Freunde von Susi – Feinde von Susi #FCSP

Susis Showbar Loge am Millerntor, im Marketing-deutsch „Separée“ genannt ist Geschichte. Zumindest der Stangentanz vor, während und nach den Spielen. Mit überwältigender Mehrheit hatte das oberste Vereinsgremium, die Mitgliederversammlung auf seiner JHV, sexistische Darbietungen in Bikini am Millerntor im Sinne der Sozialromantiker-Ini untersagt.

Jegliche Darbietungen nicht oder nur spärlich bekleideter Frauen und Männer in Räumlichkeiten des Millerntor-Stadions werden per sofort untersagt. Dies gilt insbesondere auch für Mieter von Separées oder Säalen … Zu untersagende Darbietungen sind mindestens Stangentanz nackt, nur in Slip, Bikini oder vergleichbarer Kleidung, Striptease, Tabledance oder Vergleichbares. Mietverträge von Separées … werden, soweit die vertragsrechtlichen Bedingungen dies zulassen, umgehend außerordentlich gekündigt, wenn gegen dieses Verbot verstoßen wird. Sofern eine sofortige Kündigung aus vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich ist, wird der bestehende Vertrag zum Ablauf dessen Mindestlaufzeit gekündigt bzw. nicht verlängert. Zukünftige Verträge müssen dahingehend verfasst werden, dass dem Vermieter bei Verstoß ein sofortiges Kündigungsrecht zugebilligt wird. Der Entscheid der Mitgliederversammlung muss für jedwede Gesellschaft … als bindend … formuliert werden. (Quelle FCSP, teilweise verkürzt)

Und nun brodelt der Boulevard (Dokumentations-Link zu einem BILD-Ausschnitt). Susis Freunde gehen zum Gegenangriff über und nutzen ihre Kontakte zu gleichaltrigen Showstars und zur Springer-Presse, um mindestens Dampf abzulassen. Wahrscheinlich offenbart sich hier einmal mehr, wer in dem Verein das Sagen, und am meisten gegen dieses Hereinregieren der Mitglieder vorzubringen hat. „Freunde von Susi – Feinde von Susi #FCSP“ weiterlesen

JHV des FC St. Pauli im CCH – ein Hauch von Sozialromantik

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„Transparenz schafft Vertrauen“, dafür warben im Eingangsbereich des CCH Unterschriftenjäger einer Volksinitiative und Lutz Wöckener und ich hatten denselben Gedanken: Spitzenintro und Motto für diesen Abend, gestern im CCH. Ein Abend, der wie zu erwarten war im Zeichen der Auseinandersetzung der organisierten Fan- und Mitgliederschaft und der Desorganisierten mit dem Präsidium stand.

Mangelnde Transparenz, ja mangelnde Ernsthaftigkeit, das war die Klammer um die Anträge rund um die AFM Jugendförderung, Susis Showbar und den Rückbau der Business Seats. Es sollte ein langer und intensiver Abend werden.

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Kein Fußball in Susis Showbar

Susis Showbar - Reeperbahn Hamburg
Susis Showbar - Reeperbahn Hamburg
In der Loge von Susis Showbar zog man bei Toren blank und barbusige Damen feierten den Treffer an der Show-Stange, was für einigen Aufruhr beim anti-sexistischen Publikum des Millerntors sorgte (vgl. St. Paulis Susis Showbar Loge am Millerntor – und der Unterschied zwischen Sexismus und Sexyness) Das Millerntor wollte keine Folklore für billige Reize mehr sein und forderte bspw in der Sozialromantiker-Initiative, dass der Vertrag mit Susis Showbar aufgelöst werden solle. Am Sonnabend beim Heimspiel gegen Freiburg waren dann auch eindeutige Banner und Sprüche aus den Fankurven zu lesen. „Susi pack bitte die Brüste ein“ oder „Wie spielen bei Dir ja auch keinen Fußball“.

Spät am Samstag abend zog es den Quotenrocker Schmiddel und mich noch über den Kiez, „Bring Back St. Pauli“ hatte ein paar Stunden zuvor das Millerntor rot eingefärbt, die Demo war vorbei und wir waren satt gegessen. Also trotteten wir glücklich und ein wenig dun mit der Flagge über der Schulter die Reeperbahn herunter, als wir an Susis Showbar vorbeikamen. „Da war ich noch nie“ sagte ich zu Schmiddel, „lass mal sehen, ob man da tatsächlich nicht Fußball spielt“. „Jo“, erwiderte der und da der Türsteher, der da viel zu hochtrabend Portier heißt, uns für Freiburger hielt, standen wir im nu mitten vor der Bühne, auf der eine junge Frau in blauem Licht ein wenig lustlos versuchte lustvoll zu wirken. Wir hatten da noch so viel Lust in uns, dass wir fröhlich den Jolly Rouge schwenten und laut den Shantie des Abends anstimmten: „Bring Back, Bring Back St. Pauli to me“. Eine strenge Dame nach den besten Jahren (auf dem Kiez ist das kurz vor 30) schmiss uns raus, wenn wir nicht das Tischgeld zu zahlen bereit wären. „Wir wollen doch nur Fußball spielen“, meinte Schmiddel wahrheitsgemäß, wurde aber nicht erhört.

Später diskutierten wir noch mit dem Portier über sein Malheur uns nicht als Paulianer erkannt zu haben. Freundlich, wie das unter Nachbarn sich gehört, haben wir ihn und Susi, die sich noch dazu gesellte, darauf hingewiesen, dass wir ihre Mädels nicht mehr am Millerntor nackig-machend sehen möchten. „Fußball spielen ist hier nicht erlaubt“ – ergänzte Susi dann noch. „Gut, Trockenficken bei uns auch nicht“, stellte ich noch klar, bevor sie hinter ihrer Tür verschwand.

Schmiddel und ich haben uns dann von einem besonderen Tag getrennt – so lustvoll.

St. Paulis Susis Showbar Loge am Millerntor – und der Unterschied zwischen Sexismus und Sexyness

Tita von Teese vs Susis Showbar

Ritsch zeigt sich kompromissbereit: „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass einige Fans Frauen gegenüber nicht so freundlich eingestellt sind. Deshalb haben wir beschlossen, gegen Kaiserslautern genauso fußballbegeisterte Boys wie Mädchen einzuladen. Sie sollen unsere Freude über ein erzieltes Tor durch ihre Tanzdarbietungen an der Stange zum Ausdruck bringen.“

… schreibt die Mopo – und lässt das Zitat unwidersprochen, dass sich „nur“ wenige Fans des FC St. Pauli an der „Trockenfickerei“ an den Stangen in der Loge stören. Der Konflikt liegt hier ganz woanders: Das was für mich und sicher auch andere St. Paulianerinnen unerträglich ist, sind die Macht und Machismen, die in Logen hinter getönten Scheiben nicht nur die Mädels zu Lustobjekten machen, sondern das ganze Millerntor zur Sexfolklore gleich mit. Gerade gestern habe ich ein kurzes aber wichtiges Gespräch darüber geführt, was denn der Unterschied zwischen Tita von Teese (Foto) und einem Tabledance mit „Schantalle“ auf der Reeperbahn ist. Es ist schlicht die Kunst, Frauen als Subjekte zu erhalten, die in ihrer Rolle ihre Würde wahren können. Ob das gelingt, hängt imho natürlich elementar mit dem Umfeld (Loge) und den Betrachtenden (Männer, die Logen besuchen/sich leisten) zusammen. „St. Paulis Susis Showbar Loge am Millerntor – und der Unterschied zwischen Sexismus und Sexyness“ weiterlesen