JHV 2016: Das könnte ein heißer Ritt werden

Am kommenden Sonntag lädt der FC St. Pauli zur Jahreshauptversammlung (JHV) ins CCH (Beginn 11:00 Uhr). Dieses Jahr könnte es für das Präsidium um Oke Göttlich ein heißer Tanz werden: neben der sportlichen Misere treibt der neue Ausrüster des Teams die Mitglieder um, es liegt ein Antrag zur Abstimmung vor, den Vertrag mit dem US-Fabrikanten Under Armour sofort zu kündigen. „JHV 2016: Das könnte ein heißer Ritt werden“ weiterlesen

Corny Littmann über Entscheidungen beim FC St. Pauli: ‚Das ist keine Basisdemokratie‘

Corny Littmann gibt der aktuellen Sonnabendausgabe des Hamburger Abendblatt ein ausführliches Interview, in dem er im Wesentlichen sich selbst lobt und zwei Themen kritisch beleuchtet: das Museum statt Polizeiwache und den Entscheidungsprozess im Verein.

Littmann fordert, dass statt 500-1000 Mitglieder vor Ort bei der jährlichen JHV im CCH, alle 20.0000 Mitglieder abstimmen können sollten, ‚bei den modernen digitalen Möglichkeiten wäre das doch kein Problem‘.

Gerade im Hinblick auf Kampagnen, wie den #Brexit ein interessanter Vorstoß. Die Macht im Verein würde sich aus dem Zirkel der so gen. ‚Aktiven Fanszene‘ in eine breitere Mitgliedschaft verschieben, was ich gut fände. Andererseits wäre der FC St. Pauli anfälliger für mediale Kampagnen – und da ist Corny ja bekanntlich ein Meister seines Faches.

Was meint ihr? Wäre ein Deligiertensystem demokratischer?

St. Pauli gegen Olympia #fcspjhv

Erreichte mich eben…

Nach einer langen Abstimmungsdiskussion über Anträge und Satzungsfragen wird das folgender Kompromiss abweichend vom Antrag beschlossen:

„Die MITGLIEDERVERSAMMLUNG des FCSP lehnt eine Olympiabewerbung ab. Das Präsidium wird beauftragt diese Entscheidung öffentlich zu kommunizieren und sich nicht an Pro Olympia Kampagnen zu beteiligen“ 

Es ist JHV-Saison. #FCSPJHV15 am Sonntag, den 15.11. im CCH

Es ist Herbst. JHV Saison. Nach der AFM-JHV am heutigen Mittwoch Abend, liegt im November die des „Hauptvereins“ an: die Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli:

Das Präsidium des Fußball-Club St. Pauli v. 1910 e. V. lädt die Mitglieder herzlich zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2015 ein.

Diese findet am Sonntag, 15. November 2015, um 11 Uhr (Einlass ab 9:30 Uhr) im Congress Centrum Hamburg (CCH), Saal 2, statt.

Wichtige Fristen: „Es ist JHV-Saison. #FCSPJHV15 am Sonntag, den 15.11. im CCH“ weiterlesen

Sandra Schwedler Aufsichtsratschefin des FCSP – Herzlichen Glückwunsch

Update/Korrektur: Ich wusste ja, dass Tatjana Groetecke vor ca 15 Jahren im AR die erste Frau war. Dass sie damals auch eine zeitlang AR-Vorsitzende war, ist mir entgangen. Sorry dafür (vgl. Ende des Beitrages).

Das war eigentlich niemandem so richtig klar, dass der FC St. Pauli mit der eindeutigsten Wahl von Sandra Schwedler zur Aufsichtsrätin, den Weg bereitet hat, dass der „etwas andere Verein“ endlich mal wieder Sportgeschichte schreibt: Herzlichen Glückwunsch Sandra!, ich freue mich sehr, dass ihr im Gremium dem Votum der JHV gefolgt seid und Du dieses Amt übernimmst! „Sandra Schwedler Aufsichtsratschefin des FCSP – Herzlichen Glückwunsch“ weiterlesen

Lotsenwechsel an Bord der MV St. Pauli

Eines der eindrucksvollsten Bilder, die bei einem Besuch an der Kieler Förde übrig bleiben, sind die eindrucksvollen Lotsenboote, die in schillerndem Orange zu den Container-Schiffen pesen, um den neuen Lotsen an Bord zu bringen. Bei jedem Wind und Wellengang steigt der Lotse vom Kanal aus und der für die offene Ostsee steigt an Deck.

Gestern auf der JHV musste ich öfter an dieses Bild denken, Oke und sein Team brausten mit orangener Signalfarbe auf den braunweissen Tanker zu, und oben an der Reling standen die scheidenden Lotsen, Stefan Orth und seine Vizes.
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Olympia Nein Danke? Sollten wir auf der JHV gegen Hamburgs Olympia-Teilnahme stimmen?

Nun haben wir doch noch einen brisanten Antrag auf der kommenden Mitgliderversammlung zu beschließen, neben der Wahl des Aufsichtsrates und des Präsidiums: soll sich die Mitgliedschaft gegen eine Olympiabewerbung Hamburgs positionieren?

Soll der Verein wirklich beauftragt werden sich „o?ffentlichkeitswirksam gegen eine Bewerbung der Stadt Hamburg um die Ausrichtung von Olympischen Sommerspielen“ auszusprechen?

Nun gibt es sicher einige gewichtige Gründe, gegen eine Olympiabewerbung zu sein, nicht zuletzt aus dem Grund, dass sich Hamburg noch am letzten Leuchtturmprojekt Elbphilharmonie einen Bruch zu heben droht. Auch der autokratische Altherrenklub im IOC darf durchaus unsympathisch und bekämpfenswert empfunden werden – aber als Marathon-Läufer damit zu argumentieren, dass

St. Pauli … keine millionenteuren Prestigeprojekte und Sportspektakel fu?r IOC-Funktiona?re und Handelskammerpra?sidenten (braucht), sondern mehr Sportsta?tten fu?r den Amateur- und Breitensport…

… wie es in dem Antrag heißt, verwundert mich ein wenig.

Ist es denn nicht eines der wichtigsten Pro-Argumente für eine Olympia-Ausrichtung, dass neue Sportstätten gebaut und alte saniert werden, auch auf St. Pauli oder für den FC St. Pauli nutzbar?

Ich verstehe davon bisher zu wenig, lasse mich auch gerne aufschlauen, aber ich weiss, dass es in den Gesprächen zur Präsidiumswahl und den Aufsichtsräten immer auch um die klamme und schlimme Sportstättensituation ging. Da sträube ich mich, dem designierten AR und Präsidium ohne ausführliche innere Debatte vor allem mit den Hallensport-treibenden Abteilungen, solch eine Entscheidung aufzudrücken.

Hilfe. Dilemma.

Foto:
Description
Français : L’Olympia, Paris 9em, France
Date 17 January 2009
Source Own work
Author KoS

Aufsichtsratswahl FC St. Pauli: Die Qual der Kandidaten-Auswahl

Neben dem designierten Präsidium um Oke Göttlich haben sich gestern in der Südkurve des Millerntors die 16 Kandidaten für die Wahl zum Aufsichtsrat vorgestellt; das Vereinskontrollgremium wird zeitgleich auf der #JHV am Sonntag, den 16.11. gewählt.

Wenn ich dürfte, ich würde sie fast* alle wählen: den erfahrenen Roger Hasenbein, die redegewandte und sympathische Daggi Hansen, den nervösen Frank Tamschke, den jungen und forschen Anwalt Gerrit Onken oder den Aktentieftaucher Sönke Goldbeck. Stefan Groenveld, von dem auch das Titelfoto ist, fasste passend zusammen: „Sieben kompetente Aufsichtsratmitglieder zu bekommen, wird ein Leichtes sein.“ „Aufsichtsratswahl FC St. Pauli: Die Qual der Kandidaten-Auswahl“ weiterlesen

Hauptsache ein Amt: Stefan Orth will in den Aufsichtsrat?

Stefan Orth war noch nie eine Haltung nachzuweisen, schrieb ich in einer Generalkritik zum nu scheidenden Präsidium und ich scheine Recht zu behalten.

Kurz vor dem Auslaufen seiner Amtszeit als Präsident, „bewirbt“ sich Stefan Orth per DIE ZEIT um ein Aufsichtsratsmandat, das zeitgleich zur nächsten JHV tlw. neu gewählt wird.

Was ist das jetzt? Ein offener Machtkampf im Verein?, ein Angebot weiter zu helfen?, oder das, was gut unterrichtete Kreise schon lange über Stefan munkeln: Hauptsache ein Amt inne haben?

Also ich verliere langsam den Überblick ;)

„Führungsmacht ist erschüttert“ – was disruptive Entwicklungen im Management mit der Führung von Fußballvereinen zu tun hat?!

Hoch vernetzte, nicht-lineare Systeme mit einer kreisenden Erregung neigen dazu, sich selbst aufzuschaukeln – Entwicklungen werden nicht mehr vorhersehbar; wer dabei jetzt an unseren magischen FC denkt, der liegt gar nicht so falsch.

Heute hat der Aufsichtsrat erklärt, weswegen er Oke Göttlich zum designierten Nachfolger für Stefan Orth ernannt hat – und die Fähigkeit „aktiv“ und emphatisch auf Resonanzen in dem System FC St. Pauli zu reagieren, sei seine Stärke – und entspricht den Herausforderungen, die Prof. Peter Kruse an Führung in hoch vernetzten Systemen stellt: ANSEHEN und LERNEN!

Kultur und Werte sind ein Lebewesen und kein Stein.
„Sie können da keinen Stein hinlegen und sagen; das sind jetzt meine Werte“

Stefan Orth ist #forth

Der Presseraum des FC St. Pauli in der Haupttribüne des Millerntor ist gut gefüllt, als Stefan Orth neben Mediendirektor Christoph Pieper auf dem Podium Platz nimmt. Neben Pressevertretern sind auch Reporter von Fanmagazinen und der Fanbeauftragte vor Ort; die Kollegen von Stefan Orth, Bernd Spieß, Tjark Woydt, Jens Duve und Gernot Stenger sitzen abseits und tragen gute Laune zur Schau, als Stefan Orth gefasst und sichtlich auch angefasst zwei Neuigkeiten vermeldet: „Stefan Orth ist #forth“ weiterlesen

PK: Aufsichtsrat entzieht Stefan Orth und Präsidium das Vertrauen – Nordtribüne wird gebaut (Live-Tweet)

Der FC St. Pauli lädt alle interessierten Medienvertreterinnen und Medienvertreter zu einer Pressekonferenz am Dienstag (1.7.) um 11 Uhr in den Pressekonferenzraum des Millerntor-Stadions ein. Thema des Mediengespräches ist die aktuelle Situation im Präsidium des FC St. Pauli. Als Gesprächspartner steht Ihnen Präsident Stefan Orth zur Verfügung stehen.

Die Ankündigung der Pressestelle des FC St. Pauli macht mich neugierig; was ist denn die aktuelle Situation des Präsidiums?, inwiefern wirft die JHV da ihre Schatten voraus?, stellt Stefan Orth die Nachfolger von Tjark Woydt und Bernd Spies vor?

Ich bin um 11 am Millerntor und höre gespannt zu; in diesem Beitrag sammle ich dann die Updates, die ich via @stpauli twittere:

„PK: Aufsichtsrat entzieht Stefan Orth und Präsidium das Vertrauen – Nordtribüne wird gebaut (Live-Tweet)“ weiterlesen

Die JHV wirft ihre Schatten voraus: Bernd Spies kündigt Rücktritt an

Bernd Spies ist einer der Präsidenten des FCSP, die ich am liebsten und intensivsten kritisiert habe; vor allem, weil er alles mitbrachte, um es besser zu wissen und engagierter zu machen, bspw bei den sozialromantischen Protesten damals, oder dem Unterzeichnen der DFB-Innenminister-Scharade.

Nun kündigt er seinen Rücktritt zur JHV an, stellt sich nicht noch einmal zur Verfügung – und einige sagen, er komme einer Nicht-Nominierung damit zuvor. Politisch schlau warst Du schon immer, Bernd. „Die JHV wirft ihre Schatten voraus: Bernd Spies kündigt Rücktritt an“ weiterlesen

Aufsichtsratswahlen 2014 / Präsidiumswahl 2014 – Der Wahlkampf ist eröffnet

„Kröger und Eich von Ämtern zurückgetreten – Schulz neuer Vorsitzender“, meldet heute der FC St. Pauli und für mich beginnt mit dieser Meldung der Wahlkampf 2014, an dessen Ende, zur JHV im November eine Superwahl ansteht: Aufsichtsrat UND Präsidium werden dann neu gewählt, oder bestätigt. „Aufsichtsratswahlen 2014 / Präsidiumswahl 2014 – Der Wahlkampf ist eröffnet“ weiterlesen

Wer fährt Porsche und nicht fort? #fcspjhv

„Wer fährt Porsche und nicht fort,
Stefan Orth.“
Meme von der JHV 2013 des FC St. Pauli

Mir schwebte „Piep, Piep, Piep“ als Überschrift vor, oder das geseufzte „das ist nicht mehr mein St. Pauli“ von Sven Brux nach der kreideharmonischen Rede von Alex Gunkel. Dabei schien es kurzzeitig nochmal spannend zu werden, als Bernd Spies mich begrüßte und die Vortritt zum Rücktritt Idee noch einmal aufgriff. Es trat aber niemand zurück, außer der American Football Abteilung. Hier werden wir auf herrlich schauerliche Räuberpistolen von starken Armen mit schwachem Willen verzichten müssen in Zukunft.

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Vortritt beim Rücktritt, oder: die JHV des FC St. Pauli könnte spannender werden, als gedacht. (Mittwoch, den 27.11.13 ab 18 Uhr 30 im CCH)

Nach der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli im letzten Jahr, wo es für unser Präsidium um die Wurst ging, persönlich für Gernot Stenger, erwartet für dieses Jahr niemand Redeschlachten am Mikrophon. Auch werden wir auf schlecht inszenierte Theaterauftritte von Bernd Spies wohl verzichten müssen (der Auftritt selbst war ja ganz amüsant) … Es sei denn, es bewahrheitet sich ein Gerücht, dass sich seit dem Frühjahr hartnäckig hielt, nämlich dass entweder der Aufsichtsrat oder das Präsidium zurücktreten wollen, um zu verhindern, dass es nächstes Jahr zu einem Superwahltermin im November kommt und die JHV Aufsichtsrat und Präsidium neu wählen (muss)! „Vortritt beim Rücktritt, oder: die JHV des FC St. Pauli könnte spannender werden, als gedacht. (Mittwoch, den 27.11.13 ab 18 Uhr 30 im CCH)“ weiterlesen

20% weniger Business Seats! #JHV

Herbststürme rauschen über Hamburg hinweg und Erinnerungen an den aktiven Spätsommer ziehen durch das klamme Gemüt und mit ihnen eine Art restwarme Harmonie (Stichwort „Fussball und Liebe“. Da bereite ich mich schonmal auf den Winter vor: Die JHV naht, der Moment im Jahr, an dem wir Mitglieder des FC St. Pauli Entscheidungen treffen können, die wir für richtig halten. Die letzten Jahreshauptversammlungen waren ja von einer hitzigen Dynamik geprägt, die wir in diesem Jahr nicht erwarten können – ist ja auch nicht schlimm, dass es zwischen Präsidium, aktiver Fanschaft und dem desorganisierten Rest vergleichsweise harmonisch zugeht. Und doch sind da ein paar Dinge, die man angehen sollte.

Schaut man auf der Gegengeraden nach links, sieht man eine große Wand Business Seats über den Südkurvlern sich erheben. Das ärgert diese dort selbstverständlich noch immer. Schaut man dann gegenüber der Geraden auf die Haupt, auf den riesigen Block Business Seats, die immer wieder und regelmäßig leer bleiben oder zu spät besetzt werden, weil vielleicht die Schlange am Bier oder Bratenstand zu lang war, dann erinnere ich mich an die vergangenen Jahre, und unser Bemühen das zu ändern.

Pauschal: 20% weniger Business Seats

Nochmal zur Auffrischung:

  • Der FC St. Pauli hat mehr Business Seats, als der FC Bayern München. (Im Vergleich zur Stadionfläche)
  • Ein signifikanter Anteil der Business Seats werden nicht verkauft

Wäre es da nicht an der Zeit, das Präsidium zu beauftragen, 20% der Business Seats abzubauen und in reguläre Sitzplätze umzuwandeln?

Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins, FC St. Pauli

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Carsten Harms ist Redakteur beim Hamburger Abendblatt und hat heute in seinem Kommentar „St. Paulis schwerer Weg“ der Diskussion wiedergängerisch den Weg bereitet, ob der FC St. Pauli nicht doch seinen Stadionnamen verkaufen sollte, und gelbe Karten von „Geflügelwurstwarenherstellern“ präsentieren.

Es klingt wie die Quadratur des Kreises: Wie kann ein Verein in dieser Zeit der immer weiter zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs sportlich erfolgreich sein und es sich dennoch dauerhaft leisten, auf Millioneneinnahmen aus bestimmten Formen der Vermarktung zu verzichten?

Dabei offenbart er zwei für Sportredakteure erschreckende Defizite: Geringe Kenntnis des FC St. Pauli und wenig wirtschaftlichen Sachverstand.

Das erste Defizit ist oft anzutreffen bei Journalisten, leider. Ich halte nach wie vor Lutz Wöckener für den letzten gut informierten, im Sinne von Überblick.

Selbst wenn Michael Meeske wollte, lieber Carsten, er dürfte den Stadionnamen nicht verkaufen. Dazu gibt es einen Beschluss der JHV, unseres höchsten souveränen Gremiums, in dem im Gegensatz zum Bundestag nicht nur viel weniger Anwälte sitzen, sondern vor allem keine Abnicker_innen.

Das hätte man wissen, oder schnell recherchieren können. Womit wir zur wesentlich fundamentaleren Fehleinschätzung des Kollegen Harms kommen:

Konkret hätte man womöglich die Ablösesumme für den zuvor ausgeliehenen Torjäger Daniel Ginczek berappen können. Doch der FC St. Pauli hat sich entschieden, den schwereren Weg zu gehen, auch weil er das Image des besonderen Clubs im Profifußball auf keinen Fall aufgeben, sondern weiterpflegen will.

„Dieser Weg wird kein leichter Sein“, der unsägliche Xavier Naidoo singt das Lied zu Deinem Text Carsten Harms …

Eigentlich ist das sehr ärgerlich, aber nichts Neues, dass man im Hamburger Abendblatt auch in der Sportredaktion die Verkürzungen des Neoliberalismus wieder findet. Tatsächlich verhält es sich mit dem FC St. Pauli genau anders herum, als Carsten Harms behauptet: Gerade der Verzicht auf Maßnahmen wie die benannten, sind es, die den FC St. Pauli zu keinem ‚Adabei‘-Verein machen, wie man in München diejenigen nennt, die nichts besonderes, aber eben immer irgendwie dabei sind, sein wollen.

Das ist doch die viel größere Bedrohung, siehe 1860 München oder 1. FC Köln. Und wie schwer es ist, seine Identität zu bewahren, wenn das Heimatstadion zum vierten Mal anders heißen soll, steht auch noch auf derselben Seite.

Nein: Gerade der Diskurs auf Augenhöhe, für den wir Sozialromantiker in diesem Verein immer wieder einstehen, hat in bizarrer Weise dazu geführt, dass sich der FC St. Pauli besser vermarkten lässt, als jeder andere Club, außer Bayern München und der BVB.

Das Ausblenden bspw. von sozialem Frieden bei der Bewertung des Wirtschaftsstandortes, das Wegrechnen von Folgekosten durch Klimaschäden bei Produktionen in China oder dieser Kommentar von Carsten Harms: immer wieder denken und schreiben Journalisten zu kurz.

Entweder aus Unvermögen oder Absicht. Und ich befürchte letzteres: Die Diskussion um den Verkauf des Stadionnamens ist wieder ‚auf der Rampe‘, wie man das bei Lobbyisten nennt. Und es würde mich interessieren, wer das im Verein voran treibt?

Schlägt nu die Stunde des Stefan Orth? #fcsp

Stefan Orth, Präsident des FC St. Pauli auf der JHV 2012, Foto: Stefan Groenveld, mit freundlicher Genehmigung
Stefan Orth ist einigermaßen unbeschadet aus der Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli hervorgegangen. Allerdings nur weil seine beiden Präsidiumskollegen und Vizes, Gernot Stenger und Bernd-Georg Spies, im Zentrum der Kritik standen.

Insofern kann man sagen, ist seine Taktik des seichten Zurückhaltens aufgegangen. Wenn es denn eine war und kein Charakterzug. Nun könnte allerdings, nach einer intensiven und doch fruchtbaren JHV seine Stunde schlagen. Vielleicht der letzte Moment, an dem er seine Präsidentschaft mit Leben und Haltung erfüllen kann. Nicht als egomanischer Sonnenkönig, sondern als Vernetzer. Seine Art, niemandem ernsthaft böse zu begegnen ist für diese Art des Management by Understanding schon einmal hilfreich. Im Grunde fehlt nun noch das richtige Profil und eine klare Positionierung im Innen und Außen.

„Schlägt nu die Stunde des Stefan Orth? #fcsp“ weiterlesen

Yalla Yalla JHV

sitzen ist fürn arsch

Heute ist JHV. Hamburg übt sich im Frühling, so kurz vor dem Winter juckt es da schon unter der Mütze, wenn man am sonnigen Elbstrand entlang nach St. Pauli hinein geht. Gestern gab es Sonnenschein und Hamburger Wetter abwechselnd am Millerntor. Und mal wieder zu bestaunen, was Süd, Nord und GG stimmlich auf die Reihe kriegen, und was mit den Reichen unter der 19 Mio Sympartysanten passiert, wenn der Herbst langsam in den Winter übergeht. Es steht 1:1 und selbst 5 Minuten nach Wiederanpfiff bleiben große Teile der VIP-Plätze leer.

Das haben wir, die aktiven Fans, die sich dagegen wehren wollen, selbst zuzuschreiben, dass es noch so viele davon gibt, die JHV wäre letztes Jahr die Gelegenheit gewesen. Aber wir stehen ja eher auf Symbole, solche wie die Abwahl von Gernot Stenger, weil der gelogen haben soll. Das wird heute Abend eine Abstimmung gegen das gesamte Präsidium und damit für oder gegen die Vereinspolitik hin zu den Vermarktungszielgruppen, weg von der anstrengenden Basis. Es geht aber auch, wie beim FC St. Pauli lange üblich, um Egos, Macht und Geklüngel, weswegen ich eigentlich erwarte, dass Gernot Stenger vor der Abstimmung zurücktreten und der Rest der Bande, unbeschädigt sich wähnend, im Amt bleiben wird. Das pfiffen die Spatzen bereits vom Vordach des AFM-Containers gestern auf dem Südkurvenvorplatz.


Wie dem auch sei, es gibt weitere Themen, die diese JHV zu einer spannenden Angelegenheit machen.
Nachzulesen beim Lichterkarussel und Magischer FC Blog

Ich habe meine Meinung zu den meisten Anträgen, werde aber in dem einen oder anderen Fall ad hoc entscheiden. Das wäre für Gernot Stenger und den Rest unserer Präsidenten auch noch eine Gelegenheit, in Schubertscher Manier das Ruder noch einmal herum zu reissen und mit einer eindeutigen Positionierung entfremdetes Vertrauen zurück zu gewinnen. Allein mir fehlt der Glaube, dass ihnen das wirklich wichtig ist.

Fan-Beirat?

Déjà-vu, Edition 2010

In der BILD bezieht Stefan Orth Stellung zu dem Abwahlantrag gegen Gernot Stenger und anderen Anträgen zur JHV 2013 am nä Montag.
Im Abbinder zitieren die BILD-Redakteurinnen unseren Präsidenten wie folgt:

Es könnte lang werden am Montagabend. Und heiß… Um Brisanz aus weiteren JHV zu nehmen, plant Orth die Schaffung eines Fan-Beirates. „Wir müssen bessere Lösungen bei der Kommunikation mit den Fans finden.“

Nu fragt sich dieser Blogger, weshalb? Gibt es nicht schon mit dem Fanclubrecherrat, dem Ständigen Fanausschuss oder auch der AFM Gremien und Termine genug, Kommunikation zu betreiben? Was soll denn der Fan-Beirat tun? Auch entscheiden oder votieren? Und wer gehört ihm an? Gibt es dazu einen Eilantrag von Stefan Orth zur JHV?

Das alles ist dem BILD-Artikel (via Pressespiegel auf Fcsp.com) nicht zu entnehmen. Ich habe Stefan Orth diese Fragen gestellt, auch um ihm wieder Gelegenheit zu geben, seine Fan-Kommunikation zu verbessern. ;)

Update: Stefan Orth hat heute Nachmittag auf meine E-Mail-Anfrage geantwortet: Es ist tatsächlich erst einmal eine Idee. Konkrete Pläne für einen „Fan-Beirat“ liegen nicht in der Schublade. Schade eigentlich, denn so haftet der guten Idee der Makel der Beruhigungspille an:

moin erik,
das könnte eine mögliche lösung für die regelmässige kommunikation zwischen fanvertretern ( stfa, fcsr, fanladen, sven brux, sowie ein vertreter des ar und des präsidiums) sein, um ein zeitaktuelles gefühl für unsere fans zu bekommen und gemeinsame wege zu erarbeiten.
das ist aber bisher nur eine idee von mir, die ich gern besprechen möchte. braun weisse grüße stefan

Stefan Orth
Präsident