Mutti, Mutti, mir gehts gut

Heute vor genau acht Jahren siegte der FC St. Pauli gegen das kleine Mordor von der Ostsee. Nicht irgendwie, sondern magisch.

FCSP-Hansa Rostock: Aufholjagd am Millerntor

Nach zwanzig fünf (!) Minuten lag St. Pauli gegen Hansa Rostock zuhause am Millerntor 0:2 zurück.

Zur Pause nebelten die Hansafans unser Wohnzimmer ein – genau die Provokation, die unsere Boys in Brown benötigten, um das Letzte aus sich und unserem wackeligen Stadion heraus zu holen.

6.3.2009

Es war ein 6. März, es war klamm und kalt, aber nach dem Ausgleich und dem Siegtreffer explodierte das Millerntor – und Rostock fuhr ohne Punkte und geschlagen an die Küste zurück. Der Verein hat sich von diesem Abend vor acht Jahren nie wirklich erholt. ;)

„Mutti, Mutti, mir gehts gut,
weißt nicht, was Dein Sohn so tut.
Hab die Kogge versenkt,
Drei Tore eingeschenkt.
Mutti, mir gehts gut!“

Wer zündelt, kriegt nix zu trinken #fcspf95 #Pyro

Wer mit Feuerwerk zu tun hat, darf nix trinken. Das ist eine Binsenweisheit.

Nun hat die Polizei Hamburg diese Grundregel auf die gesamte Südtribüne des Millerntors ausgeweitet:

Aufgrund mehrfacher sicherheitsrelevanter Verstöße in diesem Stadionbereich versagt die Polizei für das Spiel gegen die Fortuna die Ausnahmegenehmigung für den Ausschank alkoholischer Getränke für die Südkurve des Millerntor-Stadions.

… lese ich eben auf der Homepage des Vereins.

Ach, ist mein erster Gedanke, das Bier gibts nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Wie praktisch; sind die Fans nicht brav, gibts kein Bier?, oder was?

Könnte mir vorstellen, dass es am Montag eine Antwort der anderen Kurven und Geraden zu dem Thema gibt. Dann strahlt das Millerntor vor Solidarität. Und dann können wir ja mal sehen, wie lange das der Caterer mitmacht, bevor er beim Präsidium vorstellig wird; beim Polizeipräsidium ;)


Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Foto: Stefan Groenveld

Pyro: Bengalos Top-Social-Media Thema

Buzzsumo ist ein Dienst, der zu gewissen Themen oder Websites die Seiten aufzählt, die am häufigsten geliked und geteilt werden. In der letzten Woche stechen zwei Artikel (von BILD und Spiegel Online) heraus, die sich mit den Ermittlungen des LKA zur Bunker-Pyro-Aktion beschäftigen. Das Thema ist also heiß, und wir werden damit rechnen müssen, dass es uns auch noch eine Weile erhalten bleibt. Eine Art selbst befeuernde Choreo, die über Supporter, Medien und Polizeiorgane sich immer weiter dreht. „Pyro: Bengalos Top-Social-Media Thema“ weiterlesen

Braunschweiger Polizei dreht eine Eskalationsstufe weiter: Öffentlichkeitsfahndung nach Pyro-Einsatz #Fortuna

„Chaoten“, der neue Kampfbegriff des Spiesbürgertums, werden von der Polizei Braunschweig öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Der Vorwurf: Durch den „illegalen“ Einsatz von Pyrotechnik hätten sich die Fans von Fortuna Düsseldorf „schwerer Gefährdung durch Freisetzen von Giften“ (Quelle: Express) schuldig gemacht. Die Exekutive dreht die Schraube ein Zahnrad weiter – ein imho unerträglicher Vorgang. „Braunschweiger Polizei dreht eine Eskalationsstufe weiter: Öffentlichkeitsfahndung nach Pyro-Einsatz #Fortuna“ weiterlesen

4000 Euro für eine Pyro-Fackel – Hannover 96, der DFB und die Frage der Gerechtigkeit eines Sportgerichtes

Ein Fan von Hannover 96 muss für das Abbrennen von Pyrotechnik 4000 Euro zahlen. Die Niedersachsen gaben die durch den DFB verhängte Geldstrafe an den Anhänger weiter.

… lese ich bei RevierSport, dass der Verein Hannover 96 die DFB Strafe für das Abbrennen eines Pyros, einer bengalischen Fackel im Stadion, voll an einen eigenen Fan weiterzugeben gedenkt.

„Dieses Vorgehen ist nach meiner Auffassung alternativlos“, wird ebenda 96-Präsident Martin Kind ziztiert. Und weiter: „Wir werden auch künftig die ermittelten Täter zur Rechenschaft ziehen und vom DFB oder von der UEFA ausgesprochene Geldstrafen an die Verursacher weitergeben.“

Ich frage mich: mit welchem Recht? Ist ja schon schlimm genug, so aus Bürger- und Fansicht, dass sich die Vereine der mindestens hinterfragenswürdigen DFB-Gerichtsbarkeit unterwerfen. Aber das tun wir Besucher ja nicht. Und hier wäre es mal interessant zu erfahren, wie das deutsche Gerichte sehen, wenn sich dieser Fan wehrt. Die müssen nämlich, anders als der DFB, diese Handlung in ein Verhältnis setzen. Ist jemand verletzt worden? Ist die „Strafe“ angemessen? Hätte Hannover 96, wenn es vorhat, den „Schaden“ geltend zu machen, nicht vorher Rechtsmittel ausschöpfen müssen, um ihn, den Schaden, zu begrenzen?

Juristische Fragen, die ich gerne an die Juristen und juristisch Vorgebildeten unter meinen Lesern weitergebe. Die gesellschaftliche Frage allerdings, die möchte ich mit euch diskutieren, auch mit meinem Verein, der ja im Falle des Becherwerfers vor ähnlichen Überlegungen steht. Darf ein Verein eine Strafe, einen Schaden, dem er sich freiwillig unterwirft weitergeben an jemanden, der das nicht tut?

Ich meine NEIN. Und ich würde mich freuen, wenn dieser Hannoveraner das vor Gericht ausficht. Allein, um die Frage in die öffentliche Diskussion zu bekommen, ob die DFB-Gerichte überhaupt noch maßvoll „bestrafen“? Vergleicht das mal mit Strafen und Bußgeldern im Straßenverkehr … Um 4.000 EUR Strafe zu bezahlen, muss man schon einiges mehr anstellen, als Fackeln abzubrennen.

p.s. – habe die Frage auch mal bei wer-weiss-was gestellt …

Ultra Frauen St. Pauli

Scheiss St. Pauli

Nach Chemnitz, Cottbus und Rostock haben sich nun endlich die Fans das Vorortvereins HSV in die Liste derjenigen eintragen können, die sich partout nicht benehmen wollen, wenn sie auf St. Pauli und am Millerntor zu Gast sind. Die immer wieder gerne wiederholten, deswegen aber nicht kreativer werdenden „Scheiss-St. Pauli“-Rufe des HSV-Anhangs wurden seinerzeit nur noch durch das „Deutsche wehrt euch, geht nicht zu St. Pauli“ getoppt – sie zeigen aber immer wieder den tiefen Komplex, der einige Menschen befällt, wenn sie und ihre Aggressionen an der liebenswerten Ironie unseres Stadtteils abperlen. „Scheiss St. Pauli“ weiterlesen