Shahak Shapira Aktion gegen Twitter in Altona: Rassistische und antisemitische Tweets aufgesprüht

Heute morgen fanden Passanten am Altonaer Bahnhof sich mit lauter ekeligen Tweets konfrontiert, die jemand vor der Zentrale des Social Networks Twitter auf den Boden gesprüht hatte. Schlimme rassistische und antisemitische Entgleisungen und Beleidigungen.

Mittendrin hatten die Aktivisten die Frage gepostet: „Ey Twitter, warum löscht ihr sowas nicht?“

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Kai Diekmann und der FC St. Pauli – da geht’s ums große Ganze #BILDnotwelcome

Vor bummelig einem Jahr zeigte der FC St. Pauli Flagge und lehnte eine BILD Kampagne ab. Kai Diekmann stieß das sauer auf und – wie er heute sagt – vergaloppierte sich in seiner Antwort. Das hat mir gefallen, dafür hatte ich unser neues Präsidium gewählt: es zeigte Haltung.

Gestern schoß Kai Diekmann – wir waren schon lange aus der Arena gestiegen – dann in der letzten Minute einer undefinierten Nachspielzeit den Ausgleich:

#wtf?

FC St. Paulis Vize Pawlik und Manager Rettig schenken Kai Diekmann ein Buch, ein Glas Honig (was sagt Ewald dazu eigentlich?) und einen Elfer ohne Tormann. Als der Twitter-Account des FC St. Pauli diesen Tweet auch noch retweetet, kocht die Fanseele über.

Das Große Ganze

Ein Faux-pas – ja -, einer der nicht passieren darf, der allerdings auch zwei wichtige Erkenntnisse bringt. Zum einen, dass BILD-Boss Diekmann abwarten kann – da kann man wirklich was lernen – und zum anderen, dass viele St. Paulianer enttäuscht sind, dass Pawlik und Rettig es versäumt haben, die großartige Haltung zu wiederholen – weiter am Leben zu erhalten, die der ersten Aktion zugrunde liegt.

Ich habe gerade mit einem netten Kollegen beim FC St. Pauli in einem anderen Zusammenhang über Haltung gesprochen und wie wichtig sie ist, auch wenn man sich in anderen gesellschaftlichen Sphären aufhält. Es ist wichtig, dass der FC St. Pauli ein Verein ist und kein „mittelständisches Vernastaltungsunternehmen“. Genauso grundlegend wichtig ist, dass der Verein eine grundkritische Haltung gegenüber der BILD einnimmt – immer und überall. Das ist schwierig, sehr sogar, wenn man professionell einem Kai Diekmann gegenüber tritt.

Diekmann, … habe Beischlaf mit Deinem Meniskus!” wäre vielleicht ein besserer Tweet gewesen…(Der Übersteiger)

Für mich treffen wir hier den Kern der Empörung: Es besteht die Gefahr, dass die Widerständigkeit des FCSP zum reinen Effekt verkommt, wenn nicht auch mit Einsatz gespielt wird. Die Scharaden mit dem DFB, die Andreas Rettig da ausficht, wirken plötzlich ihrer Substanz beraubt. Wie kann ich sicher sein, dass sie nicht nur Marketing sind, und sich die alten Haudegen bei der nächsten Versammlung nicht gemeinsam auf die Schenkel klopfen.

Was bleibt vom Gerademachen, das ist die Frage? – übrigens auch aus Marketing-Sicht. Haltung sickert nur langsam und durch stetes Handeln in eine Marke. Die Haltung kommt von der Basis, und wird der „Marke“ verliehen. Sie erst macht St. Pauli stabil (wenn der Wind zunimmt ;). Wenn ein Tweet von Diekmann reicht, diese Übereinkunft ins Wanken zu bringen, stimmt irgendetwas nicht, so mein Gefühl.

Es wäre sicher besser gewesen, man hätte den Tweet einfach so stehen lassen – No Comment ist manchmal wirklich cooler. Das soll kein Bashing sein – und auch ich weiß es nicht besser, zumal es als Blogger einfacher ist, eine Haltung zu vertreten, als für Vereinsvertreter.

Den Ausgleichstreffer müssen wir also wohl hinnehmen, können aber für die Zukunft was lernen – ausgerechnet von Kai Diekmann :)

#BILDnotwelcome

Es läuft die 91. Minute …

Kein Problem, Kai, nur geschenkt gibt es das Shirt nicht. Wenn du eines haben möchtest, dann kaufe es Dir doch bitte: sämtliche Provision aus den Verkäufen dieses Motivs gehen an die Braunweisse Hilfe. Das Shirt gibt es hier ->

Auf dem Holzbein erwischt: Kiel druckte schon Relegations-Tickets gegen St. Pauli

Meine Nebenlieger in Strande bei Kiel sind feine Menschen. Eigentlich haben sie nur einen Makel: sie sind Anhänger des regionalen Fußballklubs – Holstein Kiel. Als die mögliche Relegation gegen die Kieler nahte, wuchsen die gegenseitigen Frozzeleien – und so richtig wollte das Spiel auch keiner. Nun findet es ja auch bekanntlich auch nicht statt. Trotzdem muss jemand bei Kiel mit dem Spiel gerechnet haben, denn der Verein schickte dem FCSP schonmal Eintrittskarten: Klassischer Fall von „Auf dem Holzweg“ ;)

Wenn gegen 1860 alles gut geht, dann fängt die Frozzelei auf der Ostsee wieder an. :)

Wie man sich als Sportler die digitale Reputation versaut #socialmedia

Ob Udo Lattek oder Nelson Mandela Junior Malanda, Anteilnahme macht sympathisch; dachte sich augenscheinlich die Social Media Agentur, die einige Bundesliga-Stars – teilweise Weltstars – wie Rafinha oder Dante betreut, wohl auch und postet augenfällig ähnliche Postings im Namen der Stars. Das ist nun aufgefallen – und der Schaden, den die digitale Reputation der Spieler und ihre Agenten nehmen, ist hoch, Häme noch die harmloseste Reaktion: „Wie man sich als Sportler die digitale Reputation versaut #socialmedia“ weiterlesen

Alerta

1990: Deutschland gewinnt den Weltmeistertitel.
Ausgehend von Hoyerswerda trägt der Faschomob Menschenhass und plumpen Nationalismus auf die Strasse.

2014: Deutschland gewinnt den Weltmeistertitel.
Ausgehend von Köln trägt der Faschomob Menschenhass und plumpen Nationalismus auf die Strasse.

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Tickets via Twitter – wie soziale Medien die Barrieren zwischen Fußballern, Vereinen und Fans durchlässig machen …

… oder einfach eine schöne Geschichte, die sich der FC St. Pauli, der seit dieser Rückrunde in Sachen „social media“ wirklich Gas gibt (Joy wird uns da fehlen, an dieser Stelle nochmals ein melancholisches Farwell, denn gerade hatten wir uns mal persönlich kennenlernen dürfen ;().

Der Twitterer und Fan des Ipswich Town FC „Tris Monk“ wünscht seinem Verteidiger Tyrone Mings viel Glück für das nächste Spiel, er „könne leider nicht dabei sein“ und kennzeichnet den Tweet mit dem englischen Wort für „pleite“ – skint:

https://twitter.com/blutris89/statuses/312892648048439296

… darauf hin fragt Tyrone Mings nach, „ob er es bis zum Stadion schaffe?“ und am Ende der Twitter-Konversation zwischen Fan und Spieler liegen zwei Tickets für den Follower an der Kasse bereit.

https://twitter.com/tyronemings1/statuses/312919757567447041

Das ist ganz großes Tennis, wenn ihr mich fragt. Und ich freue mich auf die erste Geschichte aus dem Umfeld des FCSP.

via and in english: Mashable