2011/2012 Saison-Dauerkarten Süd nur für Inhaber und Vordrängler

Update: Dauerkarten 2011/2012

Ich bin konsterniert, weiß ehrlich noch nicht richtig, wie ich auf die Ankündigung reagieren soll, dass die Vergabe der Saisonkarten für die Südkurve nun so verlaufen soll, wie in all den anderen verkrusteten Kurven auch, Saisonkarten für die Bundesliga-Saison 2011/2012 soll es lt. einem Flyer (1/2) nur für diejenigen geben, die bereits eine Saisondauerkarte besitzen. Imho ein Skandal!

Rückblende: ein vollkommen überforderter Fanladen/USP/Verein kann keine gerechte Verteilung der Saisonkarten-quittungen organisieren, ca. 500 Fans werden von Vordrängeln um ihr Anrecht gebracht, eine Saisonkarte zu erwerben.

Statt nun das Konzept der Vergabe zu überdenken, sich an anderen Vereinen zu orientieren bspw., und somit das gute Konzept von „ab in den Süden“ wieder mit Leben und Legitimation zu füllen, wird kaltes Unrecht zementiert, und sei das auch noch so verschwurbelt formuliert.

Schlimmer noch, die schon bei der JHV zutage getretene Separation der Südbewohner, wenn es um Gesamtinteressen geht, Stichwort „Rückbau Business-Seats Haupt“, zementiert sich. Wieder eine Kurve, die St. Pauli zu einem „closed Shop“ macht. Von Vielfalt keine Spur. Stehende Gewässer aber fangen an zu modern. Es stinkt nun auch im Süden.

Update: Ich möchte nochmal betonen, dass ich das Prinzip der Fan-verwalteten Kurve/Kartenkontingent für weiterhin unterstützenswert ansehe. Ich glaube nicht, dass der Verein das besser hinbekäme, als Fanladen et al. Genau aus dieser Motivation heraus finde ich die jetzige Lösung so schlecht …
… weil sie eine gerechte Fortentwicklung dieses Projektes verhindert
… und Unrecht zementiert
… sowie die Separierung der Kurven begünstigt – eine gefährliche Entwicklung wie ich finde.
… mal ganz davon abgesehen, dass ich inzwischen viele gesprochen habe, die tatsächlich auf eine Saisonkarte Süd gehofft haben dieses Jahr.

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Kommentare 30

  • 500 sind nicht übertrieben.
    Es wurde durchgezählt und ich stand bei ca. 1300 und habe keine Karte erhalten.
    Hatte die zwei Jahre davor eine Karte.
    Finde das Konzept gut. Hab mitgemacht.
    Jetzt könnte ich wieder kotzen.

    Auch ich bin St Pauli

  • Na ja, der Literaturkritiker muss ja auch kein Romancier sein ;-) – im Grundsätzlichen hast Du ja völlig recht. Alles darüber hinaus gehende würde schon in einen quasi-privaten Bereich gehen, so weit es mich persönlich betrifft, und der ist ja per definition schnurz.

    Ich persönlich finde das aber schon prima, dass durch Twitter und Blogs eine höhere Kommunikationsintensität entsteht, Dich oder Headnut lese ich ja nun auch bald 10 Jahre, nun quatscht man miteinander und trinkt gemeinsam Bier, und vermute, dass das nicht nur mir so geht, das als Potenzial aufzufassen. Und das kann man, auch der Verein, ja konstruktiver nutzen, auch wenn das Südkurvenproblem dadurch nicht lösbar ist.

  • @Frodo:

    Nö, da wurde doch schon mal eine Menge präzisiert, und ich geh auch davon aus, dass Du ziemlich genau weißt, was ich meine, das zielt ja eher auf zukünftige Strukturen, in deren Fall das Internet so irrelevant dann auch nicht ist. Den „Jolly Rouge“ hätte es doch gar nicht gegeben, was schade wäre, wenn die Gremien funktionieren würden.

    Also eher die Frage, wie es denn gelingen kann, diese frei flottierenden Stimmungsbilder konstruktiv aufzugreifen, womit ich nicht die Trolle in einem Forum meine, ohne dass so merkwürdig personalisierte Schlachten wie einst bei Holger Scharf entstehen – was eben doch das Besondere am Sozialromantiker-Protest war, dass das nicht ging, irgendwelche Kampagnen gegen einzelne Leute zu fahren.

    Im Grunde genommen ist der Verein, so weit ich das beurteilen kann, in der aktuellen Aufstellung überfordert mit dem Umgang mit Neuen Medien und dadurch auch nicht fähig, Frustrationen wie jenen Ring2s vorzubeugen.

    Wir könnten jetzt zwar den Ständigen Bloggerrat gründen, aber das ist doch irgendwie auch Quatsch, weil sich da verschiedene bis zu konträre Meinungsbilder zeichnen, die eher der Vielfalt der Positionen auf den Kurven und Geraden entspricht. Gerade das Facettenreichtum der St. Pauli-Blogosphäre und das verhältnismäßig hohe Niveau ist doch ein echter Trumpf für unseren Verein, und es kommen immer neue, spannende hinzu, Es lebe das Laster zum Beispiel ist mir jetzt erst aufgefallen.

    Gäbe es umgekehrt Insititutionen, die solche Kommunikationen moderieren, könnte das ja gar nicht schlecht sein, Sven macht das ja im Forum schon mal prima – gerade um Vielfalt zu wahren, und genau da erst landet man dann beim Südkurventhema, wie Ring2 es versteht. Wir auf der Haupt haben davon eh ’ne Menge ;-) – ich liebe meine Rentner.

    Und kurz aus persönlicher Erfahrung gesprochen: Nach 2 AFM-Sitzungen, wo betriebsratserprobte Gewerklschafter (so kamen die mir vor) alles auf Satzungsfragen reduzierten, hatte ich tatsächlich die Nase voll, mich da meinerseits einzubringen, was man mir gerne vorwerfen darf. Aber ist die „Ochsentour“ noch up to date?

    Da könnte es ja Möglichkeiten geben, so was vielleicht auch anders zu institutionalisieren, als das bisher der Fall ist, um gerade die, die jenseits der Gremienkultur situiert sind und sich im Rahmen der „Jolly Rouge“-Proteste artikulierten und Dank Internet auch Gehör fanden, auch zur Kenntnis zu nehmen.

    Und zwischen Kritik am Übersteiger und dem, was sonst so alles im Verein los ist, sehe ich schon noch einen Unterschied. Der klassische Leserbrief ist ja nun kein schlechtes Mittel, und es hat nun wirklich auch nicht jeder die Zeit, an solchen Sitzungen teilzunehmen.

    • @Momo: Passt schon… nach nem längeren Telefonat mit Herrn ring2 hab ich da jetzt auch ein besseres Grundverständnis für das Anliegen, nämlich (salopp formuliert) die Sozialromantiker-Initiative konstruktiv für die Zukunft hübsch zu machen. Das find ich ebenfalls sehr spannend und auch diskussionswürdig, mal gucken wie es weitergeht. Aber auch da sollte jemand, der sich einbringen will, zwingend mal eben diese Bereitschaft zumindest per Mail an die Sozialromantiker senden.

      Zur „Ochsentour“: Naja, die AFM Versammlungen mit den Satzungsänderungsbashing von Uwe Doll sind vielleicht nicht das Beispiel, was ich „sexy“ nennen würde, aber ein normales Vitamalz am Fanladen-Tresen oder beim USP-Treffen oder der ÜS-Redaxsitzung oder dem (heute Abend, 20.00h im Fanladen z.B.) Offenen Abend des Fanclub-Sprecherrats oder dem Zeckensalon oder der AGiM oder oder oder… Möglichkeiten gibt es genug, nur irgendeine muss man dann eben auch mal wahrnehmen, wenn man denn wirklich will.

      „Jolly Rouge“ ist sicher ein positives Beispiel dafür, dass so ein Geschehniss in unserem Verein unheimlich schnell unheimlich viele Einzelpersonen dazu bekommt, den Arsch hochzukriegen.
      Allerdings befürchte ich, dass nur durch das Zusammenkommen von Susi UND blau.de an einem Tag bei so vielen das Fass überlief, wie es sich nur schwer wiederholen lassen wird. Dafür hab ich in den letzten Jahren (und nicht nur beim ÜS) zu oft die Erfahrung gemacht, dass diese sonst so diskussionsfreudige Fanszene eben in vielen Dingen auch unglaublich lethargisch ist. Dies ist sicher auch zu einem großen Teil dem Fanladen (und vielen anderen „Gremien“) geschuldet, die einfach schon so viel Gutes auf den Präsentierteller packen, dass man sich auch in zurückgelehnter Komforthaltung wunderbar mit dem FC St.Pauli und seinen Fans identifizieren kann.

      Aber vielleicht waren die „Neuen Medien“ in der Vergangenheit dafür auch noch nicht gut genug und dieses Mal bekommt man das besser hin. Mir fehlt da zwar ein bißchen der Glaube (obwohl ich sonst eher zu den Optimisten zähle), lasse mich aber natürlich auch gerne eines besseren belehren.

  • „Aus diesem Grund haben nun sich ziemlich viele Leute nen Kopf gemacht und sich für das Aussetzen des Systems entschieden, (…) Und wer ihn sich anziehen möge, dem reiche ich auch gerne noch folgenden Schuh: Es gab genug Möglichkeiten, sich einzubringen und eigene Ideen zu liefern, wie es dieses Jahr umgesetzt werden soll. Wer hat sich die Mühe gemacht, und diese Ideen selber beim Fanladen/Verein/USP eingereicht? (Und nein, schreiben eines Internet-Artikels ist damit nicht gemeint)

    Meckern geht im Nachhinein immer leicht, aber die Erkenntnis gab es ja letztes Jahr auch schon.“

    Ich insistier da jetzt mal drauf: Wo siehst Du denn da den Unterschied zu einem beleidigten Meeske, der per SportBild streut, er ließe doch schon 5 Millionen liegen und die Arschlöcher protestieren immer noch, oder einem Stenger, der sich echauffiert, er würde doch immer mit den Gremien reden und die Idioten schwenken immer noch den „Jolly Rouge“?

    Von dieser despektierlichen Haltung gegen „Internet Artikel schreiben“ mal ganz abgesehen …

    • Zunächst mal @ring2:
      Okay, dann hab ich natürlich in großen Teilen meine Aufregung vergeudet, da für mich mit „Fanladen“ und „Quittungsausgabe“ nur die vorherige Zettelverteilung gemeint sein konnte… Mißverständnis meinerseits.
      Bei der eigentlichen Ausgabe, war der Fanladen als Drittel des ganzen Projektes genauso viel oder wenig beteiligt wie auch USP und Verein, ihn hier alleinig herauszugreifen schießt daher aus meiner Sicht weiter übers Ziel hinaus, aber zumindest verstehe ich jetzt, was Du kritisierst, die Zugang fehlte mir anfangs.
      Allerdings bleib ich dabei, dass es für alle „So hätte man es besser machen können!“ – Argumente auch wieder zig Gegenbeispiele gibt, aber die Diskussion will ich jetzt nicht wieder beginnen, die wurde vor einem Jahr schon totgekaut. Sicher wäre es mit Stempeln und Gittern letztes Jahr besser gelaufen, an dem grundsätzlichen Problem der zu hohen Nachfrage und dem damit verbundenen Zwang, sich auf einen Platz zu bewerben, den man inhaltlich aber nicht will, nur eben auch nirgends sonst hin kann, ändert das leider nichts, es wäre dieses Jahr wahrscheinlich noch schlimmer geworden. Hilft aber natürlich jenen nicht, die jetzt außen vor bleiben.
      Die „Durchmischung“ ist aber aus meiner Sicht über die ja auch weiterhin vorhandenen Einzeltickets gegeben… aber das sage ich natürlich aus der sehr komfortablen Position eines GG-DK-Inhabers, zugegeben.

      @Momo: Da ich selber auch zu jenen „Internet-Artikel-Schreibern“ gehöre, nehm ich mir diese „despektierliche Haltung“ einfach mal raus. Ich bleibe aber bei der Einschätzung, dass es in keinem anderen Verein so einfach ist, schnell und unbürokratisch Kontakt zu eben jenen „Gremien“ zu finden, wenn man es denn will, und sich dort auch sehr schnell konstruktiv einzubringen.
      Dass diese Gremien aber mehr oder weniger bewusst die „Internet-Artikel-Schreiber“ ignorieren, wenn eben diese sich nicht per Gesicht zu erkennen geben und ständig hinter der Tastatur bleiben, kann ich gut nachvollziehen und finde dies auch weiterhin richtig. Da ist auf jeden Fall schon mal der Unterschied zu Stenger, der so tut als wären es ein paar Wenige aber völlig ignoriert, wieviele es tatsächlich waren.
      Die Brücke, die Du von mir zu Meeske baust, kann ich grad nicht finden. Willst Du damit formulieren, ich verharmlose die Beschwerden? Will ich gar nicht, mir fehlt nur ein bißchen der konstruktive Ansatz bzw. eben auch der Wille zur aktiven Mitgestaltung. Es kann eben nicht reichen, ein-zwei Vorschläge in die Tastatur zu klöppeln, und sich dann im nächsten Jahr wieder drüber aufzuregen, wenn die eigenen „Ideen“ nicht berücksichtigt wurden.
      Und ja, da bin ich sicher auch vorbelastet durch die vielen Jahre ÜS-Arbeit, wo wir oft und ständig irgendwelcher Kritik im Internet ausgesetzt sind, aber in 18 Jahren es tatsächlich noch nie einer der vielen Kritiker mal geschafft hat, bei unseren wöchentlich stattfindenden Redaktions-Sitzungen aufzutauchen. Und ein ähnliches Ding ist eben die Orga-Gruppe. Gefühlte 500 Seiten Forum zu füllen, ist die eine Seite der Medaille Kritik… dann aber auch aktiv/konstruktiv an der neuen Lösung mitzuarbeiten, wäre evtl. die andere gewesen. Den Kontakt über den FL, den Verein oder USP zu bekommen, wäre schnell erldigt gewesen.
      Wenn man das nicht tut, muss man eben damit leben, was diese Gruppe letztendlich ausarbeitet… und wenn dies am Ende ein klein bißchen resignierend das Aussetzen des Konzepts bis zu einem größeren Fassungsvermögen ist, so mag dies schade sein, sicher, ist aber eben auch von allen drei Gruppen getragen und gleichzeitig noch dem STFA vorgetragen wurden.

      Klar, man hätte auch wieder ne Podiumsdiskussion dazu machen können (soll jetzt nicht ironisch sein, mein ich ehrlich so), allerdings bezweifle ich, dass dies zielführend gewesen wäre. Und vielleicht hat die Orga-Gruppe (der weder ich noch andere ÜSler angehören) dies ähnlich gesehen, weiß ich nicht. Wenn ich aber für die nächste Saison eine Süd-DK hätte haben wollen, weiß ich ganz sicher, dass ich mich beim FL und USP mal im Vorfeld eingebracht hätte, und dies eben nicht nur mit „meinem“ Blog.
      Klarer geworden, was ich meine? Siehst Du immer noch den Zusammenhang mit Meeske und Stenger? Dann konkretisier das bitte nochmal, so hab ich es jedenfalls erst mal nicht verstanden.

      • Auch wenn das kein Allheilmittel ist, möchte ich an dieser Stelle mal auf die Idee der „liquid democracy“ verweisen – passt irgendwie, wie ich finde: https://de.wikipedia.org/wiki/Delegated_Voting
        http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy

  • … im Grunde genommen landet man immer wieder an dem Punkt, dass vor lauter Verteilungskampf und „Sachzwängen“ aus dem Blick gerät, für was der Verein nun eigentlich steht und wie die Relation „organisiert aktive“ / „desaorganisiert anders auch aktive Fanszene“ nun eigentlich gestaltet ist und gestaltet sein sollte und sich jeweils zu Geschäftsführung und Präsdium verhält.

    Was unmittelbar zu dem, was die Sozialromantiker-Aktion nun eigentlich sein sollte, überleitet.

    Da zieht sich ein Stenger dann ja auch auf existente Gremien zurück, ständiger Fanausschuss, um die so wundervoll desorgansiert sich im Stadion zeigende „Jolly Rouge“-Aktion als irrelevant abzutun. Nun haben Ring2 und Jeky das Gefühl, dass irgendwelche systemimmanenten Mächte ihnen etwas vorenthalten und Ellenbogenmentalitäten legitimieren.

    Mal ganz abgesehen davon, ob das Gefühl zu recht entsteht, und vielleicht ist das auch nur ein Analogieschluss, aber eine gewisse strukturelle Ähnlichkeit ist ja nicht von der Hand zu weisen, oder?

    Was dabei völlig aus dem Blick gerät, ist, was „Öffentlichkeit“ im emphatischen Sinne bedeutet. Und eben – sich schließender Kreis – durch die Sozialromantiker ganz gut zum Ausdruck kam.

  • @headnut:

    Oh, dann muss ich meine mails mal checken ;-) – das, was Du im Café Absurd angedeutet hast, ist ja was, in das man schon ziemlich tief einsteigen müsste, um das auch nur diskutieren zu können.

  • Moin Frodo – da versuche ich schon das U-Wort zu vermeiden, um kein einseitiges Ultra-bashing zu betreiben – und nu sowas …
    „wie kommst Du auf so einen Blödsinn?“ … ich nahm tatsächlich an, dass die gesamte Ausgabe der Quittungen vom Fanladen organisiert war – wenn das nicht stimmt, nehme ich das gerne zurück (mir fehlt da manchmal tatsächlich der Überblick)

    … und diese Ausgabe war erschreckend schlecht organisiert (denke da nur an die Zettel „wer hier vordrängelt hat nichts verstanden“). Und diese schlechte Organisation hat Vordrängeln ja erst möglich gemacht – da fehlt mir bis heute tatsächlich die Einsicht, dass man als Organisator wichtiger Verantwortlicher war.

    Natürlich fühle ich mich persönlich verarscht, wenn nun die 500 Arschlöcher auch noch belohnt werden, aber wie ich schon schrieb, das ist nicht das eigentliche Problem, sondern das Schließen des einzigen Zugangs zu einer vielfältigen Fankurve für Neufans, die keine Dauerkarte haben. Da kann man drüber diskutieren, ob das Projekt „Ab in den Süden“ ausgesetzt oder überhaupt so weitergeführt werden sollte, dafür aber das Prinzip eines Fan-verwalteten Kontingents aufzugeben oder auszusetzen, halte ich für einen Fehler!

    1. Weil dadurch die Selbstverwaltung obsolet wird (schlecht kann der Verein nämlich selbst)
    2. Weil dadurch die Konzentration der Kurven auf sich selbst noch verstärkt wird – und das ist das eigentlich traurige

    Ich habe mich, anders als Jeky, nicht generell gegen den Süden entschieden, halte das Konzept nach wie vor für unterstützenswert und habe meine intensivste und schönste Saison da verbracht (auch wenn das im Norden auch fein ist derzeit) – das immer wieder (pro Saison) sich in Frage stellen und initial Anstehen halte ich ja für einen guten Prozess – nur sollten wir das Fortführen und aus den Fehlern lernen und nicht die Deligitmation fördern – das ist mein Punkt!

    • Korrigier mich gerne, aber: Für die Ausgabe der Zettel ging man da hin, bat um einen Zettel, und ging wieder. Was konnte da schlecht organisiert sein? Und ich war oft genug Zeuge davon, wie da Leute eben hingingen, einen Zettel bekamen und wieder weggingen, ohne jegliches Problem. Ich wüsste also ehrlich nicht, wo da Dein Kritikpunkt ist.
      Das „Problem“ war nunmal eher, dass eben viele (wie Du es hier wieder tust, mit dem Wort „Quittung“) diesen Zettel schon als „Quasi-Garantie“ einer Saisonkarte angesehen haben und dann eben davon überrascht waren, dass es deuitlich mehr Zettel als Karten gab… dies hätte aber eben jedem klar sein müssen, der das Konzept gelesen hatte.

      Stichwort: „500 Arschlöcher“
      Ich hab keine Ahnung, ob die Zahl zutrifft, halte sie bei der Anzahl der Gesamtkarten subjektiv für deutlich zu hoch aber das ist auch nicht Thema. Sag mir, wie Du diese „Arschlöcher“ identifizieren willst. Sag mir, wie Du es vermeiden würdest, dass die sich wieder um Karten bemühen und erneut welche kriegen. Sag mir, wie es laufen soll… und egal welche Lösung Du bietest, es wird genug Leute geben, die daran etwas auszusetzen haben. Die faire Lösung gibt es nicht, solange die Nachfrage so hoch und das Angebot so niedrig ist. Die fairste Möglichkeit war eben noch die „Härtefallregelung“, mit der nun zumindest der objektiv größte Teil derer bedacht wurde, der es „verdient“ hatte. (Bitte keine Wortklaubereien, mir fehlt ein besserer Ausdruck bzw. ich will damit keinesfalls ausdrücken, dass es nicht auch andere „verdient“ gehabt hätten.)

      Aus diesem Grund haben nun sich ziemlich viele Leute nen Kopf gemacht und sich für das Aussetzen des Systems entschieden, in Ermangelung einer fairen und praktikablen Alternative. Kann man gut finden, kann man kritisieren… aber bei aller Kritik empfinde ich Deine Argumentation weiterhin als absolut hinkend.

      Und wer ihn sich anziehen möge, dem reiche ich auch gerne noch folgenden Schuh: Es gab genug Möglichkeiten, sich einzubringen und eigene Ideen zu liefern, wie es dieses Jahr umgesetzt werden soll. Wer hat sich die Mühe gemacht, und diese Ideen selber beim Fanladen/Verein/USP eingereicht? (Und nein, schreiben eines Internet-Artikels ist damit nicht gemeint)

      Meckern geht im Nachhinein immer leicht, aber die Erkenntnis gab es ja letztes Jahr auch schon.

      • Die Zahl 500 habe ich hierher: „Leider wurden Teile der Vorbereitung von einem asozialen und egoistischen Verhalten vieler Fans am Anmeldetag unterlaufen, mit dem wir in dieser Intensität in der Tat nicht gerechnet haben und über das wir erschrocken sind. Unseren Schätzungen zufolge handelte es sich um rund 500 Personen, die sich in die Schlange der Wartenden gedrängelt haben und so die Fans, die sich ehrlich angestellt haben, um ihren Platz in der Reihe betrogen.“
        aus der Stellungnahme USP/Fanladen – http://ab-in-den-sueden.org/

      • @Frodo – „Gaar nicht“ würde meine Tochter jetzt antworten – ich meine ganz und gar nicht das Verfahren der Quittungskaskade und Du darfst davon ausgehen, dass ich das „Risiko“ verstanden habe, was es bedeutet sich vergeblich anzustellen. Nein, das meine ich nicht, sondern die Organisation der Quittungsausgabe in der Süd – nun frage ich doch nochmal, weil ich niemandem zu unrecht zu nahe treten will: wer hat die denn organisiert? Mir wurde damals gesagt, das sei der Fanladen gewesen.

        500 Arschlöcher vs. „Härtefälle“ – d’accord, habe ich hier ja auch schon mehrfach eingreäumt, dass ich die Härtefallregelung https://www.stpaulinu.de/its-a-kind-of-magic/fc-st-pauli-saisonkarten-sudkurve-fur-drangelopfer-offiziell-hartfalle-genannt) gut finde. Bleiben trotzdem noch 500 Arschlöcher (und lass es 300 sein..).

        Besser machen: da gab es viele Vorschläge, bspw. aus dem Forum, die ich am besten fand habe ich hier erwähnt . Und nun nähern wir uns dem Kern dieser Diskussion, wenn Du sagst, dass „sich ziemlich viele Leute nen Kopf gemacht und sich für das Aussetzen des Systems entschieden“ haben. Wieso, weshalb, wie transparent denn? Und worum ging es denn da? Um das sichern von Pfründen vielleicht auch? Muss ich im Fanladen stehen um meine Meinung abgeben zu dürfen oder wemauchimmer beitreten? Ich finde, es täte der so genannten „aktiven Fanszene“ ganz gut, wenn sie ihre Motivationen und Aktionen ein wenig öffentlicher machte. Ich bewege mich außen herum, habe wenig Zeit mich noch tiefer zu engagieren, ja das stimmt – und dennoch manifestiere ich meine Meinung hier. So wie bspw. auch viele „nicht-organisierte“ das mit dem Jolly Rouge getan haben.

  • Ich kann mich da nur Frodo anschließen. Und aus meiner Sicht triffst du wenn überhaupt hier den Falschen, denn das Projekt „Ab in den Süden“ hat sehr wenig mit dem Fanladen zu tun. Die waren natürlich in die Organisation eingebunden, aber keine treibende inhaltliche Kraft. Und eingebunden sein müssen sie schon aufgrund ihres „gesetzlichen“ Auftrages, der da heißt: Fans in ihren Ideen und Entwicklungen unterstützen. Das Konzept an sich mag man ablehnen, aber das denke ich würdest du auch nicht tun.

    @ Momo: Wie dir auch schon per Mail geschrieben: Das mit den BS stellt sich aus meiner Sicht etwas komplexer da. Leider. Glaube mir, ich würde die lieber heute als morgen los werden und zwar aus den von dir genannten Gründen.

    • @headnut

      „Und aus meiner Sicht triffst du wenn überhaupt hier den Falschen, denn das Projekt “Ab in den Süden” hat sehr wenig mit dem Fanladen zu tun“ — das nehme nicht nur ich anders wahr. Vielleicht ein Problem, dass wir nebenbei noch mal besprechen sollten, dass Leuten wie mir, die zwar interessiert sind, aber ein wenig weiter im Orbit um den FCSP kreisen, das nicht klar zu vermitteln ist, wer denn nun wer ist ;()

  • Nee nee nee, den Text kann ich nicht nachvollziehen.
    Der Satz „ein vollkommen überforderter Fanladen kann keine gerechte Verteilung der Saisonkarten-quittungen organisieren“ ist mir ein echtes Rätsel, wie kommst Du auf so einen Blödsinn? Du weisst es doch besser, wie ich aus unseren Gesprächen weiß, denn so verbohrt bist Du eigentlich nicht.
    Die Ausgabe der Zettel im Fanladen lief wunderbar, nur war es eben keine „Quittung“, sondern so ne Art Vorbedingung zum Anstehen. Kann man gut finden, kann man kritisieren, aber ein derartiges Verdrehen der Sachlage ist mir wirklich unbegreiflich.
    Unterm Strich: Ich kenne kein faireres Verfahren, das haben die Diskussionen letztes Jahr gezeigt, und auch Du kannst hier keines liefern. Alleine der Verweis auf andere Vereine hinkt ja schon, da es eben ein derartiges Konzept bei keinem anderen Verein gibt, schon gar nicht mit der akuten „Alle alternativen Standorte sind ausverkauft!“-Problematik wie bei uns.
    Und dank der „Härtefallregelung“ sind im letzten Jahr ja auch viele noch mit einer Karte bedacht worden.

    Ich kann verstehen (ähnlich wie auch bei Frau Jeky), dass Du persönlich diese Regelung doof findest, weil sie Dich „bestraft“. Mir fehlt aber ein bißchen der Blick auf die Gesamtsituation bzw. der konstruktive Ansatz, da ist mir zu viel Verbitterung dabei, insbesondere weil die Härtefallregelung hierbei völlig ignoriert wird.

    Nichts für ungut, aber vielleicht ahst Du diese Woche ja mal Zeit zum Essen im Clubheim oder im Raval, dann können wir das gerne nochmal ausschnacken :)

  • !!! aber sowas von. für mich bestätigt sich nur wieder die annahme, dass es sich bei dem „debakel“ um eine geplante aktion gehandelt hat. diese nachträgliche legitimation in form einer verlängerung für die vordrängler zeigt ja, dass das genau die leute sind die die selbstverwaltete kurve dort haben will. wie verhindert man, dass diese ganzen spießigen nachtsanstehermodefans die ganze süd verseuchen? die rwünschteren leute haben anscheinend schon dafür gesorgt, dass sie eine karte bekommen und dafür werden sie nun eben belohnt. soll sich ja auch nicht wiederholen, dieses debakel.

    • Soweit würde ich nicht gehen, aber das als akzeptabel zu empfinden, dass man mit 500 Arschlöchern da steht, legt natürlich den Gedanken nahe, dass unten eigenen keiner leer ausgegangen ist. Schlimm.

  • Ooops, Verlinkung erst jetzt gesehen – Danke!

  • Bei allem vollkommenen Verständnis für die Position, und als Dauerkartenbesitzer habe ich eh gut reden, trotzdem: Die Härtefallregelung kann ja nicht völlig ignoriert werden, oder?

    Die Verknüpfung des Themas mit dem Rückbau der Business-Seats hingegen ist richtig, auch gestern war ja zudem wieder erstaunlich, wie viele Hannoveraner da waren. Und da bin ich auch immer noch entsetzt über die Naivität und Selbstgenügsamkeit vom Kiezkicker über den Übersteiger bis zum Magischen FC, verzeiht mir, was für ein multidimensionales Eigentor mit der Ablehnung des Antrages geschossen wurde.

    Da ging es aber um bezahlbare Sitzplätze, zunächst, Jeky. Was als Thema auch nicht ignoriert werden sollte. Meiner ist für Normalos ja schon kaum bezahlbar, um die 400 Euro auf Grundlinienhöhe ist auch kein Pappenstil. Glaube, dass man das nach vorne guckend genau diese Eckpfeiler einrammen muss, und vielleicht eher an die Jolly Rouge schwenkenden auf der Süd appellieren sollte, ob es sich dabei um Onanie oder etwas mehr handelt. Nix gegen Onanie, übrigens.

    Westerwelle wäre übrigens: Wer am meisten zahlt, kriegt den Platz – oder wer am meisten „leistet“. Mit Westerwelle ließe sich argumentieren, dass es sich bei den Besitzstandswahrern um so was wie Gewerkschaften handele ;-) … das Argument ist schief. Aber das, was Du schreibst, ist ein Grund mehr für eine AOMV. Da können die Antragsablehner ja dann noch mal zeigen, was wirklich in ihnen steckt.

    • Die Härtefallregelung fand ich auch gut, da hat Sven Brux, bei aller Kritik an ihm auch von meiner Seite, mal etwas sehr gerechtes ausbaldowert. Ändert aber nichts daran, dass 500 Arschlöcher auf dieser Tribüne stehen!

    • Zumal nach Westerwellscher Logik Vordrängeln ja auch eine sehr effiziente Form der Leistung ist. Nun würde ich mich anstelle USP schon fragen, wieso diese Leistungsträger so gut zu ihnen passen ;(

    • Die Antragsablehnung kann ich ja als gelernter Banker noch nachvollziehen, Kreditzusagen auf ein Konzept stützen, dem man dann plötzlich den Boden entzieht, ist in der Tat nicht unkritisch. Wobei ich bezweifle, dass die Gegenstimmen sich durchweg an den wirtschaftlichen Interessen des Vereins orientiert haben. Tun sie sonst auch nicht, wenn es den eigenen Interessen dient.

      Die Härtefallregelung fand ich sehr gut, hab ich auch hier https://santapauli.wordpress.com/2010/03/06/word-herr-brux-stellungnahme-des-fc-sankt-pauli-zum-dk-debakel/ geschrieben.

      Das konnte ich auch gut akzeptieren, obwohl ich nicht dazugehört habe, weil ich zur Regionalliga mit Einzelkarten angereist bin, damals hat mein Job mir nicht die Möglichkeiten geboten, die ich heute habe.

      Es gab sicher auch eine Menge Leute, die lange Jahre in der RL eine DK hatten, sich keine mehr leisten konnten und eben jetzt in die Röhre schauen.

      Aber mir gehts um die Gelassenheit, mit der diese Entscheidung jetzt hingenommen wird, die Kurvenzusammensetzung klar geht und man sich mit einer für sich angenehmen DK-Verlängerung zurücklehnt.

  • Und ich meine sie Gagen wieder beim FCSP, die im Süden:

    „Dass das wahre Leben sei, dass gegagelt wird, das soll per Projektion suggeriert werden: Also richtige Fouls ungeahndet bleiben, während solche, die keine waren, gepfiffen werden. Gageln heißt, den Ausnahmezustand als Souveränität über die Regel zu begreifen und nicht sie, sondern Willkür auszulegen. Noch nicht einmal Parteilichkeit lässt dem Gageln sich entnehmen, während genüsslich Verhalten an den Tag gelegt wird, dass der Aufforderung zur Körperverletzung gefährlich nahe kommt.

    Das Gageln des Gagelmann-Dämons will auch einflüstern, mit ihm umzugehen sei Pragmatismus, Realismus, und wer sich nicht auf die Gemeinheiten des Alltags einließe und mitmache, würde untergehen. Zur Suggestion all dessen dienen die Projektionen, in denen Millionärsgattinnen in Isernhagen ebenso leben wie ein Herr Schlaudraff.“

    via https://metalust.wordpress.com/

  • 500 Vordrängler ist aber auch nun total übertrieben. Sagt man.
    Und die Kurvenzusammensetzung geht total klar. Sagt man.
    Wahrscheinlich hat man da sogar irgendwie Recht…

    • Ach da war man ja schon immer gut drin, Versagen zu verharmlosen – alle Quellen, die ich damals zurate gezogen habe und meine eigene Einschätzung liegen da bei 500 – 1/4 der Gesamtvergabe!! – für mich ist das aber auch nachrangig, um welche Zahl es geht. Wichtig ist: diese Saison war das Konzept „Ab in den Süden“ ohne Legitimation! – und nun, in dem Moment in dem man alles „wieder geradebiegen“ könnte, wird das Unrecht zementiert. Ich bin maßlos enttäuscht, dass sich der Süden und USP zu einer Art Kleintelpartei im Verein entwickeln. Die merken sicher gar nicht, wie Westerwelle in dem wirkt, was sie tun.

      • Weiß ich doch. Ist alles ironisch gemeint, an die Aussagen im Forum angelehnt.

        Wer hat denn bitte außer den leer Ausgegangenen ein Interesse am Geradebiegen? Da müsste man sich ja auch mit der am lautesten krakeelenden Gruppe wieder neu auseinandersetzen, die man gerade so schön zum schweigen gebracht hat mit dem Verlängerungs-Goodie.

        Herr Orth ist für so was nicht wirklich der Typ. Glaube ich.

  • Das Problem liegt für mich darin, daß es keine praktikable Lösung gibt. Durch Anstehen Supportwilligkeit nachzuweisen fand ich schon immer obskur. Und daß durch ständig wechselndes Publikum besserer Support entstehen soll klingt für mich auch schräg. Die Idee, die besonders Supportwilligen in einer Kurve zu versammeln ist klasse muß aber schiefgehen, wenn es keine Ausweichmöglichkeit im Stadion gibt.

    • Ich finde Anstehen nicht so schlecht, eine Saisoninitiation sozusagen ;) – nur muss man der Fairness genügen. Gerade wenn im Vorjahr so ein Debakel passiert ist.