Scheiss St. Pauli

Nach Chemnitz, Cottbus und Rostock haben sich nun endlich die Fans das Vizestadtmeisters HSV in die Liste derjenigen eintragen können, die sich partout nicht benehmen wollen, wenn sie auf St. Pauli und am Millerntor zu Gast sind.

Anti-St. Pauli Gesänge, wie „Scheiss St. Pauli“ kommen meist von rechts Osten

Die immer wieder gerne wiederholten, deswegen aber nicht kreativer werdenden „Scheiss-St. Pauli“-Rufe des HSV-Anhangs wurden seinerzeit nur noch durch das „Deutsche wehrt euch, geht nicht zu St. Pauli“ getoppt – sie zeigen aber immer wieder den tiefen Komplex, der einige Menschen befällt, wenn sie und ihre Aggressionen an der liebenswerten Ironie unseres Stadtteils abperlen.

Zum Derby hat „Scheiß Sankt Pauli“ Hochkonjunktur

Gestern stand ich eine Weile am Millerntorplatz herum, ein „Hansa“-Pils genießend, als eine kleine Gruppe HSVer, von doppelt so vielen Polizisten begleitet, ihren Sonntagsspaziergang zum Kiez unternahm.

„Scheiss-St. Pauli, Scheiss-St. Pauli“ schallte es herüber. Eine Einladung, die wir gerne annahmen und fröhlich einstimmten.

Die Freude, Mitsänger gefunden zu haben (immerhin gibt es tatsächlich einige Dinge, die Scheisse sind bei St. Pauli, die vielen Rauten in den Business-Logen zum Beispiel, aber das ist eine andere Geschichte) – nun, eben diese Freude, dass auch andere mitsangen, kippte und fiel, das konnte man der entgleisenden Mimik deutlich entnehmen, in blankes Unverständnis um, als erkannt wurde, wer da mit in das Grölen einstimmte. 🙂

Eine schmerzhafte Divergenz zwischen dem, was der Kerl da hörte (Feind des Pauli ist mein Freund) und dem was er da sah (lauter Jolly Rogers auf schwarzen Sweatshirts). … und weil das schon mal ein toller Auftakt zum feinen Derby war, mehr davon:

Wie zeitlos populär der auf den Sänger zurückfallende Schmähgesang ist, zeigt sich zuletzt beim Hamburger Derby im Volkspark. Obwohl wegen Corona nur 1.000 Zuschauer zugelassen und ausschliesslich HSVer anwesend waren, entblödete sich der gesamte Anhang des Vizestadtmeisters, statt seine 11 zu spporten, Scheiss St. Pauli zu rufen.

Es bleibt erbärmlich. Und witzig.

Der 23,5 Mio. Euro HSV-Deal Pokalaus Paulihaus Podcast

„Ich glaub das jetzt nicht“, hast Du das in den letzten Tagen auch öfter gedacht?

HSV Deal mit dem Stadiongrund, der Paulihaus Ausverkauf, Marvin Knoll in Engsberg, St. Paulis Pokalpleite und die Angst vor dem grossen Schulle-Irrtum?

Das sind unsere Themen, die Markus und ich heute in unserem Podcast besprechen:

Links:

SUPPORT your local Podcast: https://steadyhq.com/en/stpauli

PAULIHAUS SKANDAL: Youtube

HSV Deal: https://www.focus.de/regional/hamburg/fragwuerdiger-verkauf-fuer-eine-mark

Der Pyro-Schande Quatsch und warum dieser Podcast vielleicht von HSV Ultras ein Dankessschreiben bekommt, ausgerechnet ;)

Chaoten, Randale, Spielabbruch:

Pyro im Stadion: Kultur oder Randale?
Photo credit: Florian Christoph on Visual Hunt / CC BY

Pyrotechnik im Stadion erhitzt die Gemüter.

Hier diskutieren im Rahmen des Podcasts „FSTPWL“ Willi und Erik, eure Hosts mit Oliver, unserem HSVer der Herzen.
Themen:
1. Titz vs. Kauczinsky
1. Das Derby
1. Das Pyro
1. Homophobie im Fußball
Pickepackevoller Podcast aus den Hamburger Katwick Studios in der Schanze.

Hamburger Blutgrätsche Episode 3: HSV St. Pauli Podcast

"Sankt Pauli ist für mich der Beginn der Saison" – Vorfreude beim HSV – FCSP Derby-Podcast

Mopo Derbysieg Titelseite
Mopo Titel beim letzten Derbysieg des FCSP. Verewigt in Holz. Foto: Erik Hauth, SPNU

Am Dienstag der englischen Woche trafen sich die Hosts des St. Pauli Podcasts mit zwei HSV Fans zum Derby-Podcast.
Keine Angst, wir haben uns nicht gegenseitig überfallen, allerdings so angeregt diskutiert, dass nicht aufgefallen ist, dass die Festplatte übergelaufen ist. Trotzdem sind 26 Minuten als Leckerli und Podcast Vorfeude übrig geblieben.

Enjoy und ein friedliches aber intensives Hamburger Derby!

„Ihr könnt gerne das Derby gewinnen; wir wollen am Ende nur Erster oder Zweiter in der Tabelle sein“ – damit eröffnet Michi (HSV) den Tipp und den Reigen um das Derby.

Derby-Podcast Themen:

Blutgrätsche Podcast Crew

  • Rückblick zum 5:0 gegen Jahn Regensburg
  • Derby Tipps
  • Warum ist der HSV einmal „sexy“ gewesen
    • Magath und was das mit Buchtmann zu tun hat 😉
  • Unsere Tipps. Spoiler, ist beinahe alles dabei 😉

St. Pauli Hooligans gegen ein friedliches Derby

HSV Grafitti Altona
Wären diese Typen von rechts, hätten sie bestimmt einen doofen Namen, wie HOGEFDE: „Hooligans gegen ein friedliches Derby“, haben sie nicht, sind trotzdem nicht besser.
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben sich die Rivalitäten zwischen Teilen der Fanschaft des HSV und des FC St. Pauli zu echtem Hass hochgeschaukelt; inklusive schwerer Verletzungen – auch Unbeteiligter. Eine Woche vor dem Derby, droht die Lage erneut zu eskalieren.
Am Freitag Abend erreichten mich zwei Nachrichten aus vertrauenswürdigen Quellen. Die eine beschrieb einen Überfall von 20 St. Paulianern auf sechs HSV Ultras, die von einer lustigen Choreobastelei übrig geblieben waren und nun mit Pfefferspray und Schlägen traktiert wurden; angeblich von Anhängern unseres Klubs.
Die darauf folgende Mobilmachung der HSVer kann ich unter Zuhilfenahme meiner Jugenderinnerungen, als auch mein Handeln vom Testosteron gesteuert wurde, sogar beinahe verstehen. 100 von denen sammelten sich auf dem Heiligengeistfeld, um „Zecken zu klatschen“, wie es hieß. Da unsere Ultras da gerade in Ingolstadt den Auswärtssieg feierten, frage ich mich, wen sie da treffen wollten, wenn nicht wieder Unbeteiligte?
Und das ist die Krux an der ganzen Sache: Das sind keine Hooligans der alten Schule mehr, die sich auf dem Acker am Dorfrand treffen und sich fröhlich die Kiefer zerknarzen, um dann nachher ein Bier zu trinken und Aufnäher auszutauschen. Das sind auch keine Ultras, da nehme ich explizit unsere von USP in Schutz, zuviel Respekt hat sich da bei mir über die Jahre aufgebaut.

Aber wer sind die, vor allem die, die unsere Farben tragen?

Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss: Diese Hools kosten vieles von dem, was diesen Verein und seine Fanschaft ausmacht.

„Grundlos schlagen sie Leute“, Jakub von den St. Pauli Champs über Nazi-Skins, HH 1985

Jugendgewalt ist auf St. Pauli kein neues Phänomen

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen war es in Hamburg sogar noch gefährlicher, mit einer Bomberjacke durch die Straßen zu latschen, als heute. Auf dem Kiez regierten die St. Pauli Champs, die nicht lange fackelten und jeden, der ihnen gerade nicht passte, nach einer kleinen Bemerkung, einem kleinen Rempler, anzugreifen. „Bist Du Popper?“, hieß es da oder wahlweise „Mod“ (die Mods waren irgendwie immer Opfer, obwohl sie die beste Musik hörten). Der verbalen Kurzankündigung folgte dann ein Angriff mit Übermacht. 20 gegen sechs oder gegen einen war da eher Regel, als eine Ausnahme.
Ich war sehr froh, als 1985 die Doku „Wild in den Straßen“ erschien, denn nun glaubten mir meine Eltern, was wir als Jugendliche so durchmachten. Ein Kamerateam des NDR hatte das Leben der Champs in einem Fernsehfilm dokumentiert.
Ich habe für die aktuellen Probleme keine Lösung, aber das sichere Gefühl, dass uns das St. Pauli, das wir lieben, abhanden kommt wenn wir nun nicht aufpassen.

Man kann auch mal Dissen!

Ich würde gerne mehr über die Hools erfahren, die sich da auch in meinem Namen auf einen Rachefeldzug, als Antwort auf „HSV Hools„-Angriffe der letzten Zeit, begeben haben.
Ich wünsche mir, dass wir, dass der FC St. Pauli klare Worte und eine klare Haltung finden, diese Typen auch mal zu dissen! Gleichzeitig sollten wir eine ernsthafte Diskussion darüber führen, was geht und was nicht, wenn man unsere, meine, Deine, auch ihre Farben trägt.

Welche Grenzen mann nicht überschreiten darf, wenn man St. Paulianer ist:

  1. Keine Unbeteiligten verletzen
  2. Keine Waffen verwenden
  3. „Heiliger Boden, Highlander“; Orte finden, die „heilig“ sind, wie die Halle, in der  der anderen bspw. ihre Choreos basteln – oder die Fanläden am Holstenstraße S-Bahnhof, das Jolly Roger und unser Fanladen am Millerntor.

Wenn die Jungs mit Testosteronhintergrund bei uns im Stadion sind, dann hätte ich sie gerne betreut. Vielleicht mit Stadionauflagen, wie einem Anti-Aggressionstraining oder durch Ordnerninnen, die alle den 3. Dan in Karate haben.
Und ja, von unser Südkurve, von USP wünsche ich mir auch eine öffentliche Reaktion. Ein Abgrenzen von diesen Aktionen, auch damit das blöde Ultrabashing sich nicht weiter verfestigen kann. Vielleicht brauchen unsere Ultràs auch einfach einen „politischen Arm“, der ihre Anliegen in der Öffentlichkeit vertritt, eine Art „Sin Fein“ aus Sankt Pauli. Damit ich verdammt nochmal verstehe, was der Zirkus soll.
Ein gemeinsamer Marsch zur Müllverbrennungsanlage der gesamten Fanschaft ist schon mal ein guter Anfang – und sicherer für alle Beteiligten. Wichtig wäre, dass die Hools, unsere, nicht dabei sind und sich nicht in unserer Mitte verbergen können. Meinetwegen sollen die mit dem 187er nach Osdorf fahren, ihre Gegenspieler auf der Pferdeweide treffen, wie ihre Vorgänger aus den 80er Jahren.

Auswärtskarten HSV – immer Ärger mit dem Eventim Online-Shop

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Tickets für das Public Viewing am Millerntor findet ihr im Onlineshop für Auswärtskarten des FCSP.

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Alter Schwede, das ging schnell. Nach wenigen Minuten war das Gästekontingent des FC St. Pauli für das Auswärtsspiel beim HSV ausverkauft– wobei viele St. Paulianer am Ende ohne Ticket dastanden; mutmaßlich auch weil die Software des Ticketanbieters Eventim überfordert war.

Die Geschichte einer Ticketbuchung


Ich hatte mich sicherheitshalber schon vor 9:00 Uhr, dem offiziellen Start des Vorverkaufs des Auwärtsspiels beim Stadtrivalen im Auswärtsticketshop des FC St. Pauli eingeloggt und tatsächlich, nach sieben Sekunden Warezeit wurde ich weitergeleitet.
Es gab eine Auswahl lauter P-Blöcke, aber kaum einen Hinweis darauf, wo welcher Block war. OK, das muss ich mir merken, das soll man sich wohl vorher anschauen. Obwohl ich finde, das kann man als Ticketanbieter ruhig als Service anbieten und wenn es eine kleine Übersicht ist.

Eventim: Rumpeliger Online-Ticketshop mit lauter Fehlern

Nach einer kurzen Weile habe ich den Bereich für die Stehplätze gefunden (19.00 EUR), musste aber erst einmal verstehen, dass die ROTEN Sitze die freien Stehplätze sind. Das ist ja nicht gerade intuitiv.
OK, ist das ersteinmal herausgefunden, kann man einzelne Sitze anklicken und dann auf den Buchen-Button drücken. Und dann passiert: NICHTS!
Bester Ticket Online Shop? Ich musste lachen, bitter lachen!
Oh, denke ich, „da hab ich vielleicht was falsch gemacht“. Zurück zur Auswahl, neuen Stehplatz ausgesucht (auf den roten Platz geklickt) und dann auf „Bestellung abschließen“. Dann erscheint ein neues Fenster mit lauter weißen Sitzen, auf dem ich angeblich einen „Block auswählen“ soll. Häh?
Die Zeit verstreicht und so langsam werde ich nervös.
Nach minutenlangem Fehler-generieren (keine Sorge, ich bin vom Fach!), ist die Stehplatzkategorie ausverkauft. Das mutmaße ich, denn vom System kommt nur die Reaktion, dass der Button für diesen Block nicht anklickbar und bald danach nicht mehr sichtbar ist.
OK, dann eben ein Sitzplatz (53.00 EUR!). Auch hier gestaltet sich der Prozess schwierig. Immerhin, endlich landet auch mal ein angeklickter Platz im Warenkorb. Nach viel Hassle mit der Kreditkartenzahlung habe ich mich dann, weidwund geschossen, auf eine SEPA Zahlung mit dem (nach User-Interface Maßstäben) 90er Jahre System von Eventim einigen können.
Nun habe ich doch noch ein Ticket ergattert, ein viel zu teures und ein wenig betrogen fühle ich mich auch. Immerhin bin ich an Erkenntnis reicher. Nämlich der, dass Eventim in all den Jahren seit meinem letzten Versuch, unter Last ein Ticketzu ordern, so gar nichts dazu gelernt hat. Schlimm.

Der Bestellvorgang im Check

Der FC St. Pauli hatte vor dem erwarteten Ansturm den Bestellprozess beschrieben. Schauen wir mal, ob ich hier etwas „falsch“ verstanden habe:

  • Bei einer hohen Nachfrage mit einer entsprechend sehr hohen Anzahl an gleichzeitigen Zugriffen auf den Online-Shop wird es nur einem Teil der Ticketinteressenten ermöglicht, in den Shop zu gelangen, um auf die verfügbaren Tickets zuzugreifen. Alle anderen, die auch ein Ticket kaufen möchten, erhalten beim Aufruf des Shops eine entsprechende Warteinfo und werden automatisch weitergeleitet, wenn wieder Tickets buchbar werden (z.B. weil Tickets aus Warenkörben wieder entfernt werden).
    -> Hab ich getan, wurde nach sieben Sekunden in den Shop geleitet
  • Die Warteseite daher bitte nicht verlassen oder aktualisieren. Sollten Tickets wieder buchbar werden, erfolgt die Weiterleitung in den Shop automatisch!
    -> Check, OK
  • Alle, die sich im Shop befinden, können, sobald sich das gewünschte Ticket im Warenkorb befindet, den Bestellvorgang vervollständigen (Versandart auswählen, Bezahlung durchführen).
    -> KEIN HINWEIS, DASS SICH EIN AUSGEWÄHLTER SITZ NICHT IN DEN WARENKORB VERSCHIEBEN LÄSST!
    -> Check, OK, alles richtig gemacht
    -> Offensichtlich liegt hier der Systemfehler!
  • Um die Buchung erfolgreich abzuschließen, darf der Bestellvorgang nicht verlassen werden. Sobald das gesamte zur Verfügung stehende Ticketkontingent vergriffen ist, wird das Spiel aus dem Shop genommen und ein entsprechender Hinweis platziert. Alle, die zu diesem Zeitpunkt noch die Warteinfo haben, werden dann leider keine Tickets mehr buchen können.
    -> QED 🙁

Hej, FC St. Pauli. Wenn ihr diesen Sommer schon „alles“ auf den Prüfstand stellt, dann fügt doch diesen Schrott von Software zu eurer Liste hinzu. Bin echt bedient!
Ich nehme zwar persönlich nicht an, dass diese Fehlermeldung in einem so genannten „Bug-Report“ bei Eventim landet; aber als Romantiker ergänze ich diesen Rant trotzdem um die Infos, um die mich meine Entwickler immer bitten:

  • OS: Mac OSX High Sierra 10.13.6
  • Browser: Safari, Version 11.1.2 (13605.3.8)
  • Log-in Status: eingeloggt, Session Handling aktiv

Zum Hamburger Derby: Public Viewing am Millerntor genehmigt!

Hurrah: Es gibt ein Public Viewing am Millerntor

Genehmigt: es gibt ein Public Viewing am FCSP Millerntor zum Derby beim HSV

Nachdem die Polizei Hamburg „dringend empfohlen“ hatte, das Millerntor für ein Public Viewing zu öffnen, hat sich nun auch Rechteinhaber Sky dazu durchgerungen, die erforderliche Erlaubnis zu erteilen, das Spiel HSV gegen den FC St. Pauli am 30.09.2018 öffentlich im Stadion zu zeigen.
Geöffnet werden:

  1. Südtribüne
  2. Gegengerade

Kinder bis 10 Jahren haben freien Eintritt. Alle Anhängerinnen und Anhänger des FC St. Pauli, die das Derby am Millerntor sehen wollen, sollten die Vorverkaufsmöglichkeiten nutzen und die Tickets frühzeitig erwerben. Die Leinwände für das Public Viewing werden vor der Gegengerade und der Südkurve aufgestellt.

Tickets kosten pauschal vier Euro und sind im Auswärtsticketshop des FC St. Pauli erhältlich. Bei einem so geringen Ticketpreis lohnt sich das Ausdrucken am heimischen Printer für 0,00 EUR (print@Home).

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Fun Fact: Der FC St. Pauli erlaubt beim Anschauen des Auswärtsspiels keine Gästefarben ;))

„Beim Public Viewing gelten ähnliche Regelungen wie bei den Ligaspielen der Kiezkicker, so ist der Zutritt in Gästefarben nicht gestattet.“ – LOL, da kann man schon mal durcheinander kommen.

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Derby Public Viewing am Millerntor
Nachdem die 5.500 Tickets für das Auwärtspiel des FC St. Pauli beim Stadtvizemeister HSV am 30. September in Rekordzeit vergriffen waren, organisierte sich die Fanschaft des FC St. Pauli, um den Verein zu ermuntern, wie schon beim letzten Derby das Millerntor Stadion für ein Public Viewing des Spiels zu öffnen.

„Keine 10 Pferde kriegen mich nach Mordor“, H. auf Facebook

Es gibt zahlreiche Fans des FC St. Pauli, die sich keine teuren Tickets für das Derby-Rückspiel gegen den HSV leisten können oder wollen. Das Public Viewing am Millerntor von 2011 war quasi wie ein Heimspiel und ist ein toller Service für Menschen, die nicht nach Mordor können oder wollen

„Wir wollen ein Public Viewing am 30.9.18 am Millerntor“

Über 2.000 3.000 St. Pauli Fans fordern auf Facebook: „Wir wollen ein Public Viewing am 30.9.18 am Millerntor“ und stündlich wurden es mehr.
Der Verein schweigt bisher und das befördert Gerüchte. Von „die sind dran“, bis hin zu „die wollen das nicht“ ist alles dabei. Ich habe beim FCSP nachgefragt, sobald ich Infos erhalte, gebe ich hier Bescheid. hat heute mitgeteilt, dass das Millerntor für ein Public Viewing geöffnet wird.
Achso: ja, auch ich bin für ein Viewing am Millerntor, allerdings nicht „free public“, sondern gerne gegen Eintritt, vielleicht sogar kostenlos für  bestehende Dauer- oder Saisonkarten-Inhaber_innen oder Mitglieder.

HSV – FC St. Pauli: Einmal Derby und dann zurück bitte.

Nun ist es soweit. Der HSV ist abgestiegen, wir haben alle laut gelacht und die lange schon bereit gelegten Facebook-Vorlagen und Sticker heraus gekramt, wie den lachend runterrechnenden Graf Zahl, den Aufkleber „Endlich 2. Liga“ oder die vielen Photoshop-Bildchen, die sich mit der Bundesliga-Uhr beschäftigen.

HSV-St.-Pauli-Western-Stiefel – gesehen in den Collonaden, Hamburg

Ach ja, den Dino haben wir wahlweise gegrillt oder einen Meteor auf ihn plumpsen lassen. Haha, ist doch „nur der HSV“. Und nun? Nach der kurzen Schadenfreude über das Ende des „Liga-Urgesteins“ ist auch irgendwie die Luft raus.
Es wäre an der Zeit zur Vorfreude auf zwei Derbys.

Derby HSV – FCSP: Vorfreude und Frust-Angst

Auf die freue ich mich. Den Titel „Stadtmeister“ tragen wir schon solange, dass er bereits ein wenig muffelt. Höchste Zeit, ihn zu erneuern oder als Trostpreis für eine Liga tiefer an die Vorstadt zurück zu geben.
Das, sagen mir meine Freunde, die der Raute die Daumen drücken, sei für sie ebenfalls das Highlight der nächsten Saison (nach der Auswärtsfahrt nach Sandhausen selbstverständlich). Wenn da nicht die Erinnerungen an das letzte Derby am Millerntor wären, als frustrierte HSV-Hools versuchten die Reeperbahn auseinander zu nehmen. Und da hatte der HSV „nur“ unentschieden gespielt.

Schwarzer Rauch zum Abschied? Das passt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich finde Rivalität wichtig. Und gegen Pyrotechnik habe ich nichts, grundsätzlich. Auch halte ich die Farbe schwarz für einen rauchvollen und fulminanten Abschied aus dem Bundesliga-Zuhause für passend, dem Anlass durchaus angemessen.
Ich wünsche mir, dass wir das Frotzeln wieder erlernen in Hamburg, es in einem geschützten gesellschaftlichen Klima  pflegen können, in dem die Anhänger des FC St. Pauli, seine Kneipen und sein Stadtteil nicht bedroht werden. Was umgekehrt auch für die Rautenträger gilt, liebe Reisegruppe in Rot!
Der beste Spruch, an den ich mich beim vorletzten Derby erinnere, war einigermaßen harmlos, aber traf: „Und nach dem Derby auf einen Galao in die Schanze“ war ein herrlich pointierter Hinweis auf die galoppierende Gentrifizierung des gern „anders“ genannten Vereins. Oder das gemeinsame Absingen von „Wer wird Deutscher Meiser“ am Millerntor. Weiter so bitte; dann wird das Derby 2019 wieder zu einem spannenden Fest in Hamburg.
Und danach bitte einfach wieder aufsteigen. Beim HSV ist es nämlich nicht anders, als mit anderen Gästen: wenn sie zu lange bleiben, fangen sie an zu riechen.

HSV: der lange geplante Abstieg


Der HSV hat es endlich geschafft, nun ist er in der zweiten Liga. Der Abstieg aber, so traurig er auch auf den ersten Blick erscheint, könnte ein wichtiger Schritt in einem perfiden Plans sein. Mich erreichte eine Information, die das jahrelange Siechtum der HSV AG, vormals Hamburger Sportverein (e.V.), in einem neuen Licht erschienen lässt:
Der Abstieg ist mitnichten ein Armutszeugnis stümperhaften Managements, sondern Teil und Höhepunkt eines wohl durchdachten Plans:

Dem HSV-FCSP Derby-Rückspiel Plan

Mich erreichte folgende hochkonspirative Nachricht eines Insiders beim Klub an der Müllverbrennungsanlage, die den Abstieg der Parkausbewohner im Altonaer Wald tatsächlich wie einen „Plan“ aussehen lässt. (Anmerkungen in Kursiv und Links von mir, Text von SH3)

Wer denkt beim HSV läuft es schlecht und wer glaubt der HSV hat kein Plan, der irrt sich gewaltig.

Seit Jahren gibt es einen Plan: den „Rückspiel-Plan”!

Der Verein vom Millerntor, rühmt sich mit dem einen Derbysieg von 2011. Dieser eine Sieg scheint das größte für die „Schmutzigen“ (ist wohl eine Anspielung auf unsere Vereinsfarben: Galao-braun-weiss 😉 zu sein. Verständlich, denn ansonsten schaffen die ja auch gar nichts. Seit Jahren nun muss unser HSV auf ein Rückspiel warten, leider ohne Erfolg.
Wieder und wieder sind wir ihnen entgegen gekommen. (Und das stimmt ja in der Tat. Wie oft hat sich der HSV genau getimed auf einen Relegationsplatz begeben – und wer hat immer wieder geschwächelt? Ja, der FC St. Pauli 😉
Wie oft haben wir uns angeboten, die Relegation war mehrfach mehr als ein gutes Angebot. Aber die Jungs vom Dom sind ja nicht in der Lage dritter der zweiten Liga zu werden. Jahr für Jahr locken wir sie mit schlechten Leistungen.
Aber weil wir ja nicht ewig warten können, kommen wir jetzt runter und beenden dieses dumme Geschwätz vom Stadtmeister, diesem ausgedachten Titel (den man ja aber, wenn dieser Plan authentisch ist, unbedingt wieder haben möchte 😉.
Vermutlich überlegt man am Millerntor bereits hektisch wie man sich diesem Duell noch entziehen kann. Aber weglaufen ist nich…

Wir gehen in die zweite Liga , schlagen den FC St.Pauli und dann ist Ende.

Auf dem Weg zurück in die erste Liga werden wir dann nicht etwa erster oder zweiter, nein natürlich dritter und da heißt der Gegner dann Werder Bremen.
Wir holen die Jungs vom Fischerdorf nach unten, steigen auf und haben unsere Ruhe. Anschließend werden wir sagen, ach es war so schön mal da unten…

 

Endlich 2. Liga #hsv

Aufkleber hsv endlich 2. Liga
Dreimal hat der HSV es versucht, nu hat er es endlich geschafft: Der HSV steht als direkter Absteiger fest.

Hamburg trauert, St. Pauli jubelt

… könnte man denken. Ist aber nicht so. OK, ein wenig Schadenfreude ist erlaubt. Aber wir wären gut beraten, wenn wir Braunweissen uns zuerst um uns selbst kümmern.

Derby in HH

Wir freuen uns auf das neue Derby gegen den HSV am Millerntor. Das zweite erst überhaupt.

Funfact: Der HSV ist Letzter der ewigen 2.-Liga-Tabelle

Mit 0 Toren und 0 Punkten 😉

HSV ODER Sankt Pauli. Beides geht nicht.

Zum ersten Derby am Millerntor, im Jahre 2010, führte ich diese Diskussion das erste Mal. Mit einem alten Freund, einem HSV-Fan, der aber nix dagegen hat, „auch Pauli die Daumen zu drücken“.
Seitdem habe ich immer wieder Menschen getroffen, die zu beiden Hamburger Vereinen halten; nur verstehen kann ich sie nicht.
Das liegt vielleicht an meiner Sozialisation: wie viele St. Pauli Supporter meines Alters, war ich als Schüler und Jugendlicher HSV-Fan. Das änderte sich erst – und an diesen Moment erinnere ich mich noch sehr gut – als im Block E des Volksparkstadions allen Spielern des gegnerischen VfB Stuttgart der Nachname „Jude“ angedichtet wurde.
Zu diesem Verein, der sowas zulässt, wollte ich nicht mehr hingehen. Ich blieb weg.

Viele St. Pauli Fans der ersten Stunde, waren vorher HSV-Fans

Das ging auch vielen anderen Menschen so. Der erste „Schwarze Block“ auf der Gegengeraden, so kann man es in FCSP-Dokus nachhören, wich der Gewalt durch Nazis ans Millerntor aus. St. Pauli Fans waren da die Wenigsten – sie wurden es erst, peu-a-peu.

„HSV und St. Pauli, das sind … nicht nur verschiedene Ligen, sondern Sportarten, ach was: Aggregatszustände. – Jan Freitag bei ZEIT Online

Anders, als man also annehmen könnte, hat meine grundsätzliche Abneigung gegen den HSV keinen regionalkolorierten Bezug. Ich habe mich für den FC St. Pauli und seine Art des politischen Wirkens entschieden und aus denselben Gründen gegen den HSV – Nick Hornby hatte Unrecht.

„We hate the Volkspark Bastards and beat the fucking Sandhausen“

Damit habe ich mich für die Kultur und gegen den modernen Fußball entschieden. Für St. Pauli und gegen Hamburg. Ewald Lienen passt mir besser ins Konzept, als Olaf Scholz.
Nun ist das beim HSV bei Weitem nicht mehr so schlimm, wie in den 80er Jahren, wie ich persönlich erfahren konnte, als mich besagter Freund zum Spiel gegen Darmstadt im Frühjahr einlud. Für ihre Auflösung bei der Gründung der HSV AG bewundere ich die HSV Ultras der CFHH sogar ein wenig. Den HFC Falke zu gründen ist eine konsequente Tat gewesen, von der ich mir nicht sicher wäre, ob viele von uns so etwas hinbekämen, wenn die FCSP AG einst sich gründen sollte.
Trotzdem zuckt da keine Faser in meinem Herzen, wenn ich mir die Spiele der Rothosen ansehe. Ich bin in einem anderen Aggregatzustand, wie Kollege Freitag in der ZEIT schreibt. Ich kann den Zustand eines HSV-Fans nicht mehr annehmen, da hat sich irreversibel etwas verändert in den späten 1980er Jahren.
Wie geht es euch?

Happy Derbysieger-Tag

„Heute kommen die Eindrücke von damals zurück: Von Benedikt Pliquetts weißen Beinen, die er immer magisch dorthin hielt, wo sie gebraucht wurden. Stanis strubbelige, graue Mütze. Die Ecke, Bolls Fuß, das Tor von Gerald Asamoah, und die gleichzeitige Explosion des St. Pauli Fan-Blocks. Mein Herumspringen in der Westkurve, die noch wohlwollenden Gesichter der HSVler, die sicher nur an einen kosmetischen Kratzer glaubten. Das Anrennen ihres Teams und das beherzte Verteidigen unserer Jungs. Dann, endlich: der Abpfiff.“ – EH @zeitonline

Schluss mit auserwählt: Ultras Chosen Few (CFHH) geben Auflösung bekannt

Ich bin ja nun nicht als ausgesprochener Freund von hsv-Ultras bekannt, und doch kann ich Respekt bezeugen – und sollte es auch für die Auflösung der HSV Ultras CFHH, für eine konsequente Haltung von Fans: Eine von zwei Ultra-Gruppen des hsv, #cfhh, haben sich zum 31.5.2015 aufgelöst. Das war länger schon angekündigt und hat im Wesentlichen mit dem Ausverkauf des hsv e.V. an die hsv AG zu tun.

CFHH zeigen Haltung

cfhh HSV Ultras Chosen Few Aufloesung
Screenshot: cfhh, HSV Ultras Chosen Few Auflösung

Die Kritik, die ihnen vor allem in hsv-Umfeld nun wegen des Timings – ein paar Tage vor dem entscheidenden Relegationsspiel gegen den KSC – entgegen schlägt, zeigt mir nur eines: die verbliebenen Anhänger des hsv haben ihre Ultras nie verstanden.
Nun werden sich die CFHH bedanken, gerade aus meiner Richtung Verständnis artikuliert zu bekommen 😉 – meinen Respekt für die konsequente Logik, sich beim der Auflösung des HSV e.V. eben auch aufzulösen, zeige ich gern – und, weil das von mir als St. Paulianer auch erwartet wird hier nochmal mein Choreo-Highlight in Farbe:

Chosen Few HSV-Choreo – „Der Ultrá Banner brennt“

Erneutes Gefahrengebiet ausgerufen: Altonaer Volkspark umstellt

Nach den Jagdszenen auf Dinos am Nachmittag, an dem sich auch Fußballprofis aus Berlin beteiligt haben sollen, eskaliert am Abend die Lage am Hamburger Volkspark.
Und wieder ist Altona Schauplatz schlimmer Szenen, die wir von so genannten „Fans“ nicht mehr sehen wollten. Spieler des abstiegssüchtigen Hamburger Sportvereins werden mit passiver Gewalt an der Heimfahrt gehindert. Es sollen statt Trainern und Sportchefs Eier und sogar Fussbälle fliegen.
Olaf Scholz und sein Oberleutnant haben umgehend reagiert und den Bereich um die Müllverbrennungsanlage weiträumig zum Gefahrengebiet erklärt. Wer blau-weisse Kleidung trägt kann ohne Anlass kontrolliert werden. Der Einsatzleiter der Polizei betont, dass das auch für Aufsichtsräte des HSV gilt.
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