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Foto: Rauter 25

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Foto: Rauter 25

Intifada St. Pauli – der provozierende Fauxpas der Stadionregie

Antisemitismus ist die offene Flanke der „Irgendwielinken“. Nicht nur der Augstein-Erbe verheddert sich bei seiner romantischen Unterstützung der Palästinensischen Sache in nur leicht verschwurbelten Antisemitismus, das passiert auch immer wieder im Umfeld des FCSP.

Zuletzt gestern und gehört, als die Stadionregie des Millerntors „Intifada“ von Ska P. spielte und damit einen provokanten Gegenpunkt gegen die Ausstellung „FC St. Pauli im 3. Reich“ setzte, die zeitgleich im 1910 Museum stattfindet.

„Die Opfer sind zu Henkern geworden, alles hat sich verkehrt“ („Las victunas se han convertido en los verdugos se vuelven del reves“) – Ska P. „Intifada“

Anschließend spielt das Millerntor „Israelites“ von Desmond Dekker. Eine Hymne der Rastafarie-Bewegung, die eine besondere Sicht auf das Judentum hat (vgl. Jüdische Allgemeine“). Ich frage mich, was diese Programmierung soll? Ist Palästina das neue Israel? Oder wie?

Fragen zu „Intifada“-Song am Millerntor

Zu einer Bewertung fehlen mir weitere Infos:

  1. Wer verantwortet die Playlists im Stadion (eine Frage, die mich schon öfter beschäftigte)
  2. Wie ist diese Programmierung gemeint?
  3. Was sagen die „Native Advertising“ Sponsoren dazu?

FC St. Pauli entschuldigt sich für antisemitischen Song im Stadion

Update: Meine Fragen wurden nicht beantwortet. Der Verein hat heute Mittag jedoch eine allgemeine Erklärung abgegeben. Immerhin: die Playlist sehen nun mehr Menschen – bleibt die Frage, ob das Oeuvre besser wird?

Für das Abspielen des Songs bittet der FC St. Pauli um Entschuldigung.

Mit allen Beteiligten wurden Gespräche geführt, damit ein solches kurzsichtiges, wenn auch nicht beabsichtigtes Fehlverhalten zukünftig vermieden wird. Um dies zu gewährleisten, wird bei der Musikauswahl ein Mehr-Augen-Prinzip eingeführt.

Ich habe diese Fragen an den Verein gestellt – und dokumentiere hier die Antwort. Dem Fanclubsprecherrat hat das auf jeden Fall gar nicht gefallen:

Ach FC Sankt Pauli.

Posted by Fanclubsprecherrat des FC St. Pauli (FCSR) on Sonntag, 10. Dezember 2017

„Aziz Bouhaddouz macht Duisburg naß“

Man möge mir die Headline verzeihen – da war wohl der Wunsch Vater des Gedanken ;)

Das Millerntor am 2. Advent vor dem Spiel gg den MSV
Anders, als Markus sich das in unserem Podcast zum Trainerwechsel (hier anhören ;) gewünscht hatte, spielte am 2. Advent keine entfesselte Mannschaft in braun-weiss und siegt souverän 3:0. Nee, die Boys in Brown agierten von vorne bis hinten verunsichert – und das gegen einen Gegner, der wirklich limitiert zu Werke ging.

Markus Kauczinski nannte das nach Abpfiff „aus den Gliedern spielen“ – und das taten sie dann auch; nach dem in dieser Saison obligatorischen Gegentreffer.

19:10 Podcast mit Markus Kauczinski und dem MSV Duisburg – hier anhören:

Die „20 Minuten Luft“, die ich hier auch schon einmal erwähnte, brachte dann zwei Tore für den FCSP, eines davon, der Ausgleich durch Waldemar Sobotoa, hatte den ganzen Druck der letzten Wochen in eine Schuss gelegt. Da war es auch egal, dass er den Ball nach einem Abwehrfehler serviert bekam, genauso, wie Lasse Sobiech seinen Elfmeter. Nee, die Lehre aus diesem Spiel ist, dass Druck eben Tore erzeugt, weil er Fehler beim Gegner motiviert. So einfach ist Fußball.

Mehmet Scholl hat ja ganz recht: wenn alle dieselben Systeme spielen, dann wird das Spiel langweilig und statisch – dann entscheiden Fehler. Eine Heilung könnte die Inspiration der freien Radikalen sein, wie Cenk Sahin einer ist und Sami Allagui einer war gestern.

So richtig frei und radikal hat sich Aziz wohl auch gefühlt – aber nur kurz. Sein Schabernack mit dem Duisburger wertete der humorlose Schiri als glatt Rot – und sagt damit mehr darüber, wie spaßbefreit er ist, als über das so genannte Vergehen.

Das Herz von St. Pauli schlug gestern wieder kraftvoll – nicht die ganze Zeit, aber das kann ja noch kommen. Kauczinski kann auf jeden Fall Emotionen in diesem Verein nach ein paar Tagen schon besser lesen, als Olaf Janssen nach einem Jahr, was die Einwechslung von Schnecke Kalla beweist.

Das #Herz von #StPauli war stark gestern am #millerntor – big #love #stpaulilove ??

Posted by St. Pauli on Sonntag, 10. Dezember 2017

Willkommen am Millerntor, Markus Kauczinski

Markus Kauczinski ist neuer Cheftrainer des FC St. Pauli

Manchmal geht das unglaublich schnell. „Oje, sie haben auf uns gehört“, schrieb mir Markus heute am frühen Morgen per Whatsapp. Der FC St. Pauli greift das erste Mal in der Ära Göttlich nicht zum Mittel der Rochade und entlässt den Boyscoach Olaf Janssen nach zwei heftigen Klatschen gegen Fürth und Bielefeld.

Für mich klingt das nach Meuterei – und da man heutzutage meuternde Profifußballer nicht mehr einfach kielholen darf, geht in der Regel der Trainer über die Planke. Das war bisher beim FCSP anders; heute haben auch hier die Gesetze des Profifußballs gewirkt. Olaf ist eben nicht Ewald – und emotional geht es bei uns eben auch immer zu.

„Es ist für uns eine sehr schwere Entscheidung, weil sich Olaf Janßen in seiner Zeit beim FC St. Pauli Verdienste erworben hat und von allen im Verein für seine Qualitäten im fachlichen und menschlichem Bereich geschätzt wird. Allerdings haben die Ergebnisse der letzten beiden Wochen in uns die Entscheidung reifen lassen, dass uns die Überzeugung fehlt, mit Olaf Janßen kurzfristig den Abwärtstrend zu stoppen“, erklärte Präsident Oke Göttlich die Entscheidung.

Ich bin mir einigermaßen sicher, dass sich das Präsidium und der Aufsichtsrat diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat; ich vermute, dass auch diese, schnelle gut durchdacht ist. Bisher war das so.

Und wenn man Zweifel an Janssen hatte, dann lieber ein neuer Trainer, der zwei Heimspiele Zeit hat seine neue Mannschaft in Action zu sehen als nur im Trainingslager. Also dann auf ein Neues: Farwell Olaf, Herzlich Willkommen am Millerntor, Markus.

Der FC St. Pauli hat einen neuen Cheftrainer.

Markus Kauczinski tritt die Nachfolge des am Mittwoch freigestellten Olaf Janßen an und wird die Mannschaft bereits am Donnerstagvormittag erstmals trainieren. Der 47-Jährige arbeitete zuletzt in der Bundesliga beim FC Ingolstadt und davor beim Karlsruher Sport Club. Der gebürtige Gelsenkirchener erhält bei den Braun-Weißen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019.

„Mit Markus Kauczinski haben wir einen absoluten Fachmann und Kenner der 2. Bundesliga verpflichten können. Er hat bereits während seiner Zeit in Karlsruhe gezeigt, dass er sich mit schwierigen Situationen auskennt. Wir sind überzeugt davon, mit ihm die Trendwende zu schaffen“, erklärte Sportchef Uwe Stöver.

 

„Als die Anfrage kam, musste ich nicht lange überlegen. Der FC St. Pauli ist ein Verein mit toller Perspektive und herausragenden Fans. Trotz der schwierigen Situation bin ich überzeugt, dass die Mannschaft über das Potential verfügt, um erfolgreich mit ihr arbeiten zu können“, sagte der neue Cheftrainer der Braun-Weißen Markus Kauczinski.

Neben Markus Kauczinski kommt auch Patrick Westermann als Co-Trainer neu ins Trainerteam. Der 36-Jährige hatte schon in Karlsruhe und Ingolstadt mit dem neuen Cheftrainer der Kiezkicker zusammengearbeitet.

 

Wird die Stoke City Partnerschaft zur Rettung des FCSP?

Stoke City?, das war die erste Partnerschaft, die Ewald Lienen als frisch gebackener Technischer Direktor präsentierte. Der Vorstellung folgte ein Testspiel, doch so genau wusste ich nie, worin nun der Kern dieser „Partnerschaft“ bestünde – außer vielleicht, interessierten Fußballfans aus England günstige Tickets in der 2. Bundesliga zu besorgen (just kidding ;). Nun, da Buchtmann und Møller-Dæhli für Monate ausfallen, scheint es, als hänge diese Annäherung, wie ein Sprungtuch unter dem stürzenden FC St. Pauli.

Nach Buchtmann-Verletzung: Talent aus Belgien Trainer beim FC St. Pauli mit

Klar, für einen englischen Premier-League Club eignet sich der FCSP vor allem als Ausbildungsklub für seine Talente; dass es aber so schnell geht, dass Olaf Janssen dringend Nachschub an Spielern braucht, das hätte man wohl nicht gedacht.

Die ausgehandelten Konditionen vereinfachen hoffentlich schnelle Hilfe – wir können die jungen Boys (in Brown) doch schon am Sonntag gut gebrauchen!

Scheissen für St. Pauli: Ausscheidungskampf mit viel Ballaststoffen

„Griff ins Klo“ – Foto: https://visualhunt.com/p/gabor-monori/

„Wir haben einen Ausscheidungskampf ausgerufen“, Olaf Janßen nach der 0:5 Klatsche in Bielefeld

Ich war heute mit Markus auf dem Ottenser Markt Mittagessen. Selbstverständlich kamen wir auch auf das Spiel am Freitag zu sprechen und unsere Ratlosigkeit, was wir denn von der Orientierungslosigkeit unserer Mannschaft halten sollen. Dabei besprachen wir auch oben stehendes Zitat: „Was soll denn das heißen „Ausscheidungskampf?“, fragte mich Markus. Mir fiel nichts Gescheites dazu ein, also antwortete ich: „Scheissen für St. Pauli“ – und da gings los. „Scheissen für St. Pauli: Ausscheidungskampf mit viel Ballaststoffen“ weiterlesen

Wir Wischi Waschi uns nie – St. Pauli

Wischi Waschi FC St. Pauli Duschgel. Foto: Facebook, FCSP

Es gibt Toaster, die den Jolly Roger in den Weizen brennen, Fußmatten mit Totenkopf und Unisex Fahrradklingeln.

Der FC St. Pauli kann das mit dem Merchandise, soviel steht fest. Und auch wenn sich viele nicht mit mir freuen können, seit es einen FCSP Krabbensalat gibt, ich finde diese Produkte sehr witzig. Und ich frage mich, wer das kauft?

Nun bewirbt der FC St. Pauli bei Facebook ein Duschgel. Vegan und mit allerlei Naturstoffen. Sein Name: „Wischi Waschi“.

Wir kommen aus dem Norden,
Wir rauben und wir morden,
Wir waschen uns nie,
Sankt Pauli.

 

Wischi Waschi gibt es auf St. Pauli nur unter der Dusche, dort aber richtig! Ob nach einem anstrengenden Spiel oder nach…

Posted by FC St. Pauli on Freitag, 24. November 2017

Und ich kann nicht anders, als das putzig finden – und ein wenig als Beleg nehmen dafür, wie sehr sich der Verein gewandelt hat, seitdem wir oben genannten Chant auswärts sangen.

Wir sind nu sauber, essen Toast zum Frühstück, klingeln höflich vom Fahrrad und putzen uns ordentlich die Füße ab, bevor wir eine Wohnung betreten. „Und nach dem Spiel einen Galao in der Schanze“. ;)

FC St. Pauli – Stadionmusik als Black Box

Als wir das erste Mal „Let’s get united“ von Slime im Stadion hörten, lief das Video auf der Anzeigentafel; seither läuft es in jeder Halbzeitpause anstatt des immer mitgesungenen „Antifa Hooligans“. Das gefällt vielen von uns auf der Gegengeraden nicht. Mir auch nicht.

Antifa Hooligans: Photo by In_VeRo_SiMiLe on Visual Hunt / CC BY-NC

Inzwischen regt sich auch in anderen Blogs Widerstand gegen diese Form der „Zwangsbeglückung“.

„Warum spielen die jetzt diesen doofen Slime Song statt Antifa Hooligans?“, Curious

Der magische FC Blog hat nachgefragt und eine lange, aber unbefriedigende Antwort erhalten – kann man hier nachlesen.

Slime sind eine Band „aus dem eigenen Stall“

Mich interessiert das nicht, ob Slime aus dem eigenen Stall kommt, halte das eigentlich sogar für problematisch (Stichwort: Gema) – interessieren tut mich eine ganz andere Frage:

Wer bestimmt eigentlich, welche Musik im Stadion gespielt wird?

Nach meinem Nachdenken darüber, dass meiner bescheidenen Ansicht nach, der FC St. Pauli mehr vielfältige Musik sehr gut gebrauchen  könnte (Lost in Punkrock) und vorschlug, das Procedere zu demokratisieren und Playlists zu spielen, die eingereicht werden können, bekam ich zu hören, das ginge nicht.

„Die machen das schon seit der Regionalliga“

Sinngemäß teilte man mir von Vereinsseite mit, dass das Menschen machen würden, die das schon „seit der Regionalliga machen“ und sich nicht reinreden lassen würden, was sie spielen. Wie bitte?

Einschub: wie immer an dieser Stelle, denn der Kommentar kommt immer, erwähne ich ausdrücklich, dass ich das gar nicht schmälern möchte, was aktive Fans für den Verein tun und taten; vor allem in Zeiten, wo keiner Bock darauf hatte, sich für jeden hoffnungslosen Novemberspieltag Musik zusammen zu sampeln und den auf der Schrottanlage zu spielen.

Kinnings, das nennt man „Filz“

Aber: Ist das nicht genau das, was man landläufig unter „Filz“ versteht und den ich auch an anderer Stelle in diesem Verein wahrnehme? Das verhaken von Strukturen, das Sich-aneinander-gewöhnen in einer Form, die dann Veränderung und ja, auch Vielfalt verhindert.

Ich frage das in diesem Zusammenhang gerne nochmal:
Wo bleibt die Vielfalt in der Stadionregie?

Meine Forderung, auch andere Musik- und Lebensweisen im Stadion hörbar zu machen, erneuere ich hiermit, und wenn das NOCH nicht im Stadion geht, dann höre ich eben vorher öffentlich meine Halbzeitmusik, hier in meinem Blog; lade euch herzlich ein, euren ‚Soundtrack St. Pauli‘ mit mir zu teilen. In den Kommentaren oder als eigenes Posting …

Vorbild Babelsberg: Jede_r kann mitbestimmen

… ein gutes Beispiel, wie man Stadionmusik organisieren kann, habe ich bei Babelsberg 03 gefunden.

Vor jedem Spieltag werden auf unserer Website sechs verschiedene Songs zur Abstimmung gebracht. Die drei Meistgewählten werden dann in der Halbzeitpause unseres nächsten Heimspiels den Zuschauern präsentiert.

 

FC St. Pauli: Was passiert beim Coming Out eines schwulen Spielers, Ewald Lienen?

Ewald Lienen hat sich beim jährlich stattfindenden Startschuss Fußball-Turnier für queere Fußballer auch über ein mögliches Coming-out eines Spielers geäußert. Grundsätzlich sei noch ein weiter Weg im Fußball zu gehen, bis Diskriminierungsfreiheit herrsche, so lese ich die Zitate, die ich in der Mopo, der FAZ und dem Hamburger Abendblatt lese.

„Ein schwuler Spieler wäre bei uns der Star“

Ich frage mich: Ist der FC St. Pauli denn überhaupt vorbereitet darauf, ein Coming-out beispielsweise eines Jugendspielers im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zu begleiten? Wie sehen da konkret die Prozesse aus? Wer ist Ansprechpartner dieses Jungen? Ewald, Du? „FC St. Pauli: Was passiert beim Coming Out eines schwulen Spielers, Ewald Lienen?“ weiterlesen

HSV ODER Sankt Pauli. Beides geht nicht.

Zum ersten Derby am Millerntor, im Jahre 2010, führte ich diese Diskussion das erste Mal. Mit einem alten Freund, einem HSV-Fan, der aber nix dagegen hat, „auch Pauli die Daumen zu drücken“.

Seitdem habe ich immer wieder Menschen getroffen, die zu beiden Hamburger Vereinen halten; nur verstehen kann ich sie nicht.

Das liegt vielleicht an meiner Sozialisation: wie viele St. Pauli Supporter meines Alters, war ich als Schüler und Jugendlicher HSV-Fan. Das änderte sich erst – und an diesen Moment erinnere ich mich noch sehr gut – als im Block E des Volksparkstadions allen Spielern des gegnerischen VfB Stuttgart der Nachname „Jude“ angedichtet wurde.

Zu diesem Verein, der sowas zulässt, wollte ich nicht mehr hingehen. Ich blieb weg.

Viele St. Pauli Fans der ersten Stunde, waren vorher HSV-Fans

Das ging auch vielen anderen Menschen so. Der erste „Schwarze Block“ auf der Gegengeraden, so kann man es in FCSP-Dokus nachhören, wich der Gewalt durch Nazis ans Millerntor aus. St. Pauli Fans waren da die Wenigsten – sie wurden es erst, peu-a-peu.

„HSV und St. Pauli, das sind … nicht nur verschiedene Ligen, sondern Sportarten, ach was: Aggregatszustände. – Jan Freitag bei ZEIT Online

Anders, als man also annehmen könnte, hat meine grundsätzliche Abneigung gegen den HSV keinen regionalkolorierten Bezug. Ich habe mich für den FC St. Pauli und seine Art des politischen Wirkens entschieden und aus denselben Gründen gegen den HSV – Nick Hornby hatte Unrecht.

„We hate the Volkspark Bastards and beat the fucking Sandhausen“

Damit habe ich mich für die Kultur und gegen den modernen Fußball entschieden. Für St. Pauli und gegen Hamburg. Ewald Lienen passt mir besser ins Konzept, als Olaf Scholz.

Nun ist das beim HSV bei Weitem nicht mehr so schlimm, wie in den 80er Jahren, wie ich persönlich erfahren konnte, als mich besagter Freund zum Spiel gegen Darmstadt im Frühjahr einlud. Für ihre Auflösung bei der Gründung der HSV AG bewundere ich die HSV Ultras der CFHH sogar ein wenig. Den HFC Falke zu gründen ist eine konsequente Tat gewesen, von der ich mir nicht sicher wäre, ob viele von uns so etwas hinbekämen, wenn die FCSP AG einst sich gründen sollte.

Trotzdem zuckt da keine Faser in meinem Herzen, wenn ich mir die Spiele der Rothosen ansehe. Ich bin in einem anderen Aggregatzustand, wie Kollege Freitag in der ZEIT schreibt. Ich kann den Zustand eines HSV-Fans nicht mehr annehmen, da hat sich irreversibel etwas verändert in den späten 1980er Jahren.

Wie geht es euch?

Gegen Odense: der FC St. Pauli testet soziale Tickets

Teaser FC St. Pauli Testspiel gegen OB Odense. Foto: FCSP

FCSP Ticket? Zahl doch, was Du willst!

Beim Testspiel gegen den dänischen Klub Odense von der wunderschönen Insel Fyn, testet der FC St. Pauli die Verknüpfung von Eintrittsgeldern mit seinen sozialen Projekten. Zuschauer der Testspiels finden an den Ticketschaltern keine festen Preise vor, sondern sind aufgefordert, ihren eigenen Preis zu nennen.

Was ist Dir ein (Test-)Spiel des FC St. Pauli wert?

Eine  schöne Aktion, die zum einen die Unterschiede zwischen Dauerkarteninhabern und seltenen Gästen, aber auch zwischen solventen und klammen St. Paulianern nivelliert.

In der nächsten Länderspielpause bestreitet der FC St. Pauli am Freitagabend (10.11., 19 Uhr) ein Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Odense Boldklub. Die Tickets für die Partie am #Millerntorsind ab sofort erhältlich, das Motto des Kartenverkaufs lautet „Zahl, was Du willst“. Ihr bestimmt Euren Eintrittspreis selbst – der Erlös geht an Kiezhelden FC St. Pauli.

Neu auf dem Kiez: AHOI Sankt Pauli Rum #Anzeige

+++ Verlosung +++ 5 Flaschen AHOI Sankt Pauli Rum +++ Infos unten +++

Ahoi Sankt Pauli Rum mit Becher, Foto: AHOI Rum

Rum und St. Pauli, das gehört zusammen.

Der Hafen, die Lichter, die Sehnsucht; all das ist in einem tiefen Schluck Rum zu finden. Nicht nur, wenn die aus Zuckerrohr gewonnene Spirituose nach ihrer Reise über die Weltmeere in Hamburgs Hafen anlandet.

Ein Tor von St. Pauli – ein Schluck aus der Pulle, statt Bierdusche

Ich stehe am Millerntor oft mitten auf der Gegengeraden, wo bei Toren des magischen FC häufig ein silberner Flachmann die Runde macht, gefüllt mit gutem Rum. Mir gefällt das. Es muss nicht immer Bierdusche sein. Ein stilsicherer Gruß an den Torschützen und ein Ritual, das verbindet.

Seit einiger Zeit läuft mir im Viertel immer öfter ein neuer Rum über den Weg: der AHOI Sankt Pauli Rum. Eine Kreation des St. Pauli Gastronoms Christopher Stapel. Er hat den AHOI Rum nach seinem persönlichen Geschmack entwickeln lassen: ausgewogen; stark und mild zugleich.

Trend: Rum ist das neue Gin

Neulich sang der St. Pauli Barde Jochen Distelmeyer vom Gin Tonic ohne Gurke und Strohhalm, machte sich gleichzeitig über den Hype um diesen lustig. Der Trend auf St. Pauli geht weg vom Hipster-Tonikum, so mein Eindruck, führt eher zurück. Rum ist das kommende Getränk, auch weil es zwischen Hansens Verschnitt und 15 Jahre alten Perlen aus der Südsee so große Unterschiede und Geschmacksrichtungen gibt.

Ahoi Rum im Schaufenster. Foto: AHOI Rum

Der AHOI SANKT PAULI RUM wird an vielen Orten auf dem Kiez schon verkauft, unter anderem bei:

  • baretta in der Susannenstraße
  • im St. Pauli Museum
  • in Stanis REWE Markt
  • … und vielen weiteren Verkaufsstellen (Karte)

Ich habe mir schon eine Flasche an Bord gestellt, für die klammen aber glücklichen Momente, wenn die Leinen fest und die Arme schwer sind. Aus den Emaillebechern, die wir Segler „Muck“ nennen, schmeckt der Rum nochmal so gut. Und bei dem einen oder anderen Tor des FCSP wird das Zuckerrohr-Destillat sicher auch rum-gereicht.

Verlosung: Wann und wo trinkt ihr gerne Rum?

Mir sind vom Vertrieb des Rums fünf Flaschen AHOI Sankt Pauli RUM zur Verfügung gestellt worden. Hinterlasst mir einen Kommentar auf Facebook, hier im Blog oder hört rein, in meine neue Folge des 19:10 Podcasts – auf all diesen Kanälen verlose ich die Bügel-Flaschen. Die Gewinner_innen werden hier später bekannt gegeben.

Trinkempfehlung: AHOI Rum in einem angewärmten Glas
oder Emaille Becher ca. 4 Minuten atmen lassen und dann
pur in kleinen Schlucken genießen.

Update: Die Gewinner sind inzwischen gezogen und benachrichtigt. Danke fürs Mitmachen!

#sponsored
Offenlegung: Dies ist ein Blogbeitrag, der durch die PR-Agentur des Rum-Herstellers bezuschusst ist. Sponsored Posts bei SPNU sind mit dem Tag „Sponsor“ markiert und mit dem Hashtag #Anzeige publiziert.

#admin
Es gelten unsere Teilnahmebedingungen für Verlosungen

Last Call! 1910 eV – Fotoausstellung „Mensch – Arbeit – Handicap“

Das Museum in der Gegengerade des Millerntor Stadions nimmt Formen an. Die Weinbar ist schon sehr belebt und auch die Ausstellungsräume füllen sich mit Ausstellungen. Im Moment läuft gerade eine besonders schöne.

Ich war nach dem 1:1 gegen den FCK in der Weinbar und bin mehr als einmal sehr beeindruckt vor den Exponaten stehen geblieben, die in behutsamer und gleichzeitig kraftvoller Weise Menschen in ihren Arbeits- und Lebenswelten zeigen, die als „handicapped“ gelesen werden.

Inklusion zeigen: Fotowettbewerb „Mensch – Arbeit – Handicap“

Die Ausstellung ist Ergebnis eines Wettbewerbes, Inklusion als Thema fotografischer Arbeiten zu zeigen: Beim Wettbewerb „Mensch – Arbeit – Handicap“ der BGW und ihres Medienpartners chrismon konnten Interessierte ihre Werke einreichen. Hier sind die Gewinnerbeiträge online zu sehen. Als große Drucke im 1910 Museum.

Am 26.10. geht sie zuende – eine Empfehlung:

Wer die Fotoausstellung „Mensch – Arbeit – Handicap“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitswirtschaft und Wohlfahrtspflege (BGW) noch nicht gesehen hat, hat etwas verpasst. Bis einschließlich 26.10. besteht dazu noch die Möglichkeit (jeweils von 10-18 Uhr).

… lese ich im neuen 1910 Newsletter.

Statt Heimspiel: Finissage am Freitag

Für Mitglieder von 1910 e.V. gibt es zudem die exklusive Gelegenheit, bei der Finissage am Freitag, 20.10. um 17 Uhr in unserer Museumsfläche in der Gegengerade dabei zu sein.

Was ihr dafür tun müsst? Einfach eine E-Mail an info@1910-museum.de schreiben und uns mit dem Betreff „Finissage Mensch – Arbeit – Handicap“ sagen, dass und mit wem ihr kommt. Wenige Zeilen genügen – aber bitte vergesst die Anmeldung nicht, sie ist für die Planung der Getränkeversorgung und einen reibungslosen Ablauf wichtig. Danke!

ps Für diese Ausstellung lohnt es sich beinahe schon, Mitglied zu werden :)

1. Heimsieg in der DFB Realität

Ich bin neulich in die Falle der eigenen Wahrnehmung gefallen, als ich mir gegen den 1. FCK aus der Region den „ersten Heimsieg“ der Saison gewünscht habe, zumindest den ersten, den ich am Millerntor miterlebe.

Dabei hatte ich schon einen eingefahren. Zusammen mit den Boys in Brown; gegen die Fortuna aus Düsseldorf.

DFB-Realität?

In einem Spiel, und das passiert nur bei manchen, bei dem die Realität des DFB und die von mir erlebte an einem oder mehreren Punkten divergiert.

Das kann man sich in der Wirkung so ähnlich vorstellen, wie die vielen Situationen in der ersten Bundesliga diese Saison: wenn der Stürmer jubelnd abdreht, kurz verschämt zögert, bis der Schiri auf den Anstoß zeigt, sich das Hemd vom definierten Oberkörper reißt, nur um zu verpassen, dass sich der Mann in Neongelb, mit fragendem Blick und klopfenden Fingern auf sein Headset von einer höheren Instanz sagen lässt, dass das alles Mögliche war, was er da gesehen hat, nur kein Tor.

„Auf die Beschaffenheit des Tages selbst einzuwirken, das ist die höchste aller Künste.“ – Henry David Thoreau, Walden

Den Videoschiedsrichter gibt es in der zweiten Bundesliga nicht. Dafür existiert in mir aber eine mächtige Instanz, die ähnlich arbeitet; die eher auf emotionalen Fakten basiert, aber am Ende – so habe ich das einst beschlossen – die für das Ergebnis eines Spiels und die Bewertung eines Spielerlebnisses letztlich entscheidende Stelle ist. Das führt dann dazu, dass die Realität sich aufspaltet: in eine DFB-Realität und in eine echte.

Zum ersten Mal nahm ich diese Fähigkeit 2012 beim Pokalspiel in Stuttgart wahr. Seitdem immer mal wieder.

Es gibt Schiedsrichter, die mit ihrer Art, auf das Wesen eines Spiels einzuwirken, diese Realitätsspaltung noch forcieren; Herr Brych gehört definitiv dazu. Ich kann inzwischen beinahe körperlich spüren, wenn es geschieht. Beim abgepfiffenen ersten Tor und beim zweiten nicht gegebenen auch. Bei dem überfälligen Elfmeter dann spaltete sich das Spiel von Herrn Brychs Tatsachenrealität ab und wurde zu meinem ersten Heimsieg: Einem am Ende verdienten 3:2 für die Boys in Brown.

Jetzt mag der eine oder andere denken, dass ich mir die Saison dann ja zurecht wünschen kann. Armer Narr, möchte ich da entgegnen: ich wünsche mir das ja nicht, ich erlebe das so. Dummerweise habe ich bisher noch keine Möglichkeit gefunden, wie meine Realität sich in der offiziellen Tabelle niederschlägt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die Quantensignatur dieses Heimsiegs bleibt ja bestehen.

Also: Folgt morgen „mein“ 2. Heimsieg (in Folge?)

Am Freitag kommen also die Roten Teufel ans Millerntor. Die durchleben ja gerade die Hölle, wie man hört; haben sich aber gerade pünktlich zum Spiel bei uns mit Hoffnung aufgeladen. Dagegen wäre normalerweise kein Kraut gewachsen: der FCK ist Vorletzter, wir Sechster; also hätten wir – unserer Magie gemäß – die drei Punkte, schlimmstmöglich spielend, in die Region entlassen müssen. Aber eines ist anders morgen. Neben 29.000 Supportern wandern auch noch hunderte Zahnbürsten ans Millerntor.

Wie ich gerade in der neuen VIVA lesen konnte, „sammeln wir heute im Millerntor und auch am kommenden Montag in Sandhausen Zahnbürsten und Zahnpasta. Der Verein verteilt diese an Hilfsbedürftige, insbesondere sozial benachteiligte Kinder. Alle Fans haben die Möglichkeit, Zahnbürstenspenden vor, während und nach dem Spiel an den dafür bereitgestellten Boxen auf dem Südkurvenvorplatz abzugeben.“

Das könnte in der Tat das Quentchen sein, das den sonst vorinszenierten Ablauf von „Aufbaugegner kommt ans Millerntor und wird auch aufgebaut“, aushebelt. Und da ihr alle aufgefordert seid, NEUE Zahnbürsten mitzubringen, wird am Ende hoffentlich auch die DFB-Realität mit der meinen übereinstimmen – zu meinem ersten „offiziellen“ Heimsieg dieser Saison ;)

 

St. Pauli Hoodie – nu verdient auch der FC St. Pauli

Der Klassiker in schwarz: Totenkopf-Hoodie von St. Pauli

Der FC St. Pauli hat seinen Jolly Roger zurück gekauft. Seit 2016 vermarktet der Verein sein Merchandise wieder selbst. Deswegen kaufe ich meine Shirts und Hoodies mit dem Jolly Roger drauf auch wieder vom FC St. Pauli Shop.

Ich glaube ich kauf mir für die anbrechende Rückrunde mal wieder den Klassiker: St. Pauli Hoodie mit Jolly Roger auf der Brust.

St. Pauli Hoodie, Screenshot amazon: http://s.spnu.de/2imm2dM

 

Fotos: Upsolut

Das stille aber wuchtige Comeback des Christopher Aveveor

English: Christopher Avenor as Player by FC St. Pauli – Deutsch: Christopher Avenor als Spieler vom FC St. Pauli
Date: 1 September 2012
Author: Northside

Avevor und St. Pauli: eine tragisch-schöne Heldengeschichte

Ich mag ja gebrochene Helden und ihre Geschichten. Die von unserem Verteidiger Christopher Avevor ist so eine – und es sieht so aus, als hätte sie ein Happy End.

Nach seinem ersten Engagement beim FC St. Pauli, 2012-2013, bei dem er einen kraftvollen Eindruck auf der Seitenbahn hinterließ, und auch in Düsseldorf eine sehr gute letzte Saison spielte, waren meine Hoffnungen, dass er sich bei bei seiner Rückkehr 2016 bei den Boys in Brown schnell durchsetzen könnte, sehr hoch. Doch diese Hoffnung, von der ich annehme, dass sie auch seine war, zerschlug sich schnell.

Die tragische Rückkehr

Wenn die katastrophale Hinrunde der letzten Saison einen besonders tragischen Verlierer hatte, dann war es wohl Avevor. Tiefpunkt scheint mir das Spiel in Würzburg gewesen zu sein, wo er vor dem spielentscheidenden Gegentor eine Kopfnuss bekam und fortan angeknockt über den Platz schlich. Später kam er dann in Begleitung eines Würzburger Funktionärs allein aus unserer Kabine und wurde mir quasi auf die Schulter gelegt. Im klammen Herbstniesel habe ich ihn dann in den Bus getragen, wo er dann allein und mit Kopfweh auf seine Sportskameraden wartete.

Ein wackeliges Comeback

„Wenn Avevor am Ball ist, krieg ich immer Herzrasen“, sagt W. jedes Mal, wenn Christopher am Ball ist. Und ich muss gestehen, das geht mir auch oft so. Es gibt wohl nicht viele Spieler, an denen auf der Tribüne so viel herum gekrittelt wird, wie an unserem wuchtigen Innenverteidiger.

Das mag auch daran liegen, dass seine Fehler und kuriosen Slapstick-Einlagen, bei denen er sich selbst anschießt und so unfreiwillig dem Gegner vorlegt, so weit hinten passieren und dann immer gleich brandgefährlich werden.

Stammplatz trotz kurioser Slapstick-Einlagen

Trainer Janßen hat Avevor dann in dieser Hinrunde alles Vertrauen geschenkt, das er aufzubringen vermochte und dieser hat – befeuert durch die Verletzung von Lasse Sobiech und den Langzeitausfall von Ziere – es angenommen und ist inzwischen zu einem der Garanten des Traumstarts diese Saison hinauf gewachsen.

Herbst 2017: Aveveor der Zweikampfmeiser

Neben seinem hervorragenden Stellungsspiel, gewinnt Christopher Avevor 71% seiner Zweikämpfe. Das ist der beste Wert der aktuellen Zweitligasaison. Wow: das war meine Reaktion, als ich dies beim Kicker las gestern. Und ich habe mich sehr, sehr gefreut!

G20 – Polizei muss eingestehen: „Keine Beweise für einen Hinterhalt“

G20 in Hamburg (3) – July, 2017; Photo credit: Konrad Lembcke via Visualhunt / CC BY-ND

Peu-à-peu kommt zutage, was viele Bewohner_innen Hamburgs und St. Paulis schon lange ahnten und wussten: Es gibt keine Beweise der Polizei, dass es auf dem Schulterblatt einen Hinterhalt gegeben hat. Das musste die Polizei Hamburg nach einer Anfrage der Partei DIE LINKE un einräumen.

G20: Hinterhalt nur Schutzbehauptung?

„Das ganze Lügenhaus fällt langsam zusammen.“ twittert mein Freund O. heute und verlinkt den Spiegel Online Artikel dazu, in dem es heißt:

Auf die Frage, wie viele dieser Gegenstände als Beweismittel gesichert wurden, teilte die Behörde nun mit: „nach derzeitigem Kenntnisstand keine“.

Eisenstangen, Paletten und große Steine, mit denen die Spezialkräfte aus einem umkämpften Haus am Schulterblatt 1 beworfen worden sein sollen, habe man ebenfalls nicht gefunden. Hinweise auf „selbstgemachte Eisenspeere“, mit denen sich Gewalttäter angeblich bewaffnet hatten, seien nicht bestätigt worden.

Neues zum „Hinterhalt in der Schanze“: Polizei räumt ein, dass sie keine Beweise findet.

Christiane Schneider, aus der Fraktion „Die Linke“ in der Bürgerschaft, merkt dazu an: „Im Innenausschuss hatte sie folgende (angebliche) „Quelleninformation“ verdeckt eingesetzter Kräfte zur Begründung ihres Rückzugs aus dem Viertel vorgetragen: „Circa 1.500 zu allem bereite Personen beherrschen das Schanzenviertel. Das Schanzenviertel ist als Festung ausgebaut und man erwartet schon die Polizei. Auf dem Gerüst Schulterblatt 1 und den Dächern entlang des Schulterblatt sollen Molotowcocktails, Eisenstangen und Zwillen bereitgelegt sein, ebenso sollen Feuerlöscher und Gehwegplatten bereitgelegt sein. Zwillen seien auch an andere Personen im Viertel verteilt worden. Verletzungen … bis hin zum Tod würden von der Störerklientel billigend in Kauf genommen.“ (S. 43 des Wortprotokolls. Außerdem hieß es, es würden Stahlseile gespannt, um das Einrücken von Polizei zu verhindern. Für all das hat sie keine Beweise, wie sie auf eine Anfrage von uns zugeben musste.“

#G20 Neues zum "Hinterhalt in der Schanze": Polizei räumt ein, dass sie keine Beweise findet. Im Innenausschuss hatte…

Posted by Christiane Schneider on Freitag, 6. Oktober 2017

O. schreibt bei Facebook mir dann noch aus dem Herzen: „Das ist ein Skandal, der endlich Konsequenzen haben muss. Und das nicht in der Flora, sondern im Rathaus. Und der größte steht noch aus: denn das wird die Bekanntgabe der realen Gesamt-Kosten für die Stadt.“

Olaf, TRITT ENDLICH ZURÜCK! Und nimm Dudde und den Bubi gleich mit.

Die Grenzen der Freiheit – No passaran #1Oct

#1Oct – Spaniens Guardia Civil prügelt Wählerinnen in Katalonien nieder

Für einen Westdeutschen ist das spezielle Verhältnis der einzelnen iberischen Volksgruppen zueinander schwer nachzuvollziehen. Einigermaßen klar scheint mir aber, dass die Katalanen aus einer Jahrhunderte langen Erfahrung sich von Spanien lösen wollen.

Francos Faschismus strahlt weit in unsere Zeit hinein; ausgerechnet die belastete Guardia Civil, die spanische Bundespolizei attackiert im Namen der spanischen Verfassung nun Wählerinnen in Barcelona, die am Referendum zur Autonomie Kataloniens teilnehmen wollen.

Spanische Riot-Police prügelt auf Bürger ein, blutende Omis, misshandelte Bürger. Schlimme Bilder, die Spanien nachhaltig verändern werden.

Kataloniens Kinder erfahren, was der spanische Staat unter „Gewaltmonopol“ versteht. Wie die PolizeiGewalt bei G20 wird das eine ganze europäische Generation prägen.

Referendum Katalonien Polizeigewalt, Foto: Twitter

Wie kann das in Westeuropa passieren?, fragt meine Timeline, dabei gibt es das immer wieder. Die Katalanen erfahren gerade, wie die Bürger Hamburgs im Juli, dass Freiheit Grenzen hat. Wenn sich der Staat, auch ein demokratischer, herausgefordert fühlt, Tausende seine Legitimation teilweise in Frage stellen, wird er brutal.

PolizeiGewalt delegitimiert die Exekutive

Ich bin persönlich gegen das Entstehen von Kleinstaaten, sehe aber auch ungern zu, wenn Polizeiapparate gegen friedliche Menschen prügeln. No Border – No Nation funktioniert nicht, wenn immer mehr von Angst und Misstrauen zusammengehaltene Staaten entstehen. Katalonien in einem europäischen Zusammenhang zu denken, bedeutet auch, heute solidarisch zu sein.

No passaran!

Neuer Schwung bei St. Paulis AFM

Die AFM, St. Paulis Abteilung Fördernder Mitglieder, ist so etwas, wie ein schlafender Riese. Die mitgliederstärkste Abteilung beim FC St. Pauli verwaltet ein Millionenbudget und trotzdem weiß nicht jedes FCSP-Mitglied so recht, was die AFM so tut.

JHV der AFM am 3. Oktober mit neuen Anträgen

Das AFM-Radio, um Schnellsprecher Wolf, kennen die meisten, das Engagement der AFM bei der Jugendarbeit, dem Ausbau des NLZ, des Nachwuchsleistungszentrums, schon weniger. Das soll sich ändern, wurde jüngst in einem Workshop beschlossen. Und das ist gut. Seit Jahren fehlt der AFM – die auch als Gegenstimme gegen das Präsidium gegründet wurde – der passende Konflikt (immerhin kommen weite Teile des Präsidiums und des Aufsichtsrates inzwischen aus unseren Reihen) und neben der Beteiligung am Bau von Sportstätten eine Vision, wie sie ihren kulturellen Auftrag erfüllen will.

Die AFM will offener werden.

Ein erstes Ergebnis der Offenheitsinitiative aus der AFM, die nach meinen Informationen von der Abteilungsleitung unterstützt wird, ist eine „offene Abteilungsleitungssitzung“ angesetzt. Termin: 2. November im AFM Büro in der Gegengerade.

Als Ergebnis unseres AFM-Workshops im Juni möchten wir vermehrt Möglichkeiten zur konkreten Mitarbeit in der AFM anbieten. Zu diesem Zweck wird es zukünftig u.a. „Offene Abteilungsleitungssitzungen“ der AFM geben.

Zur Hauptversammlung der AFM am „Tag der Deutschen Einheit“ haben sich sechs Anträge aus einer im Workshop entstandenen Arbeitsgruppe ergeben, die die Versammlung dieses Jahr zu einer spannenden Angelegenheit machen:

Diese sechs Anträge werden in die Mitgliederversammlung eingebracht. Seit Montag, 25.09.2017 liegen diese zum Einlesen im AFM-Büro aus:

  1. Antrag auf Einführung von regelmäßigen AFM-Themenabenden
  2. Antrag auf Einrichtung eines E-Mail-Verteilers für Mitglieder und Online-Log-in-Bereich
  3. Gründung eines Projektteams für die AFM
  4. Satzungsänderungsantrag zu §4 Mitgliederversammlung – Bereitstellung von Dokumenten zur Mitgliederversammlung
  5. Satzungsänderungsantrag zu §5 Wahl der Abteilungsleitung, Amtszeit, Ausscheiden – Art 2- Wahlprocedere
  6. Satzungsänderungsantrag zu §5 Wahl der Abteilungsleitung, Amtszeit, Ausscheiden – Ende Art 2- Änderung der Wiederwahl

Ich bin am Dienstag leider nicht in HH, würde aber alle Anträge unterstützen. Es kann der AFM nur gut tun, wenn sie digital-öffentlicher wird und der durchaus von mir so wahrgenommene Filz ein wenig neue Impulse bekommt.

Live-Radio aus dem Stadion: das AFM-Webradio

Logo des AFM Radio Sankt Pauli

Das AFM Radio ist das Online-Radio des FC St. Pauli und überträgt die Spiele des FC St. Pauli – sowohl Heimspiele am Millerntor, als auch die meisten Auswärtsspiele als Hörplatzreportage live – auf die Hörplätze für Blinde und Sehbehinderte Fans des FC St. Pauli und der Gäste.

Wolf Schmidt und Reporter des FC St. Pauli AFM Radio

St. Pauli Bundesliga Live-Kommentar via Telefon und Internet-Stream

Seit einigen Jahren übertragen die Schnell-Sprecher des AFM-Radios die Spiele auch per Livestream ins Internet.

So könnt ihr Live-Reportagen des St. Pauli Radios hören/empfangen:

  1. Live durchs Telefon: 040.38661910-99
  2. Live Stream für Mediaplayer

“Live am Spieltag” ist das AFM Radio, die Übertragung der Reportage für Sehgeschädigte und Blinde, bei Spielen des FC St. Pauli von 1910 e.V.

2 Reporter beschreiben live, im Wechsel das Fußballspiel und versuchen durch ihre Reportage, die “Kamera im Kopf des Zuhörers” anzuschalten, egal ob im Stadion oder zu Hause.

“Detailgetreu”, “play to play”, “in Echtzeit, auf Ballhöhe im Spiel”, “bildreich”, “leidenschaftlich” und trotzdem “sprachlich angenehm”, sind Attribute, die eine guten Live-Reportage für Blinde und Sehgeschädigte charakterisieren.

Übrigens: Das AFM Radio sucht immer wieder Sponsoren und Supporter!

„Live-Radio aus dem Stadion: das AFM-Webradio“ weiterlesen

Bundestagswahl 2017 – so wählte St. Pauli

Die Bundestagswahl 2017 ist jetzt schon historisch zu nennen. Die Faschisten der AfD sind mit über zehn Prozent in den neuen Bundestag eingezogen. In Hamburg allgemein und auf St. Pauli im Besonderen schneidet die AfD schlecht ab – auch die SPD von Olaf Scholz bezieht prozentuale Prügel, wohl auch von denen, die beim „Fest der Demokratie“ selbige von der G20-Polizei einstecken mussten.

St. Paulis Wahlergebnisse im Einzelnen

  • Wahlbeteiligung: 77,3%
  • Wahlgewinner: DIE LINKE, mit 33,8% der Zweitstimmen
StadtteilWahlbeteiligungSPDCDUGRÜNEDIE LINKEFDPAfDÜbrige
St. Pauli77,3%15,9%10,4%21,8%33,8%4,6%4,5%9,0%

 

Am Hafenrand, da wo St. Pauli noch am wildesten ist, ergab sich folgendes Bild:

Wahllokal 11202
 Bernhard-Nocht-Straße 78, 20359 Hamburg
Zweitstimmen (Parteien)
1Grüne21,1%107 Stimmen
2Linke19,7%100 Stimmen
3CDU19,5%99 Stimmen
4SPD19,5%99 Stimmen
5FDP9,1%46 Stimmen
6AfD5,7%29 Stimmen
7Die Partei3,3%17 Stimmen
8DiB1%5 Stimmen
9BGE0,6%3 Stimmen
10Tierschutzpartei0,4%2 Stimmen
11ÖDP0,2%1 Stimmen
Erststimmen (Kandidaten)
1Johannes Kahrs (SPD)28%142
2Christoph Bernhard de Vries (CDU)21,1%107
3Martin Dolzer (Linke)19,3%98
4Meryem Dagmar Çelikkol (Grüne)17,3%88
5Nicole Jordan (AfD)5,1%26
6Michael Kruse (FDP)5,1%26
7Samantha Edsen (Die Partei)3,5%18
8Henner Kühne (Freie Wähler)0,4%2
9Martin Krause (ÖDP)0,2%1

Quelle: Statistisches Bundesamt, Hamburg, vorläufiges Wahlergebnis.

Vermummte Stolperstörche und ein Auswärtssieg

Ganz Deutschland liebt den FC St. Pauli*. Nur die kleinen Hafenstädte an der Ostsee nicht. Diesmal war wieder Holstein Kiel dran und tatsächlich fühlte man sich vom Ambiente des Holsteinstadions und den Rufen der Holstein-Fans zehn Jahre zurück versetzt.

„Scheiss St. Pauli“

Das Spiel begann mit einer Verspätung von zehn Minuten, weil es einem Dutzend Vermummter einfiel, aus dem Holstein-Block zu springen, über das Spielfeld zu rennen und am Zaun des Gästeblocks zwei dort hängende Banner zu klauen. Dabei warf ein besonders übermotivierter seine Seenotfackel in die Richtung unseres Blocks, verfehlte diesen aber deutlich.

Kieler Ultrás stürmen den Platz und klauen Banner, was dann passierte wird Dich erstaunen …

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Limitierte Lonsdale – St. Pauli Trainingsjacken

Lonsdale ist eine englische Modemarke, die mit dem Aufkommen der Jugendbewegungen der Modernists (Mods) und vor allem der Skinheads berühmt wurde. Insbesondere im Boxing-Umfeld.

In den 80er Jahren wurde Lonsdale dann Lieblingsmarke der rechten Szene und verbrannte beinahe. Seit langem arbeitet Lonsdale aktiv daran, das Image als Nazi-Marke verschwinden zu lassen, unterstützt und sponsert auch in Deutschland klar links positionierte Clubs, wie Babelsberg oder die Boxabteilung des FC St. Pauli.

Kein Lonsdale den Faschisten

„Reclaim your Style“ hat endlich auch das Millerntor erreicht.

Aus diesem Engagement heraus hat Lonsdale mit dem Fanladen St. Pauli eine limitierte Auflage von Trainingsjacken erstellt:

  • Farbe braun-weiss
  • Größen: S-3XL – fällt, wie bei englischen Schneidern üblich, sehr klein aus!
  • Limitiert: 200 Stück
  • Keine Reservierung, kein Versand
  • Verkauf ab 14.9.2017, 15:00 Uhr

Update 15:10 Uhr: AUSVERKAUFT!______________________UPDATE 2 von Freitag: Wer jetzt nicht vor der Tür steht, wird…

Posted by Fanladen St. Pauli on Donnerstag, 14. September 2017

 

Auswärtsfahrten im ICE 4 „Süleyman Tasköprü „

Mich erreichte gerade ein Meme auf Facebook, also eine sich selbst vervielfältigende Aktion, die den Vorschlag aufnimmt, die neuen ICE 4 der Deutschen Bahn nach den Opfern des NSU Terrors zu benennen.

Screenshot: Bahn.de: Umfrage, wie sollen die neuen ICE 4 heissen?

Online-Aktion der Bahn: Wie soll der neue ICE4 heissen?

Hintergrund ist eine Online-Umfrage auf Bahn.de, wie denn die neuen ICE getauft werden sollen. Nachdem ICEs bisher nach Städten benannt wurden, sind dieses Mal Personen als Taufpaten vorgesehen.

Persönlichkeiten, die gezeigt haben, wie Menschen über Grenzen hinweg friedlich zusammenleben können. Ihnen fällt sofort ein passender Vorschlag ein? Dann haben Sie die Chance, einem unserer ICE-4-Züge einen Namen zu verleihen.

Ein rasendes Denkmal den NSU-Opfern

Ich finde die Aktion gut. Die Vorstellung mit dem ICE „Enver Simsek“ auswärts zu fahren oder mit dem ICE „Halit Yozgat“ drei Punkte aus Dresden zu entführen euphorisiert mich geradezu. Ein Denkmal sollen diese Menschen bekommen, das in ganz Deutschland unterwegs ist. Wenigstens das haben sie alle verdient!

„Ich bitte euch, die Namen der vom NSU ermordeten Menschen als Namensvorschläge einzureichen. Weil wir nie vergessen dürfen. Weil es nie wieder geschehen darf.“ lautet der Aufruf, der mich via Facebook erreichte. Ich habe eben abgestimmt (meine Wahl fiel auf den Altonaer Bürger Süleyman Tasköprü).

HIER MITMACHEN!

Die Deutsche Bahn sucht gerade Vorschläge für ihre neuen ICE's. Ich bitte euch, die Namen der vom NSU ermordeten…

Posted by Katharina König-Preuss on Mittwoch, 13. September 2017

Alle NSU Opfer auf einen Blick:

  • Enver Simsek
  • Abdurrahim Özüdogru
  • Süleyman Tasköprü
  • Habil Kilic
  • Mehmet Turgut
  • Ismail Yasar
  • Theodoros Boulgarides
  • Mehmet Kubasik
  • Halit Yozgat
  • Michèle Kiesewetter

Wer wird Deutscher Meister? Der FC St. Pauli!

FCSP- und Nationalspieler Jonathan Tönsing Foto: Stefan Groenveld

Die Macht vom Millertntor: Im Blindenfussball ist St. Pauli championsleaguereif

  • Der FC Sankt Pauli Blindenfussball hat am kommenden Samstag die Chance Deutscher Meister zu werden und richtet am darauf folgenden Wochenende ein eigenes Turnier in Hamburg aus.
  • Zwei unserer FC Sankt Pauli-Spieler nahmen gerade an der Europameisterschaft in Berlin für die Nationalmannschaft teil.
  • Tipp: Besucht das Masters Turnier am 16.&17.09.17 in Hamburg.

Champions League in Hamburg

Am Wochenende des 16ten und 17ten September, jeweils von 9 – 18 Uhr, richtet der FC St.Pauli-Blindenfussball zum bereits zehnten Male ein Masters-Turnier mit internationaler Beteiligung aus.

Mannschaften:

  1. Der italienische Meister AC Marche
  2. Der belgische BBFC-Sieger 5-a-side Anderlecht
  3. Der griechische Vizemeister Asamea Keravnos
  4. Avoy aus Brünn, Tschechien
  5. Sowie ein All-Star-Team aus englischen und deutschen Nationalspielern

Eine Woche zuvor, am Samstag dem 09.09., wird in Halle/Saale der deutsche Meister 2017 zwischen der SF/BG Marburg und dem FC St. Pauli ermittelt.

Wo?

Gespielt wird auf der Anlage des BZBS Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte am Borgweg 17a, 22303. Der Eintritt ist frei und für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Blindenfußball Infos

Blindenfussball ist eine rasante und spannende Sportart, die von Sehbehinderten zusammen mit Sehenden gespielt wird. 

Mehr Infos zu dieser Sportart, sowie Infos zum Turnierablauf und -zeiten:

Masters Termin:

10.Blindenfussball-Masters
16.& 17.09.2017 (9-17 Uhr)
Borgweg 17a
22303 Hamburg
Facebook-Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1882308058455371

Spätsommer-Blues

Nun ist der Sommer in Hamburg endgültig vorbei. Von Island strömt ein Tiefdruckgebiet über die Nordsee und hüllt St. Pauli in ein dichtes Netz aus Nieselregen.

Für mich beginnt in diesen Tagen die Saison erst so richtig. Im Sommer konkurriert meine braun-weisse Liebe nämlich regelmäßig mit einer anderen Leidenschaft: dem Segeln. So eine Sommerpause lässt sich mit einem Törn durch die dänische Sydsee zwar besser aushalten, im August, zum Start der Saison der 2. Bundesliga, wird es dann aber schwierig, beides unter einen Hut zu bringen.

Im September ist das Ende der Segelsaison schon schmerzlich nah. Man organisiert schon das Winterlager, schnackt den Hafenmeister wegen Kranterminen an. Dieses Jahr gibt es sogar ein Datum, an dem sich meine Anhängerschaft zum FC St. Pauli mit meiner Segelwirklichkeit kreuzt: das Auswärtsspiel in Kiel am 19.9. – ich werde das in unserem Block verfolgen und dann an Bord übernachten.

Segeln beim FC St. Pauli

Ich heisse aber nicht nur an Spieltagen den Jolly Roger unter der Backbord-Saling, um meine Zugehörigkeit zum FCSP zu dokumentieren. Das gab schon Anlass zu freundlichen, empörten und lustigen Reaktionen.

Nun finden sich im FC St. Pauli so einige Segler_innen und viele, die es werden wollen. Im August formierte sich dann eine Gruppe, die das näher diskutieren wollte: Eine Segelabteilung im FC St. Pauli.

Ich stehe dem sehr offen gegenüber, habe das Thema Segelabteilung auch schon in den letzten Jahren häufiger diskutiert. Einig sind sich wohl alle Beteiligten, dass eine Segelabteilung beim FC St. Pauli mehr sein soll, als ein Haufen von Interessierten, die gerne segeln.

Ich sehe da drei Punkte, die wir bei der Gründung intensiv diskutieren und klären sollten:

  1. Werte und Ziele:
    Was macht denn das Segeln im FC St. Pauli so besonders?
  2. Jugendarbeit:
    Vielleicht der wichtigste Punkt. Wie können wir Jugendarbeit im Segelsport als FCSP unterstützen. Gerade werden in Deutschland massenweise Jugendkutter abgewrackt, weil sich keine Jugendlichen finden. Das ist traurig, da stirbt eine Jugendkultur, die vielen von uns den Weg ins Erwachsenwerden erleichtert hat. – Ein Jugendkutter, der Jolly Rouge heißt, wäre ein tolles Projekt. Oder eine Piraten-Abteilung, die sich bei der nächsten Kieler Woche mit den Segler_innen aus der ganzen Welt misst :)
  3. Stadtteil:
    Passt zu 1 und 2. Wir werden die Frage beantworten müssen, wie wir die Menschen im Kiez und aus St. Pauli einbinden können. Vor allem auch, um zu verhindern, dass „St. Pauli Segeln“ keine elitäre Veranstaltung wird.

Die Abteilung ist in Gründung; es existiert für Interessierte eine Facebook-Gruppe: Segeln FCSP

Jochen Distelmeyer – Gin Tonic ohne Strohhalm, zur Not ein Bier – aber kein Astra

Der ehemalige Frontmann der Hamburger Schule Band „Blumfeld“ hat gestern im Rahmen der Konzertreihe für „Daheimgebliebene“ – dem Sommer in Altona – ein feines Konzert gegeben.

Dieser Mann hat schon vieles gesehen, sogar sowas, wie Weltruhm aus der Ferne. Ich habe ihn damals immer eine Spur zu arrogant wahr genommen, das hat sich wohl in den Jahren, in denen wir getrennt von einander gealtert sind, verwachsen. „Jochen Distelmeyer – Gin Tonic ohne Strohhalm, zur Not ein Bier – aber kein Astra“ weiterlesen

Shahak Shapira Aktion gegen Twitter in Altona: Rassistische und antisemitische Tweets aufgesprüht

Heute morgen fanden Passanten am Altonaer Bahnhof sich mit lauter ekeligen Tweets konfrontiert, die jemand vor der Zentrale des Social Networks Twitter auf den Boden gesprüht hatte. Schlimme rassistische und antisemitische Entgleisungen und Beleidigungen.

Mittendrin hatten die Aktivisten die Frage gepostet: „Ey Twitter, warum löscht ihr sowas nicht?“

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Saisonausblick 2017/18: „Scheisse, wir sind Aufstiegsaspirant“

Photo credit: *m22 via VisualHunt / CC BY-NC-SA

„Read my lips“, sagt mir I. am Telefon, „wir steigen dieses Jahr auf“. Puh, denke ich, da war sie wieder, diese Euphorie, die sich am Anfang einer Saison immer einstellt. Genährt durch die beste Rückrunde aller Zeiten und den Umstand, dass der Kader eben dieser Rückrunde zusammen geblieben und fit ist.

Na gut. Aber so einfach wird es nicht.

Wie jedes Jahr, bittet der Übersteiger zum Tanz um die Glaskugel und auch ich werde dieses Jahr wieder von meinem Bloggersessel aus teilnehmen (letztes Mal lag ich ja sowas von richtig ;).

Ich prophezeie, dass dieser Ligadurchlauf noch ausgeglichener wird, als die letzten Jahre schon. Ich sehe dieses Jahr keine zwei Durchmarschierer, keine klaren Abstiegskandidaten. Das bedeutet, dass sich noch wenige Wochen vor Ende der Saison viele Mannschaften Chancen nach oben und Horrorszenarien nach unten ausrechnen können. Der FCSP wird lange oben – vielleicht sogar ganz oben mitspielen. Allerdings, so lese ich es in der Kugel, werden sie kurz vor Ultimo Bammel bekommen. Galoppierende Angst vor der eigenen Courage; „Aufstiegsangst“ habe ich das einmal genannt.

Die Saison 2017/18 des FC St. Pauli in der Glaskugel

  1. Auf welchem Tabellenplatz beendet der FC St.Pauli in dieser Saison?
  2. Wer schießt die meisten Tore für uns in der Liga?
  3. Wie viele Spiele gewinnen wir im DFB-Pokal?
  4. Braunschweig, Bielefeld, Kiel – sechs Spiele – wie viele Punkte für uns?
  5. Wie viele Heimsiege holen wir in der Liga?
  6. Wie viele Tore schießen Sami Allagui und Aziz Bouhaddouz insgesamt in der Liga?
  7. Welchen Platz belegen die 1.Frauen in der Regionalliga Nord?

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Punktelieferant? #vflfcsp

Das erste Spiel der neuen Saison 2017/18 führt die Boys in Brown nach Bochum. Der VfL hat sich derweil eine besondere Motivationsspritze für seine Gäste ausgedacht…

In Bochum sitzt der „Punktelieferant auf der Gästebank. Foto: Twitter

Gäste sind in Bochum „Punktelieferant“

Auf der Rückseite der Gästebank prangt das Wort „Punktelieferant!“. Ich vermute, dass das eher motivierend, als abschreckend wirkt. Ich denke ja auch jedes Mal, wenn unser_e Stadiosprecher_in vor dem Spiel lauthals verkündet, wie selten der Gast am Millerntor gewinnen konnte, oder wahlweise, wie stark die Gäste sind, dass das als Motivation taugt.

„Jetzt erst recht“ wird da die gängige Reaktion sein. So wie Martin von FCSP, der auf Facebook schrieb:

„Jetzt hab ich richtig Bock“

 

St. Pauli streitet sich mit dem Medien-Boulevard: #FloraBleibt

Springer-Medien sind nicht wohl gelitten auf St. Pauli und am Millerntor. Nicht erst seit der #BILDnotwelcome Kampagne prallen Hamburgs Boulevardmedien, BILD, Welt und Mopo, mit den Supportern des Kiezklubs zusammen. Die blutgeile G20-Berichterstattung, vor allem in BILD und Welt hat nun kollektiv für Gegenwind gesorgt.

150 (in Worten: Einhundertfünfzig!) Fanclubs, der Fanclubsprecherrat und der Fanladen St. Pauli haben eine Erklärung unterschrieben, die beklagt, dass Medien versuchen „unseren Verein, unsere heterogene Fanlandschaft und unser aller Ehrenamt in Sport, Kunst und Miteinander zu torpedieren“. „St. Pauli streitet sich mit dem Medien-Boulevard: #FloraBleibt“ weiterlesen