Mutti, Mutti, mir gehts gut

Heute vor genau acht Jahren siegte der FC St. Pauli gegen das kleine Mordor von der Ostsee. Nicht irgendwie, sondern magisch.

FCSP-Hansa Rostock: Aufholjagd am Millerntor

Nach zwanzig fünf (!) Minuten lag St. Pauli gegen Hansa Rostock zuhause am Millerntor 0:2 zurück.

Zur Pause nebelten die Hansafans unser Wohnzimmer ein – genau die Provokation, die unsere Boys in Brown benötigten, um das Letzte aus sich und unserem wackeligen Stadion heraus zu holen.

6.3.2009

Es war ein 6. März, es war klamm und kalt, aber nach dem Ausgleich und dem Siegtreffer explodierte das Millerntor – und Rostock fuhr ohne Punkte und geschlagen an die Küste zurück. Der Verein hat sich von diesem Abend vor acht Jahren nie wirklich erholt. ;)

„Mutti, Mutti, mir gehts gut,
weißt nicht, was Dein Sohn so tut.
Hab die Kogge versenkt,
Drei Tore eingeschenkt.
Mutti, mir gehts gut!“

St. Pauli hat fünf eingecenkt

Nach Hause wollte gestern keiner. Ich stand auch noch lange auf der Gegengeraden und versuchte, mir alle fünf Tore in Erinnerung zu rufen, als es mir nicht gelang, musste ich lachen. 5:0 – das hat man lange nicht mehr erlebt am Millerntor. Ich erinnere mich da zuletzt an einen Sieg gegen Freiburg – da standen allerdings noch Ralle Gunesch, Alex Ludwig und Kuru für uns auf dem Feld (letzte Saisonspiele gelten hier übrigens nicht ;). „St. Pauli hat fünf eingecenkt“ weiterlesen

FC St. Pauli – Dynamo Dresden Kurzkommentar (zum Spiel ;)

Kurzkommentar FC St. Pauli - Dynamo Dresden

»Der FC St. Pauli erspielt sich auf tiefem Boden einen ungefährdeten 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenfünften Dynamo Dresden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – damit verlässt der FC St. Pauli die direkten Abstiegsränge. „Eine Präsenz, die man am Millerntor lange nicht mehr“ … . Vor allem das Energie kostende Pressing ließ Dynamo nie ins Spiel kommen.«

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Weltpokalsiegerbesieger: FC St. Pauli

Feiertag auf dem Kiez, 6. Februar: Weltpokalsiegerbesieger-Tag

Heute vor fünfzehn Jahren, am 6.2.2002 fand das berüchtigte Bundesligaspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Bayern München statt, das nicht nur in die Annalen des Klubs von der Reeperbahn eingehen sollte. St. Pauli gewann damals mit 2:1 und besiegte völlig überraschend den frisch gebackenen Weltpokalsieger von der Isar.

Weltpokal, der Vorläufer der Champions League

Weltpokalsiegerbesieger T-Shirt
Weltpokalsiegerbesieger T-Shirt

Der Rest ist Geschichte und ja, auch ein wenig Kult ;)) Der notorisch klamme Kiezklub vermarktete den historischen Sieg dann auch kreativ: Die T-Shirts mit dem Titel gingen weg wie warme Semmel und legten den Grundstein des heutigen Erfolges, den der FC St. Pauli als Marke im Bundesliga-Merchandising hat.

Weltpokalsiegerbesieger-Reportage (Sportclub): FC St. Pauli – Bayern München vom 6.2.2002

„Meggle, Schlenzer, Tooor“ ;)

Sebastian Schachten: „So laut habe ich das Millerntor lange nicht mehr empfunden“

Man sah nach dem Spiel lauter gut gelaunte Verlierer rund um das Millerntor. Die Fans des Brauseklubs aus Leipzig hatten ihr erstes Auswärtsspiel am Millerntor zwar verloren, aber selten gewordene Eindrücke mitgenommen. Zu was das Millerntor in der Lage ist, wenn es um die Wurst geht, konnte man zur Mittagsstunde am Sonntag nicht unbedingt erwarten. Am Ende wurde es das lauteste Spiel des Jahres – mit einer fightenden Mannschaft und einem entfesselten Millerntor. „Sebastian Schachten: „So laut habe ich das Millerntor lange nicht mehr empfunden““ weiterlesen

Frühlingsmond

Am Sonnabend war der erste Frühlingsvollmond. In dieser magischen Nacht zündeten auch viele St. Paulianer Osterfeuer an und übergaben das Winter-Pech, die Wut über schlechte Schiedsrichter und die Missgeschicke, die in Eigen- und Last-Minute-Toren sich manifestiert hatten an das Feuer.

Gestern brach sich dann die Kraft des Frühlings Bahn. Ausgerechnet gegen die unangenehme Fortuna aus Düsseldorf. Herrlich, wie die Magie wirkte, sich zum Roar hochjazzte und auch noch das schlechte Benehmen der Düsseldorfer Fans und das obligatorische „Scheiss-St. Pauli“ uns in die Karten spielte.

Der Rest war Genuss. Reiner, magischer Genuss. Ein ganz und garnicht „choißlicher“ Abend. ;)

Osterfeuer in Blankenese

Wie einst im Mai – Die Boys in Brown spielen und tollen mit wachsweichen Eisernen

Es war der Tag der merkwürdigen Signale. Die Sonne schien vom Himmel, als ich an der Ostsee erwachte. Die Saison ist dort vorüber – am Millerntor fängt sie gerade so richtig an. Schon auf der Autobahn ging es zähflüssig zu. Ein ums andere Mal fuhr ich an einem holländischen Spediteur mit dem Namen unseres Mittelstürmers vorbei, bevor seine Fahrbahn dann schneller fuhr und er gemächlich an mir vorbei zog. Ein Omen?, ich wollte daran glauben, dass die Spedition Verhoek ein erster Hinweis darauf sein würde, dass Meggles stoisches Festhalten an John sich heute auszahlt.

Als ich drei Minuten nach Anpfiff meinen Stehplatz auf der Gegengeraden einnahm, war ich zuerst enttäuscht zu sehen, dass Verhoek gar nicht auf dem Platz stand, und dann erst gemerkt, dass ich zwei Minuten lang, in den schwarz gekleideten Spielern die Boys in Brown vermutet hatte. Unter den weiß gekleideten gab es aber auch keinen, mit Verhoeks auffälliger Größe und Kopfform.

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Und wir können es doch noch!

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Am Ende standen die alten Helden zusammen, Ebbe, Boll und Bruuuns, lachten sich an und klatschten sich ab. „Wir können es noch“, hieß das, Spiele entscheiden, und das MIT den neuen Boys in Brown! Mit Akagi Gogia, der vom Winken einen Tennisarm bekommt, und der stärkste Paulianer war heute,

Und Ginni als tragischer Held, der durch seine Blutgrätsche erst das Wunder möglich machte. Denn jetzt schlägt die Zeit der alten Helden, zusammen mit den starken Gogia, Gyau und Funk eine wuchtige Achse.

Und ja, ich meine, der FCSP kommt ohne die drei nicht aus!

Drama Baby! – der Millerntor Roarr ist wieder da!

„Wir holen den dritten Platz,
schießen die Vorstadt ab.
Relegation,
wir freun uns schon!“

Manchmal führen Missgeschicke zu unerwarteten Freuden. Gestern sollte ich eigentlich gar nicht am Millerntor sein, sondern an der Ostsee mein Unwesen treiben. Sliptermin, endlich das Schiff wieder in sein Element verfrachten, ins Wasser. Das ging dann so glatt, dass ich schon um 15:00 Uhr wieder in Hamburg war, Karte abgeholt und ab zum Millerntor. Ja, hier war ich dann wieder in meinem Element. Mit dem Quotenrocker standen wir dann zu unchristlicher Zeit ab 16:30 Uhr auf den obersten Stufen der Nordkurve, da wo sie wirklich eine Kurve ist, und sich gen Gegengerade neigt, fachsimpelten über Bene, Boll und Ballbesitz und tranken schon das zweite Bier, als die Südkurve explodierte.

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Undercover Aufstiegsaspiranten

FC St. Pauli – Karlsruher SC – 1:0

Ich habe nichts erwartet von diesem diesigen Montag. Wir sollten gegen einen Abstiegskandidaten ran und das Hamburger Abendblatt hatte schon wieder vom Aufstieg geschrieben. Beste Voraussetzungen also, das Spiel gegen den KSC zu verlieren. W. und M. abgeholt und nach einem Aufwärmbierchen in die Nord gezogen. Mann war da viel Platz, eine knappe Stunde vor dem Anpfiff. Scheissmontag.

Die Karlsruher wärmten sich als erste auf – unsere Boys in Brown trotteten erst spät zum Warmmachen über den Rasen Acker. Anpfiff, Aux Armes. Pliquett hält uns im Spiel und Volzy hämmert drauf (heute weiss ich, dass Fabian Boll ihm das befohlen hat, das Abziehen) – und den musst Du erstmal so treffen, alle staunen, auch der Torwart des KSC, als sich der Ball senkt, tiefer und tiefer und von der Nord aus gut zu sehen passgenau zwischen Latte und gestrecktem Handschuh sich in das Tor senkt.

Was Bene Pliquett da wohl durch den Kopf ging, hat er gegen Bochum doch genau so einen gefangen. Empfindet man da Mitleid? Das Millerntor explodiert – Pause – Bier holen, Pinkeln.

DOM Toillette
DOM Toillette



Die Ordner haben zur Feier des Tages die DOM Toillette aufgemacht. Anstehen zum Hofgang. Wie Häftlinge in einer JVA werden wir zum Pinkeln geleitet. Ist schon ein wenig kurios – und da es zum weiteren Spiel nicht mehr zu sagen gibt, als Andre Schubert schon gesagt haben wird, betrachte ich das Millerntor auf seiner Nordseite – solange die noch steht.

Ist euch schonmal aufgefallen, dass auf dem WC-Container noch ein WC-Container steht? Sieht komisch aus, wenn es einem erstmal ins Auge gefallen ist.

WC Container am Millerntor (Nordkurve)
WC Container am Millerntor (Nordkurve)



Für die Güte des Spiels haben wir viel gesungen, was auch daran lag, dass hinter uns ein junger Mann aus dem Süden stand, wie sich später herausstellte, der wunderbar den Ton halten und doch lauthals singen konnte. Toll, komm bitte bald wieder in den Norden. Unverständlich war mir dann, dass aus der Gegengeraden und Teilen der Nord dann gepfiffen wurde. Bene hat das ja schon kommentiert und im letzten Heimspiel gegen Braunschweig auch deutliche Geste gen Norden gemacht. Ich gebe ihm da vollkommen recht: Das gibts bei uns nicht!

Schlimm, dass nun weiter vom Aufstieg gelesen werden muss. Relegation gegen den HSV ist aber noch drin, so als Saisonziel ja auch was Feines. Ein Aufstiegsderby.

Nach dem Spiel noch schnell die Sozialdemokratie gerettet und einen weit schweifenden Spaziergang nach Altona gemacht. Gegen 1:00 Uhr leicht dun ins Bett. Von Volzy geträumt.

Spätes Licht am Millerntor – Dynamo Dresden

Nordkurve im Regen mit Jolly Rouge
Nordkurve im Regen mit Jolly Rouge

Hamburger Wetter, wir hatten Hamburger Wetter am Millerntor. Das erste Mal seit langer Zeit ist mir der feine Hamburger Regen bis auf die Haut osmotiert, so schnell, dass ich schon vor Anpfiff klammnass war. November, Westwind – das liegt eigentlich nur Mannschaften, die über den Kampf in eine gesunde Wärme finden. Dynamo Dresden also – und wieder einmal die Erkenntnis, dass unsere Boys in Brown echte Schönwetter-Fußballer geworden sind. Kaum kam dann nach dem 0:1 die untergehende Novembersonne heraus, lief es plötzlich wieder. „Spätes Licht am Millerntor – Dynamo Dresden“ weiterlesen

Boller siegt am Holstentor – 2:0 at far home match

Lohmühle

Es war ein schöner Tag, ausnahmsweise nieselregnete es nicht, und auch sonst begann ein Tag der merkwürdigen Ausnahmen. Heimspiel in Lübeck, wann hat man das schon mal. Ausnahmsweise bin ich früh aufgestanden und für einen Sonnabnd sehr aussergewöhnlich um 9:00 Bahn gefahren. In Lübeck angekommen wurde einem erst klar, wie unsinnig und abstrus dieser Aufwand ist, ein Mllerntor nach Norden zu verpflanzen temporär, wegen des Fehlverhaltens eines Einzelnen.

Ausnahmezustand auch bei den Ordnern und Bierstandbesatzungen an der Lohmühle, da ging nix voran, 30 Mnuten während des Spiels für Getränke anstehen, ist selbst für Gegengeraden-Ansteher harter Tobak.

Aufwaermen

Ausnehmend fein ansusehendes Ballett dann zum Synchronaufwärmen, ein schöner Blick auf die Lohmühle, die als Heimstadion und in Liga 2 auch ganz heimelig wirkt und garnicht so garstig, wie wir sie in Erinnerung haben.

Es folgt kein gutes Spiel, nun, das in der Vergangenheit nicht ohne Ausnahme, bei dem mir aber einige Paulianer ausnahmsweise besonders auffallen. Schnecke Kalla mit starker Verausgabung, Philipp Tschauner, mein lieber Scholli, der hat Strafraumbeherrsvhung, und Lasse Sobiech, enorm stark.

Boller wurde das dann wohl zu bunt, was unsere kreative Offensivleiste da so zurechfehlpasste und sommerte die Pille ins Netz. Unser Ausnahmestürmer.

Sonnenbrand und Durst auf dem Heimweg, ausnahmsweise pünktlich.