Werte wagen, Wagenburg

Die Südtribüne des Millerntor im goldenen Herbst.

FCSR, USP, AFM, Fanladen, hab ich was vergessen? Da kann man ganz schnell durcheinander kommen, denke ich, wenn ich die Artikel im Abendblatt, der Welt oder der Mopo lese – obwohl letztere noch am besten Bescheid weiß.

Ist aber auch schwer, die vielen Inis, Institutionen und Abteilungen auseinander zu halten. Fest steht: große Teile der aktiven Fanschaft wollen Andy Grote heute Abend nicht am Millerntor sehen.

Und auch, wenn ich mich oft bemühe, ihr nicht allzu nahe zu kommen – heute gehöre ich dazu.

Beinahe.

Ich finde nämlich einen kritischen Austausch mit dem gefährlich putzigen Innensenator und dem Kalifen des DFB eigentlich gut; eine Gelegenheit den beiden mal öffentlich und mit feinem Florett den einen oder anderen argumentativen Hieb zu versetzen.

Dafür bräuchten die vereinsmeinungsbildenden  Gruppen aber einen Sprachrüssel nach Außen, nicht nur ins Innen. Gerade, als ich mir einen Americano im Playground bestelle und mir beginne vorzustellen, wie so eine Person gebaut sein sollte, die uns alle, die Süd, die kritischen, aktiven und faulen, Mitglieder und Fans, mich auch vertreten könnte – vor meinem geistigen Auge erscheint eine Person, die Jutta Dithfurt und Gerry Adams irgendwie ähnelt – klingelt das Telefon.

Der Kölner ist dran.

Der Kölner heisst so, weil er aus Köln ist und in jedem unserer Podcasts die Fortuna aus Köln unterzubringen versucht. „Diskursverweigerer“, schimpft er und meint mich und die vielen anderen, die Andy Grote für weniger harmlos halten, als es auf den ersten Blick scheint.

„Ich lasse mich zumindest von dem Buxtehuder Bubencharme nicht blenden“, höre ich mich sagen. Und ergänze: „Diskurs ist ja fein, Werte auch, aber wer das eine diskutiert, der muss auch die Machfrage stellen. Ich kann das schon verstehen, dass die Jungs und Mädels aus der Süd, die sich Spieltag für Spieltag von Grotes Polizei drangsalieren lassen müssen, deren Mitstreiter_innen unter hanebüchenden Vorwänden eingeknastet werden, nicht nur bei G20, im Millerntor einen Safe Place sehen, den sie verteidigen“.

„Trotzdem doof“, sagt der Kölner. „Dann nimmt man sich aus der Debatte heraus, dann ist man leichte Beute.“ – da fällt mir „Jutta Adams“ wieder ein – meine Jeanne d’Arc auf Fußballpodien, unser politischer Arm, der sich eloquent und doch hartkantig gegen Profileugner und Verbieger richten kann, sie öffentlich demaskiert, ja häutet. Ich schweife ab, höre K. gar nicht mehr richtig zu, da schnalzt es im Hörer. „Das glaube ich ja jetzt nicht!“

„Was?“, frage ich und trinke endlich einen Schluck meines inzwischen kalten Kaffee. „Die machen aus der Veranstaltung eine Geschlossene Gesellschaft“. Der Kölner lacht und fängt an zu husten. „Wie erbärmlich ist das denn?“

Veranstaltung „Unser Fußball – braucht neue Werte“ findet nicht wie geplant statt

Die Veranstaltung „Unser Fußball – braucht neue Werte“ wird nicht wie geplant öffentlich stattfinden, lese ich in einer frisch eingetroffenen Pressemeldung.

„Das Ziel, heute Abend über neue Werte im Fußball zu diskutieren, sehen wir in der ursprünglichen Form stark gefährdet, denn durch die Intervention und den Protest von verschiedenen Fangruppierungen und nun auch durch politische Gruppen sehen wir einen reibungslosen Ablauf der Podiumsdiskussion nicht mehr gewährleistet und können sie daher aus Sicherheitsgründen nicht wie geplant durchführen“, sagt Joachim Weretka, Mitglied des Veranstalters fairnetzer.1910.

De facto bin ich also ausgeladen. Und Andy Grote geistert trotzdem in der Süd rum. Gespenstisch.

„Das Präsidium bedauert die Entscheidung, denn der FC St. Pauli steht für eine offene und tolerante Diskussionskultur und wird sich auch weiterhin in Gesprächen und Diskussionen mit in Teilen der Öffentlichkeit kontrovers gesehenen Menschen sachlich und kritisch auseinandersetzen und im Sinne der Inhalte von wichtigen sportpolitischen Themen agieren“

Oke Göttlich

Ich lache mit.

St. Pauli Hooligans gegen ein friedliches Derby

HSV Grafitti Altona
Wären diese Typen von rechts, hätten sie bestimmt einen doofen Namen, wie HOGEFDE: „Hooligans gegen ein friedliches Derby“, haben sie nicht, sind trotzdem nicht besser.
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben sich die Rivalitäten zwischen Teilen der Fanschaft des HSV und des FC St. Pauli zu echtem Hass hochgeschaukelt; inklusive schwerer Verletzungen – auch Unbeteiligter. Eine Woche vor dem Derby, droht die Lage erneut zu eskalieren.
Am Freitag Abend erreichten mich zwei Nachrichten aus vertrauenswürdigen Quellen. Die eine beschrieb einen Überfall von 20 St. Paulianern auf sechs HSV Ultras, die von einer lustigen Choreobastelei übrig geblieben waren und nun mit Pfefferspray und Schlägen traktiert wurden; angeblich von Anhängern unseres Klubs.
Die darauf folgende Mobilmachung der HSVer kann ich unter Zuhilfenahme meiner Jugenderinnerungen, als auch mein Handeln vom Testosteron gesteuert wurde, sogar beinahe verstehen. 100 von denen sammelten sich auf dem Heiligengeistfeld, um „Zecken zu klatschen“, wie es hieß. Da unsere Ultras da gerade in Ingolstadt den Auswärtssieg feierten, frage ich mich, wen sie da treffen wollten, wenn nicht wieder Unbeteiligte?
Und das ist die Krux an der ganzen Sache: Das sind keine Hooligans der alten Schule mehr, die sich auf dem Acker am Dorfrand treffen und sich fröhlich die Kiefer zerknarzen, um dann nachher ein Bier zu trinken und Aufnäher auszutauschen. Das sind auch keine Ultras, da nehme ich explizit unsere von USP in Schutz, zuviel Respekt hat sich da bei mir über die Jahre aufgebaut.

Aber wer sind die, vor allem die, die unsere Farben tragen?

Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss: Diese Hools kosten vieles von dem, was diesen Verein und seine Fanschaft ausmacht.

„Grundlos schlagen sie Leute“, Jakub von den St. Pauli Champs über Nazi-Skins, HH 1985

Jugendgewalt ist auf St. Pauli kein neues Phänomen

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen war es in Hamburg sogar noch gefährlicher, mit einer Bomberjacke durch die Straßen zu latschen, als heute. Auf dem Kiez regierten die St. Pauli Champs, die nicht lange fackelten und jeden, der ihnen gerade nicht passte, nach einer kleinen Bemerkung, einem kleinen Rempler, anzugreifen. „Bist Du Popper?“, hieß es da oder wahlweise „Mod“ (die Mods waren irgendwie immer Opfer, obwohl sie die beste Musik hörten). Der verbalen Kurzankündigung folgte dann ein Angriff mit Übermacht. 20 gegen sechs oder gegen einen war da eher Regel, als eine Ausnahme.
Ich war sehr froh, als 1985 die Doku „Wild in den Straßen“ erschien, denn nun glaubten mir meine Eltern, was wir als Jugendliche so durchmachten. Ein Kamerateam des NDR hatte das Leben der Champs in einem Fernsehfilm dokumentiert.
Ich habe für die aktuellen Probleme keine Lösung, aber das sichere Gefühl, dass uns das St. Pauli, das wir lieben, abhanden kommt wenn wir nun nicht aufpassen.

Man kann auch mal Dissen!

Ich würde gerne mehr über die Hools erfahren, die sich da auch in meinem Namen auf einen Rachefeldzug, als Antwort auf „HSV Hools„-Angriffe der letzten Zeit, begeben haben.
Ich wünsche mir, dass wir, dass der FC St. Pauli klare Worte und eine klare Haltung finden, diese Typen auch mal zu dissen! Gleichzeitig sollten wir eine ernsthafte Diskussion darüber führen, was geht und was nicht, wenn man unsere, meine, Deine, auch ihre Farben trägt.

Welche Grenzen mann nicht überschreiten darf, wenn man St. Paulianer ist:

  1. Keine Unbeteiligten verletzen
  2. Keine Waffen verwenden
  3. „Heiliger Boden, Highlander“; Orte finden, die „heilig“ sind, wie die Halle, in der  der anderen bspw. ihre Choreos basteln – oder die Fanläden am Holstenstraße S-Bahnhof, das Jolly Roger und unser Fanladen am Millerntor.

Wenn die Jungs mit Testosteronhintergrund bei uns im Stadion sind, dann hätte ich sie gerne betreut. Vielleicht mit Stadionauflagen, wie einem Anti-Aggressionstraining oder durch Ordnerninnen, die alle den 3. Dan in Karate haben.
Und ja, von unser Südkurve, von USP wünsche ich mir auch eine öffentliche Reaktion. Ein Abgrenzen von diesen Aktionen, auch damit das blöde Ultrabashing sich nicht weiter verfestigen kann. Vielleicht brauchen unsere Ultràs auch einfach einen „politischen Arm“, der ihre Anliegen in der Öffentlichkeit vertritt, eine Art „Sin Fein“ aus Sankt Pauli. Damit ich verdammt nochmal verstehe, was der Zirkus soll.
Ein gemeinsamer Marsch zur Müllverbrennungsanlage der gesamten Fanschaft ist schon mal ein guter Anfang – und sicherer für alle Beteiligten. Wichtig wäre, dass die Hools, unsere, nicht dabei sind und sich nicht in unserer Mitte verbergen können. Meinetwegen sollen die mit dem 187er nach Osdorf fahren, ihre Gegenspieler auf der Pferdeweide treffen, wie ihre Vorgänger aus den 80er Jahren.

St. Pauli "Hools" – Eure Gewalt ist unser Problem

Seit letztem Sommer häufen sich die Auseinandersetzungen zwischen Gruppen, die den beiden großen Hamburger Vereinen nahe stehen. Schrecklicher Höhepunkt war der Angriff von HSV-Hools auf einen Bus unbeteiligter St. Paulianer_innen, bei denen eine Auswärtsfahrerin schwer verletzt wurde.
Das Problem ist inzwischen auf dem Boulevard angekommen. Dem Vernehmen nach, nehmen beide Vereine die Situation sehr ernst – es drohen Eskalationen, noch mehr Boulevard, Repression.

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Photo credit: Chris Devers via Visualhunt / CC BY-NC-ND

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"Hier im Frankenland" … vom wunderschönen Auswärtssieg in Nürnberg

St. Pauli Fans feiern nach dem Sieg in Nürnberg. Wie man sieht, kommen sie aus der Gegend.

Am Freitag ging es in Richtung Süden, zum 1. FC Nürnberg. Dank Markus, den wir nach der Fahrt in „Mister Almanach“ umbenannten, wussten wir, dass der „Glubb“ seine beste Zeit in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte (5x Deutscher Meister) und dass der FC St. Pauli seit dem legendären 2:1 beim Schonaufsteiger 2001 nicht mehr da unten gewonnen hatte. Nimmt man meine persönliche Punkteausbeute bei Auswärtsfahrten dazu, war es offensichtlich eine doofe Idee, sich die 6 1/2 Stunden anzutun.
Es dennoch getan zu haben, war ein großes Glück: die Boys in Brown besiegten den Frankenfluch und Cenk Sahin und Azziz Bouhaddouz zeigten einmal mehr, wie wichtig sie für den FCSP sind. „"Hier im Frankenland" … vom wunderschönen Auswärtssieg in Nürnberg“ weiterlesen

Südkurve St. Pauli: Keine Gästefarben erlaubt

 

football scarf st. pauli
Football Scarf
Photo credit: Graeme Bird via Visual hunt / CC BY-NC-ND

Beim Heimspiel gegen Union Berlin sind auf der Südkurve keine Gästefarben (Trikots, Schals, Banner, etc.) erlaubt. Das stellt der FC St. Pauli erneut explizit klar – das ist irgendwie doch auch nachvollziehbar und hat nichts mit fehlender Toleranz zu tun.

Beim Heimspiel des FC St. Pauli gegen den 1. FC Union Berlin am Freitag (10.3., 18:30 Uhr) ist das Tragen von Fankleidung und Fanutensilien der Gästemannschaft auf der gesamten Südtribüne nicht erlaubt.

Südkurve ist die Kurve der Ultràs

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Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach


 
 
 
 
 
 
 

Update Dresden-Banner:

Der FCSP akzeptiert eine Strafe des DFB (5000€). Die wichtige Nachricht ist jedoch die hinter der Nachricht:

„Im Rahmen der internen Aufarbeitung des Vorfalles …, wurde die Idee entwickelt, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus zu initiieren.“

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In Hamburg herrschen Minustemperaturen und dennoch hat man das Gefühl in der vergangenen Woche sei beim FC St. Pauli der Frühling ausgebrochen: nicht nur sportlich wittert die Mannschaft des FC St. Pauli Morgenluft, auch politisch schießen die Diskussionen ins Kraut.
Am Freitag hatte das Präsidium um Oke Göttlich eine Stellungnahme zu der akut und lautstark diskutierten Nähe des US-Ausrüsters Under Armour zu Donald Trump abgegeben, in der es den CEO, Kevin Plank, aufforderte, dass er im Sinne der Partnerschaft mit dem Verein „seine Aussage, gerade angesichts der Vielzahl an MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund, die viele Assets für seine Firma bringen, überdenkt“. Göttlich machte dann noch klar, dass „der (Leit-)Spruch ,Protect Our House’ … auch für den FC St. Pauli und dessen Werte“ gilt. „Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach“ weiterlesen

Bombenopfer-Transparent: Ultrà Sankt Pauli polarisiert

Alter, Südkurve, was war das denn heute? Nicht nur, dass ihr die Gastmannschaft noch vor dem Anpfiff auspfeift – ihr verhunzt auch noch ein richtiges Anliegen mit doofer Boshaftigkeit.
Update: nachdem ich zu meinem Rant viele Hinweise bekam, möchte ich meine Meinung zum USP Banner konkretisieren. Ich halte die Wortwahl immer noch für missglückt. Statt Schrot, hätte ich mir das textliche Florett gewünscht. Nach den tlw heftigen Attacken gegen die Bannerschreiber_innen, dem ewig doofen Ultrabashing und Relativierungen, dem Applaus aus unerträglicher Richtung und vor allem nach den Berichten aus Dresden von heute Abend würde ich diesen Text nicht noch einmal so schreiben.
Ich halte die schnelle Entschuldigung des Vereins trotzdem für den richtigen Schritt, so merkwürdig das klingen mag.
Der Text bei Metalust hat mich sehr beeindruckt, also gerne lesen …

Und auch wenn ich die Oberzeile des Trasparentes immer noch als sehr mißlungen empfinde: Ich danke den Plakatmalern, dass sie mich wieder darauf hinwiesen, wo ich mittlerweile selbst den Weg des geringeren Widerstands oft wähle.
Sie haben schlicht aufgezeigt, wie nachhaltig der Opfermythos längst den Diskurs ganz und gar nachhaltig vergiftet hat.

Heftige Reaktionen auf Dresden-Banner

Man kann an Dresdens Fanszene sicherlich vieles kritisieren, gerne auch deutlich. Jede Medizin wirkt aber toxisch, wenn man sie überdosiert. Ihr habt dafür gesorgt, dass der Effekt die Aussage erschlägt. Schade!
Das Verhöhnen von Bombenopfern geht über das Maß erlaubter Polemik hinaus. Einen von Rechtsextremen überhöhten Opfermythos zu kritisieren, indem man die Bombentoten, die Großeltern der Dresdner Fans auf Transparenten beleidigt, diskreditiert das eigentliche Anliegen so sehr, dass die Scheisse euch zurecht um die Ohren fliegt.

„Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt. Gegen den Doitschen Opfermythos“

Man kann als Fanszene in der Sache richtig liegen und dennoch unerträglich daneben hauen. Das ist heute am Millerntor mit dem Spruch „Eure Großeltern haben auch für Dresden gebrannt“ geschehen.

„Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, daß man recht haben und ein Idiot sein kann.“ Martin Kessel

"Olé FC St. PAULI" – Fangesänge am Millerntor

Fangesänge am Millerntor sind immer kreativ

Der FC St. Pauli und seine Fans sind berühmt für ihre kreative Art, ihren Fußball zu supporten. Das gilt auch und im Besonderen für ihre Fangesänge.

Olé FC Sankt Pauli,
Wir wolln dich siegen sehen.
Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich.
Unser Ein und Alles,
Ja wir lieben Dich.
Olé…


Fanarchäologisch älter, aber neuerdings gerne wieder gesungen:

Olé, olé, olé, olé,
Super Hamburg,
Sankt Paulé.

Gerne gesungen bei Auswärtssiegen, wie hier gg 1860 München.

Das Herz von St. Pauli

“Das Herz von St. Pauli,
das ist meine Heimat,
in Hamburg, da bin ich zuhaus’”

Ein Klassiker am Millerntor, der immer vor dem Spiel gesungen wird. Die letzte Strophe auch ohne Unterstützung vom Playback

Wir sind Zecken, asoziale Zecken

Vom Schmähgesang zum Klassiker. „Wir schlafen unter Brücken oder in der Bahnhofsmission“ kann inzwischen jedes Kind mitsingen:

Auswärts-Fangesänge

Zu bestimmten Auswärtsfahrten werden auf den Gegner abgestimmte Gesänge erfunden, wie hier beim Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg:

„Hier im Frankenland, spielen wir euch an die Wand …“


 

"I Just can't get enough" – Bengalos

War das Zufall, dass unser Stadionsprecher-Team um Rainer Wulff am Sonnabend Dienstag beim Pokalspiel gegen den BVB aus Dortmund den Song „I just can’t get enough“ gerade dann abspielte, als die Süd ein fulminantes Bengali-Feuerwerk abbrannte? Ich mag die Vorstellung, dass das kein Zufall war, sondern eine feine Solidaritätsnote.

Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik Foto: Stefan Groenveld
Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Fotos: Stefan Groenveld

Denn die Umsicht, mit der unsere Ultràs, die ich hinter den Motorradmasken vermute (genauso, wie die „Scheiss-USP“-Rufer auf dem Video), vorgegangen sind, ist wahrlich eine Anleitung zum verantwortungsvollen Umgang mit heissem Licht geworden:

Soli-Konzert für Refugee- und Antifa-Arbeit

Es gehört zur DNA von USP, dass sie antirepressiv, antifaschistisch und pro Refugees agieren, organisieren und machen und tun, dass man manchmal vergisst, dass dieses Engagement auch Geld braucht.
Soli-Konzerte sind da eine tolle Gelegenheit – morgen wieder:
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Einlass: ab 21.30 Uhr
Konzerte: Damion Davis, Mart&Sleiwas, Tysoon Heist, Nesthocker
DJ’s: Im Konzertsaal HipHop, Dancehall und Reggae u.a. mit 42-HIFI DISCOTÈQUE, Kingpin Sound und DJ Harry und im Keller Hardcore/Punk/Indietrash
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veranstaltet von Ultrà Sankt Pauli und linken Strukturen aus Bad Segeberg

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Alle Infos bei der basch

Never Ending Erregung – gerät die "Bullen aus der Kurve"-Debatte aus den Fugen?

Wenn es für Autoren rund um den FC St. Pauli einen „Alten Stamm“ gäbe, dann wäre Hermann Schmidt sein Präsident. Kaum einer hat so viele Erfahrungen und Anekdoten aus dem Leben als St. Pauli-Fan aufgeschrieben und als Bücher verkauft, wie er. Ich habe seine Art, seine Standpunkte klar, pointiert und auch provokativ zu vertreten, immer gemocht, auch wenn wir nicht immer – und zuletzt immer weniger – einer Meinung waren. Die Debatte über den „Bullen in aus der Kurve“, angestoßen durch einen Artikel in der basch #33, die Fragen, „Können Polizisten ultrà sein“ und „Wer hat das Sagen auf der Süd-Tribüne?“ bewegen nicht nur Verein und Fanschaft, sondern nun auch den Boulevard (Mopo, 11 Freunde und Spiegel Online – Keine Links wg. LSR). Und der Konflikt treibt unerwartet heftige Blüten: Hermann Schmidt ist über das Verhalten von USP und die Stimmlosigkeit des Präsidiums so erbost, dass er heute seine Mitgliedschaft im FC St. Pauli gekündigt hat.

”Der Artikel “ Bullen raus aus der Kurve“ im Fanzine „Basch“ #33 ist am 23. Juli 2013 veröffentlicht worden. Ich bin gegen jede Form von menschenverachtender Diskriminierung. Bis heute gibt es nach meiner Kenntnis keine offizielle Stellungnahme des Präsidiums des FC St. Pauli zu diesem Vorgang. Daher habe ich nach 23 Jahren Dauerkarten-„Dasein“ und hunderten von Auswärtsfahrten sowie nach der Veröffentlichung von 4 Büchern über den FC St. Pauli meine Mitgliedschaft gekündigt. Hermann Schmidt.

Für mich ist das schwer nachzuvollziehen. Ich halte die Debatte für intensiv, aber (zumindest hier im Blog und bei Facebook) für ausgewogen. Die Ansichten alter Gegengeraden-Recken, Fußball-liebender Polizistinnen und Südkurvler (bitte hier nachlesen, u.a.), einiger kultur-philosphischer Betrachtungen dazu, die können viel Spaß machen. Und mal ehrlich, wer, wenn nicht wir, sollen so etwas diskutieren?
Leider bringen Konflikte mit USP auch immer das Schlimmste in unserer Fanschaft zutage, was man sehr gut an den Kommentaren unter dem basch-Artikel selbst erkennen kann. Da schwingen USP-Gegner verbale Keulen, die mit dem Thema selbst wenig zu tun haben, geschweige denn irgendetwas dazu beitragen. Ich möchte mich hiermit aus der Debatte zurück ziehen, ich halte das USP Basching (sic! 😉 für übertrieben und teilweise aus den Fugen geraten. „Never Ending Erregung – gerät die "Bullen aus der Kurve"-Debatte aus den Fugen?“ weiterlesen

Nachtrag zum Nachtrag zur "Polizisten Debatte": Können Polizisten ultrà sein?

Abgesehen von der Macht- und Definitionsfrage, wer wen von der Süd ausschließen darf, ist es ja wichtig zu diskutieren, wieso gerade der Beruf des Polizisten sich mit den Leben in der Süd nicht verträgt. Ein wichtiger Debattenbeitrag findet sich dabei bei Metalust von „Biber“, den ich mal hierher hole …

Polizisten sind im Allgemeinen Beamte und sie stehen “in einem besonderen Treueverhältnis zu ihrem Dienstherren”; ihr Verhalten muss sich an die “hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums” (vgl. auch Art. 33 GG) orientieren und das 24 Stunden am Tag.
Und man muss jetzt nicht mal Böses (Der gemeine Polizeispitzel) unterstellen, sondern kann sogar von einem legitimen Freizeitinteresse ausgehen. Was aber nichts daran ändert, dass ein Beamter, erst Recht, wenn er im Vollzugsdienst tätig ist, entsprechend seines Diensteides auch in seiner Freizeit (die er in diesem Sinne gar nicht hat) Straftaten, die ihm zu Ohren/vor die Augen kommen verfolgen oder zur Anzeige bringen muss. Das macht ihn zwangsläufig zum Spitzel. Tut er dies nicht (und ich gehe jetzt mal davon aus, dass es in der Süd genau wie in der Gegengerade den einen oder anderen strafrechtlichen Gesetzesverstoss während des Spiel gibt), dann besteht die Gefahr, dass dies, so es denn seinem Dienstherren zu Ohren/Augen kommt (und die Möglichkeit ist ja angesichts der Medienpräsenz durchaus gegeben) für die betreffende Person berufliche Konsequenzen bis hin zur Entlassung haben kann.
Ich sage nun nicht, dass es zwingend so ist, aber die Option muss ich mitdenken und von daher würde ich einen Polizisten, der bei uns stehen will, auch sehr höflich und nachdrücklich auffordern, sich ein anderes Plätzchen zu suchen (idealerweise vor seinem Fernseher).

Nachtrag zur "Polizisten-Debatte: "Wem gehört die Süd?"

Wenn man sich den Beitrag in der Basch #33 genauer ansieht, dann tritt hinter „Polizisten-Debatte“ eine weitere Frage auf, die vielleicht die treibende ist: „Wer hat das Sagen, die Definitionsmacht auf der Süd?“ – eine Frage, die seit der Südkurvenblockade ungeklärt ist.
Die Südkurve will eine „selbstorganiserte Kurve“ sein, mit eigener Ausgabe von Saisonkarten, eigener Organisiation. USP, Ultrà Sankt Pauli sind – meiner Wahrnehmung nach – eine dieser Gruppen und Fanclubs, die die Süd ausmachen, allerdings eine mit Gestaltungsanspruch.
Für uns steht außer Frage, dass die Eigenschaft Bulle zu sein und gleichzeitig Teil der Südkurve oder gar Ultrà Sankt Pauli nicht zusammen passen können und einen nicht auflösbaren Widerspruch bedeuten.
Die Bezeichnung „Kurve der Ultràs“ ist offensichtlich nicht nur so dahin geschrieben, sondern Anspruch von USP, was sich im Übrigen, so wurde es mir berichtet, auch durch eine besondere Verantwortung von USP ausdrückt, bspw. wenn es um Bandengewalt oder ähnliches geht. Und nun definiert USP für die gesamte Süd, „den gesamten Fanclub, wie den Bullen, aus unseren Strukturen auszuschließen. Es wurde daher allen unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie sich von der Gruppe USP sowie der Südkurve fernhalten sollen und auch der gesamte Fanclub nicht mehr Teil selbiger ist. – Bamm, das ist explosiv – und in seiner Tragweite nicht zu unterschätzen. Ich halte dies für den zugrunde liegenden Konflikt und den schwerwiegenderen: Wenn ich Teil dieses Fanclubs wäre, sähe ich das in der Tat als einen Fall für den Ehrenrat.

Was wäre eigentlich, wenn Fabian Boll (#17) nu USP (Ultrà Sankt Pauli) Mitglied werden wollte?

Es ist das Thema der Woche: USP überführen einen Polizisten, sich in seiner Freizeit in der Südkurve aufgehalten zu haben, und reagieren fundamental: Bullen haben in der Kurve nichts zu suchen …

Wir wissen nicht genau, was den Bullen dazu bewogen hat, sich in unsere Fanszene zu schleichen. Es erscheint nach dem jetzigen Kenntnisstand unwahrscheinlich, dass es sich um einen Spitzel handelt, der damit beauftragt war, uns auszuspionieren. Komplett ausschließen können wir es jedoch nicht. Allein die Berufswahl ist jedoch mit dem „Hobby“ ultrà am Millerntor unvereinbar. Es bleibt dabei: Keine Gespräche mit Zivis und sonstigen Bullen!

Das klingt nicht nur paranoid, und mir ist durchaus bewusst, welcher enormer Verfolgungsdruck zu dieser Haltung führt. Ich halte das persönlich mit der Kritik von ‚Momo‘; bitte lesen.
„Und was genau ist jetzt an Werbern besser als an Polizisten?“
Ich gehöre zu den Menschen, deren berufliches Leben und das im Stadion von ambivalenten Konflikten durchzogen ist. Es gelingt mir nicht immer, im Job St. Paulianer zu sein. Das Millerntor ist für mich das, was René Martens einmal „der richtige Fußball im Falschen“ nannte, eine temporäre und örtlich auftretende Utopie, die aber durchaus auch in mein bürgerliches, von Widersprüchen durchzogenes Leben beeinflusst. Im besten Fall geht es dem Polizisten in braunweiss auch so.
So sehr ich die fundamentale Abwehr von USP nachempfinden kann, so falsch finde ich sie im Kern. Meine Empfehlung an Präsidium und alle, die nun sich empören: diskutiert mit USP, aber so, dass immer klar ist, aus welcher Haltung das hier passiert. Meine Erfahrung aus dem Südkurvenblockadedesaster zeigt: das geht, und vor allem mit USP. Nur aus dem Elfenbeinturm belehren lassen, das wollen die Jungs und Deerns mit den noch unkompromittierten politischen Ansichten sich nicht: zu recht.
Ein wenig polemisieren hilft da meistens: also USP, stellt euch mal vor, Fabian Boll würde morgen Mitglied bei euch werden wollen? – nee, mal im Ernst?

Wehrhafte Frauen

Update: Reingefallen, ich habe da aus Versehen eine Geschichte erwischt, die schon letztes Jahr passiert ist. Trotzdem ein schönes Ende einer schlimmen Provokation, die sich dieses Jahr wiederholte :(.

Neben der Erkenntnis, dass eben auch andere Stadien in der Lage sind auf das Ergebnis eines Spiels Einfluss zu nehmen, gestern also die Dresdner, bleibt von diesem Spiel die Erinnerung an die Kackscheisse, die von Dresdens Fanszene ausging.
Neben offensichtlichen Straftaten, wie dem Zeigen des Hitlergrusses (findet sich dazu was im DFB Spielbericht?, fragt man sich da rhetorisch) und dem geschmacklosen Aufhängen von USP-Puppen, gab es auch eine Tapete, die ziemlich doof und unverhohlen sexistisch unsere Frauen bei USP beleidigte …
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… und die Reaktion der usp femminile war wohl so energisch überzeugend, dass die Dynamos ihnen freundlich das doofe Banner überlassen haben. Respekt! Toll.

Ultra Frauen St. Pauli
USP Femminile wehrt sich gegen Sexistische Kackscheisse.
Foto: basch/ Ultrà Sankt Pauli

Delinquenzerzeuger DFB #Pyrotechnik

Der DFB erklärt den Ultra-Szenen in Deutschland den Krieg. So lese ich das, wenn der Verband auf stur stellt und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zur Strafsache stilisiert:
DFB und Ligaverband beenden Diskussion um Pyrotechnik

„Sicherheit hat Priorität“: Generalsekretär Niersbach
Mit einer klaren Absage an Pyrotechnik, der konsequenten Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz sowie der Gründung einer „Task Force Sicherheit“ will der deutsche Fußball die Anstrengungen gegen Ausschreitungen fortsetzen.
Das ist eines der Ergebnisse des heutigen Spitzengesprächs zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt, an dem DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball sowie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, teilnahmen.
Pressemitteilung

Ultrà Sankt Pauli wird der Hans-Frankenthal-Preis verliehen #AlertaNetwork – Hooray!


Gerade gestern habe ich mich im Ofeuer mit @Momorulez darüber unterhalten, dass man sich von dem Engagement und der offenen Denkstruktur unserer Ultràs eine gehörige Scheibe abschneiden kann, da flattert mir heute die frohe Meldung auf den Tisch, dass die Stiftung Komitee Auschwitz USP mit dem Hans-Frankenthal Preis 2011 auszeichnet.
Mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2011 werden drei Initiativen ausgezeichnet, die im Sinne des Auschwitz-Komitees Aufklärungs- und Bildungsarbeit gegen das Vergessen und gegen nationalsozialistische und neofaschistische Bestrebungen leisten:

  • das Institut für Kunst und Forschung, Wolfram P. Kastner, Künstler aus München
  • das Wohn- und Ferienheim Heideruh e.V., Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte
  • die Gruppe Ultrà Sankt Pauli (USP) für das Projekt „Alerta-Netzwerk“

 
Meinen herzlichsten Glückwunsch und tiefen Respekt für euer Engagement und Beharrlichkeit beim Aufbau des Alerta Netzwerkes – und der dem zugrunde liegenden politischen Arbeit am FC SANKT PAULI!

Der Gruppe Ultrà Sankt Pauli (USP) für das Projekt „Alerta-Netzwerk“
Aus der Fanorganisation Ultrà Sankt Pauli heraus entstand 2007 das Alerta-Netzwerk als ein internationaler antifaschistischer Zusammenschluss von jetzt 15 Fangruppen aus Europa und Israel. Der Hans-Frankenthal-Preis wird zur Unterstützung der Netzwerkarbeit verliehen. Im Gutachten heißt es: „Die direkte, Aufsehen erregende und vielfältige Art der Aktionen des Alerta-Netzwerks in einem selten von antifaschistischer ÖÖfentlichkeitsarbeit erreichtem Feld sowie die Themenwahl haben uns imponiert. Die Möglichkeiten, die die Schaffung einer Internetpräsenz mit sich bringt, halten wir für Zukunft weisend und notwendig, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung von Gruppen und Einzel- personen die dem neofaschistischem, rassistischem und sexistischem Mainstream in ihrer Umgebung etwas entgegensetzen wollen und bisher nicht im Alerta-Netzwerk beteiligt sein konnten.“
Der Gruppe wird ein Drittel des Preisgeldes 2011 zuerkannt.

„Ultrà Sankt Pauli wird der Hans-Frankenthal-Preis verliehen #AlertaNetwork – Hooray!“ weiterlesen

Kein organisierter USP-Support in Frankfurt

Ultrà Sankt Pauli hat bekannt gegeben, dass es in Frankfurt gegen die Eintracht keinen organisierten Sound- oder Bannersupport geben wird. Damit protestiert USP gegen die überhand nehmende Repression von Fußball, auch wenn Frankfurter Fans diesmal Ziel einer DFB-Strafe sind.
Die Kriminalisierung von Fußballfans und das Umdrehen des Einzeltatbestandes in eine Form der Kollektivhaftung ist in der Tat eine schlimme Entwicklung.
„Wo auch immer du von Sicherheit und Ordnung hörst, da stirbt ein Teil Fußballkultur und dort werden Menschen gedemütigt!“
USP-Erklärung

Bunte Südtribüne am Millerntor

Die Südtribüne des Millerntor-Stadions erstrahlt in den magischen Farben, braun, weiss und rot. Bunt, so wie die Kurve, auch die beteiligten Fan-Organisationen AFM, USP und Skinheads St. Pauli. 1,6 km Krepp-Band später erstrahlt sie – solange bis Menschen auf ihr stehen 😉

Südtribüne des Millerntor-Stadions: Heimat der Sankt Pauli Ultràs

Die Stehplätze im „Süden“ werden von Supportern selbst verwaltet. In Abstimmung mit der Vereinsführung und dem Fanladen vergeben die auf den Stehrängen angesiedelten Fangruppen, von denen USP – Ultrà Sankt Pauli – die größte ist, bspw. Tickets und organisieren Choreos und Aktionen.

Saisonticket statt Dauerkarte

Ziel der Ticketpolitik im Süden ist es, auch jungen und neuen Supportern des FC St. Pauli die Möglichkeit zu geben, ein Jahresticket zu erwerben. Aus diesem Grund gibt es keine Dauerkarten; jedes Jahr müssen sich die Fans hier für ein Saisonticket bewerben. Früher musste man noch anstehen und es gab tlw. unschöne Szenen. Das gehört aber der Vergangenheit an.

Business-Seats auf der Südtribüne: Ärgernis und Einnahmequelle

Eigentlich ist es ungewöhnlich, dass es auf der Tribüne der Ultras auch Business Seats gibt. Das ist bei St. Pauli historisch gewachsen, denn die Süd war die erste neue Tribüne des nunmehr fertig gestellten Stadions. Angeblich hatte Ex-Präsident Corny Littmann den Ultras versprochen, die zur Finanzierung benötigten Business Seats samt Ballsaal wieder abzubauen.
Wegen der tollen Atmosphäre sind diese Sitze aber besonders beliebt. Und so hat man dieses Versprechen schnell wieder „vergessen“.
Foto und Via: Gazzetta d‘Ultrà

2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler

Update: Dauerkarten 2011/2012

Ich bin konsterniert, weiß ehrlich noch nicht richtig, wie ich auf die Ankündigung reagieren soll, dass die Vergabe der Saisonkarten für die Südkurve nun so verlaufen soll, wie in all den anderen verkrusteten Kurven auch, Saisonkarten für die Bundesliga-Saison 2011/2012 soll es lt. einem Flyer (1/2) nur für diejenigen geben, die bereits eine Saisondauerkarte besitzen. Imho ein Skandal! „2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler“ weiterlesen

Imageprobleme (2004 vs 2010)

„Wer mit seinem Image solche Gestalten anlockt, hat definitiv ein Imageproblem“ erlese ich mir bei Rene Martens in einem Stück für die taz Nord aus 2004. Zur aktuellen Toleranz-Diskussion auf den Business-Seats eine lohnende Lektüre.
p.s. habe heute Herrn Schulte auch noch mal telefonisch mein Mißfallen zu seinem Mopo Interview (Link sei hiermit nachgereicht) ausrichten lassen. Jeky hat das in ihrem Blog auch getan.

Keine Toleranz den Respektlosen, Herr Schulte!

Helmut Schulte gehört, so wurde es mir erzählt, zu denen, die in Sponsorenrunden betonen, dass der FCSP ein ganz normaler Fussballverein sei. Fast scheint es so, als schäme er sich für das kantige Singen und das ewige Streiten, das, was Sponsoren in seinen Augen abschrecken mag, für mich Ausdruck von kultureller Sinnstiftung ist.
Ganz abgesehen davon, dass Helmut Schulte Ursache und Reaktion wohl bewusst vermischt, wenn er für das respektlose Abwandern der Businesskasper am letzten Spieltag, Respekt einfordert, und den Stehern in der Süd, namentlich USP Intoleranz vorwirft, zeigt er eine schlimme Attitude, gegen die sich die „ihr seid scheisse, wie der hsv“ ja gerade richtet, nämlich das Erleben am Millerntor als Event, als Servicedienstleistung, der ich genauso die Aufmerksamkeit entziehen darf, wie dem Fernsehprogramm oder dem Bettler am Dammtor.
NEIN, Helmut, wenn hier jemand Respekt zu zollen hat, dann diese Herrschaften, unseren Boys in Brown und der Kultur des Millerntor gegenüber, die glücklicherweise solche Reaktionen noch kennt!