Wir sind …

Wenn es eng wird, wenn es schön wird, oder wenn es brenzlig wird, singt das Millerntor oft Wir sind ooooh Sankt Pauli. Als Mut machendes Mantra, mit Melodie statt Uffta, mit druckvollem Gefühl statt gefühlslosem Druck. Heute erreichte mich via Fanladen Sankt Pauli ein Aufruf der Unterstützer_innen der Gruppe Lampedusa, den ich sofort unterzeichnet habe. Er beginnt mit „Wir sind …“:

Kein Mensch ist illegal

Wir sind mehr. „Wir sind …“ weiterlesen

St. Pauli heisst Flüchtlinge Willkommen – gemeinsames Essen im Park Fiction

Unbenannt

Gastfreundschaft kann man am besten bei einem gemeinsamen Mahl zelebrieren, und dazu laden Anwohner_innen des Park Fiction, direkt neben der St. Pauli Kirche gelegen, in der 70 der 300 Libyen-Flüchtlinge untergebracht sind, alle Interessierten, Unterstützer_innen und St. Paulianer_innen ein.

„Lass‘ uns zusammen was essen“ … lautet der Aufruf, der sich seit heute Mittag an jeder zweiten Haustür im Viertel findet: „St. Pauli heisst Flüchtlinge Willkommen – gemeinsames Essen im Park Fiction“ weiterlesen

Flüchtlinge aus Libyen: Wie kann ich helfen? (Aufruf nach Sach- und Geldspenden)

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Die Berichterstattung, aber vor allem der mutige Schritt der Pastoren der St. Pauli Kirche am Pinnasberg, haben im Stadtteil St. Pauli, dem Fanumfeld des magischen FC, ach, in der ganzen Stadt große Anteilnahme und Betroffenheit ausgelöst.

Der technokratischen Unmenschlichkeit unseres Senates können wir uns später widersetzen, nun brauchen 300 Gäste unserer Stadt unsere Hilfe. Mich erreichte heute Morgen eine E-Mail von Pastor Wilms, die ich euch gerne weiterleite:

Liebe Freunde, Nachbarn, Unterstützer,

wir erleben als St. Pauli Kirche so viel Unterstützung und Hilfsangebote aus dem Stadtteil und weit darüber hinaus. Danke Euch allen! „Flüchtlinge aus Libyen: Wie kann ich helfen? (Aufruf nach Sach- und Geldspenden)“ weiterlesen

300 Flüchtlinge auf St. Pauli, und ein Fußballverein. The FC St. Pauli and a club’s social responsability

Verantwortung kann man übernehmen, manchmal wird sie einem übertragen. Die Frage, die seit Ende letzter Woche den Stadtteil und die Bürger St. Paulis bewegt: sollten wir für die 300 Flüchtlinge, die im Schatten und Umfeld des Stadions am Millerntor leben, seitdem sie aus Libyen über Italien hier gelandet und gestrandet sind nicht auch Verantwortung übernehmen. Auch und gerade weil ihr rechtlicher Status so prekär ist?

Der FC St. Pauli, ein Sportverein im Herzen Hamburgs, der einzige Stadtteilverein im Profifussball, sollte sich der FC St. Pauli als Verein also für das Wohl der Flüchtlinge engagieren?

Ich meine er muss, wenn er seine eigenen Leitlinien ernst nimmt. Besonders Artikel 3:

„Der FC St. Pauli ist ein Stadtteilverein. Hieraus zieht er seine Identifikation und hat eine soziale sowie politische Verantwortung gegenüber dem Stadtteil und den hier lebenden Menschen.“

Seit Samstag liegt der Vereinsführung eine Anfrage hierzu vor. Bisher habe ich nichts Konkretes dazu gehört. Inzwischen koordinieren Kirche auf St. Pauli mit Flüchtlingshilfen und Fans des FCSP Maßnahmen … und Herr Orth? Michael Meeske?

Ich hoffe inständig, dass zeitnah eine Meldung aus dem Elfenbeinturm „Präsidium“ uns erreicht: „Wir kümmern uns“. Ansonsten hielte ich es mit meiner Oma: „Keine Antwort ist auch eine Antwort“ :(

Update: so wie ich höre, sind sowohl Geschäftsleitung, als auch Präsidium unserem Aufruf gefolgt und eruieren gerade, was machbar ist, um zu helfen. Freut mich.

Libyen-Flüchtlinge in Hamburg: Nothilfe der St. Pauli Kirche – Spenden Konto

St. Pauli Kirche

Es ist einigermaßen ekelig, wie sich der Hamburger Senat und seine Behörden vor der Verantwortung drücken, die 300 in Hamburg gestrandete Flüchtlinge und ihre Not ihr eigentlich auferlegen. Nachdem die geplanten Maßnahmen des Senates, eine Unterbringung in einer Turnhalle bspw., von der Diakonie der Kirchen in HH als „humanitäre Unterbringung als Abschiebefalle“ gedeutet und abgegelehnt wurde, haben 50 der Flüchtlinge vor dem libyschen Bürgerkrieg, die über Italien nach Hamburg kamen, in der St. Pauli Kirche vorerst Unterschlupf gefunden.

Seit Sonntag gewährt die Kirchengemeinde St. Pauli den Flüchtlingen unbefristete Unterkunft. In der Nacht zum Montag schliefen bereits über 50 der Obdachlosen im Innenbereich der Kirche. Die Stühle wurden beiseite geräumt, Matratzen und Bettdecken verteilt. Außerdem werde am Dienstag auf dem Kirchengelände mit Unterstützung der Nordkirche und der Johanniter ein Zeltlager und Sanitäranlagen errichtet. „Es handelt sich um humanitäre Hilfe, kein Kirchenasyl“, erklärt Pastor Sieghard Wilm, „die Flüchtlinge sind Gejagte. Sie sollen hier zur Ruhe kommen können.“ (taz.de)

Einen Ort zum Verschnaufen, bevor der unvermeidliche Wahnsinn beginnt, mit dem der Hamburger Senat dann gegen seine eigenen Bürger und diese Menschen um deren rechtlichen Status und ihre Abschiebung kämpft.

Für alle, die die „Notkasse“ der Gemeinde auf St. Pauli unterstützen möchten, poste ich nachstehend ihre Kontonummer für Spenden:

Spendenkonto
ST. PAULI KIRCHE

Hamburger Sparkasse
Konto: 1206 123 331
BLZ: 200 505 50

Damit die Kirche auf dem Kiez bleibt, sind wir auf Spenden angewiesen.
Sie können ihre Spende einem bestimmten Bereich zuweisen: Jugendhaus, Kindertagesheim, Senioren, Kirchenmusik oder Gottesdienst. Wir verwenden ihre Spende ausschließlich im angegebenen Sinne.
Wenn Sie mehr über unsere Arbeit wissen möchten, sprechen Sie uns gerne an. Einmal im Jahr schicken wir unseren Gemeindebrief an alle. Anruf oder Email genügt und sie bekommen den Gemeindebrief vier Mal im Jahr frei Haus geschickt.?

Ab dem Betrag von 50 € stellen wir Ihnen eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt aus. Bei kleineren Spenden reicht der Kontoauszug ihrer Bank.
Sie erhalten Ihre Spendenbescheinigung in der Regel im Februar des Folgejahres. Bitte geben sie bei der Überweisung Ihre Anschrift an, damit wir Ihnen danken können.

?Ihre St. Pauli Pastoren? Martin Paulekun und Sieghard Wilm

Hamburg, das Tor zur Welt oder die Festung Europas?

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(english version below)

Mit Bestürzen beobachten viele von uns, wie mehrere hundert Geflüchtete aus afrikanischen Ländern seit Wochen von der Stadt Hamburg im Stich gelassen werden. Wir, eine Gruppe von Fans des FC St. Pauli, wollen unsere Kräfte sammeln und den Geflüchteten aktiv bei ihrem Kampf für einen sicheren Aufenthalt in Hamburg und ein besseres Leben unterstützen.

Schon lange versäumt es der Senat, seiner Verantwortung als Regierung einer der reichsten Städte Europas gerecht zu werden und jene Menschen zu unterstützen, die vor einem Bürgerkrieg mit wenig mehr als dem eigenen Leben hierher geflohen sind.

Das ist nicht unser Hamburg!

Was auch immer wir tun können, wir werden helfen. Dazu fordern wir alle BürgerInnen der Stadt auf, sich einen Ruck zu geben und mit anzupacken. Im Augenblick vernetzen wir uns mit den Geflüchteten direkt, mit den Kirchen, mit antirassistischen Initiativen und anderen wichtigen Stellen, um einen konkreten Plan auszuarbeiten. Wem das Schicksal der Geflüchteten nicht im Allerwertesten vorbeigeht, verfolge weiter diese Kanäle, auf denen wir in Kürze die Möglichkeiten nennen werden, wie ihr eure Solidarität und Unterstützung zeigen könnt.Wir fordern zudem auch die Institutionen und Gremien des FC St. Pauli selbst auf, da zu helfen, wo dieses von den Betroffenen und ihren Unterstützern gewünscht und gebraucht wird.

Kein Mensch ist illegal!

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Hamburg – the Gate to the World, not the Fortress Europe

Deeply concerned, a lot of us see several hundred African refugees being left behind by the City of Hamburg for weeks. We, a group of supportes of the FC St. Pauli, are willing to gather our powers to help these refugees with their struggle for a save stay in Hamburg and a better life.
For a long time the Hamburg Senate fails in its responsibility of being the government of one of the richest cities in Europe and support those people who fled from a civil war with little more than their own lives.

That is not our Hamburg!

Refugees Welcome?

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Flüchtlinge aus Libyen vor dem Millerntor-Stadion

Ich habe heute mit einigem Entsetzen die Presseberichterstattung zu den Flüchtlingen aus Libyen verfolgt:

http://thecaravan.org/taxonomy/term/44

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/von-italien-nach-deutschland-fluechtlinge-aus-libyen-in-hamburg-a-902958.html

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Zitat aus dem Artikel der taz:

„In Hamburg hatte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) den Männern bisher bloß angeboten, ihnen eine Rückfahrkarte nach Italien zu bezahlen. Den Versuch von Flüchtlingsaktivisten vor rund einer Woche, Zelte auf einer Wiese in der Innenstadt zu errichten, hatte das zuständige Bezirksamt unterbunden.
Lugenentzündung, Fieber und Gliederschmerzen
Seit zwei Wochen regnet es fast Tag und Nacht. Viele der Flüchtlinge seien mittlerweile erkrankt, sagen ihre Sprecher. Zwanzig von ihnen seien in medizinischer Behandlung. Meist handele es sich um Lungenentzündung, Fieber und Gliederschmerzen. Der Hamburger Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Uwe Grund, forderte den SPD-Senat auf, rasch eine Unterkunft für die Obdachlosen zu finden. Wenn es „wirklich keine leeren Turnhallen, Kirchen, Fabrik- oder Lagerhäuser“ gebe, solle man die Flüchtlinge doch zumindest zelten lassen.“

Wir St. Paulianer_innen begegnen den Betroffenen sozusagen täglich in Planten & Blomen, ohne dass wir, zumindest ich, bisher um die Hintergründe, um deren Schicksal wussten. Die Flüchtlinge sind auch viel in den Straßen der Neustadt unterwegs … sie leben aktuell um das Millerntorstadion herum.

Nun haben wir beim FC St. Pauli gerade Sommerpause, Flächen im Stadion, die noch ausgebaut werden müssen, leere Logen ja auch … wäre es dem FC St. Pauli da nicht möglich, auch und gerade im Sinne der ausdrücklichen antirassistischen Orientierung der FC St. Pauli Fanschaft hier, vor Ort akute Nothilfe anzubieten, falls diese gewünscht wird? (Das kann man ja über „Karawane“ erfahren)

Dem Vereinsimage wäre es mit Sicherheit nicht abträglich, und Kontakte zum Senat bestehen ja in Geschäftsführung und Präsidium zudem …

Ich würde mich freuen, wenn der Verein diesbezüglich aktiv werden könnte!
Viele Grüße und Forza St. Pauli,

SPNU
Original-Aufruf via @momorulez

(Foto: Diraction.org)