Willkommen zurück, Alex Meier #Podcast

„Jetzt Alex Meier verpflichten! Der Junge will noch kicken, hat Stallgeruch und ist ein geiler Typ! Auf gehts Uwe Stöver! Bitteeee!“

Mein Nebensteher Heiner wünschte sich bereits im Sommer Alex Meier zurück. Nun haben der „Fußballgott“ – und Sportchef Stöver ihn erhört.

Nun Fix: Der FC St. Pauli holt Alex Meier für den verletzten Henk Veerman

In unserem Podcast zum Rückrundenstart (am 6. Januar begann das erste Training) sprechen Willi und ich im Podcast über die „Goldenen Zeiten“, die dem FCSP nu bevorstehen …

***
Es gibt St. Paulianer, die vergisst man nicht. Holger Stanislawski ist beispielsweise so einer. Der frühere Spieler und Trainer taucht immer wieder auf, wenn es beim FC St. Pauli mal nicht so läuft. Und in den letzten Jahren läuft es vor allem im Sturm nicht bei den Kiezkickern.
Da, so die romantische Vorstellung meiner Nebensteher, die sich immer wieder mal artikuliert, könnten dann ehemalige St. Paulianer helfen, die es anderswo geschafft haben, die einfach zu gut waren, als dass sie ihre besten Fußballerjahre an einen „mittelmäßigen Zweitligisten“ verschwenden.

Alex Meier – ein St. Paulianer aus dem eigenen Nachwuchs

Alexander_Meier
Foto: „Alex Meier“ Wikicommons. CC-by-sa; Credit: M._B. – eigenes Werk

In diesem Sommer Winter ist es also Alexander Meier; Kult-Stürmer der Frankfurter Eintracht, der seine Fußballschuhe schon in der U23 unseres Klubs schnürte.
Der FC St. Pauli hat diese Woche die Verpflichtung vermeldet und reagiert damit auf die langwierige Verletzung von Angreifer Henk Veerman  und mit Alex Meier (Fußballgott) einen neuen Stürmer verpflichtet.
Sportchef Uwe Stöver einigte sich mit dem 35-Jährigen auf einen leistungsbezogenen Vertrag bis zum 30. Juni 2019.

„Ich erinnere mich gerne an meine erste Zeit bei St. Pauli. Ich habe hier den Sprung ins Profigeschäft geschafft. … Ich bin überzeugt, dass wir diesen positiven Weg auch in der Rückserie weiter gehen können. Dabei will ich dem Club jetzt helfen und deshalb war ich auch bereit, einen leistungsbezogenen Vertrag zu unterschreiben“, erklärt AM9 und ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga und der 2. Liga. 

Wie steht ihr dazu? Hat Sportchef Stöver richtig gehandelt, den alten Recken zurück ans Millerntor zu locken?

Blick in die Glaskugel: Wie läuft die Saison 2018/19 beim FC St. Pauli?


Jedes Jahr versuche ich mich vor dem ersten Spiel einer Saison im Wahrsagen und Vorhersehen. manchmal gelingt es mir ganz gut, manchmal liege ich vollkommen daneben. Aber Traditionen soll man pflegen und deswegen wage ich auch vor dem ersten Spiel der neuen Saison einen Blick in die fußballerische Glaskugel.

Die Zweiligasaison 2018/19 wird zur Reifeprüfung

Die letzten drei Spielzeiten waren ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst lange Kellerkind, dann die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Kurz darauf genau anders herum; letzte Saison startete man als heimlicher Aufstiegsaspirant und trudelte dann schwung- und wehrlos dem Abstieg entgegen. Wobei die Reaktion der Mannschaft, der Fans, des ganzen Millerntors in den beiden letzten Heimspielen, da waren sich alle einig, Präsident, Sportchef, Ultràs und Blogger, den FC St. Pauli zeigten, wie wir ihn uns alle wünschen.
Da im Grunde dieselben Spieler dieses Jahr wieder den Kern der Truppe bilden, mit denen wir die sportliche Kneipp-Kur vollzogen haben, gibt es für romantische Optimisten, wie ich einer bin, nur die positive der beiden Möglichkeiten: die Boys in Brown sind durch die Wechselbäder resistenter geworden gegen vorschnelle Euphorie aber auch gegen döspaddelige Überheblichkeit.
Diese Saison wird zur Reifeprüfung, die zeigen könnte, dass der FC St. Pauli mit den herangewachsenen Spielern und Funktionsträgern (das ist Chefcoach Kauczinskys und Sportchef Stövers erste volle Saison) unter den ersten sieben mitspielen kann – mit ganz viel Glück greift diese Truppe oben mit an.

Meine Prognosen im Einzelnen*

  1. Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?
  2. Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?
  3. Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?
  4. Sandhausen, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?
  5. Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?
  6. Wie viele Tore schießt Sami Allagui?

Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?

  • Sieben (7). Nicht nur, weil das eine magische Zahl ist, sondern auch das selbst verordnete Saisonziel, unter dem besten Drittel der Liga zu sein, knapp verfehlt.

Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?

  • Aziz Bouhaddouz, denn „Totgesagte“ treffen öfter. In der Tat wünsche ich mir, dass die Wandlung, die offenkundig mit Sami Allagui funktioniert hat, sich auch bei Aziz zeigt. Er ist – nicht ohne Mitwirken unseres Präsidiums – eine echt tragische Figur und für die haben wir auf St. Pauli einen Extraplatz in unserem Herzen reserviert.

Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?

  • Keines. Wir verlieren unser DFB-Pokalspiel. Wie beinahe jedes Jahr.

Sandhausen, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?

  • Neun (9); die Spiele gegen Kiel gewinnen wir beide. Gegen Bielefeld eines, das zuhause. Sandhausen wird dagegen auch in diesem Jahr unbezwingbar sein für die Kiezkicker.

Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?

  • Zehn (10); einfach, weil es so schön ist, am Millerntor zu gewinnen. Verdient, glücklich oder unverdient. 😉

Wie viele Tore schießt Sami Allagui in der Liga?

  • Elf (11); ja, da ist der Wunsch Vater des Gedanken.

Wie sehen eure Prognosen aus, wie würdet ihr auf diese Fragen antworten? Schreibt es mir in die Kommentare.
 
*_ inspiriert von der Saisonumfrage des Blogs „Der Übersteiger“, die ich traditionell in meinem eigenen beantworte.

Mats Møller Dæhli heuert fest auf St. Pauli an und könnte zum Prototypen für neue Kiezkicker werden

Der FC St. Pauli verpflichtet das Mittelfeldtalent Mats Møller Dæhli fest für drei Jahre. Damit schafft Sportchef Stöver ein weiteres Highlight und bindet nicht nur einen wichtigen Baustein der Mannschaft langfristig an den Verein. Mit Mats hat der FC St. Pauli vielleicht einen Prototypen gefunden, der perfekt in das neue Anforderungsprofil des Kiezklubs passt.

Mats Möller Daehli im Trikot des FC St.Pauli
Mats Möller Daehli im Trikot des FC St.Pauli. Foto: Northside via Wikocommons: CC BY-SA 3.0

„Der FC St. Pauli ist für mich mehr als nur eine Fußballmannschaft, es fühlt sich an wie mein Zuhause. Die Unterstützung unserer Fans und die Werte des Vereins sind etwas, worauf ich sehr stolz bin. Es macht mich so glücklich, dass ich die kommenden drei Jahre weiter beim FC St. Pauli spielen kann, und ich werde alles geben, um dem Team zu helfen und mich gleichzeitig als Spieler weiterzuentwickeln.“ – Mats Møller Dæhli zu seiner Vertragsunterzeichnung

Als ich Ende letzter Woche mit Oke Götllich, Präsident des FC St. Pauli, zur Retrospektive der vergangenen „Scheiß-Saison“ zusammen saß, erklärte er mir, dass der FC St. Pauli ein strukturelles Problem hat. Trotz der guten Einkommenslage, kompensiert der Verein nicht alle Ausfälle, die durch den bewussten Verzicht von Vermarktungsoptionen entstehen; beispielsweise verkauft St. Pauli seinen Stadionnamen niemals und schließt auch sonst nicht jeden Deal ab, wenn er gegen die Richtlinien des Klubs verstößt.
Trotzdem leistet man sich einen sportlichen Etat, der für die Top 6 der zweiten Bundesliga ausreicht, um sicherzustellen, dass man im so wichtigen „TV-Ranking“ der DFL nicht abrutscht und womöglich den Anschluss verliert.

„Der FC St. Pauli ist zum Erfolg verdammt“

 
„Der FC St. Pauli ist zum Erfolg verdammt“, fasste er das Dilemma zusammen.
Um mit diesem finanziellen Handicap nicht immer um die gleichen Spieler, wie alle anderen Profiklubs auch,  zu buhlen – eine Situation, die durch den Abstieg von Köln und insbesondere des HSV noch verstärkt wird – entwickelt der FC St. Pauli ein besonderes Profil für besondere Spielertypen. Mats stellt gewissermaßen den Prototyp des Profis dar, den sich die Verantwortlichen in Zukunft wünschen:

  • Spielstark und/oder körperlich robust
  • Werte-orientiert, vor allem kompatibel zu denen des FCSP
  • Planungsintelligent, das bedeutet, dass sich Spieler des Wertes eines besonderen Umfeldes, wie das des FCSP bewusst sind
Immer hatten St. Paulis Helden auch eine Achillesferse.

Entweder kamen sie aus Verletzungen wie Ryo, haben taktische Defizite, wie Cenk Sahin beispielsweise; trafen das Tor nicht, was lange Jahre für Fin Bartels galt oder sonst eine Besonderheit, die es erfordert, dass der Verein und das Umfeld stabil und sympathisch sein müssen.
Das scheint Uwe Stöver zu gelingen, diesen USP, wie eine besondere Produkteigenschaft im Fachjargon heißt, auf dem Transfermarkt zu kommunizieren. Der Verbleib von Mats, die Verpflichtung von Marvin Knoll, das sind alles tolle Signale. Wenn wir Cenk Sahin und Sami Allagui noch zu echten St. Pauli Typen wachsen lassen, dann kann das mit dem „verdammt“ sein auch sehr viel Spaß machen. 😉
 

Mehr Sankt Pauli für die Profimannschaft

Als ich ans Millerntor radle, liegen schwere Gewitterwolken über Hamburg. Die Luft ist zum Schneiden dick, aber es regnet noch nicht. Seit dem Abstieg des HSV hat es nicht mehr geregnet in Hamburg, so sagt ein Facebook Meme; heute soll es aber soweit sein.

Als ich an der Südtribüne ankomme, treffe ich Maik vom ‚Der Übersteiger‘. Wir begrüßen uns und machen uns gemeinsam auf den Weg nach oben in die VIVA CON AGUA Lounge. Unser Präsident, Oke Göttlich, hat eingeladen: zur Saisonabschlußkonferenz.
Neben den Fanzines offline, wie online, sitzen Ultras und aktive Fans von der Gegengerade im Kreis. Oke hat eine Präsentation vorbereitet, deren Inhalte sich auch in den vielen Medienberichten wiederfinden, die man in den letzten Tagen lesen konnte.

Die vier Phasen einer „Scheiß-Saison“

„Die Saison hatte vier Phasen“, beginnt Oke seinen Vortrag – jeder Cheftrainer hatte derer zwo.

Phase 1: Olafs System und der gefühlte Aufstiegskader

Ich kann mich noch gut an den einen oder anderen Ausruf erinnern, als wir zu Beginn der Saison anfingen, unsere Spiele zu gewinnen (wie wir es aus der „besten Rückrunde aller Zeiten“ auch gewohnt waren). „Ich lege mich fest“, schrieb I. bspw. auf Facebook, „wir steigen auf!“
Und das hat wohl auch die Mannschaft geglaubt. Bis sie von einer schleichenden Krankheit befallen wurde, die zwei Symptome zeigt: Euphorie und Verletzungspech. Olaf Jansen versuchte zu korrigieren, verwirrte die Boys in Brown aber immer mehr, mit immer mehr Taktik. An den immer dürftigeren Ergebnissen kann man ablesen, dass es ihm und der Mannschaft nicht gelang, das Delta zwischen Euphorie und Alltag zu schließen.

Phase 2: Wenn wir verlieren, dann mit Klatsche

Olaf Jansen fing an zu verlieren. Anders als andere FCSP-Trainer vor ihm aber immer krachend. Dieser Trend kumulierte zu 0:9 Toren aus zwei Spielen (in Fürth und gg Bielefeld) – der Krug ging ein letztes Mal zum Brunnen – und brach.

Phase 3: Basics, Basics, Basics

Im Dezember übernahm dann Kauschi die völlig desolaten Jungs vom Kiez und stabilisierte die Ergebnisse. Jeder – auch Sportchef Stöver und das Präsidium (ich auch 😉 – atmeten auf. Alles schien sich auf eine Basis zu stellen, von der man vielleicht sogar noch oben angreifen und die bescheidene Saison noch zu einem versöhnlichen Abschluss bringen könnte.
Im Kühlschrank in der Lounge gibt es Fritz-Brause und -Cola. Bier (Astra) steht warm unter der Theke. Ok, das meint Oke wohl mit „zu optimierenden Prozessen“ ;). Ich stelle vier Bier in die Promokühlung und lausche weiter.
„Der Blick ging nach oben“, sagt Oke gerade, „das war verständlich, aber fatal“. Wie Nieselregen eben auch durchnässen kann, folgte die 4. Phase:

Phase 4: Dem Abstieg entgegen nieseln

In der vierten Phase offenbarte sich, was die Euphorie des Beginns, die daraus resultierenden Ansprüche in der Mannschaft und die naßkalte Realität mit dem Teamgeist anstellen: Ermattung auf ganzer Linie. Noch mehr Verletzte als vorher (Ja, der Krankenstand steigt in Organisationen, wo der Zusammenhalt fehlt, kennt jeder von seiner eigenen Arbeit)
Beim 1:1 in Kaiserslautern manifestierte sich die „Dienst nach Vorschrift“-Mentalität des einen mit einer situativen Selbstzufriedenheit von anderen zur gefühlten Katastrophe. Aber „selbst die war schwer zu greifen, immerhin hatte man ja nicht verloren“, erläutert Oke die merkwürdige Gefühlslage.
Kauschi und Stöver reagierten, setzten die Truppe auf den Pott und unter Druck. Gerade rechtzeitig, denn der Rest ist Geschichte und der Teil der Analyse, der in die Zukunft weisen soll.
Inzwischen sind die Wolken über dem Millerntor dunkelschwarz, kübelweise ergießt sich markstückgroßer Regen auf die Süd. Es plattert so laut, dass wir die Türen und Fenster schließen müssen, um uns zu verstehen.
Hell erleuchten Blitze das Stadion. Genau die richtige Atmosphäre für Schauergeschichten.

Was sich ändern soll

Auffällig viele Traumaverletzungen, so war es auch schon in der Presse zu lesen, veranlassen den FC St. Pauli dazu, in eine Rasenheizung und Physio-Expertise zu investieren. Markus, von unserem Saisonabschluss-Podcast, hatte das ja schon als Schwachstelle heraus gepickt. Da bewegt sich also in seinem Sinne etwas.

Mehr St. Pauli für die Profis

Wenn ich an diese Saison denke und schönes fühlen möchte, dann denke ich an die beiden letzten Heimspiele gegen Fürth und Bielefeld. Da war er wieder, der Roarr, für den das Millerntor berühmt ist; der die Boys in Brown beflügeln, Spiele gewinnen kann und der gestandene Innenverteidiger, wie Jahns Knoll an die Elbe zu locken in der Lage ist.
Vorausgegangen war eine intensive Beschäftigung der Fanschaft, der Geschäftsstelle und der Profis miteinander. Mal offiziell, mal informell. Spieler lasen sich Blogartikel vor, ehemalige Spieler riefen beim Sportchef an und man erkannte, dass zum St. Pauli Gefühl gar nicht viel fehlt. „Am Millerntor werden auch Grätschen abgefeiert“, referenzierte Oke dann auch meinen Wunsch nach einem „Carsten-Rothenbach-Moment“, der über die vier wichtigen Halbzeiten tragen konnte und dessen Essenzen man für die folgende Saison bewahren möchte.
Stadteilrundgang, organisierten und inoffiziellen Fandialog. „Vielleicht mal zusammen grillen“, der Verein ist offen für einen Dialog zwischen Profiabteilung, Verein und Viertel – wünscht sich mehr Sankt Pauli bei seinen Profis. Auch in der Hoffnung, dass sich das Handicap, dass man monetär nicht auf einem Auftsiegsrang spielt, durch Identifikation mindestens ausgleichen lässt.

Still lovin‘ Oke

Schritt für Schritt die „Wahrscheinlichkeit besser abzuschneiden“ erhöhen; dieser Ansatz unseres Präsidiums gefällt mir. Ich habe diese zwei Stunden intensiver Retrospektive sehr genossen und freue mich auf die nächste Saison. Wir verabschieden uns alle und rennen hinaus in den Regen. Die meisten sprinten zu ihren Autos. Ich gehe langsam zu meinem Fahrrad; bevor ich aufgeschlossen habe, bin ich pitschnass.
Befreit von Abstiegsangst und froh über die Abkühlung radele ich durch das Viertel. Der neuen Saison und einem Sommer entgegen.

Saisonabschluss Podcast anhören:

Weiterlesen:

Stövers Kehraus: Litka und Choi verlassen den FCSP

Meldung via Facebook: Maurice Litka verlässt den FC St. Pauli
Meldung via Facebook: Maurice Litka verlässt den FC St. Pauli

Sportchef Uwe Stöver lässt den jüngsten Vertragsverlängerungen mit Buchtmann und Sobota sowie der Neuverpflichtung von Knoll weitere Taten folgen.

Litka zur Ausbildung nach Uerdingen

Der FC St. Pauli verleiht sein talentiertes Eigengewächs für ein Jahr zum Aufsteiger KFC Uerdingen (die gibts noch?) und anerkennt, dass es den vielen Trainern in den letzten Jahren nicht gelungen ist, das Stürmertalent in der Profimannschaft zu verankern.

Kyoungrok Choi hat keine Perspektive auf St. Pauli

Eben dies, einen jungen Spieler in der Starelf zu etablieren, hatte man mit Choi versucht. Leider hat dies nicht geklappt; bei allen Trainern war Choi nicht die erste Wahl im Sturm.
Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass der FC St. Pauli in dieser strukturellen Verfassung kein durchlässiger Verein ist, in dem sich vielversprechende Talente behutsam und gefördert entwickeln können. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren ändert. Uwe Stöver scheint mit seiner Kaderpolitik diesem Umstand insofern Rechnung zu tragen, als dass er einen Kader aus gestandenen Profis zusammen stellt. Ob dann die Stunde der Jugend später noch kommt und ob Maurice Litka diese wieder in braun-weiss erleben wird, das steht bisher in den Sternen.

„Eine Ausleihe zum jetzigen Zeitpunkt macht absolut Sinn. Wir hoffen, dass Maurice viele Spiele bestreitet und einen nächsten Schritt in seiner Entwicklung vollzieht“, erklärte Sportchef Uwe Stöver.

Ich wünsche es mir aber sehr. Tschüss Kyoungrok, farwell Maurice. Im letzteren Fall ist es nur ein hoffnungsvolles „Auf Wiedersehen“.

Der FC St Pauli findet Ersatz für Lasse Sobiech; und was für einen!

Marvin Knoll wechselt ans Millerntor

Die Personalie hat es in sich. Zum einen findet der FC St. Pauli in Rekordzeit einen Nachfolger für den schmerzlichen Abgang von Lasse Sobiech. Und dazu noch einen, der Tore schießen kann.
Marvin Knoll, der vom Jahn aus Regensburg nach Hamburg wechselt, ist nicht nur defensiv stark, er „weiß auch wo das Tor steht“. Sieben Saisontreffer und einen feinen Freistoßstandard bringt der gebürtige Berliner mit.
Das eigentlich besondere an dieser Verpflichtung ist aber, dass St. Pauli angeblich eine starke Konkurrenz aus dem Feld schlagen konnte: Union und Hertha BSC – beide Berlin.

„Der FC St. Pauli steht für Herzblut, Leidenschaft, Kampf und Teamgeist. Das sind Werte und Tugenden, mit denen ich mich voll identifizieren kann. Ich freue mich auf die Mannschaft, die Fans und die einzigartige Atmosphäre am Millerntor“, Marvin Knoll.

Eine Entscheidung FÜR St. Pauli

Ausschlaggebend soll die Stimmung und der Support am Millerntor gewesen sein. Nicht das erste Mal, dass der Kiez und seine Supporter als „kritischer Erfolgsfaktor“ fungieren.
Ein dringender Hinweis für die sportliche Leitung des FC, die Kultur der Fanschaft und des Klubs tiefer und näher an die Profis heran zu lassen, als es bisher Usus war.
Marvin Knoll Neuzugang FC St. Pauli
Der Innenverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022.

„Wir freuen uns, dass wir Marvin verpflichten konnten. Er ist ein gefährlicher Freistoßschütze, der neben Torgefahr zudem noch Zweikampfstärke und Führungsqualitäten mitbringt“, erklärte Sportchef Uwe #Stöver.