Hamburg 2017: Wie einst im Gezi Park #G20HAM #NoG20

Yes we camp – Polizei räumt Zelte aus dem Weg. Foto: Twitter

Olaf Scholz möchte sicher nicht, dass sein politisches Wirken mit dem von Despoten, wie Erdogan bspw., verglichen wird. Er schmückt sich lieber mit der liberalen und weltoffenen Aura eines kanadischen Präsidenten und mahnt gegenüber den Türken. Selbst nimmt er aber die „Werte der Demokratie“ wohl nicht so ernst …

„Gleichzeitig werden … rechtsstaatliche Prinzipien missachtet. Wir bedauern die Entwicklung in der Türkei und erwarten, dass die gemeinsamen Werte der Demokratie und des Rechtsstaates Gültigkeit behalten.“, Olaf Scholz.

Entenwerder und Gezi Park – Yes we camp

Wie nahe aber das Wirken der Hamburger Polizei an dem ihrer Kollegen in Istanbul ist, als es vor ein paar Jahren zur heftig kritisierten Zerschlagung von legitimem Protest in der Istanbul kam, zeigt eine Collage eines türkischen Twitterers:

https://mobile.twitter.com/tr4sh_coutur3/status/882511408113602561

 

Wasserwerfer marsch! #G20

Wasserwerfer Garage am Hamburger Flughafen. G20 Foto: mfG

Die Taktik ist die altbekannt. Wie schon im Zuge der rechtswidrigen Gefahrengebiete vor ein paar Jahren, setzt die Polizei Hamburg auf unterschiedslose Repression. Urteile scheren sie nicht, wenn sie jeglichen Protest – noch weit vor dem eigentlichen Gipfel – mit ihrem Gewaltmonopol verhindert. Das ist ein so offensichtlicher Rechtsbruch, dass sich in der Stadt Kirchen, Kulturzentren, Gäste und Anwohner mit den Aktivistinnen von #NoG20 solidarisieren.

Hamburg geht gegen die Polizeiwillkür auf die Straße – friedlich und bunt

Wir Hamburger lieben die Freiheit, deswegen steht sie auch in unserem Namen. Der Westfale Olaf Scholz und sein Handlanger Andy Grote verstehen es einfach nicht: wir hassen Willkür und Despoten, ob sie mit orangenem Teint oder Uniform daher kommen. Hamburg solidarisiert sich gerade öffentlich und friedlich mit ebenso buntem und gewaltlosem Protest der #NoG20 Aktivistinnen

https://mobile.twitter.com/brdn/status/882276389172523008

Polizei Hamburg kann zu G20 nur einen Trick: Knüppel aus dem Sack

Nun rächt sich, dass Scholz wieder auf das One-trick-pony Dudde setzt; mehr als Knüppel aus dem Sack kann der nicht – und das lassen sich die Hamburgerinnen eben kein zweites Mal gefallen (nach dem international verspotteten und rechtswidrigem Desaster mit dem Gefahrengebiet auf St. Pauli).

https://mobile.twitter.com/DerSchulze/status/882204826662305792

Inzwischen haben buntes Campen und fröhliches Cornern gegen G20 einen Schwerverletzten gekostet. Am Kopf verletzt beim Angriff der Wasserwerfer auf friedliche Protestier gestern Abend in Altona.

25 Wasserwerfer zähle ich in dieser Garage am Hamburger Flughafen. Wer anmerkt, dass diese Militärmaschinerie nicht dazu geeignet ist, die Grundrechte von Demonstrantinnen zu schützen, gilt in dieser Logik ja schon beinahe als Gefährder.

G20: Sitzblockaden gegen „The Beast“, Andy Grote und das Grundgesetz

Es ist eine interessante Diskussion, die Innensenator Andy Grote (angeblich Fan des FC St. Pauli) diese Woche angestoßen hat. Aus „Sorge“ um die Sicherheit von Demonstrierenden hat er davor gewarnt, „sich Kolonnen von Staatskarossen in den Weg zu stellen. Dies bedeutete Lebensgefahr“. Offensichtlich, weil die tonnenschweren, gepanzerten Fahrzeuge in der aufgeheizten Terrorstimmung einfach weiterfahren oder die Sicherheitsbeamten das Feuer eröffnen könnten. „G20: Sitzblockaden gegen „The Beast“, Andy Grote und das Grundgesetz“ weiterlesen

Sicherheitszone Hamburger Karoviertel #OSZEHAM16

Die Polizei probt den G20-Ernstfall in Hamburg. Einen Tag vor dem OSZE Außenministertreffen in den Hamburger Messehallen ziehen über 13.000 Polizisten mit schwerem Gerät und Anti-Terror-Montur in der Schanze und in Altona auf.

Die Polizei hat eine Sicherheitszone eingerichtet

Angeblich soll es nur an den Zugängen zu dieser Zone „Durchlasskontrollen“ geben. Die Erfahrungen mit den Hamburger „Gefahrengebieten“ und die Benennung des autoritären Polizeiführers Dudde lassen aber vermuten, dass die Polizei-Drangsalierung über das versprochene Maß weit hinaus geht.

Eine erste Demo gegen #OSZEHAM16 ist bereits geplant:
Donnerstag 8.Dezember 18:00 Uhr U Feldstraße

Für die Verpflegung der Demonstrant_innen ist eine „Küche für Alle“ eingerichtet:
https://mobile.twitter.com/SchanzenINI/status/806195970115563520

Bei Problemen bietet der EA Hamburg eine Hotline, die für den gesamten OSZE-Gipfel geschaltet ist: 040-43278778

https://mobile.twitter.com/EA_hh/status/805894526925733889

Weitere Infos:

ps dies ist ein wachsender Artikel, wenn ihr Quellen oder Infos habt, dann bitte per Kommentar oder PN. Dazke

„Lieber Frank-Walter Steinmeier“ #OSZEHAM16

Nachdem Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Vorfeld der am 8.12. beginnenden OSZE-Konsultationen die Hamburger Bürger_innen in einer handgeschriebenen Anzeige um Verständnis gebeten hatte, dass ihr Wohnraum durch massenhaft aufgezogene Polizei in Kampfmontur und Panzerung kaum noch betretbar ist, folgt nun die – ebenfalls handschriftliche – Antwort der „Interventionistischen Linken“.

Lieber Frank-Walter Steinmeier #OSZEHH16

In wenigen Tagen kommst Du mit Deinen Außenminister-Homies der „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit“ (OSZE) in Hamburg zusammen.

Auch wir finden Frieden super und arbeiten gerne mit anderen Menschen zusammen. Aber wie viele andere Hamburger_innen fragen wir uns, wie ihr auf die Idee kommt, dass genau ihr für diesen Frieden steht. Ihr hofiert und unterstützt den Diktator und IS-Unterstützer Erdogan, der mit aus Deutschland gelieferten Waffen einen blutigen Bürgerkrieg gegen die eigene Bevölkerung im Südosten der Türkei führt.

Ihr beratet darüber, wie sich „Schleuserbanden bekämpfen“ lassen, anstatt das einzig Richtige zu tun und mit sofortiger Wirkung das Massensterben im Mittelmeer zu beenden: Mit Fähren für Geflüchtete!

Ihr propagiert das brutale Spardiktat in Griechenland. Ihr repräsentiert die organisierte Traurigkeit einer kapitalistischen Verwertungslogik, den alle Menschen in Europe unterworfen sind.

Ihr seid die Eliten, die Krisenverwalter, die Neoliberalen und die Vergangenheit.

Gegen all das stellen wir uns in Hamburg!

Wir bitten dich daher nicht herzlich um Verständnis für etwaige Proteste – ist uns egal. Wir stehen ein für eine solidarische Gesellschaft mit Wohnraum für Alle, mit einem Recht auf Bewegungsfreiheit. Für die zukünftige Gesellschaft, min der niemand mehr für einen Hungerlohn ausgebeutet word oder vor den Toren der Festung Europa ertrinken muss.

Für euch gibt es daher beim OSZE-Gipfel und im Juli 2017 beim G20-Gipfel keine sprichwörtliche hanseatische Gastfreundschaft.

Wir sehen uns auf der Straße.

Mit kämpferischen Grüßen
Deine
Interventionistische Linke

Interventionistische Linke Brief an Steinmeier OSZE Hamburg

Polizei Hamburg: die Schnüffelei in der Roten Flora geht weiter?

Weitere verdeckte Ermittlerin in Hamburg enttarnt, meldet das Blog Linksunten.

„Die LKA-Beamtin Astrid Oppermann ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Nachfolgerin von Iris Plate. Dafür sprechen sowohl der Zeitpunkt, als auch die lange Verweildauer und der Einsatzort der jeweiligen beiden Beamtinnen. Bereits hier wird deutlich, dass die Rote Flora nach wie vor im Fokus der staatlichen Repressionsorgane steht. Sowohl Plate als auch Oppermann wurden zum festen Bestandteil des Projektalltags, haben sich ihre Glaubwürdigkeit langfristig über Jahre erarbeitet und sind tief in unsere Strukturen eingetaucht.“

Die Polizei Hamburg und der Innensenator, der sich bis zu seiner Ernennung auch St. Pauli Fan nannte, wollen sich erst heute Nachmittag zu der Enttarnung melden.

-> Die Meldung bei indymedia zum Nachlesen

#Gefahrengebiet Zum 2-jährigen Jubiläum: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren zu umstrittenem „Davidwachen-Angriff“ ein

Vor fast genau zwei Jahren etablierte die Polizeiführung Hamburgs ein riesiges, verfassungbrechendes Gefahrengebiet in Hamburg, das Tausende Hamburger betraf und unter Generalverdacht stellte. Auslöser für diese Maßnahme war ein Angriff auf die Davidwache, bei dem bis heute unklar ist, ob er überhaupt stattgefunden hat. Klar ist, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg „im In- und Ausland“ (sic!) keine Betroffenen oder Verdächtige ermitteln konnte. Vielleicht auch deswegen, weil es niemanden zu ermitteln gab, wie der Abgeordnete der Piraten in HH-Mitte, Andreas Gerhold vermutet:

#2812 -Ermittlungen eingestellt.

Die Ermittlungen zu dem, von Beamten des PK 15 offensichtlich frei erfundenen Angriffs auf die Davidwache am 28.12.2013, wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Mit dieser taktischen Lüge hatte die Polizei den Ausnahmezustand (sog. „Gefahrengebiete“), der über weite Teile Hamburgs durch die Polizei verhängt wurde, begründet. Statt eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses und eines Rücktritts von Innensenator Neumann, veranstaltete dieser eine Sondersitzungs-Show und belohnte die Lügner mit 2 Millionen EURO Sonderzuwendungen.

(Und wenn mich jemand anzeigen möchte, weil ich die Beamten Lügner nenne, nur zu. Dann gibt’s wenigstens Akteneinsicht!)

Wer zündelt, kriegt nix zu trinken #fcspf95 #Pyro

Wer mit Feuerwerk zu tun hat, darf nix trinken. Das ist eine Binsenweisheit.

Nun hat die Polizei Hamburg diese Grundregel auf die gesamte Südtribüne des Millerntors ausgeweitet:

Aufgrund mehrfacher sicherheitsrelevanter Verstöße in diesem Stadionbereich versagt die Polizei für das Spiel gegen die Fortuna die Ausnahmegenehmigung für den Ausschank alkoholischer Getränke für die Südkurve des Millerntor-Stadions.

… lese ich eben auf der Homepage des Vereins.

Ach, ist mein erster Gedanke, das Bier gibts nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Wie praktisch; sind die Fans nicht brav, gibts kein Bier?, oder was?

Könnte mir vorstellen, dass es am Montag eine Antwort der anderen Kurven und Geraden zu dem Thema gibt. Dann strahlt das Millerntor vor Solidarität. Und dann können wir ja mal sehen, wie lange das der Caterer mitmacht, bevor er beim Präsidium vorstellig wird; beim Polizeipräsidium ;)


Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Foto: Stefan Groenveld

Bundesverfassungsgericht: „FCK CPS“ nicht automatisch Polizisten-Beleidigung

FCK CPS steht oft auf T-Shirts linker Demonstranten. Bei mir um die Ecke kann man Hoodies und T-Shirts damit kaufen. Angelehnt an ein Tourshirt von RUN DMC soll damit in der Regel das angespannte Verhältnis und eine Grundskepsis gegenüber Polizisten ausgedrückt werden. Immer häufiger werden Träger*innen dieser T-Shirts (siehe auch ACAB) angeklagt: wegen Beleidigung oder Beamtenbeleidigung. Das Bundesverfassungsgericht hat dieser Praxis nun im Wesentlichen eine Absage erteilt: „Bundesverfassungsgericht: „FCK CPS“ nicht automatisch Polizisten-Beleidigung“ weiterlesen

Bürgerschaftswahl 2015: Parteien und Kandidaten in Hamburg-Mitte zum Thema „Kennzeichnungspflicht für Polizisten“

Die aktuellen Ereignisse um den hand- und fußfesten Einsatz der Hamburger Polizei am letzten Wochenende werfen die Frage nach der „Kennzeichnung von Polizisten“ im Dienst neu auf (siehe weiter unten). Wie sollen Polizisten, die nachweislich Grundrechte oder Demonstrant_innen verletzen, angreifen, treten, schlagen oder misshandeln dingfest gemacht werden, wenn die Beamten in ihren Kampfmonturen alle ähnlich aussehen und nicht unterschieden werden können?

Eine Frage, die schon seit Jahrzehnten die politischen Lager spaltet – und die zur Wahl der Hamburger Bürgerschaft zu den dringenden Fragen gehört, die ich meiner Wahlentscheidung zugrunde lege. Ich habe die Kandidat_innen zur Hamburger Bürgerschaft per E-Mail angefragt. Hier sind die Antworten (nach Eingangsstempel in meinem Postfach sortiert): „Bürgerschaftswahl 2015: Parteien und Kandidaten in Hamburg-Mitte zum Thema „Kennzeichnungspflicht für Polizisten““ weiterlesen

Wofür der Polizeipräsident sich schämt: „Intoleranz und Gewalt ggü Besuchern unserer Stadt“ #lampedusaHH

11 Fragen stellte die Mopo an den neuen Polizeipräsidenten Ralf Martin Meyer (der alte wurde zuerst nicht informiert und dann als „Bauernopfer“ wohl rasiert) – die Antwort auf Frage 5 wird Dich überraschen:

„Wofür der Polizeipräsident sich schämt: „Intoleranz und Gewalt ggü Besuchern unserer Stadt“ #lampedusaHH“ weiterlesen

Wieder rassistische Kontrollen auf St. Pauli – Lampedusa in Hamburg weiter unter Druck von Schillz Polizei

Achtung! Rassistische Kontrollen auf St. Pauli

Donnerstag 3. April, SOS St. Pauli berichtet von drei verschiedenen Kontrollen durch uniformierte und wie auch zivile Polizisten. Die kontrollierten Personen wurden festgenommen. Bisher gibt es keine Nachricht darüber, ob sie frei gelassen wurden. Bereits am Mittwoch waren zwei Mitglieder der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ kontrolliert und festgenommen worden. Es wurde eine Meldeauflage bei der Ausländerbehörde verfügt und die Festgenommenen nach einigen Stunden freigelassen. „Wieder rassistische Kontrollen auf St. Pauli – Lampedusa in Hamburg weiter unter Druck von Schillz Polizei“ weiterlesen

Mehr-Demokratie-Wagen #G20

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SPD Wahlkampfwasserwerfer – Einsatzgebiet Hamburg #G20

Unbestätigten Gerüchten zufolge, sieht so der Wahlkampfwagen von Bürgermeister Olaf Scholz, genannt Schillz, aus. Der von Innensenator Neumann Grote liebevoll „Der Rechtsstaat“ genannte Wasserwerfer soll vornehmlich gegen Grundrechtsterror eingesetzt werden.

Alternative Wasserwerfer werden nicht geduldet und abgeschleppt

#FCKSPD

Foto: Katharina K, Facebook

Never Ending Erregung – gerät die „Bullen aus der Kurve“-Debatte aus den Fugen?

Wenn es für Autoren rund um den FC St. Pauli einen „Alten Stamm“ gäbe, dann wäre Hermann Schmidt sein Präsident. Kaum einer hat so viele Erfahrungen und Anekdoten aus dem Leben als St. Pauli-Fan aufgeschrieben und als Bücher verkauft, wie er. Ich habe seine Art, seine Standpunkte klar, pointiert und auch provokativ zu vertreten, immer gemocht, auch wenn wir nicht immer – und zuletzt immer weniger – einer Meinung waren. Die Debatte über den „Bullen in aus der Kurve“, angestoßen durch einen Artikel in der basch #33, die Fragen, „Können Polizisten ultrà sein“ und „Wer hat das Sagen auf der Süd-Tribüne?“ bewegen nicht nur Verein und Fanschaft, sondern nun auch den Boulevard (Mopo, 11 Freunde und Spiegel Online – Keine Links wg. LSR). Und der Konflikt treibt unerwartet heftige Blüten: Hermann Schmidt ist über das Verhalten von USP und die Stimmlosigkeit des Präsidiums so erbost, dass er heute seine Mitgliedschaft im FC St. Pauli gekündigt hat.

”Der Artikel “ Bullen raus aus der Kurve“ im Fanzine „Basch“ #33 ist am 23. Juli 2013 veröffentlicht worden. Ich bin gegen jede Form von menschenverachtender Diskriminierung. Bis heute gibt es nach meiner Kenntnis keine offizielle Stellungnahme des Präsidiums des FC St. Pauli zu diesem Vorgang. Daher habe ich nach 23 Jahren Dauerkarten-„Dasein“ und hunderten von Auswärtsfahrten sowie nach der Veröffentlichung von 4 Büchern über den FC St. Pauli meine Mitgliedschaft gekündigt. Hermann Schmidt.

Für mich ist das schwer nachzuvollziehen. Ich halte die Debatte für intensiv, aber (zumindest hier im Blog und bei Facebook) für ausgewogen. Die Ansichten alter Gegengeraden-Recken, Fußball-liebender Polizistinnen und Südkurvler (bitte hier nachlesen, u.a.), einiger kultur-philosphischer Betrachtungen dazu, die können viel Spaß machen. Und mal ehrlich, wer, wenn nicht wir, sollen so etwas diskutieren?

Leider bringen Konflikte mit USP auch immer das Schlimmste in unserer Fanschaft zutage, was man sehr gut an den Kommentaren unter dem basch-Artikel selbst erkennen kann. Da schwingen USP-Gegner verbale Keulen, die mit dem Thema selbst wenig zu tun haben, geschweige denn irgendetwas dazu beitragen. Ich möchte mich hiermit aus der Debatte zurück ziehen, ich halte das USP Basching (sic! ;) für übertrieben und teilweise aus den Fugen geraten. „Never Ending Erregung – gerät die „Bullen aus der Kurve“-Debatte aus den Fugen?“ weiterlesen

Nachtrag zum Nachtrag zur „Polizisten Debatte“: Können Polizisten ultrà sein?

Abgesehen von der Macht- und Definitionsfrage, wer wen von der Süd ausschließen darf, ist es ja wichtig zu diskutieren, wieso gerade der Beruf des Polizisten sich mit den Leben in der Süd nicht verträgt. Ein wichtiger Debattenbeitrag findet sich dabei bei Metalust von „Biber“, den ich mal hierher hole …

Polizisten sind im Allgemeinen Beamte und sie stehen “in einem besonderen Treueverhältnis zu ihrem Dienstherren”; ihr Verhalten muss sich an die “hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums” (vgl. auch Art. 33 GG) orientieren und das 24 Stunden am Tag.

Und man muss jetzt nicht mal Böses (Der gemeine Polizeispitzel) unterstellen, sondern kann sogar von einem legitimen Freizeitinteresse ausgehen. Was aber nichts daran ändert, dass ein Beamter, erst Recht, wenn er im Vollzugsdienst tätig ist, entsprechend seines Diensteides auch in seiner Freizeit (die er in diesem Sinne gar nicht hat) Straftaten, die ihm zu Ohren/vor die Augen kommen verfolgen oder zur Anzeige bringen muss. Das macht ihn zwangsläufig zum Spitzel. Tut er dies nicht (und ich gehe jetzt mal davon aus, dass es in der Süd genau wie in der Gegengerade den einen oder anderen strafrechtlichen Gesetzesverstoss während des Spiel gibt), dann besteht die Gefahr, dass dies, so es denn seinem Dienstherren zu Ohren/Augen kommt (und die Möglichkeit ist ja angesichts der Medienpräsenz durchaus gegeben) für die betreffende Person berufliche Konsequenzen bis hin zur Entlassung haben kann.

Ich sage nun nicht, dass es zwingend so ist, aber die Option muss ich mitdenken und von daher würde ich einen Polizisten, der bei uns stehen will, auch sehr höflich und nachdrücklich auffordern, sich ein anderes Plätzchen zu suchen (idealerweise vor seinem Fernseher).

Nachtrag zur „Polizisten-Debatte: „Wem gehört die Süd?“

Wenn man sich den Beitrag in der Basch #33 genauer ansieht, dann tritt hinter „Polizisten-Debatte“ eine weitere Frage auf, die vielleicht die treibende ist: „Wer hat das Sagen, die Definitionsmacht auf der Süd?“ – eine Frage, die seit der Südkurvenblockade ungeklärt ist.

Die Südkurve will eine „selbstorganiserte Kurve“ sein, mit eigener Ausgabe von Saisonkarten, eigener Organisiation. USP, Ultrà Sankt Pauli sind – meiner Wahrnehmung nach – eine dieser Gruppen und Fanclubs, die die Süd ausmachen, allerdings eine mit Gestaltungsanspruch.

Für uns steht außer Frage, dass die Eigenschaft Bulle zu sein und gleichzeitig Teil der Südkurve oder gar Ultrà Sankt Pauli nicht zusammen passen können und einen nicht auflösbaren Widerspruch bedeuten.

Die Bezeichnung „Kurve der Ultràs“ ist offensichtlich nicht nur so dahin geschrieben, sondern Anspruch von USP, was sich im Übrigen, so wurde es mir berichtet, auch durch eine besondere Verantwortung von USP ausdrückt, bspw. wenn es um Bandengewalt oder ähnliches geht. Und nun definiert USP für die gesamte Süd, „den gesamten Fanclub, wie den Bullen, aus unseren Strukturen auszuschließen. Es wurde daher allen unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie sich von der Gruppe USP sowie der Südkurve fernhalten sollen und auch der gesamte Fanclub nicht mehr Teil selbiger ist. – Bamm, das ist explosiv – und in seiner Tragweite nicht zu unterschätzen. Ich halte dies für den zugrunde liegenden Konflikt und den schwerwiegenderen: Wenn ich Teil dieses Fanclubs wäre, sähe ich das in der Tat als einen Fall für den Ehrenrat.

Was wäre eigentlich, wenn Fabian Boll (#17) nu USP (Ultrà Sankt Pauli) Mitglied werden wollte?

Es ist das Thema der Woche: USP überführen einen Polizisten, sich in seiner Freizeit in der Südkurve aufgehalten zu haben, und reagieren fundamental: Bullen haben in der Kurve nichts zu suchen …

Wir wissen nicht genau, was den Bullen dazu bewogen hat, sich in unsere Fanszene zu schleichen. Es erscheint nach dem jetzigen Kenntnisstand unwahrscheinlich, dass es sich um einen Spitzel handelt, der damit beauftragt war, uns auszuspionieren. Komplett ausschließen können wir es jedoch nicht. Allein die Berufswahl ist jedoch mit dem „Hobby“ ultrà am Millerntor unvereinbar. Es bleibt dabei: Keine Gespräche mit Zivis und sonstigen Bullen!

Das klingt nicht nur paranoid, und mir ist durchaus bewusst, welcher enormer Verfolgungsdruck zu dieser Haltung führt. Ich halte das persönlich mit der Kritik von ‚Momo‘; bitte lesen.

„Und was genau ist jetzt an Werbern besser als an Polizisten?“

Ich gehöre zu den Menschen, deren berufliches Leben und das im Stadion von ambivalenten Konflikten durchzogen ist. Es gelingt mir nicht immer, im Job St. Paulianer zu sein. Das Millerntor ist für mich das, was René Martens einmal „der richtige Fußball im Falschen“ nannte, eine temporäre und örtlich auftretende Utopie, die aber durchaus auch in mein bürgerliches, von Widersprüchen durchzogenes Leben beeinflusst. Im besten Fall geht es dem Polizisten in braunweiss auch so.

So sehr ich die fundamentale Abwehr von USP nachempfinden kann, so falsch finde ich sie im Kern. Meine Empfehlung an Präsidium und alle, die nun sich empören: diskutiert mit USP, aber so, dass immer klar ist, aus welcher Haltung das hier passiert. Meine Erfahrung aus dem Südkurvenblockadedesaster zeigt: das geht, und vor allem mit USP. Nur aus dem Elfenbeinturm belehren lassen, das wollen die Jungs und Deerns mit den noch unkompromittierten politischen Ansichten sich nicht: zu recht.

Ein wenig polemisieren hilft da meistens: also USP, stellt euch mal vor, Fabian Boll würde morgen Mitglied bei euch werden wollen? – nee, mal im Ernst?

„Sicheres Stadionerlebnis“ – nu auch Du Gernot!

Die DFL brütet was aus.
Eine Kommission aus sechs Vereinsvertretern soll OHNE Beteiligung der Fans oder Fanvertretern die Repression und das disziplinarische Eigenleben dieses ominösen Verbandes weiterdenken, verschärfen und legitimieren. Mittendrin: Der Vize-Präsident des FC St. Pauli, Gernot Stenger.

Ich verweise an dieser Stelle auf die vorbereitenden Analysen vom „Magischer FC Blog“ und der „basch

Ich mag Gernot Stenger, vielleicht, weil er durch seine Erscheinung und die in Jahrzehnten abgeschliffene Art die Sprache eines Juristen zu sprechen eher unsympathisch wirkt. Ich habe bei ihm – und nur bei ihm – den Wunsch wahrgenommen zu vermitteln. Mich erreichen Berichte, nach denen er als einziger im Präsidium bereit war, mit der Stadt, der Polizei, all diesen Zirkeldemokraten in den Innenfight zu gehen. Vielleicht ist ihm das ja nicht gut bekommen.

Anders kann ich mir nicht erklären, wie man als Vize-Präsident des FC St. Pauli so vorgehen kann, wie es Gernot und Bernd-Georg tun (Orth ist ja, bis auf kurze Besuche in Lokalredaktionen, abgetaucht). Letztlich, so muss man feststellen, agiert dieses Präsidium GEGEN seine Fans. Am Ende der Analyse, ist den Herren der konsumierende Sympartysant näher, als die aktive und desorganiserte Fanschaft des FC St. Pauli.

Das war im Übrigen schon immer so, zumindest habe ich das so wahrgenommen, dass Fanschaft, Fanladen und Jolly Roger sich nicht immer vertragen haben mit der Organisation und Verfilzung eines Fußballvereins. Enttäuscht bin ich nicht, habe ich von diesen Herren nichts anderes erwartet. Fordern werde ich es aber immer wieder:

Schließt die Reihen, wendet euer Gesicht denjenigen zu, die uns kontrollieren, gängeln, und am Ende vertreiben gedenken – Seid souverän, autonom und Sankt Pauli.
Oder geht.

Es gibt kei­nen Mit­tel­weg, ihr müsst euch ent­schei­den, auf wel­che Seite ihr steht und ich habe Angst, dass alle un­se­re Träu­me und Hoff­nun­gen aber­mals bit­ter ent­täuscht wer­den, wenn ihr eure Wahl trefft. Ger­not, der du an die­ser Kriegs­er­klä­rung mit­wirkst. Du meinst es so gut, du hast so viel ge­lernt, wir haben so viel ge­spro­chen, und du bist ein her­zens­gu­ter Mensch. Lei­der zeigt das nur deut­lich, dass du genau weißt, was du tust. Bernd, ich er­in­ne­re mich wie ges­tern an die Hand­schlä­ge und un­se­re Gra­tu­la­tio­nen zur Prä­si­dent­schaft noch auf der Bühne des CCH. Du, der Schat­ten­prä­si­dent mit Am­bi­tio­nen, der tolle Typ. Dass du den “Kodex” un­ter­schrie­ben hast, ob­wohl du genau wuss­test, wel­chen Weg die­ser ebnen soll­te und dass es in un­se­rem Ver­ein, in des­sen Namen du das getan hast, tief­ge­hen­de Dis­kus­sio­nen zu den The­men gibt – ich konn­te es nicht fas­sen. Ist das wirk­lich der geile Ehr­geiz, der reine Op­por­tu­nis­mus dem Ver­band ge­gen­über? Ste­fan, gibt’s dich noch? Jens, Tjark, wo steht ihr?

… via basch
… der Autor ist Mitglied im „Club der 39“

Polizeiwache in der Gegengeraden – ein Thema für die JHV

Das Präsidium des FC St. Pauli macht es sich sicher nicht leicht, geht aber den Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes, wenn es meint, das Thema „Stadionwache in der Gegengeraden“ hätte sich durch ein „alternativlos“ erledigt. Diese Annahme wäre dumm und arrogant.

Stadionwache in der Gegengeraden „alternativlos“? „Polizeiwache in der Gegengeraden – ein Thema für die JHV“ weiterlesen

Meta-Fußball – zwei Hörtipps

Heute nach längerer Zeit mal wieder zwei Hörtipps.

Der erste liegt schon ein wenig zurück und ist vom 12.04.2012. Da Podcasts aber nicht schlecht werden, habe ich mir diesen Beitrag extra für die Sommerpause das Sommerloch aufgespart. Hier sprach Holgi innerhalb seines Podcastformates ‚wer redet ist nicht tot‘ mit Luis, dessen Freundin Polizeibeamtin ist. Die beiden diskutieren über die Polizeiseele. Kernthemen des Gespräches ist die Hundertschaft an sich und Luis‘ Eindrücke von einer Polizeivereidigung.
WR057 Ferngespräche XVIII – Hausbus Länge ca. 40 Minuten.

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Der zweite Tipp ist aktueller. In ‘HR2 Der Tag’ hieß es am 18.07.2012 „Joseph und seine Brüder – Das System Blatter“. Schöne Hintergrundinfos zur FIFA und zu seinem Sonnenkönig, dem Blatter Sepp. Länge ca. 51 Minuten.

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Viel Spaß beim Hören!

Keine Polizeiwache in der Gegengeraden – Fanpetition für ein Museum #Sozialromantiker

Die Sozialromantiker auf Sankt Pauli werden wieder aktiv und unterstützen die vielfältigen Aktionen gegen eine ständige und überdimensionierte Polizeiwache in der neuen Gegengeraden am Millerntor des FC St. Pauli.

Petition zeichnen

Unser Präsidium, so berichten gut informierte Kreise diesem Blog, ist hier grundsätzlich bereit, mit der Stadt und der Polizei dieses Thema nachzuverhandeln, braucht aber sicher ein breites Mandat. Deswegen ist es wichtig:

a.) die Nachteile einer solchen Wache zu benennen
b.) Alternativen aufzuzeigen

Beides tut die Initiative – DESWEGEN: Unterschreibt gerne