Protestfahrt mit der U4

Nu wolln wi wohl seiln, ick sech datsche nur,
To my Hooday,
Rund Kap Hoorn un wedder retour…

Der HVV-Weihnachtsmann hat Hamburg schon jetzt reich beschenkt: Die neue U4 ist da und das muss gebührend gefeiert werden. Bereits seit 1974 hat der SPD-Senat den Ausbau der U4 versprochen, nun ist die sozialdemokratische Vision endlich Wirklichkeit geworden … Nur eben nicht, wie einmal angedacht: Statt 10.000 Menschen am Osdorfer Born anzubinden, werden in der Hafencity rund 2.000 Anlieger für 326 Millionen Euro in den Genuss einer privilegierten und schnellen Verbindung gebracht. Noch extremer ist die Situation für die rund 20.000 SteilshooperInnen: Dort existiert bereits die Röhre eines nie fertiggestellten Bahnhofs unter dem Einkaufszentrum Steilshoop. Auf den Zug warten die Menschen in Steilshoop seit Jahrzehnten vergeblich. Für das Leuchtturmprojekt „Hafencity“ konnte die Bahnanbindung innerhalb weniger Jahre fertig gestellt werden …

Sowas.

Das Netzwerk Recht auf Stadt plant nun eine Protestfahrt am 8. Dezember zur „HafenCity Universität“, wo es weder eine City noch ein Universität gibt. Die Endhaltestelle „Überseequartier“ liegt an einem riesigen Baggerloch. Pünktlich zur Eröffnung sprang auch noch ein Investor ab, der dort acht Gebäude mit Büros und Einzelhandel errichten sollte. Lasst euch durch solche Rückschläge allerdings nicht den Spaß verderben. Seid dabei, wenn auf den kargen Sandbergen der Hafencity der Grundstein für die fehlenden U-Bahn-Stationen Bramfeld, Osdorfer Born und Steilshoop gelegt wird.

Treffpunkt ist am Samstag, 8.12.2012, um 13:30 Uhr vor dem Centro Sociale. Von dort aus brechen die AktivistInnen zur Probefahrt in die Hafencity auf.

Kommentare 1

  • Die Existenz eines U-Bahnhofs in Steilshoop scheint eher ein Mythos als Realität zu sein, ändert aber nichts daran, dass es in den 1960er Jahren durchaus sinnvolle Planungen für den Ausbau der U-Bahn gegeben hat, die dann aus Geldmangel nicht umgesetzt worden sind.

    Was nicht erwähnt wurde, bei der U4 werden täglich 35.000 Fahrgäste erwartet. Mit der Buslinie M5 fahren täglich 60.000 Menschen und hier wird nicht einmal mehr der Bau einer Straßenbahn diskutiert.

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