Pyro-Sponsor für den FC St. Pauli

Showact: Pyro! Ein Gruß für die "Höllenhunde auf dem Weg zur Hölle" Foto: Aylamillerntor via flickr: (cc by-nc)

„Der FC St. Pauli ist ein attraktiver Partner für Panda Feuerwerk. Der internationale Bekanntheitsgrad und die Emotionalität des Vereins passen perfekt zu unserer Unternehmensphilosophie“, sagt PeiPei Zhou, Geschäftsführer von Panda Feuerwerk. (via fcstpauli.com)

Bin ich der Einzige, der gerade diesen Sponsor sehr putzig findet, bei den aktuellen Diskussionen um Feurwerker in den Fankurven ;)

4000 Euro für eine Pyro-Fackel – Hannover 96, der DFB und die Frage der Gerechtigkeit eines Sportgerichtes

Ein Fan von Hannover 96 muss für das Abbrennen von Pyrotechnik 4000 Euro zahlen. Die Niedersachsen gaben die durch den DFB verhängte Geldstrafe an den Anhänger weiter.

… lese ich bei RevierSport, dass der Verein Hannover 96 die DFB Strafe für das Abbrennen eines Pyros, einer bengalischen Fackel im Stadion, voll an einen eigenen Fan weiterzugeben gedenkt.

„Dieses Vorgehen ist nach meiner Auffassung alternativlos“, wird ebenda 96-Präsident Martin Kind ziztiert. Und weiter: „Wir werden auch künftig die ermittelten Täter zur Rechenschaft ziehen und vom DFB oder von der UEFA ausgesprochene Geldstrafen an die Verursacher weitergeben.“

Ich frage mich: mit welchem Recht? Ist ja schon schlimm genug, so aus Bürger- und Fansicht, dass sich die Vereine der mindestens hinterfragenswürdigen DFB-Gerichtsbarkeit unterwerfen. Aber das tun wir Besucher ja nicht. Und hier wäre es mal interessant zu erfahren, wie das deutsche Gerichte sehen, wenn sich dieser Fan wehrt. Die müssen nämlich, anders als der DFB, diese Handlung in ein Verhältnis setzen. Ist jemand verletzt worden? Ist die „Strafe“ angemessen? Hätte Hannover 96, wenn es vorhat, den „Schaden“ geltend zu machen, nicht vorher Rechtsmittel ausschöpfen müssen, um ihn, den Schaden, zu begrenzen?

Juristische Fragen, die ich gerne an die Juristen und juristisch Vorgebildeten unter meinen Lesern weitergebe. Die gesellschaftliche Frage allerdings, die möchte ich mit euch diskutieren, auch mit meinem Verein, der ja im Falle des Becherwerfers vor ähnlichen Überlegungen steht. Darf ein Verein eine Strafe, einen Schaden, dem er sich freiwillig unterwirft weitergeben an jemanden, der das nicht tut?

Ich meine NEIN. Und ich würde mich freuen, wenn dieser Hannoveraner das vor Gericht ausficht. Allein, um die Frage in die öffentliche Diskussion zu bekommen, ob die DFB-Gerichte überhaupt noch maßvoll „bestrafen“? Vergleicht das mal mit Strafen und Bußgeldern im Straßenverkehr … Um 4.000 EUR Strafe zu bezahlen, muss man schon einiges mehr anstellen, als Fackeln abzubrennen.

p.s. – habe die Frage auch mal bei wer-weiss-was gestellt …

Delinquenzerzeuger DFB #Pyrotechnik

Der DFB erklärt den Ultra-Szenen in Deutschland den Krieg. So lese ich das, wenn der Verband auf stur stellt und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zur Strafsache stilisiert:

DFB und Ligaverband beenden Diskussion um Pyrotechnik

„Sicherheit hat Priorität“: Generalsekretär Niersbach
Mit einer klaren Absage an Pyrotechnik, der konsequenten Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz sowie der Gründung einer „Task Force Sicherheit“ will der deutsche Fußball die Anstrengungen gegen Ausschreitungen fortsetzen.

Das ist eines der Ergebnisse des heutigen Spitzengesprächs zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt, an dem DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball sowie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, teilnahmen.

Pressemitteilung

Pyro-Fan-Gewalt-Debatte: Dynamo Dresden gibt Gästekarten-Kontingent zurück – „Gästeblock, Gästeblock“ …

Die SG Dynamo Dresden (wird) auf das komplette Gästekartenkontingent für das Auswärtsspiel des 16. Spieltages beim FC St. Pauli, am 27. November 2011, verzichten und den gesamten Gästeblock für die Fans der gastgebenden Mannschaft zur Verfügung stellen. Außerdem werden die Verantwortungsträger der SGD den FC St. Pauli bei der sicherheitstechnischen bzw. organisatorischen Umsetzung dieser Maßnahme vor Ort am Millerntor in Hamburg unterstützen und für mögliche, daraus resultierende finanzielle Verluste entschädigen. Über diesen freiwilligen Verzicht wurden sowohl der Deutsche Fußball-Bund, im Zuge der Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Dortmund, als auch der FC St. Pauli am vergangenen Freitag vorab informiert.

… lese ich auf der Website von Dynamo Dresden und mir wächst ein Kloß im Hals und einer im Bauch. Das ist also die Folge einer Debatte, die selten undifferenziert Pyros und Gewalt-bereite Fans (vor dem Spiel in Auseinandersetzung mit ggf. ebenfalls Gewalt-bereiten Polizeibeamten) durchlauferhitzt zu einer Stimmung, in der sich Fußballfans in mediale Geiselhaft genommen fühlen dürfen (Schöner Text bei schwarz-gelb dazu). Andererseits, das habe auch ich immer wieder gefordert, dass sich die Vereine die Probleme mit ihren Fans zu eigen machen, als ersten Schritt hin zu irgendeiner Entwicklung – und das macht Dynamo Dresden nun. Treibt die Konsequenzen auf die Spitze. Ist das der Beghinn vom Ende der Auswärtsfahrt?

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Nun, die Pyrodebatte können wir gerne führen. Ich bin da sowohl bei den Ultras, die dieses Stilmittel einsetzen wollen, als auch bei den Befürwortern einer gesonderten Abbbrennzone, und erwarte vom DFB, dass er in Fragen der Versicherung solcher Choreos nicht den einfachsten Weg geht, sie zu verbieten, mithilfe von doofen Medien zu skandalisieren, ihre Benutzer zu kriminalisieren und eine ganze Gruppe von Menschen zu gängeln. …

-> weiterführende Infos dazu bei Stadionwelt, Kampagne Pro Pyros, Pyro-kritische Argumente finden sich bei Santa-Pauli
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Nun wird der Gästeblock also noch leerer sein, was Gäste-Fans angeht, als der von Rostock seinerzeit oder der des FSV beim letzten Heimsieg. Und wir sollten uns etwas ausdenken, was wir als Beitrag zu Debatte beitragen können. Wechselgesänge mit dem „Gästeblock“ vielleicht. Nicht für oder gegen ein Team, sondern solidarisch mit den Nicht-eingeladenen Dresdnern.

Pyros im Stadion? Legalise it!


Es gibt kaum ein Thema, das Fanschaften in Deutschland so entzweit, wie das Thema Pyrotechnik als Ausdruck und Action im Stadion. Das liegt natürlich daran, dass man mit brennenden Materialien Menschen verletzen kann und das unorganisierte und unkontrollierte Abbrennen (schönes Wort, wenn man es schreibt) sich zunächst mal wenig verträgt mit der Enge eines Stehblocks/Gästeblocks.

Ich finde die optische und mediale Inszenierung ja auch faszinierend, kann dem Einatmen des Rauches, bspw. hinter Hannoveraner Ultras sitzend (Nord) wirklich gar nix abgewinnen. Fragt mal die Dauerkarteninhaber dort, wie die sich fühlen … aber das ist ein anderes Thema. Mich stört an der bisherigen Diskussion, dass Pyrotechnik – vor allem in den Medien (denjenigen Medien vor allem, die die bildgewaltige Inszenierung gierig abbilden ausgerechnet) – immer öfter auch mit Randale gleichgesetzt wird. Das ist natürlich Unsinn und regt mich dermaßen auf, dass ich mich dazu entschlossen habe, mich mit den Ultras dieser Republik zu solidarisieren, die bereit sind offen und konstruktiv an einer Überführung ihres Ausdrucks ihrer (und damit auch unserer!) Kultur in rücksichtsvolle Form zu werben.

Kampagne: Pyrotechnik Legalisieren – Emotionen Respektieren „Pyros im Stadion? Legalise it!“ weiterlesen

Was war denn das mit den Pyros?

Wir haben den Beweis angetreten, dass wir genau so bekloppte Spackenfans sind, wie alle anderen auch. Wie kann man sich nur über Pyrotechnik im Gästeblock des eigenen Stadions aufregen, um dann in einem anderen Stadion munter Bengalos abfackeln und hiermit nicht nur den umstehenden Fans gesundheitlich sondern auch allen anderen Fans und dem Verein Schaden zufügen? Ist das so toll, so ein Teil in die Höhe zu halten und damit rum zu wedeln? Habt ihr in eurer schweren Kindheit nie einen Laternenumzug mitgemacht? Einmal wieder der König des Sandkastens sein? Ich verstehe es nicht und ich fühle mich absolut hilflos, da ich nichts dagegen machen kann, dass die Fankultur des FC St.Pauli vor die Hunde zu gehen scheint.

schreibt Joesel bei Boys & Eve emotional über den Pyro- und Bulleneinsatz gestern — und ich mag ihm da beipflichten. Weiss einer, was da genau loswar?