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Schlagwort: Sozialromantik

Sexismus: The Return of the Sozialromantik

Jedes Präsidium des FC St. Pauli hat früher oder später die Sozialromantiker im Verein auf den Plan gerufen. Bei Corny Littmann war es die Einführung des Millerntalers, bei Stefan Orth die überbordende Vermarktung und bei Oke ist es Auto-Thomsen, die mit ihrer sexistischen Werbebande die Sozialromantik am Millerntor neu entfachen.

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Susis Showbar – sexy geht anders!

An der Ecke Reeperbahn und Große Freiheit befindet sich ein Relikt der Zeit, in der es auf dem Kiez Live-Sex-Shows gab. Wie im nahe gelegenen Dollhouse (ebenfalls Große Freiheit) tanzen in Susis Showbar leicht bekleidete Mädchen und Frauen zu eingängigem Pop und ziehen sich für die meist männlichen Zuschauer aus.

Dabei wird ein Tischgeld verlangt und erwartet, dass die Damen, die gerade nicht tanzen und den Menschen an den Tischen ihre Vorzüge, die körperlichen, feil bieten, einen Piccolo ausgegeben bekommen.

Table Dance – ein patriarchales Relikt wird zur Touri-Show

Susis Mädels erfüllen ein uraltes patriarchales Ritual, das es schon lange auf St. Paulis Reeperbahn gibt: die Spontanverfügbarkeit von Frauen zum sexuellen Gefallen. Soweit, so normal. Susis Showbar unterhält aber auch eine Loge am antisexistischen Millerntor des FC St. Pauli und das (er)regte im Zuge der Sozialromantiker Proteste Widerstand.

Susis Showbar Loge am Millerntor: Umstrittener Stangentanz

Susi versteht nicht, was “wir” St. Paulianer gegen sie und ihr Etablissement haben.
Ritsch, ihr Wirtschafter zeigt sich aber kompromissbereit: “Wir haben zur Kenntnis genommen, dass einige Fans Frauen gegenüber nicht so freundlich eingestellt sind. Deshalb haben wir beschlossen, gegen Kaiserslautern genauso fußballbegeisterte Boys wie Mädchen einzuladen. Sie sollen unsere Freude über ein erzieltes Tor durch ihre Tanzdarbietungen an der Stange zum Ausdruck bringen.”
… schreibt die Mopo – und lässt das Zitat unwidersprochen, dass sich “nur” wenige Fans des FC St. Pauli an der “Trockenfickerei” an den Stangen in der Loge stören.

Susis Showbar vs.  FC St. Pauli

 
Susis Showbar, Ecke Reeperbahn Große Freiheit bei Tag – Photo credit: ukg.photographer on Visual Hunt / CC BY-SA


Der Konflikt liegt hier ganz woanders: Das was für mich und sicher auch andere St. Paulianerinnen unerträglich ist, sind die Macht und Machismen, die in Logen hinter getönten Scheiben nicht nur die Mädels zu Lustobjekten machen, sondern das ganze Millerntor zur Sexfolklore gleich mit. Gerade gestern habe ich ein kurzes aber wichtiges Gespräch darüber geführt, was denn der Unterschied zwischen Tita von Teese (Foto) und einem Tabledance auf der Reeperbahn ist.

Subjekt=sexy

Es ist schlicht die Kunst, Frauen als Subjekte zu erhalten, die in einer Rolle ihre Würde wahren können. Ob das gelingt, hängt elementar mit dem Umfeld (Loge) und den Betrachtenden (Männer, die Logen besuchen/sich leisten) zusammen.
Ich sehe in dem Mopo-Artikel keinen Hinweis darauf, dass sich die Räkeleien in Susis Show-Loge von den Wichsvorlagen unterscheiden, die ich 24h, rund um die Uhr mir auf dem Kiez anschauen kann – und Teil hiervon will ich nicht sein!

Ein Kommentar

Freibier zum Nachschlag: congstar und der FC St. Pauli verlängern vorzeitig und geben einen aus

Die Beziehung zu Mobilfunkunternehmen ist beim FC St. Pauli ja eine besondere: die Aktion des nun zur Telefonica gehörenden VMNO Blau.de hatte seinerzeit die Sozialromantiker-Proteste ausgelöst. Seit einiger Zeit ist congstar, eine Jugendmarke der Telekom, Trikotsponsor des FC St. Pauli. Und das soll ersteinmal so bleiben. Heute, kurz vor dem Spiel, geben Oke Göttlich und der Marketingchef des Bonner Unternehmens sich im Mittelkreis die Hand zur Vertragsverlängerung bis Mitte 2019.
Und auch diese Ankündigung wird Wellen schlagen, nur anders, als damals die LED-Aktion 😉

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Farwell Michael Meeske

Nein, wir waren sicher nicht immer einer Meinung, Michael Meeske und ich. Vor allem nicht, als wir uns im Zuge der Sozialromantiker Proteste näher kennenlernten.…

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Friede den Kutten

Der Sonnabend des letzten Bundesliga-Heimspiels der alten Nordtribüne war gefühlt gerade angebrochen, als ich mich um kurz nach 9:00 Uhr gen Millerntor aufmachte. Der erste herbstliche Sprühregen nieselte mir ins Gesicht, als ich im Fanladen auf eine Abordnung der ‚Hamburger Originale‘ traf: zur Aussprache über die homophoben und sexistischen Sticker und meinen Blogbeitrag dazu.
Es wurde eine intensive Aussprache; vorweg will ich die sehr befriedigende Erkenntnis teilen, dass wir mit dem Fanladen und dem Fanclubsprecherrat (FCSR) tolle Institutionen haben, die einen geschützten Raum bieten, solche Konflikte zu lösen.

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Congstar: Ein Mobilfunkanbieter als Sponsor; da war doch was?! #sozialromantiker

Neben dem klassischen Trikotsponsoring wird der Mobilfunk-Anbieter auch dieses Mal wieder aufmerksamkeitsstark in der Spielstätte rund um und im Millerntor vertreten sein.

Hihi, muss bei der Vorstellung von congstar als Hauptsponsor direkt an die LED-Bande von blau.de denken, die damals der Auslöser der Sozialromantiker-Proteste war.

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Vortritt beim Rücktritt, oder: die JHV des FC St. Pauli könnte spannender werden, als gedacht. (Mittwoch, den 27.11.13 ab 18 Uhr 30 im CCH)

Nach der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli im letzten Jahr, wo es für unser Präsidium um die Wurst ging, persönlich für Gernot Stenger, erwartet für dieses Jahr niemand Redeschlachten am Mikrophon. Auch werden wir auf schlecht inszenierte Theaterauftritte von Bernd Spies wohl verzichten müssen (der Auftritt selbst war ja ganz amüsant) … Es sei denn, es bewahrheitet sich ein Gerücht, dass sich seit dem Frühjahr hartnäckig hielt, nämlich dass entweder der Aufsichtsrat oder das Präsidium zurücktreten wollen, um zu verhindern, dass es nächstes Jahr zu einem Superwahltermin im November kommt und die JHV Aufsichtsrat und Präsidium neu wählen (muss)!

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Zeigen wir Besiktas, ganz Istanbul und der Türkei unsere Solidarität – Sozialromantischer Aufruf zum Freundschaftsspiel am 12.7. am Millerntor

Am 12.7. spielt der FC St. Pauli am Millerntor gegen Besiktas Istanbul.
Istanbul…
Sofort werden viele von euch daran denken was in dieser Stadt gerade passiert. In der ganzen Türkei. Wie junge Menschen sich erhoben haben und sich nicht mehr länger ihre Lebensweise von einem Staatschef vorschreiben lassen wollten, sich ihren Park und die wenigen öffentlichen Plätze die es in der boomenden Stadt noch gibt, nehmen lassen wollten. Sie protestierten. Friedlich und Kreativ.
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Was dann geschah ist kaum zu beschreiben. Über 5000 Verletzte durch Sicherheitskräfte. Darunter auch Kinder und Schwangere. Chemikalen die international geächtet sind im Wasser der Wasserwerfer.
Bisher 5 Tote. Unzählige verhaftete Journalisten, verhaftete Ärzte die Demonstranten helfen wollten, und selbst Anwälte. Zum Teil verschwunden bis heute ohne das jemand weiß wo sie sich in den Händen des Staates befinden. Grauenvolle Bilder und Stimmen die zu uns dringen aus der Türkei, und ein Staatschef der eigentlich nur noch mit dem Wort “Geistesgestört” beschrieben werden kann.

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Sicheres Stadionerlebnis – St. Pauli

Update: Inzwischen gibt es eine Stellungnahme des FC St. Pauli zum Papier der DFL.


Man hört, Gernot Stenger sei müde. Müde des ewigen Kampfes mit den Sozialromantikern im Verein. Überdrüssig des Gefühls, immer zwischen den Stühlen zu sitzen vielleicht auch. Und in der Tat: es ist anstrengend, Vize-Präsident des FC St. Pauli zu sein. Eines Vereins, dessen Fans und Mitglieder schnell Konflikte zu Grundsatzdebatten erheben und manchmal auch überhöhen.
Die Debatte um die Polizeiwache ist gerade ein wenig abgeklungen, nachdem Geschäftsleitung und Präsidium nun eine externe Lösung versprachen – und ich bin mir ziemlich sicher, dass das Präsidium das nicht als Erfolg verbucht, als Wiederannäherung an seinen Souverän, sondern als Kleinbeigeben begreift. Leider. – und nun auch noch die Grundsatzdebatte um die DFL, die in ihrem Positionspapier “Sicheres Stadionerlebnis” eine Welt entwirft, die für viele St. Paulianer und Stadion-Gänger schon heute unverdaulich ist und die das Mitwirken unseres Herrn Stenger als unerträglich empfinden.

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Präsident eines Fußballvereins zu werden, ist eine Scheißidee

Jolly Rouge Blogger im Echoraum in der Ritze (St. Pauli)

Jeky spielt drüben in ihrem Blog gerade ein Szenario durch, dass ich für denkbar unwahrscheinlich halte, und vermischt das mit einer gehörigen Portion Kritik an Blogs im Allgemeinen und FCSP-Blogs im Besonderen. (Offenlegung: auch wenn ich glaube, dass in der Hauptsache ein anderes Blog gemeint ist, fühle ich mich angesprochen … und blogge lange genug, um das Wiederkehren dieser Resonanz-Diskussion gelassen zu betrachten 😉

Wäre ich Dr. Gernot Stenger, würde ich zu dem Ergebnis kommen, dass eine unentgeltliche, ehrenamtliche Tätigkeit für diesen Verein, bei der man, egal, was man tut, ohnehin nichts richtig macht, irgendwie Zeitverschwendung ist.

Ich bin seit langem der Ansicht, dass “Präsident eines Fußballvereines” ein “Scheiß-anstrengender Job” ist. Tatsächlich kannst Du es kaum allen recht machen. DFL, DFB, Banken, Stadt, Politik, den Sympartysanten vielleicht, den Fans, den aktiven und engagierten schon mal gar nicht. Aber das weiß man vor der Wahl. Und außerdem gibt es auch Vorteile, gerade für Menschen, die sich in ihrem beruflichen Leben eng an der Politik bewegen und denen Öffentlichkeit in diesem Sinne sehr nützlich ist, nicht wahr Bernd? Oder, und das kann man auch nicht ganz von der Hand weisen, deren Schaugeschäfte besser denn je gehen, seitdem man als Retter eines Stadtteilvereines gilt? So, mein Punkt ist wohl klar, ich glaube nicht, dass die Herrschaften (übrigens alles Männer!) das aus reinen altruistischen Motiven tun – sicher auch, und die einen mehr, als die anderen.

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Für immer #23

Es gibt Nummern, die sollten nicht mehr vergeben werden. Die 23 gehört dazu und für immer zu Deniz Naki, wenn das Trikot braunweiss sei. Wen…

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Das Rebellen-Dilemma #JollyRoger

oder “Young Rebels? HarrHarr!”

Jolly Roger Hissflagge
Jolly Roger Hissflagge

“Eine Strafe hier, eine Strafe dort. Das läppert sich zusammen und wird von uns nicht mehr tatenlos hingenommen. Ich erwarte, dass hier ein Umdenken in einigen Bereichen des Stadions und im Umfeld einsetzt. Wenn das nicht ab sofort der Fall ist, werden wir zum Handeln gezwungen“, kündigte er in einer Mitteilung des Vereins Konsequenzen an. “Diese Strafen tun dem Verein verdammt weh und gehen am Ende immer zu Lasten von uns allen. Es ist ein Punkt erreicht, an dem sich alle, die den FC St. Pauli ins Herz geschlossen haben, fragen müssen, ob wir wirklich so weitermachen wollen.” Der Präsident weiß um die Situation des Vereins: “Allen sollte bewusst sein, dass wir uns auf dem Präsentierteller befinden und jede noch so kleine Verfehlung spürbare Konsequenzen für den Verein zur Folge hat.”

Ich zitiere hier das Hamburger Abendblatt einmal länger, auch weil es selbst aus lauter Zitaten besteht. Und eigentlich musste ich als erstes einmal laut lachen: “50 Pfennig hier, 50 Pfennig da, da kommt einiges zusammen”, legte sich mir doch ein Otto Waalkes Sketch über das Gesagte unseres Präsidenten – und tatsächlich, klingt dieses Statement ein wenig lächerlich. Diese Aneinanderreihung von Worthülsen, wilheminischer Großväter und bayrischer Innenminister würdig, sollen dem Boulevard (mit dem hat sich MFC auseinander gesetzt) signalisieren: Wir setzen jetzt mal ein Zeichen, wir, das Präsidium sagen Basta. – Aber zu wem?

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Freunde von Susi – Feinde von Susi #FCSP

Susis Showbar Loge am Millerntor, im Marketing-deutsch “Separée” genannt ist Geschichte. Zumindest der Stangentanz vor, während und nach den Spielen. Mit überwältigender Mehrheit hatte das oberste Vereinsgremium, die Mitgliederversammlung auf seiner JHV, sexistische Darbietungen in Bikini am Millerntor im Sinne der Sozialromantiker-Ini untersagt.
Jegliche Darbietungen nicht oder nur spärlich bekleideter Frauen und Männer in Räumlichkeiten des Millerntor-Stadions werden per sofort untersagt. Dies gilt insbesondere auch für Mieter von Separées oder Säalen … Zu untersagende Darbietungen sind mindestens Stangentanz nackt, nur in Slip, Bikini oder vergleichbarer Kleidung, Striptease, Tabledance oder Vergleichbares. Mietverträge von Separées … werden, soweit die vertragsrechtlichen Bedingungen dies zulassen, umgehend außerordentlich gekündigt, wenn gegen dieses Verbot verstoßen wird. Sofern eine sofortige Kündigung aus vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich ist, wird der bestehende Vertrag zum Ablauf dessen Mindestlaufzeit gekündigt bzw. nicht verlängert. Zukünftige Verträge müssen dahingehend verfasst werden, dass dem Vermieter bei Verstoß ein sofortiges Kündigungsrecht zugebilligt wird. Der Entscheid der Mitgliederversammlung muss für jedwede Gesellschaft … als bindend … formuliert werden. (Quelle FCSP, teilweise verkürzt)
Und nun brodelt der Boulevard (Dokumentations-Link zu einem BILD-Ausschnitt). Susis Freunde gehen zum Gegenangriff über und nutzen ihre Kontakte zu gleichaltrigen Showstars und zur Springer-Presse, um mindestens Dampf abzulassen. Wahrscheinlich offenbart sich hier einmal mehr, wer in dem Verein das Sagen, und am meisten gegen dieses Hereinregieren der Mitglieder vorzubringen hat.

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JHV des FC St. Pauli im CCH – ein Hauch von Sozialromantik

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“Transparenz schafft Vertrauen”, dafür warben im Eingangsbereich des CCH Unterschriftenjäger einer Volksinitiative und Lutz Wöckener und ich hatten denselben Gedanken: Spitzenintro und Motto für diesen Abend, gestern im CCH. Ein Abend, der wie zu erwarten war im Zeichen der Auseinandersetzung der organisierten Fan- und Mitgliederschaft und der Desorganisierten mit dem Präsidium stand.
Mangelnde Transparenz, ja mangelnde Ernsthaftigkeit, das war die Klammer um die Anträge rund um die AFM Jugendförderung, Susis Showbar und den Rückbau der Business Seats. Es sollte ein langer und intensiver Abend werden.

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