St. Pauli „Hools“ – Eure Gewalt ist unser Problem

Seit letztem Sommer häufen sich die Auseinandersetzungen zwischen Gruppen, die den beiden großen Hamburger Vereinen nahe stehen. Schrecklicher Höhepunkt war der Angriff von HSV-Hools auf einen Bus unbeteiligter St. Paulianer_innen, bei denen eine Auswärtsfahrerin schwer verletzt wurde.

Das Problem ist inzwischen auf dem Boulevard angekommen. Dem Vernehmen nach, nehmen beide Vereine die Situation sehr ernst – es drohen Eskalationen, noch mehr Boulevard, Repression.

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Photo credit: Chris Devers via Visualhunt / CC BY-NC-ND

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„Hier im Frankenland“ … vom wunderschönen Auswärtssieg in Nürnberg

St. Pauli Fans feiern nach dem Sieg in Nürnberg. Wie man sieht, kommen sie aus der Gegend.

Am Freitag ging es in Richtung Süden, zum 1. FC Nürnberg. Dank Markus, den wir nach der Fahrt in „Mister Almanach“ umbenannten, wussten wir, dass der „Glubb“ seine beste Zeit in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte (5x Deutscher Meister) und dass der FC St. Pauli seit dem legendären 2:1 beim Schonaufsteiger 2001 nicht mehr da unten gewonnen hatte. Nimmt man meine persönliche Punkteausbeute bei Auswärtsfahrten dazu, war es offensichtlich eine doofe Idee, sich die 6 1/2 Stunden anzutun.

Es dennoch getan zu haben, war ein großes Glück: die Boys in Brown besiegten den Frankenfluch und Cenk Sahin und Azziz Bouhaddouz zeigten einmal mehr, wie wichtig sie für den FCSP sind. „„Hier im Frankenland“ … vom wunderschönen Auswärtssieg in Nürnberg“ weiterlesen

Südkurve St. Pauli: Keine Gästefarben erlaubt

 

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Football Scarf
Photo credit: Graeme Bird via Visual hunt / CC BY-NC-ND

Beim Heimspiel gegen Union Berlin sind auf der Südkurve keine Gästefarben (Trikots, Schals, Banner, etc.) erlaubt. Das stellt der FC St. Pauli erneut explizit klar – das ist irgendwie doch auch nachvollziehbar und hat nichts mit fehlender Toleranz zu tun.

Beim Heimspiel des FC St. Pauli gegen den 1. FC Union Berlin am Freitag (10.3., 18:30 Uhr) ist das Tragen von Fankleidung und Fanutensilien der Gästemannschaft auf der gesamten Südtribüne nicht erlaubt.

Südkurve ist die Kurve der Ultràs

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Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach

 

 

 

 

 

 

 

Update Dresden-Banner:

Der FCSP akzeptiert eine Strafe des DFB (5000€). Die wichtige Nachricht ist jedoch die hinter der Nachricht:

„Im Rahmen der internen Aufarbeitung des Vorfalles …, wurde die Idee entwickelt, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus zu initiieren.“

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In Hamburg herrschen Minustemperaturen und dennoch hat man das Gefühl in der vergangenen Woche sei beim FC St. Pauli der Frühling ausgebrochen: nicht nur sportlich wittert die Mannschaft des FC St. Pauli Morgenluft, auch politisch schießen die Diskussionen ins Kraut.

Am Freitag hatte das Präsidium um Oke Göttlich eine Stellungnahme zu der akut und lautstark diskutierten Nähe des US-Ausrüsters Under Armour zu Donald Trump abgegeben, in der es den CEO, Kevin Plank, aufforderte, dass er im Sinne der Partnerschaft mit dem Verein „seine Aussage, gerade angesichts der Vielzahl an MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund, die viele Assets für seine Firma bringen, überdenkt“. Göttlich machte dann noch klar, dass „der (Leit-)Spruch ,Protect Our House’ … auch für den FC St. Pauli und dessen Werte“ gilt. „Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach“ weiterlesen

Bombenopfer-Transparent: Ultrà Sankt Pauli polarisiert

Alter, Südkurve, was war das denn heute? Nicht nur, dass ihr die Gastmannschaft noch vor dem Anpfiff auspfeift – ihr verhunzt auch noch ein richtiges Anliegen mit doofer Boshaftigkeit.

Update: nachdem ich zu meinem Rant viele Hinweise bekam, möchte ich meine Meinung zum USP Banner konkretisieren. Ich halte die Wortwahl immer noch für missglückt. Statt Schrot, hätte ich mir das textliche Florett gewünscht. Nach den tlw heftigen Attacken gegen die Bannerschreiber_innen, dem ewig doofen Ultrabashing und Relativierungen, dem Applaus aus unerträglicher Richtung und vor allem nach den Berichten aus Dresden von heute Abend würde ich diesen Text nicht noch einmal so schreiben.

Ich halte die schnelle Entschuldigung des Vereins trotzdem für den richtigen Schritt, so merkwürdig das klingen mag.

Der Text bei Metalust hat mich sehr beeindruckt, also gerne lesen …

Und auch wenn ich die Oberzeile des Trasparentes immer noch als sehr mißlungen empfinde: Ich danke den Plakatmalern, dass sie mich wieder darauf hinwiesen, wo ich mittlerweile selbst den Weg des geringeren Widerstands oft wähle.

Sie haben schlicht aufgezeigt, wie nachhaltig der Opfermythos längst den Diskurs ganz und gar nachhaltig vergiftet hat.

Heftige Reaktionen auf Dresden-Banner

Scheint die Woche der hirnlosen Plakate zu sein. Selten so geschämt! #FCSP #FCSPSGD

Posted by Maik Nöcker on Sonntag, 12. Februar 2017

Man kann an Dresdens Fanszene sicherlich vieles kritisieren, gerne auch deutlich. Jede Medizin wirkt aber toxisch, wenn man sie überdosiert. Ihr habt dafür gesorgt, dass der Effekt die Aussage erschlägt. Schade!

Das Verhöhnen von Bombenopfern geht über das Maß erlaubter Polemik hinaus. Einen von Rechtsextremen überhöhten Opfermythos zu kritisieren, indem man die Bombentoten, die Großeltern der Dresdner Fans auf Transparenten beleidigt, diskreditiert das eigentliche Anliegen so sehr, dass die Scheisse euch zurecht um die Ohren fliegt.

„Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt. Gegen den Doitschen Opfermythos“

Man kann als Fanszene in der Sache richtig liegen und dennoch unerträglich daneben hauen. Das ist heute am Millerntor mit dem Spruch „Eure Großeltern haben auch für Dresden gebrannt“ geschehen.

„Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, daß man recht haben und ein Idiot sein kann.“ Martin Kessel

Olé FC St. PAULI… #Fangesang

olé FC Sankt Pauli,
Wir wolln dich siegen sehen.
Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich.
Unser Ein und Alles,
Ja wir lieben Dich.
Olé…

Fanarchäologisch älter, aber neuerdings gerne wieder gesungen:

Olé, olé, olé, olé,
Super Hamburg,
Sankt Paulé.

Gerne gesungen bei Auswärtssiegen, wie hier gg 1860 München.

https://mobile.twitter.com/fcstpauli/status/838303973643808768

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„I Just can’t get enough“ – Bengalos

War das Zufall, dass unser Stadionsprecher-Team um Rainer Wulff am Sonnabend Dienstag beim Pokalspiel gegen den BVB aus Dortmund den Song „I just can’t get enough“ gerade dann abspielte, als die Süd ein fulminantes Bengali-Feuerwerk abbrannte? Ich mag die Vorstellung, dass das kein Zufall war, sondern eine feine Solidaritätsnote.

Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik Foto: Stefan Groenveld
Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Fotos: Stefan Groenveld

Denn die Umsicht, mit der unsere Ultràs, die ich hinter den Motorradmasken vermute (genauso, wie die „Scheiss-USP“-Rufer auf dem Video), vorgegangen sind, ist wahrlich eine Anleitung zum verantwortungsvollen Umgang mit heissem Licht geworden:

Soli-Konzert für Refugee- und Antifa-Arbeit

Es gehört zur DNA von USP, dass sie antirepressiv, antifaschistisch und pro Refugees agieren, organisieren und machen und tun, dass man manchmal vergisst, dass dieses Engagement auch Geld braucht.

Soli-Konzerte sind da eine tolle Gelegenheit – morgen wieder:

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Einlass: ab 21.30 Uhr

Konzerte: Damion Davis, Mart&Sleiwas, Tysoon Heist, Nesthocker

DJ’s: Im Konzertsaal HipHop, Dancehall und Reggae u.a. mit 42-HIFI DISCOTÈQUE, Kingpin Sound und DJ Harry und im Keller Hardcore/Punk/Indietrash

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veranstaltet von Ultrà Sankt Pauli und linken Strukturen aus Bad Segeberg

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Alle Infos bei der basch

Never Ending Erregung – gerät die „Bullen aus der Kurve“-Debatte aus den Fugen?

Wenn es für Autoren rund um den FC St. Pauli einen „Alten Stamm“ gäbe, dann wäre Hermann Schmidt sein Präsident. Kaum einer hat so viele Erfahrungen und Anekdoten aus dem Leben als St. Pauli-Fan aufgeschrieben und als Bücher verkauft, wie er. Ich habe seine Art, seine Standpunkte klar, pointiert und auch provokativ zu vertreten, immer gemocht, auch wenn wir nicht immer – und zuletzt immer weniger – einer Meinung waren. Die Debatte über den „Bullen in aus der Kurve“, angestoßen durch einen Artikel in der basch #33, die Fragen, „Können Polizisten ultrà sein“ und „Wer hat das Sagen auf der Süd-Tribüne?“ bewegen nicht nur Verein und Fanschaft, sondern nun auch den Boulevard (Mopo, 11 Freunde und Spiegel Online – Keine Links wg. LSR). Und der Konflikt treibt unerwartet heftige Blüten: Hermann Schmidt ist über das Verhalten von USP und die Stimmlosigkeit des Präsidiums so erbost, dass er heute seine Mitgliedschaft im FC St. Pauli gekündigt hat.

”Der Artikel “ Bullen raus aus der Kurve“ im Fanzine „Basch“ #33 ist am 23. Juli 2013 veröffentlicht worden. Ich bin gegen jede Form von menschenverachtender Diskriminierung. Bis heute gibt es nach meiner Kenntnis keine offizielle Stellungnahme des Präsidiums des FC St. Pauli zu diesem Vorgang. Daher habe ich nach 23 Jahren Dauerkarten-„Dasein“ und hunderten von Auswärtsfahrten sowie nach der Veröffentlichung von 4 Büchern über den FC St. Pauli meine Mitgliedschaft gekündigt. Hermann Schmidt.

Für mich ist das schwer nachzuvollziehen. Ich halte die Debatte für intensiv, aber (zumindest hier im Blog und bei Facebook) für ausgewogen. Die Ansichten alter Gegengeraden-Recken, Fußball-liebender Polizistinnen und Südkurvler (bitte hier nachlesen, u.a.), einiger kultur-philosphischer Betrachtungen dazu, die können viel Spaß machen. Und mal ehrlich, wer, wenn nicht wir, sollen so etwas diskutieren?

Leider bringen Konflikte mit USP auch immer das Schlimmste in unserer Fanschaft zutage, was man sehr gut an den Kommentaren unter dem basch-Artikel selbst erkennen kann. Da schwingen USP-Gegner verbale Keulen, die mit dem Thema selbst wenig zu tun haben, geschweige denn irgendetwas dazu beitragen. Ich möchte mich hiermit aus der Debatte zurück ziehen, ich halte das USP Basching (sic! ;) für übertrieben und teilweise aus den Fugen geraten. „Never Ending Erregung – gerät die „Bullen aus der Kurve“-Debatte aus den Fugen?“ weiterlesen

Nachtrag zum Nachtrag zur „Polizisten Debatte“: Können Polizisten ultrà sein?

Abgesehen von der Macht- und Definitionsfrage, wer wen von der Süd ausschließen darf, ist es ja wichtig zu diskutieren, wieso gerade der Beruf des Polizisten sich mit den Leben in der Süd nicht verträgt. Ein wichtiger Debattenbeitrag findet sich dabei bei Metalust von „Biber“, den ich mal hierher hole …

Polizisten sind im Allgemeinen Beamte und sie stehen “in einem besonderen Treueverhältnis zu ihrem Dienstherren”; ihr Verhalten muss sich an die “hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums” (vgl. auch Art. 33 GG) orientieren und das 24 Stunden am Tag.

Und man muss jetzt nicht mal Böses (Der gemeine Polizeispitzel) unterstellen, sondern kann sogar von einem legitimen Freizeitinteresse ausgehen. Was aber nichts daran ändert, dass ein Beamter, erst Recht, wenn er im Vollzugsdienst tätig ist, entsprechend seines Diensteides auch in seiner Freizeit (die er in diesem Sinne gar nicht hat) Straftaten, die ihm zu Ohren/vor die Augen kommen verfolgen oder zur Anzeige bringen muss. Das macht ihn zwangsläufig zum Spitzel. Tut er dies nicht (und ich gehe jetzt mal davon aus, dass es in der Süd genau wie in der Gegengerade den einen oder anderen strafrechtlichen Gesetzesverstoss während des Spiel gibt), dann besteht die Gefahr, dass dies, so es denn seinem Dienstherren zu Ohren/Augen kommt (und die Möglichkeit ist ja angesichts der Medienpräsenz durchaus gegeben) für die betreffende Person berufliche Konsequenzen bis hin zur Entlassung haben kann.

Ich sage nun nicht, dass es zwingend so ist, aber die Option muss ich mitdenken und von daher würde ich einen Polizisten, der bei uns stehen will, auch sehr höflich und nachdrücklich auffordern, sich ein anderes Plätzchen zu suchen (idealerweise vor seinem Fernseher).

Nachtrag zur „Polizisten-Debatte: „Wem gehört die Süd?“

Wenn man sich den Beitrag in der Basch #33 genauer ansieht, dann tritt hinter „Polizisten-Debatte“ eine weitere Frage auf, die vielleicht die treibende ist: „Wer hat das Sagen, die Definitionsmacht auf der Süd?“ – eine Frage, die seit der Südkurvenblockade ungeklärt ist.

Die Südkurve will eine „selbstorganiserte Kurve“ sein, mit eigener Ausgabe von Saisonkarten, eigener Organisiation. USP, Ultrà Sankt Pauli sind – meiner Wahrnehmung nach – eine dieser Gruppen und Fanclubs, die die Süd ausmachen, allerdings eine mit Gestaltungsanspruch.

Für uns steht außer Frage, dass die Eigenschaft Bulle zu sein und gleichzeitig Teil der Südkurve oder gar Ultrà Sankt Pauli nicht zusammen passen können und einen nicht auflösbaren Widerspruch bedeuten.

Die Bezeichnung „Kurve der Ultràs“ ist offensichtlich nicht nur so dahin geschrieben, sondern Anspruch von USP, was sich im Übrigen, so wurde es mir berichtet, auch durch eine besondere Verantwortung von USP ausdrückt, bspw. wenn es um Bandengewalt oder ähnliches geht. Und nun definiert USP für die gesamte Süd, „den gesamten Fanclub, wie den Bullen, aus unseren Strukturen auszuschließen. Es wurde daher allen unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie sich von der Gruppe USP sowie der Südkurve fernhalten sollen und auch der gesamte Fanclub nicht mehr Teil selbiger ist. – Bamm, das ist explosiv – und in seiner Tragweite nicht zu unterschätzen. Ich halte dies für den zugrunde liegenden Konflikt und den schwerwiegenderen: Wenn ich Teil dieses Fanclubs wäre, sähe ich das in der Tat als einen Fall für den Ehrenrat.

Was wäre eigentlich, wenn Fabian Boll (#17) nu USP (Ultrà Sankt Pauli) Mitglied werden wollte?

Es ist das Thema der Woche: USP überführen einen Polizisten, sich in seiner Freizeit in der Südkurve aufgehalten zu haben, und reagieren fundamental: Bullen haben in der Kurve nichts zu suchen …

Wir wissen nicht genau, was den Bullen dazu bewogen hat, sich in unsere Fanszene zu schleichen. Es erscheint nach dem jetzigen Kenntnisstand unwahrscheinlich, dass es sich um einen Spitzel handelt, der damit beauftragt war, uns auszuspionieren. Komplett ausschließen können wir es jedoch nicht. Allein die Berufswahl ist jedoch mit dem „Hobby“ ultrà am Millerntor unvereinbar. Es bleibt dabei: Keine Gespräche mit Zivis und sonstigen Bullen!

Das klingt nicht nur paranoid, und mir ist durchaus bewusst, welcher enormer Verfolgungsdruck zu dieser Haltung führt. Ich halte das persönlich mit der Kritik von ‚Momo‘; bitte lesen.

„Und was genau ist jetzt an Werbern besser als an Polizisten?“

Ich gehöre zu den Menschen, deren berufliches Leben und das im Stadion von ambivalenten Konflikten durchzogen ist. Es gelingt mir nicht immer, im Job St. Paulianer zu sein. Das Millerntor ist für mich das, was René Martens einmal „der richtige Fußball im Falschen“ nannte, eine temporäre und örtlich auftretende Utopie, die aber durchaus auch in mein bürgerliches, von Widersprüchen durchzogenes Leben beeinflusst. Im besten Fall geht es dem Polizisten in braunweiss auch so.

So sehr ich die fundamentale Abwehr von USP nachempfinden kann, so falsch finde ich sie im Kern. Meine Empfehlung an Präsidium und alle, die nun sich empören: diskutiert mit USP, aber so, dass immer klar ist, aus welcher Haltung das hier passiert. Meine Erfahrung aus dem Südkurvenblockadedesaster zeigt: das geht, und vor allem mit USP. Nur aus dem Elfenbeinturm belehren lassen, das wollen die Jungs und Deerns mit den noch unkompromittierten politischen Ansichten sich nicht: zu recht.

Ein wenig polemisieren hilft da meistens: also USP, stellt euch mal vor, Fabian Boll würde morgen Mitglied bei euch werden wollen? – nee, mal im Ernst?

Wehrhafte Frauen

Update: Reingefallen, ich habe da aus Versehen eine Geschichte erwischt, die schon letztes Jahr passiert ist. Trotzdem ein schönes Ende einer schlimmen Provokation, die sich dieses Jahr wiederholte :(.

Neben der Erkenntnis, dass eben auch andere Stadien in der Lage sind auf das Ergebnis eines Spiels Einfluss zu nehmen, gestern also die Dresdner, bleibt von diesem Spiel die Erinnerung an die Kackscheisse, die von Dresdens Fanszene ausging.

Neben offensichtlichen Straftaten, wie dem Zeigen des Hitlergrusses (findet sich dazu was im DFB Spielbericht?, fragt man sich da rhetorisch) und dem geschmacklosen Aufhängen von USP-Puppen, gab es auch eine Tapete, die ziemlich doof und unverhohlen sexistisch unsere Frauen bei USP beleidigte …

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… und die Reaktion der usp femminile war wohl so energisch überzeugend, dass die Dynamos ihnen freundlich das doofe Banner überlassen haben. Respekt! Toll.

Ultra Frauen St. Pauli
USP Femminile wehrt sich gegen Sexistische Kackscheisse.
Foto: basch/ Ultrà Sankt Pauli

Delinquenzerzeuger DFB #Pyrotechnik

Der DFB erklärt den Ultra-Szenen in Deutschland den Krieg. So lese ich das, wenn der Verband auf stur stellt und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zur Strafsache stilisiert:

DFB und Ligaverband beenden Diskussion um Pyrotechnik

„Sicherheit hat Priorität“: Generalsekretär Niersbach
Mit einer klaren Absage an Pyrotechnik, der konsequenten Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz sowie der Gründung einer „Task Force Sicherheit“ will der deutsche Fußball die Anstrengungen gegen Ausschreitungen fortsetzen.

Das ist eines der Ergebnisse des heutigen Spitzengesprächs zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt, an dem DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball sowie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, teilnahmen.

Pressemitteilung

Ultrà Sankt Pauli wird der Hans-Frankenthal-Preis verliehen #AlertaNetwork – Hooray!

Gerade gestern habe ich mich im Ofeuer mit @Momorulez darüber unterhalten, dass man sich von dem Engagement und der offenen Denkstruktur unserer Ultràs eine gehörige Scheibe abschneiden kann, da flattert mir heute die frohe Meldung auf den Tisch, dass die Stiftung Komitee Auschwitz USP mit dem Hans-Frankenthal Preis 2011 auszeichnet.

Mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2011 werden drei Initiativen ausgezeichnet, die im Sinne des Auschwitz-Komitees Aufklärungs- und Bildungsarbeit gegen das Vergessen und gegen nationalsozialistische und neofaschistische Bestrebungen leisten:

  • das Institut für Kunst und Forschung, Wolfram P. Kastner, Künstler aus München
  • das Wohn- und Ferienheim Heideruh e.V., Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte
  • die Gruppe Ultrà Sankt Pauli (USP) für das Projekt „Alerta-Netzwerk“

 

Meinen herzlichsten Glückwunsch und tiefen Respekt für euer Engagement und Beharrlichkeit beim Aufbau des Alerta Netzwerkes – und der dem zugrunde liegenden politischen Arbeit am FC SANKT PAULI!

Der Gruppe Ultrà Sankt Pauli (USP) für das Projekt „Alerta-Netzwerk“
Aus der Fanorganisation Ultrà Sankt Pauli heraus entstand 2007 das Alerta-Netzwerk als ein internationaler antifaschistischer Zusammenschluss von jetzt 15 Fangruppen aus Europa und Israel. Der Hans-Frankenthal-Preis wird zur Unterstützung der Netzwerkarbeit verliehen. Im Gutachten heißt es: „Die direkte, Aufsehen erregende und vielfältige Art der Aktionen des Alerta-Netzwerks in einem selten von antifaschistischer ÖÖfentlichkeitsarbeit erreichtem Feld sowie die Themenwahl haben uns imponiert. Die Möglichkeiten, die die Schaffung einer Internetpräsenz mit sich bringt, halten wir für Zukunft weisend und notwendig, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung von Gruppen und Einzel- personen die dem neofaschistischem, rassistischem und sexistischem Mainstream in ihrer Umgebung etwas entgegensetzen wollen und bisher nicht im Alerta-Netzwerk beteiligt sein konnten.“
Der Gruppe wird ein Drittel des Preisgeldes 2011 zuerkannt.

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Kein organisierter USP-Support in Frankfurt

Ultrà Sankt Pauli hat bekannt gegeben, dass es in Frankfurt gegen die Eintracht keinen organisierten Sound- oder Bannersupport geben wird. Damit protestiert USP gegen die überhand nehmende Repression von Fußball, auch wenn Frankfurter Fans diesmal Ziel einer DFB-Strafe sind.

Die Kriminalisierung von Fußballfans und das Umdrehen des Einzeltatbestandes in eine Form der Kollektivhaftung ist in der Tat eine schlimme Entwicklung.

„Wo auch immer du von Sicherheit und Ordnung hörst, da stirbt ein Teil Fußballkultur und dort werden Menschen gedemütigt!“

USP-Erklärung

Bunte Südtribüne

Die Südtribüne des Millerntor-Stadions erstrahlt in den magischen Farben, braun, weiss und rot. Bunt, so wie die Kurve, auch die beteiligten Fan-Organisationen AFM, USP und Skinheads St. Pauli. 1,6 km Krepp-Band später erstrahlt sie – solange bis Menschen auf ihr stehen ;)

Dazke!
Foto und Via: Gazzetta d‘Ultrà

2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler

Update: Dauerkarten 2011/2012

Ich bin konsterniert, weiß ehrlich noch nicht richtig, wie ich auf die Ankündigung reagieren soll, dass die Vergabe der Saisonkarten für die Südkurve nun so verlaufen soll, wie in all den anderen verkrusteten Kurven auch, Saisonkarten für die Bundesliga-Saison 2011/2012 soll es lt. einem Flyer (1/2) nur für diejenigen geben, die bereits eine Saisondauerkarte besitzen. Imho ein Skandal! „2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler“ weiterlesen

Keine Toleranz den Respektlosen, Herr Schulte!

Helmut Schulte gehört, so wurde es mir erzählt, zu denen, die in Sponsorenrunden betonen, dass der FCSP ein ganz normaler Fussballverein sei. Fast scheint es so, als schäme er sich für das kantige Singen und das ewige Streiten, das, was Sponsoren in seinen Augen abschrecken mag, für mich Ausdruck von kultureller Sinnstiftung ist.

Ganz abgesehen davon, dass Helmut Schulte Ursache und Reaktion wohl bewusst vermischt, wenn er für das respektlose Abwandern der Businesskasper am letzten Spieltag, Respekt einfordert, und den Stehern in der Süd, namentlich USP Intoleranz vorwirft, zeigt er eine schlimme Attitude, gegen die sich die „ihr seid scheisse, wie der hsv“ ja gerade richtet, nämlich das Erleben am Millerntor als Event, als Servicedienstleistung, der ich genauso die Aufmerksamkeit entziehen darf, wie dem Fernsehprogramm oder dem Bettler am Dammtor.

NEIN, Helmut, wenn hier jemand Respekt zu zollen hat, dann diese Herrschaften, unseren Boys in Brown und der Kultur des Millerntor gegenüber, die glücklicherweise solche Reaktionen noch kennt!

Präsidium erobert die strategisch wichtigen Südhänge des Millerntor zurück

Es war strategisch eine der schwersten Niederlagen, die die organisierte Fanschaft im Ringen um die bedeutungsvollen Südhänge des FC St. Pauli Stadions erlitten hat. Fans waren dort auf Fans getroffen, hatten sich verbale Scharmützel und dem Verein die Vorlage geliefert, vollends alle Macht über die bis dato lebendig-streitsame Südtribüne wieder an sich zu reißen.

Die Fans haben sich nach intensiver Aufarbeitung beim vergangenen Heimspiel gegen den FC Augsburg weitestgehend versöhnt (ich auf jeden Fall, persönlich und magisch, wie das bei St. Pauli eben so ist), der Süden ist aber dennoch verloren – und das ist die eigentliche Tragik dieses Frühjahrs:

Am letzten Freitag, den 16. April, hat das Präsidium Vertretern des Fanladens in einem Gespräch mitgeteilt, dass das von Fanladen, USP und Verein gemeinsam betriebene Projekt „Ab in den Süden“ ab sofort beendet sei. Dies nehmen wir zur Kenntnis. Wir sind abermals erschrocken, wie das Präsidium mit dem Fanladen und den organisierten Fans unseres Vereins umgeht! Auf unseren Hinweis, dass es eine von allen Seiten unterzeichnete Absichtserklärung gibt und darüber hinaus eine von drei Parteien nicht mit am Tisch sitzt, wurde uns nur entgegnet, das sei nun eben so.

» die ganze Stellungnahme des Fanladens

Nachhaltig tragisch ist die ganze, als Disziplinarmaßnahme verkaufte, Rückbesetzung, weil das Konzept „ab in den Süden“ einen wesenhaften Kontrapunkt zur Prosecco-Tribüne darstellt, immens wichtig für den vereinsinternen Diskurs. Ich persönlich plädiere dafür, das Konzept „selbstverwaltete Fankurve“ nun über formale Gremien, wie die AFM (Abteilung Fördernde Mitglieder) im Verein durchzusetzen. Attacke!