Brause-Klub: Lieber Premium Cola

Fritz Kola sponsert den FC St. Pauli. Die starke koffeinhaltige Brause steigt als Kiezkönig-Partner ein und versorgt zur neuen Saison die Stadionbesucher mit Brause und Cola. Ich bin über dieses Sponsoring nicht besonders glücklich, passt das Hipster-Image doch viel zu gut zu dem der Modemarke St. Pauli. Warum können wir nicht Premium Cola als Partner haben? Die kommen aus dem Stadtteil und passen in einem viel wichtigeren Aspekt zu unserem Club: Premium Cola ist strukturell kapitalismuskritisch, hackt mit seinem soldarischen und genossenschaftlichen Businessmodell den Markt.
Fritz-Kola dagegen pflegt zwar ein hippes Image, fiel im harten Getränkehandelalltag aber immer wieder mit Agggressivität auf, „auch mehrere Getränkehändler und ein ehemaliger Vertriebsmitarbeiter von Fritz-Kola erzählen davon, dass die Firma versuchte, andere Cola-Marken aus dem Angebot von Händlern oder Gastronomen zu drängen“, berichtet bspw Die Zeit. Auch im Zusammenhang mit dem Frei.wild Konzert ließ die späte Reaktion von fritz kola einige Wünsche offen, das mehr an Koffein half der Marke zumindest nicht schneller auf die Füße zu kommen und sich von dem Gig zügig zu distanzieren. Eine Eigenschaft, die als Sponsor des FC St. Pauli aber dringend gebraucht wird.
Über die Höhe des Sponsorings kann ich derzeit nur spekulieren, vermute aber einen fünfstelligen Betrag (eine Anfrage beim Verein ist gerade raus). Ein Betrag, auf den der Verein kaum verzichten möchte oder kann.
Crowdsponsoring
Ich frage mich, ob man beim FC St. Pauli überhaupt mit Premium Cola verhandelt hat? Was meint ihr, hätte eine Crowdsponsoring Kamapagne – gerne via Kiezhelden 😉 – Aussicht auf Erfolg? Ich hätte sicher gespendet, damit der magische FC den Kapitalismus-Hack unterstützt – und wäre nebenbei Mitsprecher bei Premium Cola geworden – so funktioniert das nämlich in einer besseren Welt ;(

Zum Thema: taz

Der Gesamtmarkt stagniert: Seit Jahren werden laut Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG) bundesweit pro Kopf rund 80 Liter Limonade getrunken, darunter entfallen auf Cola und Cola-Mischgetränke gut 30 Liter.
Der Markt für Softdrinks, Wasser und Bier sei auch im Norden nahezu gesättigt, sagt Lutz Tillack von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Hamburg: „Es gibt also einen Verdrängungswettbewerb.“ Entsprechend hart ist der Konkurrenzkampf. Oft genug wird dann auch einmal unter der Gürtellinie hingelangt. „Wenn die Tröge leer sind“, sagt ein Szenekenner, „beißen die Hengste.“
Anfang des Jahres kochte ein fieser Streit zwischen Premium-Cola und Fritz-Kola in den Internetforen hoch, beides Hamburger Gegenspieler mit überregionalen Ambitionen. Der Konflikt scheint beigelegt, sagt Uwe Lübbermann von Premium-Cola – zumindest bis auf Weiteres. Denn hinter den süßen Kulissen sprudelt es – auch, aber nicht nur in der Hansestadt.

Artikelfoto: Stefan Groenveld, mit freundlicher Genehmigung.

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