Kommunikation des FCSP: Wenn zuwenig einfach zu wenig ist

Es sind schon komische Zeiten, wenn die sonst so verschlossen agierenden Ultras des FC St. Pauli klarer kommunizieren, als der Verein selbst.

Photo credit: Ted's photos - Returns late Feb on Visual hunt / CC BY-NC-SA

Nach den Vorkommnissen im Derby, das ist die gute Nachricht, hatte die führende Gruppe auf der Süd ein langes Interview beim Podcast „Millernton“ gegeben, in dem sie nicht nur die Verantwortung für die Ereignisse übernahmen, sondern auch erklärten, was sie OK finden, wohinter sie stehen. So billigt USP bspw. das Verbrennen von abgezogenen HSV-Schals und Bannern als besondere Maßnahme gegenüber einer „besonderen“ Szene.

Das empfinde ich als falsch, freue mich aber, dass es eine Haltung gibt, mit der ich mich auseinandersetzen kann.

Beim FC St. Pauli selbst ist das anders.

Am Tag vor dem nächsten Heimspiel, also zwei Wochen nach dem Derby, erschien auf FCSP.com eine Verlautbarung, die, gelinde gesagt, unklar war.

„Verantwortliche“ des Vereins, hätten ein Maßnahmenpaket beschlossen, eines, das in kurzen Spiegelstrichen aufgezählt wurde. Einzelheiten dazu blieben genauso unklar, wie der Absender der Nachricht.

Die Maßnahmen nach dem Derby im Einzelnen

  1. Umbauten im Eingangsbereich der Südkurve
  2. Intensivere Kontrollen beim Zugang zur Südkurve
  3. Quantitative Aufstockung des Sicherheitspersonals
  4. Verringerung des von Fangruppen in der Südkurve selbstbestimmt verwalteten Kartenkontingents für die Südkurve. Diese Karten gehen in den freien Verkauf.
  5. Kostenbeteiligung von Fangruppierungen der Südkurve an brandschützenden Maßnahmen

… und meine Fragen dazu:

  • Was sind das genau für Baumaßnahmen? Sollen diese einen Blocksturm demnächst verhindern helfen? Spekuliert wurde nach dem Spiel gg Duisburg über eine so genannte „Vereinzelungsanlage“.
  • Wieviele Karten verwaltet die Süd denn heute und wieviele „Morgen“? Wie lange sollen diese Maßnahmen gelten?
  • Was erhofft sich der Verein von dem „freien Verkauf“ der Tickets? Wie stellt man dann sicher, dass nicht lauter „Touris“ kommen?
  • Wie, was soll denn da an Brandschutzmaßnahmen erfolgen? Wieviel kosten diese und an wen stellt man dann die Rechnung? Eine Gebühr, die auf die Tickets umgelegt wird, wurde in Gesprächen auf der GG am Freitag diskutiert.

Fragen, die so ähnlich seit Donnerstag dutzendfach gestellt werden. Und unbeantwortet blieben.

Tweet des FC St. Pauli zu den „Maßnahmen nach dem Derby“

Überhaupt lässt diese Liste nur eines zu: das wilde Spekulieren. Weder ist klar, wer da mit wem diese Maßnahmen ausgeheckt hat, noch wie diese konkret aussehen.

Ich halte das für einen Fehler. Vor allem, wenn es stimmt was andere Blogger vermuten, und diese Maßnahmen aus einem echten oder fabulierten publizistischem Druck erfolgten. Offenkundig scheint mir, dass „die Verantwortlichen“ nicht alle meint, die beim FCSP Verantwortung tragen.

„Bis zum 4.4. zu warten, diese Selbstwiederfindung intern oder nur auf der Süd zu beprechen, halte ich nicht nur für einen Fehler, ich halte es auch für verpflichtend, all diejenigen mitzunehmen, die nicht organisiert und gut vernetzt sind.“

SPNU in diesem Blog

Ich wiederhole mich, wenn ich mir wünsche, dass solch wichtigen Diskurse nicht nur „intern“, entlang der verkrusteten und ausgelatschten Wege der aktiven Fanszene, geführt werden. So ein Statement habe ich mir allerdings nicht gewünscht, das ist ja noch schädlicher, als gar nicht zu kommunizieren. Etwas, zu dem der Verein inzwischen wieder zurück kehrt. Leider.

Statt Derbyfieber, "Krieg der Rosen"

Pyroshow auf der Süd

Teile unserer Fanschaft waren gestern bei einem anderen Derby. Wie im Krieg der Rosen von Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist“ legte sich eine andere Dimension über das Spiel – eine die Magie und Zusammenhalt zerstörte.

Irgendwie hat das Millerntor dieses Derby verbockt, ist es uns nicht gelungen, die Magie herzustellen, die nötig gewesen wäre, den hsv an diesem Tag zu besiegen oder wenigstens würdevoll unterzugehen. Und das hat viel, nicht alles, mit den Kurven zu tun.

„Wer wird Deutscher Meister?“

Dabei fing alles so magisch an; das Millerntor spielte die Gästehymne „Wer wird Deutscher Meister“ mit genau der richtigen Prise Ironie, die das ganze Stadion erfasste. Die Blockfahnen, die ich auch erst nach dem Spiel in seiner ganzen Pracht sehen konnte, passten zu dem wuchtigen Auftakt, waren eines Stadtderbys würdig.

Über die erste Halbzeit kann man streiten: war das nun eine anständige Leistung, die durch einen Kunstschuss und einen hellwachen Lasogga zu unseren Ungunsten auslief? Oder war das Angsthasenfußball, der zurecht bestraft wurde? Das mögen andere beurteilen. Für die erstickte Magie am Millerntor waren andere Dinge entscheidend.

Mit Elan aus der Kabine und jäh ausgebremst

Ich stelle mir seit der 46. Minute vor, wie sich das wohl anfühlt, als Boy in Brown. Du kommst nach dem gemeinsamen Huddle, dem gegenseitigen Versprechen, es in der zweiten Halbzeit besser zu machen, wieder auf den Rasen gelaufen, die Haarspitzen voller Adrenalin, kommst gut über die rechte Seite und erzielst beinahe den Ausgleich.

Dann darfst Du aber nicht weitermachen. Der Schiri unterbricht das Spiel, weil die Süd zwar einen Sinn für eindrucksvolle Lichtshows, aber an diesem Tag ein fatales Timing zeigt. Ich kann mir vorstellen, wem diese Unterbrechung am meisten nutzt – der Mannschaft des hsv.

Ich neige nicht zu Ultrabashing, bin in der Vergangenheit sogar als „Sin Fein“ unserer Ultras bezeichnet worden und auch heute, eine Nacht nach dem Spiel, will ich mich auf die Typen konzentrieren, die meiner Ansicht nach die meiste Magie vernichteten: die Rotmaskierten rechts von der Mitte (von der Süd aus gesehen).

30 bis 40 rot-schwarz Maskierte stülpten dem ganzen Stadion ihre Ego-Show auf. Lauter Pyros, permanent gezündet, geschenkt – ich mag Pyrotechnik. Nachdem der Schiri aber unmißverständlich klar machte, die Stadionregie schon zum dritten Mal energisch ermahnte, „noch einmal und dann Spielabbruch“, dann weiter zu zündeln, Raketen in Richtung Spielfeld zu jagen, das grenzt an Sabotage.

Sabotage an dem, zu dem das Millerntor fähig ist. Ich schließe mich Stefan Groenveld an, von dem auch das Titelbild stammt.

Solange Pyrotechnik aber verboten ist, muss niemand nach vorheriger Ermahnung des Schiris und Kommunikation zwischen Mannschaftskapitän und Capo glauben, er könne sich über alle Gesetze hinwegsetzen. Die Frustration über diesen Alleingang weniger war auf weiten Teilen der Süd tief zu spüren. Ich bin mir sehr sicher, dass das intern heftig diskutiert wird.

Die Fans vom FC St. Pauli standen mal für innovativen und lustigen Support. Davon ist heute nur ein wenig Größenwahn übrig geblieben, der vor dem Spiel den gegnerischen Fans vorgeworfen wurde.

Stefan Groenveld

Ich weiss nicht, wo die Rotmasken herkamen, mein erstes Gefühl war, dass man sich hier Gäste eingeladen hat, die das Wohnzimmer verwüsten und dann wieder entschwinden. Wünsche mir hier Aufklärung.

„Die hätten meinetwegen 12:0 gewinnen können, das hätte ich ertragen. Das sinnbefreite Mackern der Rotmaskierten macht wirklich was kaputt. Das hätte der HSV nie hinbekommen“

C. nach dem Spiel

In meiner Wahrnehmung waren eben diese die Adressaten des Unmuts der Gegengeraden, ein „ihr seid scheiße, wie der hsv“ zwar hart, aber verdient. Das sinnlose Präsentieren von abgezogenen Bannern langweilt und outet die „Ultras auf Panzerschokolade“, wie sie ein Nebensteher bezeichnete, als echte Magievernichter.

Wer nach Abpfiff und Ehrenrunde der Mannschaft dann diese nicht einmal mit Applaus verabschiedet, der setzt sich dem Verdacht aus, dass ihm St. Pauli, die Boys in Brown – alle anderen – am Arsch vorbei gehen – schlimmer noch, dass sie das, was für viele von uns St. Pauli ausmacht, verachten.

Die Südkurve und allen voran USP hat nun die Wahl: entweder sich, wie oft zelebriert, muksch ins Schneckenhaus zurückziehen, Kritikerinnen einladen zu irgendwelchen ominösen Treffen zu erscheinen – oder die Verantwortung dafür zu übernehmen, was auf ihrer Kurve passiert. Auch Whataboutism erster Güte, nämlich den Support auf der Gegengerade anzuprangern um vom Fehlverhalten der Rotmasken abzulenken, ist wenig hilfreich.

Der FC St. Pauli wird an diesem Derby nicht zerbrechen, eine Zäsur stellt es aber doch dar. Der Weg zurück zum Roarr, zum magischen Weben einer Kraft, die das ganze Stadion, alle Kurven und die Mannschaft verbindet ist weit geworden.

St. Pauli muss sich entscheiden: jagen Teile unseres Vereins weiter den Großmummrich oder kehren wir zurück zu einem Miteinander?

Weitere Stimmen:

  • Millernton. Wobei ich nicht der Ansicht bin, dass dies „intern in der Süd“, sondern vereinsöffentlich diskutiert werden muss.
  • Stefan Groenveld: Größenwahn ist ein gutes Wort dafür.
  • Magischer FC Blog: heute Full Ack.

„Aber heute hat es das Maß verloren. Der FCSP war immer der Verein, wo es einen Grundkonsens zu Grenzen, die wir nicht überschreiten, gab. Wo man auch mal zurücksteckt. Und wenn das nur heißt, dass die letzte Pyrofackel wieder in die Tasche wandert. Pyro als Choreo ist eben ungleich Pyro als Mackerinstrument.“

Magischer FC Blog

Update: Stellungnahme des FC St. Pauli

Der Verein, mit seiner gesamten Exekutive, dem Vorstand und der Geschäftsführer bis zum Aufsichtsrat, hat eine Stellungnahme verfasst, die mir in seiner Eindutigkeit gefällt: sie setzt Grenzen und zeigt mögliche Konsequenzen auf:

Bei den Vorfällen während des Spiels, die beinahe zum Abbruch der Partie geführt hätten, entstand bei den Verantwortlichen der Eindruck, dass die Selbstinszenierung von Teilen der Fanszene eine größere Bedeutung hat als der Verein und das Spiel der Profimannschaft.

Die Vorfälle stellen eine Zäsur beim FC St. Pauli dar, spiegelt zum Beispiel das Präsentieren von Fanutensilien des Gegners in keiner Weise den Umgang wider, den wir hier in unserem Stadion in der Vergangenheit gepflegt haben. Auch die Menge an gezündeter Pyrotechnik und das Abfeuern von Leuchtkugeln auf das Spielfeld gehen weit über ein akzeptables Maß hinaus. Aufgrund der Vorfälle werden Form und Inhalt des weiteren Umgangs miteinander und Konsequenzen kritisch diskutiert.“

Der Verein bietet all denen, die durch die Vorkommnisse im Stadion nachweislich Schaden erlitten haben (z.B. Verunreinigung der Kleidung) oder die Partie aus Sorge vorzeitig verlassen haben, eine Schadensregulierung an. Die Betroffenen werden gebeten, sich unter report@fcstpauli.com an den FC St. Pauli zu wenden.

FCSP.com

"I Just can't get enough" – Bengalos

War das Zufall, dass unser Stadionsprecher-Team um Rainer Wulff am Sonnabend Dienstag beim Pokalspiel gegen den BVB aus Dortmund den Song „I just can’t get enough“ gerade dann abspielte, als die Süd ein fulminantes Bengali-Feuerwerk abbrannte? Ich mag die Vorstellung, dass das kein Zufall war, sondern eine feine Solidaritätsnote.

Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik Foto: Stefan Groenveld
Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Fotos: Stefan Groenveld

Denn die Umsicht, mit der unsere Ultràs, die ich hinter den Motorradmasken vermute (genauso, wie die „Scheiss-USP“-Rufer auf dem Video), vorgegangen sind, ist wahrlich eine Anleitung zum verantwortungsvollen Umgang mit heissem Licht geworden:

Never Ending Erregung – gerät die "Bullen aus der Kurve"-Debatte aus den Fugen?

Wenn es für Autoren rund um den FC St. Pauli einen „Alten Stamm“ gäbe, dann wäre Hermann Schmidt sein Präsident. Kaum einer hat so viele Erfahrungen und Anekdoten aus dem Leben als St. Pauli-Fan aufgeschrieben und als Bücher verkauft, wie er. Ich habe seine Art, seine Standpunkte klar, pointiert und auch provokativ zu vertreten, immer gemocht, auch wenn wir nicht immer – und zuletzt immer weniger – einer Meinung waren. Die Debatte über den „Bullen in aus der Kurve“, angestoßen durch einen Artikel in der basch #33, die Fragen, „Können Polizisten ultrà sein“ und „Wer hat das Sagen auf der Süd-Tribüne?“ bewegen nicht nur Verein und Fanschaft, sondern nun auch den Boulevard (Mopo, 11 Freunde und Spiegel Online – Keine Links wg. LSR). Und der Konflikt treibt unerwartet heftige Blüten: Hermann Schmidt ist über das Verhalten von USP und die Stimmlosigkeit des Präsidiums so erbost, dass er heute seine Mitgliedschaft im FC St. Pauli gekündigt hat.

”Der Artikel “ Bullen raus aus der Kurve“ im Fanzine „Basch“ #33 ist am 23. Juli 2013 veröffentlicht worden. Ich bin gegen jede Form von menschenverachtender Diskriminierung. Bis heute gibt es nach meiner Kenntnis keine offizielle Stellungnahme des Präsidiums des FC St. Pauli zu diesem Vorgang. Daher habe ich nach 23 Jahren Dauerkarten-„Dasein“ und hunderten von Auswärtsfahrten sowie nach der Veröffentlichung von 4 Büchern über den FC St. Pauli meine Mitgliedschaft gekündigt. Hermann Schmidt.

Für mich ist das schwer nachzuvollziehen. Ich halte die Debatte für intensiv, aber (zumindest hier im Blog und bei Facebook) für ausgewogen. Die Ansichten alter Gegengeraden-Recken, Fußball-liebender Polizistinnen und Südkurvler (bitte hier nachlesen, u.a.), einiger kultur-philosphischer Betrachtungen dazu, die können viel Spaß machen. Und mal ehrlich, wer, wenn nicht wir, sollen so etwas diskutieren?
Leider bringen Konflikte mit USP auch immer das Schlimmste in unserer Fanschaft zutage, was man sehr gut an den Kommentaren unter dem basch-Artikel selbst erkennen kann. Da schwingen USP-Gegner verbale Keulen, die mit dem Thema selbst wenig zu tun haben, geschweige denn irgendetwas dazu beitragen. Ich möchte mich hiermit aus der Debatte zurück ziehen, ich halte das USP Basching (sic! 😉 für übertrieben und teilweise aus den Fugen geraten. „Never Ending Erregung – gerät die "Bullen aus der Kurve"-Debatte aus den Fugen?“ weiterlesen

Nachtrag zur "Polizisten-Debatte: "Wem gehört die Süd?"

Wenn man sich den Beitrag in der Basch #33 genauer ansieht, dann tritt hinter „Polizisten-Debatte“ eine weitere Frage auf, die vielleicht die treibende ist: „Wer hat das Sagen, die Definitionsmacht auf der Süd?“ – eine Frage, die seit der Südkurvenblockade ungeklärt ist.
Die Südkurve will eine „selbstorganiserte Kurve“ sein, mit eigener Ausgabe von Saisonkarten, eigener Organisiation. USP, Ultrà Sankt Pauli sind – meiner Wahrnehmung nach – eine dieser Gruppen und Fanclubs, die die Süd ausmachen, allerdings eine mit Gestaltungsanspruch.
Für uns steht außer Frage, dass die Eigenschaft Bulle zu sein und gleichzeitig Teil der Südkurve oder gar Ultrà Sankt Pauli nicht zusammen passen können und einen nicht auflösbaren Widerspruch bedeuten.
Die Bezeichnung „Kurve der Ultràs“ ist offensichtlich nicht nur so dahin geschrieben, sondern Anspruch von USP, was sich im Übrigen, so wurde es mir berichtet, auch durch eine besondere Verantwortung von USP ausdrückt, bspw. wenn es um Bandengewalt oder ähnliches geht. Und nun definiert USP für die gesamte Süd, „den gesamten Fanclub, wie den Bullen, aus unseren Strukturen auszuschließen. Es wurde daher allen unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie sich von der Gruppe USP sowie der Südkurve fernhalten sollen und auch der gesamte Fanclub nicht mehr Teil selbiger ist. – Bamm, das ist explosiv – und in seiner Tragweite nicht zu unterschätzen. Ich halte dies für den zugrunde liegenden Konflikt und den schwerwiegenderen: Wenn ich Teil dieses Fanclubs wäre, sähe ich das in der Tat als einen Fall für den Ehrenrat.

Hinweis: Alle Stehränge am Millerntor geöffnet heute Abend!

Das Urteil des DFB gegen den FC St. Pauli in Sachen „Kassenrollenwurf“ hat nicht nur für eine Welle der Empörung in unserer Fanschaft geführt, sondern auch für viel Verunsicherung unter den Zuschauern: Sind denn heute Abend beim Spiel gegen den KSC nu die Stehränge in der Nord und der Süd gesperrt? NEIN, sind sie nicht – stellt auch nochmal der FCSP fest:
Die Stehplätze im Bereich der Süd- und Nordtribüne sind zum Heimspiel des FC St. Pauli gegen den Karlsruher SC definitiv nicht von einer Sperrung betroffen.
„Hinweis: Alle Stehränge am Millerntor geöffnet heute Abend!“ weiterlesen

Bunte Südtribüne am Millerntor

Die Südtribüne des Millerntor-Stadions erstrahlt in den magischen Farben, braun, weiss und rot. Bunt, so wie die Kurve, auch die beteiligten Fan-Organisationen AFM, USP und Skinheads St. Pauli. 1,6 km Krepp-Band später erstrahlt sie – solange bis Menschen auf ihr stehen 😉

Südtribüne des Millerntor-Stadions: Heimat der Sankt Pauli Ultràs

Die Stehplätze im „Süden“ werden von Supportern selbst verwaltet. In Abstimmung mit der Vereinsführung und dem Fanladen vergeben die auf den Stehrängen angesiedelten Fangruppen, von denen USP – Ultrà Sankt Pauli – die größte ist, bspw. Tickets und organisieren Choreos und Aktionen.

Saisonticket statt Dauerkarte

Ziel der Ticketpolitik im Süden ist es, auch jungen und neuen Supportern des FC St. Pauli die Möglichkeit zu geben, ein Jahresticket zu erwerben. Aus diesem Grund gibt es keine Dauerkarten; jedes Jahr müssen sich die Fans hier für ein Saisonticket bewerben. Früher musste man noch anstehen und es gab tlw. unschöne Szenen. Das gehört aber der Vergangenheit an.

Business-Seats auf der Südtribüne: Ärgernis und Einnahmequelle

Eigentlich ist es ungewöhnlich, dass es auf der Tribüne der Ultras auch Business Seats gibt. Das ist bei St. Pauli historisch gewachsen, denn die Süd war die erste neue Tribüne des nunmehr fertig gestellten Stadions. Angeblich hatte Ex-Präsident Corny Littmann den Ultras versprochen, die zur Finanzierung benötigten Business Seats samt Ballsaal wieder abzubauen.
Wegen der tollen Atmosphäre sind diese Sitze aber besonders beliebt. Und so hat man dieses Versprechen schnell wieder „vergessen“.
Foto und Via: Gazzetta d‘Ultrà

2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler

Update: Dauerkarten 2011/2012

Ich bin konsterniert, weiß ehrlich noch nicht richtig, wie ich auf die Ankündigung reagieren soll, dass die Vergabe der Saisonkarten für die Südkurve nun so verlaufen soll, wie in all den anderen verkrusteten Kurven auch, Saisonkarten für die Bundesliga-Saison 2011/2012 soll es lt. einem Flyer (1/2) nur für diejenigen geben, die bereits eine Saisondauerkarte besitzen. Imho ein Skandal! „2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler“ weiterlesen

FC St. Pauli Saisonkarten Südkurve für Drängelopfer, offiziell Härtfälle genannt

… mit Dauerkarte.
Der FC St. Pauli macht sein Versprechen wahr und bietet als Ausgleich für das Dauerkarten-Debakel von Ende Februar, wie von Sven Brux seinerzeit angekündigt, einen Ausgleich an. Es war ja bereits spekuliert worden, dass nicht alle, die leer ausgegangen sind, nachträglich eine Karte erhalten. Die jetztige Regelung ist quasi eine Kreuzpeilung zwischen aktuellem Support (Inhaber einer Saisonkarte Süd 2009/2010) und Langzeit-Fantum (Dauerkarteninhaber 2006/2007). Wer in diese Kategorie Auserwählter fällt, dem wird nachträglich die Möglichkeit eingeräumt, sich für eine Saisonkarte 2010/2012 zu bewerben: „FC St. Pauli Saisonkarten Südkurve für Drängelopfer, offiziell Härtfälle genannt“ weiterlesen

Präsidium erobert die strategisch wichtigen Südhänge des Millerntor zurück

Es war strategisch eine der schwersten Niederlagen, die die organisierte Fanschaft im Ringen um die bedeutungsvollen Südhänge des FC St. Pauli Stadions erlitten hat. Fans waren dort auf Fans getroffen, hatten sich verbale Scharmützel und dem Verein die Vorlage geliefert, vollends alle Macht über die bis dato lebendig-streitsame Südtribüne wieder an sich zu reißen.

Die Fans haben sich nach intensiver Aufarbeitung beim vergangenen Heimspiel gegen den FC Augsburg weitestgehend versöhnt (ich auf jeden Fall, persönlich und magisch, wie das bei St. Pauli eben so ist), der Süden ist aber dennoch verloren – und das ist die eigentliche Tragik dieses Frühjahrs:

Am letzten Freitag, den 16. April, hat das Präsidium Vertretern des Fanladens in einem Gespräch mitgeteilt, dass das von Fanladen, USP und Verein gemeinsam betriebene Projekt „Ab in den Süden“ ab sofort beendet sei. Dies nehmen wir zur Kenntnis. Wir sind abermals erschrocken, wie das Präsidium mit dem Fanladen und den organisierten Fans unseres Vereins umgeht! Auf unseren Hinweis, dass es eine von allen Seiten unterzeichnete Absichtserklärung gibt und darüber hinaus eine von drei Parteien nicht mit am Tisch sitzt, wurde uns nur entgegnet, das sei nun eben so.

» die ganze Stellungnahme des Fanladens
Nachhaltig tragisch ist die ganze, als Disziplinarmaßnahme verkaufte, Rückbesetzung, weil das Konzept „ab in den Süden“ einen wesenhaften Kontrapunkt zur Prosecco-Tribüne darstellt, immens wichtig für den vereinsinternen Diskurs. Ich persönlich plädiere dafür, das Konzept „selbstverwaltete Fankurve“ nun über formale Gremien, wie die AFM (Abteilung Fördernde Mitglieder) im Verein durchzusetzen. Attacke!

Stellungnahme Fanladen/Ultra Sankt Pauli (USP) zum Dauer-Saisonkarten-Wochenende

Nach dem FC St. Pauli, durch Sven Brux‘ Erklärung letzte Woche, meldet sich nun auch der Organisator der Vergabe der 2.000 Saison-Dauerkarten Südkurve zu Wort.
In der Einschätzung der Anzahl Vordrängler folgt USP der Wahrnehmung von Fansdemnach sind 1/4 der Karten erschwindelt und erdrängelt worden!

Leider wurden Teile der Vorbereitung von einem asozialen und egoistischen Verhalten vieler Fans am Anmeldetag unterlaufen, mit dem wir in dieser Intensität in der Tat nicht gerechnet haben und über das wir erschrocken sind. Unseren Schätzungen zufolge handelte es sich um rund 500 Personen, die sich in die Schlange der Wartenden gedrängelt haben und so die Fans, die sich ehrlich angestellt haben, um ihren Platz in der Reihe betrogen.

Als Mitansteher kann man dem Fanladen nur zustimmen in dem Resumée:

Gelitten hat an diesem Tag der Spirit von Sankt Pauli, mit dem sich so oft gerühmt wird.

Die Erklärung im Wortlaut bei ab-in-den-Sueden.