Reeperbahn Festival Hamburg; „Musik als Träger von Ideen“

Reeperbahn Festival und Sandhausen – eine Vorschau-Revue

„Musik als Transporteur von Ideen“ – frei nach Kraftwerk

Reeperbahn Festival und Sandhausen – eine Vorschau-Revue

Willi war beim Reeperbahnfestival auf St. Pauli letzte Woche, Erik in Athen. Das gibt einen besonderen Blick auf die Nachderbywoche – und ja, das fühlt sich immer noch gut an, liebe Derbysieger_innen! 😉

Reeperbahn Festival: St. Pauli, wie es sein soll.


Der Sommer ist beinahe vorbei, da wandelt sich der Kiez ein weiteres Mal. Es ist Festivalzeit auf der Reeperbahn und St. Paulis Straßen werden von einer bunten Mischung aus Künstlern, Aktivisten und Musikliebhaberinnen bevölkert. Eine besondere Zeit im Jahr.
Wenn die Sonne schon am Nachmittag tief aus dem Westen herüber scheint und die Reeperbahn in goldenes Licht taucht, stehen Menschen, wie selbstverständlich um ein improvisiertes Soundsystem herum und wippen, einige tanzen. Der alte Reggae-Sänger und sein junger weißer DJ erinnern an alte Zeiten, in denen im weit entfernten Brooklyn solche Happenings an der Tagesordung waren und nebenbei ganze Musikstile aus der Taufe hoben.

Die Reeperbahn ist für fünf Tage der Nabel der (Musik)Welt

Ich nehme niemals sonst auf dem Kiez so wenig Aggression wahr, Jungesellenabschiede haben es schwer durchzukommen, durch die Crowds, die sich vor beinahe jedem Klub bilden. Es liegt eine gelassene Internationalität in der Luft, die man beinahe greifen kann.
 

DarioDumancic: „Stimmung Festival Village“

Musik und Kunst überall, da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Ich habe mir im Programm des Reeperbahnfestivals ein paar Events und Künstler herausgesucht, die ich mir dieses Jahr ansehen und anhören möchte. Wahrscheinlich wird aber doch alles anders kommen, als geplant und ich streune die Tage durch die Konferenz und später über die Reeperbahn und lasse mich einfach in dieser wunderschönen Stimmung treiben, wie auf einem Fluss aus Melodien; für ein paar Tage ist St. Pauli so, wie es sein soll 😉
A bunch of music journalists visited Hamburg in 2010 for a first impression on our magic district.

„So you think you’re cultured, arty and up for a great time? From World War bunker nightclubs, some of the strangest (funniest) shop/bar names, graffiti, football, art, The Beatles, sex shops and some of the friendliest people on the planet. You wont find many places quite like Hamburg and the organisers have definitely chosen the correct part of the world to host the Reeper Bahn Festival 2010.“

Mein Programm fürs Reeperbahn Festival 2018

Mittwoch: Ein Hammerstart-Tag

  • Joel Culpepper: eingängiger Soul, den man sich hervorragend zur Einstimmung bei Spotify anhören kann. Ein gestandener Sänger auf dem Weg zu seiner nächsten Stufe in der MI
  • FRUM: Ich liebe Skandinavische Musik, und die Musikerinnen von den zu Dänemark gehörenden Faröer Inseln sind herrlich schräg und einzigartig.
  • Ace Tee: die souligen Hip Hopper wollen beweisen, dass sie kein hübsch anzusehendes One-Hit Wonder sind. Bin gespannt; das Zeug dazu haben sie auf jeden Fall.
  • Rola: meine Favoritin des Tages. Eine vielseitige Rapperin, die abseits des Gangsta-Images mit den ganz Großen mithalten kann.

Weitere Tage folgen 🙂 …

Tickets ab 35,00 EUR für einen Festivaltag

 

Who the Fuck is Frei.wild? #freiwildnotwelcome

Die Anzeichen verdichten sich, dass die rechtspopulistische Blut-und-Boden Band Frei.wild heute Abend auf der Cap San Diego aufspielen.

„Frei.Wild-Security zieht vor der Cap San Diego auf und es wird von Leuten mit Frei.Wild-T-Shirts Equipment an Bord des Schiffes gebracht.
LIVE-Beobachtungen von Leser Martin N. heute um 14 Uhr

Das so gen. „Geheimkonzert“ ist keines mehr – und das ist vermutlich beabsichtigt, die Location an den Hamburger Landungsbrücken nicht zufällig gewählt: Provokation ist längst geübtes Marketing der Band. Und funktioniert hervorragend. In die eigene Fanschaft und bis in die Medien hinein, die aus dem zweifelhaften Ruf der Südtiroler gerne eine Räuberpistole von links gegen rechts spinnen. Zuletzt habe ich dieses Rezept bei Oskar Piegsa in Die Zeit lesen dürfen.
„Who the Fuck is Frei.wild? #freiwildnotwelcome“ weiterlesen

Wir sehen uns auf dem Reeperbahn Festival, bspw. bei RAG’N’BONE MAN #RBF15

Ich bin die nächsten Tage auf der Reeperbahn anzutreffen. Auf der Reeperbahn Festival Conference #RBFC15, und auf dem Festival selbst. Nach dem Heimspiel heute Abend geht es los. Ich twittere und poste lose vom Festival.
Anders als andere gehe ich gerne opportun an solche Festivals heran, lasse mich treiben und spontane Begegnungen darüber entscheiden, wen und was ich mir anhöre und ansehe.
Einen Act habe ich mir aber schon vorgemerkt:  „Wir sehen uns auf dem Reeperbahn Festival, bspw. bei RAG’N’BONE MAN #RBF15“ weiterlesen

Frei.Wild auf Großer Hafenrundfahrt? Angeblich am 25.9. Geheimkonzert auf der Cap San Diego

Nach den massiven Protesten gegen ein Konzert im Rahmen des Reeperbahn Festivals auf St. Pauli und dem Zurückrudern der nationalistischen Band „Frei.wild“, verdichten sich die Signale, dass die Band und ihre Fans sich doch noch nach Hamburg aufmachen.

„frei.xxx hat schon fleißig werbung gemacht. intimer kreis, 600 besucher. location noch geheim (stand gestern)“,

lese ich in meiner Timeline. Dazu passend die Meldung, dass sich Fanclubs „vorher“ zu einer „Großen Hafenrundfahrt“ verabreden. Ort des „exklusiven Konzertes“, am 25.9. in St. Pauli, soll nämlich die Cap San Diego sein. Der Museumsfrachter und Touristen-Attraktion im Hamburger Hafen läge dann genau nebenan: auch an den St. Pauli Landungsbrücken.
Eine Bestätigung der Cap San Diego steht noch aus; keep you posted …

Fritz Kola meets Frei.Wild? – wie man als Brand rasend schnell an Credit verliert

Ein Aufschrei geht durch St. Pauli:

Frei.wild Flyer Reeperbahn Event. Screenshot: Mopo.de
Frei.wild Flyer Reeperbahn Event. Screenshot: Mopo.de

Die rechts offene Band Frei.wild plant offenbar einen Gig auf dem Kiez. Das Reeperbahn Festival hat schon heftig dementiert. Nun organisiert sich der Stadtteil.

Rechtsrock auf der Reeperbahn?

Mittendrin die hippe braune Cola-Marke Fritz Kola. Sie sponsort augenscheinlich die Location, die fritz-bar/Platzhirsch in der Friedrichstraße.
Es ist mir ein Rätsel, wie man dies bei Fritz Kola und der Bar bisher ignorieren kann, dass man sich einen ganzen Stadtteil, einen überwiegend antifaschistischen, zum Gegner macht.

Update:
Fritz Kola hat sich inzwischen – in meinen Augen ungenügend – von dem Konzert distanziert.