Scheiss St. Pauli

Nach Chemnitz, Cottbus und Rostock haben sich nun endlich die Fans das Vizestadtmeisters HSV in die Liste derjenigen eintragen können, die sich partout nicht benehmen wollen, wenn sie auf St. Pauli und am Millerntor zu Gast sind.

Anti-St. Pauli Gesänge, wie „Scheiss St. Pauli“ kommen meist von rechts Osten

Die immer wieder gerne wiederholten, deswegen aber nicht kreativer werdenden „Scheiss-St. Pauli“-Rufe des HSV-Anhangs wurden seinerzeit nur noch durch das „Deutsche wehrt euch, geht nicht zu St. Pauli“ getoppt – sie zeigen aber immer wieder den tiefen Komplex, der einige Menschen befällt, wenn sie und ihre Aggressionen an der liebenswerten Ironie unseres Stadtteils abperlen.

Zum Derby hat „Scheiß Sankt Pauli“ Hochkonjunktur

Gestern stand ich eine Weile am Millerntorplatz herum, ein „Hansa“-Pils genießend, als eine kleine Gruppe HSVer, von doppelt so vielen Polizisten begleitet, ihren Sonntagsspaziergang zum Kiez unternahm.

„Scheiss-St. Pauli, Scheiss-St. Pauli“ schallte es herüber. Eine Einladung, die wir gerne annahmen und fröhlich einstimmten.

Die Freude, Mitsänger gefunden zu haben (immerhin gibt es tatsächlich einige Dinge, die Scheisse sind bei St. Pauli, die vielen Rauten in den Business-Logen zum Beispiel, aber das ist eine andere Geschichte) – nun, eben diese Freude, dass auch andere mitsangen, kippte und fiel, das konnte man der entgleisenden Mimik deutlich entnehmen, in blankes Unverständnis um, als erkannt wurde, wer da mit in das Grölen einstimmte. 🙂

Eine schmerzhafte Divergenz zwischen dem, was der Kerl da hörte (Feind des Pauli ist mein Freund) und dem was er da sah (lauter Jolly Rogers auf schwarzen Sweatshirts). … und weil das schon mal ein toller Auftakt zum feinen Derby war, mehr davon:

Wie zeitlos populär der auf den Sänger zurückfallende Schmähgesang ist, zeigt sich zuletzt beim Hamburger Derby im Volkspark. Obwohl wegen Corona nur 1.000 Zuschauer zugelassen und ausschliesslich HSVer anwesend waren, entblödete sich der gesamte Anhang des Vizestadtmeisters, statt seine 11 zu spporten, Scheiss St. Pauli zu rufen.

Es bleibt erbärmlich. Und witzig.

‚Macht die Logen auf‘ – Teilöffnung des Millerntor-Stadions

Nun ist es amtlich: der FC St. Pauli kann zum ersten Heimspiel der Saison 20/21 das Millerntor für Fans öffnen – zumindest für ca. 2.200.

Mein Podcast Zwischenruf zur Verlosung der Corona-Tickets

Heute am Morgen, als die Meldung dann offiziell über die Ticker kam (seit gestern rumorte es ja schon in der aktiven Fanszene deshalb), rief ich Markus an, um zu wissen, ob wir uns bewerben wollten für eine der verlosbaren Tickets für das erste Heimspiel gegen Heidenheim.

„Das ist billiger Ersatz. Ich geh da nicht hin“

„Das ist doch kein Fanerlebnis, wie ich das haben will. Das ist billiger Ersatz. Ich geh da nicht hin“, war seine Antwort.

„Wie läuft denn das?“, wollte er dann doch wissen. 15 EUR kosten die Tickets pauschal, habe ich ihm geantwortet. Unter allen Dauerkarten-Inhaber:innen werden die 2.200 und ein paar Zerquetschte dann verlost.

Infos beim FCSP.

Die Zahl der jetzt zugelassenen Zuschauer*innen ergibt sich aus den Absprachen des Vereins mit den Hamburger Behörden. Wenn alles gut läuft und die pandemische Lage es zulässt, besteht die Möglichkeit, das Konzept anzupassen und das Kontingent zu erhöhen.

Die Auslosung übernimmt das Kartencenter.

Presseabteilung FCSP

Wie steht es um die Plätze für die Behinderten?

In Absprache mit unserer Fanbeauftragten für Menschen mit Behinderung wird festgestellt, wie viele entsprechende Plätze z.B. für Rolli-Fahrer*innen zur Verfügung stehen. Wenn dann entsprechend mehr Menschen mit Behinderung sich auf Tickets bewerben, wird unter ihnen ebenfalls gelost.

Presseabteilung FCSP

Was ist eigentlich mit den Logen?

Soweit ich unterrichtet bin, gelten diese Konditionen nicht für die Logen. Mir wurde berichtet, dass diese eigene Mietverträge und deswegen eine eigene Nutzungsszenarien haben. Ich gehe davon aus, dass bei einer Teilöffnung des Stadions auch die Logen geöffnet werden. Wie wäre es denn, wenn man die eine oder andere Loge instantbesetzt – und diese Karten für diejenigen shanghait, die sich 15 EUR für ein FCSP Heimspiel nicht leisten können … was meint ihr?

Werte wagen, Wagenburg

Die Südtribüne des Millerntor im goldenen Herbst.

FCSR, USP, AFM, Fanladen, hab ich was vergessen? Da kann man ganz schnell durcheinander kommen, denke ich, wenn ich die Artikel im Abendblatt, der Welt oder der Mopo lese – obwohl letztere noch am besten Bescheid weiß.

Ist aber auch schwer, die vielen Inis, Institutionen und Abteilungen auseinander zu halten. Fest steht: große Teile der aktiven Fanschaft wollen Andy Grote heute Abend nicht am Millerntor sehen.

Und auch, wenn ich mich oft bemühe, ihr nicht allzu nahe zu kommen – heute gehöre ich dazu.

Beinahe.

Ich finde nämlich einen kritischen Austausch mit dem gefährlich putzigen Innensenator und dem Kalifen des DFB eigentlich gut; eine Gelegenheit den beiden mal öffentlich und mit feinem Florett den einen oder anderen argumentativen Hieb zu versetzen.

Dafür bräuchten die vereinsmeinungsbildenden  Gruppen aber einen Sprachrüssel nach Außen, nicht nur ins Innen. Gerade, als ich mir einen Americano im Playground bestelle und mir beginne vorzustellen, wie so eine Person gebaut sein sollte, die uns alle, die Süd, die kritischen, aktiven und faulen, Mitglieder und Fans, mich auch vertreten könnte – vor meinem geistigen Auge erscheint eine Person, die Jutta Dithfurt und Gerry Adams irgendwie ähnelt – klingelt das Telefon.

Der Kölner ist dran.

Der Kölner heisst so, weil er aus Köln ist und in jedem unserer Podcasts die Fortuna aus Köln unterzubringen versucht. „Diskursverweigerer“, schimpft er und meint mich und die vielen anderen, die Andy Grote für weniger harmlos halten, als es auf den ersten Blick scheint.

„Ich lasse mich zumindest von dem Buxtehuder Bubencharme nicht blenden“, höre ich mich sagen. Und ergänze: „Diskurs ist ja fein, Werte auch, aber wer das eine diskutiert, der muss auch die Machfrage stellen. Ich kann das schon verstehen, dass die Jungs und Mädels aus der Süd, die sich Spieltag für Spieltag von Grotes Polizei drangsalieren lassen müssen, deren Mitstreiter_innen unter hanebüchenden Vorwänden eingeknastet werden, nicht nur bei G20, im Millerntor einen Safe Place sehen, den sie verteidigen“.

„Trotzdem doof“, sagt der Kölner. „Dann nimmt man sich aus der Debatte heraus, dann ist man leichte Beute.“ – da fällt mir „Jutta Adams“ wieder ein – meine Jeanne d’Arc auf Fußballpodien, unser politischer Arm, der sich eloquent und doch hartkantig gegen Profileugner und Verbieger richten kann, sie öffentlich demaskiert, ja häutet. Ich schweife ab, höre K. gar nicht mehr richtig zu, da schnalzt es im Hörer. „Das glaube ich ja jetzt nicht!“

„Was?“, frage ich und trinke endlich einen Schluck meines inzwischen kalten Kaffee. „Die machen aus der Veranstaltung eine Geschlossene Gesellschaft“. Der Kölner lacht und fängt an zu husten. „Wie erbärmlich ist das denn?“

Veranstaltung „Unser Fußball – braucht neue Werte“ findet nicht wie geplant statt

Die Veranstaltung „Unser Fußball – braucht neue Werte“ wird nicht wie geplant öffentlich stattfinden, lese ich in einer frisch eingetroffenen Pressemeldung.

„Das Ziel, heute Abend über neue Werte im Fußball zu diskutieren, sehen wir in der ursprünglichen Form stark gefährdet, denn durch die Intervention und den Protest von verschiedenen Fangruppierungen und nun auch durch politische Gruppen sehen wir einen reibungslosen Ablauf der Podiumsdiskussion nicht mehr gewährleistet und können sie daher aus Sicherheitsgründen nicht wie geplant durchführen“, sagt Joachim Weretka, Mitglied des Veranstalters fairnetzer.1910.

De facto bin ich also ausgeladen. Und Andy Grote geistert trotzdem in der Süd rum. Gespenstisch.

„Das Präsidium bedauert die Entscheidung, denn der FC St. Pauli steht für eine offene und tolerante Diskussionskultur und wird sich auch weiterhin in Gesprächen und Diskussionen mit in Teilen der Öffentlichkeit kontrovers gesehenen Menschen sachlich und kritisch auseinandersetzen und im Sinne der Inhalte von wichtigen sportpolitischen Themen agieren“

Oke Göttlich

Ich lache mit.

Boss Hoss spielen am Millerntor, WTF?

Boss Hoss am Millerntor? WTF?
The BossHoss bei Rock im Park 2016
pitpony.photography – Eigenes Werk
The Boss Hoss @ Rock im Park 2016
CC BY-SA 3.0

 

Prosieben-Western-Machos promoten irgendwas und der FC St. Pauli bietet die Bühne?

Ich musste unwillkürlich lachen, als ich las, dass Boss Hoss, eine deutsche Schrammel-Rock-Band mit Privatsenderhintergrund, am Sonntag, beim Heimspiel gegen Holstein Kiel, ein Konzert auf dem Südkurvenvorplatz spielen wollen.
Mein Lachen wurde dann aber schnell bitter, so einen Kursrutsch in punkto Stil hatte ich selbst meinem Schrammel-Punk-Verein nicht zugetraut. Gegen Boss Hoss sind Slime ja noch echte Heroen widerständiger Kunst!
Dabei stört mich in erster Linie nicht, dass die Western-Macho-Attitüde so viel toxische Männlichkeit ausstrahlt, wie viele kritisieren. Auch will ich Boss Hoss nicht in Mithaftung nehmen für die kruden Ansichten ihres Co-Jurors bei „The Voice of Germany“; was mich zutiefst stört ist die Provinzialität, das winsenluhische, das die beiden verkörpern:

Party Pauli trifft Feuerwehrfest.

Podcast-Zwischenruf zu Boss Hoss beim FCSP.

Der FC St. Pauli braucht viel mehr Musik und Popkultur, das meine ich seit langem. Nur Punk-Rock macht auf Dauer auch spießig. Aber lieber FCSP, dass ihr dann Boss Hoss auf die Bühne holt, so ohne irgendeinen Twist, ohne Support, der die Jungs mal herausfordert; das hat mich erschreckt.

St. Pauli ist Mainstream, wie der HSV

Stellt euch doch mal die Frage, ob es einen Unterschied machte, wenn Boss Hoss beim HSV spielten; passen die nicht viel besser zu unserem Gast am Sonntag, zu Holstein Kiel? Wo ist denn der Unterschied zu Lotto King Karl, außer dass Letzterer Stadien füllt, warum auch immer.
Für mich ist das eine Band, die ich das erste Mal in einem Kinderfilm sah. Da passten die auch gut hin. Der Film spielt in der Heide und erzählt die Geschichte eines mutigen Mädchens, das ein Pferd rettet. Am Ende feiern alle und zwei Dorfrocker schrammeln auf der Gitarre.

St. Pauli: international Riot-Gear, zuhause spießige Provinz

Die Schere zwischen dem, was der FC St. Paulin zuhause am Millerntor zu bieten hat und wofür er im Ausland steht, wird immer krasser. Bei den Protesten um den Gezi-Park trugen einige Protestanten den Jolly Roger, unseren Jolly Roger. In Griechenland ein wenig später auch, als sich vor allem die Jugend gegen den germanischen Sparzwang zhur Wehr setzte. In den USA trägt man St. Pauli, wenn man vor dem Trump Tower ausspuckt und sich verhaften lässt, weil man diese vertrumpte Welt nicht mehr ertragen kann.
Zuhause inszeniert sich der FC St. Pauli dagegen gerade als Wohlfühlsender, als Host für Entertainer der ZDF-Generation. Schlimm.
Dabei habe ich gar nichts gegen Schrammelrock, singe den ja gerne selbst. Auch Punk hat einen unverrückbaren Platz in meiner Biografie und zurecht auch in diesem Verein. Aber wenn das alles andere überdeckt, dann haben wir ein Problem.
Initiativen, die andere Kunst ans Millerntor bringen, sind an dem Wegbeissen des Establishments gescheitert; lange her, dass „Fußball und Liebe“ Künstlerinnen, wie Sookee und Love Newkirk ans Millerntor lockten. Einzig die Millerntor Gallery trotzt da dem Mainstream-Backlash.
Dabei will der FC St. Pauli doch Plattform sein „für Menschen, die Sachen machen“, wie es Martin Drust zuletzt auf der Content Marketing Masters Konferenz in Berlin ausdrückte. Dabei war sicher nicht gemeint, einer erfolgreichen Prosieben-Band eine Promotion zu gönnen, oder?
St. Pauli Fans gegen Discophobie war seinerzeit ironisch gemeint, als Weckruf. Nun wird es zu einem Schlachtruf. Dafür ist das Thema zu wichtig. Immerhin geht es hier um Stil und Kultur, also um Leben und Tod!

Zum Hamburger Derby: Public Viewing am Millerntor genehmigt!

Hurrah: Es gibt ein Public Viewing am Millerntor

Genehmigt: es gibt ein Public Viewing am FCSP Millerntor zum Derby beim HSV

Nachdem die Polizei Hamburg „dringend empfohlen“ hatte, das Millerntor für ein Public Viewing zu öffnen, hat sich nun auch Rechteinhaber Sky dazu durchgerungen, die erforderliche Erlaubnis zu erteilen, das Spiel HSV gegen den FC St. Pauli am 30.09.2018 öffentlich im Stadion zu zeigen.
Geöffnet werden:

  1. Südtribüne
  2. Gegengerade

Kinder bis 10 Jahren haben freien Eintritt. Alle Anhängerinnen und Anhänger des FC St. Pauli, die das Derby am Millerntor sehen wollen, sollten die Vorverkaufsmöglichkeiten nutzen und die Tickets frühzeitig erwerben. Die Leinwände für das Public Viewing werden vor der Gegengerade und der Südkurve aufgestellt.

Tickets kosten pauschal vier Euro und sind im Auswärtsticketshop des FC St. Pauli erhältlich. Bei einem so geringen Ticketpreis lohnt sich das Ausdrucken am heimischen Printer für 0,00 EUR (print@Home).

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Fun Fact: Der FC St. Pauli erlaubt beim Anschauen des Auswärtsspiels keine Gästefarben ;))

„Beim Public Viewing gelten ähnliche Regelungen wie bei den Ligaspielen der Kiezkicker, so ist der Zutritt in Gästefarben nicht gestattet.“ – LOL, da kann man schon mal durcheinander kommen.

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Derby Public Viewing am Millerntor
Nachdem die 5.500 Tickets für das Auwärtspiel des FC St. Pauli beim Stadtvizemeister HSV am 30. September in Rekordzeit vergriffen waren, organisierte sich die Fanschaft des FC St. Pauli, um den Verein zu ermuntern, wie schon beim letzten Derby das Millerntor Stadion für ein Public Viewing des Spiels zu öffnen.

„Keine 10 Pferde kriegen mich nach Mordor“, H. auf Facebook

Es gibt zahlreiche Fans des FC St. Pauli, die sich keine teuren Tickets für das Derby-Rückspiel gegen den HSV leisten können oder wollen. Das Public Viewing am Millerntor von 2011 war quasi wie ein Heimspiel und ist ein toller Service für Menschen, die nicht nach Mordor können oder wollen

„Wir wollen ein Public Viewing am 30.9.18 am Millerntor“

Über 2.000 3.000 St. Pauli Fans fordern auf Facebook: „Wir wollen ein Public Viewing am 30.9.18 am Millerntor“ und stündlich wurden es mehr.
Der Verein schweigt bisher und das befördert Gerüchte. Von „die sind dran“, bis hin zu „die wollen das nicht“ ist alles dabei. Ich habe beim FCSP nachgefragt, sobald ich Infos erhalte, gebe ich hier Bescheid. hat heute mitgeteilt, dass das Millerntor für ein Public Viewing geöffnet wird.
Achso: ja, auch ich bin für ein Viewing am Millerntor, allerdings nicht „free public“, sondern gerne gegen Eintritt, vielleicht sogar kostenlos für  bestehende Dauer- oder Saisonkarten-Inhaber_innen oder Mitglieder.

Das Millerntor ist kein SAFE PLACE, traurig aber wahr

Eye without a face – Photo credit: Kecko via Visualhunt / CC BY

Der magische FC Blog dokumentiert einen alltäglichen Übergriff während eines Spiels am Millerntor. Diesmal einen sexistischen. Die Beschreibung des Vorfalls ist so alltäglich, die Reaktionen darauf so vorhersehbar, dass genau diese Banalität und der Automatismus, mit dem auch im St. Pauli Umfeld diskriminierende Übergriffe abgehandelt werden, schmerzen.

„Ich würde gerne sagen, dass das erste Mal war, dass mir sowas im Station passiert. Wäre aber leider gelogen. Und ich fürchte auch, dass sowas (nicht nur mir) wieder passiert.“

Eine gute Freundin von mir erlebte solche alltägliche Verletzung auch – rassistisch. Die, da deckt sich ihre Schilderung mit dem Beitrag „Übergriff während des Stoke Spieles“, besonders weh tun, weil St. Pauli als Safe Place gewünscht wird.
Der erste Schritt zur Besserung ist wohl, dass wir anerkennen, dass sexistische Übertretungen und auch andere Verletzungen durch Diskriminierung bei uns stattfinden. Sankt Pauli ist nicht deswegen „immun“, weil wir uns Antidiskriminierung auf die Flaggen schreiben oder hinten ans Trikot heften.

St. Pauli ist kein Safe Place!

Das erinnert alles sehr an die #metoo Diskussion – und das passt auch meiner Ansicht nach. Das zu erkennen kann nur der erste Schritt sein. Zuhören und Nachlesen der zweite.
Nachlesen kann man den Bericht im Original hier …

FC St. Pauli präsentiert neuen Leitfaden gegen Sexismus im Stadion

Offiziell ist sexistisches Verhalten am Millerntor in der Stadionordnung untersagt, aber das Ziel, unser Millerntor zu einem Safe Place auch und gerade für Frauen zu machen, ist noch lange nicht erreicht.

Eye without a face – Photo credit: Kecko via Visualhunt / CC BY

Ob es „Achim die F****“ auf der Nord ist, die lauthals angesungen wird oder ob Sponsoren und Werbepartner sexistisch am Millerntor agieren; entweder „aus Versehen“, wie das Autohaus Thomsen oder aus Überzeugung, wie Susis Showbar oder aus mangelnder Einsicht, wie Astra Werbung: es bleibt vor allem für Sponsoren und Marketing-Partner eine Menge zu tun.

Pinkstinks, das Aktionsbündnis und der FCSP entwickeln Leitfaden für Sexismus

Dabei ist es gerade für Agenturen, Marketing-Fuzzies und Sales-Menschen – die meisten Männer (vor allem die Entscheider)  – wichtig zu lernen, was geht und was nicht. Immerhin, und das betont Stevie Schmiedel, die Gründerin von Pinkstinks immer wieder, geht es nicht darum, dass Werbung nicht sexy sein darf. „FC St. Pauli präsentiert neuen Leitfaden gegen Sexismus im Stadion“ weiterlesen

Was St. Pauli Fans niemals sagen würden …


Ich stolpere gerade auf Facebook über einen Aufruf der Redaktion „Wumms“ für ihr Format „Was HmmHmmHmm-Fans niemals sagen würden“. Aus den Dingen, die diese Fans dann niemals sagen würden, machen sie dann einen Clip, in dem zwei Fans des Klubs genau das sagen, was sie niemals sagen würden. Oder so ähnlich.
Im Falle von St. Pauli ist das eine gute Übung, denn es gibt da zwei Kategorien:
Dinge, die St. Pauli Fans niemals sagen würden; Dinge, die St. Pauli Fans niemals sagen sollten, es aber dennoch tun. „Was St. Pauli Fans niemals sagen würden …“ weiterlesen

"Kein Vergeben, kein Vergessen" – Choreo: Es gibt Wichtigeres als Toreschießen #fcspsv98

Als ich mich in diesen Tag begab, wehte von Westen ein Hauch Frühling über Altona. Kein kräftiger Schub, sondern ein leises Versprechen, dass es unaufhaltsam besser wird. Als ich am Millerntor ankam, war der Hauch noch da.

Absolute Stille zum Holocaust Gedenktag

Pünktlich zum Herz von St. Pauli waren alle an ihrem Platz und was dann folgte, war eine herzfüllende Demonstration von 30.000 Menschen, die sich gegen Rechts und das Vergessen stemmten.

Kein Vergeben Kein Vergesse Choreo am Millerntor. Foto: Markus Willnauer

Statt „Hells Bells“, liefen die Boys in Brown und ihre Gäste gestern zu einer Schweigeminute mit Trauer-Choreo ein, um die Opfer des Holocaust zu würdigen und sich gegen Rechts und das Vergessen zu stemmen. Stark, wie leise dieser Protest war, den auch der gesamte Gästeblock mit trug. Wie kraftvoll Stille sein kann, wird einem im Alltag ja nicht immer bewusst – gestern lief wohl nicht nur mir ein Schauer über den Rücken.
Der Spieltag gegen Darmstadt war einer dieser Tage, in denen St. Pauli sein Wesen kollektiv zu zeigen in der Lage war. Das Spiel gerät dadurch zwar nicht zur Nebensache – es wirkt aber nach, dass Fußball eben nicht alles ist.

„So ein stilles Stadion habe ich noch nie erlebt“

Das Spiel ist dann auch schnell erzählt: Darmstadt schießt mit seinem ersten Torschuss das goldene Tor des Tages (ein schönes übrigens) und unsere Boys in Brown erkämpfen und erspielen sich zehn hochkarätige Chancen, ohne aber zu treffen. Was auch an einem meiner Lieblingstorhüter liegt, dem Portugiesen Fernandes, der unsere Jungs und uns auf der Geraden zum Wahnsinn trieb.
Bei allem Ärger über diese Niederlage, sehe ich auch Zuhause echte Fortschritte. Johannes Flum machte ein Riesenspiel, Allagui war quirlig und echt stpaulianisch glücklos. Warum Azziz keine Kopfbälle mehr kann, bleibt ein Mysterium für mich, aber das löst Kauschi wohl auch noch.
Ich mache mir auf jeden Fall keine Sorgen. Willis Wunsch aus unserem letzten Podcast scheint sich also zu erfüllen: Sportlich langweilig, seelisch und im Detail spannend.
Dann kann nu auch der Frühling kommen. 😉

Intifada St. Pauli – der provozierende Fauxpas der Stadionregie

Antisemitismus ist die offene Flanke der „Irgendwielinken“. Nicht nur der Augstein-Erbe verheddert sich bei seiner romantischen Unterstützung der Palästinensischen Sache in nur leicht verschwurbelten Antisemitismus, das passiert auch immer wieder im Umfeld des FCSP.
Zuletzt gestern und gehört, als die Stadionregie des Millerntors „Intifada“ von Ska P. spielte und damit einen provokanten Gegenpunkt gegen die Ausstellung „FC St. Pauli im 3. Reich“ setzte, die zeitgleich im 1910 Museum stattfindet.

„Die Opfer sind zu Henkern geworden, alles hat sich verkehrt“ („Las victunas se han convertido en los verdugos se vuelven del reves“) – Ska P. „Intifada“

Anschließend spielt das Millerntor „Israelites“ von Desmond Dekker. Eine Hymne der Rastafarie-Bewegung, die eine besondere Sicht auf das Judentum hat (vgl. Jüdische Allgemeine“). Ich frage mich, was diese Programmierung soll? Ist Palästina das neue Israel? Oder wie?

Fragen zu „Intifada“-Song am Millerntor

Zu einer Bewertung fehlen mir weitere Infos:

  1. Wer verantwortet die Playlists im Stadion (eine Frage, die mich schon öfter beschäftigte)
  2. Wie ist diese Programmierung gemeint?
  3. Was sagen die „Native Advertising“ Sponsoren dazu?

FC St. Pauli entschuldigt sich für antisemitischen Song im Stadion

Update: Meine Fragen wurden nicht beantwortet. Der Verein hat heute Mittag jedoch eine allgemeine Erklärung abgegeben. Immerhin: die Playlist sehen nun mehr Menschen – bleibt die Frage, ob das Oeuvre besser wird?

Für das Abspielen des Songs bittet der FC St. Pauli um Entschuldigung.

Mit allen Beteiligten wurden Gespräche geführt, damit ein solches kurzsichtiges, wenn auch nicht beabsichtigtes Fehlverhalten zukünftig vermieden wird. Um dies zu gewährleisten, wird bei der Musikauswahl ein Mehr-Augen-Prinzip eingeführt.

Ich habe diese Fragen an den Verein gestellt – und dokumentiere hier die Antwort. Dem Fanclubsprecherrat hat das auf jeden Fall gar nicht gefallen.

FC St. Pauli – Stadionmusik als Black Box

Als wir das erste Mal „Let’s get united“ von Slime im Stadion hörten, lief das Video auf der Anzeigentafel; seither läuft es in jeder Halbzeitpause anstatt des immer mitgesungenen „Antifa Hooligans“. Das gefällt vielen von uns auf der Gegengeraden nicht. Mir auch nicht.

Antifa Hooligans: Photo by In_VeRo_SiMiLe on Visual Hunt / CC BY-NC

Inzwischen regt sich auch in anderen Blogs Widerstand gegen diese Form der „Zwangsbeglückung“.

„Warum spielen die jetzt diesen doofen Slime Song statt Antifa Hooligans?“, Curious

Der magische FC Blog hat nachgefragt und eine lange, aber unbefriedigende Antwort erhalten – kann man hier nachlesen.

Slime sind eine Band „aus dem eigenen Stall“

Mich interessiert das nicht, ob Slime aus dem eigenen Stall kommt, halte das eigentlich sogar für problematisch (Stichwort: Gema) – interessieren tut mich eine ganz andere Frage:

Wer bestimmt eigentlich, welche Musik im Stadion gespielt wird?

Nach meinem Nachdenken darüber, dass meiner bescheidenen Ansicht nach, der FC St. Pauli mehr vielfältige Musik sehr gut gebrauchen  könnte (Lost in Punkrock) und vorschlug, das Procedere zu demokratisieren und Playlists zu spielen, die eingereicht werden können, bekam ich zu hören, das ginge nicht.

„Die machen das schon seit der Regionalliga“

Sinngemäß teilte man mir von Vereinsseite mit, dass das Menschen machen würden, die das schon „seit der Regionalliga machen“ und sich nicht reinreden lassen würden, was sie spielen. Wie bitte?
Einschub: wie immer an dieser Stelle, denn der Kommentar kommt immer, erwähne ich ausdrücklich, dass ich das gar nicht schmälern möchte, was aktive Fans für den Verein tun und taten; vor allem in Zeiten, wo keiner Bock darauf hatte, sich für jeden hoffnungslosen Novemberspieltag Musik zusammen zu sampeln und den auf der Schrottanlage zu spielen.

Kinnings, das nennt man „Filz“

Aber: Ist das nicht genau das, was man landläufig unter „Filz“ versteht und den ich auch an anderer Stelle in diesem Verein wahrnehme? Das verhaken von Strukturen, das Sich-aneinander-gewöhnen in einer Form, die dann Veränderung und ja, auch Vielfalt verhindert.

Ich frage das in diesem Zusammenhang gerne nochmal:
Wo bleibt die Vielfalt in der Stadionregie?

Meine Forderung, auch andere Musik- und Lebensweisen im Stadion hörbar zu machen, erneuere ich hiermit, und wenn das NOCH nicht im Stadion geht, dann höre ich eben vorher öffentlich meine Halbzeitmusik, hier in meinem Blog; lade euch herzlich ein, euren ‚Soundtrack St. Pauli‘ mit mir zu teilen. In den Kommentaren oder als eigenes Posting …

Vorbild Babelsberg: Jede_r kann mitbestimmen

… ein gutes Beispiel, wie man Stadionmusik organisieren kann, habe ich bei Babelsberg 03 gefunden.

Vor jedem Spieltag werden auf unserer Website sechs verschiedene Songs zur Abstimmung gebracht. Die drei Meistgewählten werden dann in der Halbzeitpause unseres nächsten Heimspiels den Zuschauern präsentiert.

 

St. Pauli, die Arme weit #NoG20

Yes, we camp: Der FC St. Pauli richtet 200 Schlafplätze ein.

Himmel über der Haupttribüne (gegen Dynamo Dresden)
Himmel über der Haupttribüne (gegen Dynamo Dresden)

Ich liebe diesen Verein! Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Innensenator Andy Grote und seiner Polizei Hamburg mit den Protestlern und Aktivistinnen von #NoG20 um die Einrichtung von Schlafplätzen, die Anfang der Woche an der Räumung des Camps in Entenwerder eskalierten, setzt der FC St. Pauli ein starkes Zeichen.
Für heute Abend werden 200 Schlafplätze im Umlauf der Haupttribüne eingerichtet. Wer schlafen kann, der kann auch ausgeruht seine Grundrechte wahrnehmen, so der Gedanke dahinter.
Ab sofort ist die Übernachtungsfläche im Umlauf der Haupttribüne geöffnet und bis Sonntag durchgehend besetzt. Zugang über Tor 1/Haupttribüne, Budapester Straße, neben der Schule. Bitte an Interessierte/Suchende weitergeben.
Ich hatte gestern genau darüber mit M. telefoniert. Er meinte, wir sollten den Ballsaal aufmachen und Andy Grote aus dem FCSP ausschließen. Ersteres ist nun geschehen 🙂
Ich freu mich darüber sehr!

Gemeinsam mit den Organisatoren des Camps in Entenwerder haben die Verantwortlichen am Mittwoch alle relevanten Schritte eingeleitet, um am Donnerstag 200 Menschen aufnehmen zu können. Die Schlafmöglichkeiten werden bis zum kommenden Sonntag (9.7.) vorgehalten. Die DemonstrantInnen können hierbei natürlich die sanitären Anlagen im Stadion nutzen, außerdem werden die Organisatoren des Camps in Enternwerder eine mobile Küche für die Gäste am Millerntor einrichten.

Schon zuvor hatte der Verein die Polizei und den Hamburger Senat scharf gerügt – ein Novum in der Öffentlichkeitsarbeit des Kiezklubs, der damit seine Verantwortung für das Viertel aus dem er stammt eindrucksvoll wahrnimmt.

„Stattdessen gibt es ausgedehnte Versammlungsverbote, ein absolut absurdes Campverbot und massive Polizeipräsenz. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte erklären, dass sie in ihrer Arbeit behindert werden. Das Vorgehen der Polizei stellt grundlegende Prinzipien des Rechtsstaats in Frage. Hinzu kommen massive Beschränkungen und Sperrzonen, die die Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende außerhalb jeder Verhältnismäßigkeit belasten.
Wir fordern daher die Verantwortlichen und insbesondere die Polizei auf, alle Bürgerinnen und Bürger als Gäste des – vom Senat so deklarierten – „Festivals der Demokratie“ zu begreifen, unsere demokratischen Grundwerte zu schützen und daher friedlichen, kreativen Protest zuzulassen.“

Mutti, Mutti, mir gehts gut

Heute vor genau acht Jahren siegte der FC St. Pauli gegen das kleine Mordor von der Ostsee. Nicht irgendwie, sondern magisch.

FCSP-Hansa Rostock: Aufholjagd am Millerntor

Nach zwanzig fünf (!) Minuten lag St. Pauli gegen Hansa Rostock zuhause am Millerntor 0:2 zurück.
Zur Pause nebelten die Hansafans unser Wohnzimmer ein – genau die Provokation, die unsere Boys in Brown benötigten, um das Letzte aus sich und unserem wackeligen Stadion heraus zu holen.
6.3.2009
Es war ein 6. März, es war klamm und kalt, aber nach dem Ausgleich und dem Siegtreffer explodierte das Millerntor – und Rostock fuhr ohne Punkte und geschlagen an die Küste zurück. Der Verein hat sich von diesem Abend vor acht Jahren nie wirklich erholt. 😉

„Mutti, Mutti, mir gehts gut,
weißt nicht, was Dein Sohn so tut.
Hab die Kogge versenkt,
Drei Tore eingeschenkt.
Mutti, mir gehts gut!“

FC St. Pauli – Dynamo Dresden Kurzkommentar (zum Spiel ;)

Kurzkommentar FC St. Pauli - Dynamo Dresden

»Der FC St. Pauli erspielt sich auf tiefem Boden einen ungefährdeten 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenfünften Dynamo Dresden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – damit verlässt der FC St. Pauli die direkten Abstiegsränge. „Eine Präsenz, die man am Millerntor lange nicht mehr“ … . Vor allem das Energie kostende Pressing ließ Dynamo nie ins Spiel kommen.«

„FC St. Pauli – Dynamo Dresden Kurzkommentar (zum Spiel ;)“ weiterlesen

Millerntor: schwarze Büx + gelber Pulli nur im Gästebereich

Kommen Sie aus Sachsen und drücken der Dynamo die Daumen?Haben Sie auch keine der wenigen Karten für den Gästeblock bekommen, aber das Glück, einen Geschäftspartner zu haben, der Sie auf die Haupt- oder eine andere Tribüne am Millerntor mitnimmt? Fein, herzlich willkommen, Sie Glückspilz.
Ihren Fanschal lassen Sie in diesem Fall aber lieber zuhause, denn der FC St. Pauli hat kategorisch das Mitführen und Tragen von „Farben des Gegners“ außerhalb des Gästeblocks untersagt. „Millerntor: schwarze Büx + gelber Pulli nur im Gästebereich“ weiterlesen

Neuer Spielertunnel: Welcome to the hell of Sankt Pauli

Zur Präsentation des neuen St. Pauli Trikots von Under Armour wurde die auf fünf Jahre ausgelegte Partnerschaft mit einer weiteren Neuigkeit gestartet: Ein neuer Spielertunnel am Millerntor, der den Gastmannschaften wohl bange machen soll, wenn sie aus ihrer Kabine ins Stadion gehen und dabei die Höllenglocken von AC/DCs „Hells Bells“ hören.
welcome hellWenn die Gästeprofis aus ihrer Kabine kommen, dann müssen sie zwar nicht mehr durch das verrauchte Vereinsheim mit lauter grölenden St. Paulianern, stehen aber erst einmal vor verschlossener Tür, bevor sie in den Spielertunnel gelangen, der dem Eingang des Hades ziemlich ähnlich ist: Dunkel und mit einem rot-schwarzen Totenkopf, auf dessen geöffneten Schlund die Fußballer dann zugehen.

Millerntor Gallery

Ich bin ja ein glühender Anhänger der Kulturveranstaltung St. Pauli. Das Fußballspiel (und andere Sportarten 😉 sind fest verwobener Bestandteil meiner Leidenschaft, aber nicht der wichtigste. Ein paar Mal im Jahr stellt sich dann Kultur in die erste Reihe, jeden Sommer inzwischen an einem festen Termin Mitte Juli: Die Millerntor Gallery.

FC St. Pauli kann mehr als Fußball. Kunst.

Millerntor Gallery #7 – Foto: Stefan Groenveld

Die Millerntor Gallery #8 findet vom 05. bis 08. Juli 2018 im Stadion des FC Sankt Pauli in Hamburg statt

und will Raum schaffen für Utopien; die sind im Stadion des FC St. Pauli ja gut aufgehoben.

Du bist St. Pauli. Mach Kunst

Im ersten Schritt schreiben der FC St. Pauli und die Millerntor Gallery eine der bekanntesten Street Art-Wände Hamburgs am Millerntor-Stadion öffentlich aus.
„Millerntor Gallery“ weiterlesen

Lost in Punkrock

Meine schönsten Erinnerungen rund um den FC St. Pauli sind die Momente, in denen wir berauscht vom Spiel der Boys in Brown, fasziniert vom Zusammenspiel mit unserer Magie oder bluesig wegen einer Niederlage zusammen stehen, meist vor der Domschänke, und uns Mut zusprechen.
Oft endet das im gemeinsamen Singen, Shanties waren dabei und Donna Summer, immer Lieder, die auch in anderen Zeiten und Welten magisches auslösten. Für mich wirken diese Momente Identität stiftend, ohne sie könnte ich kein St. Paulianer sein. „Lost in Punkrock“ weiterlesen

"St. Pauli Fans gegen Discophobie"

Geht es nur mir so?, oder findet sich im Stadion und darum herum ein sehr einseitiger Soundtrack aus Punk und Folk? Wo bleibt die Entsprechung der bunten Flaggen im Sound?
Ich war beim letzten Heimspiel einigermaßen erschrocken, dass von der Stadionregie nicht ein Tribut für Prince gespielt wurde. Immerhin war der Mann einer der größten Künstler der letzten 40 Jahre und hat am Millerntor 1988 Popgeschichte geschrieben. Woran mag das gelegen haben? Passt Disco nicht zum Fussball? Haben die Verantwortlichen – wer bestimmt eigentlich, was im Stadion gespielt wird? – vielleicht sogar ein wenig Bammel davor, dass allzu schmachtende Musik ausgepfiffen wird? Hatten wir bei Bad-Taste-Ausrutschern ja schon mal.
Würde Prince ausgepfiffen? Donna Summer? Ich befürchte ja. „"St. Pauli Fans gegen Discophobie"“ weiterlesen

Remember Prince am Millerntor 1988?

„I wish there were no rules“, Prince

Ticket Prince Lovesexy Tour HH 1988

„Prince live im Millerntor Stadion soll man damals bis zur Hoheluftbrücke gehört haben. Im Karoviertel tanzten die Menschen auf den Balkonen und Strassen. Nach dem Konzert ging es in die Grosse Freiheit wo er Michel Jackson parodierte, liebevoll und würdig. Das wird so nie wieder passieren, auch nur ansatzweise, denn Hamburg möchte nicht mehr laut sein.“, schreibt Paul Sonntag auf Facebook und trifft mich mitten in meinem Flashback ans Millerntor 1988, das damals schon mein fußballerisches Wohnzimmer war.

Ich wünsche mir bei nächsten Heimspiel viel Prince, viel Revolution – ein Millerntor, das wieder lovesexy sein kann.

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St. Pauli diskutiert Olympia

Auf englisch würde man die Idee, einen Runden Tisch zum Thema Olympia in Hamburg zu machen einen smart move nennen; der FC St. Pauli nimmt sich des Themas an, moderiert es, aber ohne selbst Stellung zu beziehen.
Präsident Göttlich hat das auf die vielen Nachfragen aus Politik (Pro) und Fanschaft (Kontra) immer wieder betont: Der FC St. Pauli ist ein Verein der vielen Meinungen und traut seinen Mitgliedern durchaus zu, sich selbst eine Meinung bilden zu können. Nu lädt der Verein alle St. Paulianer_innen zu einer Diskussionsveranstaltung, um eben das zu tun.
 

Infoveranstaltung für Mitglieder zu Olympia in Hamburg
Montag, 19.10.2015, 19 Uhr, Millerntor-Stadion (Ballsaal Süd)
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