FC St. Pauli – Under Armour: Camouflage yourself

St Pauli Fans gegen Under Armour
St. Pauli Fans gegen Under Armour. Aufkleber via SPNU Facebook.

Das Verhältnis zwischen dem Ausrüster, die US-Klamottenfirma Under Armour, und dem FC St. Pauli ist „kompliziert“ und sicher keine Liebesheirat.

Für den damals aufstrebenden Underdog der Branche war St. Pauli eine hübsche Braut, für den UA bereit war viel zu berappen – und noch mehr zu versprechen. Von einer echten Partnerschaft war die Rede, deren Engagement über das Monetäre hinaus gehen sollte, erzählte mir damals der Marketing Chef. Passiert ist wenig positives.

Im Gegenteil: Under Armours CEO brachte zuletzt das filigrane Gleichgewicht zum Einsturz, als er offen mit Trump sympathisierte – dann wurde es wieder ruhig; der FC St. Pauli kämpfte mit seinen Fans gegen den sportlichen Abstieg.

Gewann – und jetzt, nach der anstrengenden Saison, so vermute ich, kommt das Thema Under Armour, das weiter eine fragwürdige Attitüde auf dem Schild trägt, wieder auf den Tisch.

Camouflage – Militär – UA = schlechtes Karma

Under Armour – FC St. Pauli Pokaltrikot 2017/18. Foto: Footy Headlines.

Gestern leakte die Website Footy Headlines das angeblich neue (Pokal-)Trikot des FC St. Pauli für die Saison 2017/18: ein Camouflage-Jersey, das zum einen an die famose Saison 2005/2006 erinnert, in der die Boys in Camouflage den Aufstieg in Liga zwei schafften. Zum anderen die kontrovers diskutierte Nähe von UA zur US-Army, Jagd- und Waffenfreunden brachial in den Fokus rückt.

Mir gefällt es ja optisch – der Sponsor aber hat sich mit der Assoziationskette „Camouflage – Militär – UA | FC St. Pauli“ keinen Gefallen getan.

Laut Sponsors läuft der Vertrag noch bis 2021 – noch eine Menge Zeit, um die Kooperation mit Leben zu füllen. UA muss aber langsam mal anfangen damit!

 

USA: Große Resonanz auf St. Paulis Kritik an Under Armour

Das Statement unseres Präsidenten, Oke Göttlich, vom Freitag, in dem der FC St. Pauli sich kritisch gegenüber dem eigenen Ausrüster Under Armour äußert, stösst auf Resonanz.

Nach Kritik zuhause, auch aus diesem Blog, sorgt Okes Statement für die Globalisierung des Protestes – vor allem in den USA.

Göttlich added: “Because, dear kit supplier, the saying ‘Protect Our House’ also holds true for FC St. Pauli and its values.”

 

Plank’s optimistic opinion about the 45th president of the United States sparked controversy over the brand on social media, where #BoycottUnderArmour began trending on Twitter on Wednesday.

Meldet beispielsweise die Washington Post unter der Überschrift: „Der Widerspruch gegen UA CEO wird global“

Okes Botschaft scheint also auf der anderen Seite des Atlantiks anders anzukommen, als zuhause, wo in Teilen der Fanschaft sich klarere Aktionen gewünscht wurden.

https://mobile.twitter.com/si_soccer/status/830212295296950272

Aktionen, die es ja nun tatsächlich geben könnte, im Schulterschluss mit den Menschen in den USA, die sich ja gerade stark in die Richtung des FC St. Pauli politisieren.

Boycott Under Armour

Würde mich nicht wundern, wenn sich viele Sankt Pauli Fans dem Boycott aus den USA anschließen und ebenfalls unter dem Hashtag #boycottunderarmour mit dem Geldbeutel abstimmen.

https://mobile.twitter.com/astw0905/status/830337939561328640

 

Nicht St. Pauli-like: Under Armour CEO schleimt sich bei Trump ein

Under Armour ist als Sponsor des FC St. Pauli nicht unumstritten, jetzt aber könnte das US-Sportunternehmen für das Management des Vereins untragbar werden.

Alumni Event at The Under Armour Headquarters; CEO Kevin Plank
Photo credit: University of Delaware Alumni Relations via Visualhunt.com / CC BY-ND

Der CEO von Under Armour, Kevin Plank, hat am Dienstag Abend bei CNBC den neuen – und sicher ebenfalls in der Fanschaft umstrittenen – Präsidenten Donald Trump ausdrücklich gelobt und seine Unterstützung für seine Politik zugesichert.

„Einen solchen Business-freundlichen Präsidenten zu haben, ist ein echter Gewinn für das Land“, sagte Plank sinngemäß und ergänzte, „die Leute sollten diese Gelegenheit ergreifen“. „Nicht St. Pauli-like: Under Armour CEO schleimt sich bei Trump ein“ weiterlesen

Das neue FC St. Pauli Trikot (2017/2018 von Under Armour)

Trotz vieler Proteste stattet der US-Hersteller Under Armour die Boys in Brown auch zur Saison 2017/18 aus. Hier findest Du alle Infos zum Heim-, Auswärts- und Pokaltrikot des FC St. Pauli:

Das neue FC St. Pauli Trikot: HIER zu kaufen

Das neue Trikot ist online und im Handel erhältlich. Kontrovers wurde vor allem das Pokaltrikot des FCSP mit einer Camouflage-Optik aufgenommen. Ich finde es ist das beste der drei Designs. Hier hat UA an die erfolgreiche Pokalsaison vor mehr als einem Jahrzehnt angeknüpft; auch das Einweben des Jolly Roger gefällt mir gut. Die Nähe des Herstellers zur US Army ist damit zwar auch Teil der Geschichte, das Trikot passt aber zu den Boys in Brown, wie ich finde.

Pokaltrikot FC St. Pauli: Camouflage yourself

 

2017 hat Under Armour offensichtlich Assoziationen und die Verbindung zur Bildwelt des FC St. Pauli angestrebt. Die Brick-in-the-wall Optik des Auswärtstrikots hat ja schon einen Bezug zu Millerntor und Protestpopkultur der 80er ;), ob diese Assoziation aber nachhaltig wirken, bleibt fraglich.

Offizieller FC St. Pauli Fan-Shop – In unserem FC St. Pauli Fanshop findet Ihr das komplette Sortiment des Vereins mit dem Totenkopf – FC St. Pauli.

HeatGear – High Tech vom letzten Jahr

FC St. Pauli Trikots Saison 2017/18. Foto: FCSP

Die neuen Trikots des FC St. Pauli sind immer noch aus Under Armour HeatGear® Material gefertigt – so wie letztes Jahr. Mit gerade einmal gut 100 Gramm sind die Trikots auch dieses Jahr besonders leicht und zudem aus einem schnelltrocknenden Material. Schweiß wird dadurch schnell vom Körper weggeführt und der Spieler freut sich über ein trockenes Gefühl.

Inspiriert durch den St. Pauli Kosmos?

Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli: “Als wir vor über 18 Monaten gemeinsam mit Under Armour die Designs für die neuen Trikots verabschiedet haben, hat mir besonders gut gefallen, dass die Trikots verschiedene Elemente aus Verein, Stadion und Stadtteil beinhalten. Das Heimtrikot mit den Farben Braun, Weiß und Rot zeigt klassisch die Vereinsfarben sowie die auch im Stadion vorherrschenden Farben. Die Backstein-Optik bei den weißen Auswärtstrikots spiegelt das Millerntor wider und das Pokal-Trikot greift mit dem Graffiti-Look subkulturelle Aspekte aus unserem Viertel auf. In allen drei Trikots heben Farbverläufe – inspiriert durch Straßenkunst – traditionelle Denk- und Interpretierweisen auf. Das ist für mich total stimmig und gefällt mir sehr gut.”

Erstmals im neuen Outfit spielt die Mannschaft des FC St. Pauli wohl am Freitag, den 7.7.2017 gegen den VfL Osnabrück und tags darauf am Samstag, den 8.7.2017 gegen den VfB Oldenburg.