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„Bloggen mit Stimme“ – zusammen mit meinen Gästen spreche ich über den Stadtteil, Fußball und (Pop-)Kultur beim FC St. Pauli. Wie gewohnt sehr persönlich, polemisch und polarisierend.

Podcast from St. Pauli with love

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Nun ist es soweit. Der HSV ist abgestiegen, wir haben alle laut gelacht und die lange schon bereit gelegten Facebook-Vorlagen und Sticker heraus gekramt, wie den lachend runterrechnenden Graf Zahl, den Aufkleber „Endlich 2. Liga“ oder die vielen Photoshop-Bildchen, die sich mit der Bundesliga-Uhr beschäftigen.

HSV-St.-Pauli-Western-Stiefel – gesehen in den Collonaden, Hamburg

Ach ja, den Dino haben wir wahlweise gegrillt oder einen Meteor auf ihn plumpsen lassen. Haha, ist doch „nur der HSV“. Und nun? Nach der kurzen Schadenfreude über das Ende des „Liga-Urgesteins“ ist auch irgendwie die Luft raus.

Es wäre an der Zeit zur Vorfreude auf zwei Derbys.

Derby HSV – FCSP: Vorfreude und Frust-Angst

Auf die freue ich mich. Den Titel „Stadtmeister“ tragen wir schon solange, dass er bereits ein wenig muffelt. Höchste Zeit, ihn zu erneuern oder als Trostpreis für eine Liga tiefer an die Vorstadt zurück zu geben.

Das, sagen mir meine Freunde, die der Raute die Daumen drücken, sei für sie ebenfalls das Highlight der nächsten Saison (nach der Auswärtsfahrt nach Sandhausen selbstverständlich). Wenn da nicht die Erinnerungen an das letzte Derby am Millerntor wären, als frustrierte HSV-Hools versuchten die Reeperbahn auseinander zu nehmen. Und da hatte der HSV „nur“ unentschieden gespielt.

Schwarzer Rauch zum Abschied? Das passt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich finde Rivalität wichtig. Und gegen Pyrotechnik habe ich nichts, grundsätzlich. Auch halte ich die Farbe schwarz für einen rauchvollen und fulminanten Abschied aus dem Bundesliga-Zuhause für passend, dem Anlass durchaus angemessen.

Dennoch wünsche ich mir sehr, dass wir das Frotzeln wieder in einem Raum pflegen können, in dem die Anhänger des FC St. Pauli, seine Kneipen und sein Stadtteil nicht bedroht und beschimpft werden.

Der beste Spruch, an den ich mich beim letzten Derby erinnere, war dann einigermaßen harmlos, aber traf: „Und nach dem Derby auf einen Galao in die Schanze“ war ein herrlich pointierter Hinweis auf die galoppierende Gentrifizierung des gern „anders“ genannten Vereins. Weiter so bitte; dann wird das Derby zu einem spannenden Fest in Hamburg.

Und danach bitte einfach wieder aufsteigen. Beim HSV ist es nämlich nicht anders, als mit anderen Gästen: wenn sie zu lange bleiben, fangen sie an zu nerven.

 

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HSV: der lange geplante Abstieg

Der HSV hat es endlich geschafft, nun ist er in der zweiten Liga. Der Abstieg aber, so traurig er auch auf den ersten Blick erscheint, könnte ein wichtiger Schritt in einem perfiden Plans sein. Mich erreichte eine Information, die das jahrelange Siechtum der HSV AG, vormals Hamburger Sportverein (e.V.), in einem neuen Licht erschienen lässt:

Der Abstieg ist mitnichten ein Armutszeugnis stümperhaften Managements, sondern Teil und Höhepunkt eines wohl durchdachten Plans:

Dem HSV-FCSP Derby-Rückspiel Plan

Mich erreichte folgende hochkonspirative Nachricht eines Insiders beim Klub an der Müllverbrennungsanlage, die den Abstieg der Parkausbewohner im Altonaer Wald tatsächlich wie einen „Plan“ aussehen lässt. (Anmerkungen in Kursiv und Links von mir, Text von SH3)

Wer denkt beim HSV läuft es schlecht und wer glaubt der HSV hat kein Plan, der irrt sich gewaltig.

Seit Jahren gibt es einen Plan: den „Rückspiel-Plan”!

Der Verein vom Millerntor, rühmt sich mit dem einen Derbysieg von 2011. Dieser eine Sieg scheint das größte für die „Schmutzigen“ (ist wohl eine Anspielung auf unsere Vereinsfarben: Galao-braun-weiss ;) zu sein. Verständlich, denn ansonsten schaffen die ja auch gar nichts. Seit Jahren nun muss unser HSV auf ein Rückspiel warten, leider ohne Erfolg.

Wieder und wieder sind wir ihnen entgegen gekommen. (Und das stimmt ja in der Tat. Wie oft hat sich der HSV genau getimed auf einen Relegationsplatz begeben – und wer hat immer wieder geschwächelt? Ja, der FC St. Pauli ;)

Wie oft haben wir uns angeboten, die Relegation war mehrfach mehr als ein gutes Angebot. Aber die Jungs vom Dom sind ja nicht in der Lage dritter der zweiten Liga zu werden. Jahr für Jahr locken wir sie mit schlechten Leistungen.

Aber weil wir ja nicht ewig warten können, kommen wir jetzt runter und beenden dieses dumme Geschwätz vom Stadtmeister, diesem ausgedachten Titel (den man ja aber, wenn dieser Plan authentisch ist, unbedingt wieder haben möchte ;).

Vermutlich überlegt man am Millerntor bereits hektisch wie man sich diesem Duell noch entziehen kann. Aber weglaufen ist nich…

Wir gehen in die zweite Liga , schlagen den FC St.Pauli und dann ist Ende.

Auf dem Weg zurück in die erste Liga werden wir dann nicht etwa erster oder zweiter, nein natürlich dritter und da heißt der Gegner dann Werder Bremen.

Wir holen die Jungs vom Fischerdorf nach unten, steigen auf und haben unsere Ruhe. Anschließend werden wir sagen, ach es war so schön mal da unten…

 

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Endlich 2. Liga #hsv

Aufkleber hsv endlich 2. Liga

Dreimal hat der HSV es versucht, nu hat er es endlich geschafft: Der HSV steht als direkter Absteiger fest.

Hamburg trauert, St. Pauli jubelt

… könnte man denken. Ist aber nicht so. OK, ein wenig Schadenfreude ist erlaubt. Aber wir wären gut beraten, wenn wir Braunweissen uns zuerst um uns selbst kümmern.

Derby in HH

Wir freuen uns auf das neue Derby gegen den HSV am Millerntor. Das zweite erst überhaupt.

Funfact: Der HSV ist Letzter der ewigen 2.-Liga-Tabelle

Mit 0 Toren und 0 Punkten ;)

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Tschüss Lasse. Tschüss Mats. …

Beim letzten Heimspiel werden traditionell die Spieler verabschiedet, die den FC St. Pauli verlassen. Auch am kommenden Wochenende ist es wieder soweit.

Insgesamt verlassen vier Spieler den FCSP nach dieser Saison:

  1. Lasse Sobiech
  2. Joel Keller
  3. Mats Moeller-Daehli
  4. Thibaud Verlinden

Bitte pünktlich sein: 14:45 Uhr beginnt die Spielerverabschiedung

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Alle Alles. Alle für St. Pauli.

Das Heimspiel gegen Greuther Fürth war ein ganz besonderes. Die Mannschaft hatte sich zu einem „Trainingslager daheim“ verabredet. Man hatte sich abgeschottet nach Außen und nach Innen mit den Fans zu einer Energieleistung verabredet, um endlich den Kampf um den Klassenerhalt anzunehmen, der auf St. Pauli „Klassenkampf“ heißt.

Schon Stunden vor dem Anpfiff des Samstag-Mittagsspiels herrschte um das Stadion herum eine angespannte, konzentrierte Ruhe. Früh war St. Pauli unterwegs auf die Ränge. Als die Mannschaft den Rasen betrat wurde es laut am Millerntor – und diese Kraft sollte sich auf den Rasen übertragen.

„So viele Grätschen hat man von St. Pauli das ganze Jahr nicht gesehen“

Ich stand mit Willi dieses Mal im Norden, der Wetterseite, auf die der Westwind eine leichte Brise schickte und wohlwollend die Sonne schien. Von Beginn an machten die Kiezkicker klar, dass sie wollten. Eine Grätsche folgte der nächsten. Die Zweikampfwerte beispielsweise von Ziereis blieben konstant und mit 75% gewonnenen auf einem Top-Niveau.

„Nach den guten ersten 20 Minuten folgten weitere, und nochmal 20“

Nach dem 1:0 in der 7. Minute legte der FC St. Pauli keine Ruhepause ein und konnte die Franken bis zur 45. Minute immer wieder in Schach halten. Der besten Halbzeit der Saison (diesmal mit 2 Trefern) folgte eine weitere sehr gute Kraftleistung, bei der die Boys in Brown auch noch spielerisch zu überzeugen wussten.

„Ich hol uns noch n Bier“, sagte Willi am Ende, als die Ränge auch nach der Ehrenrunde sich nur langsam leerten. Unseren Tribünenschnack haben wir mitgeschnitten. Für Markus, der am Sonnabend nicht dabei sein konnte:

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Was haben Twistringen im Landkreis Diepholz, Polling in Österreich und Magherafelt in Nordirland gemeinsam? Hier überall gibt es St. Pauli Fans, die ihrem Klub ganz fest die Daumen drücken, mit ihrem Support den Spielern des FC St. Pauli Mut machen wollen für die beiden entscheidenden Heimspiele am Millerntor (kommenden Sonnabend um 13:00 gegen Greuther Fürth und die Arminia aus Bielefeld am 6. Mai um 15:30 Uhr).

Wo supported ihr St. Pauli?

Die Idee dazu hatte Harald W., der einen St. Pauli Blog und eine Community auf Facebook betreibt. Ein Zeichen will er setzen, nach all dem Motzen, und ruft via Facebook Beitrag alle St. Pauli Fans weltweit dazu auf, anzugeben von wo aus sie die Boys in Brown unterstützen.

Genug gemotzt – Zeichen setzen,… Lasst uns dem Verein zeigen von wo überall die Daumen gedrückt werden. Euren…

Gepostet von Hamburg ist braun weiss am Montag, 23. April 2018

Eine Weltkarte des Daumendrückens

Inzwischen sind beeindruckend viele Kommentare und kuriose Orte auf der ganzen Welt unter dem Posting zusammen gekommen. W. hat inzwischen aus den vielen Einsendungen eine interaktive Karte erstellt, auf der sich die Kiezkicker gerne anschauen können, in wie vielen Metropolen, abgelegenen Gegenden und wo nebenan ihre Unterstützer wohnen und sie unaufhörlich nach vorne peitschen – auch wenn sie nicht im Stadion sein können.

Wenn das keine Motivaion ist? Und minütlich werden es mehr.

 

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Es war einer der Momente, von denen man erst eine Weile später merkt, dass sie sich unauslöschlich in das eigene Bewusstsein gebrannt haben. Eigentlich war es nämlich gar keine spektakuläre Szene, kein technisch raffiniertes Kabinettstückchen, noch nicht einmal torgefährlich und doch war die Grätsche, die Carsten Rothenbach am 3. Dezember 2011 in der eigenen Hälfte auf St. Paulis rechter Abwehrseite ansetzte, spielentscheidend.

Das ist Abstiegskampf, wie er Spaß machen kann

Der Kaiserslauterer Tiffert hatte die überlegene Elf vom Betzenberg (!) mit einem Eigentor in einen Rückstand geschossen, den die Kiezkicker dann mit Mann und Maus verteidigten. Als Rothenbach gegen Ende des Spiels einen Konter der Pfälzer an der Seite robust abgrätschte, glitschte er auf dem kalten, halb gefrorenen Rasen noch ein Stück weiter über den Kreidestreifen. Dabei schob sich seine Hose bis zur Arschbacke hoch, mit Schlamm und Kreide festgehalten blieb sie auch dort, als er wieder aufstand, die Faust ob des gewonnen Zweikampfs in den Himmel über St. Pauli reckte und tosenden Applaus erntete.

Das war mein „Carsten-Rothenbach-Moment“, ein Moment nach dem ich mich immer sehne, wenn die Elf vom Millerntor die Köpfe hängen lässt und trotz guten Willens nicht in der Lage ist, Heimspiele zu gewinnen.

„Wir brauchen keinen Feuerwehrmann“

Nach desolaten Vorstellungen in den letzten Wochen, stundenlangen Diskussionen über Spieler und Trainer, ist es an der Zeit, sich auch als St. Pauli Supporter an das zu erinnern, was uns ausmacht: die bedingungslose und fröhliche Unterstützung unserer Boys in Brown, egal wie bitter die Umstände sein mögen.

Ich wünsche den aktuellen Spielern des FC St. Pauli, dass sie ihren Moment finden, in dem das Kämpfen, das gemeinsame sich Entgegenstellen wieder so viel Spaß macht, dass man mit matschiger Hose jeden gewonnen Zweikampf feiert, als wäre es der Siegtreffer.

„Gib uns doch mal ne positive Wendung“

In unserem 19:10 St. Pauli Podcast sprachen wir darüber, was wir uns von uns und dem FC St. Pauli wünschen. Den Trailer könnt ihr hier anhören, die ganze Episode gibt es bei Podigee oder Itunes.

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Nein, holt nicht Stani zurück!

Ich wache immer wieder schweißgebadet auf, zuletzt habe ich in Erinnerung, dass mich Al Jarreau zur Seite nimmt und mir sagt, »dass ein Comeback nie die beste Idee ist«.

Dann schaue ich mich in meinem Traum um und merke, dass sich alle ausser mir sehr freuen, einer rennt sogar nackt über die Reeperbahn vor lauter Übermut. Nur ich sitze da in meinem Traum und fange an still zu schreien.

Ich habe immer wieder dieselben Albträume, regelmäßig wenn ein Trainer des FC St. Pauli unter Druck gerät oder gehen muss. Es dauert dann keine Schamsekunde, da kommt vielen St. Paulianern der Name Holger Stanislawski in den Sinn. „Stani komm zurück“, ist dann der Fanruf der Woche und manchmal auch in einer kleinen Hamburger Boulevardzeitung zu lesen.

Die Rufe verhallten auch nicht, als Olaf Janssen im zweiten Halbjahr 2017 versuchte, aus einer talentierten Truppe ein Team zu formen. Olaf beendete die Hinserie so angeschlagen, dass schon Kleinigkeiten, wie seine Ankündigung „nun einen Neustart zu versuchen und alles in Frage zu stellen“ bei mir Insomnia auslösten – aus Angst, dass der Traum wieder losgeht. Nun steht Markus Kauczinski, sein Nachfolger, nach sieben Spielen ohne Sieg auf dem Prüfstand. Und die Träume kommen wieder.

„Wir sind in der Warteschleife“, André Trulsen

„Wir sind in der Warteschleife“, hatte André Trulsen in einer ähnlichen Situation über Holger Stanislawski und ihn einmal gesagt und bei mir sofort Albdruck ausgelöst. Ich träumte, dass ich Pressekonferenzen organisieren musste (im Traum war das alles ganz logisch, dass ich das tat), in denen Stani „dem einen oder anderen“ vorwarf, hinterrücks ihn und seine – also unsere – Boys in Brown infrage zu stellen und davon sprach, dass man sich nun endlich mal „belohnen“ solle.

Vor ihm stand ein riesiger „Reset-Knopf“ auf den unser ehemaliger Team-Manager Christian Bönig die ganze Zeit wütend einschlug.

Seit dem vergangenen Wochenende, beim „Tiefpunkt-Spiel“ gegen den SSV Jahn Regensburg, fragt mein Nebensteher Willi mich, „wer denn jetzt den Supermarkt übernimmt, wenn Stani wieder bei uns ist“?

Mir wird kurz schwarz vor Augen, und ich komme ich erst wieder zu mir, als Al Jarreau mir einige Schnipsel Konfetti aus dem Haar streicht und leise spricht: „Das ist keine gute Idee, Erik“.

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Liebe Freunde auf Facebook

… liebe Leserinnen, Supporter und Mit-St. Paulianer, ob aktiv oder passiv.

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache …

Moin liebe Freunde, liebe Bekannte vom Millerntor, von Auswärtsfahrten, bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken, wir kennen uns aus privaten oder Vereinszusammenhängen, analog oder rein digital. Wir mögen uns oder finden uns gegenseitig zumindest so interessant, dass wir gegenseitig unsere Anfragen akzeptierten, uns lesen und kommentieren. Das bedeutet nicht, dass wir immer einer Meinung sein müssen, um uns auch in Zukunft respektieren und mögen zu können! [click to continue…]

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Wo ist Ewald Lienen?

Aufkleber: Fick Dich 3. Liga

In der Krise fallen die großen Drei des Kiezklubs, Oke Göttlich, Andreas Rettig und Ewald Lienen vor allem durch eines auf: durch ihr Schweigen.

Dabei wäre es an der Zeit, dass sich die drei Top-Manager des Klubs zu Wort melden. Allein schon, damit nicht der Eindruck entsteht, dass man die beiden Neulinge, Markus Kauczinski und Uwe Stöver mit der hausgemachten Misere im Regen stehen lässt. [click to continue…]

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Die Untrainierbaren

Das dritte Mal in Folge vier Jahren starrt der FC St. Pauli und sein Anhang in den Schlund der Dritten Liga. Das Abstiegsgespenst könnte sich langsam mal eine Loge buchen, dann hätten wir wenigstens was davon.

Aber wie konnte es (wieder!) soweit kommen?

An den handelnden Sportleitern liegt es wohl kaum, die sind nämlich in den letzten drei Jahren alle mindestens einmal ausgetauscht worden.

Vielleicht ist ja so einfach, und es liegt an der Mannschaft? [click to continue…]

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Es ist noch nicht so lange her, da hat der FC St. Pauli seinen Werbepartnern einen Leitfaden vorgelegt, in dem Werbung ohne Sexismus angepriesen wird. Bei seiner eigenen Modekollektion scheint schien der FCSP-Shop diese Richtlinien allerdings nicht ganz so konsequent zu beherzigen.

Kollektion Ruby des FC St. Pauli. Screenshot: fcstpauli.com

FC St. Pauli sagt Sorry

Update: Nach eindeutigen, klaren und teilweise heftigen Reaktionen (u.a. in diesem Blog, siehe unten) auf seine Kollektion „RUBY“, hat der FC St. Pauli eingelenkt.

Die Merchandise-Kollektion „Ruby“ hat in den letzten Tagen im Verein und seinem Umfeld für Diskussionen gesorgt. Für das Wording zur Vorstellung der Frauen-Kollektion (u.a. „zauberhaft und liebenswürdig“), das auf sexistische Klischees einzahlt, bittet der FC St. Pauli um Entschuldigung.

Es bleibt zwar offen, wie diese neue Form der Kollektion aussehen wird, auch ist nicht klar, ob Männer in Zukunft ihren Jolly Roger in pink tragen können. Das Eingeständnis eines Fehlers zeigt Größe und unterstreicht eine Entwicklung, die ich mir wünsche und unterstütze.

„Ruby“ ist die werbefreundlichere Umschreibung von Rosa

Mit den Attributen „zauberhaft und liebenswürdig“ bewirbt die Startseite des FC St. Pauli die „neue Kollektion Ruby“; wobei Ruby eine Form von Rosa ist, zumindest sind alle Kleidungsstücke, T-Shirt, Kleider und Hoodies rosa – und offenkundig nur für Frauen gedacht. Das ist nicht schlimm und auch nicht sexistisch im engeren Sinne der Leitlinien. Ein Verein, wie der FC St. Pauli sollte sich aber mehr Gedanken über solch eine Produktauswahl machen, finde ich.

Auch Männer mögen Rosa

Damit weist die Merchandising-Abteilung den Frauen unter den St. Paulifans nicht nur eine Gender-typische Farbe zu (die Shirts gibt es nur in so genannten „Damen-Schnitten“ und nur bis zur Größe XL), sie schließt auch noch Männer aus.

Die St. Pauli Fans reagieren polemisch auf das Angebot in „Hot Pink“

Der Fanclubsprecherrat (FCSR) reagiert bei Facebook mit nicht ganz ernst gemeinten weiteren Vorschlägen.

„Was zusätzlich wünschenswert wäre: Pink/rosafarbener Schal ohne Vereinsfarben. Vergünstigter Eintritt für Frauengruppen mit jeweils ner Flasche Prosecco.“

Das St. Pauli Blog „Lichterkarussel“ sieht den Abstieg schon vollzogen, „während die erste Herren-Fußballmannschaft plötzlich im Abstiegskampf steckt, ist die Merchabteilung schon abgestiegen und möchte weibliche Fans künftig in rosa kleiden. Jungs müssen weiter auf diese schöne Farbe verzichten“.

Korrekte T-Shirt Angebote lohnen einfach nicht?

Vor fünf Jahren habe ich mich schon einmal darüber geärgert, dass es keine St. Pauli Shirts in Pink und für Männer gibt. Damals hat der Chef von Upsolut (ein Mann ;) mir geantwortet, dass sich große Größen und Männer-Schnitte in gewissen Farben nicht verkaufen.

Ein politisch ausgewogenes Sortiment passte offenkundig nicht in die Profitmaximierungsstrategie eines französischen Mischkonzerns. Nun gehört das St. Pauli Merchandising schon seit einiger Zeit wieder dem Verein.

Na?, FC St. Pauli, wie wäre es mit einem Herren T-Shirt mit FC St. Pauli Jolly Roger in 2XL in pink, rosa oder meinetwegen „Ruby“? Ich würde eines kaufen, denn „zauberhaft und liebenswürdig“ steht mir!

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Auf dem Boulevard angekommen

Die Mopo startet eine Kooperation mit einem guten Dutzend Hamburger Bloggern und Influencern. Das unter der Rubrik „Hamburg Insider“ firmierende Angebot aggregiert Beiträge aus vielen verschiedenen Stadtteilen und Themen – darunter auch Beiträge dieses Blogs.

St. Pauli auf Hamburg Insider der MOPO

„Die BILD unter den St. Pauli Blogs“

Ich bin von Bloggern im Umfeld von USP mehr oder weniger scherzhaft ja schon einmal „die BILD unter den St. Pauli Blogs“ genannt worden. Was als Kränkung, Abwertung und maskulines Buffen gemeint war, ist ja aber gar nicht so falsch. Anders, als andere Blogs im St. Pauli Kosmos stehe ich auf gute Headlines, ziehe eine knackige Meinung einem ausgewogenen Sowwohlalsauch, einer juristischen Fachdiskussion oder einem verschreckt-aggressiven Asta-Beitrag vor.

Ich bin in den letzten Jahren immer mal wieder sehr nahe an das Vereinsestablishment heran gerückt, insbesondere beim Gründen des 1910 e.V. und der Segelabteilung. Zur so genannten „aktiven Fanszene“ gehöre ich bis heute nicht. Trotzdem kann ich USP und den ganzen Süden von Herzen lieben und werde von dem einen oder anderen ™ sogar als „Sin Fein von USP“ betitelt. Auch nicht als Kompliment gemeint.

Ich schreibe, was ich will und worüber ich mag. Und wenn das, was ich schreibe Resonanz erzeugt, dann freue ich mich. So eitel darf ich sein ;)

Tribünengespräche sind Boulevard

Ich mag gut gemachten Boulevard-Journalismus. Ich mag es nicht, dass es ganze Postillen gibt, wie die BILD oder auch Teile der Mopo, die Menschen vorführen und verletzen. Das ist kein guter Boulevard. Allerdings das zusammen zu fassen, was die Menschen im Stadtteil bewegt oder was sie auf der Tribüne besprechen, in einer polemischen, alltagstauglichen und gerne auch plakativen Form, sodass sich das Ganze leicht und flockig lesen lässt, das ist Boulevard, wie ich ihn mag.

#bildnotwelcome und MOPO-Koop schließen sich nicht aus

Und warum sollten die Leserinnen der Mopo diesen nicht bekommen? Eben.

Ich freue mich auf Eure Kritik und Meinungen dazu. Es ist als Experiment gedacht, von beiden Seiten. Und ja, an den Werbeeinnahmen partizipiere ich.

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Das Wunder für Bernd

Der FC St. Pauli verlängert seinen Vertrag mit Kapitän Bernd Nehrig

… und ich frage mich ernsthaft, was das soll?

Ewald Lienen konnte bei seinem Amtsantritt nicht verstehen, wie man solch einen Routinier, wie Bernd Nehrig, nicht einsetzen kann, wenn es um den Kampf um den Klassenerhalt geht. Die Trainer vor ihm hatten Nehrig schon beinahe aussortiert.

„Ich freue mich riesig und bin extrem stolz, weiterhin ein Teil der St. Pauli-Familie zu sein. Ich fühle mich hier extrem wohl im Verein und in der Stadt“, Bernd Nehrig

Und in der Tat, der Kapitän haut sich immer rein. Kompensiert seine spielerischen Schwächen – vor allem im Spielaufbau – durch Einsatz und Engagement. Und das fehlt dem FC St. Pauli an allen Ecken und Enden – nicht erst seit dieser Saison. Statt nun Bernd andauernd zu loben, hätten seine Qualitäten auf den Rest der Truppe ausgeweitet werden sollen. Denn: Kein Aufbauspiel, keine Überraschung, keine Torchancen.

Mich stören zwei Dinge an dieser Vertragsverlängerung:

  1. Gerüst aus Ü-30-Spielern

    Mit Flum, Sobota und Kalla hat Sportchef Stöver schon einige Spieler, die kurz vor dem Karrierende stehen weiter für den FC St. Pauli verpflichtet. Der dringend notwendige Umbau soll wohl ein stabiles Korsett aus erfahrenen Spielern erhalten. Mir sind das beinahe zuviele alte Herren :)

  2. Der Vertrag gilt nur für die zweite Liga!

    Was soll denn das bitte? Nach Mopo-Informationen gilt der Vertrag nur für die 2. Bundesliga. Bei einem (mitverschuldeten) Abstieg wäre Nehrig weg. Das kann doch nicht sein ernst sein? Wie soll er denn die Mannschaft in den letzten fünf Spielen anführen, wenn er eine Lame Duck ist, die sich im Fall des Scheiterns einfach verpieselt?

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St. Pauli NU Segeln Shirt

Der April macht was er will – und ich auch. So sehr mir die sportliche Situation des FCSP auch auf den Geist geht, so sehr freue ich mich auch daran, dass es nun Frühling wird und es wieder aufs Wasser geht.

Die Segelabteilung ist gegründet und bei Helga und Björn in guten Händen (Ansegeln ist hier eine Woche früher, als bei mir an der Ostsee ;) – ich werde mich (aus persönlichen und zeitlichen Gründen) dort nicht weiter engagieren können, bleibe den Kapitänen dort aber weiter freundschaftlich verbunden und natürlich Mitglied ;) Ich werde mich in Sachen St. Pauli auf mein Blog konzentrieren und versuche dieses Frühjahr ein paar neue Sachen.

Ein St. Pauli Stander als Logo

Ich habe meinen Entwurf, den ich im Vorfeld mir für die Segelabteilung ausgedacht habe, zum Logo dieses Blogs gemacht. Meiner Ansicht nach, verbindet das meine beiden Leidenschaften, den magischen FC und seinen Kiez auf der einen Seite und das Segeln auf der anderen Seite nu auch sichtbar. Zum anderen beseitigt es das Problem, dass ich offiziell den Jolly Roger des Klubs ja nicht verwenden darf.

Kooperation mit der Mopo

Die Hamburger Morgenpost hat mich gefragt, ob sie ausgewählte Artikel meines Blogs übernehmen darf. Ich habe zugestimmt. Diese Woche geht das Projekt „Hamburg Insider“ online, auf das ich schon sehr gespannt bin. Eine separate Betrachtung, wieso und warum, liefere ich nach :) Auch hier brauchte ich ein neues Logo. Das passt also alles,.

Neues T-Shirt

Ich habe schon Shirts mit meinem Blog-Stander verschenkt und da diese wirklich gut angekommen sind, mir selbst eins gedruckt. Da ich Shirts, die ich mir selbst designe, immer auch meinen Leserinnen zur Verfügung stelle, habe ich eine Seedshirt-Kampagne aufgesetzt, die 10 Tage limitiert läuft. KLICK HIER.

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Mutlos, planlos, chancenlos, Sankt Pauli

In Aue sieht der FC St. Pauli immer schlecht aus (Ausnahmen bestätigen diese Regel), deswegen wundere ich mich kein bisschen über das Ergebnis; das Zustandekommen war aber schon schlimm mitanzusehen. Die Beschwörungen der sportlichen Leiter, dass die Boys in Brown wüssten, was die Stunde geschlagen hat, scheinen die Spieler nicht erreicht zu haben.

Das Auftreten in Aue war planlos, mutlos und kraftlos. Dass Aue nicht zur 60. Minute mit 3:0 führt, ist nur der schlechten Chancenverwertung zuzuschreiben und dem unverdienten Glück der Jungs aus St. Pauli.

Der kalte Atem des Abstiegsgespenst weht den Boys in Brown in den Nacken

Statt „klarer Kante“ spielt  im Erzgebirge „klarer Elfer“ und entscheidet ein sehr schlechtes Fußballspiel beinahe alleine für Aue. St. Pauli hat in letzter Zeit immer einen, der die desolate Leistung der Mannschaft immer noch unterbieten kann. Heute war es Buballa, letzte Woche Bouhadouzz. Das ist schlimm und wenn sich das nicht ändert, steigen wir beinahe sicher ab.

Was im Übrigen kein Drama wäre, ich würde ja tatsächlich gerne mal wieder leiden mit meiner Mannschaft. Dafür wünsche ich mir aber ein wenig mehr Energie im Scheitern, mehr Entgegenstemmen und weniger Bocklosigkeit.

Ich höre jetzt auf zu meckern und ha(r)ke den Garten und das Spiel ab. Nächstes Heimspiel gegen Union wird es hoffentlich besser. Lauter wird es sicher, wenn die Berliner kommen. :)

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Hört auf zu meckern!

Der FC St. Pauli steckt nach dem Unentschieden gegen Sandhausen mitten im Abstiegskampf und irgendwie nimmt das keiner so richtig wahr.

Gestern rief mich W. an und kofferte los. Da habe im Verein wohl keiner den Schuss gehört, wo denn Oke sei; bei Aue stehe in diesen Tagen der Präsident in der Kabine und drohe jedem, der nicht an seine Leistungsgrenze gehe, mit der Ausfertigung seiner Papiere. Auf Nachfrage wollte er das nun nicht von Oke, also mit Drohungen in die Kabine latschen und herumkrakeelen, „aber eines ist doch klar: ES MUSS WAS PASSIEREN!“, rief er in die Muschel und legte vor Schreck auf.

Tabelle 2. Bundesliga, via FCSP.com

„Was erlauben Bouhaddouz?“

Da ist W. in guter Gesellschaft, langjährige Allesfahrer schütteln genauso verwundert den Kopf, wie andere Blogs in meiner Blogroll.

„Trotzdem ist es alles uninspiriert. Ein taktisches Konzept ist nicht erkennbar. „Karo einfach“ oder „Fußball der 90er“ waren Kommentare nach dem Spiel. Leider wird in den – ziemlich aussagslosen – Pressekonferenzen auch nie nachgefragt, was denn die Idee für ein Spiel, für die Mannschaft im Allgemeinen sein soll. Soll das eigentlich offensiv sein? Oder defensiv? Warum schaffen wir es trotz schneller Spieler nicht, ein Kontersystem zu entwickeln? Ist das alles nur Verunsicherung?“

It’s the economy, stupid

Die ganze Liga, von Platz sechs bis 18 steckt mitten im Abstiegskampf. Soweit, so normal. Statt sich über die einigermaßen gelungene Rückrunde zu freuen (13:12 Tore ;) und anzuerkennen, dass eben im modernen Fußball, dessen Protagonisten alle gleich ausgebildet sind, alle dieselben taktischen und gegentaktischen Schemata aufrufen und alle dieselben Talente ausbilden (für Freiburg, Dortmund und Leverkusen), eben alle auf Strecke ähnlich stark oder schwach sind. Das hat sich lange angekündigt; diese Saison ist es soweit.

Das einzige Gegenmittel: Mannschaftliche Geschlossenheit. Teamgeist, Liebe und Hoffnung.

Wirklich Leute, rüstet mal ab. Umarmt eure Boys in Brown trotz eines verschossenen Elfmeters. Das hilft.

Jetzt rufen sie wieder nach Stani?

Ich habe schon Leute getroffen, die ernsthaft sich Stani zurück wünschen. Und dann? Kauschi erreicht die Jungs ja, das kann man sehen! Der FC St. Pauli ist fünfter der Rückrundentabelle. Und kann trotzdem absteigen. Ja, nimm es hin. Supporte noch mehr!

Inspiration kann man ausgerechnet beim untergehenden Dino finden. Andreas Fischer, langjähriger Rautenkapitän fand im RautenTV des Abendblatts über Ostern die richtigen Worte:

„Stellt euch hinter eure Mannschaft, hinter jeden einzelnen Spieler. Und wenn das nicht geht, sucht euch euren Liebling heraus und stellt euch an seine Seite. Es gibt den Rest der Saison keine anderen.“ – Andreas Fischer – Ex-Rautenkapitän

Und wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben, mit urstpaulianischen Hippie-Tugenden (oder meinetwegen einem lärmenden „Kämpfen Pauli“ ;), dann freuen wir uns auf die nächste Saison – Kauschis und „Uns Uwes“ erster ganzer übrigens.

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Sensation: FC St. Pauli verlässt die DFL

Die Nachricht birgt Sprengstoff: Der FC St. Pauli verlässt zum Ende der laufenden Bundesligasaison die DFL (Deutsche Fußball Liga) und startet die Hinrunde der neuen Saison 2018/19 in der dänischen ersten Liga (DBU).

Bei einer eilig einberaumten Pressekonferenz gestern, die wegen der Brisanz des Themas extra in den Ballsaal des Millerntors verlegt wurde, erklärte Präsident Göttlich, dass „wegen der Aufweichung der 50+1 Regel“, die trotz des Etappensiegs St. Paulis weiter in Gefahr ist, „die Wettbewerbssituation für den FC St. Pauli existenzbedrohend zu werden droht“.

Laut Geschäftsführer Rettig bleibe dem Verein nur dieser Ausweg, zumal „dieser Schritt perfekt zur Internationalsierungsstrategie des FCSP passe“. Die Kündigung der Mitgliedschaft bei der DFL und auch dem DFB sei rechtzeitig hinterlegt worden – der dänische Verband DBU (Dansk Boldspil-Union) hat den FC St. Pauli bereits als Neumitglieder bestätigt.

Erstes Highlight: Heimspiel gegen Kopenhagen

Laut Rettig führt das erste Auswärtsspiel nach Odense auf Fynen, was immerhin näher ist, als Sandhausen oder Heidenheim. Als erster Heimpielgegner empfängt der FC St. Pauli den FC Kopenhagen. Das erste Highlight einer völlig anderen Saison.

„Die Chancen für den FC St. Pauli, endlich international zu spielen, sind erheblich gestiegen“, Rollo Fuhrmann zu der Sensationsnachricht auf Sky

Europa-League in Schlagweite

Gerüchten zufolge sind auch der Altonaer FC von 1893 bereits in Verhandlungen mit der Dänischen Fußball Union. Der AFC startet dann in der 2. dänischen Liga.

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Spieler kommen, Spieler gehen …

… aber Sankt Pauli bleibt bestehen.

Da helfen diesmal auch keine Likes; #LasseHalten klappte 2018 nicht :(

 

Und bei dem einen oder anderen (c) Spieler tut es auch ein bisschen weh, dass er geht. So, wie bei Lasse Sobiech, der nach gleichlautenden Medienberichten von EXPRESS und Kicker im Sommer ablösefrei zum 1. FC Köln wechselt.

Lasse war nach seinem Bundesligaausflug zum Stadtrivalen an der Müllverbrennungsanlage seit Jahren ein Garant der Stabilität, hielt im Duo mit Ziere und später Avevor die Innenverteidigung zusammen, dass es eine helle Freude war, ihm und seinen Nebenmännern beim Spielen zuzusehen. Lasse war immer einen Zacken zu gut für das Niveau unseres Kiezclubs, das muss man so sagen. Und da war es kein Wunder, dass sich der ehrgeizige Junge nach Alternativen umschaute, als sein Vertrag auslief und die Boys in Brown wieder einmal keine Anstalten machten, wirklich oben mitzumischen.

Köln also. Ich wünsche Dir viel Erfolg Lasse und würde mich wirklich für Dich freuen, wenn der Geißbock es diese Saison noch schaffte drin zu bleiben.

Ich hoffe, wie Paul Rush, dass sich das Wechselfieber im Kader des FCSP nicht ausbreitet. Cenk Sahin oder Buchtmann sind da sicher anfällig für ;(

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50+1 Regel: Okes erster großer Sieg

50 Dollarnote. Foto: CC-by visualhunt.com

Die Mitglieder der DFL haben in Frankfurt einem Antrag des FC St. Pauli zugestimmt, der im Wesentlichen das Ziel hat, die 50+1 Regel, nach der die Mitgliederversammlung eines Vereins immer die Mehrheit der Stimmen haben muss, zu erhalten. Das ist Okes erster großer Erfolg im geld- und machtgeilen Zirkus Bundesliga.

Sieg des FC St. Pauli über Bayern München und das Bundesliga Establishment

Ich denke dabei sofort an die Pressekonferenz zurück, in der der damalige Aufsichtsrat des FC St. Pauli verkündete, dass sie Oke Göttlich statt Stefan Orth als Präsidenten favorisieren. Begründet wurde das damals damit, dass man einen Mann an der Spitze brauche, der Visionen entwickelt und Strategien, sich dem kommerziellen Druck, der auf die Vereine der 1. und 2. Bundesliga vor allem auch via DFL und DFB ausgeübt werden wird, zu erwehren. Oke erschien vor alles deswegen geeignet, weil er als Vertreter eines Subkultur-Verbandes sich erfolgreich gegenüber den Großmuftis des Mainstream entgegen gestellt hat. Immer auch mit Mitteln, die dem Mainstream eigen sind.

Sein Gesellenstück, das Übertragen dieser Strategien auf den Profifußball ist Oke mithilfe seines versierten Adjutanten Andreas Rettig in Frankfurt gelungen. Die Mehrheit der Proficlubs (18) votierte auf der DFL Mitgliederversammlung im Frankfurter Sheraton Hotel für den Erhalt der Regel.

Oke und Andreas haben sich akribisch vorbereitet, wochenlang Argumente gesammelt, wie man hört. Dutzende Negativbeispiele von englischen Clubs analysiert, die beim Run auf das große Geld aus Russland oder den Emiraten auf der Strecke geblieben sind. Noch auf der Fahrt nach Frankfurt sollen sie ihre Argumente immer wieder durchgegangen sein. Mit Bayern Münchens Rummenigge, RB Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg und Hannover 96 hatten sie aber auch mit energischer Gegenwehr zu rechnen.

Schützenhilfe von 3.000 Fußballfans und -organisationen

Das wichtigste Argument aber, überreichten zeitgleich Fanorganisationen dem DFB Präsidenten Rauball: 3.000 Unterschriften aus der ganzen Republik, die sich ebenfalls eindeutig für den Verbleib der Stimmenmehrheit in der Mitgliedschaft eines Klubs aussprachen.

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Ich frage mich, ob es an meiner persönlichen Präferenz zu Mannschaftssportarten wie Baseball und Fußball liegt oder ob es zwischen solchen Dingen wie Fahrradrennen, 100-Meter Sprint und Ballspielen tatsächlich wesentliche Unterschiede gibt?

Leistung und Optimierung sind der Tod des Sports. Chaos und Scheitern schützt ihn.

Kommt es nur mir so vor, dass viele klassischen Sportarten in der Postmoderne den Stillstandstod sterben, Spiele hingegen aber aufblühen?

Spätestens seit Mitte der 80er-Jahre tragen 100-Meter-Sprinter noch an ihrem 30. Geburtstag eine gepflegte Vollakne, erscheint es als ein offenes Geheimnis, dass die 100stel, die den Unterschied an der Weltspitze ausmachen, nicht dem menschlichen Körper sondern der immer besser werdenden Pharmaindustrie geschuldet sind.

Nun ist Leichtathletik, auch in Staffeln, letztlich ein Einzelsport. Mensch gegen Zeit. Da fiel es als Erstes auf:

Das Wesen Sportler ist an seine Grenzen gestoßen.

Und am Ziel verstirbt er dann, der Sport, steht still und wer still steht, vergeht. Sport lebt eben auch von Entwicklung, Spannung und dem Herausschieben von Bestzeiten und Grenzmarken.

Nun hat es den Anschein, dass auch taktisch hoch entwickelte Sportarten betroffen sind. Sicher, der Reiz der Tour de France liegt zum einen in den unmenschlichen Strapazen der Topfahrer, zum anderen aber auch an den taktischen Meisterleistungen der Teams. Eine irre Abstimmungsleistung. Nun stirbt dieser Sport wohl ebenfalls, weil die Unterschiede in der taktischen und körperlichen Qualität nivelliert werden. Ähnlich den Abgaswerten für Diesel sind quasi alle gleich „gut“ – oder „schlecht“. Den Unterschied macht, wie 20 Jahre zuvor bei den Sprintern nur noch der vertuschte Einsatz von Substanzen.

Sportlicher Stillstand, ein kilometerlanger Leichenzug.

Markus W. und ich besprachen heute Nachmittag bei einer Wurst auf dem Wochenmarkt (auch eine Form des Doping) das Prinzip des Scheiterns, das Primat des Irrtums als Garant für andauernde, Zeitalter überdauernde Spannung im Fußball. Hier funktioniert sie nämlich noch, die Spannung durch nicht auslöschbaren Irrtum. Nur durch den Unterschied, von 100 gescheiterten Torschüssen vielleicht acht mehr in den netzbewehrten Kasten zu bugsieren, unterscheidet sich der Sandhausener Sturm von dem der St. Paulianer, dieses Jahr.

Solange das Zielwasser noch nicht erfunden ist, macht Doping hier keinen Unterschied, zumindest nicht so stark, als dass Mannschaftsgeist und Engagement nicht ausgleichen könnten.

Was bringt mir Manuel Gräfes Attitude, an der sich so schön reiben lässt, wenn er sich auch in der 2. Bundesliga dem Videoschiedsrichter unterwerfen muss?

Eigenart, Leidenschaft und tausende weitere Faktoren ergeben zusammen ein komplexes Gebilde von möglichen Abläufen. Unplanbar, ein Spiel eben.

Deswegen umarme ich still jeden Stockfehler von Aziz Bouhaddouz, feiere jedes Festdribbeln von Cenk Sahin, machen sie doch dieses Spiel erst lebendig.

Der Irrtum, das Scheitern ist in unserem Zeitalter der Unterschied zwischen Tod und Leben. Es lebe das Spiel.

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Markus Kauczinski hatte das emotional schnell erfasst: das fahrlässige Gegentor in der Pfalz katapultiert den FC St. Pauli direkt zurück in den Abstiegskampf. Mit 36 Punkten beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz nur noch drei Punkte, nachdem am Montag Erzgebirge Aue gegen Fürth gewinnen konnte.

„Klassenkampf“ Choreo FC ST. Pauli Ultras am Millerntor. Foto: Erik Hauth

 

Größter Malus im Abstiegskampf: St. Paulis Torverhältnis

Das elend schlechte Torverhältnis der Boys in Brown erweist sich hier als besonderer Malus. Das lässt die Kritik an Sami Allagui in einem neuen Licht erscheinen.

Ich prophezeie, dass dieser Ligadurchlauf noch ausgeglichener wird, als die letzten Jahre schon. Ich sehe dieses Jahr keine zwei Durchmarschierer, keine klaren Abstiegskandidaten. Das bedeutet, dass sich noch wenige Wochen vor Ende der Saison viele Mannschaften Chancen nach oben und Horrorszenarien nach unten ausrechnen können.

Das kuriose dabei: beinahe die gesamte zweite Liga findet sich plötzlich im Abstiegsstrudel wieder. Von Aue (Relegationsplatz 16) bis Arminia Bielefeld (Platz 5) sind es gerade mal fünf Punkte. Zwei Siege auf der einen und zwei Niederlagen auf der anderen Seite können das Rennen schon vorentscheiden.

Die 2. Bundesliga: ein enges Höschen

Lustigerweise habe ich dieses Abstiegskampf-Szenario bereits vor der Saison vorhergesagt. In meinen Ausblick auf diese Saison habe ich allerdings auch 11 Tore von Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz vorhergesagt. Wenn ich tatsächlich fußballerisch Hellsehen kann, dann kann nix schiefgehen und der FC St. Pauli beendet die Spielrunde auf Platz vier. ;)

Ironischerweise würden wir ja erleichtert aufatmen, uns allen ein riesiger Stein vom Herzen fallen, anstatt sich über das Verpassen der Aufstiegsrelegation zu ärgern. ;)

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Am alten Konferenztisch von Dieter Mast (Jägermeister) unterhalten sich Rollo Fuhrmann (St. Paulianer seit dem vorletzten Derbysieg und „Kult“-Moderator) mit der Crew des St. Pauli Podcasts „19:10“. Ein launiges Gespräch über den Kiezclub, den internationalen Fußball und das große Ganze (Trump, Soziales und die Welt von morgen) – Supervulkane kommen auch vor!

„Von Supervulkanen und Kiezgrößen“ 19:10 St. Pauli Podcast mit Rollo Fuhrmann

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Sorry Sami!

Wenn Blogger ihre Emotionen auf der Zunge tragen, dann entsteht manchmal das, was man im Internet-Deutsch einen „Rant“ nennt. Eine kurzgeschlossene Entladung in den sozialen Medien, die nicht selten unfundiert, spontan und wenig fair ist. So wie mein Tweet von Samstag Nachmittag, in dem ich darum bat, Sami Allagui in eine Zaunfahne einzuwickeln und fortan nur noch als Maskottchen auflaufen zu lassen.

Wie man unschwer nachvollziehen kann, hängt diese Reaktion mit dem unglücklichen, ja fahrlässigen 1:1 beim 1. FCK zusammen, wobei die Endung -lässig direkt auf den von mir Gescholtenen hinweist. Das sah übrigens unser Trainer ähnlich, als er sich über das Vertändeln der glücklichen 1:0 Führung beschwerte. In beiden Szenen war Sami Allagui Hauptperson. Beim 1:0 als Gefoulter, als er ein Festhalten des letzten FCK-Verteidigers mit dem Einstellen der Sturmbemühungen quittierte. Hier hatte er Glück, dass der Schiri sich schon festgelegt hatte. Dem 1:1 ging ein nonchalantes Popo-Foul voraus, das so unnötig, wie doof war.

„Das war ein doofes Foul“, Markus Kauczinsk

Dabei bin ich einer der wenigen Gegengeradenbewohner, die nicht müde werden, unseren Nordafrika-Sturm gegen die vielen Nörgler zu verteidigen. Das Fehlen von Bouhaddouz hat man in der 1. Halbzeit beinahe körperlich gespürt. Die Anwesenheit von Sami Allagui eben nur durch das Händevorsgesichtschlagen.

Sami Allagui hat eine lässige Spielführung, die mich an einen anderen viel gesscholtenen St. Paulianer erinnert: Florian Bruns. Auch diesem wurde sein kreatives Traben negativ ausgelegt. Dass er einer der wenigen war, die gerade Pässe in die Schnittstelle zu spielen in der Lage sind, wurde häufig übersehen.

Da ich bei Sami – ähnlich wie bei Flo – keine wirkliche Unlust spüre, sich für den FCSP reinzulehnen, nehme ich meinen Tweet hiermit offiziell zurück und sage „Sorry Sami“. Denn natürlich hast Du recht, wenn Du sagst:

„Aber trotzdem müssen wir ein paar Sachen ansprechen, und ich glaube, das Hauptproblem in Kaiserslautern war nicht das Gegentor. Es gab andere Probleme auf dem Platz. Wir wären gut beraten, als Mannschaft diese Probleme zu lösen, dann wären wir auch erfolgreicher.“

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In Hamburg herrscht nach drei Beinaheabstiegen des Vizestadtmeisters HSV kurz vor dem ersten tatsächlichen Rutsch in die zweite Bundesliga eine merkwürdige Ruhe. Auch in den Fanzirkeln des FC St. Pauli traut man dem Braten noch nicht so recht. Auch wenn der HSV so gut wie abgestiegen scheint, die Häme und der Spott lassen auf sich warten. Ein Phänomen, das mindestens vier gute Gründe hat. Ein Abstieg des HSV ist nämlich auch für den FC St. Pauli und seine Fans nicht ohne Nebenwirkungen.

 

Gewalt gegen St. Pauli Fans

Wer die Nachrichten der letzten Tage verfolgt, der denkt mit mulmigem Gefühl an den Moment, an dem der HSV auch rechnerisch abgestiegen ist. Die brutalen Übergriffe auf St. Pauli Fans, die wir in den letzten Monaten beobachten konnten, würden vermutlich zunehmen. Das kann man auch ohne tiefe Kenntnis der Szene befürchten. Wenn HSV-Ultras schon im eigenen Block auf Fans losgehen, dann wächst die Furcht vor Frustkeile; zumal diese in der Vergangenheit schon Menschen traf, die sich außerhalb von Ultra- oder Hooligan-Feindschaften bewegen.

 

Totgesagte leben länger

Auch wenn es übel aussieht für den Verein an der Müllverbrennungsanlage und auch die treuesten HSV-Fans sich langsam in ihr Schicksal ergeben – was macht eigentlich der Dino-Darsteller nächste Saison? – solange rechnerisch noch was drin ist, sollte man die Truppe nicht abschreiben. Man frage unseren aktuellen Trainer, was der HSV und sein Mythos in der Lage sind zu leisten. Der KSC hat das unter ihm ja leidvoll erfahren müssen.

Noch kann St. Pauli selbst absteigen (3. Liga)

„Lasst uns doch erst einmal selbst genügend Punkte holen“. schrieb Martin Drust, Marketingchef des FC St. Pauli, unter einen meiner Facebook-Kommentare letzte Woche. Das Spiel in der Pfalz, gegen den abstiegsbedrohten 1. FCK, schien diese Warnung zu untermauern. Gewinnt Aue gegen Greuther Fürth am heutigen Montag, dann beträgt der einst so komfortable Abstand auf den Relegationsplatz nur noch drei Punkte. Bei unserem schlimmen Torverhältnis eine echte Gefahr.

„Dann kommen die alle zu uns“

Bereits während des letzten Gastspiels des FC St. Pauli in der ersten Liga war ein Trend unverkennbar: plötzlich tauchten viele HSV-Anhänger aus Wirtschaft, Medien und Werbung am Millerntor auf, um sich Spiele gegen den BVB aus Dortmund oder Bayern München anzusehen. Verständlich aus Eventbesucher-Sicht, denn die sportlichen Ergebnisse sind vergleichbar (1:8 gegen Bayern München), dafür sind die Wege kürzer, die Stimmung besser und das Galao-Café in der Schanze zu Fuß zu erreichen.

Es gibt also genügend Gründe, sich bei aller Schadenfreude ein wenig zurück zu halten. Wer weiß, am Ende ist der Abstieg des HSV von langer Hand geplant, um die Derbypleite endlich vergessen zu machen?

 

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HSV: der lange geplante Abstieg

Heute erreichte mich eine Information, die das jahrelange Siechtum der hsv AG, vormals Hamburger Sportverein (hsv e.V.), in einem neuen Licht erschienen lässt:

Der Abstieg ist mitnichten ein Armutszeugnis stümperhaften Managements, sondern Teil und Höhepunkt eines wohl durchdachten Plans:

Dem HSV-FCSP Derby-Rückspiel Plan

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Other heavyweights of German football travel through Asia because this is where the target group of the future lies. FC St. Pauli is starting a tour to America this May. Probably to sell more hoodies with the Jolly Roger on it.

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FC St. Pauli Hoodie

Andere Schwergewichte des deutschen Fußballs reisen durch Asien, weil dort die Zielgruppe der Zukunft liegt. Der FC St. Pauli startet in diesem Mai zu einer Tournee nach Amerika. Sicher auch, um mehr Hoodies mit dem Jolly Roger drauf zu verkaufen. [click to continue…]

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Offiziell ist sexistisches Verhalten am Millerntor in der Stadionordnung untersagt, aber das Ziel, unser Millerntor zu einem Safe Place auch und gerade für Frauen zu machen, ist noch lange nicht erreicht.

Eye without a face – Photo credit: Kecko via Visualhunt / CC BY

Ob es „Achim die F****“ auf der Nord ist, die lauthals angesungen wird oder ob Sponsoren und Werbepartner sexistisch am Millerntor agieren; entweder „aus Versehen“, wie das Autohaus Thomsen oder aus Überzeugung, wie Susis Showbar oder aus mangelnder Einsicht, wie Astra: es bleibt vor allem für Sponsoren und Marketing-Partner eine Menge zu tun.

Pinkstinks, das Aktionsbündnis und der FCSP entwickeln Leitfaden für Sexismus

Dabei ist es gerade für Agenturen, Marketing-Fuzzies und Sales-Menschen – die meisten Männer (vor allem die Entscheider)  – wichtig zu lernen, was geht und was nicht. Immerhin, und das betont Stevie Schmiedel, die Gründerin von Pinkstinks immer wieder, geht es nicht darum, dass Werbung nicht sexy sein darf. [click to continue…]

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Es klingt beinahe nach einer Retourkutsche: nachdem Holstein Kiel im Hinspiel in allen Stadionbereichen außer dem Gästeblock die Farben St. Paulis verboten hatte, tut der FC St. Pauli nun dasselbe.

Jolly Rouge Ostsee

Beim Rückspiel am kommenden Wochenende sind IN ALLEN HEIMBEREICHEN die Gästefarben untersagt.

Beim Spiel des FC St. Pauli gegen Holstein Kiel am Sonntag (25.2.2018, 13:30 Uhr) ist das Tragen von Fankleidung und Fanutensilien der Gästemannschaft in den Heimbereichen der Nordtribüne, Gegengerade und Südkurve nicht erlaubt. Auf der Haupttribüne und natürlich im Gästeblock ist das Tragen von Gästefarben gestattet.
Neben dem Tragen von Fankleidung ist auch das Mitführen von Fanutensilien wie Fahnen, Bannern oder Doppelhaltern für Gästefans in Heimbereichen nicht erlaubt. Der Ordnungsdienst ist angehalten, in den benannten Bereichen strengere Kontrollen durchzuführen. Eine Umplatzierung ist nicht möglich, da der Gästebereich ausverkauft ist. Wir bitten alle Beteiligten um einen respektvollen Umgang miteinander.

Ich respektiere das ja bei den Kurven der Ultràs., aber auf der Gegengeraden mag ich Gästefans durchaus auch mal mitstehen haben.

Ich definiere den Respekt, den ich selbstverständlich von ihnen erwarte, nicht über die Farbe ihrer Schals, sondern anders:

  • Über einen zurückhaltenden Support beispielsweise. Ich würde mich auch nicht in die Kurven anderer Vereine stellen uns lauthals „Allez braun-weiss“ brüllen.
    Das nervt!
  • Über den Respekt unserer Stadionordnung gegenüber. Hier schmeiße ich nach Ermahnung auch St. Pauli Fans aus der Geraden – da hört die Gastfreundschaft auf.

Da ich aber nix zu melden habe am Einlass, wäre es sinnig, die Dinger unterzuziehen. Die Ordner am Millerntor sind zwar schwer in Ordnung, tun aber in der Regel, was Sven Brux, ihr Chef, sagt – ;)

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Am kommenden Sonnabend wird auf St. Pauli demonstriert. Das Quartiersmanagement um Julia Staron und den selbsternannten Jugendgang-Vereiniger Michael Runge hat eine Demo organisiert, um nach dem „Wildpinkeln“ das „Wildsaufen“ zu bekämpfen.

Hej, denkt man da sofort, das ist eine tolle Sache. Leuchtet ja ein, dass die Biere, die im Kiosk zum Vorglühen gekauft werden, dann in den Clubs nicht mehr konsumiert werden. Die gerade geschlossene Burlesque-Bar wird hier in Anschlag gebracht gegen Jugendliche aus dem Viertel, aus Altona aber auch aus Pinneberg.

Die Amüsiermeile ist ein billiges Flittchen geworden.

Im Sommer bevölkern Hundertschaften Jugendlicher die Straße VOR den Clubs und cornern sich durch eine feuchte Nacht auf dem Kiez. Die Folge: Kotze im Hauseingang und Uringestank an jeder Ecke.

Aber ist das wirklich ein „ökonomisches Problem?

„Wenn die letzte Bar, der letzte Club geschlossen ist, werdet ihr merken, dass am Kiosk die Kultur am Ende ist“

Die G.A.S. St. Pauli, ein tief im Viertel verwurzelter Fanclub des FCSP ruft dazu auf, sich der Demo zu verweigern. [click to continue…]

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Ich stolpere gerade auf Facebook über einen Aufruf der Redaktion „Wumms“ für ihr Format „Was HmmHmmHmm-Fans niemals sagen würden“. Aus den Dingen, die diese Fans dann niemals sagen würden, machen sie dann einen Clip, in dem zwei Fans des Klubs genau das sagen, was sie niemals sagen würden. Oder so ähnlich.

Im Falle von St. Pauli ist das eine gute Übung, denn es gibt da zwei Kategorien:
Dinge, die St. Pauli Fans niemals sagen würden; Dinge, die St. Pauli Fans niemals sagen sollten, es aber dennoch tun. [click to continue…]

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St. Pauli wieder stabil (FCSP – FCN 0:0)

Was soll man nach so einem Spiel sagen? Ich war einigermaßen ausgepowert, soviel Spannung und so viel Action auf dem Rasen war selten. Eine schöne, intensive Zeit, diese 90 Minuten. Da konnte man ganz im Jetzt sein, sich fragen, wieso Azziz Bouhaddouz dann famose Freistöße schießt, wenn er vorher die Pose eines Christiano Ronaldo imitiert? Wieso die beinahe als untrainierbar geltenden Boys in Brown nach zwei Niederlagen zu einer stabilen Spannung in der Lage sind, während man mit einem frischen Bier in das Flutlicht blinzelt. [click to continue…]

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… da kann man beobachten, was Haltung ausmacht!

SV Babelsberg 03 vs. NOFV – da geht es ums Ganze

Der SV Babelsberg 03 befindet sich derzeit in einer existenziellen Auseinandersetzung mit seinem Verband, dem Nordostdeutschen Fußballverband, NOFV.

Im Kern geht es um nichts Geringeres, als die Grundfesten der Gesellschaft. Konkret weigert sich der SVB, eine Strafe dafür zu zahlen, dass seine Anhänger gegen offenkundige Nazis und Nazigesänge Cottbusser Fans mit „Nazischweine raus“ retourniert haben.

Der NOFV, deren Vorstände so offensichtlich mit der rechten Seite des Bügeleisens gescheitelt wurden, beschäftigt sogar den Kontrollausschuss des DFB. Trotzdem beharrt der Verband auf der Zahlung von 7.000 EUR Strafe und droht mit dem Ausschluss der Babelsberger vom Ligabetrieb.

In der Süddeutschen Zeitung nennt Babelsberg das Gebaren einen Skandal – und das ist es imho auch. [click to continue…]

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Als ich mich in diesen Tag begab, wehte von Westen ein Hauch Frühling über Altona. Kein kräftiger Schub, sondern ein leises Versprechen, dass es unaufhaltsam besser wird. Als ich am Millerntor ankam, war der Hauch noch da.

Absolute Stille zum Holocaust Gedenktag

Pünktlich zum Herz von St. Pauli waren alle an ihrem Platz und was dann folgte, war eine herzfüllende Demonstration von 30.000 Menschen, die sich gegen Rechts und das Vergessen stemmten.

Kein Vergeben Kein Vergesse Choreo am Millerntor. Foto: Markus Willnauer

 

Statt „Hells Bells“, liefen die Boys in Brown und ihre Gäste gestern zu einer Schweigeminute mit Trauer-Choreo ein, um die Opfer des Holocaust zu würdigen und sich gegen Rechts und das Vergessen zu stemmen. Stark, wie leise dieser Protest war, den auch der gesamte Gästeblock mit trug. Wie kraftvoll Stille sein kann, wird einem im Alltag ja nicht immer bewusst – gestern lief wohl nicht nur mir ein Schauer über den Rücken.

Esther Bejarano

"Mein Name ist Esther #Bejarano. Ich habe Auschwitz überlebt. Es ist wichtig, dass wir gegen den Rechtsruck auf die Straße gehen!"_____#fcsp #Niewieder#WeRemember#HolocaustMemorialDay#fcspsv98

Gepostet von FC St. Pauli am Sonntag, 28. Januar 2018

Der Spieltag gegen Darmstadt war einer dieser Tage, in denen St. Pauli sein Wesen kollektiv zu zeigen in der Lage war. Das Spiel gerät dadurch zwar nicht zur Nebensache – es wirkt aber nach, dass Fußball eben nicht alles ist.

„So ein stilles Stadion habe ich noch nie erlebt“

Das Spiel ist dann auch schnell erzählt: Darmstadt schießt mit seinem ersten Torschuss das goldene Tor des Tages (ein schönes übrigens) und unsere Boys in Brown erkämpfen und erspielen sich zehn hochkarätige Chancen, ohne aber zu treffen. Was auch an einem meiner Lieblingstorhüter liegt, dem Portugiesen Fernandes, der unsere Jungs und uns auf der Geraden zum Wahnsinn trieb.

HAMBURG, GERMANY – JANUARY 28: Enver Cenk Sahin of Pauli appears frustrated during the Second Bundesliga match between FC St. Pauli and SV Darmstadt 98 at Millerntor Stadium on January 28, 2018 in Hamburg, Germany. (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

 

Bei allem Ärger über diese Niederlage, sehe ich auch Zuhause echte Fortschritte. Johannes Flum machte ein Riesenspiel, Allagui war quirlig und echt stpaulianisch glücklos. Warum Azziz keine Kopfbälle mehr kann, bleibt ein Mysterium für mich, aber das löst Kauschi wohl auch noch.

Ich mache mir auf jeden Fall keine Sorgen. Willis Wunsch aus unserem letzten Podcast scheint sich also zu erfüllen: Sportlich langweilig, seelisch und im Detail spannend.

Dann kann nu auch der Frühling kommen. ;)

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Waldemar ma swiatlo na rowerze*

Kurz nach acht habe ich mich gestern mit W. Im O-Feuer getroffen. Wir ergatterten noch einen freien Platz auf der langen Gegengeraden der griechischen Taverne am Schulterblatt und schauten auf die verblichenen Trikots früherer Helden.

W. bestellte Gyros mit Pommes und ich begnügte mich mit einem Putensouvlaki und einem Gurkensalat – immerhin wollte ich bei jedem Tor der Boys in Brown ein großes Bier trinken. [click to continue…]

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