Lack-Offensive gegen Wildpinkler auf St. Pauli

„St. Pauli pinkelt zurück“ – unter diesem Motto kursiert ein Aufruf der IG St. Pauli im Netz, der zeigt, dass wildpinkeln auf St. Pauli demnächst zu nassen Hosenbeinen oder klammem Schritt führen kann.

Angeblich sollen Urin-verseuchte Ecken des Kiez mit Spezial-Lack bemalt sein, der so Wasser-abweisend ist, dass der Strahl in einem ungünstigen Winkel dem Pinkler wieder entgegen spritzt. Eine intelligente Form der defensiven Abschreckung, die vielleicht schon funktioniert, wenn nur die Angst vor einem vorzeitigen Kiezbummelende umgeht. :)

Mehr Infos dazu hat das Abendblatt-Blog „St. Pauli News“:

Die Idee zu der Aktion stammt von einer großen Hamburger Werbeagentur, die sich jedoch lieber im Hintergrund halten will. Bereits vor Monaten gingen die Kreativen mit ihrem Vorschlag auf die IG St. Pauli zu, der dort mit Begeisterung aufgenommen wurde. „Es ist eine Möglichkeit der Kommunikation, die nicht oberlehrerhaft rüberkommt und einen gewissen Witz hat“, sagt BID-Quartiersmanagerin Julia Staron, die das Projekt in den vergangenen Wochen mitbetreut hat. „St. Pauli spricht direkt zu seinen Gästen – ohne zu pöbeln oder zu meckern. Ich finde das ist eine ganz charmante Art, um auf das Problem aufmerksam zu machen.“

Bei dem Speziallack handelt es sich um das Produkt „Ultra-Ever Dry“, das 2012 von der amerikanischen Firma Resource Energy Group entwickelt wurde.

Rindermarkthalle St. Pauli – Kein Mut zum Kontrollverlust

Die meisten Bewohner St. Paulis sind, wie die Bewohner der angrenzenden Stadtteile Altona, Ottensen, Sternschanze und Neustadt, selbst Gentrifizierer: wir haben selbst zur Aufwertung unserer Viertel beigetragen, als wir in Ende der 80er, Mitte der 90er Jahre hierherzogen – haben auch verdrängt. Das macht den Blick auf Verdichtung und den Erhalt von Vielfalt so ambivalent. Heute war ich auf einer Baustelle zu Besuch, die ausgesprochen zwiespältige Signale aussendet: Die Rindermarkthalle St. Pauli. „Rindermarkthalle St. Pauli – Kein Mut zum Kontrollverlust“ weiterlesen

Recht auf Stadt – Aktion & Demo – „KEINE PROFITE MIT DER MIETE – DIE STADT GEHÖRT ALLEN!“

28.9. DEMONSTRATION
KEINE PROFITE MIT DER MIETE – DIE STADT GEHÖRT ALLEN!
Millerntorplatz (U-Bahn St. Pauli) | 14 Uhr

Die Route:

Millerntorplatz – Reeperbahn – Detlev-Bremer-Straße – Budapester Straße – Neuer Pferdemarkt – Schanzenstraße – Zwischenkundgebung Ecke Sternschanze – Weidenallee – Bellealliancestraße – Eimsbüttler Chaussee – Schulterblatt – Zwischenkundgebung Ecke Juliusstraße – Neuer Pferdemarkt – Neuer Kamp – Feldstraße – Abschlusskundgebung Karolinenplatz

Der Aufruf: „Recht auf Stadt – Aktion & Demo – „KEINE PROFITE MIT DER MIETE – DIE STADT GEHÖRT ALLEN!““ weiterlesen

MOLOTOW MUSS BLEIBEN

MOLOTOW eröffnet 1990
gekündigt zum 30.06.2014
MOLOTOW MUSS BLEIBEN

Das Molotow St Pauli MUSS bLEIBEn

Das Molotow auf der Reeperbahn gehört zu meiner Sankt-Paulianer-Werdung dazu, wie das Millerntor, der Dixi im Funky Fuß, das Bendula, Onkel Otto, das Mary Lou’s, Schmidts‘ Theater, das schwitzen im Soul Kitchen, die Webcam in der Washington Bar, Helga und Heino im Komet, das Edeka mit seiner tollen Türsteherin oder das Top 10 des Kalle Schwennsen. Ein Klub darf untergehen, wenn er dem Kiez nichts mehr zu bieten hat. Ok. Aber von Bayrischen Spekulanten vertreiben lassen? NIX DA!

ESSO-Häuser: Keine Investoren-Veranstaltung am Millerntor!

Esso Häuser

Was haben ACTA und die Bayrische Hausbau und Corny Littmann gemeinsam? Sie scheuen den öffentlichen Diskurs, möchten lieber alles schön kontrolliert im Hinterzimmerchen ausklüngeln und dann die interessierte und tlw. involvierte und betroffene Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen stellen. Das ist sooo 90er und erregt schon in seiner arroganten Abschottung Widerspruch. Wenn sich dann die Gentrifizierer von Sankt Pauli am Millerntor treffen wollen, gibt es verständlicherweise Widerstand:

grillfest esso haeuser

Anfang Februar ließ die Bayerische Hausbau die Verhandlungen um die Zukunft der Esso Häuser auf der Reeperbahn platzen und verkündete gegen den Willen der AnwohnerInnen den Abriss und Neubau der Häuser in Angriff zu nehmen. Kritik an dieser Entscheidung gab es nicht nur von der Initiative Esso-Häuser, sondern auch von Seiten der Lokalpolitik. Nun tischt der Investor den nächsten Skandal auf und lädt die BewohnerInnen zum Austausch ins Millerntorstadion. Doch AnwältInnen und PolitikerInnen sollen draußen bleiben! – lese ich bei „Mietenwahnsinn stoppen.

No BNQ – St. Pauli fordert Baustopp für das Bernhard-Nocht-Quartier (#BNQ)

SOS St. Pauli fordert Baustopp
SOS St. Pauli fordert Baustopp

Stadtteilversammlung fordert:
Baustopp für das Bernhard-Nocht-Quartier

Nachbarinnen und Nachbarn haben bei einem Stadtteiltreffen im völlig überfüllten Kölibri abgestimmt:
„Die Bau- und Abrissarbeiten am Bernhard-Nocht-Quartier müssen sofort gestoppt werden!“

  • Dafür: 95 Stimmen
  • Gegenstimmen: keine
  • Enthaltungen: keine

Fakt ist: Die Investoren Köhler & von Bargen haben am 17. Februar ohne Abrissgenehmigung oder Abrissverfügung Tatsachen geschaffen. Nach dem Einsturz der Seitenwand des denkmalgeschützten Gründerzeithauses in der Bernhard-Nocht Straße 85/87 war der noch am selben Tag begonnene Abriss illegal. Das Amt für Denkmalpflege hat Anzeige erstattet: „Es besteht der Verdacht, dass gegen anerkannte Regeln der Technik verstoßen wurde.“[1] Der Hamburger Senat stellt fest: Das durch den Einsturz beschädigte Gebäude wurde ohne Genehmigung abgerissen.[2] Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Baugefährdung und wegen des illegalen Abrisses.[3] Unklar ist die Rolle der Bauprüfabteilung des Bezirks Mitte: Warum wurde der illegale Abriss nicht aufgehalten? Warum wurde bei so zahlreichen Verstößen kein Baustopp verhängt? „No BNQ – St. Pauli fordert Baustopp für das Bernhard-Nocht-Quartier (#BNQ)“ weiterlesen

Am 3.3. um 3: S.O.S. St. Pauli Nachbarschafts- und Aktionstreffen

S.O.S. St. Pauli Nachbarschafts- und Aktionstreffen, 03.03.2012, 15 Uhr

Die Vorkommnisse der letzten Wochen in St. Pauli haben sicherlich die meisten von Euch mitbekommen. Das S.O.S. St. Pauli Bündnis lädt nun für kommenden Samstag zum Nachbarschafts-, Aktions-, Austausch-, Handeln-Treffen. Alle sind herzlich eingeladen!

Samstag, 3.3.2012
15 Uhr
Kölibri [Hein-Köllisch-Platz 12]
„Am 3.3. um 3: S.O.S. St. Pauli Nachbarschafts- und Aktionstreffen“ weiterlesen

SPD, das Recht auf Stadt und verräterische Prpaganda #ESSO

Tatsächlich gibt es die Wutbürger, die das Wohnungsbauprogramm verhindern wollen, überhaupt nicht. Es sind Schimären, ersponnen, um lästige Kritiker in eine unsoziale Ecke stellen zu können. Zum Beispiel in dem gerne angeführten Fall der Esso-Häuser auf St. Pauli: Die „Bayerische Hausbau“ hat das Anfang der Sechziger gebaute Ensemble an der Reeperbahn gekauft. Nun wehren sich die Bewohnerinnen und Bewohner gegen den Abriss und plädieren für den Erhalt der Häuser. Die SPD wirft ihnen vor, sie wollten verhindern, dass hier im großen Stile bezahlbarer Wohnraum entstehe. Falko Droßmann schreibt: „Kann es richtig sein, 107 Wohnungen auf dem Standard der 60er Jahre zu belassen, anstatt drei mal so viele moderne, preiswerte und auch familienfreundliche Wohnungen zu bauen, nur, weil die Klötze so schön zum Kiez passen? Ich sage Nein.“

Bloß: Weder will die Esso-Häuser-Initiative neue Wohnungen verhindern – stattdessen plädiert sie für eine bezahlbare Sanierung des Ensembles und einen neuen Gebäuderiegel, wo heute die Waschstraße steht. Noch verhält sich der bayerische Baukonzern so sozial, wie es ihm die Sozis andichten. Stattdessen versucht er, die Mieter loszuwerden. Die Briefe, in denen der Konzern die Bewohner zum Auszug ohne Rückkehrrecht verpflichten wollte, waren schon in den Umschlägen. Erst ein runder Tisch – eingefordert und durchgesetzt von der Initiative – konnte verhindern, dass sie auch in den Briefkästen landeten.

Das Problem mit der Wohnungsbau-Offensive der SPD ist: Derzeit geht es eigentlich nur um Überschriften in Mopo und Abendblatt. Die soll vermelden, dass hier, da oder dort neue Wohnungen entstehen und wenn irgendein Parteisoldat noch mit einem Satz zitiert wird, dies sei ein Erfolg der neuen Regierung, dann ist alles gut.

Wichtig – WEITERLESEN

Hamburg, lauter Zecken

Wir sind Zecken, asoziale Zecken;
Wir schlafen unter Brücken;
Oder in der Bahnhofsmission.

Ich bin so verdammt stolz auf meine Mitfans des FC St. Pauli, dass ich das hier ein wenig gerührt von mir geben muss. Man möge mir leichtes Abrutschen ins Pathetische verzeihen.

In der vergangenen Woche hatte Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter, einen Verwaltungsakt in die Welt gesetzt, der alle Sankt Paulianer empörte: er ließ einen massiven Metallzaun um die Bodenplatten der Kersten-Miles-Brücke am Hafen bauen unter der seit Jahren Obdachlose, Streuner und Ausgebüxte gegen Regen und Wind sich schützen. Nach dem Spiel gegen Aue und am Sonnabend organisierten dann die Fans und Anwohner eine Demo, die eindrucksvoll unterstrich, dass die gesungenen Zeilen im Stadion auch in der echten Welt Gültigkeit besitzen. Wir sehen uns selbst als solidarisch an mit Menschen, die unter Brücken oder in der Bahnhofsmission schlafen – mehr als ein Lippenbekenntnis.

Inzwischen reagiert auch die Hamburger Presse und nachheizend die Hamburger Politik. Der Zaun an der Brücke wird zum Symbol der Vertreibung materiell Schwächerer aus einem zentrifugierten Hamburg.

Unklar ist mir noch, ob sich die Politik über den Zaun oder den Kollegen Schreiber empört, der so töricht war, die schleichende und leise Vetreibung durch Preiserhöhung mit lautem Getöse um sein Ego zu stören. Ich bin mir einigermassen sicher, dass es den so genannten Sozialpolitikern nicht um die Menschen geht, die unter Brücken wohnen (sonst müssten sie das nicht!).

Markus Schreiber argumentiert schon zynisch in diese Richtung und will das Thema aussitzen. Er ahnt wohl, ähnlich unserem Herrn Stenger, dass Solidarität eine helle Flamme ist, die aber schnell erlischt. Wichtig deshalb, dass wir festhalten an der Solidarität. Und wer sagt eigentlich, dass man unter unseren Brücken nicht schlafen darf?

St. Pauli – Augenblicke sind keine Visionen

Vision:

»Vor unserer Haustür wachsen die Tanzenden Türme, die hoffentlich nicht nur äußerlich tanzen, sondern auch mit Leben gefüllt werden. Einem Leben, das sich auf dem ehemaligen Brauereigelände ganz erstaunlich positiv entwickelt hat. Trotz ärgerlichem Büroleerstand. Und mögliche Baustellen gibt es ja viele im Stadtteil – vom Esso-Gelände bis zur ehemaligen Rindermarkthalle. Alles Baustellen, die auch die Chance zum Wandel in sich tragen, nicht nur die Gefahr, Liebgewonnenes durch Neues zu zerstören. Wer Angst vor diesem Wandel hat, der soll doch bitte in ruhigere Gefilde abwandern, Elmshorn und Pinneberg sind nicht weit» – Corny Littmann im HA zur Vision St. Pauli

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Augenblick:

Draussen Zuhause - St. Pauli (c) Lichterkarussel

Es ist ein wenig unlauter von mir diese beiden Dinge zu verknüpfen. Heute morgen, bei der Lektüre des Hamburger Abendblattes hatte ich aber genau so ein Bild im Kopf. Von Menschen, denen die Littmanns dieses Stadtteils adieu sagen, wenn sie sich in die Vorstädte verpissen MÜSSEN!