Scheiss St. Pauli

Nach Chemnitz, Cottbus und Rostock haben sich nun endlich die Fans das Vizestadtmeisters HSV in die Liste derjenigen eintragen können, die sich partout nicht benehmen wollen, wenn sie auf St. Pauli und am Millerntor zu Gast sind.

Anti-St. Pauli Gesänge, wie „Scheiss St. Pauli“ kommen meist von rechts Osten

Die immer wieder gerne wiederholten, deswegen aber nicht kreativer werdenden „Scheiss-St. Pauli“-Rufe des HSV-Anhangs wurden seinerzeit nur noch durch das „Deutsche wehrt euch, geht nicht zu St. Pauli“ getoppt – sie zeigen aber immer wieder den tiefen Komplex, der einige Menschen befällt, wenn sie und ihre Aggressionen an der liebenswerten Ironie unseres Stadtteils abperlen.

Zum Derby hat „Scheiß Sankt Pauli“ Hochkonjunktur

Gestern stand ich eine Weile am Millerntorplatz herum, ein „Hansa“-Pils genießend, als eine kleine Gruppe HSVer, von doppelt so vielen Polizisten begleitet, ihren Sonntagsspaziergang zum Kiez unternahm.

„Scheiss-St. Pauli, Scheiss-St. Pauli“ schallte es herüber. Eine Einladung, die wir gerne annahmen und fröhlich einstimmten.

Die Freude, Mitsänger gefunden zu haben (immerhin gibt es tatsächlich einige Dinge, die Scheisse sind bei St. Pauli, die vielen Rauten in den Business-Logen zum Beispiel, aber das ist eine andere Geschichte) – nun, eben diese Freude, dass auch andere mitsangen, kippte und fiel, das konnte man der entgleisenden Mimik deutlich entnehmen, in blankes Unverständnis um, als erkannt wurde, wer da mit in das Grölen einstimmte. 🙂

Eine schmerzhafte Divergenz zwischen dem, was der Kerl da hörte (Feind des Pauli ist mein Freund) und dem was er da sah (lauter Jolly Rogers auf schwarzen Sweatshirts). … und weil das schon mal ein toller Auftakt zum feinen Derby war, mehr davon:

Wie zeitlos populär der auf den Sänger zurückfallende Schmähgesang ist, zeigt sich zuletzt beim Hamburger Derby im Volkspark. Obwohl wegen Corona nur 1.000 Zuschauer zugelassen und ausschliesslich HSVer anwesend waren, entblödete sich der gesamte Anhang des Vizestadtmeisters, statt seine 11 zu spporten, Scheiss St. Pauli zu rufen.

Es bleibt erbärmlich. Und witzig.

Das Derby ist mir schietegal

In knapp zehn Tagen steigt das Hamburger Derby gegen den HSV und es will sich bei mir partout keine Derbystimmung einstellen.

HSV-FCSP – ist schon wieder Derby?

„Das liegt daran, dass Du – genauso wie die Boys in Brown – vergessen hast, aus der Winterpause zurück zu kommen“, ruft mir M. hinterher, als wir telefonieren. Das mag sein, schmunzele ich, aber da ist noch mehr.

Es liegt nicht nur an den nervösen Deja-vues, die mir Herr Luhukay die ganze Saison lang schon präsentiert. Das unstete Dauerändern an Kader und Strategie, bei der ich immer wieder Hoffnung hege, es könne sich tatsächlich sowas, wie eine Idee im Spiel des FCSP etablieren. Wenn es dann aber ein paar Tage frei gibt, scheinen alle eingeübten und etablierten Mechanismen zu verkanten. Ich bin abstiegskampfmüde.

The Dino that would’nt leave

Da kann der HSV gar nix für. Und doch trägt auch der Ex-Dino dazu bei, dass keine Stimmung aufkeimt. Die Derbys sind einfach zu oft. Wie in John Belushis „Saturday Night“ Klassiker „The thing that wouldnt leave“, hat sich der Stadtvize in unser Wohnzimmer geflezt und haut einfach nicht mehr ab. Da ist es ein schwacher Trost, dass wir amtierender Stadtmeister sind.

Ich empfinde das schlimmste Gefühl, dass man in diesem Zusammenhang fühlen kann: Langeweile. Einen bleiernden Unmut darüber, jetzt wieder Klassenkampfgefühle aktivieren zu müssen, wo die letzten Kampfhormone noch nicht ganz abgebaut sind. Derby-Bore-out. Schlimm.

100.000 EUR Pyro-Strafe, na und?

Pyroshow beim FCSP HSV Derby

Der DFB hat den FC St. Pauli für den massiven Pyroeinsatz beim Derby gegen den HSV zur Zahlung von 100.000 EURO verurteilt.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Zweitligist FC St. Pauli im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines fortgesetzten unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger in Tateinheit mit einem nicht ausreichenden Ordnungsdienst mit einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro belegt. – DFB.de

Der Verein hat die Strafe kaum angenommen, da kommen die altbekannten Reaktionen:

  • „Die Strafe sollte man die Ultras bezahlen lassen“
  • Was man mit 100.000 EUR alles schönes anstellen/kaufen/finanzieren könnte?
  • „Wir habens ja“, uswusf.

Ich sehe das ein wenig anders.

DFB-Strafen als Investition in den Markenkern „FCSP“

Kurioserweise ist der FC St. Pauli der einzige Bundesligaverein, bei dem man mit ein wenig Fantasie, die Strafen des Verbandes, wegen „unsportlichem Verhalten der Anhänger“ als Investition in den Markenkern verstehen kann.

So lese ich bspw. auch die Carte Blanche, die Oke vor dem Derby unserem Stadion und seinen organisierten Besuchern gegeben hat. Pyro als ästethische Spielform des „Unestablishments“ trägt so zur Legendenbildung bei und stärkt in einer jungen Zielgruppe die Marke FCSP. Je stärker der Zugriff durch den Verband wird, desto besser für das Image 😉

Warum das dieses Mal nicht so richtig funktionieren mag, liegt meiner Wahrnehmung nach an zwei Umständen:

  1. Beim Derby hat der Kern der, Rotkäppchen genannten, Zündler den Spielabbruch ausgerechnet mit Raubgut hierbei leuchten wollen, was auf das Wesen des Spieltages so einwirkte, dass große Teile des Stadions spontan opponierten.
  2. Das Präsidium hat nach dem Derby seine, wie ich immer noch finde, mutige und richtige Haltung zu Pyrotechnik schroff und wenig erhellend formuliert widerrufen.

Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam am Millerntor ein Zurück finden würden, zum Aufladen dessen, was wir als unseren Widerspenstigen Geist begreifen. Die Polemik, dass wir zwar immer nach „Antifa Hooligans“ sängen, aber uns gestört fühlen, wenn sie dann mal auftauchen, ist zwar nur eben das, eine Polemik, aber auch ein interessanter Gedanke.

Solange man in dieser Diskussion aber zu einem „Entweder (für) – Oder (dagegen) „genötigt wird, scheint für Zwischentöne wenig Platz. Zuletzt habe ich das in einer Diskussion mit einem Sportreporter gemerkt, mit dem ich mich nach dem Kiel Auswärtsspiel über die Höhe der Strafe und Pyro im Allgemeinen unterhalten habe.

Wie sich die DFB-Strafen ermitteln lassen

Er erzählte mir, dass es einen inoffiziellen Strafenkatalog gibt, den auch er zurate zieht, wenn er Verbandsstrafen prognostiziert. Laut „Faszination Fankurve“ sind das bspw.

  • 600 EUR je Pyroeinsatz. Bei 73 Fackeln sind das schonmal 43.800 EUR
  • Je Spielunterbrechung +50%. Sind bei drei Spielunterbrechungen, die dem FCSP angelastet werden: 65.700
  • Abgerundet und mit dem Einlasssturm garniert, kommen wir also sogar mit einem Mengenrabatt davon

Wir kamen dann in unserem Schnack auf ungefähr dieselbe Summe – „niedrig sechsstelig“. Der HSV wird vermutlich eine ähnliche Strafe erhalten.

Wobei mich obige Fragen einigermaßen kalt lassen. Strafen gehören zum Fußball dazu, ob wegen fehlendem Spielerpass oder Bengalo. So what? Ich frage mich derweil, wie wir dieses Gefühl, wieder an den Start bekommen, dass unser „Fehlverhalten“ für etwas gut ist? Und sei es der GEMEINSAME Spaß an der Delinquenz.

Nach dem Derby. St. Pauli diskutiert: Was nu?

Die Tage nach dem Stadtderby gegen den HSV waren nicht einfach. Bei vielen, auch bei vielen, die ich lange kenne, kochten die Emotionen hoch – zum einen über das desaströse Spiel der Boys in Brown, zum anderen über die Vorkommnisse auf der Südtribüne.

Grafitti Altona
„Wir sind die Jugend, wir sind der Widerstand“ Grafitti in Ottensen

Da ging ein Teil von St. Pauli kaputt

Oke Göttlich, unser Präsident, sprach von einer Zäsur, mein Nebensteher von einem „Schlag ins Kontor“. Auch ich empfinde das Abmackern der 40-50 Vermummten auf der Süd als Tabubruch, als Herausforderung für alle, die sich St. Paulianer nennen. Ob Süd, Nord, Haupt oder GG. Dabei will ich versuchen eine Selbstverortung vorzunehmen, eine sehr persönliche Basis, von der aus ich in den Diskurs starte. Einen Diskurs, davon bin ich fest überzeugt, den wir nicht allein der so genannten Aktiven Fanszene überlassen können. Diese Situation fordert alle im und um den Verein herum heraus. Die Lösung liegt, wenn es eine gibt, im vereinsöffentlichen Diskurs.

Die sechs Stufen mentaler Stärke

Beinahe zufällig, vielleicht meiner aktuellen Aufmerksamkeit für solche Themen geschuldet, bin ich über einen Artikel der Therapeutin Claire Dorotik-Nana gestoßen, deren Worte einen Weg heraus aus der Wut, der Verletzung aufzeigen können.

Dorotik-Nana beschreibt sechs Stufen, die ein Mensch steigt, um an einem Ereignis, an einer Krise zu wachsen. Für einen Fußballverein und seine Supporter kann das analog gelten.

Die Zerrüttung

„Wir werden nicht stärker, wenn die Dinge so laufen, wie wir es wollen, und wenn die Würfel förmlich zu unseren Gunsten fallen. Wir werden stärker, wenn wir mit Ereignissen konfrontiert werden, die uns Angst machen, uns herausfordern und uns letztendlich zum Aufstieg (sic 😉 zwingen. Es ist, wenn die Welt, die du kennst, und alle Überzeugungen, die sie aufrechterhalten, zerbrochen sind. Es ist, wenn ihr anerkennt, dass das, was ihr wusstet, nicht mehr wahr ist, und euer Leben nicht mehr so wieder zusammengesetzt werden kann, wie es war. Und so unangenehm dieser Störungszustand auch ist, er ist auch unvermeidlich.“

Stufe 1

Raketen auf den Rasen zu schießen, zu einem Zeitpunkt, an dem dies mit Spielabbruch bedroht ist, Beutebanner zu präsentieren und später anzuzünden, im eigenen Block zu randalieren und laut Augenzeugenberichten Mitsteherinnen die Nase zu brechen, das alles muss man als das bezeichnen, was es ist: Hooliganismus.

Dass dieser sich auf einer unserer Tribünen manifestiert, macht wütend, lässt viele ohnmächtig zurück.

Die emotionale Reaktion eines ganzen Stadions, einer Mehrheit der Menschen, die auf der Gegengerade ganz in der Nähe des Geschehens stehen und die 40-50 Randalierer mit „Ihr seid scheiße wie der hsv“ ausbuhen, ist schmerzhaft und zeigt in seinem wütenden Nachspiel in Freundeskreisen, sozialen und Boulevardmedien, dass durch die Fanschaft des FC St. Pauli sich Risse ziehen, manche uralt, die an diesem Tag aufgebrochen und deren Kitt geborsten ist.

Wir spüren alle, wir haben da am Sonntag mehr als ein Spiel verloren.

Die Unsicherheit

„Wenn wir die Antworten nicht haben, stellen wir die Fragen, die zu einem besseren Verständnis führen. Es ist auch das Nichtvorhandensein der Antworten, das uns hilft, uns selbst zu vertrauen. Wir lernen, uns unseren Zweifeln, unseren Ängsten und Unsicherheiten zu stellen, und wir lernen, dass wir nicht von ihnen definiert werden“

Stufe 2

Es ist leicht, sich nach der Erregung in der Wut einzurichten. Den Verlust dessen, von dem man, irrtümlich, glaubte es zu besitzen – eine allgemein gültige Definition dessen, was St. Pauli ausmacht.

Es ist vielleicht sogar gemütlich und beruhigend, die Süd, die Ultràs, USP zu beschimpfen, ihnen Konsequenzen anzudrohen. Ich möchte diesen einfachen Weg nicht gehen.

Stelle ich mir also die Fragen, die meine Unsicherheit beschreiben:

  • Wie stehe ich selbst zum Thema Pyrotechnik? Was ist in meiner Wahrnehmung OK und was nicht?
  • Wie stehe ich zu Gruppen in unserer Fanszene an sich? Fühle ich mich sogar bedroht? Mindestens ausgeschlossen?
  • Was erwarte ich von organiserten Fangruppen, wie USP, dem Südkurvenkollektiv, der AFM, und anderen Institutionen im Verein
  • Was erwarte ich von mir selbst? Was macht das St.-Paulianer-sein für mich aus?

Das Überdenken

„Überdenken Sie es noch einmal. Überdenken bedeutet, zurückzutreten, ein Weitwinkelobjektiv zu verwenden und einen zweiten Blick darauf zu werfen. Es bedeutet, über alles nachzudenken, was du für wahr gehalten hast, über die Entscheidungen, die du getroffen hast, über die Prioritäten, nach denen du gelebt hast, und über das Leben, das du in Zukunft führen willst. Es bedeutet, nicht perfekt sein zu müssen und zu akzeptieren, dass einige Entscheidungen und einige Überzeugungen dir nicht dienen.“

Stufe 3

Ich merke immer wieder, dass ich die Dinge bei uns rund um den FC St. Pauli anders sehe, als andere. Ich sehe es fundamental anders, als stellvertretend Uwe Doll, unseren ehemaligen Aufsichtsrat, der nach strafrechtlichen Maßnahmen ruft, sogar in letzter Konsequenz nach der Polizei. Ich sehe den Einsatz von Pyrotechnik aber auch anders, als viele auf der Gegengeraden oder der Süd. Ich halte das Abschotten von Fangruppen für toxisch. Ich halte das Ableiten von Privilegien aus Aktivität und Führungsanspruch für falsch. Ich fühle, ich stecke mitten zwischen vielen Positionen.

Hier möchte ich versuchen, einige für mich glattzuziehen, zu überdenken:

  • Pyrotechnik: Für mich sind die Grenzen von Pyroeinsatz fließend. Ich kann mich gerade nicht wirklich festlegen. Dennoch finde ich Punkte, auch beim Einsatz am Sonntag, die ich klar ablehnen kann:
    • Übermäßiger Rauch: Wenn der Einsatz von Rauch das Atmen erschwert, Asthmatikern die Luft nimmt, über die eigene Kurve hinaus sich über eine andere legt, wie der stinkende Atem von Mordor, dann lehne ich Rauch ab.
    • Pyros in der Hand – OK, Pyros schmeissen – NO way
    • Raketen: die Raketenstafetten zu Beginn des Derbys schienen mir sauber gesteuert zu sein. Ich war überrascht, vielleicht ein wenig besorgt zunächst, aber dann doch begeistert. Das wütende Abschießen von Raketen auf das Spielfeld von Seiten der 50 inzwischen Rotkäppchen genannten Hools werte ich als Angriff auf das Stadion. Als aggressiven Akt.
  • Beutebanner verbrennen: Es ist von vielen Menschen, die ich für relevant in meinem Fankontext ansehe, darauf hingewiesen worden, dass Gegnerbanner abziehen, Schals verbrennen ein nicht tolerierbares Verhalten ist. Das sollte auch so bleiben. Wichtig für einen erfolgreichen Diskurs wird sein, wie sich die Gruppen auf der Süd dazu verhalten.
  • Andere Kurven ansingen: Das Ansingen von Gegengerade und Süd hat Tradition, auch das Frotzeln in Form von „Ja was denn“. Ich habe am Sonntag das Aussingen und Anpöbeln in Richtung Süd so verstanden, dass explizit die 50 Rotkäppchen gemeint waren. Für mich war das kollektive Rausbuhen dieser Typen eine Manifestation gegen Hooliganismus, gegen spielabbrechenden Egoismus und Mackertum, das man sich von der Gegengeraden auch erstmal erarbeiten muss. Ich habe auch das Auspfeifen nach dem Spiel, persönlich, nicht gegen USP oder die gesamte Süd gerichtet verstanden, sondern als Auspfeifen eben dieser rotmaskierten Hools, die noch nicht mal den Anstand hatten, unseren Boys in Brown auf ihrer schweren Ehrenrunde zu applaudieren. Ich hoffe, dass die überwiegenden Teile der Südkurve sich meiner Wahrnehmung anschließen können, auch wenn ich nicht ausschlie0ßen mag, dass einige USP-Hasser die Vorfälle für die Pflege ihrer ohnehin zementierten Ressentiments genutzt haben.
  • Ultrà Sankt Pauli: Kurz gesagt, einer Ultrà-Gruppe, der ein Hans-Frankenthal-Preis verliehen wird, bringe ich vorschießenden und tiefen Respekt entgegen. Nach – auch in diesem Blog – hart geführten Auseinandersetzungen nach der Südkurvenblockade habe ich feststellen dürfen, dass USP zu einem vereinsweiten Diskurs fähig ist. Noch heute mag ich einige der Menschen dort sehr gerne, die ich aus damaligen verbalen Scharmützeln kenne. Ich halte USP für eine echte Errungenschaft des FC St. Pauli, für eine Gruppe, die sich bei ihren Aktionen immer auch die Frage nach dem „Wofür“ stellt. Eine wichtiger Aspekt auch in unserer Diskussion und der Frage, wo Mackertum und Egoshow anfangen – meiner Ansicht nach genau dort, wo Aktionen kein „Wofür“ transportieren können. Ich wünsche mir schon lange, dass die Prozesse, die auch den FCSP betreffen, von USP und anderen Ultrà-Gruppen öffentlich diskutiert werden. Ich halte es für einen Fehler, die Fanöffentlichkeit anderen, auch mir, zu überlassen.
  • Selbstverwaltung der Südkurve: Ich mag die Idee, dass sich eine Fankurve selbst verwaltet. Ich nehme wahr, dass sich die Probleme auf der Süd in vielen Fällen besser in der Gemeinschaftsverantwortung lösen lassen, als durch Sanktionen von offizieller Seite. Ich befürworte alle Anstrengungen, diese Grundidee zu bewahren.
  • Repression vs. Sanktion: Gerade wenn bei aufwallender Wut das Stammhirn übernimmt, sich nach schnellen Lösungen gesehnt wird, nach der Kavallerie aus Jugendfilmen, ist es ratsam innezuhalten. Nein, ich glaube in beinahe keinem denkbaren Fall ist es eine gute Idee, die Polizei in einen Block, vor einen Eingang zu schicken, um für „Ordnung“ zu sorgen. Das sieht sie glücklicherweise selbst so. In meiner Wahrnehmung ist die Polizei in der komplexen Welt des Fußballs ein Akteur, einer der vor allem auf der Süd mehr Schaden anrichtet, als hilft. Trotzdem gehört zu allem, was wir heute und in Zukunft besprechen ein Grundmechanismus, ohne den Gruppen oder Communities nicht funktionieren: das glaubhafte Androhen von Sanktionen. Sie sind die Grundlage für Vertrauen, dafür, dass wir diesen Prozess des Stärkerwerdens aus dem Debakel erfolgreich vollziehen können.
  • Jaja, die Gegengerade: Die Vorkommnisse auf der Süd sofort in Diskussionen mit „ja aber die Gegengerade“ zu kontern ist in meiner Wahrnehmung klassischer Whataboutism. Was nicht heißt, dass wir in unserem Diskurs nicht auch über das Selbstverständnis auf dieser Geraden sprechen müssen. Dabei scheinen mir drei Punkte wichtig:
    • USP-Hasser entlarven und ansprechen: ich positioniere mich persönlich und immer wieder gegen Ultrabasher und Anti-„LaLaLa“-Apologeten. Nu habt ihr eine eigene Gerade, dann kümmert euch auch um diese, bevor ihr auf andere, schräg gegenüber zeigt.
    • Kann es sein, dass aus dieser Geraden keine „Supportmacht“ mehr wird? Ich habe auf dieser Geraden schon überall gestanden und überall ist der Support ein anderer. Grds. kann man sagen, dass er Mitte-links am stärksten ist und zur Nordkurve abnimmt. Aber auch dort, wo ich oft stehe, unterhalb des Supportblocks, herrscht manchmal schlimme Langeweile. Ich weiss noch gar nicht, ob man das ändern kann? Oder sollte?
  • Die Boys in Brown: Bitte vergesst mir nicht unsere Fußballer auf dem Rasen. Ich kann nicht zum einen (zu recht) fordern, dass die Mannschaft sich der Fanschaft öffnet, wenn ich ihren Bedürfnissen auf dem Rasen und während des Spiels nicht gerecht werden möchte. Es ist meiner Ansicht nach eine gute Prüfung, jede Aktion auf den Rängen mit der Frage zu begleiten: „Was bringt das meinen Jungs auf dem Rasen?“

Nach Bedeutung suchen

„Wenn du mental starke Menschen nach ihrem Leben vor und nach dem Gefühl der Stärke fragst, werden sie dir zwei Dinge sagen: Ihre Stärke steht in direktem Verhältnis zu den Herausforderungen, denen sie gegenüberstanden, und ihr Leben hat jetzt viel mehr Bedeutung. Was sie euch sagen, ist, dass sie auf der Suche nach Bedeutung sind, die sich aus der Herausforderung – und sogar verheerenden – Ereignissen ergibt, die sie stark gemacht haben. Es geht darum, einen Grund zu finden, weiterzumachen.“

Stufe 4

Quo vadis St. Pauli?, das war eine Frage, die sich dieser Verein und seine Supporter schon einmal stellten. Die Zäsur war ähnlich und doch anders: die Blockade der Südtribüne durch USP.

Die Zeiten sind heute andere, die Probleme sehen ähnlich aus, sind aber im Wesen anders, das nehme ich wenigstens so wahr. Trotzdem kann man an unserem gemeinsamen Vorgehen nach der Südtribünenblockade beim Spiel gegen Hansa Rostock (vermisse die ja beinahe 😉 eine Menge für das Heute lernen.

Das Heimspiel gegen Augsburg war eines der schönsten, emotionalsten und wichtigsten in meiner Fanbiografie. Bei diesem Spiel versöhnte sich das Millerntor untereinander, woben sich neue Bande zwischen den Kurven, zwischen den Fans, der aktiven Fanszene und mir und anderen.

Ich wünsche mir, dass uns das diesmal auch gelingt. Bis zum nächsten Heimspieltag sind noch knapp zwei Wochen Zeit. Wenige Tage, in denen vom Fanladen, vom Präsidium und anderen (hier sehe ich AFM und Fanclubsprecherrat an) ein Diskurs initiiert werden muss, der meinem persönlichen hier ähnelt. Bis zum 4.4. zu warten, diese Selbstwiederfindung intern oder nur auf der Süd zu beprechen, halte ich nicht nur für einen Fehler, ich halte es auch für verpflichtend, all diejenigen mitzunehmen, die nicht organisiert und gut vernetzt sind.

Die Rekonstruktion der eigenen Narrative

„Eine Lebensgeschichte ist das, was wir uns über unser Leben sagen. Es ist das, was wir uns über unseren Selbstwert, unsere Fähigkeiten und unsere mentale Stärke sagen. Und für Menschen, die geistig stark sind, ist es dramatisch anders als früher, denn Lebensgeschichten werden uns nicht übergeben, und sie sind auch nicht statisch. Stattdessen werden sie durch das Leben, das wir führen, die Entscheidungen, die wir treffen, und die Zuschreibungen, die wir Ereignissen zuweisen, die in unserem Leben geschehen, ausgearbeitet. Und was mental starke Menschen dir sagen werden, ist, dass es eine Zeit gab, in der sie sich nicht stark fühlten, in der sie sich nicht so sahen, wie sie es jetzt tun. Aber sie werden dir auch sagen, dass es, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt sind, einen Rekonstruktionsprozess gab. Sie mussten ihre Lebensgeschichte in Frage stellen. Sie mussten neu definieren und rekonstruieren, wer sie waren, wie sie sich selbst sahen und was sie zu sich selbst sagten. Letztendlich waren sie es, die sich selbst als stark definierten.“

Stufe 5

Mein St. Pauli-sein prägen Geschichten von selbstironscher Übernahme von Schmähgesängen, dem langsamen Zusammenwachsen von netzöffentlicher und organisierter Fanschaft, die sich so wundervoll im Sozialromantiker-Protest manifestierte. Geschichten von Fanaktionen für etwas. Die Millerntor Gallery oder Viva con Agua, das sich nur aus diesem Millerntor heraus entwickeln konnte und gleichzeitig unsere Achillesfersen deutlich aufzeigt (Whiteness und Mainstream).

Mich prägen Auswärtsfahrten mit viel Wein und Pinot genauso, wie meine Auseinandersetzung mit den Kutten in der Nord. Meine St. Pauli Geschichte prägt auch die Macht, die in dem „etwas anderen“ Verein entsteht und die erbarmungslos zuschlagen kann, dass sogar ein gestandener Blogger mit dickem Fell überlegt, diesen Klüngel getrost sich selbst zu überlassen.

Mich prägen die Geschichten, die ich mit Menschen um und im Verein habe. Von denen einige auch Co-Autoren in diesem Blog oder Co-Hosts und Gäste in meinem Podcast wurden.

Das gemeinsame Bauen

„Mentale Stärke existiert nicht in einem Vakuum, und selbst die stärksten Menschen brauchen andere, um ihre Stärke zu erkennen und zu bestätigen, denn mentale Stärke braucht einen Platz zum Anhaften. Es braucht etwas Größeres als sich selbst, um ihm einen Sinn zu geben.“

Stufe 6

Ich bin bereit, diese Narrative gemeinsam neu zu erzählen. Und ich möchte, dass bspw. die Geschichte von migrantischen Jugendlichen aus dem Viertel miterzählt wird, zu unserer wird. Auch und gerade, wenn einige der Rotmaskierten diese Geschichte erzählen, eine, die bisher nicht zu meiner passt.

Nur so wird ein St. Pauli draus, das die nächsten 5 Jahre überdauert. Solange, vermute ich, haben wir alten Knacker noch Zeit, uns in diese Erzählung einzubringen 🙂

Tl; dr

In a nutshell: Ich möchte ein St. Pauli, in dem dieser Aufkleber genausoviel Sinn, wie Unsinn ergibt 😉

ps auch der magische FC Blog fängt an zu reden

Statt Derbyfieber, "Krieg der Rosen"

Pyroshow auf der Süd

Teile unserer Fanschaft waren gestern bei einem anderen Derby. Wie im Krieg der Rosen von Astrid Lindgrens „Kalle Blomquist“ legte sich eine andere Dimension über das Spiel – eine die Magie und Zusammenhalt zerstörte.

Irgendwie hat das Millerntor dieses Derby verbockt, ist es uns nicht gelungen, die Magie herzustellen, die nötig gewesen wäre, den hsv an diesem Tag zu besiegen oder wenigstens würdevoll unterzugehen. Und das hat viel, nicht alles, mit den Kurven zu tun.

„Wer wird Deutscher Meister?“

Dabei fing alles so magisch an; das Millerntor spielte die Gästehymne „Wer wird Deutscher Meister“ mit genau der richtigen Prise Ironie, die das ganze Stadion erfasste. Die Blockfahnen, die ich auch erst nach dem Spiel in seiner ganzen Pracht sehen konnte, passten zu dem wuchtigen Auftakt, waren eines Stadtderbys würdig.

Über die erste Halbzeit kann man streiten: war das nun eine anständige Leistung, die durch einen Kunstschuss und einen hellwachen Lasogga zu unseren Ungunsten auslief? Oder war das Angsthasenfußball, der zurecht bestraft wurde? Das mögen andere beurteilen. Für die erstickte Magie am Millerntor waren andere Dinge entscheidend.

Mit Elan aus der Kabine und jäh ausgebremst

Ich stelle mir seit der 46. Minute vor, wie sich das wohl anfühlt, als Boy in Brown. Du kommst nach dem gemeinsamen Huddle, dem gegenseitigen Versprechen, es in der zweiten Halbzeit besser zu machen, wieder auf den Rasen gelaufen, die Haarspitzen voller Adrenalin, kommst gut über die rechte Seite und erzielst beinahe den Ausgleich.

Dann darfst Du aber nicht weitermachen. Der Schiri unterbricht das Spiel, weil die Süd zwar einen Sinn für eindrucksvolle Lichtshows, aber an diesem Tag ein fatales Timing zeigt. Ich kann mir vorstellen, wem diese Unterbrechung am meisten nutzt – der Mannschaft des hsv.

Ich neige nicht zu Ultrabashing, bin in der Vergangenheit sogar als „Sin Fein“ unserer Ultras bezeichnet worden und auch heute, eine Nacht nach dem Spiel, will ich mich auf die Typen konzentrieren, die meiner Ansicht nach die meiste Magie vernichteten: die Rotmaskierten rechts von der Mitte (von der Süd aus gesehen).

30 bis 40 rot-schwarz Maskierte stülpten dem ganzen Stadion ihre Ego-Show auf. Lauter Pyros, permanent gezündet, geschenkt – ich mag Pyrotechnik. Nachdem der Schiri aber unmißverständlich klar machte, die Stadionregie schon zum dritten Mal energisch ermahnte, „noch einmal und dann Spielabbruch“, dann weiter zu zündeln, Raketen in Richtung Spielfeld zu jagen, das grenzt an Sabotage.

Sabotage an dem, zu dem das Millerntor fähig ist. Ich schließe mich Stefan Groenveld an, von dem auch das Titelbild stammt.

Solange Pyrotechnik aber verboten ist, muss niemand nach vorheriger Ermahnung des Schiris und Kommunikation zwischen Mannschaftskapitän und Capo glauben, er könne sich über alle Gesetze hinwegsetzen. Die Frustration über diesen Alleingang weniger war auf weiten Teilen der Süd tief zu spüren. Ich bin mir sehr sicher, dass das intern heftig diskutiert wird.

Die Fans vom FC St. Pauli standen mal für innovativen und lustigen Support. Davon ist heute nur ein wenig Größenwahn übrig geblieben, der vor dem Spiel den gegnerischen Fans vorgeworfen wurde.

Stefan Groenveld

Ich weiss nicht, wo die Rotmasken herkamen, mein erstes Gefühl war, dass man sich hier Gäste eingeladen hat, die das Wohnzimmer verwüsten und dann wieder entschwinden. Wünsche mir hier Aufklärung.

„Die hätten meinetwegen 12:0 gewinnen können, das hätte ich ertragen. Das sinnbefreite Mackern der Rotmaskierten macht wirklich was kaputt. Das hätte der HSV nie hinbekommen“

C. nach dem Spiel

In meiner Wahrnehmung waren eben diese die Adressaten des Unmuts der Gegengeraden, ein „ihr seid scheiße, wie der hsv“ zwar hart, aber verdient. Das sinnlose Präsentieren von abgezogenen Bannern langweilt und outet die „Ultras auf Panzerschokolade“, wie sie ein Nebensteher bezeichnete, als echte Magievernichter.

Wer nach Abpfiff und Ehrenrunde der Mannschaft dann diese nicht einmal mit Applaus verabschiedet, der setzt sich dem Verdacht aus, dass ihm St. Pauli, die Boys in Brown – alle anderen – am Arsch vorbei gehen – schlimmer noch, dass sie das, was für viele von uns St. Pauli ausmacht, verachten.

Die Südkurve und allen voran USP hat nun die Wahl: entweder sich, wie oft zelebriert, muksch ins Schneckenhaus zurückziehen, Kritikerinnen einladen zu irgendwelchen ominösen Treffen zu erscheinen – oder die Verantwortung dafür zu übernehmen, was auf ihrer Kurve passiert. Auch Whataboutism erster Güte, nämlich den Support auf der Gegengerade anzuprangern um vom Fehlverhalten der Rotmasken abzulenken, ist wenig hilfreich.

Der FC St. Pauli wird an diesem Derby nicht zerbrechen, eine Zäsur stellt es aber doch dar. Der Weg zurück zum Roarr, zum magischen Weben einer Kraft, die das ganze Stadion, alle Kurven und die Mannschaft verbindet ist weit geworden.

St. Pauli muss sich entscheiden: jagen Teile unseres Vereins weiter den Großmummrich oder kehren wir zurück zu einem Miteinander?

Weitere Stimmen:

  • Millernton. Wobei ich nicht der Ansicht bin, dass dies „intern in der Süd“, sondern vereinsöffentlich diskutiert werden muss.
  • Stefan Groenveld: Größenwahn ist ein gutes Wort dafür.
  • Magischer FC Blog: heute Full Ack.

„Aber heute hat es das Maß verloren. Der FCSP war immer der Verein, wo es einen Grundkonsens zu Grenzen, die wir nicht überschreiten, gab. Wo man auch mal zurücksteckt. Und wenn das nur heißt, dass die letzte Pyrofackel wieder in die Tasche wandert. Pyro als Choreo ist eben ungleich Pyro als Mackerinstrument.“

Magischer FC Blog

Update: Stellungnahme des FC St. Pauli

Der Verein, mit seiner gesamten Exekutive, dem Vorstand und der Geschäftsführer bis zum Aufsichtsrat, hat eine Stellungnahme verfasst, die mir in seiner Eindutigkeit gefällt: sie setzt Grenzen und zeigt mögliche Konsequenzen auf:

Bei den Vorfällen während des Spiels, die beinahe zum Abbruch der Partie geführt hätten, entstand bei den Verantwortlichen der Eindruck, dass die Selbstinszenierung von Teilen der Fanszene eine größere Bedeutung hat als der Verein und das Spiel der Profimannschaft.

Die Vorfälle stellen eine Zäsur beim FC St. Pauli dar, spiegelt zum Beispiel das Präsentieren von Fanutensilien des Gegners in keiner Weise den Umgang wider, den wir hier in unserem Stadion in der Vergangenheit gepflegt haben. Auch die Menge an gezündeter Pyrotechnik und das Abfeuern von Leuchtkugeln auf das Spielfeld gehen weit über ein akzeptables Maß hinaus. Aufgrund der Vorfälle werden Form und Inhalt des weiteren Umgangs miteinander und Konsequenzen kritisch diskutiert.“

Der Verein bietet all denen, die durch die Vorkommnisse im Stadion nachweislich Schaden erlitten haben (z.B. Verunreinigung der Kleidung) oder die Partie aus Sorge vorzeitig verlassen haben, eine Schadensregulierung an. Die Betroffenen werden gebeten, sich unter report@fcstpauli.com an den FC St. Pauli zu wenden.

FCSP.com

Zum Derby: "Es gibt kein Bier auf Hawaii St. Pauli"

Bierwagen vor dem Millerntor

Schlechte Nachrichten für alle, die gerne Bier im Stadion trinken, beim Derby gegen den HSV gilt am Millerntor Alkoholverbot!

Beinahe hätte ich den Hinweis überlesen. Am Ende der Nachricht, dass Gästefarben in den Heimbereichen verboten sind, findet sich folgender Absatz:

Darüber hinaus wird der Verzehr alkoholischer Getränke in den öffentlichen Bereichen nicht gestattet sein.

FCSP.com

Auf meine Nachfrage, was denn die öffentlichen Bereiche sind, erklärte mir der Verein: alle offen zugänglichen Bereiche des Stadions, die Umläufe auf Gegengerade, Süd, Nord und Haupttribüne. Der gesamte Innenraum. Vor dem Stadion und im Klubheim sei der Ausschank aber nicht reglementiert.

Zweiklassengesellschaft auf St. Pauli

Auf Nachfrage bestätigte mein Klub, dass in den Logen und den VIP-Ballsälen Alkohol ausgeschenkt werde, allerdings nicht, wie sonst üblich, auch am Sitzplatz.

Verfügt habe das die Polizei Hamburg. Dazke Polizei.

ps Wobei ich persönlich dafür plädiere, auch den Ausschank in den Logen und den Ballsälen einzustellen. Das wäre solidarisch und beim FC St. Pauli angemessen.

Der Pyro-Schande Quatsch und warum dieser Podcast vielleicht von HSV Ultras ein Dankessschreiben bekommt, ausgerechnet ;)

Chaoten, Randale, Spielabbruch:

Pyro im Stadion: Kultur oder Randale?
Photo credit: Florian Christoph on Visual Hunt / CC BY

Pyrotechnik im Stadion erhitzt die Gemüter.

Hier diskutieren im Rahmen des Podcasts „FSTPWL“ Willi und Erik, eure Hosts mit Oliver, unserem HSVer der Herzen.
Themen:
1. Titz vs. Kauczinsky
1. Das Derby
1. Das Pyro
1. Homophobie im Fußball
Pickepackevoller Podcast aus den Hamburger Katwick Studios in der Schanze.

Hamburger Blutgrätsche Episode 3: HSV St. Pauli Podcast

"Sankt Pauli ist für mich der Beginn der Saison" – Vorfreude beim HSV – FCSP Derby-Podcast

Mopo Derbysieg Titelseite
Mopo Titel beim letzten Derbysieg des FCSP. Verewigt in Holz. Foto: Erik Hauth, SPNU

Am Dienstag der englischen Woche trafen sich die Hosts des St. Pauli Podcasts mit zwei HSV Fans zum Derby-Podcast.
Keine Angst, wir haben uns nicht gegenseitig überfallen, allerdings so angeregt diskutiert, dass nicht aufgefallen ist, dass die Festplatte übergelaufen ist. Trotzdem sind 26 Minuten als Leckerli und Podcast Vorfeude übrig geblieben.

Enjoy und ein friedliches aber intensives Hamburger Derby!

„Ihr könnt gerne das Derby gewinnen; wir wollen am Ende nur Erster oder Zweiter in der Tabelle sein“ – damit eröffnet Michi (HSV) den Tipp und den Reigen um das Derby.

Derby-Podcast Themen:

Blutgrätsche Podcast Crew

  • Rückblick zum 5:0 gegen Jahn Regensburg
  • Derby Tipps
  • Warum ist der HSV einmal „sexy“ gewesen
    • Magath und was das mit Buchtmann zu tun hat 😉
  • Unsere Tipps. Spoiler, ist beinahe alles dabei 😉

Auswärtskarten HSV – immer Ärger mit dem Eventim Online-Shop

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Tickets für das Public Viewing am Millerntor findet ihr im Onlineshop für Auswärtskarten des FCSP.

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Alter Schwede, das ging schnell. Nach wenigen Minuten war das Gästekontingent des FC St. Pauli für das Auswärtsspiel beim HSV ausverkauft– wobei viele St. Paulianer am Ende ohne Ticket dastanden; mutmaßlich auch weil die Software des Ticketanbieters Eventim überfordert war.

Die Geschichte einer Ticketbuchung


Ich hatte mich sicherheitshalber schon vor 9:00 Uhr, dem offiziellen Start des Vorverkaufs des Auwärtsspiels beim Stadtrivalen im Auswärtsticketshop des FC St. Pauli eingeloggt und tatsächlich, nach sieben Sekunden Warezeit wurde ich weitergeleitet.
Es gab eine Auswahl lauter P-Blöcke, aber kaum einen Hinweis darauf, wo welcher Block war. OK, das muss ich mir merken, das soll man sich wohl vorher anschauen. Obwohl ich finde, das kann man als Ticketanbieter ruhig als Service anbieten und wenn es eine kleine Übersicht ist.

Eventim: Rumpeliger Online-Ticketshop mit lauter Fehlern

Nach einer kurzen Weile habe ich den Bereich für die Stehplätze gefunden (19.00 EUR), musste aber erst einmal verstehen, dass die ROTEN Sitze die freien Stehplätze sind. Das ist ja nicht gerade intuitiv.
OK, ist das ersteinmal herausgefunden, kann man einzelne Sitze anklicken und dann auf den Buchen-Button drücken. Und dann passiert: NICHTS!
Bester Ticket Online Shop? Ich musste lachen, bitter lachen!
Oh, denke ich, „da hab ich vielleicht was falsch gemacht“. Zurück zur Auswahl, neuen Stehplatz ausgesucht (auf den roten Platz geklickt) und dann auf „Bestellung abschließen“. Dann erscheint ein neues Fenster mit lauter weißen Sitzen, auf dem ich angeblich einen „Block auswählen“ soll. Häh?
Die Zeit verstreicht und so langsam werde ich nervös.
Nach minutenlangem Fehler-generieren (keine Sorge, ich bin vom Fach!), ist die Stehplatzkategorie ausverkauft. Das mutmaße ich, denn vom System kommt nur die Reaktion, dass der Button für diesen Block nicht anklickbar und bald danach nicht mehr sichtbar ist.
OK, dann eben ein Sitzplatz (53.00 EUR!). Auch hier gestaltet sich der Prozess schwierig. Immerhin, endlich landet auch mal ein angeklickter Platz im Warenkorb. Nach viel Hassle mit der Kreditkartenzahlung habe ich mich dann, weidwund geschossen, auf eine SEPA Zahlung mit dem (nach User-Interface Maßstäben) 90er Jahre System von Eventim einigen können.
Nun habe ich doch noch ein Ticket ergattert, ein viel zu teures und ein wenig betrogen fühle ich mich auch. Immerhin bin ich an Erkenntnis reicher. Nämlich der, dass Eventim in all den Jahren seit meinem letzten Versuch, unter Last ein Ticketzu ordern, so gar nichts dazu gelernt hat. Schlimm.

Der Bestellvorgang im Check

Der FC St. Pauli hatte vor dem erwarteten Ansturm den Bestellprozess beschrieben. Schauen wir mal, ob ich hier etwas „falsch“ verstanden habe:

  • Bei einer hohen Nachfrage mit einer entsprechend sehr hohen Anzahl an gleichzeitigen Zugriffen auf den Online-Shop wird es nur einem Teil der Ticketinteressenten ermöglicht, in den Shop zu gelangen, um auf die verfügbaren Tickets zuzugreifen. Alle anderen, die auch ein Ticket kaufen möchten, erhalten beim Aufruf des Shops eine entsprechende Warteinfo und werden automatisch weitergeleitet, wenn wieder Tickets buchbar werden (z.B. weil Tickets aus Warenkörben wieder entfernt werden).
    -> Hab ich getan, wurde nach sieben Sekunden in den Shop geleitet
  • Die Warteseite daher bitte nicht verlassen oder aktualisieren. Sollten Tickets wieder buchbar werden, erfolgt die Weiterleitung in den Shop automatisch!
    -> Check, OK
  • Alle, die sich im Shop befinden, können, sobald sich das gewünschte Ticket im Warenkorb befindet, den Bestellvorgang vervollständigen (Versandart auswählen, Bezahlung durchführen).
    -> KEIN HINWEIS, DASS SICH EIN AUSGEWÄHLTER SITZ NICHT IN DEN WARENKORB VERSCHIEBEN LÄSST!
    -> Check, OK, alles richtig gemacht
    -> Offensichtlich liegt hier der Systemfehler!
  • Um die Buchung erfolgreich abzuschließen, darf der Bestellvorgang nicht verlassen werden. Sobald das gesamte zur Verfügung stehende Ticketkontingent vergriffen ist, wird das Spiel aus dem Shop genommen und ein entsprechender Hinweis platziert. Alle, die zu diesem Zeitpunkt noch die Warteinfo haben, werden dann leider keine Tickets mehr buchen können.
    -> QED 🙁

Hej, FC St. Pauli. Wenn ihr diesen Sommer schon „alles“ auf den Prüfstand stellt, dann fügt doch diesen Schrott von Software zu eurer Liste hinzu. Bin echt bedient!
Ich nehme zwar persönlich nicht an, dass diese Fehlermeldung in einem so genannten „Bug-Report“ bei Eventim landet; aber als Romantiker ergänze ich diesen Rant trotzdem um die Infos, um die mich meine Entwickler immer bitten:

  • OS: Mac OSX High Sierra 10.13.6
  • Browser: Safari, Version 11.1.2 (13605.3.8)
  • Log-in Status: eingeloggt, Session Handling aktiv

Zum Hamburger Derby: Public Viewing am Millerntor genehmigt!

Hurrah: Es gibt ein Public Viewing am Millerntor

Genehmigt: es gibt ein Public Viewing am FCSP Millerntor zum Derby beim HSV

Nachdem die Polizei Hamburg „dringend empfohlen“ hatte, das Millerntor für ein Public Viewing zu öffnen, hat sich nun auch Rechteinhaber Sky dazu durchgerungen, die erforderliche Erlaubnis zu erteilen, das Spiel HSV gegen den FC St. Pauli am 30.09.2018 öffentlich im Stadion zu zeigen.
Geöffnet werden:

  1. Südtribüne
  2. Gegengerade

Kinder bis 10 Jahren haben freien Eintritt. Alle Anhängerinnen und Anhänger des FC St. Pauli, die das Derby am Millerntor sehen wollen, sollten die Vorverkaufsmöglichkeiten nutzen und die Tickets frühzeitig erwerben. Die Leinwände für das Public Viewing werden vor der Gegengerade und der Südkurve aufgestellt.

Tickets kosten pauschal vier Euro und sind im Auswärtsticketshop des FC St. Pauli erhältlich. Bei einem so geringen Ticketpreis lohnt sich das Ausdrucken am heimischen Printer für 0,00 EUR (print@Home).

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Fun Fact: Der FC St. Pauli erlaubt beim Anschauen des Auswärtsspiels keine Gästefarben ;))

„Beim Public Viewing gelten ähnliche Regelungen wie bei den Ligaspielen der Kiezkicker, so ist der Zutritt in Gästefarben nicht gestattet.“ – LOL, da kann man schon mal durcheinander kommen.

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Derby Public Viewing am Millerntor
Nachdem die 5.500 Tickets für das Auwärtspiel des FC St. Pauli beim Stadtvizemeister HSV am 30. September in Rekordzeit vergriffen waren, organisierte sich die Fanschaft des FC St. Pauli, um den Verein zu ermuntern, wie schon beim letzten Derby das Millerntor Stadion für ein Public Viewing des Spiels zu öffnen.

„Keine 10 Pferde kriegen mich nach Mordor“, H. auf Facebook

Es gibt zahlreiche Fans des FC St. Pauli, die sich keine teuren Tickets für das Derby-Rückspiel gegen den HSV leisten können oder wollen. Das Public Viewing am Millerntor von 2011 war quasi wie ein Heimspiel und ist ein toller Service für Menschen, die nicht nach Mordor können oder wollen

„Wir wollen ein Public Viewing am 30.9.18 am Millerntor“

Über 2.000 3.000 St. Pauli Fans fordern auf Facebook: „Wir wollen ein Public Viewing am 30.9.18 am Millerntor“ und stündlich wurden es mehr.
Der Verein schweigt bisher und das befördert Gerüchte. Von „die sind dran“, bis hin zu „die wollen das nicht“ ist alles dabei. Ich habe beim FCSP nachgefragt, sobald ich Infos erhalte, gebe ich hier Bescheid. hat heute mitgeteilt, dass das Millerntor für ein Public Viewing geöffnet wird.
Achso: ja, auch ich bin für ein Viewing am Millerntor, allerdings nicht „free public“, sondern gerne gegen Eintritt, vielleicht sogar kostenlos für  bestehende Dauer- oder Saisonkarten-Inhaber_innen oder Mitglieder.

HSV – FC St. Pauli: Einmal Derby und dann zurück bitte.

Nun ist es soweit. Der HSV ist abgestiegen, wir haben alle laut gelacht und die lange schon bereit gelegten Facebook-Vorlagen und Sticker heraus gekramt, wie den lachend runterrechnenden Graf Zahl, den Aufkleber „Endlich 2. Liga“ oder die vielen Photoshop-Bildchen, die sich mit der Bundesliga-Uhr beschäftigen.

HSV-St.-Pauli-Western-Stiefel – gesehen in den Collonaden, Hamburg

Ach ja, den Dino haben wir wahlweise gegrillt oder einen Meteor auf ihn plumpsen lassen. Haha, ist doch „nur der HSV“. Und nun? Nach der kurzen Schadenfreude über das Ende des „Liga-Urgesteins“ ist auch irgendwie die Luft raus.
Es wäre an der Zeit zur Vorfreude auf zwei Derbys.

Derby HSV – FCSP: Vorfreude und Frust-Angst

Auf die freue ich mich. Den Titel „Stadtmeister“ tragen wir schon solange, dass er bereits ein wenig muffelt. Höchste Zeit, ihn zu erneuern oder als Trostpreis für eine Liga tiefer an die Vorstadt zurück zu geben.
Das, sagen mir meine Freunde, die der Raute die Daumen drücken, sei für sie ebenfalls das Highlight der nächsten Saison (nach der Auswärtsfahrt nach Sandhausen selbstverständlich). Wenn da nicht die Erinnerungen an das letzte Derby am Millerntor wären, als frustrierte HSV-Hools versuchten die Reeperbahn auseinander zu nehmen. Und da hatte der HSV „nur“ unentschieden gespielt.

Schwarzer Rauch zum Abschied? Das passt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich finde Rivalität wichtig. Und gegen Pyrotechnik habe ich nichts, grundsätzlich. Auch halte ich die Farbe schwarz für einen rauchvollen und fulminanten Abschied aus dem Bundesliga-Zuhause für passend, dem Anlass durchaus angemessen.
Ich wünsche mir, dass wir das Frotzeln wieder erlernen in Hamburg, es in einem geschützten gesellschaftlichen Klima  pflegen können, in dem die Anhänger des FC St. Pauli, seine Kneipen und sein Stadtteil nicht bedroht werden. Was umgekehrt auch für die Rautenträger gilt, liebe Reisegruppe in Rot!
Der beste Spruch, an den ich mich beim vorletzten Derby erinnere, war einigermaßen harmlos, aber traf: „Und nach dem Derby auf einen Galao in die Schanze“ war ein herrlich pointierter Hinweis auf die galoppierende Gentrifizierung des gern „anders“ genannten Vereins. Oder das gemeinsame Absingen von „Wer wird Deutscher Meiser“ am Millerntor. Weiter so bitte; dann wird das Derby 2019 wieder zu einem spannenden Fest in Hamburg.
Und danach bitte einfach wieder aufsteigen. Beim HSV ist es nämlich nicht anders, als mit anderen Gästen: wenn sie zu lange bleiben, fangen sie an zu riechen.

"Ohne Naki habt ihr keine Chance"

https://mobile.twitter.com/stpauli/status/260000838523703296
Das wäre ein schöner Aufhänger für einen Blogpost gewesen, sagte mir Maik, als wir am Ende eines langen Fußballsonntags uns die Bemühungen des hsv ansahen, doch noch den Ausgleich zum 1:1 zu erzielen. Es blieb bekanntlich beim 0:1 gegen den VfB Stuttgart und beim letzten Bier des Tages und dem langen Heimweg (1.800 Meter) durch den Altonaer Volkspark konnte ich gemütlich mit Schwaben schwätzen und mir den vergangenen Tag Revue passieren lassen: „"Ohne Naki habt ihr keine Chance"“ weiterlesen

HSV 0:1 Sankt Pauli - Derbysieger 2011

Derbysieger-Tag

"0:1 - 16.01.2011" Derbysieger FC St. Pauli (Grafitti, Hamburg)
0:1 – 16.02.2011″ Derbysieger FC St. Pauli (Grafitti, Hamburg)
Der 16.02.2011 war ein naßkalter Tag. Es hatte nicht geregnet, meine ich mich zu erinnern, als ich mich mit meinem Karten-Sponsor auf den Weg nach Mordor machte.
Zuerst wollte ich ja gar nicht dahin, lieber das Spiel am Millerntor erleben, beim Public Viewing. Im Nachhinein bin ich froh, doch dabei gewesen zu sein.
Die Stimmung vor dem Stadion habe ich als unerwartet entspannt empfunden. Die Wasserwerfer dampften in einer Seitenstraße, St. Paulianer und HSVer trotteten zu ihren Aufgängen. Spannung lag in der Luft, Derbystimmung.
Na klar, ich habe auch damit gerechnet, dass wir verlieren – und so sah es ja auch die ganze Zeit aus.
Noch kurz vor Betreten der Dingens-Arena rief mich mein Hausarzt an, eine Raute, und wollte unbedingt wetten. Gut, sagte ich, um einen Kasten Bier, nur kein Astra bitte. In der Hektik fiel mir nix besseres ein, als „0:1“ zu tippen- er lachte. 110 Minuten später begann sich mein Gesicht zu verkrampfen. Ein so breites Grinsen spannt ja nach einer Weile, vor allem, wenn es nicht weggeht. Tagelang.
Und heute kommen die Eindrücke zurück: Von Benes weißen Stelzen, die er immer magisch dahin hielt, wo sie gebraucht wurden. Stanis strubbelige graue Mütze. Die Ecke, Bolls Fuß, das Tor, die Explosion des FCSP-Blocks. Mein Herumspringen in der Westkurve, aber auch die noch wohlwollenden Gesichter der HSVer, die sicher nur an einen kosmetischen Kratzer dachten.
Der Abpfiff. Benes Bogenschuss. Stanis rumpelstielzen. Die verwaiste Nordkurve mit all dem blau-schwarzen Plastikmüll. Ja das ist das beherrschende Bild. Diese leere Tribüne mit den Überbleibseln einer industriellen Choreo, die bleibt mir im Gedächtnis – und lässt mich grinsen. Immer wieder.

HSV: Was von der Plastik Choreo übrig blieb
HSV: Was von der Plastik Choreo übrig blieb

FCSP II – HSV II – Das kleine Hamburger Derby fällt wieder aus!

Nicht nur Eisgang auf der Elbe, sondern auch Eis-harter Boden am Millerntor. Der Winter hat Hamburg im Griff und die sibirische Kälte zwingt nun ebenfalls zur Absage des schon einmal verschobenen Derbies zwischen HSV II und dem FC St. Pauli:
Die Partie der U23 gegen den Stadtrivalen (Sonnabend) wurde aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes und vereister Zuwegung erneut abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
– via Facebook

Derby-Moment (mit Anzug und Mütze)

Es ist einer der Eindrücke, die sich eingeprägt haben in meinem Gedächtnis, als nach dem Spiel Derby die Trainer des FCSP, allen voran Stani, ein weiteres Mal in unsere Kurve starteten, Hand in Hand und wie irre rudernd.
Zeitgleich liefen oben auf der Video-Wall die Sponsoren-Videos ab, die keiner ihrer Adressaten mehr sah – das Rauten-Rund war bereits verwaist. Gerade als Stani und Co unsere feiernden Fans erreichten, lief oben ein Clip von Armin Veh, mit Anzug einer italienischen Modemarke gekleidet. Unten strömte die graue Schmuddelmütze unseres Cheftrainers dagegen soviel Erdung aus, dass ich unweigerlich auspfiff, wow – so eindeutig war mir der Unterschied zwischen denen und uns selten symbolisiert worden. Ein kleiner weiterer Eindruck dieses wahnsinnigen Abends.

Alles was ihr habt ist Plastik

HSV: Was von der Plastik Choreo übrig blieb
HSV: Was von der Plastik Choreo übrig blieb

„Euer Verein ist die Großraumdisko in der Pampa, wo es bestenfalls eine schlechte Nacht gibt, an die man sich am liebsten gar nicht erinnern will. Unser Verein ist der kleine Punkrock-Gig, bei dem man die Liebe seines Lebens trifft.“
… und ja liebes Lichterkarussel (ihr mausert euch zu einem Favoriten in meinem Feedreader!), lasst uns über das „Wie“ reden!
-via MR