„St. Pauli Fans gegen Discophobie“

Geht es nur mir so?, oder findet sich im Stadion und darum herum ein sehr einseitiger Soundtrack aus Punk und Folk? Wo bleibt die Entsprechung der bunten Flaggen im Sound?

Ich war beim letzten Heimspiel einigermaßen erschrocken, dass von der Stadionregie nicht ein Tribut für Prince gespielt wurde. Immerhin war der Mann einer der größten Künstler der letzten 40 Jahre und hat am Millerntor 1988 Popgeschichte geschrieben. Woran mag das gelegen haben? Passt Disco nicht zum Fussball? Haben die Verantwortlichen – wer bestimmt eigentlich, was im Stadion gespielt wird? – vielleicht sogar ein wenig Bammel davor, dass allzu schmachtende Musik ausgepfiffen wird? Hatten wir bei Bad-Taste-Ausrutschern ja schon mal.

Würde Prince ausgepfiffen? Donna Summer? Ich befürchte ja. „„St. Pauli Fans gegen Discophobie““ weiterlesen

Astra per Beerjet: Flitzplörre im Stadion

Der FC St. Pauli kann sich kaum halten vor Freude: ab diesem Jahr wird das Bier im STadion noch schneller gezapft.

„Nun brauchen wir nur noch leckeres Bier“ kommentiert Lichterkarussel auf Facebook und bringt meinen ersten Gedanken auf den Punkt.

Klasse, jetzt brauchen wir nur noch leckeres Bier…

Posted by Lichterkarussell on Freitag, 8. Januar 2016

König Prinz Meeske

Spinnt Michael Meeske, derzeit Geschäftsführer des FC St. Pauli, ein gefährliches Netz aus Macht und Posten? Als Minderheitsgesellschafter der Millerntorstadion Betriebs-GmbH & Co KG (MSB) (1), Michael Meeske hält hier wohl 1% der Anteile, wäre er in der Lage, weitreichend und langfristig Entscheidungen zu beeinflussen oder zu blockieren. Laut Verkaufsprospekt zur Fananleihe, so lese ich das zunächst einmal heraus, steht ihm trotz der geringen finanziellen Anteilhabe ein umfangreiche Sperrminorität zu:

„Trotz einer Beteiligung von 98 % am Kapital der Emittentin (1) hat der Verein auf diese keinen beherrschenden Einfluss. Vielmehr bedürfen grundsätzlich alle Gesellschafterbeschlüsse der Emittentin der Einstimmigkeit. Das Erfordernis der Einstimmigkeit erstreckt sich insbesondere auch auf sämtliche Geschäfte des täglichen Lebens. Vor diesem Hintergrund ist der Verein für die Beschlussfassung in der Gesellschafterversammlung der Emittentin auf die Mitwirkung der beiden weiteren, jeweils zu 1 % am Kapital der Emittentin beteiligten Kommanditisten Michael Meeske und Prof. Dr. Hans-Jürgen Schulke angewiesen. Jeder der beiden Minderheitskommanditisten verfügt über eine sog. Sperrminorität und ist in der Lage, Beschlussfassungen in der Gesellschafterversammlung der Emittentin zu behindern oder sogar zu verhindern. Dies betrifft z. B. auch Beschlüsse über eine Neubesetzung der Geschäftsführung, Änderungen des Gesellschaftsvertrages und allgemeine Maßnahmen der täglichen Geschäftsleitung. Entsprechendes würde für jede weitere in den Gesellschafterkreis der Emittentin aufgenommene Person gelten, insbesondere für den Fanräume e.V., einem Zusammenschluss von Fans des FC St. Pauli, der eine symbolische Beteiligung an der Emittentin erhalten soll (s. Ziffer 4.5.11). Sollte es vor diesem Hintergrund zu einer Blockade durch einen oder mehrere Mitgesellschafter kommen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Entscheidungen im Interesse der Emittentin nicht oder nur zeitlich verzögert erwirkt werden können. Dies könnte sich im Einzelfall nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Emittentin auswirken.“

Wer im Verein hat denn Michael so umfangreiche Befugnisse erteilt?
Update: Das war wohl, so twittert der Übersteiger, in Cornelius Littmanns Ära – und womöglich intendiert als administratives Modell, wenn ich das richtig verstehe. Dennoch: Die Macht bleibt, und gut finde ich soviel Macht in einer Hand nicht!

(1) – Die Gesellschaft, die auch die St. Pauli Fananleihe herausgibt
via

FC St. Pauli Anleihe – 6% aufs Festgeld

Es gibt in Deutschland wenige Organisatiosnformen, die der direkten Beteiligung (vermeide das Wort Demokratie bewusst) so nahe kommen, wie die Vereinsform. Etwas, was wir auf der Jahreshauptversammlung ja mal wieder zelebrieren können.

Nun gibt es auch Vereine, bei denen kann sich der Fan auch monetär beteiligen. Über Aktien, wie bei der Borussia Dortmund AG KGaA, deren Ausgabepreis bei 11 EUR lag und deren aktueller Kurs sich rund um 2,82 EUR findet. Womit schon viel über Fananleihen und das Vermischen von Leidenschaft und Geldanlage gesagt wäre. Der FC St. Pauli geht einen anderen Weg und legt eine Anleihe auf, die nicht an Börsen oder anderen Finanzhandelsplätzen gehandelt werden soll. 6% soll sie bringen p.a. und 2018 fällig werden, also zurückgezahlt werden. Gestückelt ist die FC St. Pauli Fananleihe in 100, 500 und 1910 EUR Stücken, wobei man sich sein Exemplar sowohl digital ins Depot, als auch an die Wand zuhause hängen kann.

Ob das nun eine „gute“ Geldanlage ist, mag ich nicht zu beurteilen. Eine Einschätzung bringt der Verkaufsprospekt selbst (via Magischer FC, bei ihm bitte auch detaillierter informieren)

“Die Höhe der Verzinsung der Schuldverschreibungen liegt im Bereich der Verzinsung vorangegangener Emissionen in der Branche des Profi-Fußballs. Betrachtet man jedoch die reinen Finanzkennzahlen, so liegt die Verzinsung im Vergleich zu Emittenten anderer Branchen mit ähnlicher Bonität unter Marktniveau, was sich ebenfalls negativ auf den Markt und den Preis auswirken kann. Bei Anleihen anderer Emittenten kann daher gegebenenfalls ein attraktiveres Rendite- / Risikoverhältnis erzielt werden. Die Schuldverschreibungen sollten daher nicht von Anlegern gekauft werden, die ein möglichst gutes Rendite- / Risikoverhältnis für ihr Kapital suchen.“

Man legt sein Geld, relativ risikofreudig, für ein paar Jahre fest an. Zum Vergleich: Festgeld (1.000 €) verleiht man derzeit für an die estnische Bigbank (sic!;) für 4,60% per annum oder für 5,60% für die gesamte Laufzeit.

Mein Fazit: Wer sich an dem Bau des neuen Millerntors auch monetär beteiligen möchte, und an den Erfolg der Operation glaubt, und 100 oder mehr Euro überhat, der kann doch ruhig sein Geld auch emotional anlegen. Ich überlege das tatsächlich auch. Fest damit rechnen, es wiederzubekommen, würde ich allerdings nicht gerne müssen, wenn ihr wisst, was ich meine. honi soit quy mal y pense

Stand der Diskussionen zum Stadion-Neubau #Gegengerade

Dieses Dokument soll interessierten Fans und Vereinsmitgliedern einen Einblick in den aktuellen Stand der Planung und Vorbereitung der neuen Gegengerade des Stadions am Millerntor geben. Da die Planung nicht abgeschlossen ist, handelt es sich naturgema?ß um eine Momentaufnahme.

lese ich im Statusbericht der AG Stadionneubau, den ich allen Sankt Paulianer_innen wärmstens ans Herz legen möchte. Am Wochenende ist JHV der AFM und später im Jahr die Jahreshauptversammlung des Vereins selbst. Da wird die Gegengerade bestimmt nochmal Thema …

Download Bericht (PDF)
AGStadionbau-Gegengerade-20110926

Fan-Tagging: der feuchte Traum der Sicherheitsorgane

Gerade macht eine Art Wimmelbild die Runde durch das social web, das beeindruckend und erschreckend zugleich ist. Über 9.000 Menschen wurden beim Glastonbury Festival per Facebook getagged, also ihr Foto mit ihrem persönlichen Facebook-Profil verknüpft.

GlastoTag - One huge photo. A whole load of tags. | Glastonbury Music Festival | Orange UK
GlastoTag - One huge photo. A whole load of tags. | Glastonbury Music Festival | Orange UK

To celebrate the unique crowd of people at The Glastonbury Festival 2010, we are aiming to create the world record for the most people tagged in an online photo.

Fast unerträglich die Vorstellung, diese Art der „Zuschauer-Bindung“ würde in Mode kommen. Stelle mir gerade vor, das geschähe mit dem Aufstiegsbild aus Fürth, das im Klubheim stolz hinten an der Wand prangt. Ein feuchter Traum würde wahr, von Chaos-Liga Daherquatschern und Sicherheitsfetischisten.

Jolly Roger Glasto Festival
Jolly Roger @ Glasto Festival

Das sind die Richtungen, in die wir unsere AGB und Stadionordnungen ausrichten sollten. Wie kann man sich dagegen wehren?
Eigentlich nur dadurch, dass man als FC St. Pauli keinen Richtlinien bei DFL und Co. zustimmt, die so etwas ermöglichen. Das könnten wir auf einer JHV beschliessen. Und natürlich, indem man versucht, die Daten massenweise zu verschmutzen, indem wild und massiv falsche Profile verknüpft werden.

Übrigens, das war eine Aktion eines englischen Mobilfunkanbieters. Dagegen sind LED-Laufbänder doch Kinderkrams ;)