No Chewald, no cry

Gestern rief mich M. an und wollte mit mir wetten. „Wetten, dass Ewald heute nicht entlassen wird?“, rief er ins Telefon und ich dachte, gut dass wir schon befreundet sind, sonst fände ich das echt gemein – nicht mal an seinem Geburtstag hat der Mann seine Ruhe. So richtig witzig war mir auch nicht zumute. Nach Heidenheim schon gar nicht.

Ich stelle mir schon länger die Frage, ob ich den Druck ausgehalten hätte, der schon seit ein paar Wochen auf dem Präsidium lastet und dessen leichteste Übung gewesen wäre, den sportlich Verantwortlichen, Ewald Lienen und seinem Trainerstab, die rote Karte zu zeigen und auf diesen unsteten Impuls zu setzen, der in der Sportpresse gerne zum „Gesetz des Profifußballs“ hochgejazzt wird.

#chewaldbleibt

Das Thema Ewald Lienen beschäftigt uns, die Suppporter der FC St. Pauli, mich natürlich auch. Ich habe das anfangs für eine gute Idee gehalten, sich als FC St. Pauli den vermeintlichen Regeln des Business zu verwehren und zu versuchen, das „Lienen-Loch“, in das alle seine Mannschaften auf allen Trainer-Stationen nach zwei Jahren fallen, gemeinsam zu durchschreiten. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher.

„Du kannst nicht erst Treue schwören, die 2-3 Spieltage durchziehen und Ewald jetzt entlassen“

Heute Mittag kam W. auf einen schnellen Espresso vorbei. Wir haben kurz über seine Berlinreise gesprochen, kamen dann aber schnell zu dem Thema, das unsere Herzen gerade beschäftigt – der FC St. Pauli und natürlich Ewald Lienen. W. meint, dass der Verein erst in der Winterpause reagiert. Zum einen könne man nicht erst fulminant die Treue schwören und dann, nachdem man diese stoisch erfüllt, kurz vor Weihnachten den Trainer entlassen. Das macht keinen Sinn. Dann käme ja vermutlich kein neuer Trainer, sondern der neue Co-Trainer übernimmt – ob das den so dringend benötigten Impuls setzen würde? Wir bezweifelten das.

Evolution der Reset-Taste

Stanislwaski Wutrede Vertrauen (Youtube)
Stanislwaski Wutrede Vertrauen (Youtube)

Als W. sich verabschiedet, scheint die Wintersonne in mein Fenster. Draußen ist es kalt und wird es auch bleiben. Nasser wird’s und noch ungemütlicher. Darauf kann man sich als Supporter des FC St. Pauli gefasst machen. Im Moment passiert immer das sportlich Schlimmste. Zuletzt ist der einzig funktionierende Mittelfeldspieler, Buchtmann (Gute Besserung!), auch noch ausgefallen. Mehr Hypothek geht nicht.

Stani hatte in einer vergleichbaren Situation die geniale Idee, eine imaginäre Reset-Taste zu drücken. Alles zurück auf Anfang. Per Kick-off in den eigenen Mors aus der Krise; das Pech, das einen im Hamburger Starkregen unter Wasser zieht, über Bord pissen. Das braucht es jetzt – in einer Ewald Lienen Variante.

Lienen nehme ich bisher als Kopfmensch wahr, als ziselierenden Analytiker, der Gegner intellektuell zerlegen und ihre Schwächen offen legen kann. Eine halbwegs funktionierende Mannschaft kann diese Anleitung dann nutzen, um zu gewinnen. Kann das die aktuelle Mannschaft des FC St. Pauli auch? Ich befürchte das kann sie nicht – und hier liegt auch der Unterschied zu der Situation vor zwei Jahren.

Höchstens drei Spiele hat Ewald Zeit, die vielleicht grundlegendste Veränderung im Kader vorzunehmen: die Verwandlung vom Lehrer und Analysten zum Revolutionär – seine. Nach dem Tod Fidel Castros bleibt sowieso nur einer übrig, um die wenigen fitten Spielern im Kader unter einer revolutionären Ikone zu vereinen: Ewald muss tatsächlich zu Chewald werden.

Hasta la victoria siempre!

@StPauli ist bereit.

Ciao Meggi

Thomas Meggle ist nicht länger Sportdirektor des FC St. Pauli. Überrascht mich gar nicht, denn seit seiner Arbeit als U23-Trainer ist das St. Pauli Urgestein von einem Posten zum nächsten gestolpert, hat dabei immer sein Bestes gegeben und doch wenig Bleibendes hinterlassen.

Dabei habe ich es so sehr gewollt und kann mich noch gut an den Herbst vor zwei Jahren erinnern, als Meggi trotz schwerer Infektion die Pinne in die Hand nahm und mit viel Kraft dem Team stpaulianische Tugenden einflößte.
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Schulle beerbt Hansi Bargfrede als U17-Trainer

Timo Schultz; Foto: FC St. Pauli Podcast (CC by)
Timo Schultz; Foto: FC St. Pauli Podcast (CC by)

FC St. Pauli und Bargfrede gehen getrennte Wege
Timo Schultz ab sofort neuer U17-Trainer

Es rumorte schon eine Weile im und um das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des FC St. Pauli: Mit der Vertragsverlängerung von U23-Trainer Remigius Elert und der nun veröffentlichten Ernennung von Timo „Schulle“ Schultz zum U-17 Trainer vollzieht sich eine weitere Runde des Karussels, das durch die Verpflichtung von Ewald Lienen und die damit verbundene Demission von Schulle in Gang gesetzt wurde.

Die Meldung im Einzelnen:

Der FC St. Pauli und der bisherige Trainer der U17 Hans-Jürgen Bargfrede gehen ab sofort getrennte Wege. „Hansi Bargfrede hat uns mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurücktritt. Die gestiegenen Anforderungen als U17-Trainer konnte und wollte er nicht mehr erfüllen. Wir bedauern Hansis Entscheidung, danken ihm aber sehr für die in den letzten fünf Jahren geleistet Arbeit bei unserer U17“, erklärte Sportchef Thomas Meggle.

Ein Nachfolger für den 55-Jährigen ist bereits gefunden. Timo Schultz, bis Dezember Co-Trainer der Profi-Mannschaft, leitete bereits am Donnerstagabend das Training und wird die Mannschaft auf das Spiel am Sonnabend in Leipzig vorbereiten. „Timo sollte ohnehin im Sommer die U17 übernehmen. Diesen Schritt haben wir jetzt vorgezogen“, so Meggle.

Willkommen am Millerntor, liebenswerter Gast aus der Kindheit: Ewald Lienen wird Boyscoach – Meggle Sportchef

Der Mann mit dem Zettelkasten ist wieder da. Der Zirkus Millerntor begrüßt Ewald Lienen als Chefcoach. Azzouzi trägt die Verantwortung wird entlassen und Meggle das Vermächtnis St. Paulis in die Position des Sportdirektors.

Wow.
Immerhin, bei Ewald Lienen kann man davon ausgehen, dass er ein 120 Minuten Interview locker übersteht.
Willkommen, Ewald.

* funfact: „Friedhelm Funkel trat dreimal hintereinander die Trainernachfolge von Lienen an, nämlich beim MSV Duisburg, bei Hansa Rostock und beim 1. FC Köln.“ :)

Meggle neuer Sportdirektor – Lienen neuer Cheftrainer
Azzouzi als Sportdirektor beurlaubt
„Willkommen am Millerntor, liebenswerter Gast aus der Kindheit: Ewald Lienen wird Boyscoach – Meggle Sportchef“ weiterlesen

Spekulationen um die Frontzeck Nachfolge …

Endlich ist wieder was los beim FC St. Pauli. Das war ja aber auch schon – von außen gefühlt – viel zu harmonisch, was da im Verein abging. ;)

Und nach der Frage nach dem „Warum?“, stellt sich gleich die nächste. Die nach dem Nachfolger von Michael Frontzeck als Chefcoach des FC St. Pauli. Ich spekuliere mit und gebe, wie sich das für einen Boulevard-Blog gehört, auch die „Eintrittswahrscheinlichkeiten“ mit an: „Spekulationen um die Frontzeck Nachfolge …“ weiterlesen

Farvel Michael Frontzeck – FCSP beurlaubt den Nachfolger des Nachfolgers

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Aber Michael Frontzeck hat uns mitgeteilt, dass er nach Saisonende nicht mehr für den Verein tätig sein möchte, da wir seiner Forderung nach einer sofortigen Vertragsverlängerung nicht nachgekommen sind“, erklärte Präsident Stefan Orth.

Michael Frontzeck, deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler.
Michael Frontzeck, deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler.
Fabian Boll machte heute morgen schon so komische Andeutungen auf seiner Facebook Page: „…extremst überrascht worden am frühen Morgen…# 17“ – im Leben hätte ich aber nicht gedacht, dass es sich um die Demission Frontzecks handeln würde, die ihn und die Mannschaft, uns alle rund um den FC St. Pauli heute als Nachricht überraschen sollte.

Die BILD spekuliert über verbale Ausfälle, die sich Michael Frontzeck ggü dem Präsidium geleistet haben soll – und bei allen Dementis scheint mir dann doch, dass die Entlassung im Kern auf menschliche Gründe zurückzuführen ist. Stefan Orth und nicht zu vergessen Jens Duve haben beide ein großes Ego, das schon das eine oder andere Mal von Frontzeck auch öffentlich angeknabbert wurde. Azzouzi pflegt da einen stilleren Ton, dürfte aber in Frontzeck nicht den idealen Counterpart für seine moderne Fußballphilosphie gefunden haben. Wenn man nun noch bedenkt, dass das ein anstrengender Winter werden kann, so volatil spielend kann sich der FCSP nämlich auch Rucksack im Abstiegskampf wieder finden, ist das nicht verwunderlich, dass Frontzeck sich selbst da vorsorgen wollte.

Nun denn. Es ist so, wie es ist. Nun ist Azzouzi gefragt, einen Trainer zu finden, der moderner als Frontzeck trainert, ohne die verkopfte Disempathie von Schubert. Nur eines bitte nicht, lieber FCSP: Bitte holt NICHT den Stani zurück!

Michael Frontzeck – teures Feigenblatt eines angezählten Präsidiums?

Description
English: Michael Frontzeck, german football coach and former player.
Deutsch: Michael Frontzeck, deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler.
Date 12.02.2008
Source Own work
Author DarkZippy
Der Sportetat von Rachid Azzouzi, Sportchef des FC St. Pauli, soll schon vor der Entlassung von André Schubert komplett ausgeschöpft gewesen sein, erschloss sich mir in einem Gespräch mit „gut informierten Kreisen“ vor dem Spiel gegen Aalen.

Dann kam die Entlassung von André Schubert, die ich grundsätzlich begrüßt habe, die es aber auch nicht zum Nulltarif gibt. Stichwort Abfindung.

Zum nächsten Heimspiel gegen Union Berlin hatte man eine Trainer-Troika, und einen Nachfolger in Rekordzeit: Michael Frontzeck.

Nun frage ich mich: Zu welchem Preis?

Ist Michael Frontzeck zu teuer? Ein Trainergehaltsvergleich aus der Bundesligasaison 2010/2011 zeigt zumindest schon einmal das Gefälle, das Michael Frontzeck zu verkraften hat, wenn er denn bei Stanis Gehalt gelandet wäre:


* Holger Stanislawski (St.Pauli): 480.000
* Jens Keller (Stuttgart): 600.000
* Mirko Slomka (Hannover): 800.000
* Thomas Tuchel (Mainz): 800.000
* Michael Skibbe (Frankfurt): 1 Mio.
* Dieter Hecking (Nürnberg): 1 Mio.
* Michael Frontzeck (Gladbach): 1,2 Mio.

Quelle: 11 FREUNDE via soccerfans.de
Immerhin: auch Bild.de (unverlinkbar) nennt 720.000 EUR Gehalt für Michael Frontzeck bei Borussia Mönchengladbach.

Wäre es eine Option gewesen, mit der Troika in eine intensivere Trainersuche zu gehen? Wer hat das ggf. verhindert und warum? Ohne offizielle Erklärungen bleibt nur das Mutmaßen, aber ich könnte mir vorstellen, dass das Präsidium auf gar keinen Fall riskieren wollte, dass ihre Entscheidungsschwäche aus dem Mai nun wieder Thema in den Medien wird. Was meint ihr?

Front-Zecke

Ich mag alleine dieses Wortspiel, zugegeben ein naheliegendes. Außerdem sieht der Michael Frontzeck sympathisch aus. Auch meine Erinnerungen, viele sind es nicht, haben immer was mit matschigen Fussballerbeinen, vom Blutgrätschen schmutzigen Hosen und energischen Blicken zu tun.

Matze Hain wird ihn kennen, aus Bielefeld, und wenn er Duve und Orth nur einen Funken Verstand übrig haben, dann haben sie ihn gefragt, ob der Frontzeck was taugt.

In diesem Sinne: Moin Moin Michi – Willkommen am Millerntor.

Der FC St. Pauli ist bei der Suche nach einem neuen Coach fündig geworden. Die Braun-Weißen einigten sich mit Michael Frontzeck am heutigen Mittwoch auf einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014
Der 48 Jahre alte Fußballlehrer, der bislang für Alemannia Aachen, Armina Bielefeld und Borussia Mönchengladbach als Trainer gearbeitet hat, tritt seinen Dienst am kommenden Montag an. Frontzeck wird am Sonnabend im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Neben dem neuen Trainer werden Präsident Stefan Orth und Sportdirektor Rachid Azzouzi anwesend sein.

#oenningkommt

Schubert war noch Trainer, da telefonierte ich beruflich mit einem St. Paulianer am Freitag letzter Woche. Schnell kamen wir auf das Thema Schuberts Nachfolge (auch die der Duves, Orths und Spies‘), als sich in meinen Gedanken ein Name festkrallte, vordrängelte und nicht mehr ging: Michael Oenning.

Der Mann, der Garant für ein juxiges halbes Jahr beim kleinen hsv, der als tragische Figur aber heimlich von mir bewundert wurde für seine engagierte Stoik. Anders als Fink schien dem Mann tatsächlich an der Mannschaft was zu liegen.

Ein Treppenwitz meiner hanseatischen Fantasie, darüber nachzudenken, Oenning zum FCSP zu holen. Einer, der sich weiter gepflanzt zu haben scheint.

„Den neuen Trainer erwartet Abstiegskampf am Millerntor … Nach Abendblatt-Informationen gehört der ehemalige HSV-Trainer Michael Oenning dazu.“, HA 29.10.12

Und wäre das so undenkbar? Immerhin haben wir mit unserer Magie schon andere Rothosen angesteckt, Stani oder Rouven Hennings.

Also ich fände das sehr campy, und feinironisch steht uns ja ;)

#wewillsurvive
#fcsp
#oenningkommt

Soll André Schubert wirklich schon wieder gehen?

Viele meiner Kommentatoren, ganze Trollschwärme im Forum haben ihren Schuldigen ausgemacht, André Schubert. Aber wofür soll er denn verantwortlich sein? Für einen Platz unter den Top 25, wie von Schulte gefordert!? Für den Umbruch, der spätestens mit dem Weggang von Lelle und Egi sich einläutete?

André Schubert: schwierig.

Nee, das ist er nicht. Das was wir derzeit erleben ist der Wandel. Das natürliche und schmerzhafte Abschied nehmen von Stani, André Trulsen, Lelle, Egi, Ralle, Calle, Helden des langen Winters in der Regionalliga. Dazu noch der Stadionumbau mit senen Unkalkulierbarkeiten, was unsere Kultur angeht. Das belastet, aber ist da wirklich André Schubert infrage zu stellen?

St. Pauli stellt Schubert in Frage

Ich sehe in diesen Versin nicht tiefer hinein, als viele von euch, weiß aber, dass Lutz Wöckener nicht ohne Quelle so ein Ding loslässt, es werde im Verein heiß über eine Ablöse Schuberts gesprochen. Also, wer spricht denn da? Ist es Sportchef Schulte, der ob seines Transferpechs (Schindler, Sliskovic) einen Sündenbock sucht? Oder ist Schubert für das verbliebene Führungsquartett Boll, Bruns, Morena, Ebbers zu dominant?

Einerlei, ich bin nicht überzeugt … Was meint ihr?

André Schubert wird magisch – und der neue Trainer des FCSP

… weiss zumindest das Hamburger Abendblatt exklusiv zu vermelden: Abendblatt-Exklusiv: Das ist der neue Trainer des FC St. Pauli – Der Nachfolger von Holger Stanislawski steht fest. Der 39 Jahre alte Zweitliga-Trainer erhält am Millerntor einen lanfristigen Vertrag.

André wer? Paderborn? Dann muss ich meinen 2.Liga-Schal vom Aufsteig letztes Jahr ja gar nicht wegpacken … ;)
Für alle, die sich ebenfalls noch wenig unter der Person vorstellen können: „André Schubert wird magisch – und der neue Trainer des FCSP“ weiterlesen