklich schlimm. Aber ist das ein Auswärtsproblem? In der Wahrnehmung sicher, also in der Wahrnehmung der meisten von uns (weißen, männlichen Heten – Gegengerade-, Süd- oder Nordsteher). Das stimmt aber nicht ganz. Nur ein Zufall, dass der Pfaffe, der auf der Abendveranstaltung im Ballsaal unwidersprochen homophobe Papst-Statements von sich geben durfte, auch aus Bayern kam? Immerhin war der eingeladen.

Wie kann St. Pauli, und unseren Auswärtsblock sehe ich da, ganz in der Tradition von diplomatischen Vertretungen als unser Territorium an, zu einem Safe Place werden? Geht das überhaupt, solange unser Präsidium diese „Millionen Sympathisanten“ als Marketing-Zielgruppe für Tickets, Business und andere Seats oder Anleihen umwirbt, hier aber eine Fanschaft entsteht (Stengersche Sympathisanten), die für nix mehr einsteht, was St. Pauli ausmacht? Und was machen wir, die wir uns den Jolly Rouge auf die Fahnen malen?

Ich habe auch keine leichten Antworten, sondern eigentlich nur Fragen anzubieten.

Im Forum habe ich heute mal wieder die Transphobie-Diskussion mit dem Übersteiger nachgelesen (hatte einen anderen Hintergrund). Diamondback schreibt dort sinngemäß, dass das Millerntor kein Safe Place für Schwule und schwarze Frauen ist, aber auch keiner für Homophobe und Rassisten – Immerhin. Das ist wohl die Basis, die wir uns erarbeitet haben – und nu stellt sich die Frage, wie wir nun weitergehen. Nun auf die Auswärtsfans zu zeigen, greift auf jeden Fall zu kurz (da fasse ich mir an die eigene Nase).

Von einem closed shop, also der Ausgabe von Karten an „ausschließlich bekannte Personen“  halte ich auch nicht viel. Wohl aber von dem Versuch, auswärts sichtbar als schwul, schwarz, weiblich aufzutreten. Vielleicht kriegt man ja unser Präsidium dazu, Kontingente für Minderheiten unter unseren Mitgliedern freizuschaufeln oder die Quotendiskussion wiederzubeleben. Ein Auswärtsblock in Fummel? Oder eine Nord voller PoC, oder eine Gegengerade im Rock? Das wäre mal ein romantisches Statement!

Mit Slogans wie „Wir sind schwule Antifa-Module“ ist der Grundstein für ein St. Pauli, das sich als Fortschreiben der eigenen Geschichte versteht, anstatt nur noch auf sportlichen Erfolg zu setzen und aufgrund dessen Spieler zu beschimpfen, schon mal gelegt. …>

Integration in eine pluralistische Gesellschaft – Quo Vadis Sankt Pauli?

Ich würde wetten, dass 95% der Leser_innen, die diesen Text für eine Polemik halten, weiß sind.

Fassen wir zusammen: Millionen von Weißen Deutschen verweigern die Integration in eine pluralistische Gesellschaft, durch eine christlich geprägte Kultur tendieren Weiße Deutsche überproportional dazu, als soziale Akteur_innen in pluralistischen Räumen diskriminierend zu agieren.

… besonders der Aspekt des Festhaltens an „christlichen Mythen“, sollte in uns allen, die wir am Montag am Radio oder am Millerntor die Diskussion „Warum bist Du bei Sankt Pauli“ mitverfolgt oder geführt haben, einen Nachhall verursachen …

Pyro-Fan-Gewalt-Debatte: Dynamo Dresden gibt Gästekarten-Kontingent zurück – „Gästeblock, Gästeblock“ …

Die SG Dynamo Dresden (wird) auf das komplette Gästekartenkontingent für das Auswärtsspiel des 16. Spieltages beim FC St. Pauli, am 27. November 2011, verzichten und den gesamten Gästeblock für die Fans der gastgebenden Mannschaft zur Verfügung stellen. Außerdem werden die Verantwortungsträger der SGD den FC St. Pauli bei der sicherheitstechnischen bzw. organisatorischen Umsetzung dieser Maßnahme vor Ort am Millerntor in Hamburg unterstützen und für mögliche, daraus resultierende finanzielle Verluste entschädigen. Über diesen freiwilligen Verzicht wurden sowohl der Deutsche Fußball-Bund, im Zuge der Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Dortmund, als auch der FC St. Pauli am vergangenen Freitag vorab informiert.

… lese ich auf der Website von Dynamo Dresden und mir wächst ein Kloß im Hals und einer im Bauch. Das ist also die Folge einer Debatte, die selten undifferenziert Pyros und Gewalt-bereite Fans (vor dem Spiel in Auseinandersetzung mit ggf. ebenfalls Gewalt-bereiten Polizeibeamten) durchlauferhitzt zu einer Stimmung, in der sich Fußballfans in mediale Geiselhaft genommen fühlen dürfen (Schöner Text bei schwarz-gelb dazu). Andererseits, das habe auch ich immer wieder gefordert, dass sich die Vereine die Probleme mit ihren Fans zu eigen machen, als ersten Schritt hin zu irgendeiner Entwicklung – und das macht Dynamo Dresden nun. Treibt die Konsequenzen auf die Spitze. Ist das der Beghinn vom Ende der Auswärtsfahrt?

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Nun, die Pyrodebatte können wir gerne führen. Ich bin da sowohl bei den Ultras, die dieses Stilmittel einsetzen wollen, als auch bei den Befürwortern einer gesonderten Abbbrennzone, und erwarte vom DFB, dass er in Fragen der Versicherung solcher Choreos nicht den einfachsten Weg geht, sie zu verbieten, mithilfe von doofen Medien zu skandalisieren, ihre Benutzer zu kriminalisieren und eine ganze Gruppe von Menschen zu gängeln. …

-> weiterführende Infos dazu bei Stadionwelt, Kampagne Pro Pyros, Pyro-kritische Argumente finden sich bei Santa-Pauli
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Nun wird der Gästeblock also noch leerer sein, was Gäste-Fans angeht, als der von Rostock seinerzeit oder der des FSV beim letzten Heimsieg. Und wir sollten uns etwas ausdenken, was wir als Beitrag zu Debatte beitragen können. Wechselgesänge mit dem „Gästeblock“ vielleicht. Nicht für oder gegen ein Team, sondern solidarisch mit den Nicht-eingeladenen Dresdnern.

Wir sind Zecken (St. Pauli Fangesang)

„Wir sind Zecken“ ist ein originärer Fangesang (Chant) der St. Pauli Fans, Einst als Schmähgesang gegen sie gesungen, shanghaiten die Fans vom Millerntor den Chant und machten ihn zu ihrem Markenzeichen. Zum 100ten Geburtstag sang diesen Schlachtruf sogar ein Shantychor.

Sommerpause. Zeit ein wenig das letzte Jahr Revue passieren zu lassen. Aufsteigen und Absteigen binnen Jahresfrist ist ja auch eine Leistung, die erst einmal verdaut werden muss.

St. Pauli Zecken: Von der Schmähung zum Fangesang

Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an den letzten Winter, als wir vor der Domschänke in strömendem und kaltem Regen herrlich dun Shanties sangen. Der Shanty, der Blues des Seemanns, rhytmische Arbeitsbegleitung und Bewältigung von ungeahnten Strapazen passt ja deswegen so gut zu Sankt Pauli, weil der Fußball, den wir lieben, ja auch immer mit Enttäuschungen verbunden ist, er so hart erkämpft werden muss – oft in übertragenem Sinne – manchmal sehr real. „Wir sind Zecken (St. Pauli Fangesang)“ weiterlesen

„Fans“

so genannte – ein Wutartikel im Übersteiger:

Da beschwört der Hamburger Blätterwald vor beiden Derbys aberwitzigste Gewaltphantasien herbei und ist dann nahezu enttäuscht, als fast nichts passiert. Gleiches lässt sich aktuell außerhalb des Fußballs auch bei den (na sowas) ausgebliebenen Krawallen rund um den 1.Mai in Hamburg und Berlin betrachten, man könnte fast meinen es täte den Journalisten leid dass es so wenig Verletzte gab.

Wenn Fans zu “Fans” werden

FCSP Fans Championsleague-reif

Platz drei der FANartisch-Tabelle von 11Freunde, das bedeutet europäischer Wettbewerb in der nächsten Saison. Was auch nichts Neues sein dürfte (Stichwort Griechenland, Celtic, UK, New York) – da muss man sich nur mal die Zusammensetzung unserer Facebook-Fanpage ansehen.

Die Bundesliga hatte 2010 Glück mit den beiden Aufsteigern: St. Pauli- und FCK-Fans gehören in jeder Liga zum Leidenschaftlichsten und Besten, was Fußball-Support in Deutschland zu bieten hat, und auch die Aufstiegsfeiern auf St. Pauli und in Kaiserslautern hielten, was Euphorie und Emotionen versprachen. Und was können die engagiertesten Fans und Ultras des FC St. Pauli dafür, dass das Stadion am Millerntor mit dem Umbau auch die young & rich urban Erfolgsfans in die neuen VIP-Logen des gentrifizierten Hamburger Stadtteils spült. Da bleibt der Kuchenblock der Tribüne schon mal länger in der Halbzeitpause, das ist ja im Zweifel nur Fußball, was man da auf den pofreundlich angewärmten Sitzplätzen verpasst.

Die FANartisch-Tabelle 2010:
1. BVB – Borussia Dortmund
2. SGE – Eintracht Frankfurt
3. FC St. Pauli
4. FCK – 1. FC Kaiserslautern
5. HSV – Hamburger SV
6. Effzeh – 1. FC Köln
7. Glubb – 1. FC Nürnberg
8. FSV Mainz 05
9. S04 – FC Schalke 04
10. H96 – Hannover 96
11. BMG – Borussia M’gladbach
12. FCB – FC Bayern München
13. VfB Stuttgart
14. SC Freiburg
15. Werder Bremen
16. Bayer Leverkusen
17. VfL Wolfsburg
18. “1899? – TSG Hoffenheim

Weiß, Männlich, ü40, Schanze, Galaotrinker = St. Pauli Fan – Migrant, Männlich, u30, Neugraben (vorm. St. Pauli) = Underdog

Sieht man sich in den Stehbereichen am Millerntor um, oder ließ auf der JHV seinen Blick durch die Reihen schweifen, dann kann man festhalten: der durchschnittliche St. Pauli Fan und Millerntorbesucher ist über 35, weiß, männlich, in der Regel hetero und links bis linksliberal eingestellt und angezogen. So richtige „Underdogs“ kann ich da nicht mehr entdecken, höchtens welche, die in die Jahre gekommen sind, und viele, die über das älter werden auch nur noch Spuren von Punk mit sich herumtragen, wie die GG-Dauerkarte beispielsweise. Ich schließe mich da mit ein in diese Beschreibung, wenn ich darüber nachdenke, wohin wir denn das kulturelle Erbe von St. Pauli, um das wir Sozialromantiker denn auch gerade wieder kämpfen, tradieren wollen. Underdogs sind die meisten von uns doch gar nicht mehr, die finden sich heute mit
Migrationshintergrund und immer weniger auf St. Pauli.
„Weiß, Männlich, ü40, Schanze, Galaotrinker = St. Pauli Fan – Migrant, Männlich, u30, Neugraben (vorm. St. Pauli) = Underdog“ weiterlesen